Nachrichten 1. Halbjahr 2017


Kreuz und quer liefen die Indianer rund um das Lagerfeuer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ein Lagerfeuer im Klassenzimmer

Erlebnisfest an der St.-Nikolaus-Schule in Kall stand unter dem Motto „Über Stock und Stein – in die Natur hinein“ – Euskirchener Hans-Verbeek-Schüler waren zu Gast

Kall – Erde und Zweige von Nadelbäumen sind auf dem Fußboden verteilt, am Eingang des Zimmers stehen zwei kleine Tannenbäume, auf zwei Bildschirmen laufen Bilder vom Wald, über die Lautsprecher zwitschern Vögel. Der Raum ist dunkel, schimmert leicht grünlich. Und mittendrin liegen Kinder und Jugendliche auf einem großen Kissen, haben die Augen geschlossen und werden von ihren Betreuern sanft am Nacken gekrault oder am Kopf massiert. „Das ist unsere Wohlfühloase“ berichtet Kathrin Kuhl, stellvertretende Leiterin der St.-Nikolaus-Schule in Kall.

Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung veranstaltete ihr jährliches Erlebnisfest zum vierten Mal. Aber nicht alleine: Auch Kinder der befreundeten Hans-Verbeek-Schule aus Euskirchen sowie vom Sankt-Nikolaus-Kindergarten in Kall waren dabei – insgesamt nahmen 67 Kinder an diesem Fest teil. „Einige unserer Schüler fahren im Gegenzug zum Sportfest nach Euskirchen“, erzählte Kuhl. Um sich besser kennenzulernen und um den Tag gemütlich zu beginnen, frühstückten die Kaller Schüler und ihre Gäste zunächst gemeinsam.

Das Erlebnisfest stand in diesem Jahr unter dem Motto „Über Stock und Stein – in die Natur hinein“. Das Thema wurde auch deshalb gewählt, weil die St.-Nikolaus-Schule bestrebt ist, Nationalpark-Schule zu werden. Angebote gab es sowohl auf dem Schulhof als auch im Schulgebäude. „Zwischendurch müssen immer Pflegezeiten eingehalten werden, deshalb gibt es auch Möglichkeiten zum Entschleunigen“, erzählte Schulleiterin Andrea Luxenburger-Schlösser.

Konzipiert hatten die Schulklassen die Spiele selbst. „Jede Klasse hat ein Angebot erarbeitet“, wusste Kathrin Kuhl. Dabei steht natürlich die Zusammenarbeit der Schüler im Vordergrund. Für die Kinder fast noch schöner, als selber mitmachen, ist es natürlich, wenn sie mitbekommen, dass andere Kinder mit ihrer ausgedachten Aktion Spaß haben.

Beim Erlebnisfest war natürlich auch Platz für Albernheiten. Draußen waren nämlich einige Wasserspiele aufgestellt worden. Die Kinder durften etwa heimische Fische angeln (natürlich keine echten, sondern einlaminierte Bilder) oder Wasser erleben, etwa durch das Schöpfen von Papier. Bei Temperaturen um 30 Grad Celsius herum konnten sich die Kinder und Jugendlichen sowie deren Betreuer aber nicht immer beherrschen und spritzten sich gegenseitig nass – darüber war aber niemand verärgert, sondern im Gegenteil dankbar für die erfrischende Abkühlung.

Indianertanz und Regentropfen

„Geregnet“ hat es hingegen am Lagerfeuer, das mitten in einem Schulzimmer errichtet wurde. „Aber keine Angst, die Feuerwehr brauchen wir nicht“, erzählte Kathrin Kuhl lachend. Die Lagerfeuergeschichte war extrem aufwendig dargestellt und beinhaltete wunderbare Licht- und Ton-Effekte. Rund um das Lagerfeuer, dargestellt von beleuchteten orangefarbenen Tüchern, hatten sich die Schüler versammelt. Um die Hitze des Feuers zu demonstrieren, reichte die Erzählerin den Gästen eine Wärmflasche. Verschiedene Waldtiere besuchten die Kinder und Jugendlichen, sogar eine Schlange kroch am Feuer entlang. Am Ende tanzten die Kinder, angeführt von einer Indianerin, ums Feuer, bevor ein Gewitter mit Regen kam. Mit einer Spülbürste spritzte eine der Lehrerinnen ein paar Wassertropfen auf die Zuhörenden, um den Schauer zu demonstrieren.

Nach jedem Besuch einer der Attraktionen erhielten die Schüler einen Aufkleber für ihre Laufkarte, sodass auf einen Blick ersichtlich wurde, welche Aktion sie noch nicht erlebt hatten. Insgesamt acht Stück gab es, darunter eine Wildblumenschöpferei, das Erstellen von Waldbildern oder einen Parcours, der den Titel des Erlebnistages „Über Stock und Stein“ erhielt.

Auffallend: Modernste Technik ist aus dem Alltag mit den zum Teil geistig schwerstbehinderten Schülern kaum noch wegzudenken. Per iPad-App können die Kinder und Jugendlichen sich ausdrücken, erhalten Hilfestellungen und treten so in Kontakt mit der Außenwelt. Dabei fällt auf, wie intuitiv die Kinder mit den Hightech-Geräten umgehen.

Nun könnte man als Außenstehender annehmen, dass das Erlebnisfest eine willkommene Abwechslung vom tristen Schulalltag ist. Aber laut Kathrin Kuhl ist das mitnichten der Fall, denn: „Auch an unseren normalen Schultagen haben wir alle gemeinsam eine Menge Spaß.“

pp/Agentur ProfiPress


Einen kurzen Abstecher machte die Bewertungskommission zum Dorfgemeinschaftshaus nach Steinfelderheistert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bewertungskommission im Dreifachort

Sistig nimmt gemeinsam mit Steinfelderheistert und Frohnrath am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit – Aus dem Kaller Gemeindegebiet stellt sich auch Scheven zur Wahl

Kall-Sistig – Der Lichtblick fiel Dornröschen ins Gesicht und sie wachte mit dem ganzen Hofstaat auf. Wenn man den Ausführungen von Lothar Gerhards, stellvertretender Kirchenvorstand in Sistig, glaubt, ist es ungefähr so gewesen: Im Jahr 2009 wurde an die Kirche der „Lichtblick“ gebaut, ein Versammlungsraum, der wegen seiner Glasdach-Konstruktion seinen Namen erhalten hat. „Das hat eine Menge Zeit und Geld gekostet – aber es hat das ganze Dorf aus dem Dornröschenschlaf geweckt“, erzählt er.

Die Kommission des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hörte Gerhards Ausführungen ebenso konzentriert zu, wie später bei der ausführlichen Vorstellung der Orte Sistig, Steinfelderheistert und Frohnrath durch den gemeinsamen Ortsvorsteher Karl Vermöhlen. Eine Stunde hat ein Dorf Zeit, sich zu präsentieren. So war es vor Sistig auch in Scheven gewesen, der vierten Kaller Ortschaft, die am Wettbewerb teilnimmt. Weil Vermöhlen „seine“ drei Dörfer aber „en bloc“ darstellte, gewährte die Kommission insgesamt fast zweieinhalb Stunden.

Vermöhlen achtete darauf, dass auch die beiden kleineren Dörfer nicht zu kurz kamen – eine bewusste Entscheidung. „Nur im Verbund ist vieles zu schaffen“, sagte der Ortsvorsteher. Natürlich dominiert Sistig aufgrund seiner Infrastruktur und im Gegensatz zu den beiden anderen Dörfern auch aufgrund seiner Einwohnerzahl: 748 gegenüber 138 (Frohnrath) und 120 (Steinfelderheistert). In Sistig gibt es eine Gemeinschaftsgrundschule, den Kindergarten Rappelkiste – für die demografische Entwicklung des Ortes ist das großartig, weil sich junge Familien ansiedeln. „Viele alte Häuser werden von jungen Leuten übernommen“, berichtet Vermöhlen.

Dass Sistig in den vergangenen Jahren aufgewacht ist, beweisen aber noch mehr Fakten: Die Bürger beteiligen sich aktiv an der Entwicklung des Ortes – eine Tatsache, die bei der Kommission sehr gut ankommen dürfte. 2013 schlossen sie sich zu einer Frische-Genossenschaft zusammen, die das Sistiger Lädchen betreibt. Außerdem ist Sistig – übrigens genau wie Scheven – Pilot-Ort im Kreis in Sachen altersgerechtes Quartiersmanagement. Seit rund einem Jahr treffen sich die Bürger regelmäßig, um über die Zukunft ihres Ortes zu sprechen und um ihn nach ihren Wünschen zu gestalten. Natürlich wird dabei nicht nur auf die Senioren gehört, sondern auch auf die jungen Bewohner, denn die – so wäre es der Idealfall – sollen im Ort wohnen bleiben.

Zwei Bäcker, eine Metzgerei,

ein Geflügelhof und mehr

Dass Sistig in der luxuriösen Situation ist, für ein Dorf seiner Größe gleich zwei Bäckereien und eine Metzgerei vorweisen zu können, dazu noch den Geflügelhof Walter, das Hotel-Restaurant Haus West und die Gaststätte Hubertushof, weiß Vermöhlen. Die Vorteile der drei Dörfer ließen sich noch beliebig ergänzen, vor allen Dingen in den Bereichen Tourismus, Brauchtumspflege und regenerative Energien. Auch das alles Pfunde, mit denen Sistig, Steinfelderheistert und Frohnrath wuchern können. Denn es geht nicht mehr nur darum, dass ein Ort sich für die Besichtigung durch die Kommission rausputzt wie beim Vorgängerwettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und anschließend in den von Lothar Gerhards angesprochenen Dornröschenschlaf fällt.

Nach der Präsentation zog die Kommission inklusive Michael Heller, dem derzeitigen ersten Bürger der Gemeinde Kall, zunächst durch Sistig. Vermöhlen zeigte die alte Schule, die in der weiteren Ortsentwicklung eine entscheidende Rolle spielen soll, weil sie zum Begegnungsort umgebaut werden soll. Lothar Gerhards, ehemaliger Geschäftsführer des Naturparks Eifel, wies an seinem Haus auf die Vorteile künstlicher Schwalbennester hin, von denen er gleich einige unter seinem Dach angebracht hat. Und natürlich machte der Tross auch einen Abstecher ins Sistiger Lädchen, wo die Kommission davon überzeugt wurde, dass es dort alles gibt, was den täglichen Bedarf abdeckt.

Mit den Autos ging es anschließend noch zum Dorfgemeinschaftshaus nach Steinfelderheistert und nach Frohnrath, wo Karl Vermöhlen auf ein paar Besonderheiten dieser Orte hinwies. Franz Unterstetter, Leiter der sechsköpfigen Bewertungskommission des Kreises Euskirchen, gibt zu, dass ihn die Präsentationen der einzelnen Dörfer jedes Mal aufs Neue überrascht. „Die Leute stellen sehr viele Dinge an, um sich zu verbessern.“ Denn das sei das Ziel des Projekts „Unser Dorf hat Zukunft“: „Wir wollen versuchen, das Leben in den Dörfern lebenswert zu machen“, so Unterstetter.

pp/Agentur ProfiPress


Kreisbrandmeister Udo Crespin (l.) und Bezirksbrandmeister Manfred Savoir (r.) ehrten Alois Poth (v.l.), Bürgermeister a. D. Herbert Radermacher und Harald Heinen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

225 Menschenleben gerettet

Steigende Mitgliederzahl der Feuerwehren im Kreis Euskirchen – Insgesamt 2738 Einsätze im Jahr 2016 – Auszeichnungen für Harald Heinen, Herbert Radermacher und Alois Poth – Mitgliederbindung als großes Ziel ausgemacht

Kreis Euskirchen/Kall – Ein Wildschwein aus Holz, eine erfreuliche Entwicklung beim Nachwuchs sowie die Verleihung der höchsten Auszeichnung, die die Feuerwehr zu bieten hat: Die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Euskirchen in der Kaller Bürgerhalle hatte auch ohne Wahlen einiges zu bieten.

Gleich drei offizielle Ehrungen fanden am Ende statt, wobei einer der Ausgezeichneten eigentlich gar kein Feuerwehrmann ist, auch wenn er erst vor wenigen Wochen von der Freiwilligen Feuerwehr Kall zum Ehrenbrandmeister ernannt wurde. Aber der jüngst aus dem Amt ausgeschiedene Bürgermeister Herbert Radermacher erhielt die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille, denn, so beschrieb es Bezirksbrandmeister Manfred Savoir, der Kaller Bürgermeister a. D. habe sich während seiner Amtszeit durch sein besonderes Engagement für die Feuerwehr verdient gemacht. „Es war gut, Sie erlebt zu haben“, meinte auch Udo Crespin, oberster Feuerwehrmann im Kreis Euskirchen.

