Nachrichten aus der Gemeinde Kall 1. HJ 2016


Anfang Juni bezogen die Mitarbeiter der Caritas den neuen Standort in Kall. Am Kreisverkehr an der Aachener Straße, gegenüber von VR-Bank und Eisdiele, bezogen die Caritaspflegestation, die Flüchtlingshilfe und die Schuldnerberatung ihre Räume. Foto: Arndt Krömer/Caritas/pp/Agentur ProfiPress

Neue Caritaspflegestation in Kall eingesegnet

Auch die Schuldnerberatung und die Flüchtlingshilfe sind in das Haus an der Aachener Straße am Kreisverkehr gegenüber der VR-Bank eingezogen

Kall – Immer mehr Kunden nutzen die Dienste der Caritaspflegestation Hellenthal-Kall-Schleiden in Schleiden. Weil deshalb auch die Zahl der Mitarbeiter stetig wuchs, dachte die Caritas wiederholt darüber nach, die Station zu teilen und einen zweiten Standort zu eröffnen. Das war jetzt der Fall: Anfang Juni haben die ersten Mitarbeiter in der Aachener Straße in Kall, direkt am Kreisverkehr gegenüber der VR-Bank, ein Gebäude bezogen. Ende Juni wurde es vom Kaller Pfarrer Hans-Joachim Hellwig eingesegnet. Anschließend stießen die rund 50 geladenen Gäste auf gutes Gelingen an und kamen bei Fingerfood miteinander ins Gespräch. Außerdem konnten die neuen Räume begutachtet werden.

Untergebracht sind auf den 200 Quadratmetern am neuen Standort gleich drei Dienste: die Caritaspflegestation Hellenthal-Kall, die Schuldnerberatung sowie die Flüchtlingshilfe. Angeboten wird in Kall außerdem eine traumapädagogische Beratung. Das Gebäude wurde Anfang des Jahres angemietet und zum großen Teil sogar von den Mitarbeitern der Pflegestation selbst renoviert.

„Mehr als 1000 Kunden werden von uns gepflegt. Um keine Station zu überlasten, war der Bezug der neuen Räume notwendig“, erläuterte Hans Josef Schmitt, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes der Region Eifel, zu Beginn der Einsegnungsfeier. „Ihre Dienste haben hier in Kall noch gefehlt. Ich wünsche Ihrem neuem Haus viel Erfolg. Es ist gut zu wissen, dass Sie da sind“, sagte Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher. Er arbeitet mit dem Rat, seinem Verwaltungsteam, Experten und den Bürgern an einem Konzept zur Neugestaltung des Kernorts, in das das neue Caritas-Haus sich gut einfüge.

Pfarrer Hellwig hofft, dass es in der neuen Caritasstation zu vielen guten Begegnungen komme. „Ich glaube, die Räumlichkeiten werden viele Menschen einladen hereinzukommen und zu sagen, wo der Schuh drückt“, so Hellwig weiter. Er freue sich, dass er die neue Heimat der Caritas-Mitarbeiter einsegnen dürfe. „Der Geist des Verstehens und der Anteilnahme möge in diesem Hause herrschen.“

Geleitet wird die neue Caritaspflegestation von Vera Henkel. Bisher war sie im Schleidener Caritas-Haus stellvertretende Pflegedienstleiterin. Als Stellvertreterin in Kall wird Anna Ibragimova eingesetzt. Beide beziehen Einzelbüros. Außerdem wird es einen Dokumentationsraum sowie ein Büro für eine Verwaltungsmitarbeiterin geben. Insgesamt werden 37 Pflegekräfte, Alltagsbegleiterinnen und mobile Haushaltshilfen in Kall ihren Dienst verrichten und rund 180 Kunden betreuen. Ebenfalls von Schleiden umgezogen ist Dorothea Muysers von der Flüchtlingshilfe. Andrea Zens, Schuldnerberaterin im Caritas-Zentrum Mechernich, wird einmal wöchentlich eine offene Sprechstunde anbieten. Die Sprechzeiten dafür sowie für die Traumapädagogik werden noch bekanntgegeben.

Für Schleiden hat der Umzug der 37 Pflegekräfte nach Kall noch einen netten Nebeneffekt: Die Parkplatzsituation am dortigen Caritas-Haus entspannt sich. Am „Caritas-Kreisel“ in Kall, wie Hartmut Kieven, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe, den Kreisverkehr laut einem Bericht von Bernd Kehren in der „Kölnischen Rundschau“ nennt, können die Mitarbeiter direkt neben dem Gebäude parken.

Erreichbar sind die Dienste unter folgenden Rufnummern: die Caritaspflegestation unter 02441/7776080, die Schuldnerberatung unter 02441/7776082 und die Flüchtlingshilfe unter 02441/7776087.

pp/Agentur ProfiPress


Landtagsabgeordnete besuchten das Hermann-Josef-Haus: (v.l.n.r.) Maik Nohles, Rolf Seel, Walter Kern, Bernhard Tenhumberg, Klaus Voussem und Rainer Zimmermann. Foto: Renate Hotse/pp/AGentur ProfiPress

Hilfe für stark belastete Kinder

Landtagsabgeordnete informierten sich über die Arbeit des Hermann-Josef-Hauses

Kall-Urft – Um festzustellen, „wo an der Basis der Schuh drückt“, begaben sich die Landtagsabgeordneten Bernhard Tenhumberg und Walter Kern auf eine mehrtägige Tour durch Nordrhein-Westfalen. Station machten sie dabei auch im Hermann-Josef-Haus in Urft, wo sich Tenhumberg in seiner Funktion als jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion ein Bild von der dort geleisteten Arbeit machte. Begleitet wurden sie von den Landtagskollegen Klaus Voussem aus Euskirchen und Rolf Seel aus Kreuzau.

Rainer Zimmermann, kommissarischer Leiter des Hermann-Josef-Hauses, einer Einrichtung der Jugend- und Familienhilfe, und Maik Nohles von der Bereichsleitung des Hauses, berichteten ausführlich über die Arbeit mit den zum Teil tief traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Im Kinderheim leben 100 Jungen, weitere 24 Kinder und Jugendliche werden teilstationär betreut. Während auf dem Gelände ausschließlich Jungen leben, sind außerhalb auch einige Mädchengruppen untergebracht. Zahlreiche Kinder kommen aus dem Großraum Köln/Bonn und auch aus Rheinland-Pfalz. Zimmermann: „Das Hermann-Josef-Haus ist über die Landesgrenzen hinaus für seine Arbeit mit schwierigen Kindern bekannt.“

Auf dem Gelände gibt es eine Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung von Klasse 1 bis 10. Hier werden auch externe Kinder unterrichtet, die in anderen Schulen nicht mehr unterkommen. „In den Niederlanden wurden die Förderschulen abgebaut, jetzt ist man dort dabei, sie wieder aufzubauen“, berichtete Tenhumberg zum Thema schulische Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderungsbedarf.

Zimmermann und Nohles beschrieben, welche Herausforderung die besonders stark belasteten Kinder seien, von denen viele eine frühkindliche Störung aufwiesen. „In den Intensivgruppen haben wir einen Betreuungsschlüssel von 1:1“, so Zimmermann. Diese Kinder benötigten ihren persönlichen Begleiter. „Die Beeinträchtigungen sind oft nicht heilbar, sondern bleiben ein Leben lang bestehen. Bei uns lernen die Kinder, damit umzugehen“, erklärte Nohles. Eine starke Nachfrage würde auch die vom Hermann-Josef-Haus geleistete ambulante Hilfe erleben.

Der CDU-Abgeordnete aus Vreden vertrat die Auffassung, dass in Deutschland Hilfen oft zu spät einsetzen würden. „Als Kinderpolitiker bin ich der Meinung, dass wir in Deutschland da zu wenig tun, wo es am wichtigsten ist, nämlich im Alter zwischen null und sechs Jahren“, so Tenhumberg, der dafür plädierte, viel früher in betroffenen Familien aktiv zu werden. Als Beispiel nannte er Norwegen, wo das System zum Schutz von Kindern einen wesentlich größeren Einfluss in den Familien habe als hierzulande. Für wie wichtig im Hermann-Josef-Haus die Elternarbeit erachtet wird, hatte zuvor Maik Nohles deutlich gemacht. „Wir treten nicht als besserwissende Institution auf, sondern sehen in den Eltern echte Kooperationspartner, die wir ernst nehmen.“ Teils säßen die Eltern „mit am Tisch“ und würden auch mit aufgenommen. Nohles: „Transparenter geht es nicht.“

Um den Mitarbeitern der Jugendhilfe die Arbeit zu erleichtern, sprach sich Politiker Tenhumberg dafür aus, die Bürokratie einzuschränken und stattdessen eine Vertrauenskultur zu entwickeln.

pp/Agentur ProfiPress


Vom 8. bis zum 11. September findet die dritte Auflage des Krimifestivals „Nordeifel – Mordeifel“ statt, wie üblich an ungewöhnlichen Schauplätzen. Einer davon, die malerische Mühle Falkenstein in Mechernich-Eiserfey, war jetzt Schauplatz der Programmvorstellung, zu der sich Veranstalter und Sponsoren auf Einladung von Familie Heinen (links) eingefunden hatten. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Nordeifel – Mordeifel 2016

Das lange Krimiwochenende mit Lesungen auch in der Gemeinde Kall

Kreis Euskirchen/Eiserfey - Bei der dritten Auflage des Krimifestivals „Nordeifel – Mordeifel“ vom 8. bis 11. September kommen Krimifreunde bei 15 Veranstaltungen auf ihre Kosten. Zu den Lesungsorten gehört auch die Schülerkapelle im Kloster Steinfeld.

Das Programm des Festivals stellten die Verantwortlichen jetzt in der Mühle Falkenstein in Eiserfey, einem der Lesungsorte der Nordeifel-Mordeifel, vor. Nach 2012 und 2014 findet das Krimifestival nunmehr zum dritten Mal statt. Auch wenn mangels Bewerbungen diesmal kein Jacques-Berndorf-Preis vergeben wird, so hat die „Soko NoMo“ (Sonderkommission Nordeifel-Mordeifel) wieder „ein hochkarätiges Programm zusammengestellt“, wie Landrat Günter Rosenke sagte. „Höhepunkte sind eine Premierenlesung, ein Krimikonzert und ein Kinderkrimi.“

„24 Autoren werden wie in den Vorjahren an Orten lesen, an denen man es nicht unbedingt erwartet“, sagte Iris Poth, die Leiterin der Struktur- und Wirtschaftsförderung im Kreis Euskirchen. Ob in der Staumauer der Olef-Talsperre, in einem Folientunnel im Zülpicher Gartenschaupark oder in der Schülerkapelle von Kloster Steinfeld: Am langen Krimi-Wochenende im Kreis Euskirchen wird es mordsmäßig spannend. Und wer literarischen Nervenkitzel noch mit kulinarischen Genüssen kombinieren möchte, darf sich gleich auf drei Krimi-Dinner freuen.

Am Samstag, 10. September, findet um 20 Uhr eine Lesung inklusive Sekt und Häppchen in der Schülerkapelle des Klosters Steinfeld statt. Hier lesen der Journalist und Autor Andreas J. Schulte und die Wissenschaftlerin Antonia Pauly aus ihren Krimis. Karten gibt es im Vorverkauf im Klostercafé, im Klosterladen, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel. 0 24 41/88 91 34.

„Das Publikum muss sich bewegen“, sagte Rosenke zur Lesung, die ebenfalls am Samstag, 10. September, um 14 Uhr in der mitten in Eiserfey gelegenen Mühle Falkenstein stattfindet. Denn hier werden Ralf Hergarten und Sabine Trinkaus parallel in der Mühle und in der Scheune aus ihren Büchern lesen und anschließend die Leseorte wechseln.

Hergarten, gelernter Unternehmensberater und bis 2012 Bürgermeister der Stadt Schleiden, liest aus seinem Debütroman „Das Camp“, der vor der Kulisse des Nationalparks Eifel spielt und dessen Geschichte weit zurückreicht in die dunkle Zeit der ehemaligen Ordensburg Vogelsang. Sabine Trinkaus wuchs im Norden hinter einem Deich auf, bis es sie zum Studium ins Rheinland verschlug. Gerade ist ihr vierter Roman „Schnapspralinen“ erschienen.

Zuvor aber gibt es um 13.30 Uhr eine halbstündige Führung durch das wunderschöne und gut erhaltene Anwesen der Familie Heinen. Veranstaltet wird die Lesung von der Stadtverwaltung Mechernich in Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Walfried und Gerdi Heinen. Der Eintritt kostet fünf Euro, Anmeldungen nimmt Gabi Schumacher, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel. 0 24 43/49 43 22 entgegen.

Die Eröffnungsveranstaltung des Festivals am Donnerstag, 8. September, um 19.30 Uhr, bestreitet im Kundencenter der e-regio (ehemals Regionalgas) in Euskirchen-Kuchenheim das Autorentrio Elke Pistor, Carsten Sebastian Henn und Manfred Lang. Elke Pistor wuchs in Gemünd auf, studierte in Köln, wo sie heute als Autorin lebt. Sie war von 2014 bis 2016 Sprecherin des „Syndikat“, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur. Carsten Sebastian Henn macht in der Reihe um den Feinschmecker Professor Adalbert Bietigheim muntere kriminalistische Streifzüge durch ganz Europa. Henn arbeitet auch als Restaurantkritiker und ist einer von Deutschlands renommiertesten Weinjournalisten. Manfred Lang ist Autor, Redakteur, Diakon und zusammen mit Ralf Kramp Herausgeber der dreibändigen Anthologienreihe „Abendgrauen - Schauer- und Gruselgeschichten aus der Eifel“. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen nimmt geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel. 0 2251/70 81 95 entgegen.

Ein besonderer Coup ist der „SoKo“ mit dem Krimikonzert gelungen. Die Hauptrollen übernehmen dabei Krimiautor und Verleger Ralf Kramp sowie das Sinfonische Blasorchester Vulkaneifel – eine ebenso außergewöhnliche wie kriminell-gute Kombination, die ein heiteres Musikabenteuer im S-Forum der Kreissparkasse Euskirchen verspricht.

Den literarischen Part spielt dabei ein gewisser Mortimer Selsdon, Spross einer Familie mit einer langen mörderischen Tradition. Seine Vorfahren waren allesamt berufsmäßige Mörder. Er selbst aber ist ein sanfter Schöngeist und kann keiner Fliege etwas zuleide tun. Um nicht von seinem enttäuschten Vater enterbt zu werden, muss er wohl oder übel das Morden lernen. Und das ist leichter gesagt als getan…

Die musikalischen Akzente zu diesem nicht alltäglichen Krimikonzert setzt das Sinfonische Blasorchester Vulkaneifel (SBO). Die Gäste erwartet ein Live-Hörspiel mit einer vergnüglichen Kriminalgeschichte und begeisternden Klassik-Musikstücken von Komponisten wie Johann de Meij und Giuseppe Verdi.

