Nachrichten 2. Halbj. 2017




Provinzial-Geschäftsstellenleiter Winfried Stratmann (v.l.) überreichte Kalls Feuerwehrchef Harald Heinen und Bürgermeister Hermann-Josef Esser eine Spende von 2200 Euro. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

2200 Euro für die Feuerwehr

Provinzial-Rheinland-Geschäftsstellenleiter Winfried Stratmann überreichte Wehrleiter Harald Heinen und Bürgermeister Hermann-Josef Esser einen Scheck

Kall – Schon seit Jahrzehnten besteht zwischen der Provinzial-Versicherung und den freiwilligen Feuerwehren eine enge Verbindung. Vielerorts hat die Provinzial Rheinland Pate gestanden bei der Gründung der örtlichen Feuerwehren. Auch in Sachen Brandschutz machen die Versicherung und die Wehren gemeinsame Sache.

Das ist auch in Kall so. Schon seit einigen Jahren spendet die Provinzial-Geschäftsstelle von Winfried Stratmann jeden Winter einen Obolus für die Arbeit der Feuerwehr. „Wir waren und sind die Feuerversicherung schlechthin“, erzählt Stratmann.

In diesem Jahr überreichte Stratmann dem Kaller Wehrleiter Harald Heinen und Bürgermeister Hermann-Josef Esser einen Scheck im Wert von 2200 Euro. Mit dem Geld soll die freiwillige Feuerwehr Ausrüstung beschaffen.

„Aktuell brauchen wir etwa neues hydraulisches Rettungsgerät“, sagte Heinen. Denn mit den aktuellen Gerätschaften stoße die Feuerwehr bei modernen Autos oft an die Grenzen. „Die Säulen in den Fahrzeugen werden immer stärker. Die Fahrzeuge haben mittlerweile ein Sicherheitsniveau, das vor 40 Jahren noch undenkbar war“, ergänzt Bürgermeister Esser.

Auch weitere Anschaffungen stehen demnächst an. „Wir benötigen nächstes Jahr ein neues Feuerwehrfahrzeug in Sistig und einen Hochleistungslüfter“, kündigt Heinen an.

Esser bedankte sich bei Stratmann für die großzügige Spende und betonte noch einmal, wie wichtig das Ehrenamt heutzutage ist. „Die freiwillige Feuerwehr nimmt dabei eine besondere Stellung ein, weil sie dem Nächsten unmittelbar dienst, auch präventiv“, lobte er die Arbeit der zahlreichen Einsatzkräfte in seiner Gemeinde.

pp/Agentur ProfiPress


Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel verbringen viel Zeit in den Räumlichkeiten der Alten Schule. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Weihnachtskisten für Geringverdiener

Die Kaller Tafel bittet um Lebensmittelspenden, damit auch Not leidende Menschen über die Feiertage genug zu essen haben – Auch Mitstreiter werden benötigt

Kall – Weihnachten ist das Fest der Liebe. Vielerorts regiert statt christlicher Werte aber der Konsum: Auf den teuren und üppigen Festschmaus folgen bei der Bescherung die ebenso teuren wie üppigen Geschenke. Aber es gibt auch Menschen, die sich eben keine teure Weihnachtsgans oder das neueste elektronische Spielzeug leisten können, die, die eher dafür sorgen müssen, das überhaupt etwas zu Essen auf dem Tisch steht. Für diese Not leidenden Menschen gibt es die Tafel.

Der Verein ruft jedes Jahr vor Weihnachten zur Kistenaktion auf und bittet Menschen, Weihnachtskisten zu packen, die dann an bedürftige Familien ausgegeben werden. „Mit Ihrer Spende können Sie Menschen mit geringem Einkommen in Ihrer unmittelbaren Nähe eine große Freude machen“, formuliert es die Kaller Tafel.

Doch an ein paar Regeln müssen sich die Spender halten. Die Kisten sollen offen sein, am besten mit Weihnachtspapier ausgelegt, damit sie etwas schöner aussehen. Denn die Tafelmitarbeiter müssen immer die Gelegenheit haben, die Kisten einzusehen und gegebenenfalls Gegenstände, die nicht geeignet sind, aussortieren.

In die Kisten gehören Lebensmittel, die haltbar sind – darunter auch weihnachtstypische Leckereien wie Schoko-Nikoläuse oder Weihnachtsgebäck. Auch ein persönlicher Weihnachtsgruß kann dazu gelegt werden. Tabu sind Tabakwaren und Alkohol, dazu gehören auch alkoholhaltige Pralinen. Auch Spielzeug, Eier und Ware, die gekühlt werde muss sowie leicht verderbliche Lebensmittel, gehören nicht in die Kiste.

„Weil wir eine große Zahl muslimischer Kunden haben, wäre es schön, wenn die Spender darauf achten würden, nichts vom Schwein einzupacken, dazu zählen auch Gummibärchen, die nicht auf Schweinebasis beruhen“, erzählt Dr. Gerlinde Linne von Berg von der Kaller Tafel. Ausgegeben werden die Weihnachtskisten ausschließlich an bei der Tafel gemeldete Menschen.

Stattdessen empfiehlt die Tafel Konservendosen mit Obst, Gläser mit Obst, Gemüse, Fleisch und Wurst, Nudeln, Nussnugatcreme, Marmelade, Margarine, Reis, Kartoffelknödel, Essig, Öl, Zucker, Mehl, Backmischungen, Kaffee, Tee und Kakao.