Anschließend konnte Radermacher von der Bühne aus zusehen wie zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter ebenfalls ausgezeichnet wurden. Der einstige Ordnungsamtschef Alois Poth erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze, unter anderem dafür, weil er in seiner Doppelrolle als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung als Bindeglied wirkte. Dass Poth immer noch sehr emsig ist, zeigte sich dadurch, dass Manfred Savoir ihn gleich mehrfach aufrufen musste. Poth kümmerte sich im Thekenbereich nämlich mit Mitgliedern der Jugendfeuerwehr darum, dass bei den hochsommerlichen Temperaturen alle 95 Delegierte in der Kaller Bürgerhalle mit Getränken versorgt wurden.

Mit der höchsten Auszeichnung, die die Feuerwehr zu bieten hat, dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold, wurde Kalls Wehrleiter Harald Heinen, gleichzeitig auch stellvertretender Kreisbrandmeister und stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, dekoriert. Heinen leitet seit 30 Jahren die Geschicke der Kaller Gemeindewehr – laut Savoir ein überaus ungewöhnlich langer Zeitraum. Alleine Heinens Verdienste für die Feuerwehr aufzuzählen wäre abendfüllend. Savoir bezeichnete ihn deshalb auch als Motor der Feuerwehr nicht nur in Kall, sondern im gesamten Kreis.

Wildschwein aus Holz für Manfred Savoir

Zum Schluss wurde aus dem Ehrenden aber auch ein Geehrter: Weil Manfred Savoir in diesem Jahr seinen Posten als Bezirksbrandmeister niederlegt, schenkte ihm der Kreisfeuerwehrverband Eifeler Spezialitäten und ein Wildschwein aus Holz.

Damit der Jahresbericht kein trockenes Vortragen von Fakten wird, hatte sich der Kreisfeuerwehrverband eine von Kreisbrandmeister Udo Crespin moderierte Talk-Runde ausgedacht. Dabei berichtete unter anderem das Führungstrio der Kreisjugendfeuerwehr, Kerstin Brandhoff, Christian Heinrichs und Kathrin Hörnchen, über die Entwicklung in der Nachwuchsabteilung und über besondere Projekte, etwa einen Polen-Austausch.

Ein beeindruckendes Statistikwerk hatte der „Herr der Zahlen“ beim Kreisfeuerwehrverband, der frühere stellvertretende Vorsitzende Karl-Georg Hardy, zu bieten. Insgesamt gab es zum Stichtag 31. Dezember 2016 im Kreis Euskirchen 4301 Feuerwehrleute. 2617, darunter 178 Frauen, gehören zur Einsatzabteilung, 719, davon 117 Frauen, zur Jugendfeuerwehr und 965 Mitglieder stark ist die Ehrenabteilung. Insgesamt ist die Zahl der Feuerwehrleute im Vergleich zum Jahr 2015 um 40 gestiegen. Besonders der Zuwachs bei der Jugendfeuerwehr freut Udo Crespin: „Das ist eine markante Aussage, denn die Jugendfeuerwehr ist die Hauptgenerierungsquelle für die Einsatzabteilungen.“

Das Durchschnittsalter, in dessen Berechnung die Einsatzabteilungen und Jugendfeuerwehren einfließen, beträgt 31,83 Jahre und ist damit ungefähr auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Die Unterschiede in den elf Kommunen sind aber enorm: In Zülpich (35,55 Jahre) sind die Feuerwehrkräfte fast sechseinhalb Jahre älter als bei den Nesthäkchen in Kall (29,12 Jahre). Deutlich geringer ist übrigens das Alter der insgesamt 265 Feuerwehrfahrzeuge im Kreis: Sie sind durchschnittlich 15,18 Jahre alt, wobei vier bereits seit mehr als vier Jahrzehnten im Einsatz sind.

Menschenrettung als primäres Ziel

Etwa jedes zweite Mitglied der Einsatzabteilungen und Jugendfeuerwehren hat im Jahr 2015 an einer Aus-, Fort- oder Weiterbildung teilgenommen, etwa zwei Drittel von ihnen direkt in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde.

„Das primäre Ziel der Feuerwehr ist die Menschenrettung“, meinte Kreisbrandmeister Udo Crespin. Deshalb war für ihn die wichtigste und entscheidendste Zahl in Hardys umfangreicher Statistik die 225. Denn so viele Menschen wurden im Jahr 2016 gerettet.

Wer glaubt, dass die Feuerwehr hauptsächlich mit Bränden zu tun hat, irrt gewaltig. Von den insgesamt 2738 Einsätzen waren im vergangenen Jahr nur 363 Brände, darunter neun Großbrände. Dem gegenüber stehen 1201 technische Hilfeleistungen. Dazu gehören auch die Wasser- und Sturmschäden, die durch die Unwetterlagen im vergangenen Sommer einen Zuwachs von 234 auf 325 Einsätze hatten.

Ein paar Ziele hat sich der Kreisfeuerwehrverband auch auf die Fahnen geschrieben. So soll die Bereitschaft Düren/Euskirchen wieder intensiver zusammenarbeiten. Eine Großübung der Bereitschaft ist im Oktober an der Rurtalsperre bei Heimbach geplant. Neuerungen gibt es auch im Bereich Ausbildungen, etwa ein neues Seminar Einsatztaktik für Feuerwehrleute in Leitungsfunktionen. Großes Ziel ist die Mitgliederbindung, da seien aber auch Politik und Verwaltungen gefragt, so Crespin.

pp/Agentur ProfiPress


Die feste interkulturelle Band entstand aus spontanen, unregelmäßigen Jamsessions mit Reiner Klein (5.v.r.) beim Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall/pp/Agentur ProfiPress

Fördermittel für interkulturelle Band

Land Nordrhein-Westfalen hat dem Antrag der Flüchtlingshilfe Kall stattgegeben – Gemeinschaftsprojekt mit Gemeinde und Caritas – Jeden Mittwochabend wird im Caritaszentrum geprobt

Kall – Gute Nachricht aus Düsseldorf: Der Landesmusikrat NRW fördert mit Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport rückwirkend zum 1. Mai für ein Jahr das interkulturelle Percussion-Ensemble „Kalimba. Im Sozialausschuss wurde die positive Entscheidung der Jury verkündet. Somit übernimmt das Landesministerium Honorar und Fahrgeld des Musikpädagogen Reiner Klein von der Musikschule Kalimba in Prüm, der einmal pro Woche mit den zwölf aus Syrien, Mali und Deutschland stammenden Teilnehmern probt.

„Es ist toll und bezeichnend für die Flüchtlingshilfe, dass so ein tolles Projekt aus dem ehrenamtlichen Engagement heraus entstanden ist. Wir freuen uns, dass wir einen Teil dazu beitragen konnten“, sagt der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Michael Heller, der den Förderantrag gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten Alice Gempfer für die Flüchtlingshilfe auf den Weg gebracht hatte.

Entstanden war das Projekt auf Initiative von Hartmut Kieven von der Flüchtlingshilfe Kall aus Trommelsessions mit Reiner Klein während der monatlichen Begegnungscafés der Flüchtlingshilfe im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus. Unterstützung fand die Gruppe beim Caritasverband für die Region Eifel e.V.

Das Percussion-Ensemble besteht aus zwölf Leuten: Geflüchtete aus verschiedenen Herkunftsländern, deutsche Kinder und ein Erwachsener. Die interkulturelle Truppe trifft sich nun regelmäßig und hat bereits ein Repertoire erarbeitet. Geprobt wird jeden Mittwoch von 18.30 bis 20 Uhr im Caritaszentrum in Kall. Die Caritas stellt ihre Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung. Betreut wird das Projekt auch weiterhin von Hartmut Kieven.

„Das Interkulturelle Percussion-Ensemble Kalimba wird schon jetzt immer mehr zu einem homogenen Klangkörper“, stellt Reiner Klein zufrieden fest, „wir freuen uns sehr, wenn wir gemeinsam musizieren können und unsere Rhythmen bei zahlreichen Anlässen der Öffentlichkeit präsentieren dürfen.“ Hartmut Kieven ergänzt: „Wir wollten einen Beitrag zum Kennenlernen der Kulturen und zur Integration leisten. Mit der Musikschule Kalimba ist uns das auf spielerische Weise sehr gut gelungen.“

Wer die Gruppe kennenlernen möchte oder Lust zum Mitmachen hat, ist herzlich im Caritaszentrum Kall (Aachener Straße 11) willkommen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

pp/Agentur ProfiPress

Die Mittel für die Förderung stammen vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.
Der Landesmusikrat NRW fördert das interkulturelle Percussion-Ensemble Kalimba

Die Verantwortlichen der GenoEifel: Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten (v.l.), Aufsichtsrat Hans Reiff, Vorstand Claudia Weishaupt, Vorstandssprecher Malte Duisberg, die Koordinatorinnen Marita Manderfeld und Corinne Rasky sowie Vorstand Karl Vermöhlen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

GenoEifel stellt sich in Sistig vor

Die Generationengenossenschaft ist am 13. Juli um 18 Uhr im Hubertushof zu Gast

Kall-Sistig – Nach der gelungenen großen Auftaktveranstaltung im Gemünder Kurhaus stellt sich die „GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft“ auch in kleineren Orten den Bürgern vor.

Am Donnerstag, 13. Juli, ist sie im Hubertushof in Sistig zu Gast. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Unter anderem werden Vertreter der Generationengenossenschaft die GenoEifel eG und deren Ziele vorstellen. Hilfegebende und Hilfesuchende werden außerdem darüber informiert, wie die GenoEifel eG funktioniert.

Die GenoEifel eG will, dass die Menschen in der Nordeifel einander helfen – und das ganz offiziell. Die Hilfegebenden sollen dafür entlohnt werden, die Hilfesuchenden zahlen für die Inanspruchnahme.

pp/Agentur ProfiPress


Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel (M.) freute sich über die Spende der Agentur Murk, bestehend aus Traudl Murk (v.l.), Martin Murk, Friedhelm Murk, Guido Klähs, Birgit Lux und Martin Schneider. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Statt großer Feier eine große Spende

Die LVM-Versicherungsagentur Friedhelm Murk mit Büros in Reifferscheid und Kall wird 50 Jahre alt – 3607 Euro an die Hilfsgruppe Eifel übergeben

Kall/Reifferscheid – Ein halbes Jahrhundert alt wird am 30. Juni die LVM-Versicherungsagentur Murk. Doch anstatt ein großes und teures Fest zum Jubiläum zu veranstalten, hat die Belegschaft rund um Agenturleiter Friedhelm Murk entschieden, das Geld für den guten Zweck zu spenden.

Als Profiteur wurde die Hilfsgruppe Eifel auserkoren, die in diesem Jahr halb so alt wird wie die Agentur Murk. 3607 Euro „und ein paar zerquetschte“, wie Friedhelm Murk anmerkt, hat die Versicherungsagentur an Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel übergeben. Die seltsame Summe kommt deshalb zustande, weil neben den 3500 Euro der Agentur selbst auch noch die Kaffeekasse geplündert wurde, in der gut 107 Euro schlummerten.

Die LVM-Versicherungsagentur wurde 1967 im Wohnzimmer von Christian Murk, dem Vater des heutigen Agenturchefs, in Reifferscheid gegründet. 1977 erfolgte der Bezug eines größeren Büros, 1984 übernahm Friedhelm Murk die Agentur. Ein zweites Büro wurde 2001 an der Messerschmittstraße in Kall eröffnet.

Die Agentur Murk ist und bleibt ein Familienunternehmen. Denn seit Friedhelm Murk die Geschicke leitet, ist auch seine Frau Traudl mit im Boot. Und der Fortbestand der Agentur ist auch gesichert, seit dem 1. April dieses Jahres ist Sohn Martin Bestandteil des Teams. Weitere Mitarbeiter sind Guido Klähs (seit 2000), Birgit Lux (seit 2011) und Martin Schneider (seit 2014).

Die Spende an die Hilfsgruppe Eifel ist nicht die erste der LVM-Agentur aus Reifferscheid und Kall. „Für uns kommt nichts anderes infrage“, sagt Friedhelm Murk und seine Frau Traudl ergänzt: „Wir verfolgen die Hilfsgruppe seit es sei gibt und wissen, dass von den Spenden unterwegs nichts stecken bleibt.“

Jährlich erhält die Hilfsgruppe Eifel zwischen 300.000 und 400.000 Euro an Spenden, berichtet Willi Greuel, darunter auch Erlöse aus Veranstaltungen. „Denn wir haben auch Erfolg mit der Kultur, die wir in der Eifel platzieren“, sagt er. Mehr als 6 Millionen Euro für tumor- und leukämieerkrankte Kinder hat der Eifeler Verein mittlerweile aufgewendet, darunter fast eine Million Euro, die in den Sozialfonds der Kinderkrebshilfe Bonn geflossen sind.

Für den sind aller Voraussicht nach auch die 3607 Euro der LVM-Agentur Friedhelm Murk vorgesehen. Willi Greuel hat für die Agentur und ihre Mitarbeiter natürlich nur Lob parat: „Auf so Leute wie die Familie Murk, die uns unterstützen, kann die Eifel stolz sein.“

pp/Agentur ProfiPress


Moderator „Howie“ Engel heizt den Nachwuchskickern ein. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Kids im Fußballfieber

„Mini-WM“ war Höhepunkt des Fußballcamps in Rinnen – Elf Flüchtlingskinder waren ganz selbstverständlich mit dabei

Kall-Rinnen – Fußballfieber pur herrscht auf dem Sportplatz in Rinnen. Um die 90 Jungen und Mädchen im Alten von sechs bis 14 Jahren sind mit Feuereifer bei der Sache. Kein Wunder, denn bei der „Mini-WM“, dem Höhepunkt des dreitägigen „Eifel-Fußballcamps“, dürfen sie zeigen, was sie zuvor gelernt haben. In 16 „Nationalmannschaften“ treten sie unter den Flaggen von Deutschland, England, Brasilien, Angola, Elfenbeinküste, Uruguay und Co. gegeneinander an.