Insgesamt sind diesmal 24 Autoren am Start des Krimifestivals. Mit dabei sind auch die beiden Jacques-Berndorf-Preisträger der Vorjahre: Thorsten und Rosa Wirtz stellen im Swister Turm in Weilerswist eine Kurzgeschichte vor, die sie eigens für das Festival schreiben. Dabei geht es um den Thermentempel „Wellnesswist“. Und der aus Kommern stammende Stefan Barz, der Preisträger aus 2014, liest in der Lommersdorfer Mühle aus seinem Krimi „Schandpfahl“, der teils im Freilichtmuseum Kommern spielt.

Einen Gesamtüberblick über das Festival liefert das Programmheft, das in Kürze in einer Auflage von 15.000 Exemplaren kostenlos in der Kreisverwaltung Euskirchen, in allen Rathäusern, Tourist-Informationen, Lesungsorten, den Filialen der Kreissparkasse Euskirchen sowie in der Geschäftswelt erhältlich ist. Die Tickets kosten zwischen 2 und 20 Euro (je nach Aufwand und Veranstaltungsort), Krimidinner zwischen 44,90 und 49 Euro. Die Eröffnungsveranstaltung in Kuchenheim bei der e-regio ist kostenlos, allerdings muss man sich anmelden.

Auch in diesem Jahr fördern als Hauptsponsoren die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen und die e-regio GmbH & Co. KG das viertägige Festival mit größeren Summen. Weitere Unterstützung erfährt das Festival durch das Syndikat, die Nordeifel-Tourismus GmbH, die Regionalverkehr Köln, den KBV-Verlag sowie den Rheinischen Kultursommer.

Die Programmübersicht findet man bereits auch online unter www.nordeifel-mordeifel.de.

Krimifreunde sollten sich sputen, denn das Festival war 2014 mit rund 1.300 Besuchern rasch ausverkauft. Diesmal ist Platz für rund 1.500 Gäste.

pp/Agentur ProfiPress


Ein System für alle Fahrten

Neues System kombiniert positive Merkmale von TaxiBusPlus und Anruf-Sammel-Taxi – Erfolgreiches Pilotprojekt soll auf Kall übertragen werden – Umstellung für Fahrplanwechsel im kommenden Dezember geplant

Kall - Als Ergänzung zu Bus und Bahn sind in Kall der TaxiBusPlus und das Anruf-Sammel-Taxi (AST) unterwegs. Jetzt sollen beide Angebote zum verständlichen und nutzerfreundlichen „neuen“ TaxiBusPlus zusammengeführt werden – denn ein entsprechendes Pilotprojekt in Hellenthal und Schleiden stieß auf Zustimmung bei den Fahrgästen.

Der neue TaxiBusPlus soll die positiven Merkmale der beiden Systeme miteinander kombinieren. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Fahrgäste von der Haltestelle bis zur Haustür gebracht werden (vorher TaxiBusPlus: Haltestelle zu Haltestelle). Der Zuschlag zum normalen Ticketpreis soll künftig 1,20 Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder betragen (bisher TaxiBusPlus: ein Euro/50 Cent; AST: 3,80 Euro/2,80 Euro).

Eine Fahrt muss mindestens eine halbe Stunde vorher angekündigt werden (bisher eine Stunde früher beim Anruf-Sammel-Taxi). Gleichzeitig soll der Fahrplan übersichtlicher und an einem Linienweg orientiert werden. Das bisherige Betriebszeitfenster des TaxiBusPlus, das weitgehend am Standard des Nahverkehrsplans ausgerichtet ist, soll an die Bedienungszeiten des Anruf-Sammel-Taxis angepasst werden, also auch Abendstunden sowie Sonn- und Feiertage abdecken.

Als Pilotprojekt des Kreises Euskirchen wurde das kombinierte System zwei Jahre lang in Hellenthal und Schleiden getestet. Die Rückmeldungen aus beiden Kommunen waren positiv, es wurden sogar mehr Fahrgäste gezählt (plus elf Prozent). Deshalb möchte man das Konzept nun auch auf die anderen Kommunen im Kreis Euskirchen übertragen.

Den Anfang soll die Gemeinde Kall machen. Dem stimmte jetzt auch der Planungsausschuss zu. Angestrebt ist die Umstellung zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember. Bisher zahlt die Gemeinde rund 192.300 Euro für den Anteil an der Umlage des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und etwa 12.000 Euro für das Anruf-Sammel-Taxi. Durch Mindereinnahmen und Mehrkosten mit dem neuen Modell des TaxiBusPlus kämen in Zukunft voraussichtlich etwa 3.000 Euro höhere Kosten auf Kall zu.

um das System auch in den anderen Kommunen im Kreisgebiet einzuführen, wird Anfang Juli ein entsprechender Grundsatzbeschluss des Kreises Euskirchen erwartet. Erste Überlegungen gibt es bereits für Bad Münstereifel, Weilerswist und Mechernich.

pp/Agentur ProfiPress


Alice Gempfer (rechts) bei ihrer Vorstellung als Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall mit (von links) Bürgermeister Herbert Radermacher, Kämmerer Michael Heller und Michaela Kratz von der Pressestelle. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Fäden laufen im Rathaus zusammen

Alice Gempfer übernimmt in der Gemeinde Kall zentrale Koordination von Integrationsprojekten – Ansprechpartnerin für Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe – Nächstes großes Projekt: Integrationshaus Kall

Kall – „Unser Ziel war es, eine Stelle zu schaffen, mit der wir das Ehrenamt in Kall entlasten können“, erklärte Bürgermeister Herbert Radermacher bei der Vorstellung der neuen Verwaltungsmitarbeiterin Alice Gempfer durch ihn, den Allgemeinen Vertreter und Kämmerer Michael Heller sowie Michaela Kratz von der Pressestelle.

Alice Gempfer ist Dipl.-Sozialpädagogin und in Kall nun zuständig für Integration. Zur Entlastung und auf Wunsch der früheren ehrenamtlichen Koordinatoren Dorothea Muysers und Hartmut Kieven, die die Flüchtlingshilfe Kall auch mit Hilfe des Caritasverbands für die Region Eifel aufgebaut haben, laufen die Fäden nun im Rathaus zusammen. „Ich finde es bezeichnend, dass Politik und Verwaltung einer relativ kleinen Kommune wie Kall so zeitnah auf die Flüchtlingssituation reagiert und eine entsprechende Stelle eingerichtet haben“, sagte Alice Gempfer Der größte Respekt aber, darin waren sich alle einige, gelte den Ehrenamtlichen selbst. Unterstützt werden die Flüchtlingshilfe Kall und das Ehrenamt auch weiter durch die Caritas.

Aktuell sind der Gemeinde Kall 227 Flüchtlinge zugewiesen, sie sind in gut 30 Häusern und Wohnungen dezentral im Kern- und den Außenorten untergebracht. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, gefolgt von Irak und Afghanistan. Erste Praktika und auch Arbeitsverhältnisse wurden vermittelt. Alle gute 35 schulpflichtigen Kinder haben mittlerweile einen Schulplatz. Weitere Asylbewerber leben vorübergehend (in der Regel drei bis sechs Wochen) in der Landeseinrichtung im Gewerbegebiet. Für sie ist die Gemeinde Kall nicht zuständig. Sie werden im Auftrag der Bezirksregierung rund um die Uhr von einer Betreiberfirma versorgt und betreut, bis sie einer Kommune zugewiesen werden.

Für die Wahlkallerin Gempfer, die in den vergangenen Jahren als Redakteurin gearbeitet hat, ist die Arbeit vom Rathaus aus eine Rückkehr zu den beruflichen Wurzeln. Nach ihrem ersten Studium war sie als Sozialpädagogin unter anderem für eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung, ein städtisches Jugendamt und einen Träger der Erwachsenenbildung tätig. Seit rund einem Jahr engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe Kall. Gempfer: „Es ist mir ein Herzensanliegen, daran mitzuarbeiten, dass die schutzsuchenden Menschen sich hier in Kall willkommen fühlen und private wie berufliche Perspektiven entwickeln können.“ Zudem, ergänzte sie, bedeuteten - nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels - die meist jüngeren und teils gut ausgebildeten „neuen Nachbarn“ eine große Chance für Kall.

Bestehende Integrationsprojekte wie das Begegnungscafé und die internationale Sprechstunde der Flüchtlingshilfe Kall werden weiterhin von ehrenamtlichen Kräften durchgeführt. Organisiert und begleitet werden sie nun von der neuen Fachkraft. Zudem finden im Rathaus regelmäßige Austausch- und Infotreffen statt, die Ehrenamtler werden zwischen den Veranstaltungen mit Infopost versorgt. Insgesamt engagieren sich rund 40 Männer und Frauen ehrenamtlich in der Kaller Flüchtlingshilfe, unter anderem als Hausbetreuer, im Begegnungscafé und der internationalen Sprechstunde, im Spendenlager und bei Deutschkursen.

„Zur gelungenen Integration gehört neben den wichtigen Sprachkenntnissen auch die Teilnahme am Arbeitsleben“, so Michael Heller und ergänzt: „Dazu sind Frau Gempfer und die Flüchtlingshilfe Kall in engem Kontakt mit Jobcenter und Integration Point. Künftig soll der Kontakt zu den Kaller Unternehmen weiter intensiviert werden, um Praktikums- und Arbeitsstellen zu vermitteln.“

Auf die neue Verwaltungsmitarbeiterin wartet auch ein ganz neues Projekt: das Integrationshaus. Das Konzept für eine Begegnungsstätte für Bürger und Flüchtlinge im Kernort Kall und damit zentral im Kreis Euskirchen war erst vor wenigen Wochen genehmigt worden. Im Rahmen des Sonderprogramms „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ des Landes NRW wurde der Gemeinde Kall eine Fördersumme von fast 1,2 Millionen Euro bewilligt – eine der höchsten Summen im Kreis Euskirchen.

pp/Agentur ProfiPress


Die Jury-Mitglieder Claudia Hoffmann, Wolfgang Mauritz, Andreas Züll, Christoph Leisten, Waltraud Stening-Belz, Mario Walter Johnen (v.l.n.r.) sowie Joachim Starke und Marietta Thien aus Metternich (fehlen auf dem Foto) werden die schwierige Aufgabe haben, aus den Einsendungen die Sieger-Texte zu ermitteln. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Eifeler Jugendliteraturpreis 2016

Kinder und Jugendliche sind aufgerufen, über überraschende Wendungen zu schreiben – Einsendeschluss ist der 26. September

 

Nordeifel – „Und dann war plötzlich alles anders...“ – so lautet das Thema des 3. Eifeler Jugendliteraturpreises, den die Lit.Eifel und das Literaturhaus Nettersheim in Zusammenarbeit mit der Kulturministerin der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ausschreiben.

Wer kennt das nicht: Von einem Moment auf den nächsten kann sich eine Situation, eine Empfindung, ein Leben vollständig verändern. Manchmal sind es gerade die kleinen Augenblicke, die Großes bewirken, indem sie uns überraschen, verwundern, befremden oder erstaunen. War gerade noch alles dunkel und trist, zeigt sich plötzlich ein helles Licht am Horizont. Manchmal allerdings ist es auch geradezu umgekehrt.

So oder so: Die überraschende Wende spielt nicht nur im Leben, sondern auch in vielen Geschichten eine entscheidende Rolle. „Wir möchten euch anregen zu solchen Geschichten, in denen ein Umbruch stattfindet, weil etwas Überraschendes geschieht. Etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Etwas, das in eine andere, vielleicht hoffnungsvollere, vielleicht aber auch düsterere Zukunft blicken lässt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, erklären die Verantwortlichen des Nordeifeler Literaturfestivals das Wettbewerbsthema.

Der Jugendliteraturpreis wendet sich an vier Altersgruppen: 6 bis 9 Jahre, 10 bis 12 Jahre, 13 bis 15 Jahre und 16 bis 18 Jahre. Teilnehmen können alle Kinder und Jugendlichen, die ihren Wohnsitz in der Nordeifel, der Städteregion Aachen oder der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens haben. In jeder Altersgruppe werden Preisträger ausgezeichnet. Die Siegerbeiträge wird eine achtköpfige fachkundige Jury auswählen.

Eigenständig verfasste und bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten im Umfang von bis zu drei maschinengeschriebenen Seiten DIN A 4 (Arial oder Times New Roman, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5 als Word- oder PDF-Datei) können eingereicht werden. Die Einsendungen können eigenhändig illustriert sein. Am Ende müssen sie mit folgenden Daten versehen sein: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefon und Alter. Einsendeschluss ist der 26. September.

In jeder der vier Altersgruppen werden je drei Preise als Büchergutscheine in den Werten 80 Euro, 50 Euro und 20 Euro vergeben. Die Geschichten der Gewinner werden als kleines Buch im Barton-Verlag erscheinen. Die Zustimmung der Nachwuchsautoren zur Veröffentlichung in Dokumentationen oder anderen Publikationen der auslobenden Institutionen erfolgt mit der Einsendung des Beitrages.

Zur Preisverleihung bei der Abschlussveranstaltung sind alle Teilnehmer mit Freunden und Eltern schon heute für den Nachmittag des 19. November eingeladen. Die Festveranstaltung ist in das Programm der 4. Eifeler Buchmesse in Nettersheim integriert.

Einsendungen können per E-Mail oder auf dem Postweg gerichtete werden an: Literaturhaus Nettersheim/Lit.Eifel e.V., Steinfelder Straße 12, 53947 Nettersheim, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

pp/Agentur ProfiPress


Nach der Wachablösung beim TV Kall (von rechts): Iris Schröder, Franz-Albert Groß, der neue Vorsitzende des mitgliederstärksten Vereins der Gemeinde Kall, Kassenwart Markus Pütz, die scheidende Vorsitzende Anita Königsfeld, Christoph Lutsch und Stefan Mager sowie Erich Scholzen vom Turnbezirk Schleiden, der Anita Königsfeld nach 18 Jahren Vereinsvorsitz die Goldene Ehrennadel des Turngaus Aachen überreichte. Foto: Stephan Everling/Rheinische Redaktionsgemeinschaft/pp/Agentur ProfiPress

Franz-Albert Groß für Anita Königfeld

Wachwechsel beim mit 780 Mitgliedern größten Verein der Gemeinde Kall - TV Kall nach 18 Jahren unter neuer Führung

 

Kall – Eine Ära ging zu Ende: Stattliche 18 Jahre lang hat Anita Königsfeld mit dem TV Kall den mitgliederstärksten Verein in der Zentralkommune des Kreises Euskirchen geführt. Jetzt machte die Grand Dame des Kaller Sports Platz für ihren Nachfolger Franz-Albert Groß.

