Nachrichten 2. Halbj. 2018

Das Künstler-Duo bescherte den Zuhörern im Saal Gier einen amüsanten Abend

Sauerkraut als Lametta-Ersatz

„Weihnachtsfreud‘ & Weihnachtsstreit“ zum Finale des ersten Kulturprogramms – Katia Franke mit amüsanten Geschichten im Saal Gier – Den Pastor beim Stehlen eines Baumes erwischt

Kall – Es war ein recht amüsanter Abend, den die in Kall lebende Radiomoderatorin Katia Franke am dritten Adventsonntag dem Publikum im Saal Gier bescherte. „Die Kipferl müssen ohne Ei“ hieß das vorweihnachtliche Programm mit dem zutreffenden Untertitel „Weihnachtsfreud‘ – Weihnachtsstreit“. Der Abend mit Katia Franke war das Finale des ersten Kulturjahres des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier. Dessen Vorsitzender Uwe Schubinski freute sich über den fast voll besetzten Saal. Der Verein werde diese Kulturveranstaltungen auch im nächsten Jahr fortsetzen.

Neben vielen Geschichten und besinnlichen Liedern zum Weihnachtsfest, begleitet von dem ukrainischen Gitarristen Fedor Volkov, gab Katia Franke im Saal Gier Antworten auf Grundsatzfragen, die sich vor Weihnachten unweigerlich stellen: „Heiligabend mit oder ohne Oma?“, „Vanillekipferl mit oder ohne Ei?“. Gar mancher Zuhörer erkannte Situationen wieder, wie er sie selbst schon im vorweihnachtlichen Stress erlebt hat. Die Künstlerin verstand es vorzüglich, ihr Publikum mit besinnlichen Liedern und ebenso vergnüglichen Erzählungen in ihren Bann zu ziehen.

Franke griff auch auf die Erzählung des Eifeler Mundart-Autors Fritz Koenn in dem Buch „Eifel-Winter“ von Manfred Lang zurück. Koenn hatte sich über das Klauen von Christbäumen ausgelassen, was einst auch in der Eifel an der Tagesordnung war. Es war damals nämlich nicht so, dass der Vater, der abends mit dem Fuchsschwanz unter der Jacke in den Wald ging, ein schlechtes Gewissen hatte, als er mit einem geklauten Baum zurückkam.

„Vielmehr erfüllte ihn nach erfolgreicher Aktion ein gewisser Stolz und die Genugtuung, vom Förster oder Jagdaufseher nicht erwischt worden zu sein“, gab Katia Franke Koenns Darstellung wieder. Dass der Förster aber ausgerechnet den Herrn Pastor, der im Schnee tiefe Spuren in der Schonung hinterlassen hatte, beim Baumklauen erwischte, verlieh der Geschichte eine besonders amüsante Note.

Und da war da noch die Geschichte von Fritzchen, der sich eine Eisenbahn gewünscht hatte und Tage vor Weihnachten seiner Mutter mitteilte: „Du kannst die Bahn vom Wunschzettel streichen, ich habe eine im Schrank gefunden.“ Oder der kleine Paul, der festgestellt hat, dass Mutters Geschenkpapier genau so aussieht wie das vom Weihnachtsmann. Und Paul sinniert: „Ich glaube langsam, Mama gibt’s gar nicht.“

Amüsiert war das Publikum über Frankes Geschichte vom Lametta, das beim Baumschmücken fehlte und die Hausfrau die zündende Idee hatte, die glitzernden Silberfäden durch getrocknetes und silbergefärbtes Sauerkraut zu ersetzen. Es roch zwar bei der Bescherung etwas süßsauer, wobei Katia Franke zu der Erkenntnis kam: „Was Eltern doch nicht alles machen, für ein frohes Kinderlachen.“

Katia Franke sinnierte im Zwiegespräch mit dem Journalisten und Deutschlandfunk-Kollegen Franz Laake über beliebte Sprüche zur Weihnachtszeit. Frage: „Was hast Du Weihnachten bekommen?“ Antwort: „Die Krise.“ „Und was hast Du Weihnachten bekommen?“ „Eine Wampe.“ Vom „Lebewesen Mann“ wusste Franke zu berichten, dass es Fußballkarten für drei Monate im Voraus kauft, sich mit dem Kauf des Weihnachtsgeschenks aber bis Heiligabend Zeit lässt.

Das Publikum zeigte sich dankbar und zollte den Akteuren viel Applaus Am Samstag, 6. März, ist Katia Franke wieder im Saal Gier zu Gast. Dann wird sie sich zusammen mit dem Schauspieler Marcel Höfs im Programm „Herz und Heimat für drei Groschen“ auf einen Streifzug durch die Poesie der Dreigroschenromane begeben. Karten gibt es im Vorverkauf unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

pp/Agentur ProfiPress


Die Kaller Frauengruppe „Selbstgemachtes“ mit Roswitha Schmidt, Monika Quattelbaum und Marianne Werner – hier beim Weihnachtsmarkt in Kall mit Bürgermeister Hermann-Josef Esser – überreichte bei der Typisierungsaktion in Mechernich 697,80 Euro Erlös aus ihrem Verkauf von Plätzchen, Marmelade und Likören. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Auf Eifeler ist Verlass!

Willi Greuels Credo bewahrheitete sich bei der Typisierung der Kaller Hilfsgruppe Eifel für den Münstereifeler Max im Mechernicher Gymnasium einmal mehr: 1566 neue potenzielle Stammzellenspender und zigtausende Euro Spenden, die auch noch dringend gebraucht werden – Ein Bericht von Reiner Züll

 

Mechernich/Kall/Bad Münstereifel – Mit 1566 neu registrierten potenziellen Stammzellenspendern, die sich zwei Tage vor Weihnachten in Mechernich bei der Spendersuche für den an Leukämie erkrankten Max aus Bad Münstereifel typisieren ließen, war die Aktion der Hilfsgruppe Eifel mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ein voller Erfolg.

 

„Die große Anzahl der Spender ist für die Kaller Kinderkrebshilfe jetzt mit einer Zahlungsverpflichtung von rund 55.000 Euro verbunden, die wir aber gern übernehmen“, resümierte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel aus Lückerath einen Tag nach der Aktion in Mechernicher Gymnasium am Turmhof.

 

Willi Greuel ist davon überzeugt, dass die Typisierungskosten innerhalb kürzester Zeit durch Spenden beglichen werden können: „Da können wir uns auf die Eifeler Bevölkerung verlassen!“ Viele Spendenwillige hatten die Labor-Kosten von 35 Euro, die bei der Analyse in Dresden für jede Speichelprobe anfallen, durch eine entsprechende Spende selbst beglichen.

 

Lange Liste der Spender

 

Kann die Hilfsgruppe jedes Jahr vor Weihnachten einen verstärkten Eingang von Spenden verzeichnen, so stieg die Spenden-Bereitschaft der Eifeler dieses Jahr zusätzlich, nachdem das Schicksal des jungen Mannes aus dem Münstereifeler Stadtgebiet vor sechs Wochen bekannt geworden war.

 

Lang ist die Liste der Spender, die mit einer Überweisung von 10.000 Euro von den Floisdorfer Unternehmern Hubert und Peter Schilles angeführt wird. 3000 Euro gingen von der Elektrofirma Hamacher aus Mechernich ein, 2500 Euro spendete der Weilerswister Reitverein St.Hubertus, weitere 2000 Euro bekam die Kaller Kinderkrebshilfe von einem Ehepaar Niesken aus Kerpen-Brüggen.

 

Die Firma Holtec aus Hellenthal spendete 1800 Euro, je 1500 Euro gingen von der Euskirchener Ingenieurgesellschaft Jensch und von der Familie Schnarr in Euskirchen ein. 1400 Euro überwies das Mary-Kay-Team aus Mechernich.

 

Je 1000 Euro wurden der Hilfsgruppe überwiesen von den Eheleuten Bungarten aus Mechernich, der Firma Elektro Hürth aus Hürth, von Josef Zimmermann aus Holzheim, vom Schöllerwerk in Hellenthal, von der Gölz GmbH in Hellenthal und einer Familie Sierscheider-Sommer.

 

Bastelclubs und heimische Firmen

 

 

Die Bastelgruppe „Heiße Nadel“ aus Kolvenbach überwies 925 Euro, die benachbarte Dorfgemeinschaft Hohn 900 Euro vom Erlös des Adventsumtrunks. Der AWO-Kindergarten Mechernich spendete 540 Euro.

 

Je 500 Euro bekam die Hilfsgruppe von der Gemünder Firma Gotthardt & Knipper, der Marienthaler GmbH in Gemünd, der profino Kindertageseinrichtung in Düren, vom Schotterwerk Manfred Weiß in Rinnen, von der Mertens Transport GmbH in Schleiden, der Firma Autokrane Kurth in Blankenheim, der LMV-Versicherung Murk in Kall, der Kdf-Ortsgruppe Mechernich, der Dorfgemeinschaft Lethert/Effelsberg und den Familien Dr. Stephanie Zippel in Mechernich und Otto Lünebach in Sötenich.

 

Die Spender Weckbecker & Schoska aus Euskirchen, Immobilienbewertung Daniels aus Hümmel und der Bastelverein Zingsheim überwiesen je 300 Euro an die Hilfsgruppe Eifel. Tagtäglich gingen auch Spenden zwischen 10 und 200 Euro ein.

 

Anlässlich der Typisierung im Mechernicher Gymnasium wurden Willi Greuel mehrere Spenden vor Ort überreicht. Von der Kaller Frauengruppe „Selbstgemachtes“ mit Roswitha Schmidt, Monika Quattelbaum und Marianne Werner bekam Greuel 697,80 Euro. Die Frauen hatten auf den Weihnachtsmärkten in Kall und Gemünd Plätzchen, Marmelade und Liköre für die Hilfsgruppe verkauft.

 

Eine private Spontan-Aktion für Max hatten auch die Freunde Volker Löbel aus Vussem, Günter Hommelsheim aus Bleibuir und Guido Lange aus Schützendorf gestartet. In einer WhatsApp-Gruppe hatten sie Bekannte aufgefordert zur Typisierung zu gehen und gleichzeitig um Spenden gebeten. Das Trio hatte am Ende 204 Euro bekommen, die sie Willi Greuel während der Typisierungs-Aktion in der Turnhalle in einem Marmeladenglas überreichten.

 

Christbäume unters Volk gebracht

 

Eine ähnliche spontane Aktion hatte der Vorsitzende des Roggendorfer Renault-Oldie-Clubs, Jörn Hück, initiiert. Weil er schon typisiert ist, aber gleichwohl einen Beitrag zum Gelingen der Aktion leisten wollte, hatte auch er bei Freunden und Bekannten um Spenden für die Typisierungsaktion gebeten. Er übergab Willi Greuel 205 Euro.

 

485 Euro brachte Pascal Kautz, Juniorchef der Mechernicher Kareitec GmbH, zur Typisierung mit. Nach einer Kundenaktion waren der Firma 200 Weihnachtsbäume übrig geblieben. Wie Kautz bei der Spendenübergabe von 485 Euro berichtete, habe das Unternehmen dem Kölner Zoo 100 Bäume geschenkt und die anderen 100 gegen eine Spende für die Hilfsgruppe unters Volk gebracht.

 

Kurz vor Ende des Typisierungstages, als auch die Cafeteria bei der Ausstellung der einheimischen Künstler im Foyer des Gymnasiums geschlossen wurde, überraschten Michael Rübenach und Petra Hansen vom Team der Cafeteria Willi Greuel mit einer Spende von 350 Euro. Es war der gesamte Tageserlös der Cafeteria am ersten Ausstellungstag. Wie sagte Willi Greuel?: „Auf die Eifeler ist Verlass“.

 

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Abschied nehmen vom Pfarrheim hieß es für das Team des Begegnungscafés der Flüchtlingshilfe Kall, das besonders Pfarrer Hajo Hellwig dankte. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Wehmütiger Abschied vom Pfarrheim

Das Begegnungscafé findet ab Februar im Haus der Begegnung statt – Flüchtlingshilfe Kall bedankt sich herzlich bei Pfarrer Hajo Hellwig

Kall – Wehmut und Vorfreude zugleich überkam das Team des Begegnungscafés der Flüchtlingshilfe Kall. Wehmut, weil das Begegnungscafé kurz vor Weihnachten nach dreieinhalb Jahren den Abschied aus dem Pfarrheim St. Nikolaus in Kall bedeutete. Vorfreude, weil es die beliebte Veranstaltung weiterhin geben wird, dann aber im Haus der Begegnung – zum ersten Mal übrigens am Donnerstag, 21. Februar, von 16 bis 18 Uhr.

Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall, bedankte sich ausdrücklich bei Pfarrer Hajo Hellwig, dass er „sein“ Pfarrheim vor dreieinhalb Jahren für das Begegnungscafé zur Verfügung stellte. Der gab diesen Dank an den Kirchenvorstand weiter, der letztendlich dafür votiert hatte, dass das Pfarrheim genutzt werden durfte. Ein kleines Präsent übergab die „Nikoläusin“ Jihan Al Omar.

Hellwig erinnert sich daran, wie Dorothea Muysers und Hartmut Kieven, die Initiatoren des Begegnungscafés, zu ihm kamen und ihm von ihren Plänen berichteten, ein Café zu veranstalteten, bei dem die alteingesessenen Kaller ihre neuen Nachbarn, also die Geflüchteten, kennenlernen. Da das Pfarrheim durch diverse Chöre, die Kolpingsfamilie, die Matthias-Bruderschaft und weitere Vereine und Organisationen ausgelastet ist, war der Freitagmorgen laut Hellwig als einzige Möglichkeit für das Begegnungscafé übrig.

Hellwig erinnert sich, wie die Veranstaltung „sehr schnell sehr groß“ geworden sei. Und er erinnert sich daran, wie viele liebe Menschen das Begegnungscafé von Anfang an unterstützt hätten. Damit im Keller des Pfarrheims die Internationale Sprechstunde stattfinden konnte, musste sogar Geld investiert werden, um einen Notausgang zu schaffen. „Der Kirchenvorstand stand stets hinter dem Projekt“, resümiert Hellwig und meinte: „Wenn Sie doch mal Engpässe im Haus der Begegnung haben, unsere Tür steht immer offen.“

Zu den Unterstützern gehört auch das Begegnungscafé-Team mit Waltraud Tümmler, Marianne Berners, Maria Schmitz, Gertrud Schütten, Annemie Söns und Helga Weckmann, die jedes Mal wie die fleißigen Bienen umherschwimmen und die Besucher mit Kaffee und Tee versorgen, die Tische decken – und dabei selbst kaum zum Frühstücken kommen. Sie alle sind gespannt, wie es ab Februar im Haus der Begegnung wird und auch sie überkommt der Wehmut, denn nach dreieinhalb Jahren kennen sie die Küche im Pfarrheim in- und auswendig.

Im Januar wird das Begegnungscafé pausieren. Am Nachmittag des Eröffnungstages, also am Freitag, 1. Februar, wird es ihm Rahmen des Tages der offenen Tür, ebenfalls ein Café geben. Das erste richtige Begegnungscafé findet dann immer am dritten Donnerstag eines Monats statt – und zwar nicht mehr morgens, sondern nachmittags von 16 bis 18 Uhr.