„Klasse gespielt – toll gehalten“, schallt es laut über den Platz. Mit Michael „Howie“ Engel heizt ein in der Region bekannter Moderator und Kommentator dem Kickernachwuchs ein. Wie alle anderen Helfer, stellt auch er sich ehrenamtlich zur Verfügung und meistert mit Bravour die Aufgabe, auf drei Spielfeldern zeitgleich die besten Spielszenen zu kommentieren und die aktuellen Spielstände zu verkünden.

Als „heimliches Highlight“ bezeichnet Ralf Kremp von der Spielgemeinschaft Golbach-Rinnen-Sötenich-Sistig-Krekel (Fußball-SG) das Fußballcamp im Veranstaltungskalender des Jugendfußballs in der Region. Weil viele große und kleine Helfer aus den Vereinen kräftig mit anpacken und das Rewe-Center Kall als Sponsor das Camp unterstützt, werden einmal im Jahr von Freitag bis Sonntag Fußballträume wahr.

Wie in einem richtigen Trainingslager arbeitet ein ehrenamtliches Team von zwölf Trainern an der Technik der Jungen und Mädchen. Im Stationenbetrieb durchlaufen die Kids verschiedene Übungen, bei denen gedribbelt, geschossen, geflankt und gepasst wird. Neben den Spielfertigkeiten kommt auch der Spaßfaktor nicht zu kurz. Jeder Tag ist von einem spannenden „Finale“ gekrönt: Am Freitag wurde der Dribbelmeister gekürt, am Samstag gab es einen Torschuss-Wettbewerb, und der Sonntag endete mit „Fußball-Golf“. Mit fetzigen Klängen untermalt Mirko Wolter als ehrenamtlicher DJ jede Siegerehrung. „Man denkt, sie müssen doch irgendwann mal müde sein, aber sie spielen immer weiter“, staunt „Spielermutter“ Claudia Weishaupt über die Ausdauer der Fußballkids.

International geht es im Übrigen nicht nur bei der Mini-WM zu. So freut es Ralf Kremp und seinen Mitorganisator Stefan Weishaupt besonders, dass auch in diesem Jahr wieder elf Flüchtlingskinder mit von der Partie sind. Für sie wie auch deutsche Kinder aus sozial schwachen Familien übernimmt der Caritasverband für die Region Eifel die vergünstigte Teilnahmegebühr. „Das klappt ganz toll, trotz mancher Sprachbarrieren“, freut sich Kremp. Einige Väter der Flüchtlingskinder spielen selbst in einer Integrationsmannschaft der SG Sportfreunde Marmagen. Sie, aber auch viele andere Väter und Mütter sind am Sonntagnachmittag dabei, um gemeinsam mit ihren Kindern zu kicken und zu erleben, was ihre Sprösslinge an den drei Tagen gelernt haben.

Wichtig ist es den Verantwortlichen der Fußball-SG auch, einen Beitrag zur Gesundheitserziehung der Kinder zu leisten. So stärken sich die teilnehmenden Kinder zwischendurch mit Bio-Obst, sie erhalten frische Mahlzeiten aus regionalen Zutaten.

Wenn das Camp am Sonntag endet, gehen die Kinder nicht nur müde und glücklich nach Hause, sondern mit einer kompletten Ausstattung mit Trikot, Hose, Stutzen, Trinkflasche, Schweißband und Turnbeutel. Außerdem sorgt Andreas Brucker vom Möbelhaus Brucker dafür, dass jedes Kind einen Ball erhält. Doch am meisten zählen das gemeinsame sportliche Erlebnis und das Teamgefühl, das bei den jungen Teilnehmern noch lange nachwirkt. „Manche sind schon zum vierten Mal dabei“, sieht Kremp das Bemühen der Fußball-SG, die Vereine in Sachen Jugendarbeit zu entlasten, bestätigt.

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Bürgermeister a.D. Herbert Radermacher händigte Ende Februar die ersten Ehrenamtskarten an Rainer Klippel (l.) und weitere Ehrenamtler aus. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bereits 30 Inhaber der Ehrenamtskarte

Ende Februar hat die Gemeinde Kall die ersten sieben Karten ausgehändigt – Freiwillige Feuerwehr Kall hat weitere 60 Karten beantragt – Vergünstigungen in bestimmten Geschäften

Kall – Ende Februar hat die Gemeinde Kall die ersten Ehrenamtskarten ausgehändigt. Karteninhaber Nummer 001 ist Rainer Klippel aus Golbach. Seit 2009 ist er in der Hauptschule Kall aktiv. Dort erteilt er Nachhilfe in diversen Fächern und kümmert sich um junge Migranten. Außerdem steht er vielen Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite: Klippel vermittelt Praktika und Ausbildungsplätze, begleitet Eifeler Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, zum Gericht oder zur Polizei.

Weitere Ehrenamtskarteninhaber sind Mitarbeiter der Gemeindebücherei, der Feuerwehr, der Kaller Tafel, der Pfadfinder und des DRK. Aktuell sind es 30 Ehrenamtler, die sich die Karte, mit der sie in bestimmten Bereichen Vergünstigungen erhalten, haben aushändigen lassen. In naher Zukunft könnte sich diese Zahl verdreifachen, denn die Freiwillige Feuerwehr Kall hat 60 weitere Karten für ihre Mitglieder beantragt. „Wir sind von der Nachfrage positiv überrascht“, sagt Gemeindemitarbeiterin Sonja Pütz. Als 211. Kommune in Nordrhein-Westfalen hatte die Gemeinde Kall nach einem Ratsbeschluss im vergangenen Sommer die Ehrenamtskarte eingeführt.

Wer es Rainer Klippel und den anderen Ehrenamtskarteninhabern gleichtun will, der muss allerdings ein paar Bedingungen erfüllen. Voraussetzung für den Erhalt einer Ehrenamtskarte ist, dass man mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig ist – und zwar über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. Beantragt werden kann die Ehrenamtskarte auf der Homepage der Gemeinde Kall unter Rathaus Online/Formularservice.

Folgende Geschäfte bieten Vergünstigungen an: T.E.A.M. Industriebedarf (fünf Prozent Rabatt auf alle Produkte), Haarwerk Doris Poth (zehn Prozent auf Dienstleistungen), Obi (fünf Prozent Rabatt auf rabattfähige Artikel), Kloster Steinfeld (ein Euro Rabatt auf Kloster-Führungen, drei Prozent Rabatt im Klosterladen und Café), Knie Mode (fünf Prozent auf reguläre und reduzierte Ware), Möbel Brucker (zehn Prozent auf Boutique-Artikel), Eifel-Wash (zehn Prozent auf Dienstleistungen), Aktivpark Hannes (50 Prozent Rabatt bei Abschluss eines Jahresvertrags im Fitnessbereich, freier Eintritt für Erwachsene im Aktivi), Pflanzenwelt Schaar (fünf Prozent Bonus auf Kundenkarte) sowie ermäßigte Eintritt im Hallenbad sowie Ermäßigung für den Jahresbenutzerausweis der Gemeindebücherei.

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Solisten und Kammerchor an St. Martin Euskirchen sowie die Accademia Filarmonica Köln unter der Leitung von Markus Goecke gestalteten das Festkonzert. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Dreimal musikalischer Hochgenuss

72. Eifeler Musikfest fand im Kloster Steinfeld statt – Auftakt mit Kammerkonzert in der Bibliothek – Hochamt und Festkonzert in der Basilika

Kall-Steinfeld – Landrat Günter Rosenke nannte es einen „furiosen Auftakt“, und niemand der knapp 120 Zuhörer des Kammerkonzerts, mit dem das Eifeler Musikfest am Samstagabend eröffnet wurde, hätte ihm ernsthaft widersprechen wollen. In die ehemalige Bibliothek des Kloster Steinfelds hatten die Organisatoren eingeladen und für ihr Publikum drei versierte Musiker engagiert, die für wahren Hörgenuss sorgten.

Die 72. Ausgabe der altehrwürdigen Veranstaltung wurde in diesem Jahr begangen. „Damit ist dies das älteste Musikfestival im Rheinland, das seit so langer Zeit ununterbrochen stattfindet“, erläuterte Rosenke, selbst im Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer.

Am 4. August 1946 fand das erste Eifeler Musikfest statt. Mittlerweile ist die Veranstaltung fest auf das erste Wochenende nach Pfingsten gebucht. Auch das Programm hat sich gewandelt. So hat sich das Festival, das sich vor allem der geistlichen Musik widmete, auch der weltlichen Musik zugewandt. Die wird den Zuhörern allerdings nicht in der Basilika, sondern seit fünf Jahren in der ehemaligen Bibliothek zu Gehör gebracht.

Musiker aus dem Kreis Euskirchen, die mit international bekannten Kollegen auftreten – so beschrieb Rosenke das Konzept der Veranstaltung. Mit der in Steinfeld ansässigen Pianistin Sorina Aust-Ioan, die in Köln an der Musikhochschule lehrt, war es Hans Peter Göttgens, dem Intendanten der Festspiele, wieder einmal gelungen, eine hochklassige Besetzung zu engagieren, die aus der Region kommt. Die in Rumänien geborene Aust-Ioan trat mit der Sopranistin Aurora Sperduto und dem Bass-Bariton Robert Fendl auf.

Unter das Motto „Klavier trifft Gesangsduo“ hatten die drei Musiker ihren Auftritt gestellt und stellten dabei ihre Flexibilität unter Beweis. Eröffnet wurde der Abend von Aust-Ioan mit den Diabelli-Variationen von Ludwig van Beethoven. Dem Komponisten blieb sie auch im Laufe des Abends bei ihren Soloparts treu und überzeugte mit Ecossaisen in Es-Dur, einem zarten „Für Elise“ und den „Bagatellen“.

Mit viel Gefühl und Spaß am Schauspiel kredenzten die Italienerin Sperduto und der Fendl die Opernarien, die von Händel, Mozart, Rossini und Gounod komponiert waren. Sperduto gab „Les Feuilles Mortes“ und Edith Piafs „La vie en rose“, während Fendl sich mit Stücken aus „The Man of La Mancha“ und „Les Misérables“ dem Musicalfach widmete.

Den Schlusspunkt setzte das Trio mit einem schwärmerischen „Lippen schweigen“ von Franz Lehár aus der Operette „Die lustige Witwe“. Mit begeistertem Beifall verabschiedeten die Zuhörer die drei Musiker.

Zum Hochamt am darauffolgenden Sonntag führten Solisten, der Chor und das Orchester an der Basilika sowie Gastsängerinnen aus der Gemeinschaft der Gemeinden Heiliger Hermann Josef Steinfeld die Missa brevis G-Dur (1774) von Nikolaus Betscher auf. Abgeschlossen wurde das 72. Eifeler Musikfest am Nachmittag in der Basilika durch ein Festkonzert. Solisten und Kammerchor an St. Martin Euskirchen sowie die Accademia Filarmonica Köln unter der Leitung von Markus Goecke stellten „Coronation Anthems“ und das „Utrechter Te Deum“ von Georg Friedrich Händel in den Mittelpunkt.

pp/Agentur ProfiPress


Von Freitag, 16., bis Montag, 19. Juni, wird in Golbach Kirmes gefeiert. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Kirmes in Golbach

Von Freitag, 16. Juni, bis Montag, 19. Juni, wird in Golbach gefeiert – „Vier gewinnt“-Abend, Konzert von „De Schlingele“ und Familiennachmittag

Kall-Golbach – In Golbach wird von Freitag, 16. Juni, bis Montag, 19. Juni, wieder Kirmes gefeiert. Veranstalter sind der Bürgerverein und Kapellenchor Golbach.

Start der Kirmes ist am Freitag, 16. Juni, 20 Uhr, mit dem dritten „Vier gewinnt“-Turnier in der Kneipe im Bürgerhaus. Einlass ist bereits um 19 Uhr. Weitere Auskünfte erteilt Marcus Manthey (0157/38767879), der auch Anmeldungen entgegennimmt.

Einen Abend später, am Samstag, 17. Juni, ab 20.30 Uhr, spielen De Schlingele beim Kirmesball auf. Die Eifeler Band sorgt mit Musik für eine tolle Stimmung und macht Lust aufs Tanzen.

Der Sonntag, 18. Juni, beginnt um 9 Uhr mit einer heiligen Messe in der Kapelle in Golbach. Anschließend geht es zum Frühschoppen – entweder in der Kneipe oder bei schönem Wetter auch draußen. Tagsüber findet ein buntes Kirmestreiben statt, für Kinder gibt es eine große Bauern-Hüpfburg und eine Wurf- und Spielzeugbude.