Der überließ auch nach den Neuwahlen die Versammlungsführung der erfahrenen Vorgängerin. „Es wirkte wie eine Mischung aus Gewohnheit und Sentimentalität“, schreibt der Autor Stephan Everling im „Kölner Stadt-Anzeiger“ über die berührende Szene: „Ein wenig scheu drehte sich Anita Königsfeld, auch als sie schon keine Vorsitzende mehr des TV Kall war, zu ihrem Nachfolger Franz Albert Groß und fragte: »Wollen Sie?« Doch der, ganz Mann von Welt, ließ Königsfeld den Vortritt . . .“

Der Abschied von der langjährigen Vorsitzenden des Kaller Turnvereins fiel laut Presseberichten ziemlich nüchtern aus. „Knapp und bescheiden fasste sie ihre Amtsjahre zusammen“, schreibt die „Kölnische Rundschau“: „Nur als sie auf den Bau des Vereinshauses an der Tennisanlage zu sprechen kam, erlaubte sie sich Gefühle.“ Dieses Vereinshaus, so Anita Königsfeld, sei für sie wie ihr eigenes. Es war mit viel Einsatz der Vereinsmitglieder errichtet worden.

„Ich habe mich gewundert, mit wie viel Arbeit das Amt des Vorsitzenden verbunden ist“, erklärte Franz-Albert Groß nach einer Art Praktikum bei der bisherigen Vereinsleitung. Er hatte bei einigen Terminen von Anita Königsfeld gelernt. Ganz unerfahren ist der langjährige Kommunalpolitiker und engagierte Bürger natürlich nicht.

Er wusste, worauf er sich einließ, als seine Nachbarin ihn ansprach, nachdem er in Rente gegangen war, berichtete Groß. Everling: „Diese habe gemeint, dass er jetzt auf keinen Fall rumsitzen dürfe, sondern stattdessen sich im Vorstand des TV Kall engagieren könne. »Ich versuche, in die Fußstapfen meiner Vorgängerin zu treten«, setzte er die Messlatte für seine Amtsführung hoch an.“

Auch schon vor seiner Wahl hatte Groß ein wenig in die Gestaltung der Mitgliederversammlung eingegriffen. Auf seine Initiative hin wurde Anita Königsfeld von Erich Scholzen, dem Vorsitzenden des Turnbezirks Schleiden, mit der Goldenen Ehrennadel des Turngaus Aachen ausgezeichnet. Dazu erhielt sie noch eine Anerkennungsurkunde des Kreissportbundes Euskirchen.

780 Mitglieder in fünf Abteilungen hat der Verein, so die langjährige Vorsitzende in ihrem letzten Jahresbericht. Nach der Wahl von Groß zum Vorsitzenden wurde Stefan Mager als Geschäftsführer des Gesamtvereins wiedergewählt. Markus Pütz führt fortan die Kassengeschäfte, zweite Vorsitzende blieb Iris Schröder.

pp/Agentur ProfiPress


Zum nächsten Begegnungscafé lädt die Flüchtlingshilfe Kall ein am Freitag, 17. Juni, von 9.30 bis 11.30 Uhr. Archivfoto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 17. Juni, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet statt am Freitag, 17. Juni, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und die ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe sich vernetzen können.

Alle Termine sowie weitere Infos zur Flüchtlingshilfe Kall sind auch im Internet unter www.fluechtlingshilfe-kall.de abrufbar. Wer die Kaller Flüchtlingshilfe unterstützen möchte, kann sich per Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik melden.

pp/Agentur ProfiPress


Der Jugendbus soll Begegnungsstätte für Kinder verschiedener Nationen werden. Jeden Donnerstag macht er jetzt von 16 bis 18 Uhr am Pfarrheim in Kall Halt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Ein Bus für Kinder aller Nationen

„Linie Zwo“ macht jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr am Kaller Pfarrheim Halt – Jugendbus der kirchlichen Jugendarbeit in der Region Eifel – Kinder und Jugendliche können sich beim gemeinsamen Spielen und Kochen kennenlernen

Kall - Die „Linie Zwo“ ist in Kall unterwegs. Der Jugendbus der kirchlichen Jugendarbeit in der Region Eifel macht ab jetzt jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr am Kaller Pfarrheim (Am Büchel 2) halt. Mit Angeboten zum gemeinsamen Kochen und Spielen soll er Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche aller Nationen sein.

Dabei ist es kein Zufall, dass der Jugendbus ausgerechnet donnerstagnachmittags nach Kall kommt: Gleichzeitig findet im Pfarrheim das Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall statt. Während die Eltern sich austauschen, informieren und beraten lassen können, haben mit der „Linie Zwo“ auch die Kinder einen eigenen Ort, an dem sie Gleichaltrige kennenlernen können.

Zum Auftakt des Projektes waren schon zehn Kinder gekommen. Gemeinsam mit den beiden Betreuern, Ingrid Wanninger-Woelk und Ingo Hamm, versammelten sie sich unter einem Zelt vor dem Bus und schnippelten buntes Gemüse. Tomaten, Paprika und Gurken wurden an dem sommerlichen Nachmittag in einen leichten Salat verwandelt. Sogar ein Freiwilliger für das Zwiebelschneiden war schnell gefunden. Angemacht mit einer Salatsoße aus Essig und Öl und frischem Fladenbrot war das leckere Abendessen komplett und bald saß die Gruppe gemeinsam zum Essen um den großen Tisch.

 

Gemeinschaftsaktion zur Verständigung

 

„Das gemeinsame Kochen ist eine Aktion, bei der sich die Kinder und Jugendlichen gut verständigen können. So wollen wir eine Basis schaffen, auf der sie miteinander umgehen können“, erklärte Ingrid Wanninger-Woelk. Initiiert worden war das Projekt von Helmut Woelk, dem Jugendbeauftragten in der Gemeinschaft der Gemeinden Kall-Steinfeld. Er war auf die Gemeinde Kall und die Flüchtlingshilfe zugekommen, um mit dem Jugendbus gezielt eine Anlaufstelle für Flüchtlingskinder zu schaffen und die Begegnung mit Kindern aus dem Ort zu ermöglichen.

Neben den beiden Betreuern waren auch Pfarrer Hans-Joachim Hellwig und Alice Gempfer, die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall, vor Ort, um sich ein Bild von dem neuen Projekt zu machen. Alice Gempfer ist vom Grundgedanken der Begegnungsstätte überzeugt: „Der Bus ist eine tolle Möglichkeit für Kinder aus ganz verschiedenen Nationen – natürlich auch deutsche Kinder hier aus Kall – sich spielerisch kennenzulernen. Über das Thema kochen ergeben sich dabei ganz automatisch auch Themen zu den verschiedenen Kulturen, die die Busbegleiter aufgreifen können.“

Die Sprachbarriere räumten die Kinder und Jugendlichen beim Salatschneiden ganz leicht mit Händen und Füßen aus. Worte wurden mit erklärenden Gesten unterstrichen und Geschwister übersetzten sich gegenseitig. Dabei wurde Gemüse geteilt, geschnippelt und gelacht. „Alle sind so nett miteinander umgegangen – das ist nicht selbstverständlich“, sagte Ingrid Wanninger-Woelk und auch Ingo Hamm freute sich: „Das sieht nach einem gelungenen Auftakt aus.“

Während das sonnige Wetter zum Aufenthalt vor dem Bus einlud, ist die „Linie Zwo“ auch als Kochmobil ausgestattet. Die eigens von den Nordeifelwerkstätten in Zingsheim hergestellte Einrichtung umfasst Schubladen und Schränke für die Lebensmittel sowie eine Spüle, einen Herd und einen Backofen, zum Beispiel um gemeinsam Pizza zu backen. Tische und Bänke im hinteren Teil des Busses können außerdem zum Spielen und Malen genutzt werden.

Die Kinder hatten bei der ersten Gemeinschaftsaktion schon viel Spaß. „Ich esse sehr gerne Salat“, freute sich Katharina. Michelle versprach beim Abschied: „Ich komme nächste Woche wieder.“

pp/Agentur ProfiPress


Im Rahmen einer Bürgerwerkstatt sind alle Interessierten eingeladen, am Donnerstag, 30. Juni, von 18 bis 21 Uhr, ihre Ideen einzubringen und so die weitere Entwicklung ihrer Kommune aktiv mit zu gestalten. Foto: Gemeinde Kall

Kalls Zukunft mitgestalten

Bürgerwerkstatt am Donnerstag, 30. Juni, von 18 bis 21 Uhr in der Aula der Hauptschule Kall – Weitere Entwicklung der Ortsmitte steht im Fokus – Fachliche Begleitung durch das Büro „RaumPlan“ und die RWTH Aachen – Präsentation der Ergebnisse in zweiter Werkstatt im September – Ideen fließen in weitere Planung ein

Kall – Wie wünschen sich Kaller Bürgerinnen und Bürger die künftige Gestaltung des Ortskerns ihrer Kommune, welche Ideen und Visionen haben sie dazu? In diesem Sinne lädt die Gemeinde Kall ein zu einer ersten Bürgerwerkstatt am Donnerstag, 30. Juni, von 18 bis 21 Uhr, in der Kaller Hauptschule.

Studenten der RWTH Aachen hatten sich bereits im vergangenen Jahr Gedanken über eine mögliche Neugestaltung der Ortsmitte gemacht. Jetzt sind im Rahmen der Erstellung eines umfassenden städtebaulichen Konzepts zur Erneuerung des Ortskerns alle Interessierten eingeladen, ihre Ideen einzubringen und so die weitere Entwicklung ihrer Kommune aktiv mit zu gestalten. Konkret geht es dabei um die Themenfelder „Funktionsstärkung der Ortsmitte“ (Infrastruktur, Handel und Gewerbe), „Gestaltung der öffentlichen Räume“ (Straßen, Plätze, Verkehr und Mobilität), „Neues Bauen“ (Wohnen, Energie und Klima) sowie „Freizeit und Erholung“ (Freiraum, Umwelt und Tourismus). Auch das geplante „Integrationshaus“, das mit bewilligten Fördermitteln im Ortskern für alle Kaller Bürgerinnen und Bürger entstehen soll, wird eine Rolle spielen.

Das so genannte „Integrierte Handlungskonzept“ (IHK) zur Kernortgestaltung wird erstellt vom Planungsbüro „RaumPlan“ in Kooperation mit dem Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen. Aufgabe des IHK ist die Entwicklung einer integrierten, realistischen und realisierbaren Konzeption zur Erneuerung des Ortskerns im Rahmen der Förderrichtlinien des Landes NRW. Einzelprojekte sollen dabei unter Einbeziehung vielfältiger Förderpro-gramme profiliert und in einen umfassenden stadträumlichen Zusammenhang gestellt werden.

Die Bürgerwerkstatt werden beide Partner moderieren und fachlich begleiten. Die Veranstaltung ist als offenes, thematisch gegliedertes Diskussionsforum geplant. Das Aachener Projektteam präsentiert zunächst eine Bestandsanalyse zur Ausgangssituation in Kall. Daraus abgeleitet werden erste Zielvorstellungen und Leitbilder sowie Handlungsfelder und Projektideen.

Es folgt eine Arbeitsphase in den vier thematischen Ideenwerkstätten. Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam diskutiert und bewertet. Innerhalb der Ideenwerkstätten können konkrete Ansätze für Projekte und Maßnahmen entwickelt werden, die dann den vier Themenfeldern zugeordnet werden. Im Anschluss an die Bürgerwerkstatt werden die Ergebnisse aufbereitet und in Abstimmung mit der Verwaltung in die weitere Planung einbezogen. Das Integrierte Handlungskonzept mit seinen Projekten und Maßnahmen wird weiter ausgearbeitet, die Ergebnisse werden in einer zweiten Bürgerwerkstatt im September präsentiert.

Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sind ausdrücklich erwünscht; Verwaltung und Partner hoffen auf eine rege Beteiligung an der Bürgerwerkstatt.

pp/Agentur ProfiPress

 


Ortsvorsteher Guido Keutgen (l.) und Bürgermeister Herbert Radermacher (r.) mit dem neuen Vorstand des Bürgervereins Kall: (v.l.) Schatzmeister Gottfried Schnitzler, stellvertretender Vorsitzender Bert Spilles, Vorsitzender Helmut Weiler, Beisitzer Peter Berbuir und Schriftführer Alois Poth. Auf dem Foto fehlen die Beisitzer Uwe Schubinski und Lukas Müller. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Sorgenvoller Blick auf die Altersstruktur

Dem Bürgerverein Kall fehlt der Nachwuchs – Drei neue Vorstandsmitglieder, aber keinen Nachfolger für den 80-jährigen Vorsitzenden Helmut Weiler gefunden

Kall – Auf soliden wirtschaftlichen Füßen präsentierte sich der Bürgerverein Kall in seiner Mitgliederversammlung, zu der sich der Vorstand und gut ein Dutzend der aktuell insgesamt 60 Mitglieder in der Bürgerhalle trafen. Während sich der Verein, der sich um die Vermietung und Bewirtschaftung der Bürgerhalle kümmert, finanziell keine Sorgen machen muss, warf der Vorstand hingegen weiterhin einen sorgenvollen Blick auf die Altersstruktur und den fehlenden Nachwuchs in seinen Reihen.

Die Mitglieder seien ausdrücklich aufgerufen, auch in ihrem persönlichen Umfeld neue Leute „als Unterstützer für unsere schöne Veranstaltungsstätte“ zu mobilisieren, sagte Vorsitzender Helmut Weiler. Zumindest, was die Neubesetzung von drei Vorstandsposten betrifft, war dies auch gelungen. Als neuen stellvertretenden Vorsitzenden konnte der Verein den Kaller Ratsherrn Bert Spilles gewinnen. Er wurde einstimmig gewählt und übernimmt das Amt von Andreas Heinen, der dem Vorstand des Bürgervereins 20 Jahre lang ununterbrochen angehörte und nun aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. „An dieser Stelle einfach nur danke zu sagen, erschien uns zu wenig“, kündigte Schatzmeister  Gottfried Schnitzler ein absolutes Novum an: Einstimmig ernannte die Versammlung Heinen zum ersten Ehrenmitglied in der Geschichte des Bürgervereins und würdigte damit seine weitreichenden Verdienste. Spilles sagte, er trete gerne in die „großen Fußstapfen“, die Andreas Heinen hinterlasse.

Während Uwe Schubinski als Beisitzer wiedergewählt wurde, galt es, zwei neue Beisitzer zu finden, denn zum einen war im vergangenen Jahr Josef Klinkhammer nach schwerer Krankheit verstorben, zum anderen hatte der mit einem Präsent aus dem Vorstand verabschiedete Franz-Josef Wegener seinen Posten aus Altersgründen zur Verfügung gestellt. Hier treten der amtierende Kaller „Hötjong“ und Feuerwehrmann Lukas Müller und der, so Schnitzler, „frischgebackene Rentner“ Peter Berbuir, Mitglied in mehreren Kaller Vereinen, die Nachfolge an.

Einstimmig wiedergewählt wurde unter der Wahlleitung von Bürgermeister Herbert Radermacher auch Vorsitzender Helmut Weiler. Zwar hätte der 80-jährige Weiler sein Amt gerne abgegeben, doch sei es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, eine Persönlichkeit zu finden, die den verantwortungsvollen Posten hätte übernehmen können. Weilers Bereitschaft zur zumindest temporären Weiterarbeit zollte die Versammlung allgemeinen großen Respekt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, lobte Radermacher, der die Vorstandsarbeit im Bürgerverein mit der Führung eines mittelständischen Unternehmens verglich.