Denn die Besucherzahl des Begegnungscafés nahm in den vergangenen Monaten ab – was nicht am Desinteresse der Gäste lag, sondern der Tatsache geschuldet war, dass immer mehr Geflüchtete andere Verpflichtungen haben: von Arbeit über Kindergarten und Schule bis hin zur Wahrnehmung bestimmter Kursangebote.

pp/Agentur ProfiPress


Lothar Schneider, Geschäftsführer Energieagentur NRW, Daniel Hecker, Klimaschutzmanager Gemeinde Kall, Rolf Holub, Laudator, Tobias Feld, Projektmanager Städtebau und Klimaschutz Gemeinde Kall, Foto: EA NRW

Kall auf Goldkurs

Zweite Auszeichnung mit dem European Energy Award – in vier Jahren weitere 10%-Verbesserung – größte Steigerung in NRW

Kall – Bereits am 28. September 2018 wurden Klimaschutzaktivitäten in der Gemeinde Kall vom TÜV geprüft – und für vorbildlich befunden!

Bürgermeister Hermann-Josef Esser sowie Klimaschutzmanager Daniel Hecker und dessen Vorgänger Tobias Feld, die beide das Energieteam der Gemeinde Kall leiten, begrüßten damals im Rathaus Ramona Schalek vom TÜV Rheinland und Energie-Berater Reiner Tippkötter, die die Prüfung im Rahmen des European Energy Award (EEA) vornahmen.

Am 21. November 2018 fand dann im historischen Erbdrostenhof in Münster die feierliche Übergabe der Auszeichnung statt.

 

Insgesamt 21 Kommunen aus NRW wurden ausgezeichnet, von diesen konnte die Gemeinde Kall mit einer Steigerung um mehr als 10% gegenüber dem ersten Audit im Jahr 2014 die größte Steigerung vorzeigen.

Mit nun knapp 70% der im EEA möglichen Punkte für die Umsetzung von über 50 Maßnahmen und Projekten ist Kall auf dem besten Weg, beim nächsten Audit in vier Jahren den Status „EEA-Gold-Kommune“ zu erreichen.

Das Besondere am EEA ist neben der externen Begleitung durch einen professionellen Berater die breite Palette an Maßnahmen. Diese ist in einem Arbeitsprogramm aufgelistet und von der Kaller Politik einstimmig beschlossen. Es geht dabei nicht in erster Linie darum, einzelne „Leuchtturm-Projekte“ umzusetzen, sondern vor allem eine Vielzahl von Initiativen und Maßnahmen zu fördern.

In Kall ist hier besonders das „Energieteam“ aktiv, dass sich monatlich im Rathaus trifft und immer offen für interessierte Bürgerinnen und Bürger ist.

Die Gemeinde selber hat durch zahlreiche energetische Maßnahmen in den Bereichen Gebäudesanierung, Innen- und Straßenbeleuchtung und der Begleitung von Schulen und Kindergärten wichtige Projekte umgesetzt. Auch in Zukunft wird – gerade auch durch die Städtebauförderung – intensiv für den Klimaschutz gearbeitet!


Die Uniformmütze passte dem neuen Ehrenbrandmeister Hans Kaiser auf Anhieb. Rechts Wehrleiter Harald Heinen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Späte Ehre für Hans Kaiser

Ehemaliger Bürgermeister wurde von der Feuerwehr Kall zum Ehrenbrandmeister ernannt – Harald Heinen: „Auszeichnung war längst fällig“ – In Gesellschaft mit den Ehemaligen Helmut Weiler und Herbert Radermacher – Amtszeit der Wehrleitung läuft aus

Kall – Die Feuerwehr der Gemeinde Kall hat einen neuen Ehrenbrandmeister. Hans Kaiser, der von 1999 bis 2007 der erste hauptamtliche Bürgermeister in Kall war, wurde jetzt vom Leiter der Feuerwehr Kall, Harald Heinen, dazu ernannt. „Eine Ernennung, die längst fällig war“, erklärte Heinen, als er den ehemaligen Bürgermeister einen Tag nach dessen 79. Geburtstag in die Ehrenabteilung der Kaller Floriansjünger berief.

Wehrleiter Heinen hatte Kaiser zum Jahresabschluss des Löschzugs Kall ins Gerätehaus eingeladen, um ihn mit der Ernennung zum Ehrenbrandmeister und der Übergabe einer Feuerwehruniform zu überraschen. Denn mit Helmut Weiler und Herbert Radermacher tragen bereits zwei ehemalige Kaller Bürgermeister den Titel des Ehrenbrandmeisters.

Helmut Weiler, der nach dem plötzlichen Tod von Werner Schumacher von 1990 bis 1999 letzter ehrenamtlicher Bürgermeister war, wurde von der Feuerwehr bei seiner Verabschiedung zum Ehrenbrandmeister ernannt.

Auf Weiler folgte Hans Kaiser nach der Abschaffung der kommunalen Doppelspitze 1999 als erster hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Kall. Nachdem Kaiser am 15. Dezember 2007 die Altersgrenze von 68 Jahren erreicht hatte, musste er aus dem Amt ausscheiden. Sein Nachfolger wurde Herbert Radermacher.

Bei der Verabschiedung in der Bürgerhalle wurde Hans Kaiser zwar mit einer Verdienstmedaille des Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet, eine Ernennung zum Ehrenbrandmeister wurde damals allerdings versäumt. Als Herbert Radermacher im Jahr 2017 nach zehnjähriger Tätigkeit als Bürgermeister aus dem Amt schied, wurde er von der Wehrleitung mit Uniform und dem Titel Ehrenbrandmeister ausgestattet.

„Ehrlich gesagt, ich hatte lange darauf gewartet“, gestand Hans Kaiser, dem die Feuerwehr während seiner Amtszeit immer am Herzen gelegen hatte, nach seiner verspäteten Aufnahme in die Ehrenabteilung der Wehr. Er freue sich sehr über diese Auszeichnung und versprach seine weitere Unterstützung der Wehr. Erste Gratulanten zu Kaisers Beförderung waren seine beiden Ex-Bürgermeister-Kollegen Helmut Weiler und Herbert Radermacher.

Vor Kaisers Aufnahme in die Ehrenabteilung hatte Wehrleiter Harald Heinen den Aktiven der Einsatzabteilung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit und Einsatzbereitschaft gedankt. Der Löschzug Kall habe im verflossenen Jahr annähernd 100 Einsätze gefahren. Besonders lobte Heinen die große Bereitschaft der jungen Wehrmitglieder zur Aus- und Weiterbildung.

Heinen wies den Löschzug darauf hin, dass seine Amtszeit als Wehrleiter sowie die Amtszeit seines Stellvertreters Andreas Lang im Mai auslaufe und deshalb Neu- bzw. Wiederwahlen stattfinden. Dazu finde am Freitag, 18. Januar, eine Anhörung aller Feuerwehrmitglieder der Gemeinde Kall statt. Bisher sei es laut dem Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG) Aufgabe des Kreisbrandmeisters gewesen, die Anhörung der Wehrangehörigen zu veranstalten. Zukünftig sei das laut dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) Aufgabe des Bürgermeisters.

Der Kreisbrandmeister (KBM) begleite die Anhörung lediglich noch, um die Eignung und Fähigkeit der Bewerber zu bewerten und trage letztendlich dem Rat der Gemeinde, der für die Bestellung der Wehrleitung zuständig ist, das Ergebnis der Anhörung vor. Der KBM schlage dem Rat die entsprechenden von der Mannschaft gewünschten Personen zur Neu- oder Wiederwahl vor. Wie Heinen berichtete, seien weder der KBM noch der Gemeinderat an das Votum der Mannschaft gebunden. Es sei aber bisher noch nicht vorgekommen, dass die Wehrleitung entgegen der Meinung der Mannschaft bestellt worden sei.

pp/Agentur ProfiPress


Etwa 50 ehrenamtliche Helfer aus dem Bereich Flüchtlingshilfe kamen zur Weihnachtsfeier in die Gaststätte Gier. Foto. Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Dank für fleißige Helfer

Weihnachtsfeier der Flüchtlingshilfe Kall in der Gaststätte Gier – Bürgermeister Hermann-Josef Esser freut sich schon auf das Begegnungscafé im Haus der Begegnung

Kall – Jedes Jahr leisten ehrenamtliche Kräfte im Gemeindegebiet Kall viele Stunden Arbeit für die Flüchtlingshilfe – kostenlos, ohne zu Murren, weil es ihnen ein Anliegen, meist sogar eine Freude ist. Sie opfern ihre Freizeit, verzichten auf viele Dinge, damit andere nicht verzichten müssen.

Die Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall sticht von Anfang an äußerst positiv hervor und tat so viel, wie es möglich war, um die neuen Nachbarn in die neue Umgebung zu integrieren. Ein Leben, das trotz der widrigen Umstände, nach und nach, Stückchen für Stückchen, wieder zur Normalität im Alltag führte.

Sei es durch die monatlichen Begegnungscafés im Kaller Pfarrheim oder ähnliche Veranstaltungen in Sistig, sei es durch die internationale Sprechstunde. Die fest bei der Gemeinde angestellten Alice Gempfer und Paul Neufeld können auf einen großen Pool von Unterstützern zurückgreifen.

Die fanden sich jüngst zu einer Weihnachtsfeier im Saal der Gaststätte Gier ein. Knapp 50 Leute kamen zu einem schönen und geselligen Abend zusammen. Auf ein Programm wurde diesmal bewusst verzichtet. Stattdessen ging es um ein gemütliches Beisammensein mit gleichzeitigem Austausch.

 „Sie alle haben sich in den vergangenen zwölf Monaten engagiert“, dankte der Bürgermeister Hermann-Josef Esser und zählte ein paar Meilensteine auf, etwa den Sprachkursus für Frauen mit Kindern, die, während die Mütter Deutsch lernen, betreut werden. Besonders freut es ihn, dass ein Geflüchteter, der bei der Firma T.E.A.M. im Kaller Gewerbegebiet Arbeit gefunden hat, sich so gut integriert hat, dass ihm nun die Familienzusammenführung erlaubt wurde, was Esser voller Stolz verkündete.

Der ürgermeister sprach besonders dem Team des Begegnungscafés seinen großen Dank aus. Kurz vor Weihnachten fand die monatliche Veranstaltung letztmalig im Pfarrheim statt, im Januar gibt es eine Pause, bevor es dann 2019 ins Haus der Begegnung geht. „Es wird sehr schön werden“, so Esser.

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Yoga für Anfänger und Fortgeschrittene bietet das Rote Kreuz ab Dienstag, 29. Januar, 18 bis 19.30 Uhr, im Haus der Begegnung in Kall an. Archivfoto: Hannah Wells/Pixabay/pp/Agentur ProfiPress

Yoga beim Roten Kreuz

Yogakursus für Anfänger und Fortgeschrittene ab 29. Januar immer dienstags von 18 bis 19.30 Uhr im Haus der Begegnung, Bahnhofstraße 11, in Kall

Kall – Die Familienbildung des Roten Kreuzes startet am 29. Januar, von 18 bis 19.30 Uhr einen achtteiligen Yogakursus für Anfänger und Fortgeschrittene. Wie die Auftaktveranstaltung findet er immer dienstags im Haus der Begegnung in Kall (Bahnhofstraße 11) statt.

Dozentin Bianca Werner will den Teilnehmer vermitteln, eine Verbindung von Körper und Geist zu einer Einheit aufzubauen, die Gedanken durch Bewegung und Entspannung zur Ruhe kommen und die Energie fließen zu lassen. „Öffne dein Herz, tanke Kraft und atme dich frei“, so die Vorgaben. Bianca Werner erklärt Hatha-Yoga-Übungen und probiert sie mit den Teilnehmern aus.

Sollten Interessenten an körperlichen Beschwerden leiden, kürzlich operiert worden oder schwanger sein, sollte die Teilnahme eventuell vorher mit dem behandelnden Arzt abgeklärt und die Kursleitung in Kenntnis gesetzt werden, damit Übungen angepasst werden können

Die Teilnahme an allen acht Treffen kostet insgesamt 40 Euro. Anmeldungen und Informationen nehmen das Familienzentrum Kall unter Telefon 02441/5554 oder die DRK-Familienbildung unter 02251/791184 entgegen. Teilnehmer sollten zu den Kursen bequeme Kleidung tragen, warme Socken, eine Yogamatte, eine Decke und ein Kissen mitbringen.

pp/Agentur ProfiPress


Die Gemeinden Hellenthal und Kall kooperieren ab 1. Januar bei den Elternbeiträgen von Kindertagesstätten. Die Bürgermeister Rudolf Westerburg (Hellenthal, l.) und Hermann-Josef Esser (Kall) unterzeichneten im Kaller Rathaus die Vereinbarung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kooperation bei den Elternbeiträgen

Gemeinden Kall und Hellenthal vereinbaren interkommunale Zusammenarbeit ab 1. Januar 2019 – Für die Eltern der Kindergartenkinder ändert sich nichts

Kall/Hellenthal – Interkommunale Zusammenarbeit ist für viele Kommunen schon längst kein Schlagwort mehr, sondern Selbstverständlichkeit. So ist die Gemeinde Kall für die Erhebung des Wohngeldes für die sechs Südkreiskommunen, also neben Kall auch Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Nettersheim und Schleiden, zuständig. In Schleiden hingegen wird zentral der Bereich „Soziales“, unter anderem Leistungen nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch, für die gleichen Kommunen (ohne Nettersheim) bearbeitet.

Jetzt ist eine weitere interkommunale Zusammenarbeit hinzugekommen. Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg und sein Kaller Pendant Hermann-Josef Esser unterzeichneten jüngst im Kaller Rathaus eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung, dass die Erhebung und Abrechnung der Elternbeiträge der Kaller Kindertagesstätten ab 1. Januar 2019 zentral in Hellenthal erfolgt. Bereits seit 2017 erledigt Hellenthal diese Aufgaben auch für die Kitas im Schleidener Stadtgebiet.

„Die Gemeindeprüfungsanstalt verlangt seit vielen Jahren, dass Kommunen überprüfen, in welchen Bereichen sie zusammenarbeiten können“, meint Rudolf Westerburg. Für die Südkreiskommunen sei das schon seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit. „Wir haben über die Jahre gelernt, uns zusammenzuraufen“, beschreibt er. Dazu gehöre auch ein regelmäßiger Austausch.

„Die Stadt Schleiden hat uns die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hellenthal im Bereich der Elternbeiträge empfohlen“, erzählt Hermann-Josef Esser. Für Kalls Bürgermeister ist klar: Man benötigt Experten in den Rathäusern, denn das führt zu einer steigenden Qualität. Bislang war die Erhebung der Elternbeiträge eine Teilaufgabe einer Mitarbeiterin, die in fünf Monaten in den Ruhestand geht. Durch die Bündelung der drei Kommunen Kall, Hellenthal und Schleiden ist diese Aufgabe nun umfangreich genug für eine ganze Stelle plus 1,5 Vertretern in Hellenthal.