Der letzte Kirmestag, Montag, 19. Juni, startet um 10 Uhr mit einer heiligen Messe in der Kapelle. Danach wird bis zum Kirmesausklang gefrühschoppt.

pp/Agentur ProfiPress


Der Vorsitzende des Kaller Maigeloogs, Lukas Müller, gewann das Vorjahresturnier. Er tritt nun als Titelverteidiger an. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Würfelmarathon um „Luischen-Cup“

Die dritte Kaller Schockermeisterschaft findet am 23. Juni im Saal der Gaststätte Gier statt – Überraschungspreise und Pokale – Großes Starterfeld erwartet – Anmeldung erforderlich

Kall – Der Kaller Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier veranstaltet am Freitag, 23. Juni, ab 19 Uhr im Saal der Gaststätte die dritte Schocker-Meisterschaft um den Großen Preis der Gaststätte Gier und den Wanderpokal „Luischen Cup“. Auch bei der dritten Auflage der Meisterschaft rechnet der Kaller Kneipen-Verein mit einem großen Starterfeld.

Spielleiter beim dritten Turnier sind der Vorsitzende des Vereins, Uwe Schubinski, sowie der Schriftführer Reiner Züll. Gespielt wird in drei Durchgängen mit je 15 Spielen. Nach jedem Durchgang wird die Besetzung der Tische neu ausgelost.

Etwa drei Stunden lang werden die Würfel im „Schockertempel“ an der Aachener Straße über die Spieltische tanzen, wobei die Würfelartisten verbissen um „Schock aus“, „Straße“ oder „Drei Deutsche“ (General) kämpfen werden.

Dem Bestplatzierten winken Siegerpokale und Überraschungspreise. Zum zweiten Mal geht es bei der Kaller Schocker-Meisterschaft um den „Luischen-Cup“, der an die Kultwirtin Luise Gier erinnern soll, die die Gaststätte bis ins hohe Alter von 84 Jahren geführt hatte. Titelverteidiger ist der Maigeloog-Vorsitzende Lukas Müller aus Kall, der bei der Meisterschaft im Oktober vergangenes Jahr mit 165 Punkten den Gesamtsieg errang. In der Damenwertung wird Heike Friedrichs versuchen, ihren Titel zu verteidigen.

Die Zahl der Mitspieler wird auf 48 begrenzt. Für die Teilnahme am Turnier ist eine Voranmeldung erforderlich. Interessenten können sich direkt in der Gaststätte Gier in die Teilnehmerlisten einschreiben oder sich während der Öffnungszeiten der Gaststätte unter der Rufnummer 02441/4225 anmelden.

www.gaststaette-gier.de

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Zog die Kinder wieder in seinen Bann: Kinderliedersänger Uwe Reetz inmitten der Maus und dem Schaf Shaun beim Familienfest in Urft. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die Kinder hatten Vorfahrt

Tolles Familienfest zum Doppeljubiläum des Jugendgästehauses  „Haus Dalbenden“ und der Hilfsgruppe Eifel – Typisierungsaktion mit der DKMS – Spender und Empfänger trafen sich – Über 100 Helfer im Einsatz – Buntes Nonstop-Programm auf der Bühne

Kall-Urft – Im Zeichen des 50-jährigen Bestehens des Wuppertaler Schullandvereines „Haus Dalbenden“ und des 25-jährigen Bestehens der Hilfsgruppe Eifel stand ein großes Familienfest auf dem großen Freigelände des Urfter Jugendgästehauses. Ein Nonstop-Programm auf der großen Showbühne, zahlreiche Stände mit Unterhaltungsangeboten, Folklore und Präsentationen füllten das umfangreiche Tagesprogramm, das von dem Sötenicher Entertainer Julian Heldt moderiert wurde. Leider fand das Fest infolge eines Unwetters ein vorzeitiges Ende, nachdem nachmittags heftige Regengüsse die Besucher in die Flucht geschlagen hatten.

Wochenlang hatte ein Orga-Team des Schullandvereines unter dem Vorsitz von Gabriela Rittinghaus-Koppers und der Hilfsgruppe Eifel mit Willi Greuel an der Spitze das große Familienfest vorbereitet und für den Festtag über 100 Helfer mobilisiert. Denn neben dem eigentlichen Programm zum Doppeljubiläum fand im Gästehaus die elfte Typisierungs-Aktion der Hilfsgruppe Eifel mit der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) statt. Erstmals veranstaltete die Hilfsgruppe die Typisierung durch die Entnahme von Speichelproben. Bei den bisherigen zehn Aktionen wurde die Methode der Blutentnahme angewendet. Doch in Urft waren die  Besucher mehr zum Feiern aufgelegt, denn gerade mal 50 ließen sich typisieren. „Das ist nicht schlimm, wenn von den 50 nur einer als Stammzellenspender für einen Leukämiekranken infrage kommt, dann hat sich die Aktion gelohnt“, resümierte Willi Greuel.

Iris Theisen, bei der DKMS in Köln für die Spender-Neugewinnung zuständig, überreichte Willi Greuel zum 25-jährigen Bestehen der Hilfsgruppe eine gläserne 25 mit einer eingravierten Dankbotschaft. Bei den zehn bisherigen, seit 1992 durchgeführten Typisierungsaktionen, habe die Hilfsgruppe 22.400 potenzelle Spender in die Internationale Knochenmark-Spender-Datei gebracht. Ganz aktuell hätten davon 337 genetische Zwillinge mit ihren Stammzellen Leben gerettet. Iris Theisen: „Eifeler Stammzellen sind seit 1992 in 34 Ländern der Erde transplantiert worden.“

Beim Familienfest kam es auf der Bühne auch zu einem recht emotionalen Treffen von Stammzellenspendern und Empfängern: Christoph Vollmer aus Achern im Schwarzwald traf auf seine Lebensretterin Simone Krämer aus Steinfelderheistert; die Potsdamerin Nicole Kreißig bedankte sich bei dem Golbacher Thomas Engels, der ihr 2014 durch eine Stammzellenspende das Leben gerettet hat. Mit auf der Bühne auch die 39-jährige Astrid Phillips aus Bergbuir, die 2008 dem fünfjährigen an Leukämie erkrankten Markus Reuthemann aus Martinszell (Allgäu) lebensrettende Stammzellen gespendet hatte.

Dass der Schullandverein und die Hilfsgruppe ihre Geburtstage gemeinsam mit einem Familienfest feierten, kam nicht von ungefähr. Als die Hilfsgruppe in den 90er-Jahren viele, durch die Tschernobyl-Katastrophe geschädigten Kinder zur Erholung in die Eifel holte, lebten diese in den Sommerferien 1997 und 1998 im Urfter Schullandheim, das zu Beginn dieses Jahres in Jugendgästehaus umgetauft wurde. Noch heute erinnern sich Willi Greuel und das Ehepaar Christine und Jürgen Augsten, die das Jugendgästehaus mit großem Engagement leiten, immer wieder an die Kinder aus Weißrussland, die in Urft liebevoll betreut wurden und unbeschwerte Ferienwochen genießen konnten.

Daran erinnerte auch der stellvertretende Bürgermeister Uwe Schubinski, der im Namen der Gemeinde Kall Glückwünsche zum Doppeljubiläum überbrachte. Das Jugendgästehaus biete seit fünf Jahrzehnten für viele Anlässe eine offene Tür und Unterkunft. „Die Einrichtung ist weithin bekannt; hier kommt man zusammen und verbringt eine schöne, gesellige und erlebnisreiche Zeit“, so Schubinski.

Die Tschernobyl-Kinder seien damals in Urft für eine kurze Zeit von ihren Sorgen und ihrer Krankheit abgelenkt worden. Schubinski dankte auch der Hilfsgruppe Eifel, die sich seit nunmehr 25 Jahren beispiellos und unermüdlich für krebskranke Kinder einsetzte und die durch zehn Typisierungsaktionen so manches Schicksal positiv beeinflusst habe. Schubinski bedankte sich bei beiden Institutionen mit zwei Spenden-Briefen für „so viel Herzlichkeit und Engagement“.

Auf der Bühne ging es den ganzen Tag über Schlag auf Schlag. Der Ehrenmusikzug der Feuerwehr Wuppertal-Ronsdorf, in dem der ehemalige Geschäftsführer des Schullandvereins, Frank Gusinde, die Querflöte spielt, eröffnete den musikalischen Reigen. Es folgten die Silverado Dancers aus Mechernich und der Kinderliedersänger Uwe Reetz, der Unterstützung von der WDR-Maus und dem Schaf „Shaun“ bekam.

Der Musikverein Urft, die Showband „The Wild Bobbin‘ Baboons“  und die Cooper Town Cooperation wechselten sich auf der Bühne ab, während  Falkner der Greifvogelstation Hellenthal abgerichtete Falken und Adler über die Köpfe der Festbesucher gleiten ließen. Irakische Folklore bot eine Formation von kurdischen Tänzern und Tänzerinnen aus dem Raum Euskirchen, die die Festbesucher zum Mittanzen animierten.

„Kinder werden bevorzugt bedient – Erwachsene müssen warten“, lautete die Devise, die Gabriela Rittinghaus-Koppers und Willi Greuel für die vielen Stände auf der Festwiese ausgegeben hatte. Für die kleinen Gäste waren deshalb eine separate Getränketheke sowie ein Obststand installiert worden. Für die Kids standen unter anderem ein Karussell, eine Eisenbahn, zwei Hüpfburgen und das Spiel „Karlo Klötzchen“ parat, beim Pfeil- und beim Pömpelwerfen konnten sie ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Infostände hatten der Tierschutzverein Kall, die DKMS und die Kreissparkasse, die die Hilfsgruppe seit deren Gründung unterstützt, aufgebaut. Am Glücksrad gab es Preise zu gewinnen. Auch der Haie-Fanclub aus Kall war mit einer Eishockey-Bahn vertreten. Am Stand der Hilfsgruppe konnten Besucher schätzen, wieviel Geld sich in einer Dreiliter-Flasche befand. Eine große Tombola rundete das schier endlose Angebot ab. Die Besucher hatten die Chance, mehrtägige Reisen nach Paris und Prag zu gewinnen.

Obwohl heftige Regenfälle die Besucher vertrieben und das Bühnenprogramm vorzeitig beendet worden war, ließen sich die Dreiborner „Drums & Pipes“ nicht beirren. Die Schotten spielten am Eingang zum Festgelände trotzdem auf und bekamen dafür den verdienten Applaus der verbliebenen Gäste. Obwohl das Fest vorzeitig beendet werden musste, waren sich die beiden Veranstalter einig: „Wiederholung des Familienfestes im nächsten Jahr“.

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Hans Peter Göttgens vor der Steinfelder König-Orgel, für deren Restaurierung er Mitte der 1970er Jahre unzählige Benefizkonzerte veranstaltete. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Leben im Takt der Kirchenmusik

Hans Peter Göttgens ist Intendant des Eifeler Musikfestes, Orgelspieler und leitete rund 45 Jahre lang den Kirchenchor an der Basilika Steinfeld

Kall-Steinfeld – Am vergangenen Wochenende fand in Steinfeld zum 72. Mal das Eifeler Musikfest statt, das längst weit über die Grenzen der Eifel hinaus Bekanntheit erlangt hat. Die Intendanz hat seit mehr als 20 Jahren der Steinfelder Hans Peter Göttgens inne, der in der Basilika Steinfeld auch jeden Sonntagmorgen zur Messe die Orgel spielt und rund 45 Jahre lang den Kirchenchor leitete. „Kirchenmusik ist mein Leben“, sagt der 82-Jährige.

Hans Peter Göttgens wuchs in Würselen auf und lernte schon als kleiner Junge das Klavierspielen, während sein Großvater ihn auf der Zither begleitete. Mit zwölf Jahren begann er die Orgel zu spielen – und betätigte sich von da an in der Kirchenmusik. Bis heute spielt er jeden Sonntag zur Messe auf der König-Orgel der Steinfelder Basilika, deren Anfänge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen und die zu den wertvollsten Orgeln des Rheinlands gehört.

Aus dieser Leidenschaft heraus setzte er sich Mitte der 1970er Jahre auch zusammen mit seiner mittlerweile verstorbenen Ehefrau für die Restaurierung der Orgel ein. Um den Eigenanteil der Kirchengemeinde, für das Projekt stemmen zu können, mobilisierte das Ehepaar Göttgens sämtliche Musiker aus seinem Bekanntenkreis und veranstaltete rund acht Jahre lang jeden Monat ein Benefizkonzert zugunsten der Steinfelder König-Orgel – bis die Restaurierung vollständig finanziert war.

Seine Kontakte in alle Richtungen der Musikwelt nutzt Hans Peter Göttgens auch für seine Aufgaben als Intendant des Eifeler Musikfestes, das jedes Jahr in Trägerschaft des Fördervereins Kloster Steinfeld stattfindet. In der Nachkriegszeit entstanden ist es das einzige Musikfest im Rheinland, das über so lange Zeit – immerhin schon seit 72 Jahren – ohne Unterbrechung im jährlichen Turnus stattfindet.