Einstimmig wiedergewählt wurden auch Schriftführer Alois Poth und Schatzmeister Gottfried Schnitzler. Letzterem hatten die Kassenprüfer Ute Stolz und Manfred Kruff zuvor eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt. Seinem Bericht zufolge hatte sich der Brutto-Erlös aus der Vermietung der Bürgerhalle im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 2.000 Euro auf 20.300 Euro erhöht. Hier habe die vorgenommene Mietpreiserhöhung gegriffen, stellte Schnitzler fest. Diese gelte nicht für Kaller Vereine, jedoch für die vielen Mieter, die zum Teil aus Prüm, Brühl, Frechen oder Aachen anreisen würden. „Und zwar nicht, weil ihnen Kall so gut gefällt, sondern weil die Hallen in diesen Städten viel teurer sind“, so der Schatzmeister. Insgesamt 30 Veranstaltungen haben 2015 in der Bürgerhalle stattgefunden, eine mehr als 2014. Dabei seien 93,3 Hektoliter Bier verkauft worden.

Auf insgesamt rund 5.500 Euro belaufe sich der im operativen Geschäft 2015  erwirtschaftete Betrag, das Vereinsvermögen betrage aktuell rund 33.000 Euro, eine Summe, die der Bürgerverein als Polster beispielsweise für dringende Renovierungen benötige, wie Schnitzler insbesondere vor dem „Dauerthema Lüftungsanlage“ betonte. Da eine Überprüfung ergeben habe, dass die Rohre in der Halle den Schall nach draußen verstärken würden und auch Wärmeenergie verloren gehe , gebe es derzeit Überlegungen, die Lüftungskanäle entweder zu isolieren oder aber nach innen zu verlegen.

Ausgezahlt hätten sich die Lärmschutzmaßnahmen, berichtete Vorsitzender Helmut Weiler: Gab es 2014 noch zahlreiche Beschwerden von Anliegern, so haben diese sich im gesamten Jahr 2015 deutlich reduziert.

pp/Agentur ProfiPress


In Keldenich ist der Breitbandausbau bereits in vollem Gange. Den Baubeginn nahmen (v.l.n.r.) Telekom-Projektleiter Gerd Wolter, Bürgermeister Herbert Radermacher, Telekom-Regio-Managerin Anja Oppermann und Markus Auel vom Amt für Struktur- und Wirtschaftsförderung der Gemeinde Kall zum Anlass, sich bei einem Ortstermin zu treffen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Spatenstich für das schnelle Internet in Kall

Der Ausbau läuft: Die Telekom hat mit dem Ausbau von schnellen Internetanschlüssen im Ortsnetz 02441 Kall begonnen.

Dabei wird sie rund 10 Kilometer Glasfaser verlegen und 13  Multifunktionsgehäuse neu aufstellen oder mit modernster Technik ausstatten. Dadurch werden mehr als 2.800 Haushalte in Kall, Steinfeld, Urft, Golbach, Sötenich, Keldenich, Scheven, Voißel und Wallenthal bis Ende 2016 Vectoring-fähig.

Vectoring ist ein Datenturbo auf dem VDSL-Netz. Im Vergleich zu einem bisherigen VDSL-Anschluss (Very Highspeed Digital Subscriber Line) verdoppelt sich das maximale Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich das Tempo sogar auf bis zu 40 MBit/s. Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos über das Netz. Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Aber das ist noch nicht alles: Die Telekom plant mit der Einführung von Super-Vectoring bereits den nächsten Entwicklungsschritt. Künftig können so die möglichen Bandbreiten auf bis zu 250 MBit/s gesteigert werden.

 

Die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an ihren Internet-Anschluss steigen ständig", sagt Herbert Radermacher, Bürgermeister von Kall. "Deshalb freuen wir uns, dass Kall  vom Ausbau-Programm der Telekom profitiert. So bleibt unsere Gemeinde als Wohn- und Arbeitsplatz attraktiv." 

 

„Die Planungen sind abgeschlossen, jetzt wird gegraben“, sagt Anja Oppermann, zuständige Regio Managerin bei der Deutschen Telekom zum Start der Bauarbeiten in Kall. „Wir werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich halten. Wir gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten voran.“

 

Interessenten für einen neuen Telekom-Anschluss können sich persönlich im Telekom-Shop Euskirchen, Neustraße 15, 53879 Euskirchen, Expert Euskirchen, Roitzheimer Str. 117, 53879 Euskirchen beraten lassen.

Oder man geht ins Netz auf www.telekom.de/schneller, um sich über Verfügbarkeit, Geschwindigkeiten und Tarife informieren und vorab registrieren lassen.

 

Drei Schritte zum schnellen Internet

Erfolg in drei Etappen. Erstens: Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Multifunktionsgehäuse wird das Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Glasfaser ist das schnellste Übertragungsmedium. Das hohe Tempo hat allerdings seinen Preis: Das Verlegen von Glasfaser kostet rund 70.000 Euro pro Kilometer.

Zweitens: Die grauen Kästen am Straßenrand werden intelligent. Sie werden mit modernster Technik ausgestattet und zu einer Art Mini-Vermittlungsstelle. Hier werden unter anderem die Datenpakete vom Kupferkabel auf die Glasfaser übergeben. Diese sogenannten Multifunktionsgehäuse (MFG) werden über das Ausbaugebiet verteilt. Die Entfernung zwischen Kunde und MFG soll möglichst gering sein. Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit.

Drittens: Die Kupferleitung, die vom MFG zum Kunden führt, wird mit der Vectoring-Technik schneller. Die neue Technik beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten. Dadurch ist mehr Tempo beim Herauf- und Herunterladen möglich. Beim Herunterladen erhöht sich die Geschwindigkeit von 50 auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich die Geschwindigkeit von 10 auf bis zu 40 MBit/s.

Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos über das Netz. Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig möglich sind.

Auch Gewerbetreibende profitieren vom Ausbau. Wer die Chancen des Internets nutzen will, muss in die Digitalisierung seiner Geschäftsmodelle investieren. Die Herausforderungen reichen von Cloud Services bis Datensicherheit. Die Telekom bietet ihre Erfahrung aus dem Großkundenbereich auch kleineren und mittleren Kunden an, damit diese Investitions- oder Personalkosten sparen können.

 

Deutsche Telekom AG

Corporate Communications

Andre Hofmann, Pressesprecher

 


Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher (rechts) gratulierte ebenso wie sein Kollege aus Simmerath, Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (links). Mit dem Preisträger Victor Neels (2. v.l.) freuten sich auch dessen Ehefrau Annelene und Urenkelin Rena Marie. Foto: Sascha Bach/Wochenspiegel Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Schmied einer deutsch-belgischen Freundschaft

Victor Neels wurde vom Landschaftsverband Rheinland mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet – Initiator der Freundschaft zwischen Gemeinde Kall und Partnergemeinde Mol in Belgien – Einsatz für St. Nikolausschule

Kall/Brauweiler - In der Gemeinde Kall hat der 90-jährige Victor Neels großartiges vollbracht: Er schmiedete deutsch-belgische Freundschaften, zum einen zwischen Kall und der Partnergemeinde Mol in Belgien, zum anderen zwischen der St. Nikolausschule und den belgischen Soldaten auf Burg Vogelsang. Zusammen mit Ehefrau Annelene ist er ein Beispiel dafür, wie sich der Hass zwischen zwei Nationen in Respekt und sogar Freundschaft verwandeln kann. Dafür wurde Victor Neels jetzt im Kaisersaal der Abtei Brauweiler mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet.

„Mit Verleihung dieser Auszeichnung kann ein Stück weit die Dankbarkeit und Anerkennung gegenüber Victor Neels und seinem Engagement für die hiesige Region ausgedrückt werden, die ihm gebührt“, sagte Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher und fügte hinzu: „Er ist ein Mann der Taten, angetrieben von großer Willenskraft, die keine Grenzen kennt – im wahrsten Sinne des Wortes. Und damit sicherlich auch ein Vorbild für die Herausforderungen aktueller Geschehnisse, die wieder verstärkt grenzüberschreitende Hilfe, gegenseitiges Verständnis und Kommunikation auf Augenhöhe erfordern.“

Einsatz für deutsch-belgische Verständigung

Wie kaum ein anderer hat sich Neels in großem Maße um die deutsch-belgische Verständigung verdient gemacht. Der 91-Jährige habe einen Kommunikationsprozess angestoßen, „der nach und nach auf beiden Seiten zu wechselseitigem Vertrauen geführt hat“, würdigte Anne Henk-Hollstein, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, den ehemaligen Kommandanten des „Camp Vogelsang“, das jahrzehntelang unter belgischer Führung stand.

Neels stammt aus Balen in Belgien. Im Zweiten Weltkrieg schloss er sich einer Widerstandsbewegung an und nahm an Sabotageaktionen gegen die Deutschen Teil. Als belgischer Soldat kam er nach Kriegsende nach Norddeutschland, wo die Belgier in der britischen Besatzungszone militärische Aufgaben übernahmen. Den Hass gegen die Deutschen legte er 1945 in einer Wirtschaft in Bassum ab, denn dort lernte er seine heutige Ehefrau Annelene kennen. „Sie änderte mein Denken und mein Leben“, erzählte Neels.

Nach einer erfolgreichen militärischen Karriere wurde Victor Neels 1970 zum Kommandanten von „Camp Vogelsang“ ernannt. Laut Henk-Hollstein habe er buchstäblich Schranken des zuvor für die Menschen in den umliegenden Gemeinden nicht zugänglichen Militärareals geöffnet, zum Beispiel mit einem Tag der offenen Tür, der jährlich über 40.000 Besucher angezogen habe. Neels: „Nicht nur Einwohner der umliegenden Dörfer kamen, sondern auch Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz und der Serviceclub Kiwanis Nordeifel, dessen Präsident ich später drei Jahre lang war.“

In den folgenden Jahren wurden immer wieder Tage der offenen Tür veranstaltet und der Erlös ging unter anderem an die St. Nikolausschule in Kall. Die Soldaten übernahmen schließlich auch die Patenschaft der Schule. Es wurden Ferienmaßnahmen an die belgische Küste organisiert und Neels schickte seine Maschinen und Arbeiter in die Region, wenn Hilfe beim Bau eines Sportplatzes oder eines Jugendheims benötigt wurde.

Plädoyer für Toleranz, Hilfsbereitschaft und Respekt

Seit 2009 verbindet die „Victor-Neels-Brücke“ den Urftseeradweg mit Vogelsang. Victor Neels wurde mit mehreren Bundesverdienstkreuzen und jetzt mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Seit 1976 verleiht der Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Rheinlandtaler an Persönlichkeiten, die sich um die Kulturpflege im Rheinland besonders verdient gemacht haben. Der Geehrte zeigte sich sichtlich bewegt. In einem mitreißenden Plädoyer für Toleranz, Hilfsbereitschaft und Respekt danke er für den Preis und rief zur Völkerverständigung und zur europäischen Solidarität auf.

Neben seiner Ehefrau Annelene und Urenkelin Rena Marie, die in seiner Rede Erwähnung fanden, waren viele Familienmitglieder, Weggefährten und Kommunalpolitiker wie auch Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher in den Kaisersaal gekommen, um Neels nach dessen viersprachigem Dankeschön zu gratulieren. Bürgermeister Radermacher: „Für Kall im Besonderen danke ich für die von ihm initiierte Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Mol, die über all die Jahre zu einer fundierten Freundschaft gewachsen ist. Im Rahmen gemeinsamer partnerschaftlicher Aktivitäten konnte ich Victor Neels bereits des Öfteren begegnen, was mir auch zukünftig immer wieder eine Ehre sein wird.“

Wochenspiegel Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress


Auch ein harter Kerl wie Elmar Geulen alias „Mr. Hayabusa“ wehrt sich nicht gegen Edeltraud Engelens Beistand bei der Blutspende. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Das DRK sucht dringend Helfer

Blutspendeteams vor Generationenwechsel – Sinnvolle Aufgabe und viel Spaß in der Gemeinschaft

Kreis Euskirchen – Elmar Geulen war ein echtes Zugpferd für die Euskirchener Blutspende-Aktion, zu der er gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband aufgerufen hatte: 363 Blutspender kamen am vergangenen Donnerstag ins Rotkreuz-Zentrum, davon 20 Erstspender. Einer von ihnen war der Euskirchener Bernhard Herter, Mitglied im Motorradclub VN-Biker, für den der Aderlass eine Premiere war. „Man müsste mal ...“ – diesen Gedanken habe er schon oft gehabt. Als er auf Facebook den Aufruf Geulens alias „Mr. Hayabusa“ gesehen habe, habe er sich einen Ruck gegeben.

Auch für den Wißkirchener Motorrad-Rennsportler Elmar Geulen selbst war es die erste Blutspende. Dass sich der 59-Jährige zuvor in den Dienst der guten Sache gestellt und mit Edeltraud Engelen in einem eindringlichen Appell auf den vom DRK-Blutspendezentrum Breitscheid beklagten aktuellen Mangel an Blutkonserven aufmerksam gemacht hatte, blieb nicht ohne Wirkung. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, freute sich Edeltraud Engelen. Die Blutspendebeauftragte des DRK-Kreisverbandes Euskirchen hatte befürchtet, dass das schwüle und später gewittrige Wetter viele vom Kommen abhalten würde.

Grundsätzlich sei die Spendenbereitschaft im Kreis Euskirchen noch recht hoch, sagte Petra Klostermann vom DRK-Blutspendedienst West. „Je größer die Städte, desto weniger Blutspender, je ländlicher es wird, desto mehr kommen. Man trifft dort Leute, die man kennt“, erklärte sie. Insgesamt aber sei durch den demographischen Wandel ein Rückgang zu beobachten, während gleichzeitig der jährlich um zwei Prozent steigende Bedarf an Blutspenden eine Folge des medizinischen Fortschritts sei. „Man kann es nicht oft genug sagen: Wer Blut spendet, rettet Leben“, betont Petra Klostermann. Die mit Abstand meisten Blutspenden würden heutzutage für die Krebstherapie benötigt.

„Oft ist es ein Ereignis in der Familie oder auch bei einem selbst, dass den Auslöser gibt, etwa eine lebensbedrohliche Krankheit mit gutem Ausgang. Dann setzt oft ein anderes Denken ein, und manch einer möchte dann etwas zurückgeben“, weiß Edeltraud Engelen aus ihrer langjährigen Erfahrung. Das gelte für Blutspender ebenso wie für die ehrenamtlichen Helfer, die mit ihrem Einsatz die Blutspendeaktionen erst ermöglichten.