In seinem Rathaus habe er mit den Mitarbeitern gesprochen und eine hohe Akzeptanz für die interkommunale Zusammenarbeit erfahren. Und vielleicht werden wir in Zukunft in noch mehr Bereichen Zusammenschlüsse erleben. „Wir werden auf Dauer nicht ohne die interkommunale Zusammenarbeit auskommen“, ist sich Esser sicher. Wie Essers Allgemeiner Vertreter Michael Heller ausführt, gebe es momentan rund 300 Kinder in den acht Kindertagesstätten im Kaller Gemeindegebiet. Gemeinsam mit Hellenthal und Schleiden, so Westerburg, bearbeite die Arbeitskraft in seinem Rathaus 1100 Elternbeiträge.

Für die Kaller Eltern ändert sich bis auf die Tatsache, dass das Elterngeld nun in einem anderen Rathaus bearbeitet wird, nichts. Denn an- und abgemeldet werden die Kinder in den jeweiligen Kindertagesstätten und nicht in den Rathäusern. Die Kosten, die der Gemeinde Hellenthal durch die Zusammenarbeit entstehen, erstattet die Gemeinde Kall.

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Die Künstlerin Bertamaria Reetz überreichte „Klosterchef“ Pater Lambertus Schildt ein blaues Friedensschaf. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Schäfchen kamen zahlreich ins Kloster

Der zweite Weihnachtsmarkt im Kloster Steinfeld war ein voller Erfolg – Tausende Besucher – Übergabe eines blauen Friedensschafs an Pater Lambertus Schildt

Kall-Steinfeld – Der Andrang war gewaltig. Der zweite Weihnachtsmarkt im Kloster Steinfeld lockte am zweiten Adventwochenende Tausende Menschen in die Klostermauern. Das Kloster Steinfeld mit Pater Lambertus Schildt an der Spitze und Gästehausleiter Christoph Böhnke zeigten sich sehr zufrieden. Denn weil der Weihnachtsmarkt im Kreuzgang überdacht ist, konnte das – wie der Eifeler sagt – „usselije Wödde“ den Besuchern nur auf dem Weg vom Parkplatz bis zum Kloster etwas anhaben.

51 Aussteller nahmen am zweiten Kloster-Weihnachtsmarkt teil, 13 mehr als bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr. Allen gemeinsam war: Ihr Angebot ist selbstgemacht und keine Industrieware. Ausgestellt wurde alles, was das Weihnachtsherz begehrt.

Und auch die Symbolik spielte eine Rolle. In der Ripa, der gotischen Totenkapelle, standen unter dem großen Jesus am Kreuz die Krippen. Wie Pater Josef erzählte, hatte dort zunächst Pater Meinolf, später Pater Pankratius immer die Weihnachtskrippe aufgebaut. Gleichzeitig erzählt der Raum aber auch vom Leben und Sterben Jesu Christi: hier, in den Krippen, wird er geboren, dort, am Kreuz, ist er gestorben.

Die zweite Symbolik war die Übergabe eines „Blauschafs“ an Pater Lambertus – grundsätzlich wollen die Katholiken ja, dass die Schäfchen in Scharen zu ihnen kommen. Genau den Gedanken erfüllte die Künstlerin Bertamaria Reetz aus Pulheim, die mit ihrer „Blauschafherde“ in Steinfeld um Weiderecht gebeten hatte. „Das ist schon mal ein erster Schritt: Die Schafe kommen ins Kloster“, sagte Pater Lambertus. Das Kunstprojekt stehe für Weltoffenheit und einen welterhaltenen Umgang, beschreibt es die Künstlerin, es gehe um Toleranz und friedliches Zusammenleben.

Weil die Wiesen des Klosters an dem Tag doch „zu saftig“ waren, überreichte sie dem Klosterchef eines der Schafe nicht wie geplant vor der Pforte, sondern im Flur zwischen Pforte und Kreuzgang. „Wir freuen uns, wir werden einen schönen Platz dafür finden“, sagte Pater Lambertus. Und auch die Schafe wurden spontan im Flur aufgestellt. 160 Städte in Europa, begonnen mit Venedig im Jahr 2012, hat Reetz mittlerweile besucht und an jedem Ort eines der acht- bis zehn Kilogramm schweren Polyester-Schafe an Bürgermeister und Hausherrn überreicht. „Blau ist die Farbe des Friedens: der Unesco, der europäischen Friedensbewegung, der Blauhelme“, erklärt Reetz die Farbwahl.

Eher in den Farben Rot zu Hause ist hingegen der Nikolaus, der an beiden Tagen im Raum vor der Hauskapelle die Kinder erfreute und Äpfel sowie Buntstifte mit Weihnachtsmotiven verschenkte. Unter dem Motto „Vorfahrt für den Nikolaus“ wurde auch der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann erläutert.

Vertreten war auch das benachbarte Hermann-Josef-Kolleg, das sich auf dem Klostergelände befindet. Die Schule und der Weihnachtsmarkt nutzten am Samstag Synergien. Das Gymnasium hatte Tag der offenen Tür, mit dessen Resonanz der stellvertretende Schulleiter Willi Frauenrath sehr zufrieden war: „Es war viel los, unsere Schüler haben außerdem schöne Vorführungen präsentiert.“

Nach dem Tag der offenen Tür strömten viele Besucher ins Kloster, um sich im Refektorium zu stärken. Die Schlange vor der Essensausgabe war lang, ein wenig Geduld mussten die Hungrigen mitbringen. Und auch die angehenden Abiturienten machten mit: Sie backten Waffeln und verdienten sich so Geld für ihre Abifete.

pp/Agentur ProfiPress


Das Ehepaar Hermann Josef und Elisabeth Jakobs aus Wahlen übergab eine Spende von 1000 Euro an Kathi Greuel. Bei ihrer Goldhochzeit hatten die Jubilare auf Geschenke verzichtet. Foto: Hilfsgruppe Eifel/pp/Agentur ProfiPress

Viele Spenden zum Jahresende

MüFra Werkzeugmaschinen überreicht 5000 Euro an Hilfegruppe Eifel – Eheleute Hermann Josef und Elisabeth Jakobs aus Wahlen wollten statt Geschenken Geld für die Kaller Kinderkrebshilfe zur Goldhochzeit – Junggesellen aus Kallmuth übergaben „Brabbeln“-Erlös

Mechernich/Kall – Die Hilfsgruppe Eifel wurde zum Jahresende mit einigen Spenden bedacht. Gleich 5000 Euro überreichte das Unternehmen MüFra Werkzeugmaschinen aus Breitenbenden jüngst an Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel. „Wir bewundern die ehrenamtliche Tätigkeit und finden: Viele jammern wegen Kleinigkeiten, aber wenn es uns gut geht, müssen wir auch etwas abgeben“, sagte Geschäftsführer und Firmengründer Rudolf Franosch. „Es gibt viel Leid, deshalb muss man auch etwas zurückgeben“, fand auch sein Kompagnon Christian Bogacz.

Seit dem 1. Januar 1997 gibt es MüFra, erster Firmensitz war Kommern. Das Unternehmen vertreibt in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland Werkzeugmaschinen des japanischen Unternehmens Mazak. Die Firma hat die Hilfsgruppe Eifel schon mehrere Male unterstützt.

Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel bedankte sich und erläuterte auch den Zweck, den der üppige Betrag unterstützt. „Derzeit fließt jede Spende in die Typisierungsaktion für einen an Leukämie erkrankten Familienvater aus Bad Münstereifel am 22. Dezember im Gymnasium Am Turmhof in Mechernich“, erzählt Greuel. Die Aktion sei ein Riesenaufwand, mit rund 140 Helfern sei die Hilfsgruppe gemeinsam mit der DKMS im Einsatz.

Beim letzten Jahrestreffen im Stammlokal „Zagreb“ in Roggendorf und wenige Tage später bei der traditionellen Weihnachtsfeier mit ihren Schützlingen im Haus Kronenberg in Vollem konnte die Hilfsgruppe Eifel weitere Spenden entgegennehmen.

Aus Wahlen waren Hermann Josef und Elisabeth Jakobs nach Roggendorf gekommen, um dem Kaller Förderkreis eine Spende von 1000 Euro zu überreichen. Das Ehepaar hatte im September das Fest der Goldhochzeit gefeiert, auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für de Hilfsgruppe gebeten. In Anbetracht der bereits erwähnten Typisierungsaktion „kommt diese Spende gerade recht“, bedankte sich der Hilfsgruppen-Vorsitzende Willi Greuel beim Ehepaar Jakobs.

Dass der Junggesellenverein Kallmuth der Hilfsgruppe zum Jahresende eine Spende zukommen lässt, hat schon eine jahrelange Tradition. Jahr für Jahr spenden die Jugendlichen das Geld, dass sie beim Allerseelen-Singen, dem sogenannten „Brabbeln“, eingenommen haben an die Hilfsgruppe. Für diese Spenden-Treue bedankte sich Willi Greuel bei der Weihnachtsfeier in Vollem, nachdem Martin Stoffels im Namen der Junggesellen den diesjährigen „Brabbeln“-Erlös in Höhe von 594 Euro übergeben hatten.

pp/Agentur ProfiPress


Helfer der Grünkolonne stellten mit der Biologin Friederike Zahn (Mitte) vom Kreis Euskirchen Nistkästen, Fledermaus-Häuser und Insektenhotels vor. Von links: Hans Jubelius, Raimund Vossen, Ortsvorsteher Hans Reiff und Hermann-Josef Cremer. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Häuser für Meise und Buchfink

Schevener Grünkolonne installiert im Ort Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse – Fünf Insektenhotels aus Holzbeton – Flächen von 5200 Quadratmetern werden naturnah gestaltet – Hilfe vom Kreis

Kall-Scheven – Sie sind die guten Seelen des Dorfes und das ganze Jahr über im Einsatz, um den Ort Scheven lebenswert zu erhalten. Die Mitglieder der 2014 gegründeten Grünkolonne, wie sich die Ehrenamtler um Ortsvorsteher Hans Reiff nennen, haben auch schon für das Jahr 2019 einen ehrgeizigen Plan, um innerhalb eines Naturschutzkonzeptes die Ökologie und Naherholung gleichrangig und verträglich weiter zu entwickeln. Reiff: „Wir wollen unser Dorf attraktiv gestalten, auch um Leerstände zu vermeiden.“

Einige Vorhaben der inzwischen zwölfköpfigen Grünkolonne, die sich hauptsächlich aus Rentnern zusammensetzt, werden von der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Euskirchen begleitet und finanziell unterstützt. Im Beisein der Biologin Friederike Zahn vom Kreis Euskirchen stellten Ortsvorsteher Hans Reiff und einige Mitstreiter jetzt das Jahresprogramm 2019 sowie ein aktuelles Projekt „Vogelnisthäuser“ vor, das noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

Wie Hans Reiff bei der Vorstellung der Pläne berichtete, sollen im nächsten Jahr im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz auch Bepflanzungen erfolgen, die als Lebensgrundlagen für Tiere wie zum Beispiel Insekten dienen könnten. Als Beispiel nannte Reiff die hochwachsende Silphies-Pflanze, die dem Hochwasserschutz diene und als Spätblütler von Imkern geschätzt werde. Ebenso sei die Anlegung von Obstwiesen und Obststreifen entlang von Feldwegen ins Auge gefasst worden. Eine Feuchtwiese unterhalb der Quelle an der Klus soll dauerhaft erhalten werden.

In Zusammenarbeit mit der biologischen Station Nettersheim sollen innerhalb der Ortslage von Scheven fünf Flächen mit einer Gesamtgröße von rund 5200 Quadratmetern naturnah gestaltet werden. Reiff: „Eine Planung wird derzeit durch die biologische Station erstellt und demnächst der Gemeinde vorgestellt.“

Derzeit sei die Grünkolonne mit der Umsetzung des Projektes „Vogelhäuser“ beschäftigt. Dazu habe man 32 verschiedene Vogelhäuser aus stabilem Holzbeton gekauft, die noch vor dem Jahreswechsel im Ort aufgehängt werden. Außerdem habe die Kolonne fünf Insektenhotels und für Fledermaushäuser als Nisthilfen angeschafft. Die Aktion werde vom Kreis mit einem Zuschuss von 1000 Euro unterstützt.

Mit diesem Geld habe der Kauf der 42 Nisthilfen nicht finanziert werden können, sodass der Rest durch die Grünkolonne getragen worden sei. Im nächsten Jahr solle noch mal die gleiche Anzahl von Nisthilfen angeschafft werden. Für die Igel wolle man dann „Igel-Häuser“ anschaffen und auch für die Schwalben Nestbauhilfen installieren.

Bis auf wenige Ausnahmen würden die Vogel-Nisthäuser an Privathäusern befestigt, deren Eigentümer sich auch um die Beobachtung der Tiere und die Reinigung der Vogelhäuser kümmerten, so Reiff. Wie Biologin Friederike Zahn berichtete, sei eine Reinigung im Herbst und im frühen Frühjahr ratsam.

Bevor die Grünkolonne die verschiedenen Arten der Nisthäuser bei einer Fachfirma erworben hat, hat Kolonnen-Mitglied Raimund Vossen über eine längere Zeit die Schevener Vogelwelt erkundet und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass es im Ort 18 Arten der kleinen gefiederten Gesellen gibt.

Vogelkenner Raimund Vossen registrierte Blaumeise, Kohlmeise, Tannenmeise, Heckenbraunelle, Dompfaff, Kreuzschnebel, Kernbeißer, Distelfink, Rotkehlchen, Grünspecht, Buntspecht, Eichelhäher, Star, Buchfink, Elster, Gartenrotschwanz, Hausrotschwanz, Grünfink und Spatz. Allerdings, so Vossen: „Eulen habe ich schon lange keine mehr gesehen.“

pp/Agentur ProfiPress


Kürzlich kamen die Mitglieder der Frauengemeinschaft Scheven-Wallenthal zur 40-Jahre-Feier zusammen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Das Helfen steht im Vordergrund

Seit 40 Jahren existiert die Frauengemeinschaft Scheven-Wallenthal – Aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken – Jüngere Mitgliederinnen sind willkommen

Kall-Scheven – Es waren andere Zeiten. Vor 40 Jahren galt in vielen Ehen noch der Grundsatz: Der Mann nimmt am geselligen und gesellschaftlichen Leben teil, die Frau kümmert sich derweil um Haus und Kinder. Diese Zeiten sind gottlob vorbei – doch damals war es für einige Frauen schwierig, außer bei Festen „unter Leute“ zu kommen.

Auch in Scheven bestand das Problem. „Hier lebten viele Hausfrauen und Witwen“, erinnert sich Elsbeth Hahn. Doch auf Initiative des neuen Pastors Robert Bruchhausen und Helene Schumacher, Frau des damaligen Ortsbürgermeisters, sollte sich das ändern. Schon beim ersten Treffen schlossen sich 49 Damen am 8. November 1978 zur Frauengemeinschaft Scheven-Wallenthal zusammen. Zur Vorsitzenden wurde Katharina Mies gewählt. „Wir wollten etwas für die Frauen tun“, erinnert sich Elsbeth Hahn, die Gründungsmitglied der Frauengemeinschaft ist und viele Jahre den Vorsitz innehatte.

Und die Frauen taten etwas – aber nicht für sich, sondern ganz selbstlos für die Allgemeinheit und die, die Hilfe nötig hatten. Regelmäßig wurden Basare veranstaltet, bei denen Geld gesammelt wurde – beispielsweise für die Leprahilfe oder die Russlandhilfe. 70.000 Mark haben die Damen so gesammelt und gespendet.