Als Intendant ist der 82-Jährige für die Auswahl der Musik für das Kammerkonzert, das Hochamt und das Festkonzert zuständig. „Ich möchte die Tradition weiterführen, die durch diese langjährige Geschichte entstanden ist“, sagt der Intendant und betont: „Tradition bedeutet nicht nur, am Althergebrachten festzuhalten, sondern durchaus auch neue Wege zu beschreiten.“

Wenn es beim Eifeler Musikfest um die Veranstaltungen mit rein sakraler Kirchenmusik geht, setzt Hans Peter Göttgens aber weiterhin lieber auf Klassiker wie Mozart, Haydn oder Schubert. „Einer der Höhepunkte war sicherlich Mozarts Krönungsmesse anlässlich des 70. Eifeler Musikfestes“, erinnert er sich.

Mit dem Hochamt des Eifeler Musikfestes hat sich Hans Peter Göttgens nun als Leiter des Chores an der Basilika Steinfeld verabschiedet. „Seit anderthalb Jahren waren wir vergeblich auf der Suche nach einem Nachfolger, aber jetzt zeichnet sich endlich eine Lösung ab“, erzählt er.

Seiner Leidenschaft für die Kirchenmusik bleibt er weiterhin als Orgelspieler treu – und natürlich mit der verantwortungsvollen Aufgabe als Intendant des Eifeler Musikfestes. „Wenn ich mich nach den Konzerten hinsetzen kann mit dem Gedanken »Das war toll« – das ist für mich der schönste Moment.“

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Die Verantwortlichen verschiedener europäischer Salvatorianer-Provinzen trafen sich im Kloster Steinfeld: (v.l.) Pater Agustin van Balen (Generalmissionssekretär, Rom), Pater Richard Mway Zeng (Großbritannien), Pater Hubert Veeser (Deutschland), Pater Piotr Filas (Polen), Pater Karl Meier (Schweiz), Pater Milton Zonta (Generalsuperior, Rom), Pater Fernando López (Spanien), Pater Josef Wonisch (Österreich), Pater Agostino Maiolini (Italien) und Pater Piet Cuijpers (Belgien). Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Europäische Ordensobere tagten im Kloster Steinfeld

Provinzialen der Salvatorianer berieten über die Zukunft in Westeuropa

Kall-Steinfeld – Im Kloster Steinfeld hat ein Treffen europäischer Provinzialen des Ordens der Salvatorianer stattgefunden. Aus Italien, Großbritannien, Deutschland, Polen, der Schweiz, Spanien, Belgien und Österreich kamen die Leiter der europäischen Provinzen zusammen, um über die Zukunft des Ordens in Europa zu beraten.

Das Wochenende des Hermann-Josef-Festes nutzen sie zur Anreise, so konnten einige sonntags an den Feierlichkeiten teilnehmen. Am Montag und Dienstag ging es dann insbesondere darum, wie man der stark rückläufigen Zahl an Berufungen begegnen kann.

„Weltweit, insbesondere in Asien und Afrika, wächst die Gemeinschaft. In Westeuropa dagegen geht das Wachstum gegen Null“, sagte Pater Hubert Veeser, der seit vier Jahren Provinzial und in dieser Funktion Leiter der Salvatorianer in Deutschland ist, am Rande des Treffens. Während es hierzulande noch knapp 60 Mitbrüder sind, hat die Schweiz nur noch elf Ordensangehörige. Die größte europäische Provinz ist die polnische mit über 400 Mitbrüdern in verschiedenen Ländern.

Wie es unter diesen Voraussetzungen für die Salvatorianer in Europa weitergehen kann, war eine vieldiskutierte Frage beim Treffen in der Eifel, das einige der Provinzialen zum ersten Mal ins Kloster Steinfeld führte. So gebe es unter anderem Überlegungen, eine gemeinsame europäische Ausbildungsgemeinschaft ins Leben zu rufen, führte Pater Hubert Veeser aus. Es ging um die Frage, wie Kräfte gebündelt werden können und auch, inwieweit Mitbrüder aus den jungen Kirchen in den europäischen Provinzen mitarbeiten können.

Weitere Themen waren der 100. Todestages von Ordensgründer Pater Franziskus Jordan im kommenden Jahr und die damit verbundenen Feierlichkeiten sowie das nächste vierwöchige Generalkapitel, das ebenfalls 2018 in St. Ottilien bei München stattfinden soll.

„Die Gespräche fanden in einer sehr offenen und brüderlichen Atmosphäre statt. Und natürlich waren die Ordensoberen auch an den neuesten Entwicklungen im Kloster Steinfeld interessiert und nahmen auch an einer Führung durch Kloster und Basilika teil“, resümierte Pater Hubert Veeser.

 

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Sascha Pagnia (links), Botschafter der Town & Country Stiftung und Geschäftsführer von SP Bauprojekte GmbH mit Sitz in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, übergab die Spende an Willi Greuel, Vorsitzender der Kaller Hilfsgruppe Eifel e.V. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Kranke Kinder zu Hause versorgen

Hilfsgruppe Eifel e.V. aus Kall erhält Spende der Town & Country Stiftung – Geld soll in Finanzierung einer Ambulanzschwester an Bonner Uniklinik fließen – Stiftungsbotschafter Sascha Pagnia, Geschäftsführer von SP Bauprojekte GmbH mit Sitz in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, übergab die Fördergelder

Mechernich-Firmenich/Kall - Als eines von bundesweit 500 Kinderhilfsprojekten wurde die Kaller Hilfsgruppe Eifel e.V. mit Fördergeldern in Höhe von 1.000 Euro von der Town & Country Stiftung bedacht. Sascha Pagnia, Botschafter der Town & Country Stiftung und Geschäftsführer von SP Bauprojekte GmbH mit Sitz in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, übergab die Spende an den Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel. Das Geld soll in die Finanzierung einer Ambulanzschwester der Uni-Kinderklinik Bonn fließen, die krebskranke Kinder zu Hause versorgt.

Die Town & Country Stiftung wurde im Jahr 2009 von den Unternehmensgründern Gabriele und Jürgen Dawo ins Leben gerufen. Mit den Fördergeldern unterstützt die Stiftung unverschuldet in Not geratene Hauseigentümer sowie benachteiligte Kinder. Sascha Pagnia, Geschäftsführer des Town & Country Partners „SP Bauprojekte GmbH“ im Lizenzgebiet Kreis Euskirchen, kam daraufhin in Kontakt mit der Hilfsgruppe Eifel und schlug Willi Greuel und seinem Team vor, sich bei der Stiftung zu bewerben.

Bei der Förderung werden die ersten 500 Projekte von Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen berücksichtigt, die den Auswahlkriterien entsprechen. Darüber hinaus haben die Projekte die Chance auf den jährlich ausgelobten Stiftungspreis in Höhe von 5.000 Euro. Dazu wählt eine unabhängige Jury ein Projekt pro Bundesland aus. Das Augenmerk liegt dabei auf verschiedenen Bereichen des sozialen Engagements, unter anderem auf Kinderkrankenhäusern.

Die Hilfsgruppe Eifel aus Kall finanziert schon seit Jahren die Stelle einer Ambulanzschwester an der Bonner Kinderklinik, um krebskranke Kinder zu Hause betreuen zu können. Dafür fallen jedes Jahr rund 65.000 Euro an, die die Hilfsgruppe Eifel über Spenden zusammenbringt. „Bei uns fließt jeder Cent in Hilfsprojekte“, betont Willi Greuel und zieht Bilanz: „In diesem Jahr feiern wir unser 25-jähriges Bestehen. In dieser Zeit haben die Eifeler uns mit Spenden von mehr als sechs Millionen Euro unterstützt.“

Als Stiftungsbotschafter durfte Sascha Pagnia den Spendenscheck in der Firmenicher Zikkurat überreichen: „Ich bin sehr froh, dass wir mit der Spende krebserkrankte Kinder unterstützen können und ihnen durch die Ambulanzschwestern der Kinderkrebsstation in Bonn weiterhin eine Versorgung im heimischen Umfeld ermöglichen können.“ Schließlich weiß der Geschäftsführer der SP Bauprojekte GmbH, wie wichtig die Wohlfühlatmosphäre zu Hause ist. Mit dem Town & Country Haus, Deutschlands meistgekauftem Markenhaus, setze man auf seriöse und menschliche Beratung, um Familien ein Zuhause zu verkaufen.

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Rund 160 Interessierte waren in den kleinen Kursaal in Gemünd gekommen, der aus allen Nähten platzte. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Hilfst du mir, helfe ich dir

Gewaltiger Andrang bei der Auftaktveranstaltung zur Generationengenossenschaft GenoEifel eG im Gemünder Kurhaus – Vorstand, Aufsichtsrats und Koordinatorin stellten Konzept vor

Schleiden-Gemünd/Eifel – Wolfgang Merten war „überwältigt vom Andrang“, Malte Duisberg „sehr froh, dass Sie so zahlreich erschienen sind“. Tatsache ist: Wenn noch ein paar Leute mehr gekommen wären, hätte die Auftaktveranstaltung der Generationengenossenschaft GenoEifel eG in eine andere Lokalität verlegt werden müssen. Denn der kleine Kursaal im Gemünder Kurhaus platzte buchstäblich aus allen Nähten, der große Kursaal wäre zur Not frei gewesen. Die fleißigen Helfer der VR-Bank Nordeifel eG schafften von dort noch eilig Stühle herbei, dennoch mussten einige der rund 160 Besucher stehen. Auch die ausgelegten 100 Beitrittserklärungen waren flugs vergriffen.

Das Interesse an diesem im Kreis Euskirchen und der Eifel einmaligen Konzept war und ist gewaltig. Es geht vereinfacht gesagt darum, dass Menschen anderen, meist älteren Menschen in alltäglichen Situationen helfen – bei der Gartenarbeit, der Hausarbeit oder sich einfach mal eine Stunde pro Woche Zeit nehmen. „Die Grundidee zur Generationengenossenschaft, die damals noch eine Seniorengenossenschaft werden sollte, hat unser Vorstandsvorsitzender Bernd Altgen von einem Seminar in Baden-Württemberg mitgebracht“, berichtete VR-Bank-Nordeifel-Vorstand Wolfgang Merten, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der GenoEifel eG.

Unterstützt wird die Generationengenossenschaft mit Leader-Mitteln. 118.000 Euro fließen aus diesem EU-Maßnahmenprogramm bis 2022 an die GenoEifel, hinzu kommen 63.000 Euro von Dritten, darunter auch von der VR-Bank Nordeifel eG sowie deren Stiftung, der Dr.-Axe-Stiftung aus Bonn, der Stiftung Evangelisches Altenheim Gemünd und der Heinen-L’homme-Weishaupt und Partner Steuerberater Partnerschaft mbB. Mitglieder der Generationengenossenschaft erwerben außerdem für 50 Euro einen Geschäftsanteil, pro Jahr werden außerdem 40 Euro Mitgliedsbeitrag fällig.

Dieses Geld wird nicht nur zum Aufbau der GenoEifel eG benötigt, sondern auch um die Gehälter der beiden festen Mitarbeiterinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld zu bezahlen, die derzeit ein Büro im Kaller Rathaus bezogen haben und im Jahr 2019 ins „Haus der Begegnung“ umziehen sollen, das neben dem Rathaus entsteht. Übrigens: Wer sich die Beiträge nicht leisten kann, soll in Zukunft von einem noch einzurichtenden Hilfsfonds partizipieren.

Doch warum ist eine Generationengenossenschaft überhaupt nötig? „Es gibt im Gegensatz zu früher keine Mehrgenerationenhaushalte mehr“, erklärte Vorstandssprecher Malte Duisberg. Heute würden Eltern bei ihren Kindern nach dem Prinzip verfahren „Lerne was, leiste was, geh‘ hinaus in die Welt und werde was“.

Karl Vermöhlen, Mitvorstand der GenoEifel eG, wies auf die demografische Entwicklung und deren Konsequenzen hin. Durch den Pillenknick vor 50 Jahren verschwand der bis dahin durch den Babyboom der Jahre 1950 bis 1970 bestehende Geburtenüberschuss binnen weniger Jahre. Besonders im Südteil des Kreises Euskirchen mache sich das eindrucksvoll bemerkbar: „Die Gesamtzahl der Einwohner schrumpft je nach Kommune um bis zu 20 Prozent. Die Zahl der über 65-Jährigen steigt dabei bis zum Jahr 2030 um etwa 50 Prozent an, wobei auch die Hochbetagten zunehmen“, zeigte Vermöhlen auf. „Wir Babyboomer können nicht länger warten, sondern müssen jetzt handeln. Jetzt können wir diesen Prozess noch gestalten,“ schloss er den kurzen Exkurs.

Leistungsempfänger und Leistungsgeber

Zwar gebe es schon das Netzwerk an Urft und Olef, Koordinatorin ist wie bei der GenoEifel Corinne Rasky, doch das beschränke sich auf Freizeitaktivitäten. „Bei uns geht es um gegenseitige Hilfestellungen, wir wollen Menschen zusammenbringen, die Bedarf haben“, erklärt Duisberg. Unterschieden wird bei der Generationengenossenschaft zwischen Leistungsempfänger und Leistungsgeber. Damit das Konzept funktioniert, werden beide Seiten benötigt.