In den Ortsvereinen steht bei den Helferteams ein Generationenwechsel bevor, Nachfolger werden dringend gesucht, doch wird es für das Rote Kreuz immer schwieriger, neue jüngere Leute zu gewinnen. In Bad Münstereifel beispielsweise ist aktuell große Not am Mann. Dort lässt DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker in den DRK-Kindertagesstätten Flyer an die Eltern verteilen in der Hoffnung, Helfer zu finden, die sich sozial engagieren möchten.

„Wer etwas Sinnvolles in seinem Leben tun möchte, hat hier die Gelegenheit und findet eine tolle Gemeinschaft dazu“, betont Petra Klostermann. Die Männer und Frauen, die bei den Blutspendeterminen im Einsatz sind, begrüßen und betreuen die Spender, erledigen die Anmeldung am Computer, bereiten den Imbiss zu, bauen das Büfett auf und haben nebenbei noch viel Spaß. Wer neu hinzukommt, wird angeleitet und geschult. „Durch die enge Zusammenarbeit entstehen oft neue Freundschaften, in vielen Gruppen treffen sich die Helfer auch privat, weil sie sich so gut verstehen“, so Petra Klostermann weiter. Und Edeltraud Engelen ergänzt: „Wir sind wie eine große Familie.“ Was in ihrem Fall durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn Ehemann, Tochter und Enkelin haben sich nach und nach ebenfalls mit dem Helfer-Virus infizieren lassen und engagieren sich alle im DRK-Ortsverein Euskirchen.

Wer bei den Blutspendeterminen an seinem Wohnort mitwirken möchte, kann sich unter der Mobilfunknummer 0151 40 74 61 02 mit Edeltraud Engelen in Verbindung setzen.

Wer Blut spenden möchte, hat bis zu den Sommerferien noch bei folgenden Termin dazu Gelegenheit: Sonntag, 19. Juni, 8.30 bis 12.30 Uhr (Zingsheim, Schule Petrusstr.5); Dienstag, 21. Juni, 17.15 bis 20 Uhr (Arloff, Grundschule, Erlenhecke 47); Montag, 27. Juni, 17 bis 20 Uhr (Lommersum, Mehrzweckhalle, Löwener Str.); Dienstag, 28. Juni, 15 bis 20 Uhr (Schleiden, Hauptschule, Am Mühlenberg 1).

pp/Agentur ProfiPress


Eine Delegation aus Indien besuchte das Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg. Darunter waren auch vier Schüler aus Assam. Das Gymnasium in Steinfeld pflegt seit vielen Jahren eine enge Freundschaft zu Indien. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Indische Entwicklungsarbeit zwischen Schülern und Lehrern

Vier Schüler aus indischer Partnerschule mit Delegation zu Gast im Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg – Nettersheimer Naturzentrum mit Kletterseilgarten und Rursee in Schwammenauel besucht – Lockerer Austausch zwischen Schülern und Lehrern – HJK Steinfeld hat über 120.000 Euro in 15 Jahren gespendet

 

 

Kall-Steinfeld – Der Biologie-Unterricht ist eigentlich wie immer: Referendarin Carolina Schneider erklärt den Schülern den Stoffwechselprozess des menschlichen Körpers und greift dabei anschaulich auf ihr iPad und eine digitale Tafel zu. Moderne Technik im Unterricht, die die Gastschüler an diesem Mittwochmorgen nur staunen lassen. Zwei Mädchen und zwei Jungs einer Partnerschule aus Indien sitzen mit in der Schulbank und lauschen dem Unterricht und staunen nicht schlecht, als die Steinfelder Oberstufen-Schüler aufzeigen, um sich aktiv in der Bio-Stunde zu beteiligen. „Dieser kooperative Unterrichtsstil ist für die indischen Schüler etwas völlig Neues“, ordnet Heinrich Latz, der Schulleiter des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs, ein.

 

Seit über 15 Jahren besteht eine Schülerpartnerschaft der Salvatorianer-Schule nach Indien. Seit 2011 sind die Steinfelder auch Teil des Vereins German-Indian-Partnership-Programm, kurz „GIPP e.V.“, mit Sitz in Berlin. Vorsitzender Andreas Heise ist auch in Steinfeld und erklärt, dass sich der gemeinnützige Verein um salvatorianische Schulen in Indien, um eine Blindenschule, um Schüler-Lehreraustausch, die Entwicklung gemeinsamer Unterrichtskonzepte und die Verteilung von Volontariaten von Deutschen an indischen Schulen kümmert. Heise: „Deutsche und indische Lehrer lernten sich bei gegenseitigen Besuchen kennen und besprechen auf Augenhöhe die Projekte. Die Besuche dienen auch der Vergewisserung, dass die gesamten Spendengelder an der richtigen Stelle ankommen.“

Angeschlossen an den Verein sind die drei Salvator-Schulen in Deutschland. Neben Steinfeld sind dies Schulen in Berlin und Baden-Württemberg.

 

Die vier indischen Schüler konnten bereits lernen, „dass das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern einfach viel lockerer ist“, erklärt Schulleiter Latz. Ihm ist es wichtig, dass die Steinfelder, die in den letzten 15 Jahren schon über 120.000 Euro gespendet haben, in Nachhaltigkeit investieren. „Wir wollen nicht nur Geld nach Indien schicken, sondern sehr konkret mit entwickeln. Dafür dienen auch die Besuche vor Ort.“

Latz selbst war schon in Assam, im Nordosten Indiens, wo die Partnerschule „Christ-Jyoti-School“ beheimatet ist. Beeindruckende Erinnerungen hat er an die Reise. Die Salvatorianer vor Ort leisten viel Arbeit, durch die Tausende von Jugendlichen eine Chance auf Bildung erhalten. „Es ist gut zu sehen, dass das Geld, das wir jedes Jahr am Hermann-Josef-Tag erlaufen, eine so sinnvolle Verwendung findet“, sagt Latz mit Hinblick auf den jährlichen Schüler-Spendenlauf um die Klostermauer. Beeindruckend war für ihn auch der Besuch von zwei älteren Herren, von denen einer in seinem Schulleiter-Büro einen Briefumschlag mit 20.000 Euro hinterließ. „Er wollte anonym bleiben und uns das Geld spenden, weil er so sehr angetan war von unserer Entwicklungsarbeit.“

Weitere Projekte sind in den Bereichen Landwirtschaft und Tourismus geplant. „Es ist viel Arbeit, aber wir haben ein gutes Gefühl.“ Celine Poensgen aus Scheven war überrascht ob des einfachen Zugangs zu den Partner-Schülern. „Wir dachten, das wäre viel schwieriger.“ Es wurde viel gelacht. Und auch ein indischer Schüler antwortete: „Ich finde es großartig hier. Alle sind sehr nett zu uns.“

Sechs Tage waren die Inder in der Eifel, besuchten unter anderem das Naturzentrum in Nettersheim oder nahmen an einem Boot-Trip über den Rursee teil. Nach dem Besuch in Steinfeld ging es zur Salvatorianer-Schule nach Berlin. Gut zwei Wochen waren die Inder in Deutschland, mit einer indischen Schul-Delegation, darunter auch der indische Schulleiter Pater Benny Valiyaveettil Stephen und die beiden Lehrerinnen Himadri Saikia und Mayuri Sikia. Als Gastgeschenk überreichten sie an die Steinfelder Schüler und Lehrer einen traditionellen Schal.

pp/Agentur ProfiPress


Heike Pütz: „Das müsstest Du sehen, es ist großartig - Der Kreis Euskirchen in alten Ansichten“. Herausgegebenen von den „Freunden des Historischen Kreisarchivs e.V.“, Rheinbach 2016. Regionalia Verlag, Hardcover, 300 Seiten, rund 500 Abbildungen, ISBN 978-3-95540-164-1, 19,95 Euro.

Großartige Sicht aus alten Tagen

Kreisbibliothekarin Heike Pütz hat zum 200. Geburtstag des Kreises Euskirchen einen hervorragenden Bildband mit historischen Ansichtskarten herausgegeben – Auch eine Reihe Bilder aus dem heutigen Gemeindegebiet Kall sind mit dabei – VR-Bank Nordeifel unterstützte die Buchherausgabe im Regionalia-Verlag

Kall/Kreis Euskirchen – Um es vorwegzunehmen: Die 19,95 Euro, die der Buchhandel für diesen 300seitigen Prachtbildband der Kreisbibliothekarin Heike Pütz verlangt, sind gut angelegtes Geld. Das Buch ist ein Schmuckkästchen mit 500 alten Postkartenaufnahmen aus der nördlichen Eifel, also aus dem Landstrich, der sich zwischen Ville und Venn erstreckt und von dem heutzutage ein großer Teil vom Stadtgebiet Mechernich bedeckt wird.

Herausgegeben hat Heike Pütz den unter anderem von der VR-Bank Nordeifel unterstützten Band mit der ISBN-Nummer 978-3-95540-164-1 aus Anlass des 200. Geburtstages des Kreises Euskirchen. Denn 1816 wurde tatsächlich eine Gebietskörperschaft dieses Namens aus der Taufe gehoben. Allerdings umfasste dieser so benannte Teil der preußischen Rheinprovinz nur einen Bruchteil des Kreisterritoriums von heute.

Nach den napoleonischen Befreiungskriegen und der Preußischwerdung der Rheinlande waren 1815 zunächst administrativ uneindeutige Strukturen entstanden. So gab es vorübergehend unter anderem die Kreise Blankenheim, Gemünd, Lechenich, Rheinbach und St. Vith. Gleichwohl beruft sich der 1972 bei der kommunalen Neugliederung entstandene Kreis Euskirchen, der wenig später noch die so genannte Erftstadt an den heutigen Rhein-Erft-Kreis abtreten musste, auf die Hardenbergische Kreisbildung 1816, also vor heute 200 Jahren.

Und so schreibt die Kreispressestelle in ihrer Pressemitteilung zum neuen Prachtbildband von Heike Pütz: „Der Kreis Euskirchen feiert in diesen Tagen seinen 200. Geburtstag. Auch in diesem Alter bekommen Geburtstagskinder gerne Geschenke und schwelgen in Erinnerungen.“ Der Verein „Freunde des Historischen Kreisarchivs“ habe aus diesem Anlass einen Bildband mit rund 500 historischen Postkartenmotiven und Abbildungen von Archivalien aus dem Kreisgebiet herausgebracht, heißt es weiter. Damit werde eine Lücke zu den bisherigen Postkartenbüchern der einzelnen Kreiskommunen geschlossen.

 

Mit den Augen eines

Reisenden um 1900

 

Der Band trägt den Titel „Das müsstest Du sehen, es ist großartig“ und lädt ein zu einer Wanderung durch das Kreisgebiet vor hundert Jahren, ergänzt durch Informationen und Hintergrundwissen zu den Illustrationen. Mit den Augen eines Reisenden um 1900 erblickt man Ansichten von knapp hundert Orten und Wohnstätten der vor der kommunalen Neugliederung bis 1972 existierenden Altkreise Euskirchen und Schleiden.

Die Industrialisierung und der Ausbau der Landwirtschaft in der Region sind ebenfalls Themen auf Postkarten. Der Kreis schreibt: „Man verschickte vor 100 Jahren aber auch ganz andere Motive als nur das klassische »Gruß aus...«. Mondscheinkarten gaukelten Nachtaufnahmen vor, Fotoaufnahmen von Kaiserbesuchen und Prominenten vermittelten Nähe zur High Society.“

Gastwirte ließen Postkarten von ihren Häusern zur Werbung anfertigen. Fotografen hielten die Leistungen der Ingenieure beim Bau der Urfttalsperre oder des zeitweilig höchsten Schornsteins Europas, dem „Langen Emil“ in Mechernich, im Bild fest. Die Feldpost in Kriegszeiten verband die Soldaten mit der Heimat. Die französischen Besatzungsmächte produzierten eigene Serien für ihre Soldaten. Auch diese Motive finden in dem Klasse-Bildband ihren Platz und berichten von besonderen Episoden aus der Geschichte des Kreises.

 

Bilder vom Bau der Urftmauer

und des „Langen Emil“

 

Zum Leitmotiv beziehungsweise Titel des Buches wurde dabei der Text einer Karte aus dem Jahre 1906, dem Jahr der Fertigstellung der Urfttalsperre: Diese wird von Tante Fischen besucht, die an Carl in Frankfurt auf einer Ansicht eben jener Urfttalsperre schreibt: „Lieber Carl! Sende dir herzl. Grüße. Die Talsperre müsstest Du sehen, es ist großartig! Hoffentlich geht es Euch gut. Mit Kuss Tante Fischen“

Knapp 100 Orte und Wohnplätze aus dem früheren und heutigen Kreisgebiet sind auf 465 Postkarten und 40 Fotos von Archivalien präsentiert. Heike Pütz: „Natürlich erhebt die Zusammenstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nicht von jedem Dorf im heutigen Kreisgebiet war bereits eine Karte verfügbar. Das macht aber auch den Reiz des Sammelns und Forschens aus, das immer noch etwas noch nicht entdeckt oder erfasst ist. Das Kreisarchiv wird weiter in seinen Möglichkeiten sammeln.“ Das Kreisarchiv würde sich freuen, so die Kreisbibliothekarin, wenn seine Sammlungstätigkeit von der Bevölkerung unterstützt würde.

pp/Agentur ProfiPress

Auf Französisch grüßt der Schreiber dieser Karte die liebe Nichte aus dem Dorf Sötenich, wo er sich gerade aufhält. Die Karte wurde 1905 versendet und zeigt einen Blick auf „Soetenich“, das Innere der Pfarrkirche, Kalkwerk, Villa Schulz und Handlung Theissen. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Gruß aus Sistig mit Einwohnern auf der Treppe zum Gasthof zur Post, rechts die Ortsansicht vor dem Ersten Weltkrieg. Die Karte wurde 1914 versendet. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Das Kaller Postamt und andere Repräsentationsbauten vor dem Ersten Weltkrieg, rechts das Hotel zur Post. Die Ansichtskarte wurde im Jahre 1910 versendet. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

In Kall wurde der neue Vorstand der Behindertensportgemeinschaft Schleiden gewählt (von links): Karl-Heinz Klein, Monika Wegener, Karl Vermöhlen, Elisabeth Wergen, Ortrud Spang, Anna Kerenkewitz und Sigrid Vermöhlen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Sportlich aktive Gemeinschaft

Behindertensportgemeinschaft Schleiden darf Hinrunde der NRW-Liga im Bosseln ausrichten – Aufgrund hoher Nachfrage zusätzliche Angebote für Wassergymnastik und Schwimmen im Kaller Hallenbad geplant – Neuer Vorstand bei Jahreshauptversammlung in Kall gewählt

Kall/Schleiden - Die Behindertensportgemeinschaft (BSG) Schleiden darf am Samstag, 1. Oktober, die Hinrunde der NRW-Liga im Bosseln (einer Art Eisstockschießen in der Halle) als Gastgeber ausrichten. Das gab der Verein bei der Jahreshauptversammlung in der Kaller Gaststätte Gier bekannt. Die Vorsitzende Monika Wegener aus Kall konnte zu der Versammlung rund zwei Drittel der 67 Sportkameraden begrüßen.