Für die älteren Menschen im Dorf sollten Seniorentreffs und Altentage veranstaltet werden. Doch die Frauengemeinschaft hatte ein Problem: es gab keinerlei Porzellan, geschweige denn Interieur für die alte Schule. Dank der Unterstützung des Kirchenvorstandes und der Mitglieder, aber auch durch den glücklichen Umstand einer Restaurantauflösung, wurde beides angeschafft. Den Seniorennachmittagen, die heute alle zwei Wochen immer mittwochs stattfinden, stand nichts mehr im Wege.

Die Frauengemeinschaft richtet auch die Beerdigungscafés für Trauergemeinschaften aus und nimmt so eine Last von den Schultern der Angehörigen der verstorbenen Person. Bis zu sieben Stunden kann diese ehrenamtliche Hilfe dauern. Die Frauen teilen sich deshalb auf. Länger als ein bis zwei Stunden sollte niemand helfen, ein Einsatz kann aber auch schon mal drei oder vier Stunden dauern – ganz nach der Anzahl der eingesetzten Frauen. „Viele Hände schaffen ein schnelles Ende“, kommentiert das Maria Mattes, die in der Frauengemeinschaft für den Schriftverkehr zuständig ist. Damals trugen die Frauen sogar schwarz-weiße Servierschürzen.

Und weil Leben und Tod so nah beieinanderstehen, besuchen die Damen auch diejenigen, die gerade Nachwuchs bekommen haben. In der Fastenzeit sind die Frauen außerdem für die Ausrichtung des Morgengebetes mit anschließendem Frühstück zuständig, früher gab es das auch in der Adventszeit. Und natürlich sind sie auch bei den Dorffesten nicht mehr wegzudenken. „Die Frauengemeinschaft ist ein Segen fürs Dorf“, findet Ortsvorsteher Hans Reiff und spricht damit auch für die anderen Dorfvereine, für die die Frauengemeinschaft immer da ist, wenn Hilfe benötigt wird.

„Ein Segen fürs Dorf“

Kürzlich feierte die Frauengemeinschaft mit einer auf sie abgestimmten heiligen Messe ihr 40-jähriges Bestehen. Anschließend zog die Schar ins Restaurant „Zagreb“ in Roggendorf weiter, wo besonders eine Mappe mit alten Fotos im Interesse der Aufmerksamkeit stand. Als Dankeschön erhielt jedes Mitglied am Ende der Feier eine weiße Rose. Mitglieder, die nicht teilnehmen konnten, wurde diese Rose nach Hause gebracht.

Über Mitgliedermangel kann sich die Frauengemeinschaft 40 Jahre nach ihrer Gründung nicht beklagen. 63 Frauen wirken in diesem Zusammenschluss, der kein Verein ist, mit. Die ehemalige Vorsitzende Katharina Mies ist mit ihren 96 Jahren die älteste, die jüngste Frau ist 39 Jahre alt. „Es wäre schön, wenn noch ein paar junge Frauen dazukommen, ganz einfach, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen“, sagte Maria Mattes.

Mitglied werden kann nämlich jede Frau. Einzige Bedingung ist die Lust, anderen Menschen zu helfen. Denn an die Hilfsaktionen erinnert sich Elsbeth Hahn am liebsten: wie 200 Pakete für die Russlandhilfe gepackt wurden. Lebensmittel und Kleidung wurden dann ins 3500 Kilometer entfernte Archangelsk in Nordrussland gebracht.

Einmal im Jahr begibt sich die Frauengemeinschaft auf Tour. Dann stehen ein Stadtbesuch, eine Weinprobe, eine Wanderung oder ähnliches auf dem Programm. Diese gemeinsame Fahrt soll das gemeinschaftliche Leben stärken und als Dankeschön dienen.

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft in der Frauengemeinschaft hat oder sich generell für sie interessiert, sollte am Dienstag, 8. Januar, 19 Uhr, zur Jahreshauptversammlung ins Pfarrheim kommen.

pp/Agentur Profipress


Das Harfenquartett „arpalando“ eröffnet das Eifeler Musikfest mit einem Kammerkonzert unter dem Motto „Mit vier Harfen um die Welt“. Foto: Nadine Targiel

74. Eifeler Musikfest im Kloster Steinfeld

Joseph Haydns „Die Jahreszeiten“, ein Kammerkonzert „Mit vier Harfen um die Welt“ und Franz Schuberts Messe in Es-Dur: Das 74. Eifeler Musikfest im Kloster Steinfeld am 15. und 16. Juni 2019 unter der Intendanz von Hans-Peter Göttgens verspricht wieder beste musikalische Unterhaltung in einem ganz besonderen Ambiente. Der Vorverkauf ist eröffnet.

 

Zum Auftakt am Samstag, 15. Juni, 19 Uhr, dürfen sich die Musikfreunde wieder auf ein Kammerkonzert in der ehemaligen Klosterbibliothek freuen. Zu Gast ist das Harfenquartett „arparlando“, das die Gäste auf eine Reise „Mit vier Harfen um die Welt“ mitnimmt. Das Markenzeichen der vier Harfenistinnen: Bekannte und unbekannte Melodien in ein neues, „harfenistisches“ Gewand kleiden, das der Musik eine klangvolle, bisher noch nicht gehörte Note verleiht. Tárregas Alhambra und Clair de Lune werden zum Träumen einladen, bis auf der kleinen Weltreise über Irland, Europa, Amerika und Asien ein feuriger Tango in Begleitung einer Dame namens „Carmen“ erklingt.

 

Weiter geht es am Sonntag, 16. Juni, 10 Uhr, mit dem Hochamt in der Basilika. Unter der Leitung von Mathias Staut werden Solisten, Chor und Orchester an der Basilika Steinfeld die Schubert-Messe in Es-Dur Nr. 6 aufführen. Die Es-Dur-Messe entstand im Juni und Juli des letzten Lebensjahres Schuberts 1828. Wie viele andere seiner großen Spätwerke hat Schubert sie nie gehört. Schubert soll über das Werk gesagt haben, er habe »das Höchste in der Kunst« angestrebt. Erst durch Johannes Brahms, der sich 1862 für eine Edition einsetzte, wurde der hohe musikalische Rang der Komposition offenbar, von der Schuberts Freunde sagten, sie sei sein Requiem.

 

Bereits um 15 Uhr beginnt am Sonntagnachmittag, 16. Juni, dann das Festkonzert in der Basilika. Der Junge Kammerchor Düsseldorf, das Kourion Orchester Münster und drei Vokalsolisten bringen „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn zur Aufführung.

Mit vielen Werken aus dem Bereich der großen Oratorien der Klassik und der Romantik konnte das „Eifeler Musikfest“ im Laufe seines langen Bestehens sein Publikum schon erfreuen. Wohl mit Rücksicht auf den sakralen Aufführungsort hat man bisher davon abgesehen, Haydns letztes Werk, die Jahreszeiten, wegen des profanen Inhalts in den Kanon der „best of“ mit aufzunehmen.

Im Zusammenhang mit der Bedrohung von Natur und auch Kultur ist es heute geradezu eine dringliche Pflicht, dieses Oratorium der Zuhörerschaft zugänglich zu machen. In groß angelegten Genrebildern erleben wir hier Menschen, die noch im Einklang mit der Natur leben und nicht permanent materieller Bevormundung ausgesetzt sind. In Dankbarkeit genießen sie ihr Leben in vollen Zügen und sind daher auch fähig, ihren Schöpfer in einer großen Lobeshymne zu preisen.

 

 

 

INFO-KASTEN

Wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Kloster Steinfeld die Idee des „Eifeler Musikfestes“ geboren. Der damalige Aachener Domkapellmeister Prof. Rehmann wollte einmal im Sommer jeden Jahres festliche Musik in die vom Krieg schwer heimgesuchte Eifellandschaft bringen und gleichzeitig den hungernden Musikern aus Aachen ein paar Tage guter und kalorienreicher Klosterverpflegung als Entlohnung zukommen lassen. Am 4. August 1946 fand das erste „Eifeler Musikfest“ im Kloster Steinfeld statt – eine Tradition, die bis heute ungebrochen fortbesteht. Steinfeld und die geistliche Musik gehören in der Eifel einfach zusammen. Veranstalter des Konzerts sind der Kreis Euskirchen und der Kreis der Freunde und Förderer des Klosters Steinfeld e.V.

 

VORVERKAUF Tickets für das Kammerkonzert (15 Euro) und das Festkonzert (20 Euro) gibt es online unter www.ticket-regional.de/musikfest

sowie an allen Ticket Regional-Vorverkaufsstellen

www.ticket-regional.de/vvk

oder unter der telefonischen Hotline (0651) 9790777 (Montag bis Samstag von 9.00 bis 20.00 Uhr).

Eine Vorverkaufsstelle befindet sich auch im Kloster Steinfeld (Klosterladen).

 


Die „Eifel-Gäng“ mit dem Diakon und „Verzäller“ Manni Lang (v.r.), dem abgedrehten Krimihumoristen Ralf Kramp und dem Musiker und Bänkelsänger Günter Hochgürtel macht am Freitag, 1. Februar, um 20 Uhr Station in Kall. Es ist ein Überfall auf das Haus der Begegnung geplant. Foto: Paul Düster/ pp/Agentur ProfiPress

Eifel-Gäng im Haus der Begegnung

Handfestes Mundart- und Regionalkabarett mit Günter Hochgürtel, Ralf Kramp und Manni Lang am Freitag, 1. Februar, 20 Uhr, im neueröffneten Haus der Begegnung in Kall

Kall – Einer singt, einer bringt die Leute zum Brüllen vor Lachen mit seinen abgedrehten Kriminalgeschichten und einer schwätzt Platt zum Steinerweichen, sodass kein Auge trocken bleibt. Die Rede ist vom Spitzbuben-Spitzenkabarett „Eifel-Gäng“, das am Freitag, 1. Februar, im Rahmen der Neueröffnung von Haus der Begegnung und Bibliothek in Kall unsicher macht.

Punkt 19 Uhr ist ein Raubüberfall auf das nur wenige Stunden zuvor offiziell eröffnete Haus der Begegnung in der Bahnhofstraße 9 geplant. Wer Vorsorge gegen die Eifel-Gängster treffen und sich mit verschanzen möchte, bekommt bereits ab 19 Uhr Einlass. Das Spektakel beginnt um 20 Uhr.

Die Anschläge auf Zwerchfell und Tränendrüsen des Publikums, die der Musiker und Moritatensänger Günter Hochgürtel, Krimiautor, Karikaturist und Verleger Ralf Kramp sowie der Humorist, Mundartakrobat und Diakon Manni Lang angekündigt haben, sind mit dem Eintreiben finanzieller Gegenleistungen verbunden.

Deshalb erheben die Veranstalter einen Obolus von 14 Euro im Vorverkauf bzw. 16 Euro an der Abendkasse. Tickets gibt es an folgenden VVK-Stellen: Bürgerservice Gemeinde Kall, Tel. 02441-888-75, Buchhandlung Pavlik in Kall, Tel. 02441-778604 und der Gemeindebücherei, Tel. 02441-778604. Unter dem Motto „Einer singt, einer liest vor und einer erzählt“ bedienen sich die Unterhaltungsartisten zwar unterschiedlicher Darstellungsformen, aber ihr gemeinsames Thema ist die Eifel. Die Gäng-Mitglieder Günter Hochgürtel, seines Zeichens Journalist und Musiker, Ralf Kramp, Verleger und Autor, sowie Manfred „Manni“ Lang, als Diakon und Redakteur tätig, sind steckbrieflich bekannt wie die bunten Hunde.

pp/Agentur Profipress


Das nächste Begegnungscafé findet am Freitag, 21. Dezember, von 9.30 bis 11.30 Uhr statt. Archivfoto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Das Begegnungscafé zieht um

Letztes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall für Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 21. Dezember, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus – ab Februar 2019 im Haus der Begegnung

Kall – Das letzte Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall ist es nicht – allerdings das vermutlich letzte im Pfarrheim St. Nikolaus (Auf dem Büchel 2). Es findet am Freitag, 21. Dezember, von 9.30 bis 11.30 Uhr statt. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Mit dem Begegnungscafé geht es 2019 an anderer Stelle und zu einer anderen Uhrzeit weiter. Im Januar pausiert die Veranstaltungsreihe wegen der großen Eröffnung des Hauses der Begegnung am Freitag, 1. Februar. Ab Donnerstag, 21. Februar, geht es dann im Haus der Begegnung weiter. Ab diesem Zeitpunkt findet das Café dann nicht mehr morgens, sondern an jedem dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr statt.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und sich die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe vernetzen können.

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall gibt es unter www.fluechlingshilfe-kall.de.

pp/Agentur ProfiPress


Die Eheleute Helmut und Marianne Weiler feierten kürzlich ihre Diamant-Hochzeit. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Altbürgermeister feierte „Diamantene“

Helmut und Marianne Weiler sind seit nunmehr 60 Jahren glücklich verheiratet – Der Funke sprang 1955 beim Maiball im Sauerlland über – Nach dem Tod von Werner Schumacher 1990 des Nachfolger geworden- 18 Jahre im Amt des Ortsvorstehers

 

Kall - Sein Leben war geprägt vom Strom, von der Jagd und der Politik und auch mit seinen 83 Jahren hat der ehemalige Kaller Bürgermeister Helmut Weiler den Schalk noch im Nacken. Deshalb sah er dem großen Fest auch gelassen entgegen. Mit seiner Ehefrau Marianne (81) feierte der rüstige Rentner kürzlich das Fest der diamantenen Hochzeit.

Beide sind für ihr Alter noch recht rüstig und wie schon vor zehn Jahren bei seiner Goldhochzeit interpretiert Weiler sein 60-jähriges glückliches Eheleben mit seiner Marianne auf seine ganz persönliche und nicht ganz uneigennützige Art und Weise: „Ich bin dem Herrgott dankbar, dass er meiner Frau einen so guten Ehemann beschert hat“.

Uneingeschränkt könnte Marianne Weiler den Spruch auch umdrehen, denn mit ihr hat der Jubilar vor 60 Jahren eine gute Wahl getroffen. Obwohl beide in Kall bekannt wie bunte Hunde sind, wissen die wenigsten, dass Marianne auf den Namen Maria Anna und Helmut auf den Namen Helmut Heribert getauft wurde. Und auch nur wenigen Kallern ist bekannt, dass der heute 83-Jährige im Sauerland, wo er seine damalige Braut Maria Anne Bödikker auf dem Maiball beim Tanzen kennen lernte, im Tambourkorps und im Schützenverein aktiv war.

„Das ist alles schon sehr lange her“ blickt das Jubelpaar zurück: Als Elektromeister der in Frankfurt ansässigen Starkstrom-Anlagen-Gemeinschaft (SAG) war Helmut Weiler 1955 im sauerländischen Winterberg auf Montage, als er seine Marianne beim besagten Maiball in Saalhausen erstmals zum Tanzen aufforderte. Als geselliger Zeitgenosse hatte er im Dorf schnell Anschluss gefunden, schon bald war er Mitglied Spielmannszug und im Schützenverein. Im Herbst 2965 wurde Verlobung gefeiert und ein Jahr später im November geheiratet.