Neun Euro Stundenlohn zahlen die Leistungsempfänger auf ein Konto ein. Drei Euro davon gehen an die GenoEifel eG. „Nach der Förderung muss sich die Genossenschaft selbst tragen“, erklärt Wolfgang Merten. Die restlichen sechs Euro erhalten die Leistungsgeber, die sich das Geld auch auf einem Zeitkonto gutschreiben lassen können, das Geld also „parken“ und später, wenn sie Hilfe benötigen, wieder abrufen. Als Vermittler dienen Corinne Rasky und Marita Manderfeld. Die werden beide Seiten auch interviewen, damit der Leistungsgeber genau weiß, was auf ihn zukommt. Wichtig auch: Weil es sich bei der GenoEifel um eine gemeinnützige Genossenschaft handelt, ist der Leistungsgeber auch über die Berufsgenossenschaft versichert.

Doch was für Arbeiten sind überhaupt vorstellbar? Es geht um Begleitung bei Terminen, Fahrdienste, Besuche inklusive Gesellschaft leisten und Gesellschaftsspielen, Entlastungen im Alltag und Hilfen im Haushalt, Einkaufsdienste, „auf Rädern zum Essen“, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, gemeinsame Ausflüge oder gemeinsames Wandern oder auch Gartenarbeit. „Ich selbst fahre zweimal im Jahr zu einer Tante nach Wuppertal, weil ich ihre Matratze wenden muss. Alleine kann sie das nicht mehr“, erklärte Malte Duisberg und betonte: „Wir sind aber kein professioneller Anbieter und wollen uns klar abgrenzen von allen Handwerkerleistungen, denn wir wollen keine Konkurrenz darstellen.“

Auch wenn die Hauptzielgruppe die Senioren sind, richtet sich das Angebot der GenoEifel nicht nur an diese. „Als Mama weiß ich, dass auch jüngere Menschen Hilfe benötigen“, sagte Corinne Rasky und meint Babysitter-, Begleit-, Hol- und Bringdienste für die Kinder, Kinderbetreuung in den Kita-Randzeiten oder eine Leseoma oder einen Leseopa.

Erreichbar ist die GenoEifel eG im Rathaus Kall unter 02441/88861 oder per E-Mail unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.genoeifel.de, außerdem liegen in allen Filialen der VR-Bank Nordeifel eG Broschüren aus, die auch Beitrittserklärungen beinhalten. In Zukunft sollen sich in Ortschaften Kümmerer finden, die als ehrenamtliche Ansprechpartner fungieren. „In Sistig, Scheven und Schmidtheim gibt es schon welche“, berichtete Malte Duisberg.

Beschränkt ist das Angebot zu Beginn auf die sechs Südeifelkommunen Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Schleiden sowie auf das Stadtgebiet Mechernich. Das Gebiet soll aber nach und nach auf den gesamten Kreis Euskirchen und sogar auf die Leader-Region, zu der auch Teile von Aachen und Düren gehören, ausgeweitet werden. „Wir müssen die GenoEifel aber zuerst ans Laufen bekommen“, sagte Wolfgang Merten. Den Grundstein, der eher die Wirkung eines Meilensteins hatte, haben alle Beteiligten im Gemünder Kurhaus gelegt.

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In einer feierlichen Zeremonie wurden am Samstagabend die Gebeine des heiligen Hermann-Josef erhoben. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Gebeine feierlich erhoben

Am Wochenende gedachten zahlreiche Gläubige von nah und fern dem heiligen Hermann-Josef

Kall-Steinfeld – Keine halbe Stunde, nachdem er mit dem Auto aus München angereist war, stand Pater Hubert Veeser, Provinzial der Salvatorianer in Deutschland, in der Basilika des Klosters Steinfeld, um gemeinsam mit Pater Wieslaw Kaczor und den Mitbrüdern des Ordens am Vorabend des Hermann-Josef-Festes die Gebeine des heiligen Hermann-Josef zu erheben. Die feierliche Zeremonie, an der auch einige Pilger teilnahmen, dient alljährlich der Vorbereitung des ganztägigen Festes am darauffolgenden Sonntag.

Zu Beginn der Eucharistiefeier am Samstagabend betraten die Salvatorianer in einer feierlichen Prozession die Basilika und bildeten ein Spalier vom Sarkophag bis zum Altar. Pater Wieslaw Kaczor öffnete den Sarkophag, dann zogen die Patres den Reliquienschrein heraus und legten ihn auf einer hölzernen Trage ab. Auf ihr schulterten sie den Schrein und trugen ihn einmal durch die ganze Basilika. Anschließend wurde er am rechten Seitenaltar abgelegt.

Das Grab des heiligen Hermann-Josef zieht ständig, aber vor allem zum Hermann-Josef-Fest zahlreiche Pilger an. Stets liegen am Sarkophag aus Urfter Marmor frische Äpfel. Als Sohn einer verarmten Kölner Familie um 1150 geboren, wurde Hermann Joseph mit zwölf Jahren Prämonstratenser-Chorherr im Kloster Steinfeld. Nach seiner Ausbildung in Mariengarten in Friesland kehrte er nach Steinfeld zurück und wurde zum Priester geweiht. Danach war er in Steinfeld und Umgebung als Seelsorger tätig, wurde Küster des Klosters und soll als lebensfroher Rheinländer hochgeschätzt gewesen sein.

Als er wahrscheinlich am 7. April 1241 fast 90-jährig bei den Zisterzienserinnen in Hoven bei Zülpich starb, wurde er dort sofort von den Nonnen beerdigt. Doch nach einem Protest der Steinfelder Prämonstratenser beim Kölner Erzbischof am 21. Mai desselben Jahres wurden die sterblichen Überreste Hermann-Josefs nach Steinfeld übergeführt. Heiliggesprochen wurde der auch „Apfelheiliger“ genannte Eifeler Mönch im Jahr 1960.

Beim Hermann-Josef-Fest war diesmal der emeritierte Aachener Weihbischof Karl Reger der Hauptzelebrant in der Festmesse. Es predigte zum Abschluss der neunwöchigen Vorbereitungszeit Pater Hubert Veeser. Am Nachmittag hatten die Gläubigen nochmals Gelegenheit, bei einer Andacht mit dem brasilianischen Pater Milton Zonta, dem Generalsuperior der Salvatorianer, und der anschließenden Festprozession ihrem Heiligen zu gedenken.

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Nach der Bürgermeisterwahl am 10. November 2013 – hier gratuliert die unterlegene Petra Kanzler dem wiedergewählten Herbert Radermacher – sollte erst 2020 wieder gewählt werden. Der Rücktritt Radermachers führt aber zu einer vorgezogenen Wahl am 24. September. Archivfoto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeisterwahl am 24. September

Neues Gemeindeoberhaupt wird bis 2025 gewählt – Kämmerer Michael Heller leitet derzeit Geschicke im Rathaus – Uwe Schubinski und Karl Vermöhlen nehmen verstärkt repräsentative Termine wahr

Kall – Vergangenen Herbst hatte Bürgermeister Herbert Radermacher seinen Rücktritt angekündigt. Kürzlich hat er sich verabschiedet. Wir erklären, wie es in den kommenden Monaten in Kall weitergeht.

 

Warum muss in Kall neu gewählt werden?

Herbert Radermacher ist zum 1. Mai aus dem Dienst als Bürgermeister der Gemeinde Kall ausgeschieden.

 

Welche Gründe gibt es für das Ausscheiden?

Gesundheitliche Gründe zwangen Radermacher zu diesem Schritt. Seine Ärzte hatten ihm geraten, sich zurückzunehmen und nicht bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt zu bleiben.

 

Wann wäre die Legislaturperiode regulär beendet gewesen?

Herbert Radermacher war am 10. November 2013 als Bürgermeister der Gemeinde Kall wiedergewählt worden. Seine Amtszeit hätte ohne sein Ausscheiden bis 2020 gedauert, dann hätte gemeinsam mit der Kommunalwahl auch eine Bürgermeisterwahl stattgefunden.

 

Wieso ist Radermacher eigentlich 2013 gewählt worden? Da war doch gar keine Kommunalwahl…

Die Gemeinde Kall ist seit dem Jahr 2007 „aus dem Rhythmus“. Damals hatte der amtierende Bürgermeister Hans Kaiser die Altersgrenze erreicht. Deshalb musste 2007 und nicht wie in den anderen Kommunen 2009 ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Gewinner war damals Herbert Radermacher, der sich gegen Franz-Albert Groß durchsetzte. Radermacher war zehn Jahre im Amt und ist damit der dritte Kaller Bürgermeister nach Georg Linden (1952-1972) und Werner Schumacher (1972-1990), dessen Amtszeit eine zweistellige Jahreszahl aufweist.

 

Bleibt Kall „aus der Reihe“ oder wird sich das durch die Wahl einpendeln?

Der neue Bürgermeister wird bis 2025, also bis zur übernächsten Kommunalwahl, gewählt. Bei der Kommunalwahl 2020 können die Bürger keine Stimme für ein Gemeindeoberhaupt abgeben.

 

Wann findet die Bürgermeisterwahl statt?

Bereits bei seiner Rücktrittsankündigung hatte sich Bürgermeister Herbert Radermacher dafür eingesetzt, dass der Bürger nicht separat zur Wahlurne schreiten, sondern – je nach Ausscheidetermin – bei der Landtagswahl oder der Bundestagswahl das neue Gemeindeoberhaupt wählen soll. Weil der Termin für die Landtagswahl am 14. Mai zu knapp hinter Radermachers Ausscheiden lag, wird der Bürger am 24. September nun doppelt zur Wahlurne gebeten.

 

Wer führt denn die Amtsgeschäfte im Rathaus?

Kämmerer Michael Heller ist seit dem 1. Juli 2015 gleichzeitig auch allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und damit derzeit erster Mann der Verwaltung. Heller war seit seiner Bestellung in das Amt – und natürlich verstärkt vor dem Rücktritt des Bürgermeisters – immer in alle Angelegenheiten eingebunden und kennt sämtliche Sachverhalte.

 

Und wer repräsentiert die Gemeinde bei Nicht-Verwaltungs-Terminen?

Herbert Radermacher hat zwei ehrenamtliche Stellvertreter: Uwe Schubinski (CDU) und Karl Vermöhlen (SPD). Sie werden für den Bürgermeister bei Geburtstagen, Jubiläen und weiteren Terminen einspringen.

 

Gibt es bereits Kandidaten?

Zwei Parteien haben bereits ihre Kandidaten bekannt gegeben. Die FDP schickt Rolf Schneider aus Golbach, Geschäftsführer der Caritas für die Region Eifel, ins Rennen. Die CDU hat erst kürzlich Hermann-Josef Esser aus Uedelhoven, Prokurist bei der Ene, nominiert. Die restlichen Parteien haben noch keine Kandidaten vorgestellt.

 

Bis wann müssen Sie das tun?

Bis zum 7. August müssen Kandidaten zur Wahl des Bürgermeisters vorgeschlagen werden.

pp/Agentur ProfiPress


Herbert und Edith Radermacher mit dem kommissarischen Rathauschef Michael Heller (Mitte) bei der Verabschiedung durch die ehemaligen Mitarbeiter. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Radermacher nun Ehrenbrandmeister

Der ehemalige Bürgermeister hatte Mitarbeiter zum Ausstand eingeladen – Michael Heller: „In zehn Jahren 200 Millionen Euro für das laufende Geschäft ausgegeben“ – Gemeinde Kall ist auf einem „gutem Weg in eine gute Zeit“ – Die Feuerwehr hatte Uniform gleich mitgebracht – Heinen jetzt Chef seines Ex-Chefs

Kall – „Die Gemeinde Kall und insbesondere Ihr Nachfolger werden sich enorm anstrengen müssen, um ohne Sie auszukommen. Seien Sie darauf gefasst, dass man gelegentlich nicht nur an Sie denkt, sondern eventuell auch Ihren Rat einholen wird.“ Mit diesen Worten an den Kaller Bürgermeister a. D. Herbert Radermacher verabschiedete sich dessen allgemeiner Vertreter Michael Heller im Namen aller Mitarbeiter vom ehemaligen Dienstherren. Herbert Radermacher, der am 30. April aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Dienst ausgeschieden war, hatte alle Mitarbeiter zum Ausstand in den Saal Gier eingeladen.

Die Erzieherinnen der Kindergärten und der Schulen, die Mitarbeiter der Bücherei, der Verwaltung, des Bauhofes, des Hallenbades sowie eine Abordnung der Feuerwehr gaben sich ein Stelldichein. Für jede Abteilung fand der ehemalige Bürgermeister dankende Worte. Auch Radermachers ehemalige Vorzimmerdamen Reinhilde Kirschgen und Karin Poth sowie sein früherer direkter Vertreter Edmund Stoff nahmen am Ausstand teil.