„Ich freue mich, dass wir trotz des hohen Altersschnitts im Verein eine so aktive Gemeinschaft sind“, sagte Monika Wegener. Wie aktiv die Sportler der Behindertensportgemeinschaft sind, zeigt sich unter anderem am Erfolg der Bosselmannschaft.

Schon seit einiger Zeit spielt die BSG Schleiden in der NRW-Liga und konnte vor vier Jahren sogar als NRW-Meister an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Als Gastgeber für die Hinrunde der NRW-Liga hoffen die Sportkameraden auf viele Zuschauer am Samstag, 1. Oktober, ab 14 Uhr in der Schleidener Realschul-Turnhalle.

Unverändert hoch ist auch die Nachfrage für die Sportangebote in Wassergymnastik und Schwimmen, die jeweils mittwochs um 19 Uhr und 19.50 Uhr im Kaller Hallenbad stattfinden. Die beiden Rehabilitationssportveranstaltungen sind vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen lizenziert.

Aufgrund der hohen Nachfrage wurden bereits weitere Übungszeiten bei der Gemeinde Kall angefragt. Sportarzt Karl Vermöhlen aus Sistig: „Dafür wäre es aber gut, wenn noch mindestens ein zusätzlicher Übungsleiter mit Rehasport-Lizenz zur Verfügung stehen würde.“

Karl Vermöhlen wurde ebenso wie Karl-Heinz Klein (beide Geschäftsführer) und Monika Wegener (Erste Vorsitzende) bei den Neuwahlen des Vorstandes im Amt bestätigt. Einstimmig neu gewählt wurden Anna Kerenkewitz aus Schleiden (stellvertretende Vorsitzende), Ortrud Spang aus Blumenthal (stellvertretende Geschäftsführerin) und Elisabeth Wergen aus Wolfgarten (Beisitzerin).

2015 konnte die BSG Schleiden zwei Übungslizenzinhaberinnen für den Verein gewinnen: Sigrid Vermöhlen aus Sistig und Monika Kratz aus Nettersheim. Für ihr langjähriges Engagement im Verein bedankte sich Monika Wegener bei Karl-Heinz Klein und Matthias Claßen, die beide ihre Tätigkeit als Übungsleiter beenden. Die Vorsitzende erinnerte außerdem an Veronika Schumacher, die sich als Übungsleiterin und Vorstandsmitglied um den Verein verdient gemacht habe und im vergangenen Jahr verstorben war.

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Begutachteten beim Ortstermin in Scheven die Schäden und den Verlauf des Hochwassers (von links): Michael Heller, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters, Andreas Lang, Einsatzleiter der Feuerwehr und Kalls Feuerwehrchef Harald Heinen sowie Reinhold Schramm, Mitarbeiter der Gemeinde Kall im Bereich Hochwasserschutz, und Hartwig Kaven von der Unteren Wasserbehörde im Kreis Euskirchen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Schutz vor Hochwasser und Schlamm in Scheven

Ortsbesichtigung in Scheven und Wallenthal nach Hochwasser – Erkenntnisse sollen so schnell wie möglich in das Hochwasserschutzkonzept einfließen – Gemeinde Kall organisiert Hilfe und Sperrmüll

Kall-Scheven - „Als Feuerwehrmann habe ich in Kall schon Hochwasser gesehen, aber dass in so kurzer Zeit so viel Wasser zusammenkommt, habe ich noch nicht erlebt.“ Andreas Lang, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Kall, zeigte sich auch drei Tage nach dem Hochwasser in Scheven und Wallenthal von dem Unwetter beeindruckt. Beim Ortstermin am Montagmorgen in Scheven versprach Michael Heller, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters: „Wir wollen den betroffenen Bürgern in dieser Situation helfen und mit der Politik das zur Zeit in Planung befindliche Hochwasserschutzkonzept so schnell wie möglich umsetzen.“

Lang und Heller begutachteten Schäden und Verlauf des Hochwassers in Scheven zusammen mit Hartwig Kaven von der Unteren Wasserbehörde im Kreis Euskirchen, Kalls Feuerwehrchef Harald Heinen sowie Reinhold Schramm, Mitarbeiter der Gemeinde Kall im Bereich Hochwasserschutz. Unterhalb eines Feldes am Bestenbach konnten sie noch die Rinnen sehen, die Regen und Schlamm in dem Acker hinterlassen haben.

Immerhin kamen am Freitagmittag mit Starkregen und Hagel etwa 35 bis 45 Liter Wasser auf einen Quadratmeter. Hartwig Kaven: „Das Problem waren auch die großen Schlammmengen, die das Wasser mitgebracht hat. Feuerwehr-Leiter Harald Heinen brachte es auf den Punkt: „Da sind mehrere Situationen zusammengekommen, zum einen das Unwetter, zum anderen der Umstand, dass der vor kurzem ausgesäte Mais noch nicht hoch genug gewachsen war, um Wasser und Schlamm aufzuhalten.“ Dadurch, dass der Regen den fruchtbaren Boden weggeschwemmt habe, sei für die Landwirte auch ein Ernteschaden entstanden“, erklärte Heinen.

Angesichts der Schäden durch das Unwetter sollen nun die weiteren Maßnahmen mit dem Planer und der Politik bei den in Kürze anstehenden Beratungen abgestimmt und so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Ein zusätzlicher Termin mit den Verantwortlichen bei der Bezirks-regierung wegen der aktuellen Situation und dem Hochwasserschutzkonzept ist vorgesehen. „Bei diesem Unwetter wäre auch ein Hochwasserrückhaltebecken gefüllt gewesen, es hätte die Folgen aber wesentlich abmildern können“, erklärte Hartwig Kaven und fügte hinzu: „Bei so starken Ereignissen hat man immer mit Problemen zu kämpfen.“ Immerhin kann der Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde jetzt mit Sicherheit sagen, dass die bisherige Planung zum Hochwasser-schutz in sich stimmig und die zunächst geplanten Maßnahmen an den richtigen Stellen vorgesehen sind.

Andreas Lang war zum Zeitpunkt des Unwetters als Einsatzleiter der Feuerwehr vor Ort: „Wir waren mit 45 Feuerwehrleuten im Einsatz, haben zehn bis fünfzehn Keller und Garagen ausgepumpt und die Schlammmassen entfernt.“ Auch am Montag waren noch Saugwagen im Einsatz, der Bauhof der Gemeinde Kall und der Kreisbauhof waren im Ort unterwegs.

Am frühen Montagabend überschlugen sich die Ereignisse dann nochmals: Neue starke Regenfälle überschwemmten wieder Keller und andere Gebäudebereiche in Scheven, aber auch in vielen anderen Orten, unter anderem in Frohnrath, Rinnen, Sötenich, Keldenich, Anstois und auch Kall, sowie bei der Firma Papstar. Die Kaller Feuerwehr hatte mit Unterstützung von vier auswärtigen Wehren aus Gemünd, Herhahn, Lommersdorf/Rohr und Nettersheim bis in die Nacht rund 100 Einsätze mit fast 250 Feuerwehrleuten zu leisten.

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte durch das Technische Hilfswerk Schleiden und das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen, das für die Verpflegung der Wehrleute sorgte. Auch die betroffen Bürger halfen mit und leisteten sich gegenseitig nachbarschaftliche Hilfe.

Der Bauhof der Gemeinde Kall war ebenfalls mit allen verfügbaren Geräten und Kräften im Einsatz. In den betroffenen Bereichen soll er jetzt in der Nachsorge Kontrollen, Spülungen, Reinigungen und erste Akutmaßnahmen durchführen.

Michael Heller und Schevens Ortsvorsteher Hans Reiff suchen nun das Gespräch mit den Betroffenen in Scheven und Wallenthal, um bei Problemen im Rahmen der Möglichkeiten kurzfristig helfen zu können. In einer ersten Maßnahme kümmert sich die Gemeinde um den Sperrmüll, der nach den Hochwasserverwüstungen in den Kellern übrig geblieben ist. In Absprache mit der Firma Schönmackers soll der Sperrmüll am Freitag, 3. Juni, abgeholt werden.

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Dafür, dass die Besucher bestens bewirtet werden, sorgen unter anderem (v.l.) Waltraud Tümmler, Kerstin Schneider, Marianne Berners, Gertrud Schütten und Waltraud Forner. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall

Feste Institution mit „Überraschungsfaktor“

Instrumentenwerkstatt und gemeinsames Musizieren beim Begegnungscafé – Besuch unter anderem vom Jugendmigrationsdienst – Landtagsabgeordnete Koschorreck als Überraschungsgast

Kall – Das Begegnungscafé für Kaller und ihre „neuen Nachbarn“ im Pfarrheim St. Nikolaus ist nicht nur eine mittlerweile feste Institution geworden, sondern auch immer für eine Überraschung gut. Bei der vorigen Ausgabe hatte die Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck spontan zu einem Besuch vorbeigeschaut – sie war über die Medien und die Kaller SPD auf das Begegnungscafé aufmerksam geworden. „Was hier passiert, ist wirklich etwas Besonderes“, so Koschorreck, die sich lange Zeit nahm im Gespräch unter anderem mit der Kaller Flüchtlingshilfe.

Diesmal hatte Musikschullehrer Reiner Klein allerlei Material dabei – in einer „Instrumentenwerksstatt“ baute er gemeinsam mit Flüchtlingen allen Alters mehrere „Cachons“. Diese Holzkisten, die Hocker und Percussion-Instrument zugleich sind, kamen nach der Fertigstellung direkt zum Einsatz, denn auch diesmal wurde wieder „international“ musiziert. Die Gäste ließen sich anstecken vom Rhythmus und dem Spaß, immer mehr griffen zu Rasseln, Schellen und weiteren Instrumenten – oder nutzten einfach die eigenen Hände.

Versorgt wurden die Besucher wieder vom emsigen Team um Waltraud Tümmler, Marianne Berners und Gertrud Schütten, bei Kaffee und Brötchen ergaben sich neue Bekanntschaften und angeregte Gespräche. Zu Gast waren diesmal auch wieder Pfarrer Hans-Joachim Hellwig und Pastor Ude. Neben vielen Kallern und den in der Kommune lebenden Flüchtlingen, nahmen auch der Caritas-Geschäftsführer Rolf Schneider, der Leiter des Jugendmigrationsdienstes Euskirchen Norbert Weber sowie die Schleidener Künstlerin und Rotkreuz-Mitarbeiterin Maf Räderscheidt teil am jüngsten Begegnungscafé.

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Der Bleibach trat über die Ufer. In Scheven standen die Straßen unter Wasser. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Schevener Straßen unter Wasser

Gewitter mit Starkregen und Hagel: Etliche Keller mussten leergepumpt werden – Hans Reiff: „Feuerwehren, Bauhof und Nachbarn halfen vorbildlich“

Kall-Scheven - Ein plötzliches Unwetter mit Starkregen und Hagel (35 bis 45 Liter in 20 Minuten) hat am Freitag unter anderem in Scheven und Wallenthal Straßen unter Wasser gesetzt und Keller voll laufen lassen. Feuerwehren waren im Pumpeinsatz, die Aufräumungs- und Säuberungsarbeiten erstreckten sich über das Wochenende. Nachbarn halfen sich gegenseitig.

Ortsvorsteher Hans Reiff sprach von einem vorbildlichen und schnellen Einsatz von Feuerwehr und Bauhofmitarbeitern sowie Solidarität unter der Schevener Bevölkerung. Reiff: „Etwa 30 Schevener halfen den Betroffenen am Freitag und am Samstag beim Entfernen der Schlammmassen auf den Straßen und in den Kellerräumen.“

Bis 22 Uhr am Freitag waren Radlader im Einsatz, die die Straßen und Hofeinfahrten wieder passierbar machten. Auch am Samstag musste die Feuerwehr noch bis kurz vor Mitternacht Kanäle freispülen.

„Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“ schreiben: „Besonders stark betroffen waren in Scheven die Klausentalstraße und die Schmiedegasse. Wasser und Schlamm von den umliegenden Äckern hatten sich in das Dorf ergossen. In einem der Häuser stand in einem Kellerraum, in dem sich drei Heizöltanks befinden, das Wasser bis zur Decke.“

Der Kaller Löschzugführer Thomas Golüke sagte den Zeitungsreportern: „Dass wir bei diesem Unwetter so viel mit Schlamm zu tun hatten, das ist schon außergewöhnlich.“ Ab 14.20 Uhr seien die Alarmmeldungen bei der Feuerwehr eingegangen. Alle verfügbaren Feuerwehrmänner seien an insgesamt acht Stellen im Einsatz gewesen. Etliche Keller hätten leergepumpt werden müssen. Auch der Bauhof der Gemeinde Kall wurde aktiv.

Hagel war ebenfalls ein Problem: Auf der Wallenthaler Höhe (B 266) und dem Zubringer von Wallenthal mussten die Hagelmassen von den Fahrbahnen geschoben werden.

Die Unwetter erstreckten sich über weite Teile der Nordeifel und näherten sich von Westen. Im Internet wurden private Filmaufnahmen eines Tornados über Raffelsbrand veröffentlicht. Zu Überschwemmungen kam es unter anderem auch im Raum Gemünd, Mechernich und Nöthen.

In Gemünd liefen zwei Keller in der Dreiborner Straße, fünf in der Urftseestraße und ein weiterer am Kastanienweg voll. In der Gemünder Brauerei musste eine Montagegrube leergepumpt werden. Die Löschzüge Schleiden-Oberhausen und Gemünd rückten aus. In der Stadtverwaltung wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

pp/Agentur ProfiPress


Ein Teil des „Wirkstatt“-Teams im gemeinnützigen Kaufhaus in Kall (von links): Karin Nickel, Veronika Neumann, Kerstin Kyaw, Kalechi Ajaero, Anne Marie Pickartz, Ellen Groß und Stefani Fußel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Hilfe aus der „Wirkstatt“

Verein kümmert sich um Langzeitarbeitslose und Asylbewerber – Beratungen und professionelle Förderung in Kall, Euskirchen und Blankenheim – Gemeinnütziges Kaufhaus mit Angeboten für Bedürftige

Kall - „Wirkstatt e.V.“ nennt sich der vor fünf Jahren gegründete Verein, der sich die „Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe“ auf die Fahne geschrieben hat. Standorte der „Wirkstatt“ sind in Kall und Euskirchen, seit kurzem auch in der Gemeinde Blankenheim. Einer der Kernpunkte der Arbeit im gemeinnützigen Verein ist die Beschäftigungs-Förderung zum Beispiel für Langzeitarbeitslose und Asylbewerber.

Die „Wirkstatt“ berät und fördert Menschen ohne Arbeit, die von der Arbeitslosigkeit bedroht sind, die einen Ausbildungsplatz suchen, die gesundheitlich beeinträchtigt sind, die eine stabilisierende Unterstützung benötigen und Mitbürger, die aufgrund ihres Migrationshintergrundes Beratung benötigen. Dabei spielen Herkunft, Religion, Kultur und Bildungsstand keine Rolle.