Nur ein halbes Jahr später wurde Helmut Weiler von der SAG nach Hückeswagen versetzt, wo er bis 1964 bleib und das junge Paar in dieser Zeit nur eine Wochenend-Ehe führte. Während ihr Ehemann in Hückeswagen tätig war, arbeitete Marianne Weiler in der bekannten Strumpffabrik Falke in Schmallenberg. 1965 wurde Helmut Weiler nach Kall versetzt, wo er zehn Jahre lang das Büro der SAG leitete. Von Kall aus war er zuständig für den Netzbau in der gesamten Eifel, den die SAG im Auftrag der KEV erledigte.

Ehefrau Marianne folgte mit drei Kindern ihrem Mann nach Kall. 1969 bezog die Familie am Knipperweg ihr Eigenheim, in dem sei heute ihren verdienten Ruhestand genießen. Inzwischen hatte Helmut Weiler seinen späteren Freund Werner Schumacher kennengelernt, der ihn für die Jagd und die Politik begeisterte, an der bis dahin keinerlei Interesse hatte.

1974 trat er der CDU bei, 1983 begann seine politische Karriere mit einem Sitz als sachkundiger Bürger im Struktur- und Planungsausschuss der Gemeinde Kall. 1987 rückte er für den verstorbenen Ortsvorsteher und CDU-Fraktionssprecher Hermann Josef Logen in den Gemeinderat ein und übernahm auch das Amt des Ortsvorstehers, das er bis zum Jahr 2005 ausübte. Nach dem Tod von Bürgermeister Serner Schumacher im Herbst 1990 wurde Helmut Weiler zum letzten ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Kall gewählt.

Mit dem Ende der Doppelspitze und der Wahl von Hans Kaiser zum hauptamtlichen Bürgermeister endete 1999 Weilers Amtszeit. Bis 2005 blieb er Kaisers Stellvertreter und Kaller Ortsvorsteher. Danach legte er alle politischen Ämter nieder. Von der Feuerwehr Kall wurde Helmut Weiler zum Ehrenbrandmeister ernannt.

„Ich bin etwas ruhiger geworden“ sagt der betagte Jubilar heute, der dennoch voller Tatendrang ist. Er ist noch immer im Amt des Bürgervereins-Vorsitzenden, das er schon seit mehr als 30 Jahre innehat. Und auch die Jagd ist noch eine Passion, wobei das Naturerlebnis ohne Waffe im Vordergrund steht. „Mehr hegen statt schießen“ lautet heute seine Devise.

Jeden Freitag sieht man Helmut Weiler auf dem Tennisplatz. Er spielt regelmäßig mit soeben Rentnern, die alle jenseits der 70 sind. Mit seinen 83 Jahren ist Weiler der älteste in der Runde. Langeweile hat auch Ehefrau Marianne nicht: „Ehefrau, Hausfrau, Oma und Uroma“, seien ihre liebsten Beschäftigungen.

pp/Agentur ProfiPress


Das Landespolizeiorchester NRW gibt am 13. Januar im Gemünder Kurhaus zum neunten Mal ein Benefizkonzert für die Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Musizierender Freund und Helfer

Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters NRW zugunsten der Hilfsgruppe Eifel am Sonntag, 13. Januar, 17 Uhr, im Kurhaus Gemünd – Vorverkauf startet am Montag, 10. Dezember

Schleiden-Gemünd/Kall – Die Polizei, dein Freund und Helfer. Dass diese Floskel stimmt, beweist das Landespolizeiorchester Nordrhein-Westfalen Jahr für Jahr in Gemünd. Bereits zum neunten Mal lädt die Hilfsgruppe Eifel zum Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters im Gemünder Kursaal ein, diesmal für Sonntag, 13. Januar, 17 Uhr.

Die Besucher erwartet ein Konzert der Spitzenklasse. Die mehr als 40 Polizeimusiker, die in blauen Uniformen musizieren, haben mit den vergangenen acht Auftritten in Gemünd bereits mehr als 30.000 Euro für die Hilfsgruppe Eifel eingespielt. Einlass zu dem Konzert, das erneut unter der Schirmherrschaft von Landrat Günter Rosenke, dem Dienstherrn der Kreispolizeibehörde, steht, ist um 16 Uhr.

Der Vorverkauf für zwölf Euro pro Ticket (Abendkasse: 15 Euro) startet am Montag, 10. Dezember. Karten gibt es in der Buchhandlung Wachtel und im Park-Restaurant (beide Gemünd), in der Buchhandlung Schwinning in Mechernich, im Rewe-Center in Kall, in der Postagentur in Schleiden sowie bei Foto Hanf in Hellenthal. Außerdem können Eintrittskarten im Internet unter karten.hilfsgruppe-eifel.de erworben werden.

pp/Agentur ProfiPress


Alles läuft nach Plan: Alice Gempfer (r., Konzept) und Lothar Schatten (l., Bau) betreuen die Entwicklung des Hauses der Begegnung. Sabine Züll ist mit dem Umzug der Bibliothek vom jetzigen Standort beschäftigt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur Profipress

Ein richtungsweisendes Projekt

Haus der Begegnung wird wohl planmäßig fertig – Bauarbeiten sollen Ende November enden – Umfangreiches Gesamtkonzept der Politik vorgestellt – Bislang rund 25 Partner für die Nutzung gefunden

Kall – Es läuft alles rund beim Haus der Begegnung in Kall. Sowohl baulich als auch konzeptionell ist das Projekt im grünen Bereich. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann Ende Januar Einweihung gefeiert werden.

Den aktuellen Stand präsentierten im Sozialausschuss die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall, Alice Gempfer, die für das Konzept im Haus der Begegnung zuständig ist, und Lothar Schatten vom Bau-Team der Gemeinde, der das Projekt von baulicher Seite aus betreut.

Die Politik war voll des Lobes und bezeichnete das erstmals in vollem Umfang vorgestellte Konzept als „richtungsweisend für den Kreis Euskirchen“. Darauf aufbauend soll jetzt ein Integrationskonzept für die Gemeinde Kall erarbeitet werden.

Besonders baulich war die Errichtung des Hauses der Begegnung im erforderlichen Förderzeitrahmen ambitioniert. Ende des Jahres soll das Gebäude bezugsfertig sein. Laut Lothar Schatten wird das klappen. Voraussichtlich im Dezember werden das Haus, der Verbindungsgang zum Rathaus sowie die Pflasterarbeiten für die „Hof der Begegnung“ genannte Außenanlage fertig. „Derzeit sind wir mit dem Innenausbau beschäftigt, es werden Abhangdecken montiert und Fliesen verlegt“, berichtet Schatten.

„Das Haus der Begegnung wird ein Haus für alle und ein Raum, in dem sich alle Menschen begegnen, entweder zufällig, weil sie sich über den Weg laufen, oder geplant, weil sie Angebote wahrnehmen“, erklärt Alice Gempfer die Prämisse des Konzepts. Es werde auch ein Haus für alle Neubürger in Kall, die dort durch Begegnungen mit anderen Kontakte knüpfen. Unterstützt wird die Gemeinde Kall dabei von rund 25 Partnern.

GenoEifel mit festem Büro

Fester Partner mit einem ständigen Büro im Haus der Begegnung wird die GenoEifel – die Generationengenossenschaft, die momentan noch im Kaller Rathaus untergebracht ist. Das benachbarte Beratungsbüro teilen sich gleich mehrere Partner und Institutionen – vom Deutschen Roten Kreuz mit ihrer Flüchtlingsberatung über die Karriereberatung der Bundeswehr und die Rentensprechtage bis hin zum Verein zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe „Wirkstatt“ und dem Jugendmigrationsdienst.

Letzterer ist seit 30 Jahren Ansprechpartner für alle jungen Menschen mit Migrationshintergrund und betreibt bislang nur eine Anlaufstelle in Euskirchen. Das Beispiel zeigt, dass das Haus der Begegnung nicht nur eine Bereicherung für Kall ist. Die Partner richten ihr Augenmerk auf die Bevölkerung im gesamten Südkreis. Dabei müssen sie im Haus keine Miete zahlen, sondern beteiligen sich mit einem Beitrag an den laufenden Kosten des Hauses, also etwa Strom, Wasser und Reinigung.

Zentraler Punkt im Erdgeschoss, wo die beiden Büros untergebracht sind, ist der mit einer mobilen Wand abtrennbare Begegnungsraum. Dort werden unter anderem Integrationskurse und das monatlich stattfindende Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall angeboten. Der Raum steht aber natürlich auch weiteren Bildungsangeboten zur Verfügung. In Absprache mit dem Kobiz, dem Kommunalen Bildungszentrum im Kreis Euskirchen, sollen dort auch Veranstaltungen und Events, unter anderem zum Projekt „Ehrenamt stärken“, stattfinden. Interessenten für die Nutzung des Raumes auch am Wochenende können sich bei Alice Gempfer unter Rufnummer 02441/888-76 oder per Mail geschützte E-Mail-Adresse als Grafik melden.

Das gesamte Obergeschoss des Hauses der Begegnung steht der Gemeindebücherei zur Verfügung, die zur Bibliothek erster Stufe aufgewertet wird. Auch sie wird nach der Fertigstellung umziehen. Die Partner werden aller Voraussicht nach im Januar ihre Räumlichkeiten im Haus der Begegnung beziehen. Bis dahin sollen auch ein Leitbild und die Nutzungsordnung erstellt werden.

pp/Agentur ProfiPress


Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser (2.v.l.) ging bei der Jobbörse im Berufskolleg Eifel höchstpersönlich auf Azubi-Suche. Am Stand mit dabei Personalchef Robert Wilkens und die Mitarbeiterinnen Mandy Bär und Bianca Scory. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Firmen auf Suche nach Azubis

Hunderte Jugendliche informierten sich im Berufskolleg Eifel über Ausbildungsangebote – Bürgermeister Hermann-Josef Esser am Info-Stand der Gemeinde Kall – Zwölf Jugendliche zeigten beim Speed-Dating Interesse an einem Job im Möbelhaus Brucker – Viel Betrieb am Stand der VR-Bank Nordeifel

Kall – Das Berufskolleg Eifel in Kall drohte aus den Nähten zu platzen, als sich 30 Firmen Behörden und Organisationen sowie Kammern und Verbände aus der Region beim vierten Aktionstag „Berufliche Bildung“ präsentierten, um Auszubildende für ihre Unternehmen zu gewinnen. Von 9 bis 13 Uhr herrschte in der Schule Hochbetrieb, denn es waren einige Hundert Schüler, darunter viele Schulabgänger, die an diesem Tag auf die Suche nach Ausbildungsangeboten gingen. Einige Betriebe boten den Schülern neben umfangreichen Informationen ein Speed-Dating an, an anderen Info-Ständen konnten die zukünftigen Schulabgänger aktiv ihre Fähigkeiten zum Erlernen ihres Traumberufes testen.

Besonders in der Aula des Berufskollegs, wo auch die Firma Papstar, die VR-Bank Nordeifel, die Kreissparkasse Euskirchen und das Möbelhaus Brucker um Azubis warben, herrschte dichtes Gedränge. Auch der Kreis Euskirchen und die Gemeinde Kall nutzten die Gelegenheit, dort den Schülern ihre Ausbildungsangebote zu offerieren.

Die Gemeinde Kall präsentierte sich erstmals bei der Jobbörse, um Schulabgängern die Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten vorzustellen. Bürgermeister Hermann-Josef Esser, Robert Wilkens vom Team Personal sowie Mitarbeiterin Bianca Scory und Auszubildende Mandy Bär informierten die Schüler über die vielseitige und qualifizierte dreijährige Ausbildung bei der Gemeinde Kall in allen Verwaltungsbereichen. „Für 2019 werden noch Bewerbungen angenommen, aber auch für das Jahr 2020 kann man sich schon bewerben“, so Wilkens.

Einstellungsvoraussetzungen seien unter anderem die Fachoberschulreife oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss, gute Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie Interesse an neuen Informations- und Kommunikationstechniken. Neben der monatlichen Ausbildungsvergütung jenseits der 1000 Euro biete die Gemeinde Kall eine wöchentliche Arbeitszeit von 39 Stunden, 30 Tage Jahresurlaub, attraktive Sozialleistungen und eine zusätzliche Altersvorsorge.

Die VR-Bank Nordeifel war mit einem Stand vertreten, an dem der frühere Azubi-Verantwortliche Thomas Mahlberg sowie die drei Auszubildenden Janina Lieske, Tom Albrecht und Andreas Brakor über die Ausbildung beim Kreditinstitut informierten. Interessenten konnten bei einem kleinen Einstellungstest einen USB-Stick gewinnen. „Wir machen hier natürlich gerne mit, denn einen großen Teil ihrer Ausbildung bei der VR-Bank Nordeifel verbringen die Schüler im Berufskolleg Eifel“, sagte Mahlberg.

„Mathematik ist nicht das Wichtigste“

Einige Schüler nahmen außerdem an einem „Speed-Dating“ mit Thomas Mahlberg teil. Besonders die Fragen welchen Schulabschluss man für die Bank-Lehre, ob eine Kombination Ausbildung/Studium möglich ist und was man verdient waren von gesteigertem Interesse – und über welche Fähigkeiten man bei der Arbeit in einer Bank verfügen muss. „Viele denken, Mathematik sei das Wichtigste. Dabei ist die Freude im Umgang mit Menschen und die Fähigkeit, sich in Situationen und andere Menschen hineinzuversetzen viel entscheidender“, erklärt Mahlberg.

Auch das Möbelhaus Brucker ging im Berufskolleg mit Ausbildungsleiter Lars Homberg sowie den Mitarbeitern Lisa Bresgen, Vanessa Diefenbach und Leslie Seitz auf Azubi-Suche. In vier Stunden nahmen zwölf zukünftige Auszubildende das Angebot eines Speed-Datings mit den Brucker-Vertretern an. Wie Ausbildungsleiter Lars Homberg zurückblickte, seien darunter einige interessante Kandidaten gewesen, die sich gut vorbereitet hätten. Von drei Jugendlichen seien direkt vor Ort Bewerbungen für eine Lehrstelle abgegeben worden. Homberg: „Wenn sich davon einer für eine Ausbildung bei uns entscheidet, hat sich die Teilnahme am Aktionstag gelohnt“. Einige Schüler interessierten sich auch für ein Praktikum im Möbelhaus.