Sich öfter aufs Fahrrad zu schwingen hat sich Radermacher in seinem Ruhestand vorgenommen. Als Hinweis darauf überreichte Marina Fleschenberg ihrem ehemaligen Chef im Namen aller Mitarbeiter ein mit einem kleinen Fahrrad dekoriertes Abschiedsgeschenk. Auch die Kindergärten bedankten sich mit einem Präsent. Die Leiterin des Kaller Familienzentrums, Gabi Müller, sorgte für Heiterkeit, als sie ein lustiges Gedicht über „Dat Rentekäätche“ vortrug: „Dann stehste eenes Daages hee, als frischjebackene Rentjee; der ohne Ärbet levve kann, ävver do moss e Rentekäätche hann.“

Michael Heller, der als allgemeiner Vertreter Radermachers die Verwaltungsgeschäfte bis zur Neuwahl im September führt, ließ die zehnjährige Amtszeit Radermachers Revue passieren. Vieles in der Gemeinde Kall trage seine Handschrift. Heller: „In zehn Jahren haben Sie rund 200 Millionen Euro für das laufende Geschäft und rund 30 Millionen Euro für sinnvolle und von Ihnen angestoßene Investitionen ausgegeben.“ Die Gemeinde Kall sei auf einem „guten Weg in eine gute Zeit“.

Für den Vorstand des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier bedankten sich Uwe Schubinski und Reiner Züll bei Herbert Radermacher. Er habe maßgeblich dazu beigetragen, dass der Verein die denkmalgeschützte Gaststätte erwerben und als Verein weiter bewirtschaften könne. Glücklicherweise bleibe Radermacher dem Verein als Mitglied erhalten.

Die Führungsriege der Feuerwehr der Gemeinde Kall überraschte ihren ehemaligen Chef mit einer ganz besonderen Auszeichnung. Der Leiter der Wehr, Harald Heinen, überreichte dem völlig ahnungslosen Ex-Bürgermeister die Ernennungsurkunde zum Ehrenbrandmeister. Doch damit nicht genug: Heinen packte einen Feuerwehr-Uniformrock aus, den Radermacher sofort anziehen musste. „Jetzt weiß ich auch, warum ich heute Abend eine schwarze Hose anziehen sollte“, rief er seiner Ehefrau Edith zu, die in die Ehrung ihres Mannes eingeweiht war. Die dazugehörige Uniformmütze, die Vize-Wehr-Chef Andreas Lang aus einer Hut-Schachtel hervorzauberte, erwies sich allerdings als eine Nummer zu groß.

„Damit hätte ich nie gerechnet“, freute sich der frisch gebackene Ehrenbrandmeister über die Auszeichnung. Mit dem Ausscheiden Radermachers als Verwaltungschef und der Ernennung zum Ehrenbrandmeister ist ein personeller Rollentausch vollzogen worden: Als Leiter der Feuerwehr ist Gemeinde-Brandinspektor Harald Heinen nun der Chef seines bisherigen Chefs Herbert Radermacher.

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Der neue Vorstand des Kaller Karnevalsvereins „Löstige Bröder“ von links: Schriftführerin Jutta Söns, Vize-Vorsitzender Leo Larres, Vorsitzender Harald Thelen und Kassierer Reiner Müller. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Krise bei Löstige Bröder abgewendet

Der Vorsitzende Harald Thelen bleibt im Interesse der vielen tanzenden Kinder weiter im Amt – Ehemalige Vereins-Chefs hatten einen „Plan B“ erarbeitet – Vorschau auf kurze Session

Kall – Die Vorstandskrise im Kaller Karnevalsverein „Löstige Bröder“ ist zumindest für ein Jahr überwunden. Entgegen seiner Ankündigung, vom Amt des Vorsitzenden zurückzutreten, erklärte Vereinschef Harald Thelen in der Jahreshauptversammlung des Vereins in der Gaststätte Gier seine Bereitschaft, noch ein Jahr weiterzumachen. Dies geschehe jedoch nur im Interesse der mehr als 100 Kinder, die in den Garden der „Löstige Bröder“ tanzen.

Nicht nur Harald Thelen hatte seinen Rücktritt angekündigt. Die Vize-Vorsitzende Trixi Haseleu hatte schon vor einem Jahr ihr Amt zur Verfügung stellen wollen. Auch sie hatte 2016 noch ein Jahr „verlängert“, als sich kein Nachfolger fand. Doch nun stehe sie endgültig nicht mehr als Vize-Vorsitzende zur Verfügung. Im Verein, so Haseleu, werde sie natürlich als Zeugwartin und in der Nähgruppe weiter mitarbeiten.

Nach den Rücktrittsankündigungen hatte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung große Ratlosigkeit im Verein geherrscht, weil sich keine Nachfolger fanden. Ein Vorstand ohne Vorstandsspitze hätte das Ende des Vereins bedeutet, in dem eine außergewöhnlich engagierte Jugendarbeit geleistet wird. Entsprechend groß war das Interesse an der Versammlung, zu der 60 Mitglieder in den Saal Gier erschienen waren.

Eingangs der Versammlung bedankte sich Vorsitzender Harald Thelen bei den Prinzenpaaren und allen Vereinsmitgliedern, die zum Erfolg der verflossenen Session beigetragen hätten. Und auch Schriftführerin Jutta Söns sprach von einem guten Jahr mit gut besuchten Veranstaltungen, einem schönen Sommerfest bei der Firma Brucker und einer tollen Vereinstour an die Ahr. Bei zwei Gardewettstreiten hätten Kaller Jugendliche erste und zweite Plätze belegt.

Auch Schatzmeister Reiner Müller hatte keinen Grund zur Klage. Lediglich der Karnevalszug habe dem Verein ein Minus eingebracht. Das habe aber dank der Haussammlung ausgeglichen werden können. Dafür bedankte sich Müller bei der Kaller Bevölkerung.

Die Versammlungsleitung für die Wahl der Vorstandsspitze übernahm der ehemalige Vereinschef Werner Keutgen. Doch auch er konnte den Mitgliedern keinen Vorschlag für einen neuen Vorsitzenden entlocken. In diesem Fall, so Keutgen, drohe dem Verein mit 100 tanzenden Kindern ein Stillstand.

Um das zu verhindern präsentierte er den Mitgliedern einen „Plan B“. Einige ehemalige Vorsitzende hätten sich in den letzten Tagen vor der Versammlung mit dem Noch-Vorsitzenden Harald Thelen Gedanken über eine Lösung gemacht, falls sich kein neuer Vereinschef finde.

Plan B sah vor, dass Vorsitzender Harald Thelen noch ein Jahr weitermacht, Leo Larres das Amt des zweiten Vorsitzenden übernimmt und Sabine Herr einen freiwerdenden Beisitzer-Posten besetzt. Der Plan sei entstanden, damit in drei Monaten nicht Schluss mit dem kopflosen Verein sei, berichtete Harald Thelen. Er sei deshalb im Interesse der tanzenden Kinder bereit, doch noch weiter zu machen.

Bis zur turnusmäßigen Neuwahl des Gesamtvorstandes, in dem in der Vergangenheit nicht immer Harmonie geherrscht habe, habe die neue Konstellation eine zwölfmonatige Probezeit, so Werner Keutgen: „Dies ist ein guter Weg im Interesse der Kinder.“ Bei einigen Enthaltungen wurde das Trio einstimmig gewählt.

Nach der Wahl richtete der Vorstand den Blick nach vorne und gab die Termine für die neue, recht kurze Session bekannt. Die beginnt am Samstag, 13. Januar, mit der Kindersitzung, der am Samstag, 20. Januar, die große Proklamationssitzung folgt. Die Standquartiereröffnung im Saal Gier ist am Samstag, 27. Januar, der Gemeindeempfang am Sonntag, 28. Januar. Mit dem Rathaussturm am Weiberdonnerstag, 8. Februar, beginnt der närrische Endspurt mit dem Karnevalszug und Ausklang in der Bürgerhalle am Sonntag, 11. Februar, und dem Schlussabend „Bye Bye Karneval“ am Dienstag, 13. Februar, im Saal Gier.  

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Aus acht Mitgliedern besteht der Vorstand der Eifelverein-Ortsgruppe Sötenich. Nur ein erster Vorsitzender fehlt. Foto: Eifelverein Sötenich/pp/Agentur ProfiPress

Mehr als nur wandern

Bei der Eifelverein-Ortsgruppe Sötenich werden auch Geselligkeit und Kultur großgeschrieben – In die Jahre gekommene Truppe sucht weitere Mitstreiter – Seit Jahren ohne ersten Vorsitzenden

Kall-Sötenich – Die Verantwortlichen der Eifelverein-Ortsgruppe Sötenich haben derzeit viel zu tun. Wegen einer kreisweiten Aktion kontrollieren sie derzeit im Auftrag der Gemeinde und der Nordeifel Tourismus GmbH all ihre Wanderwege, die sich über insgesamt 80 Kilometer erstrecken. „Alle Wege müssen so beschriftet sein, dass auswärtige Gäste sich zurechtfinden“, erklärt Gerd Jakobi die Beweggründe. „Wir müssen die Wege und die Beschriftungen begutachten und protokollieren.“

Jakobi ist eigentlich zweiter Vorsitzender des Vereins. Doch weil die Ortsgruppe seit März ohne echtes Oberhaupt ist, leitet er die Geschicke – mit einer Ausnahmegenehmigung des Amtsgerichts. Zuvor hatte, nach dem Tod von Herbert Berbuir im Jahr 2014, Schriftführerin Petra Krewinkel den Verein kommissarisch als erste Vorsitzende geleitet.

Rund 80 Mitglieder hat der Eifelverein in Sötenich. Lediglich ein Viertel davon, so schätzt Wanderwart Karl-Heinz Geschwind, sind davon aktiv. Das Durchschnittsalter der Mitglieder steigt, Jakobi und Geschwind schätzen es auf etwa 65 Jahre. Deshalb sucht der Eifelverein neue Mitstreiter, gerne natürlich auch solche, die das Durchschnittsalter senken. „Wir sind bestrebt, so viele Leute wie möglich zu finden, die Lust am Wandern haben und etwas für ihre Gesundheit tun wollen“, formuliert es Jakobi.

Wer beim Eifelverein aktiv mitmachen will, sollte gut zu Fuß sein. Denn bevor eine der geführten Wanderungen stattfindet, wird die Route kontrolliert, damit gesperrte Wege oder ähnliche ausschließbare Unwägbarkeiten bekannt sind. Außerdem muss der Eifelverein die beiden Hütten im Kuttenbachtal und auf dem Elzenberg kontrollieren. Gerade letztere bereitet immer wieder Probleme, weil dort Feiernde regelmäßig randalieren. „So wird uns Arbeit gemacht, die nicht notwendig wäre“, ist Jakobi verärgert.

Im Vordergrund steht beim Eifelverein jedoch die Geselligkeit. „Wir machen nicht nur Wanderungen, sondern auch ein klein bisschen Kultur“, sagte Jakobi. Museumsbesuche – zuletzt in Bonn, Kuchenheim oder im Ruhrgebiet – stehen ebenso auf dem Programm wie ein Grillabend im Sommer, der Glühweinabend im Herbst und natürlich eine Abschlusswanderung zu Weihnachten. „Jeder kommt zu seinem Recht“, findet Jakobi. Demnächst steht eine viertägige Wandertour nach Drolshagen am Biggesee an. „Da gibt es wunderschöne Wanderwege“, verspricht Jakobi.

Für Senioren gibt es spezielle Wanderungen mit einer Länge von vier bis sechs Kilometern. „Die finden einmal im Monat mittwochs statt“, erzählt Jakobi. Besonders wichtig dabei ist die Einkehr am Schluss. „Das ist für die Senioren die perfekte Gelegenheit, bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Bier zusammenzukommen“, so der zweite Vorsitzende weiter.

Wer Interesse am Eifelverein hat oder Mitglied bei der Sötenicher Ortsgruppe werden will, wird gebeten, sich bei Schriftführerin Petra Krewinkel (02441/6908 oder geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) zu melden. Weitere Informationen zur Ortsgruppe gibt es unter www.eifelverein.net/soetenich.

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Der im November eingeführte Aachener Bischof Helmut Dieser machte beim GdG-Fest seinen Antrittsbesuch in der Eifel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ein Bischof zum Anfassen

Das neue Aachener Kirchenoberhaupt machte seinen Antrittsbesuch in der Eifel – Hochamt beim Fest zum zehnjährigen Bestehen der GdG Heiliger Hermann-Josef Steinfeld zelebriert – Proppenvolle Basilika

Kall-Steinfeld – Der Steinfelder Pater Wieslaw Kaczor sollte Recht behalten, als er den neuen Aachener Bischof Helmut Dieser als „Mann zum Anfassen“ ankündigte. Nach der rund 75-minütigen Messe zum zehnjährigen Bestehen der Gemeinschaft der Gemeinden Heiliger Hermann Josef Steinfeld, die Bischof Helmut zelebrierte und die gleichzeitig seinen Antrittsbesuch in der Eifel darstellte, mischte sich Seine Exzellenz im Kreuzgang des Klosters unters Volk.