Im Rahmen der Beschäftigungsförderung betreut der Verein derzeit 15 Ein-Euro-Jobber, die in Kall im gemeinnützigen Kaufhaus sowie in Euskirchen und Blankenheim in der Grünflächenpflege, in den Tierheimen Euskirchen und Mechernich oder bei den Tafeln in Kall, Mechernich, Zülpich und Weilerswist tätig sind.

 

Wiedereingliederung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt

 

„Unser Ziel ist die Wiedereingliederung dieser Menschen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt“, umschreibt die Vorsitzende Veronika Neumann aus Blankenheim die Arbeit des Vereins. Die Aufgaben an den drei Standorten sind vielfältig: Grün- und Landschaftspflege, Beschäftigungsangebote für Langzeitarbeitslose und Asylbewerber, Bewerbungshilfen, eine Erwerbslosen-Beratungsstelle und seit kurzem auch ein Arbeitslosenzentrum mit Arbeitslosentreff, Frauentreff, Deutschunterricht für Zuwanderer und Deutschlandkursen für Asylbewerber und Flüchtlinge.

In Kall betreibt der Verein „Wirkstatt“ ein gemeinnütziges Kaufhaus. Dort können bedürftige Menschen gespendete Waren gegen ein geringes Entgelt erwerben. Gut erhaltene Bekleidung, Haushaltswaren, Kinderspielzeug und Möbel füllen das Kaufhaus an der Aachener Straße. Die gespendeten Waren werden sortiert und aufgearbeitet. Ins Sortiment sollen jetzt auch gespendete Artikel für die Körperpflege aufgenommen werden. In Kall arbeitet man außerdem mit der Flüchtlingshilfe und der Tafel zusammen: „Die Flüchtlinge suchen lieber Kontakt und Arbeit, statt den ganzen Tag die vier Wände anzustarren“, sagt Anne Marie Pickartz, die das Kaufhaus leitet.

Sie erklärt: „Das Kaufhaus soll keine Konkurrenz zum einheimischen Gewerbe sein.“ Die Kundschaft setze sich aus sozial schwachen Familien, Flüchtlingen und immer mehr Rentnern zusammen. „Es ist erschreckend, dass die Altersarmut auch bei uns angekommen ist“, konstatiert die Kaufhaus-Leiterin. Viele Familien in der Region seien davon betroffen. Ähnlich wie bei den Tafeln müssen die Kunden auch im Kaufhaus einen Nachweis ihrer Bedürftigkeit vorlegen.

 

Erwerbslosen-Beratung und Energiesparprojekt

 

Für sozial schwache Familien bietet der Verein in Kall Dienstleistungen, wie zum Beispiel Umzugshilfen durch Möbeltransporte oder Gartenarbeiten an. Nach terminlicher Vereinbarung finden in Kall auch Erwerbslosen-Beratungen statt. Das Kaufhaus ist darüber hinaus Praktikumsbetrieb für Schüler der St. Nikolaus-Förderschule in Kall, mit der eine Kooperation besteht.

Kürzlich hat der Verein mit der Energie Nordeifel (ene) ein Energiesparprojekt auf die Schiene gebracht. Durch das Projekt „aktiv gegen Energiearmut“ will der Verein seinen Beitrag leisten, in Haushalten mit geringem Budget die Stromkosten zu senken. Dank mehrerer Sponsoren sollen bedürftigen Familien energiesparende Kühlschränke zum Preis von 135 Euro angeboten werden.

Insgesamt 20 Personen gehören zum Team der „Wirkstatt“, darunter zwei Sozialpädagogen, eine Psychologin und zehn ehrenamtliche Kräfte. Obwohl der Verein unter anderem Zuschüsse vom Land und von der Europäischen Union sowie Mittel des Jobcenters EU-aktiv erhält, ist er auf Spenden angewiesen.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Für seine jahrelangen Verdienste um den Karnevalsverein „Löstige Bröder“ wurde der 83-jährige Willi Hermanns zum Ehrenmitglied ernannt. Vorsitzender Harald Thelen (von links), Schatzmeister Reiner Müller, Vize-Vorsitzende Trixi Haseleu und Geschäftsführerin Jutta Söns überreichten die Urkunde. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Löstige Bröder“ zogen Bilanz

Minus gemacht: Künftig kein Narrentreiben mehr an Weiberdonnerstag in der Kaller Bürgerhalle – Abstimmung: Frauen dürfen Mitglied bei den Rotröcken werden – Mini-Prinzengarde entsteht – Das Karnevals-„Urgestein“ Willi Hermanns ist jetzt Ehrenmitglied

Kall - Gute aber auch schlechte Nachrichten gab es bei der Jahreshauptversammlung des Kaller Karnevalsvereins „Löstige Bröder“. Erfreulich verlief die Abstimmung, nach der künftig auch Frauen in die Riege der Rotröcke aufgenommen werden dürfen. Eine positive Entwicklung zeigt auch die anstehende Gründung der Mini-Prinzengarde. Die schlechte Nachricht: Aufgrund der geringen Resonanz soll die Veranstaltung an Weiberdonnerstag in der Bürgerhalle abgeschafft werden.

Im Saal Gier in Kall hielt der Vorstand um den Vorsitzenden Harald Thelen Rückschau auf die vergangene Session. Vor allem Vereinskassierer Reiner Müller hatte „keine schönen Zahlen“ zu verkünden, weil die „Löstige Bröder“ ein Minus von rund 4.000 Euro gemacht hatten. Ein erhebliches Defizit habe neben den Kosten des Karnevalszuges vor allem der schlechte Besuch der Veranstaltung am Weiberdonnerstag in der Bürgerhalle verursacht. Weil der Zulauf bereits seit einigen Jahren ständig rückläufig gewesen sei, wolle man nun auf dieses Narrentreiben an Weiberfastnacht verzichten.

Im Verlauf des Abends kam die Frage auf, ob künftig auch Frauen Mitglieder in der Riege der Rotröcke werden sollten. Die Zeit sei vorbei, dass das nur Männersache sei, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Trixi Haseleu und forderte: „Frauen in den roten Rock“. Nach kurzer Diskussion beschloss die Versammlung bei einer (weiblichen) Gegenstimme, Frauen in die Reihe der Rotröcke aufzunehmen. „Wir suchen noch Männer, die bei den Möhnen mitmachen wollen“, scherzte daraufhin die Möhne, die gegen die Frauen in Rotröcken gestimmt hatte.

Erfreuliches hatte Vorsitzender Harald Thelen zu erzählen: Die „Löstige Bröder“ seien mit dem Aufbau einer von Ralf Sauerbier trainierten Mini-Prinzengarde beschäftigt. Für die Ausstattung der kleinen Gardisten hätten sich Kaller Firmen als großzügige Sponsoren zur Verfügung gestellt.

Der Verein verzeichne allgemein einen großen Zulauf zu den Tanzgarden. Thelen: „Wir haben auch ein neues kleines Tanzpaar und eine neue Showtanzgruppe.“ Großzügig sei auch wieder die Unterstützung der Kaller Bevölkerung gewesen. Reiner Müller berichtete, die traditionelle Haussammlung sei mit einem Ergebnis von über 5.200 Euro abgeschlossen worden.

Eigentlich war zur Jahreshauptversammlung die Wahl eines neuen stellvertretenden Vorsitzenden vorgesehen gewesen, weil die amtierende Vize-Vereinschefin Trixi Haseleu ihr Amt aus beruflichen Gründen abgeben wollte. Weil sich kein Kandidat fand erklärte Haseleu sich bereit, bis zur turnusmäßigen Wahl im nächsten Jahr im Amt zu bleiben.

Für das laufende Jahr sind zwei Termine fest im Veranstaltungskalender eingeplant: Am Sonntag, 19. Juni, möchte der Verein ab 11 Uhr bei der Firma Brucker in Kall ein großes Familienfest mit Kinderunterhaltung feiern. Für Samstag, 17. September, ist eine Fahrt an die Ahr vorgesehen.

Zum Abschluss der Versammlung beschlossen die Anwesenden einstimmig, das Karnevals-Urgestein Willi Hermanns zum Ehrenmitglied zu ernennen. Hermanns ist mit 83 Jahren nicht nur das älteste Mitglied des Vereins, sondern auch als Rotrock noch immer aktiv.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Harry Wegge (2. Vorsitzender, v.l.), Dr. Gerlinde Linne von Berg (Schatzmeisterin), Erwin Müller (Vorsitzender), Kirsten Althoff (Schriftführerin) und Bürgermeister Herbert Radermacher feierten das zehnjährige Bestehen der Kaller Tafel. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Tafel feierte zehnjähriges Bestehen

Rund 60 Mitglieder helfen – „Frauen für Kall“ gründeten die Tafel – Ehrenamtler sind täglich im Einsatz

 

Kall-Steinfeld – Üblicherweise sorgen die ehrenamtlichen Helfer der Kaller Tafel dafür, dass andere Menschen satt werden. Diesmal genossen sie selbst ein warmes Buffet, das ihnen zum Dank aufgetischt wurde. Denn im Kapitelsaal des Klosters Steinfeld feierten die rund 60 Mitglieder das zehnjährige Bestehen des Vereins.

Dabei zeigte der Vorsitzende Erwin Müller, dass die Helfer eher Menschen der Tat als des Wortes sind. Mit einer knappen Rede bedankte er sich bei den Ehrenamtlern, vergaß aber im Laufe des Abends nicht, Annelore Jubelius, Birgit Kurth, Britta Engels, Cornelia Ranglack, Gerlinde Linne von Berg, Helmut Schmidt, Inge Schröder, Marianne Werner, Monika Quattelbaum, Resi Esch, Roswitha Schmidt, Sigrid Vermöhlen und Petra Kanzler zu erwähnen. Gemeinsam mit Müller sind sie die Mitbegründer des Vereins, die ihn auch heute noch tatkräftig unterstützen.

Die Geschichte der Kaller Tafel ließ Karl Schenk Revue passieren. Initiiert wurde sie vom Verein „Frauen für Kall“. Nach dreimonatiger Vorbereitung hatten die Damen am 2. Mai 2006 zum Infoabend eingeladen. Das Interesse war so groß, dass die Veranstaltung kurzfristig von der Alten Schule in die evangelische Kirche verlegt wurde. 25 Kaller meldeten sich sofort als Helfer. Eine Woche später fand die erste Lebensmittelausgabe statt. Nun erhielten 50 Bedürftige aus Kall, die zuvor von der Mechernicher Tafel versorgt worden waren, ihre Lebensmittel direkt in Kall.

Ehrenamtler der Mechernicher Tafel unterstützten die neuen Kollegen in den ersten Wochen im Ausgaberaum, der von der Caritas eingerichtet worden war. Gleich vier Geschäfte spendeten Lebensmittel. Diese Zahl ist mittlerweile auf 14 angewachsen. Auch die Infrastruktur wuchs. Aus dem kleinen Haushaltskühlschrank von einst sind mittlerweile eine Kühlzelle, eine Gefriertruhe, zwei gewerbliche Kühlschränke und weitere Geräte geworden. Seit 2009 verfügt der Verein über ein eigenes Fahrzeug.

Jeden Werktag sind die Ehrenamtler zwei bis drei Stunden unterwegs. Auf den rund 300 Kilometern, die sie pro Woche zurücklegen, sammeln sie fast zwei Tonnen Lebensmittel. Auch im Ausgaberaum in der Alten Schule sind täglich Helfer aktiv. Die Ausgabe erfolgt jeden Dienstag und Freitag, zwischen 11 und 12.30 Uhr. Seit Mai muss jede Person einen Beitrag von 50 Cent bezahlen. Der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher lobte das Engagement der Tafel: „Logistisch ist das ein anspruchsvolles Unternehmen. In der Wirtschaft kämen sie einem kleinen mittelständischen Unternehmen gleich. Die Ausgabe läuft immer geordnet ab.“ Man dürfe nicht vergessen, dass sich das Klientel seit gut einem Jahr verändert habe. Und nicht nur dieses: Mittlerweile zählen auch zwei Flüchtlinge zu den ehrenamtlichen Helfern.

pp/Agentur ProfiPress


Die ersten Motive zur Verschönerung der Unterführung für Autos hat die Firma „Highlightz“ aus Bonn bereits fertiggestellt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Alte Ansichten neu in Szene gesetzt

Spraykunst: Unterführung an Gemünder Straße neu gestaltet – Historische Motive von der alten Post über die Cigarrenfabrik bis zur „Flitsch“ – Willkommensgruß in mehreren Sprachen

Kall - Bunte Dreiecksformen und alte Ansichten aus Kall sind jetzt das Erste, was Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer sehen, wenn sie über die Gemünder Straße in den Ortskern kommen. Spraykünstler der Bonner Firma „Highlightz“ sind gerade dabei, die Unterführung für Autos und den Fußweg in Richtung Sötenich neu zu gestalten. Die Motive – vor allem historische Ansichten des Ortes – wählten sie gemeinsam mit der Kaller „Arbeitsgemeinschaft Graffiti“ und dem Chronisten Hubert Büth aus.

Die Arbeitsgemeinschaft, zu der Mitglieder aller Fraktionen sowie einige engagierte Bürger gehören, traf sich nun noch einmal im Kaller Ratssaal, um dem Entwurf für die Neugestaltung den letzten Feinschliff zu geben. Geplant sind verschiedene Motive, die Hubert Büth bereits in seiner Chronik „Kall im Spiegel der Geschichte“ veröffentlicht hat.

„Zu sehen ist dann zum Beispiel die alte Post mit einer Postkutsche, der Bahnhof mit einer Dampflok und eine Ansicht der „Flitsch“ zur Eröffnung der Strecke Kall-Hellenthal im Jahr 1884“, sagte Alois Poth, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft und ehemaliger Leiter des Kaller Ordnungsamtes. Weitere historische Bilder zeigen das alte Hammerwerk um 1880, die Bleihütte um 1917 und die Cigarrenfabrik um 1920 sowie das ehemalige Hotel Nesgen und die Grundsteinlegung des Rathauses im Jahr 1952.

 

Wirkungsvolle Bilder

 

„Wir haben die Motive so aufgegriffen, dass es auch geografisch passt“, erzählte Stefan Vogt, Künstler und einer der beiden Geschäftsführer der Agentur „Highlightz“. Das Verfahren, mit dem er und sein Team arbeiten, ist einigermaßen kompliziert. Die historischen Motive werden zunächst per Computer in ein Linienraster umgewandelt. Das gerasterte Bild wird daraufhin in eine Folie gestanzt, so dass die Linien per Hand mit einem Skalpell herausgelöst werden können. Das fertige Motiv wird dann auf die Fassade geklebt und mit Acrylfarbe besprüht. „So können wir schnell und wirkungsvoll ein Bild entstehen lassen“, erklärte Stefan Vogt, denn die verschieden dicken und dünnen Linien erscheinen dann wie Schattierungen.