Neben dem Speed-Dating hatte Möbel Brucker in der Aula des Kollegs einen großen Info-Stand mit einem Glücksrad aufgebaut. Brucker sucht Azubis für die Berufsbilder Kauffrau/-mann für Büromanagement, Kauffrau/-mann im Einzelhandel, Fachkraft für Möbel, Küchen und Umzugsservice, Fachlagerist/in und Fachkraft für Lagerlogistik. Auch Vize-Landrat Markus Ramers, selbst Lehrer von Beruf, besuchte den Brucker-Infostand, drehte am Glücksrad und gewann einen Schreibblock samt Kugelschreiber. Angesichts des großen Informationsangebotes der Unternehmen und Organisationen kam Ramers zu dem Schluss: „Eigentlich dürfte keiner von hier nach Hause gehen, ohne etwas gefunden zu haben“.

pp/Agentur ProfiPress


Die Wirtschaftsfachschüler für Tourismus (in weißen Oberteilen von links) Simon Krebs, Joshua Küppers, Adriana Hauck, Nicole Nießen und Eliana Galinski stellten im Kaller Rathaus ein Tourismuskonzept für Kall vor. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Schüler erstellten Tourismuskonzept

Die Wirtschaftsfachschule für Tourismus präsentierte im Kaller Rathaus erarbeitete Großprojekte – Radwanderroute führt zu den touristischen Highlights von Kall

Kall – „Kall aktiv erleben“ – mit diesem Slogan wollen fünf Oberstufenschüler der Wirtschaftsfachschule für Tourismus am Berufskolleg Eifel in Kall für einen Radwanderweg werben und Kall touristisch nach vorne bringen. Elena Galinski, Adriana Hauck, Simon Krebs, Joshua Küppers und Nicole Nießen hatten für ein Großprojekt ihrer Schule die touristischen Gegebenheiten der Gemeinde Kall analysiert und basierend darauf ein touristisches Konzept erstellt, das sie im Rahmen eines Präsentationstages im Kaller Rathaus vorstellten.

„Viele bringen Kall nicht in Verbindung mit Tourismus“, gibt Bürgermeister Hermann-Josef Esser als Auftraggeber des Projekts zu und war deshalb sehr gespannt auf das Ergebnis. Dabei hat die Gemeinde ein paar touristische Highlights zu bieten, allen voran das Kloster Steinfeld, aber auch den Römerkanal-Wanderweg, den Bunker, das Haus Dalbenden und die Mühle (alle in Urft), wie die fünf Schüler aufzählten.

1412 Touristen besuchten im Jahr 2017 die Gemeinde, Übernachtungen in den elf Beherbergungsbetrieben gab es 3260. Diese statistischen Werte untermauerten die Schüler mit Befragungen. Die meisten Touristen stammen aus Köln, gefolgt von den Niederlanden und Bonn. 35 Prozent der Besucher kommen wegen der schönen Natur, 25 Prozent wegen der Erholungsmöglichkeiten, 24 Prozent wegen sportlicher Betätigung. Aufmerksam geworden sind die Touristen auf Kall hauptsächlich durch Broschüren, durch Bekannte oder Verwandte sowie durch das Internet.

Es folgte eine SWOT-Analyse – dabei werden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken aufgezählt. Als Stärken von Kall sehen die Schüler das große Industriegebiet, die gute Infrastruktur, weitläufige Wanderrouten, den Autobahnanschluss, das Kloster und die Vielzahl der Bildungsstätten. Schwächen sind hingegen die geringe Anzahl an Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben, der Ortskern, der sich aktuell in der Entwicklung befindet, die eher unauffällige Vermarktung der Gemeinde und der daraus resultierende geringe Bekanntheitsgrad.

Chancen für Kall

Doch die jungen Leute sehen auch Chancen für die Gemeinde: Die Übernachtungskapazität und das Gastronomieangebot sollten ausgebaut werden (letztgenannte sollen als Kooperationspartner gewonnen werden), ein Fokus auf nachhaltigen Tourismus würde Kall gut zu Gesicht stehen und könne auch gut vermarktet werden. Das Risiko besteht aber, dass durch eine Steigerung der touristischen Möglichkeiten auch mit einer Steigerung des Preisniveaus in Kall einhergeht.

Anhand der Analyse sowie der Betrachtung der Zielgruppe und des Angebots benachbarter Kommunen kommen die Schüler zu dem Schluss, dass eine Radwanderroute für Tagestouristen am geeignetsten ist, um Kall aus dem touristischen Dornröschenschlaf zu wecken. Startpunkt ist der Kaller Bahnhof, wo laut der Schüler auch ausreichend Parkmöglichkeiten für diejenigen vorhanden sind, die nicht mit dem Zug anreisen. Am Bahnhof befindet sich auch die Nordeifel-Tourismus GmbH und es besteht die Möglichkeit, sich Fahrräder zu leihen.

Erste Station ist Golbach mit seinem direkten Anschluss an den Eifelsteig und dem Gastronomiebetrieb „Golbacher Oase“. In der Sistig/Krekeler Heide als nächster Punkt können nicht nur Botanikliebhaber die schöne Landschaft genießen. Von dort geht es nach Steinfeld mit Kloster, Labyrinth und Gästehaus. Nächstes Ziel ist Urft mit historischem Bahnhof, Urfter Mühler, Haus Dalbenden (beides in Privatbesitz), dem Römerkanalwanderweg und dem Ausweichsitz der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Von Urft aus können die Radfahrer auf dem Weg nach Keldenich einen Abstecher im Margaretenhof machen, wo sie einkehren können oder Bauerngolf spielen. In Keldenich sind der Radwanderweg und der Hubertushof Ferfer Anlaufstellen. Anschließend geht es wieder ins Ziel.

Vermarktet werden soll der Radwanderweg in Zusammenarbeit mit der Nordeifel Tourismus GmbH, etwa im Fahrradtouren-Flyer, aber auch auf einer eigenen Homepage, den sozialen Netzwerken und den Kooperationspartnern. Die Schüler haben sogar ein Logo entworfen, das an das Logo des Nationalparks Eifel angelehnt ist und das das Kloster Steinfeld inmitten von hügeliger Landschaft zeigt.

„Kall ist kein Hotspot, es hat noch Schwächen, aber eben auch Chancen“, formulierte es die Gruppe. „Sie haben gezeigt, wo diese Chancen liegen und wo wir aktiv werden müssen“, meinte Bürgermeister Esser, der selbst direkt noch Vorschläge einbrachte, etwa, dass auch Zeitungen als Vermarktung nicht außer Acht gelassen werden sollten oder auch die Eifelblicke mit in das Konzept einbezogen werden sollten.

Im Folgenden stellten weitere Gruppen der Wirtschaftsfachschule für Tourismus noch Konzepte Thema „Waldbaden“ in Nettersheim, Blankenheim und Bad Münstereifel vor, zum Jugendbildungsstätte Haus Venusberg in Bonn sowie zum Aufbau einer Taschengeldbörse für den Verein „Feder“ in Euskirchen.

pp/Agentur ProfiPress


Am Sonntag, 27. Januar, empfängt Bürgermeister Hermann-Josef Esser wieder alle Karnevalsgesellschaften aus der Gemeinde in der Kaller Bürgerhalle. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Warnung vor dunklen Gestalten

Motto der „Löstige Bröder“ in der neuen Session lautet: „Aus der Fahrenbach der Ruf erschallt: Es sind Räuber im Kaller Wald“ – Buntes Narrenprogramm bis Aschermittwoch mit Proklamationen, Rathaussturm und großem Zoch –Kartenvorverkauf für die große Sitzung startet am 6. Januar


Kall – Der Karnevalsverein „Löstige Bröder“ in Kall startet zum Jahresbeginn in eine gefährliche Session, wenn man dem Motto glaubt, das da heißt: „Aus der Fahrenbach der Ruf erschallt: Es sind Räuber im Kaller Wald“. Angst haben müssen die Kaller jedoch nicht, denn schließlich finden die Veranstaltungen der Löstige Bröder nicht im Wald, sondern in der Bürgerhalle, im Saal Gier, am Rathaus und beim großen Zoch im Ort statt.

Gleich zum Beginn des neuen Jahres beginnen die närrischen Aktivitäten der „Löstige Bröder“ am Sonntag, 6. Januar, von 11.11 bis 13 Uhr, im Saal Gier mit dem Kartenvorverkauf für die große Prunk- und Kostümsitzung. Ab 10 Uhr können Nummern gezogen werden. Am gleichen Tag des Kartenvorverkaufs nehmen Garden des Kaller Vereins an einem Gardewettstreit in Eiserfey teil, der von der dortigen KG „Feytaler Jecken“ ausgerichtet wird.

Die große Proklamations- und Kostümsitzung findet am Samstag, 19. Januar, um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) in der Bürgerhalle statt. Literat Ralph Drehsen hat ein unterhaltsames Programm mit namhaften Akteuren zusammengestellt, das von Sitzungspräsident Patrick Züll präsentiert wird. Höhepunkt der Sitzung ist die Proklamation der neuen Tollitäten, deren Namen bis zum Aufmarsch geheim gehalten werden. Von Bürgermeister Hermann-Josef Esser werden sie den Schlüssel der Gemeinde überreicht bekommen. Schon jetzt rätselt man in Kall, ob die Jecken bis Aschermittwoch wieder von einer Prinzessin, von einem Prinzenpaar oder vielleicht von einem Dreigestirn regiert werden.

Acht Tage später, am Samstag, 26. Januar, um 15 Uhr (Einlass: 14 Uhr), findet in der Bürgerhalle die große Kindersitzung mit der Proklamation des Kinder-Prinzenpaares statt. Bei dieser Sitzung gibt Ex-Kinderprinz und Stimmungskanone Maxi Brucker sein Debüt als Sitzungspräsident. Alle Kinder und deren Eltern sind herzlich zum Besuch der Proklamationssitzung eingeladen.

In Anschluss an die Kindersitzung findet um 19 Uhr im Gasthaus Gier die Eröffnung des Standquartieres der „Löstige Bröder“ mit Vorstand, Tollitäten, Rotröcken und Garden statt. Gäste sind willkommen.

Fest in Narrenhand ist die Kaller Bürgerhalle am folgenden Sonntag, 27. Januar. Dort empfängt Bürgermeister Hermann-Josef Esser beim großen Gemeindeempfang ab 11.11 Uhr alle Karnevalsgesellschaften aus der Gemeinde mit ihren Vorständen und Tollitäten.

Laut zugehen wird es in Kall am Weiberdonnerstag, 28. Februar. An diesem Tag treffen sich die Jecken, die Möhnen und die Tollitäten um 10.30 Uhr im Vereinslokal Gier, um mit der Musikkapelle Kall, der Prinzengarde und den Kallbachmücken zum Rathausplatz zu marschieren. Dort erfolgt um 11.11 Uhr die Erstürmung von Hermann-Josef Essers Beamtenbunker.

Nicht die Räuber aus der Fahrenbach werden dann das Rathaus angreifen. Die Garde der Musketiere und die Prinzengarde der Löstige Bröder werden mit der „Möckeflitsch“, der Kanone der Gardisten, das Rathaus unter Beschuss nehmen, damit Bürgermeister Esser reichlich Sekt und Bier rausrückt. Mit dem Rathaussturm ist der Straßenkarneval eröffnet, so dass nachmittags im Saal Gier weiter gefeiert werden kann.

Am frühen Abend des Karnevalssamstag, 2. März, um 18 Uhr, heißt es wieder „Un wenn de Kerche-Jlock schläät, dann ston me all parat…“. Dann findet in der Pfarrkirche „St. Nikolaus“ die traditionelle Karnevalsmesse unter Mitwirkung der „Löstige Bröder“ und deren Tollitäten statt. Alle Kirchenbesucher sind aufgerufen, sich zum Gottesdienst zu kostümieren.

Höhepunkt der räuberischen Session ist der große Umzug, der am Karnevalssonntag, 3. März, um 14.11 Uhr, durch den Ort zieht. In der Bürgerhalle findet nach dem Umzug die obligatorische After-Zoch-Party statt.

Nachdem die „Löstige Bröder“ an den Umzügen in Keldenich und Scheven teilgenommen haben, findet am Dienstag, 5. März, ab 17 Uhr ein Fischessen im Saal Gier statt. Dem schließt sich an gleicher Stelle der Karnevalsausklang an. Ab 19 Uhr heißt es dann im Saal Gier „Bye Bye du schöne Karnevalszeit“ mit dem tränenreichen Auskleiden der Tollitäten.

Anmeldungen für den Kaller Karnevalszug am Sonntag, 3. März, sind zu richten an den Zugleiter „Kalle“ Haseleu, Keltenstr. 11, in 53925 Kall (Tel. 02441/779444) oder per E-Mail (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik). Anmeldeformulare können von der Internetseite der „Löstige Bröder“ heruntergeladen werden (www.loestige-Broeder.de).

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Der Weihnachtsmarkt hat ein besonderes Flair und ist schon im Eingangsbereich des Klosters stimmungsvoll. Die Marktstände sind im Kreuzgang aufgebaut, der Besuch ist wetterunabhängig. Foto: Sabine Böhnke/pp/Agentur ProfiPress

Zweiter Weihnachtsmarkt im Kloster

Adventliche und weihnachtliche Waren aus der Region – Basar öffnet seine Pforten am zweiten Adventwochenende: Samstag, 8. Dezember, von 12 bis 20 Uhr, und Sonntag, 9. Dezember, von 11 bis 18 Uhr – Im Kreuzgang, dadurch wetterunabhängig – Der Eintritt ist frei

Kall-Steinfeld – Leckerer Glühweinduft lockt am zweiten Adventswochenende in die altehrwürdigen Mauern des Klosters in Steinfeld. Stimmungsvolle Weihnachtslieder erklingen. Marktstände laden zum Stöbern ein. Zum zweiten Mal findet ein Weihnachtsmarkt im Kreuzgang des Eifelklosters statt. Dadurch kann man den Besuch wetterunabhängig planen.

Inmitten des historischen Ambientes wird es vor allem eins: gemütlich und besinnlich. Der Markt öffnet an zwei Tagen seine Pforten: am Samstag, 8. Dezember, von 12 bis 20 Uhr, und Sonntag, 9. Dezember, von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Feierliche Eröffnung ist am Samstag um 12 Uhr, entweder vor der Pforte oder bei schlechtem Wetter im Pater-Jordan-Raum.

Insgesamt werden 48 Aussteller erwartet. Das Angebot der Marktstände ist breit gefächert und besteht hauptsächlich aus Selbstgemachtem. Dazu gehören Handwerkliches, Genähtes, Gestricktes, Keramik, Bücher, Kerzen, Seifen, Nützliches, Kreatives, Liköre, Kunst, weihnachtliche Accessoires und vieles mehr.

Auf industriell hergestellte Ware wird bewusst verzichtet. Einige Stände verkaufen die Erzeugnisse sogar für karitative Zwecke. Die Besucher können von Markstand zu Marktstand flanieren, ein bisschen stöbern oder einfach das besondere Rahmenprogramm genießen, das ihnen zusätzlich geboten wird.

Der Nikolaus kommt jeweils um 15 Uhr

Der Nikolaus kommt für die Kleinen samstags und sonntags jeweils um 15 Uhr. Am Sonntag bietet Christian Humberg, der Träger des deutschen Phantastik-Preises, um 14 und 16 Uhr eine Autoren-Lesung mit anschließender Signierstunde an. Der Autor präsentiert in Steinfeld das dritte Werk der erfolgreichen Reihe „Sagenhaft Eifel“, in dem er Sagen und Legenden der rauen Landschaft rund um die Helden Lena, Elias sowie Pikrit modern aufbereitet und mächtig spannend erzählt. Der Titel lautet: „Im Reich der Matronen“.

Die Schüler des Hermann-Josef-Kollegs bereichern den Markt mit Live-Musik. Die Folk AG singt unter der Leitung von Gerd Weimbs ausgewählte „Christmas Chorals“. Musiker des Musikvereins aus Urft sind zu Gast und spielen für die Besucher ausgewählte Weihnachtsstücke. Im Hof vor der Klosterpforte findet ein Tannenbaumverkauf statt. Die Weihnachtsbäume sind zuvor in Krekel frisch geschlagen worden.