Und der Bischof hatte augenscheinlich Spaß daran: Er zeigte sich nicht nur als Mann zum Anfassen, sondern auch zum Anquatschen – wenn man denn im proppenvollen Kreuzgang überhaupt an ihn herankam. Er hatte für jeden ein offenes Ohr, tauschte mit jedem seine Gedanken aus und war köstlich amüsiert, als er, der Bischof, auf eine Frau traf, die mit Nachnamen Bischof heißt. Ja, „Dieser“ Bischof kommt an und fühlte sich in Steinfeld pudelwohl. „Das ist der Eifeler Charme“, hatte Bischof Dieser zum Abschluss der Messe bereits erkannt.

Laut Schätzung von Pater Wieslaw haben rund 650 Menschen der Messe in der Basilika, die damit ebenfalls aus allen Nähten platzte, beigewohnt – unter ihnen auch Schüler des Hermann-Josef-Kollegs sowie polnische Gastschüler, die sich derzeit in der Eifel befinden, sowie natürlich der die Messe musikalisch unterstützende Projektchor des Gymnasiums, bestehend aus Eltern und Lehrern unter der Leitung von Siegmund Pchalek. „Das ist ein schönes Gefühl, eine so volle Kirche zu sehen und es ist eine Ehre, dass Bischof Helmut die Messe zelebrierte“, sagte der Pater. Gleichwohl ist dem neuen Aachener Kirchenoberhaupt die Region nicht fremd. „Er war bereits als Kaplan in Adenau tätig“, stellte Pater Wieslaw den Bischof zu Beginn der Messe vor.

„Ich denke, die wenigsten hier kommen aus Steinfeld“, eröffnete Bischof Helmut die Eucharistiefeier. Die Basilika sei ein Sammel- und Versammlungsort, an dem die Menschen Antworten auf ihre Fragen erhalten und an dem Region und Religion zusammenkommen.

Mit dem Selbstbildnis und der Darstellungsform der katholischen Kirche beschäftigte sich Bischof Helmut Dieser in seiner Predigt, die er an dem Zitat „Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin“ aufhing. „Der Spruch suggeriert: Bravsein ist langweilig. Und als Kirche läuft man Gefahr, langweilig zu sein.“ Dies liege auch an der heutigen modernen Zeit und der Mentalität der Menschen. „Der Mensch kann und will nicht nur brav sein, sondern überall hin.“

Das werde ihm auch durch die immer perfekter werdende Technik erleichtert. „Das, was der Mensch kann, ist atemberaubend. Die Veränderung findet in rasanter Geschwindigkeit statt“, sagte der Bischof und prophezeite in naher Zukunft Roboter, die nicht nur im Haushalt helfen, sondern auch Arbeitsplätze übernehmen. „Die Menschen haben dann mehr arbeitslose Zeit, also Freizeit“, so Bischof Helmut. Durch die Fortschritte in der Genetik verliert jedes menschliche Individuum aber auch ein Stück seiner Identität. „Menschen werden optimiert, Fortpflanzung findet künstlich statt – ohne Vater und Mutter.“ Die Informationstechnik füge alles zusammen – so gelange man schließlich doch überall hin, nicht ohne Risiko. „Ein Mensch in der Eifel kann die Technik in fernen Ländern lahmlegen“, nannte der Bischof ein Beispiel.

„Wenn wir als Kirche langweilig, belanglos oder brav sind, versagen wir sehr“, mahnte der Bischof. Dabei seien doch Kommunionunterricht, Ehevorbereitungstreffen und andere Termine, in denen Kirchenvertreter mit Menschen zusammenkommen, Gelegenheiten, um zu zeigen, dass die Kirche alles andere als langweilig ist.

Viel wichtiger sei ohnehin etwas anderes. „Ohne den Himmel im Herzen kommt man nicht überall hin, sondern ins Elend“, sagte Dieser. Deshalb brauche die Kirche Tiefe, Wucht, Anspruch und Treue. Kirchen, so der Bischof, seien schließlich keine „No-Go-Areas“. „Den Menschen Barmherzigkeit schenken und für andere einstehen – ist das etwa langweilig?“

Karl Vermöhlen als Verantwortlicher des GdG-Rates knüpfte da an. Er hoffte, dass nach der Messe auch der Kreuzgang keine No-Go-Area sei und sich Dieser tatsächlich als Bischof zum Anfassen präsentiere. „Und auf der Heimfahrt klopft er seinem Fahrer auf die Schultern und sagt: »Mit den Eifelern kann man gut leben!«“, so Vermöhlens Wunsch.

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Das einstige Gemeindedirektorenhaus wurde dem Erdboden gleichgemacht und macht dem Haus der Begegnung Platz. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall/pp/Agentur ProfiPress

Und dann kam der Bagger…

Das einstige Gemeindedirektorenhaus in Kall wurde dem Erdboden gleichgemacht – An gleicher Stelle wird das Haus der Begegnung errichtet – Baubeginn im Sommer

Kall – Das Gemeindedirektorenhaus in Kall ist Geschichte. Jüngst haben die Bagger das Gebäude, das direkt neben dem Rathaus stand, dem Erdboden gleichgemacht. Gleichwohl bedeutet das Ende des Gemeindedirektorenhauses auch den Anfang des Hauses der Begegnung.

Denn an der Stelle, wo in der Vergangenheit die Gemeindedirektoren residierten, entsteht auf einer Fläche von 640 Quadratmetern verteilt auf zwei Geschosse ein Zentrum für Kultur, Integration und Bildung, das Michael Heller, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters bei der Vorstellung als „Leuchtturmprojekt für die Gemeinde“ bezeichnete.

Im August soll mit dem Bau des 1,5-Millionen-Euro-Projekts begonnen werden. 70 Prozent der Kosten übernimmt das Land aus dem „Sonderprogramm Hilfen im Städtebau zur Integration von Flüchtlingen“. Der Bau muss bis Ende 2018 abgeschlossen sein, so die Vorgabe der Bezirksregierung, die sich auch für den Standort neben dem Rathaus aussprach.

Größter Nutzer wird die Gemeindebücherei sein, die fast das gesamte Obergeschoss einnehmen wird und die sich im Gegensatz zum jetzigen Standort in der Hauptschule deutlich vergrößern wird. Im Erdgeschoss wird neben einem Begegnungsraum auch ein Büro der Generationengenossenschaft GenoEifel eG eingerichtet. Ein weiteres Büro wird von mehreren Kooperationspartnern abwechselnd genutzt. Insgesamt haben bereits über 20 Institutionen, Unternehmen und Verbände zugesagt, Kooperationspartner im Haus der Begegnung sein zu wollen. 

Das Gemeindedirektorenhaus wurde 1958 errichtet. Amtsdirektor Heinrich Sistig hatte das Gebäude, das auf zwei Etagen 130 Quadratmeter Wohnfläche besaß, als erster genutzt. Der letzte Gemeindedirektor, der dort wohnte, war Friedrich Josef Laux. 1987, sieben Jahre vor Ende seiner Gemeindedirektorenzeit, zog er allerdings aus. Im Anschluss wurde das Haus vermietet, seit 2013 waren dort Flüchtlinge untergebracht. Zuletzt hatte die Gemeindefeuerwehr die Gelegenheit genutzt, im leer stehenden Haus eine Großübung abzuhalten.

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Am 10. und 11. Juni 2017 öffnet das Kloster Steinfeld Musikliebhabern seine Pforten. Foto: Kreismedienzentrum/pp/Agentur ProfiPress

Eifeler Musikfest im Kloster Steinfeld

Kreis Euskirchen und Kreis der Freunde und Förderer Kloster Steinfeld laden am 10. und 11. Juni 2017 zur 72. Auflage ein – Festkonzert von Solisten und Kammerchor an St. Martin Euskirchen unter der Leitung von Markus Goecke

Kall-Steinfeld – Das Kloster Steinfeld ist Schauplatz der 72. Auflage des Eifeler Musikfestes am Samstag, 10., und Sonntag, 11. Juni 2017. Der Kreis Euskirchen und der Kreis der Freunde und Förderer des Kloster Steinfelds präsentieren gleich drei Konzerte: ein Kammerkonzert am Samstagabend in der ehemaligen Klosterbibliothek, eine musikalische Gestaltung des sonntäglichen Hochamts sowie zum krönenden Abschluss das Festkonzert am Sonntagnachmittag.

Den Auftakt macht das Kammerkonzert am Samstag um 19 Uhr in der ehemaligen Klosterbibliothek. „Klavier trifft Gesangsduo“ heißt das Programm, bei dem Aurora Sperduto (Sopran) und Robert Fendel (Bariton) Melodien von Klassik bis Musical vortragen – von Mozart über Beethoven bis zu Rossini sowie Melodien aus Musicals wie Les Misérables und Mary Poppins. Begleitet werden sie von Pianistin Sorina Aust-Ioan.

Zum Hochamt am Sonntag um 10 Uhr in der Basilika führen Solisten, der Chor und das Orchester an der Basilika sowie Gastsängerinnen aus der Gemeinschaft der Gemeinden Heiliger Hermann Josef Steinfeld die Missa brevis G-Dur (1774) von Nikolaus Betscher auf. Die musikalische Gestaltung des Festhochamtes am Dreifaltigkeitssonntag ist seit Jahren Beitrag des seit 1972 bestehenden örtlichen Chores zum Eifeler Musikfest. Die Intendanz liegt letztmalig in den Händen von Hans-Peter Göttgens, der nach der Aufführungen aus Altersgründen als Dirigent zurücktritt und der Chor und Orchester 45 Jahre geleitet hat. An der König-Orgel wird Basilika-Organist Andreas Warler das Hochamt begleiten.

Abgeschlossen wird das 72. Eifeler Musikfest am Sonntag um 16 Uhr in der Basilika durch ein Festkonzert. Auf dem Programm stehen mit den Coronation Anthems HWV 258-261 und dem Utrechter Te Deum HWV 278 Werke von Georg Friedrich Händel. Ausführende sind Solisten und Kammerchor an St. Martin Euskirchen und die Accademia Filarmonica Köln unter der Leitung von Markus Goecke.

Karten für das Kammerkonzert (15 Euro) und das Festkonzert (20 Euro) gibt es online über das Portal von Ticket Regional (www.ticket-regional.de/musikfest) sowie telefonisch (0651/9790777). Vorverkaufsstellen im Kaller Gemeindegebiet befinden sich im Klosterladen des Klosters Steinfeld sowie bei Augenoptik Stephan Kohl im Rewe.

In diesem Jahr ist ein Wochenende im Klosterambiente buchbar. Das Wochenendpaket „Eifeler Musikfest“ bietet zum Preis von 174 Euro pro Person zwei Übernachtungen mit Vollpension im Doppelzimmer des Gästehauses, Eintrittskarten mit Sitzplatzreservierung zum Kammerkonzert und zum Festkonzert, eine musikalische Einführung in das Programm des Eifeler Musikfestes, eine exklusive Orgelführung mit anschließendem Konzert in der Basilika Steinfeld durch Organist Andreas Warler sowie ein Konzertmitschnitt auf CD eines früheren Musikfestes und die Festschrift 70 Jahre Eifeler Musikfest.

Die Buchung des Wochenendpaketes erfolgt über das Gästehaus Kloster Steinfeld, Hermann-Josef-Straße 4, 53925 Kall, Telefon: 02441/889-131, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, www.kloster-steinfeld.com.

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Bürgermeister Radermacher

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Kaller,

seit November 2016 stand fest, dass ich meine Position als Kaller Bürgermeister aus gesundheitlichen Gründen aufgeben werde. Die Frage des Zeitpunktes blieb zunächst offen. Rat und Verwaltung waren bestrebt, Ausgaben aus Steuermitteln für eine unnötige eigene Bürgermeisterwahl in Kall zu vermeiden.

In Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden hat sich herausgestellt, dass der beste Wahlzeitpunkt mit der Bundestagswahl am 24. September 2017 gekommen ist. Die Diagnose des Amtsarztes zwang mich allerdings dazu, meine Tätigkeit als Verwaltungschef bereits zum 1. Mai 2017 einzustellen.

Mein allgemeiner Vertreter Michael Heller wird das engagierte Verwaltungsteam nun bis zur Neuwahl führen. Meine stellvertretenden Bürgermeisterkollegen Uwe Schubinski und Karl Vermöhlen werden die repräsentative Rolle bei den Bürgern weiter gerne übernehmen. Ich danke allen Kollegen in Rat und Verwaltung, vor allem aber Ihnen, den Menschen in der Gemeinde Kall, für Ihr Vertrauen und die langjährige gemeinsame Arbeit zum Wohl unserer Heimatgemeinde.

Es gab viel zu tun, das meiste davon haben wir mit gutem Willen angepackt, nicht alles ist uns gelungen, wie etwa die Etablierung der Gesamtschule. Aber es wurde auch eine Menge zum Besseren gewendet. Mit dem integrierten Handlungskonzept, dem Haus der Begegnung und den Dorfwerkstätten in Sistig und Scheven haben wir zum Ende meiner Amtszeit mehr Demokratie und echte Bürgermitwirkung gewagt und realisiert.

Weitere Gewerbeflächen wurden erschlossen, zahlreiche Straßen ausgebaut und Kanalisationen, unter anderem mit B