Zusätzlich zu den historischen Ansichten aus Kall sollen an der Unterführung für Autos unterhalb des Fußgängerwegs ein Willkommensgruß zu sehen sein: Zwei Hände und der Schriftzug „Willkommen“.

 

Schutz vor Moos, UV-Strahlen und Schmierfinken

 

Um die Kosten für die Kommune so gering wie möglich zu halten, hat der Bauhof die Säuberung und Vorbereitung der Wandflächen vorgenommen. Wenn die Spraykünstler mit ihrer Arbeit fertig sind, soll der Bauhof außerdem eine Schutzschicht über den Bildern auftragen, die nicht nur vor Moosbefall und UV-Strahlen schützt, sondern mit der auch mögliche Schmierereien leichter entfernt werden können. „Wenn Fassaden schön bemalt sind, werden sie aber häufig nicht mehr beschmiert“, erklärte Stefan Vogt.

Trotzdem waren die ersten fertiggestellten Motive schon wenige Tage später von Unbekannten beschmiert worden. Aus diesem Grund soll es jetzt in diesem Bereich verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt geben.

Vor rund drei Jahren war im Sozialausschuss der Gemeinde Kall die Idee für die Neugestaltung entstanden. Die Unterführung an der Gemünder Straße ist nur der erste Teil des Projektes. In einer weiteren Maßnahme soll auch die Unterführung am Bahnhof verschönert werden.

Unterstützt wird die Aktion auch von Sponsoren aus der Kommune. Auf einer Teilfläche der neu gestalteten Fassade sollen sie später mit Namen oder Logos präsentiert werden.

pp/Agentur ProfiPress


Die Familien von Simone Krämer (vorne links) aus Steinfelderheistert und Christoph Vollmer (vorne rechts) aus Achern im Schwarzwild trafen sich in der Eifel. Rechts Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die Hilfsgruppe überrascht

Der ehemalige Leukämie-Patient Christoph Vollmer aus dem Schwarzwald kam mit seiner Lebensretterin Simone Krämer aus Steinfelderheistert zum Stammtisch – Willi Greuel hatte den Besuch der beiden Familien in Vollem geheim gehalten

 

Kall/Mechernich – Die Emotionen schlugen hoch, als der Vorsitzende Willi Greuel beim jüngsten Monatsstammtisch der Hilfsgruppe Eifel im Haus Kronenberg in Vollem ganz besondere Gäste begrüßen konnte. Dass es an diesem Abend ein Treffen der Stammzellenspenderin Simone Krämer aus Steinfelderheistert und dem Empfänger Christoph Vollmer aus Achern (Schwarzwald) geben sollte, hatten Willi Greuel und Hilfsgruppen-Sprecher Reiner Züll bis zum Schluss geheim gehalten. Sie hatten lediglich eine Überraschung angekündigt.

Entsprechend gespannt waren die Mitglieder des Kaller Förderkreises zum Stammtisch im Haus Kronenberg in Vollem gekommen. Von einer Überraschung war jedoch nichts zu erkennen. Willi Greuel spulte die Tagesordnung wie gewohnt ab. Er informierte die Mitglieder über Spendeneingänge, über die Finanzlage des Vereins und über die zahlreichen Aktivitäten, die in den nächsten Monaten und im Jubiläumsjahr 2017 vorgesehen sind.

Auffällig war lediglich, dass der Vorsitzende sein Handy vor sich auf dem Tisch liegen hatte und hin und wieder den Saal zum Telefonieren verließ. Greuel zog die Versammlung in die Länge, denn die „Überraschung“ aus dem Schwarzwald steckte auf der Autobahn im Stau fest. Schließlich erreichte Greuel die Nachricht, dass beide Familien kurz vor dem Eintreffen in Vollem waren.

„Wir haben heute Abend besondere Gäste“, teilte Willi Greuel seinen Hilfsgruppen-Freunden mit und stellte die Familien vor. Als er dann die Katze aus dem Sack ließ und berichtete, dass Simone Krämer für den damals leukämiekranken Christoph Vollmer ihre lebensrettenden Stammzellen gespendet hatte, brauste lautstarker Beifall auf.

Obwohl es schon spät am Abend war, erläuterte Willi Greuel Christoph Vollmer, der mit seiner Ehefrau und drei Söhnen angereist war, die Anfänge und die Arbeit der Hilfsgruppe, die bei zehn Typisierungsaktionen über 22.000 potenzielle Spender in die Deutsche Knochenmark Spenderdatei (DKMS) gebracht habe. 313 dieser 22.000 Typisierten aus der Eifel hätten Stammzellen für Patienten in 34 Ländern der Erde gespendet und Leben gerettet. Willi Greuel: „Und wenn es nur einer gewesen wäre, hätte sich unser Einsatz gelohnt“.

Im Saal war es mucksmäuschenstill, als Christoph Vollmer berichtete, wie er im März 2010 als damals 36-Jährige die niederschmetternde Diagnose bekommen hatte, an Leukämie erkrankt zu sein und nur eine Stammzellenübertragung sein Leben retten könne. Der inzwischen geheilte 42-Jährige Familienvater erzählte von seinen Ängsten, der Stammzellenübertragung und der schweren Zeit danach. Er sei Simone Krämer unendlich dankbar.

Sie würde es sofort wiedermachen, berichtete Simone Krämer, die mit ihrem Lebensgefährten Karsten Hufschlag und Sohn Silas nach Vollem gekommen war. Sie hatte sich im Januar 2010 typisieren und in die weltweite Spenderdatei eintragen lassen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass sie schon acht Wochen nach ihrer Typisierung einem todkranken Patienten das Leben retten konnte.

Nach zweijähriger Zeit der vorgeschriebenen Anonymität, in der lediglich ein namenloser Briefkontakt möglich war, bekamen Spender und Empfänger ein Gesicht, so dass es im vergangenen Jahr ein erstes Zusammentreffen im Schwarzwald gab. Daraus ist inzwischen eine große Freundschaft entstanden. Christoph Vollmer: „Wir sind jetzt eine große Familie“.

pp/Agentur ProfiPress


Ein Begegnungscafé speziell für Frauen bietet die Flüchtlingshilfe Kall ab sofort jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr an. Foto: Gemeinde Kall

Begegnungscafé für Frauen

Kall – Herzlich willkommen… very Welcome... Achlan wa sachlan… Ein Begegnungscafé speziell für Frauen bietet die Flüchtlingshilfe Kall ab sofort jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr an. Es findet statt im Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2 in Kall. Eingeladen sind Frauen, die hier nach Kall geflüchtet sind ebenso, wie alle anderen interessierten Frauen. Das Café wird geleitet von der Schevenerin Sajidah Juliane Seaver. Im Anschluss findet im Pfarrheim, wie immer dienstags und donnerstags, die internationale Sprechstunde statt.


„Jemandem Obdach geben bedeutet bedürftigen Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben“, sagten David Andermahr und Katharina Blens, vor deren Foto-Idee sich (v.l.) Pater Heinrich Mühlbauer, Willibald Hövel und Alice Toporowsky aufgestellt haben. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Foto-Installationen in Steinfelder Basilika

Schüler des Hermann-Josef-Kollegs beschäftigten sich mit „Werke der Barmherzigkeit“ – Foto-Installationen an Beichtstühlen angebracht und von hinten beleuchtet – Im Mittelpunkt aller Fotos stehen die Hände der Schüler

 

Kall-Steinfeld – Elf Schüler des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs haben sich in einem Foto-Projekt mit den „Werken der Barmherzigkeit“ beschäftigt. Die Schüler aus der Oberstufe (Q 1) haben überlegt, wie die Worte Jesu heute heißen können und dies fotografisch dargestellt.

Im Mittelpunkt der Aktion steht die Barmherzigkeit. Papst Franziskus hat in diesem Jahr das „Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen. Als Mitglied der Pfarrgemeinde Steinfeld und langjähriger Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, als Lektor und auch als Messdiener hat Willibald Hövel beim Vorbeigehen an den Reihen der Beichtstühle überlegt, ob man ihnen nicht wieder eine Bedeutung, eine Funktion geben könne.

In der Barockzeit, gegen 1680, durch Hand des Holzbildhauers Michael Pirosson, sind die Beichtstühle entstanden. Auch die gesamte barocke Ausstattung der Basilika, die heute noch den Raum dominiert, geht auf Pirosson zurück. Die große Anzahl der Beichtstühle in der Basilika ist wohl dem großen Pilgerstrom zum Grab des heiligen Hermann-Josef im 17. Jahrhundert geschuldet. Heute steht zur Spendung des Sakraments der Versöhnung das Beichtzimmer im Durchgang unter der Orgel zum Kreuzgang zur Verfügung.

„Die Idee einer Foto-Installation habe ich mit meinem Sohn Roman häufig besprochen“, sagte Willibald Hövel. Dieser ist Fotograf aus Kall. „Uns war immer bewusst, dass bei einer von ihrer Bestimmung abweichenden Nutzung der Beichtstühle eine große Sensibilität sowohl der Thematik als auch der Darstellungsweise gefordert sein würde“, so Willibald Hövel weiter. Als Papst Franziskus aber das Jahr 2016 zum Jahr der göttlichen Barmherzigkeit ankündigte, sei der Entschluss gefallen, dieses Thema bildnerisch anzugehen.

Vater und Sohn Hövel waren sich einig, dass es ein Projekt der jungen Generation sein müsste. Mitstreiter fanden sie im Steinfelder Gymnasium. In mehreren Unterrichtseinheiten wurden die Schüler auf das Thema vorbereitet und damit betraut. Pastoralreferentin Alice Toporowsky, Religionslehrerin Marlis Knoll und Pater Heinrich wirkten mit. „Viele waren beteiligt, viele haben sich begeistern lassen“, sagte Willibald Hövel.

Im Mittelpunkt der Bilder, die bis Jahresende an den Beichtstühlen angebracht bleiben, stehen die Hände der Schüler. „Denn es sind unsere Hände, mit denen wir Menschen helfen, geben, teilen, stützen – oder auch nicht“, so Pastoralreferentin Alice Toporowsky. Entstanden im Fotostudio von Roman Hövel sind sechs Fotos, die in den Beichtstühlen von hinten beleuchtet werden.

Das erste Foto „Ich gebe dir Essen“ zeigt Hände, die nach Reiskörnern greifen. Es soll daran erinnern, dass 795 Millionen Menschen auf der Welt nicht genug zu essen haben. Auf dem zweiten Foto „Ich gebe dir Zuflucht“ bilden Hände ein Dach und erinnern daran, dass weltweit knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht und ohne ein Zuhause sind. Auf dem dritten Foto „Ich gebe dir Kleidung“ ist ein Händepaar in rote Handschuhe eingepackt. „Wir wollten die Geste des Teilens verdeutlichen, aber auch das Gefühl von Wärme und Liebe vermitteln, daher haben wir das Motiv mit den Handschuhen und den Händen, die ein Herz formen, gewählt“, erklärten die beiden Schülerinnen Saskia Mäder und Leonie Trösch.

Das dritte Foto „Ich gebe dir Kraft“ zeigt eine Hand, die mit einem Verband umwickelt ist und dem mehrere andere Hände Halt geben. Das Foto soll darauf aufmerksam machen, dass rund zehn Millionen chronisch kranke Menschen in Deutschland leben, nicht mehr arbeiten können und ihre sozialen Kontakte verlieren. Einsamkeit ist die Folge.

Beim fünften Foto „Ich gebe dir Freiheit“ geben sich Hände durch Gitterstäbe die Hand und vereinen sich. Es macht auf die Situation aufmerksam, dass in deutschen Gefängnissen rund 60.000 Strafgefangene sitzen, die aufgrund ihrer Begrenztheit unter Isolation und Einsamkeit leiden. Barmherzigkeit soll an dieser Stelle die Menschen, die in Schwierigkeiten stecken, nicht alleine lassen. Auch jene, die wegen ihrer Verbrechen verurteilt wurden.

Im sechsten Foto „Ich gebe dir Geleit“ beten Hände mit einer Gebetskette. „Wir wollten mit unserer Darstellung die Verbundenheit zwischen Verstorbenen und Angehörigen zum Ausdruck bringen“, erklärten die beiden Schüler Maximilian Hardy und Yannik Wuttke.

In einem Oberstufengottesdienst wurden die Werke vorgestellt. Die Fotos sind bis zum Ende des Jahres in der Basilika ausgestellt. Zu der Aktion gibt es eine Begleitbroschüre, die weitere Hintergründe und Informationen liefert.

pp/Agentur ProfiPress


Die Radtouren mit Strecken zwischen 48 und 206 Kilometern Länge führen am Samstag, 28. Mai, auch durch mehrere Ortschaften der Gemeinde Kall. Foto: Ralf Ernst/pp/Agentur ProfiPress

Mit dem Rad „von der Erft zur Urft“

Radtouren „Von der Erft zur Urft“ und „Nordeifel-Radmarathon“ führen am Samstag, 28. Mai, durch Kaller Ortschaften – Strecken zwischen 48 und 206 Kilometer – Start und Ziel an der Euskirchener Jahnhalle

Kreis Euskirchen/Kall - Der Radsportverein (RSV) Euskirchen veranstaltet am Samstag, 28. Mai, seine Radtouren „Von der Erft zur Urft“ und den „Nordeifel-Radmarathon“. Unterschiedliche Strecken führen die Radfahrer unter anderem durch eine Reihe Kaller Ortschaften. Start und Ziel ist die Jahnhalle in Euskirchen, Erftstraße 30.

Zum elften Mal in Folge gehen die Radtouren auf meist verkehrsarmen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen quer durch den Kreis Euskirchen, vom „Eifelvorland“ bis in die Berge an Ahr und Urft. Die verschiedenen Strecken sind je nach Länge und Höhenmetern geeignet für Familien (48 Kilometer, 450 Höhenmeter), Hobbyradfahrer (86 Kilometer, 1.000 Höhenmeter), Amateurfahrer (119 Kilometer, 1.500 Höhenmeter), Ausdauerfahrer (151 Kilometer, 1.900 Höhenmeter) und für alle, die eine besondere Herausforderung suchen (206 Kilometer, 3.400 Höhenmeter).

Im Gemeindegebiet Kall führen die Radtouren durch den Kernort und durch die Ortschaften Golbach, Sötenich, Keldenich und Dottel. Weitere Stationen führen durch die Kommunen Euskirchen, Zülpich, Mechernich, Schleiden, Blankenheim, Dahlem, Nettersheim und Bad Münstereifel. An mehreren Kontrollstellen sollen die Fahrer mit Getränken, Obst und Gebäck versorgt werden.

„Wir hoffen auch in diesem Jahr wieder auf ein großes Interesse und eine hohe Teilnehmerzahl“, sagte RSV-Vizepräsident Markus Ernst. Im vergangenen Jahr waren rund 800 Radfahrer an den Start gegangen. Das Startgeld beträgt in diesem Jahr für die Tour „Von der Erft zur Urft“ zwischen vier und sechs Euro, Jugendliche bis 1