Die Kölner Künstlerin Bertamaria Reetz kommt mit der blauen Friedensherde. 2009 wurde das Kunstprojekt in Venedig ins Leben gerufen. Sie wirbt mit ihrer Botschaft „Alle sind gleich – Jeder ist wichtig“ für ein friedfertiges, tolerantes Miteinander und gegenseitige Akzeptanz, ungeachtet von Herkunft, Hautfarbe, Begabung und kulturellem Hintergrund. Die blaue Friedensherde steht seit 2012 unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments und erhielt Weiderechte in rund 180 europäischen Städten. Bertamaria Reetz wird zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Samstag um 12 Uhr Kloster-Geschäftsführer Pater Lambertus Schildt eines der blauen Friedensschafe feierlich überreichen.

Schmackhafte Speisen aus der Klosterküche

Schmackhafte Speisen aus der Klosterküche werden im „Refektorium“, dem klostereigenen Speisesaal mit urigem Gewölbe, auf den Tisch gebracht. In diesem Raum speisen sonst die Ordensschwestern und -brüder. Außerdem gibt es Würstchen vom Grill. Die Schüler des HJK verkaufen frisch gebackene Waffeln.

Der eingangs duftende Winzerglühwein kommt vom Weingut Steinfelder Hof in Kröv, dessen Ursprünge weit bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Das Kloster Steinfeld erwarb zu dieser Zeit in dieser Region Weinberge. Heute wird das klostereigene Weingut von der Familie Römer geführt.

2017 zog die Weihnachtsmarktpremiere im Kreuzgang des Eifelklosters allein am Samstag 2000 Besucher an. Damals waren 37 Aussteller am Start. Durch die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter des Klosters und die Beteiligung der Schüler des HJK wurde eine Attraktion mit Flair auf die Beine gestellt. Das Credo: Wirklich adventliche und weihnachtliche Waren aus der Region anzubieten.

Es war kein Markt im streng merkantilen Sinne, sondern eher ein Basar der guten Geister, die allerlei feilboten, was Küche, Keller, Garten, Wald, Bastelwerkstatt und die eigene Phantasie hergegeben hatten.

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Die Musikkapelle Kall lädt für Samstag, 8. Dezember, 19.30 Uhr, zum Konzert in die Bürgerhalle Kall ein. Foto: Musikkapelle Kall/pp/Agentur ProfiPress

Musikkapelle Kall reist durch Europa

Konzert am Samstag, 8. Dezember, 19.30 Uhr, in der Bürgerhalle – Eintritt ist frei(willig)

Kall – Ernste Musik aus Finnland, feurige Rhythmen aus Spanien, Chansons aus Frankreich, ein Pop-Medley aus Schweden, schmissige Hits aus Italien und Klassik aus Deutschland: Die Musikkapelle Kall lädt ein zu einer musikalischen Reise durch Europa und präsentiert die Vielfalt des Kontinents. Das Konzert findet statt am Samstag, 8. Dezember, 19.30 Uhr, in der Bürgerhalle Kall. Einlass ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei(willig). Eine Spende würde die Musikkapelle freuen.

Das Programm zusammengestellt haben Dirigent Peter Blum und Friedhelm Schorn. Seit Wochen proben die Musiker um den Vereinsvorsitzenden Stefan Reinders. Bei einem Probewochenende in Gerolstein erarbeitete sich die Kapelle den Feinschliff.

Den Zuhörern soll beispielsweise das Gefühl vermittelt werden, mitten im Trubel von Paris zu sitzen. Beethovens „Ode an die Freude“ aus der 9. Sinfonie steht ebenso auf dem Programm wie „Azzurro“ von Adriano Celentano und ein Abba-Medley. Laut Musikkapelle war letzteres in dem Jahr, in dem das schwedische Quartett ankündigte, zwei neue Songs aufzunehmen, eine Selbstverständlichkeit.

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Mitten im Geschehen können sich die Besucher des Golbacher Weihnachtsbasars stärken. Foto: Bürgerverein Golbach/pp/Agentur ProfiPress

Weihnachtsbasar der Sinne

Bürgerverein Golbach lädt für Sonntag, 25. November, 10 Uhr, in den Spiegelsaal des Bürgerhauses ein – Motto: „Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen“

 

Kall-Golbach – Der Bürgerverein Golbach veranstaltet am Sonntag, 25. November, 10 Uhr, zum elften Mal einen Weihnachtsbasar der besonderen Art. Unter dem Motto „Weihnachtsbasar der Sinne“ sollen die Besucher im weihnachtlich geschmückten Spiegelsaal des Bürgerhauses die kommende Advents- und Weihnachtszeit „sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen“.

Umrahmt von liebevoll gestalteten Verkaufsständen spürt der Besucher mit all seinen Sinnen eine wohltuend inspirierende Atmosphäre. Ein besonderer Höhepunkt wird um 16 Uhr der Besuch von Kinderliedermacher Uwe Reetz sein. Mit seinem Programm „Mit Uwe durch die Weihnachtszeit“ wird er mit den Kindern und Erwachsenen die beliebtesten Weihnachtsklassiker singen. Auch eigene Lieder bringt er zu Gehör.

Im Basar-Café mitten im Geschehen haben Besucher die Möglichkeit, ab Mittag eine köstliche Wintersuppe zu essen oder mit leckerem Kaffee, Kakao und Kuchen das vorweihnachtliche Basartreiben entspannt zu genießen.

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Alois Jansen als Sankt Martin, Bischof von Tours. Eingekleidet haben ihn in der Sakristei Küster Hans-Josef Dederichs (zweiter von rechts) und Lothar Gerhards von der Kirchengemeinde. Die Enkel Clara und Tom sind zu Jansens Martins-Jubiläum in Sistig als Messdiener dabei. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Ein Jubiläumsritt als Sankt Martin

Alois Jansen ist seit mehr als 30 Jahren Darsteller des Mantelteilers – 190 Wecken in Sistig verteilt – Sistigs Kinder staunten über großes Martinsfeuer

Kall-Sistig – Der dienstälteste St.-Martin-Darsteller im südlichen Kreis Euskirchen hatte in diesem Jahr Grund zum Feiern: Seit 30 Jahren ist Alois Jansen aus Mechernich für einen Abend in Sistig der historische römische Legionär aus der Mitte des vierten Jahrhunderts. Nicht als vermutlich 18-jähriger berittener römischer Soldat, der die Chlamys mit einem Bettler teilte, sondern als der später heiliggesprochene Bischof von Tours, der am 8. November 397 starb, ist er unterwegs.

75 Jahre alt ist Jansen, pensionierter Lehrer aus Mechernich. In Sistig steigt er an diesem Abend auf sein mittlerweile drittes Pferd zum Martinsritt. „Lucky“ ist ein gutmütiger Belgier-Wallach aus Udenbreth, normalerweise im Holzrücke-Einsatz. An diesem Abend bleibt er bei seiner Premiere als Pferd des hl. Martin trotz des ungewohnten Trubels um ihn herum offenkundig unbeeindruckt. An die 100 Kinder mit LED-beleuchteten Laternen, Eltern, der Musikverein Sistig, die Feuerwehr – alle sind im „Zoch“ hinter dem „Heiligen“ auf dem Wallach zum Martinsfeuer oberhalb von Sistig unterwegs. „Lucky“ und sein routinierter Reiter nehmen es gelassen.

30 Jahre ist Alois Jansen in Sistig schon der Sankt-Martin-Darsteller, zuvor spielte er diese Rolle für zehn Jahre in Steinfelderheistert. Immer als der spätere Bischof, nicht als der 316 geborene Legionär. Die Kirchengemeinden hätten es immer so gewollt, meint Jansen. Vom Pferd gefallen sei er als heiliger Mann bisher jedenfalls noch nie. Wenn man wie er auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen ist, wo Pferde dazugehörten, ist das kein Wunder. „Für mich kann Lucky gerne etwas mehr Temperament haben. Sonst wird einem unterwegs ja schnell langweilig“, meint der Sankt-Martin-Darsteller.

Bevor es zum Ritt zum Martinsfeuer kommt, hat Jansen als hl. Martin in Sistigs Pfarrkirche noch zu den Kindern und Eltern in einem Wortgottesdienst gesprochen. Auch das macht er seit Jahrzehnten so. Die Worte sucht er wie immer selbst, in diesem Jahr ist die Zeit, die Kinder und Eltern füreinander haben sollten, sein Thema. Er betont natürlich auch das christliche Gebot der Nächstenliebe, für das Sankt Martin wie sonst kaum jemand nach christlichem Selbstverständnis steht. Das ist definitiv zur Nachahmung empfohlen.

Wecken für jedes Kind

Vor allem aber verspricht er den anwesenden Kindern: „Am Ende gibt es für jeden von Euch einen Wecken!“ Auch für Jansens Enkelkinder Clara und Tom, die zum Martin-Jubiläum ihres Opas als Messdiener den Gottesdienst begleiten. In Kasel und Mitra (die Kopfbedeckung des Bischofs, hat er in der Tasche dabei) war Jansen zuvor in der Sakristei geschlüpft, assistiert von Sistigs Küster Hans-Josef Dederichs und Lothar Gerhards von der Kirchengemeinde.

Und dann geht der Martinszug nach dem Wortgottesdienst durch Sistig hinauf zur Wiese, wo die Löschgruppe ein kräftiges Martinsfeuer entfacht hat. Es regnet, ein böiger Wind geht – dennoch lodern die Flammen mehrere Meter hoch in die Dunkelheit. Sankt Martin auf Lucky steht am Rand und schaut sich das Spektakel in Ruhe an, immer wieder Kinder huldvoll und freundlich grüßend.

Zügig geht es kurze Zeit später zurück zum Feuerwehrgerätehaus. 190 Wecken warten in Brotkörben auf die Verteilung an Groß und Klein. Sistigs Ortsvorsteher Karl Vermöhlen hat extra noch einmal nachgezählt: Es ist genug für alle da. Auch der Wecken ist ja ein Symbol der Nächstenliebe. Man habe im Kaller Gemeindehaushalt einen eigenen Posten für das Backen der Wecken, so Vermöhlen: „Der wurde in diesem Jahr auf Bitten der Bäcker sogar erhöht!“

Alois Jansen, der Sankt-Martin-Darsteller im Jubiläumsjahr, wirkt gerührt. Die kleine Geste des Schenkens, darauf kommt es an diesem Abend an. Wie in den insgesamt 40 Jahren zuvor mit ihm in der Rolle des Schenkenden. Die Kinder vor ihm wirken gerührt und dankbar.

Eineinhalb Stunden dauerte die Fortführung der Martinstradition in Sistig. Alois Jansen kleidet sich in der Sakristei der Pfarrkirche wieder um, die Mitra kommt zurück in die Tasche. Ehefrau Irmgard wird die dreieckige Kopfbedeckung bis zum nächsten Jahr nähen müssen: Sie ging unterwegs im Wind an den Spitzen auseinander. „Solange es die Gesundheit mitmacht, bin ich dabei“, meint Alois Jansen, der Rekordhalter. Er übernimmt das geistliche Amt des Mildtäters für 90 Minuten einfach gerne.

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Ab 13 Uhr ist der Nikolaus beim Weihnachtsmarkt präsent um die Kinder zu beschenken und ihnen weihnachtliche Geschichten vorzulesen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Nikolaus liest Geschichten vor

Weihnachtsmarkt im Ortskern am Sonntag, 9. Dezember, in der Gaststätte Gier – Kinder der Kita „St. Nikolaus“ schmücken auch dieses Mal den Weihnachtsbaum – Wieder viele Aussteller dabei Kall – Nachdem es im Kernort in Kall lange Jahre keinen Weihnachtsmarkt mehr gegeben hatte, startete der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier im vergangenen Jahr einen Versuch, diesen Mangel abzustellen, indem er in und vor der Gaststätte erstmals einen Weihnachtsmarkt veranstaltete. Dieser Versuch erwies sich als Volltreffer, sodass es für die Organisatoren keine Frage war, auch in diesem Jahr wieder einen adventlichen Markt mit vielen Ausstellern zu veranstalten. Er findet am Sonntag, 9. Dezember, von 11 bis 18 Uhr im Saal sowie auf dem Vorplatz der Gaststätte nahe der Pfarrkirche statt. Direkt nach dem Erfolg im vergangenen Jahr hatte der Vorstand des Kneipenvereins mit Unterstützung des Vereinsmitgliedes Conny Burmeister mit der Organisation des zweiten Weihnachtsmarktes rund um das denkmalgeschützte Gasthaus Gier begonnen. Die meisten Aussteller aus dem vergangenen Jahr werden auch dieses Mal wieder mit dabei sein, sodass im Saal ein breites Angebot an vorweihnachtlichen Artikeln präsentiert werden kann. Bei der Auswahl der Aussteller wurde auf handwerkliches Geschick der Anbieter gesetzt. Die Besucher des Weihnachtsmarktes erwartet somit ein umfangreiches Sortiment an selbst hergestellten Kerzen, weihnachtlichem Blumenschmuck, kunstvollen Holzarbeiten und Basteleien. Auch kreative Näharbeiten, selbst gebastelter Schmuck und leckere Plätzchen werden angeboten. Mit Glühwein und Reibekuchen im Außenbereich des Gasthauses sowie mit Kaffee und Kuchen im Saal wird für das leibliche Wohl ausreichend gesorgt sein. Weil die Aussteller keine Standgebühren zahlen müssen, revanchieren sie sich mit Kuchenspenden für die Kaffeetafel. Auch die Kinder kommen beim Weihnachtsmarkt nicht zu kurz. Marktorganisatorin Conny Burmeister ist nicht nur mit einem eigenen Stand mit Stoffarbeiten vertreten sondern auch mit Connys Bastelstube, in der die Kinder Schneemänner und sonstige Dinge basteln und Weihnachtsgebäck mit Zuckerguss verzieren können. Dort können die Kinder auch ihre Weihnachts-Wunschzettel oder Briefe für das Christkind-Postamt in Engelskirchen abgeben. Ab 13 Uhr ist der Nikolaus höchstpersönlich zu Gast und wird den Kindern Weihnachts-Geschichten vorlesen und kleine Geschenke verteilen. Außerdem können die Kinder sich von einem Profi-Fotografen mit dem Nikolaus ablichten lassen. Für die passende Ausstattung des Saales sowie für die weihnachtliche Dekoration bekommt der Kneipenverein externe Unterstützung von Sponsoren. Krippenbaumeister Ferdi Sassmann wird den Markt mit einigen seiner Weihnachts-Krippen verschönern. Kinder der inklusiven Kita „St. Nikolaus“ sind derzeit mit dem Basteln von Weihnachtsbaum-Schmuck beschäftigt. Wie bereits im vergangenen Jahr werden sie mit ihren Erzieherinnen am Mittwoch vor dem Weihnachtsmarkt den großen Weihnachtsbaum im Saal mit ihren Basteleien schmücken. Wie Kita-Leiterin Heidi Zander berichtet, freuen sich die Kinder wieder auf das Schmücken des Baumes. pp/Agentur ProfiPress

Freuten sich über die Auszeichnung der ersten Streuobstwiese in der Nordeifel: (v.l.) Alfred Glener (Nabu), Sevil Yıldırım, Stefan Hermeling (Kreisbauernschaft), Friede Röcher, Marion Zöller (Nabu), Ulrich Meisen, Arnold König, Hans Reiff und Bürgermeister Hermann-Josef Esser. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ein „vorbildlicher Streuobstbestand“

Die Obstwiese von Ulrich Meisen und Friede Röcher in Dottel wurde vom Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW prämiert – Erste Auszeichnung in der Nordeifel

Kall-Dottel – Premiere für die Nordeifel: Das Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW hat die Streuobstwiese von Ulrich Meisen und Friede Röcher in Dottel ausgezeichnet – als erste überhaupt in der Nordeifel. Prämiert wird der „vorbildliche Streuobstbestand“. Die von Projektkoordinatorin Sevil Yıldırım überreichte Plakette will Ulrich Meisen an einem Schild an der 0,8 Hektar großen Wiesen anbringen.

In dem dreijährigen, seit einem Jahr laufenden, Projekt sollen insgesamt 50 Streuobstbestände ausgezeichnet werden. Die Dotteler Wiese ist die insgesamt 15. Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser freute sich mit Ulrich Meisen und Friede Röcher sowie den weiteren Gästen Stefan Hermeling (Kreisbauernschaft), Marion Zöller und Alfred Glener (Nabu Kreis Euskirchen) sowie Ortsvorsteher Hans Reiff.

„Diese Auszeichnung passt zur Gemeinde Kall als Klimaschutzkommune“, meinte Esser. Besonders freut es ihn, dass diese Auszeichnung eine Bürgerinitiative als Ursprung hat. Der regionale Obstanbau habe nicht nur zur Folge, dass auf Obst aus Neuseeland und Co. verzichtet werden könne. Er sei auch positiv für die Artenvielfalt und ein wichtiger Aspekt gegen das Insektensterben, so Esser weiter. Denn neben dem Obst haben Ulrich Meisen und Friede Röcher auch die Förderung heimischer Insekten im Blick, darunter das Große Grüne Heupferd, der Schwalbenschwanz und der Bienenwolf.

Auf die Frage, warum er eine Streubobstwiese pflege und bewirtschafte, antwortete Ulrich Meisen: „Ein bisschen wahnsinnig muss man dafür schon sein.“ Etwa 110 Bäume stehen auf der Wiese, die sich etwa 800 Meter von Dottel entfernt befindet. 84 hochstämmige Obstbäume im Alter von drei bis 17 Jahren befinden sich auf der Wiese, die weiteren 25 Bäume, die etwa 35 Jahre alt sind, direkt am Feldweg. Etwa 40 Apfelsorten, 20 Birnensorten, vier Kirschsorten sowie elf pflaumenartige Sorten (Zwetschgen, Mirabellen und ähnliches) befinden sich auf der Streuobstwiese von Ulrich Meisen und Friede Röcher. Damit sei die Streuobstwiese „nicht ganz typisch“, merkt Meisen an.

Auch wenn man es nicht glaube, sei Kall eine Warmlage. Durch notwendige Umveredelung sei die Sortenvielfalt gewachsen. Einige der Sorten seien richtig selten. „Ein Schwerpunkt unseres Konzepts ist Frischobst, und zwar so, dass die Bäume die ganze Saison über Obst liefern“, beschreibt Meisen. Wenn es doch einmal deutlich zu viel ist, wird Obst auch im eigenen Pressraum versaftet oder im Solartrockner zur Trocken- und Dörrobst umgewandelt.

Jeden Freitag steht Ulrich Meisen auf dem Kaller Wochenmarkt und bietet seine Waren feil. Doch nicht nur das: „Während der Marktzeit können sich Interessierte von meinem Mann auch beraten lassen“, meint Friede Röcher. „Es ist viel Wissen über alte Obstsorten verloren gegangen“, zieht Meisen sein Fazit.

Das Ziel seiner Frau ist der Erhalt der Obstbäume. „Dazu benötigt man auch den Mut, Obstbäume stehen zu lassen“, meint sie. Im kommenden Jahr wird im Übrigen ein Verkaufsraum für das Obst in der Annastraße in Dottel fertiggestellt.

Das Netzwerk Streuobstwiesen.NRW wird vom Landesumwelt-Ministerium finanziert. Ziel des Netzwerks sind der Schutz, der Erhalt, die Pflege und die Neuanlage von Streuobstwiesen. Die ausgezeichneten Wiesen sollen anderen Besitzern als gelungene Beispiele dienen und Nachahmer hervorbringen.

pp/Agentur ProfiPress


Erdmann Bierdel (rechts) im Gespräch mit Helfern im Camp PIKPA auf der Insel Lesbos. Foto: privat

Verloren im Urlaubsparadies

Flüchtlinge auf Lesbos: Eine Reise an Europas Außengrenze

 

Im Februar und Oktober 2018 war Erdmann Bierdel privat auf der Insel Lesbos, um sich vor Ort ein Bild von der Situation der Geflüchteten zu machen. Was er dort gesehen und erlebt hat, stellt er jetzt im Kulturraum der ene in Kall (Hindenburgstr. 13) vor. In Wort und Bild berichtet er u.a. von der schwierigen Situation in den Camps sowie den engagierten Bemühungen, die Not vor Ort zu lindern. Termin: Donnerstag, 22. November, 18:30 Uhr.

 

Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt folgender Partner: Kommunales Integrationszentrum (KoBIZ) des Kreises Euskirchen, Gemeinde Kall und Flüchtlingshilfe Kall. Der Kulturraum wird freundlicherweise von der Energie Nordeifel GmbH & Co. KG in Kall zur Verfügung gestellt.


Das nächste Begegnungscafé findet am Freitag, 16. November, von 9.30 bis 11.30 Uhr statt. Archivfoto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall für Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 16. November, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet am Freitag, 16. November, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2, statt. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und sich die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe vernetzen können.

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall gibt es unter www.fluechlingshilfe-kall.de.

pp/Agentur ProfiPress


Bürgermeister Hermann-Josef Esser kam bei seiner Ansprache am Synagogengedenkstein auch auf die besorgniserregende aktuelle Situation in Deutschland zu sprechen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Schalom – Frieden!

Gedenkfeier in Erinnerung an die Reichspogromnacht in Kall – Leben der Familien Levy, Nolting und Nathan Revue passieren lassen – Sabbatgang zum Synagogen-Standort

Kall – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?“ So beginnt Psalm 22 aus dem Psalmengebet Israels im Alten Testament. Er wurde am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht von Wolfram Königsfeld vorgetragen. Zum Gedenken an die einst in Kall lebenden und von den Nationalsozialisten verfolgten Juden trafen sich vor dem Haus Aachener Straße 26 etwa 70 Kaller – Vertreter aus der Politik und der Verwaltung, aber auch Bürger. „Mit diesem Zuspruch habe ich nicht gerechnet“, meinte Bürgermeister Hermann-Josef Esser und war sehr erfreut.

Denn Esser sorgt sich angesichts der „politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der letzten Jahre, dass es nicht mehr ausreicht, an Jahrestagen innezuhalten und der Opfer von Intoleranz, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu gedenken“, wie er am Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge „Im Sträßchen“ äußerte, die von einem nationalsozialistischen Mob vor 80 Jahren verwüstet worden war. Dorthin führte der Schweigemarsch der 70 Menschen, der dem Sabbatgang der Familien Levy, Nolting und Nathan nachempfunden war.

An den Stolpersteinen, die der Künstler Gunter Demnig vor deren einstigen Häusern, Aachener Straße 26, 28 und 30, damals Adolf-Hitler-Straße 26, 28 und 30, verlegt hatte, trafen sich die Kaller nun. Das Schicksal der drei Familien sollte exemplarisch stehen für das Schicksal der Juden in der Reichspogromnacht.

Die Idee für diese Gedenkstunde stammt von den Fraktionen des Gemeinderates. „Wir wollen an die Kallerinnen und Kaller denken, die vor 80 Jahren miterleben mussten, dass sich nationalistischer und rassistischer Hass ungehindert austobten“, erklärte Ratsherr Karl Vermöhlen die Beweggründe dafür. „Sie mussten erleben, wie sich von ihren Mitbürgern kaum jemand für sie einsetzte oder sich gar schützend vor sie stellte“, so Vermöhlen weiter.

Der Regionalhistoriker Hubert Büth stellte anschließend das Schicksal der drei Familien vor – Schilderungen, die unter die Haut gingen. Im Haus 26 lebte das Ehepaar Karl und Hedwig Nolting mit seinen fünf Kindern Ella, Norbert, Hildegard, Ruth und Esther. Im Hinterhaus Nr. 28 wohnten Julia Levy mit ihrem Sohn Erich sowie Sofie Berg. Das Querhaus hinter den Noltings war der Wohnort von Norbert und Selma Nathan – Norbert Nathan war der Bruder von Julia Levy.

Karl Nolting verließ die Familie schon im Jahr 1925 – da war die jüngste Tochter Esther gerade einmal ein Jahr alt. Selbst nach Kriegsende nahm er keinen Kontakt zu seinen überlebenden Töchtern Esther und Hildegard und seinem Enkel Wilhelm auf.

Lehrer in SA-Uniform im Unterricht

Die Nolting-Kinder waren sogenannte Halbjuden, weil ihr Vater evangelischen Glaubens war. Der Lehrer von Ella Nolting an der Kaller Volksschule hätte sogar bescheinigen können, dass sie nach evangelischem Glauben erzogen wurde. Doch der Mann, der nach der Machtübernahme der Nazis in SA-Uniform zur Schule kam und die jüdischen Kinder schikanierte, weigerte sich, sodass Ella Nolting für die Nazis als „Volljüdin“ galt.

Eine völlig entkräftete Ella Nolting starb im KZ Theresienstadt, etwa zwei Wochen nach ihrer Ankunft dort, am 3. Mai 1945, nur einen Tag, nachdem Paul Dunant als Vertreter des Internationalen Komitee des Roten Kreuzes das Lager unter seinen Schutz genommen hatte.

Ihr Bruder Norbert wurde 1942 in Riga hingerichtet, weil er ein Brot für die im Lager hungernden Juden organisiert hatte und dabei aufgeflogen war. Seine Schwester Hildegard, die ebenfalls in Riga inhaftiert war, musste bei der Hinrichtung zusehen. Hildegard überlebte den Krieg und betrat nie wieder deutschen Boden. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2013 lebte sie in Florida.

Die erst 15-jährige Esther Nolting floh 1939 nach Dänemark, als dort auch eine „Judenaktion“ anstand ging es weiter nach Schweden. In Helsingborg heiratete sie den aus Frankfurt stammenden Juden Erich Künstlicher. Sie besuchte mehrfach Kall. Die übrigen Mitglieder der Familien Levy, Nolting und Nathan wurden von den Nazis ermordet.

„Entsetzen macht sich breit, wenn Deutsche lauthals skandieren, ein Antisemit sein zu müssen, wenn man sein Vaterland liebt. Das ist unerträglich!“, meinte Bürgermeister Hermann-Josef Esser in seiner Ansprache am Gedenkstein der Synagoge. Er rief alle Menschen, denen Demokratie, Weltoffenheit und eine vielfältige Gesellschaft wichtig sind, zum ständigen Kampf gegen diese negativen Tendenzen in der Gesellschaft auf und beendete die Gedenkfeier mit den Worten „Schalom – Frieden!“

pp/Agentur ProfiPress


Kloster Steinfeld und auch das Gästehaus Kloster Steinfeld beindruckten die Teilnehmer einer Tagung, zu der das NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz eingeladen hatte. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Ministeriumstreffen in Steinfeld

Regelmäßiger Austausch der europäisch geförderten LIFE-Projekte des Landes Nordrhein-Westfalen fand im Salvatorianer-Kloster statt – Vom Gästehaus und der monastischen Gesamtanlage beeindruckt – Exkursion ins allseits gelobte Borstgrasrasen-Gebiet „Sistig-Krekeler Heide“

Kall-Steinfeld – Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hatte zum regelmäßigen Austausch der europäisch geförderten LIFE Projekte des Landes Nordrhein-Westfalen in die Eifel nach Steinfeld eingeladen.

LIFE ist ein europäisches Förderprogramm, das Umwelt- und Naturschutzvorhaben finanziell unterstützt. Das LIFE-Programm soll einen Beitrag zur Umsetzung, Aktualisierung und Weiterentwicklung der Umweltpolitik und der Umweltvorschriften sowie zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Europäischen Gemeinschaft leisten.

Wesentliche Maßnahmen zur Optimierung und Entwicklung von Natura-2000-Gebieten und zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten von europäischer Bedeutung konnten und können somit finanziell gestemmt werden.

 

29 Naturschutzgebiete mit 86 Mio gefördert

 

Allein in Nordrhein-Westfalen sind bis 2013 29 Naturschutzprojekte mit einem Gesamtbudget von rund 86 Mio. Euro gefördert worden. In der Förderperiode 2014-2020 wurden bisher fünf „traditionelle“ LIFE-Naturschutzprojekte aus Nordrhein-Westfalen mit einem Budget von rund 13 Mio. Euro von der EU bewilligt. Zudem wird ein weiteres Projekt grenzüberschreitend in den Niederlanden, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen umgesetzt.

Zur Information zu neuen Entwicklungen im Förderprogramm LIFE, zum Austausch von Erfahrungen in der Projektabwicklung und den dazu angewandten Methoden trafen sich VertreterInnen des Ministeriums, verschiedener Bezirksregierungen, des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, verschiedener Biologischer Stationen und Naturschutzstationen, des Landesbetriebs Wald und Holz NRW und andere an aktuellen Projekten Beteiligte.

Kloster Steinfeld und auch das Gästehaus Kloster Steinfeld beindruckten die Teilnehmer mit eigener Atmosphäre und stellten sich als besonders geeigneter Tagungsort heraus. Der Austausch fand seinen Abschluss bei einer Exkursion in ein Teilgebiet des Projektes LIFE+ „Allianz für Borstgrasrasen“, das bei der Biologischen Station des Kreises Euskirchen in Nettersheim umgesetzt wird. Dabei handelt es sich um das Natura 2000-Gebiet „Wiesen, Borstgrasrasen und Heiden bei Sistig“.

 „Wir können stolz sein, auf das, was wir mit Hilfe der europäischen Förderung LIFE, unserer Kompetenz und unserem Engagement geschaffen haben“, so Ingrid Rudolph vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen zu Projektleiterin Marietta Schmitz.

pp/Agentur ProfiPress


Eine junge Truppe: Beim Kameradschaftsabend gab es zahlreiche Ehrungen und Beförderungen. Gut zwei Drittel der Mitglieder des Löschzuges Kall haben sich bei Lehrgängen und Schulungen qualifiziert und bekamen ihre Zeugnisse überreicht. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Zukunft der Feuerwehr gesichert

Viele Mitglieder des Löschzuges Kall drückten bei Lehrgängen und Weiterbildungen die Schulbank - Bürgermeister Hermann-Josef Esser und Feuerwehr-Chef Harald Heinen lobten die junge Garde – Silbernes Ehrenzeichen des Landes NRW für