Die Spenden können an sechs Stellen und an folgenden Terminen abgegeben werden: In Kall in der Tafel und der benachbarten evangelischen Kirche am Mittwoch, 13. Dezember, 9 bis 18 Uhr; in Schleiden in der Sleidanus-Apotheke am Montag und Dienstag, 11. und 12. Dezember, jeweils von 8 bis 19 Uhr und am Mittwoch, 13. Dezember, von 8 bis 17 Uhr; in Gemünd in der Vitalis-Apotheke von Mittwoch, 6. Dezember (an Wochentagen von 8 bis 18.30 Uhr, samstags vom 8 bis 13 Uhr) sowie am Mittwoch, 13. Dezember von 8 bis 17 Uhr; in Hellenthal im Heimtiermarkt Habekost am Montag und Dienstag, 11. und 12. Dezember, von 9 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr sowie am Mittwoch, 13. Dezember, von 9 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr; in Blumenthal in der Adler-Apotheke am Montag und Dienstag, 11. und 12. Dezember, von 8.30 bis 18.30 Uhr und am Mittwoch, 13. Dezember, von 8.30 bis 13 Uhr.

Die Kaller Tafel sucht darüber hinaus dringend Mitstreiter. Ganz besonders richtet sich der Verein da an „junge Rentner“, wie Harry Wegge betont, die bereit seien, zu sortieren und zu fahren und vielleicht auch Lust haben, später einmal die Organisation der Tafel zu übernehmen. Melden können sich Interessenten bei Harry Wegge unter 0176/96020721. Rückfragen zur Weihnachtskistenaktion können auch an Dr. Gerlinde Linne von Berg (02441/4379) gerichtet werden.

pp/Agentur ProfiPress


Der Schülerrat der St.-Nikolaus-Schule besuchte das Begegnungscafé, um sich über bestimmte Themen zu informieren. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Schülerrat informierte sich

Vertreter der St.-Nikolaus-Schule besuchten das Begegnungscafé der Kaller Flüchtlingshilfe – Irakischer Flüchtling hat Wohnung in Kall gefunden

Kall – Das Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall zahlt sich dadurch aus, dass es ein Treffpunkt für jedermann ist. Geschlecht, Konfession, Parteienzugehörigkeit, Nationalität – jeder Mensch hat hier den gleichen Wert, jeder Mensch erfährt den gleichen Respekt und die gleiche Aufmerksamkeit. Deshalb kommen auch die unterschiedlichsten Menschen zusammen: Vertreter der Wohlfahrtsverbände, der Kirche, Politiker und Vertreter der Gemeinde.

Dennoch waren es besondere Gäste, die diesen Monat ins Kaller Pfarrheim gekommen waren. Der siebenköpfige Schülerrat der St.-Nikolaus-Schule war mit einem Gastkind, Schulleiterin Andrea Luxenburger-Schlösser sowie den Betreuerinnen Sarah Göbgen und Miguelina Drath erschienen. Vierbeinige Verstärkung gab es in Form von Schulhündin Filli.

Doch warum war der Schülerrat eigentlich da? „Wir haben im Schülerrat über bestimmte Themen wie Krieg, Flüchtlinge und Bildung gesprochen“, teilte Schulsprecherin Leonie mit. „Die Gemeinde hat uns eingeladen, damit wir uns begegnen – und jetzt sind wir da“, ergänzte ihr Vertreter Luic.

Doch natürlich waren die Kinder nicht nur wegen des guten Frühstücks da. Vielmehr wollten sie Kontakte knüpfen. Denn der Schülerrat plant eine Weihnachtsgeschenkaktion für Flüchtlinge, besonders Frauen mit Kindern – und da wollten sie rausfinden, womit sie Flüchtlingen eine Freude machen können. „Wir denken da an Duschzeug und Spielsachen“, sagten Gina und Naomi. „Wir wollen anderen helfen“, fügt David an. Und Jonny meint: „Die Flüchtlinge sollen ruhig kommen, wir haben hier doch genug.“

Große Freude herrschte einen Tisch weiter. Dort unterhielten sich Paul Neufeld, bei der Gemeinde zuständig für Asyl und Flüchtlinge, und Ahmed Ali Abdelhassan angeregt miteinander. Der 26-jährige Iraker lebt seit anderthalb Jahren in Kall und freut sich sehr, bald in seine eigene kleine Wohnung ziehen zu können. „Ich bin sogar allein zur Wohnungsbesichtigung gegangen“, sagt Abdelhassan in gutem Deutsch. Derzeit absolviert er einen Sprachkursus. Er würde gerne eine Ausbildung machen. Im Irak hat er als Verkäufer im Supermarkt seines Vaters gearbeitet – das könnte er sich auch in Deutschland vorstellen. Abdelhassan engagiert sich darüber hinaus in der internationalen Sprechstunde. „Dort hat Ahmed mich quasi angelernt“, erzählt Paul Neufeld, der erst seit ein paar Wochen in Kall tätig ist und eng mit der Integrationsbeauftragten Alice Gempfer zusammenarbeitet.

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In seiner Rede leitete Bürgermeister Hermann-Josef Esser von den Toten des Ersten Weltkriegs zu den Opfern aktueller Konflikte über und appellierte eindringlich an das Mitgefühl der Bürger. Foto: Renate Hollermann/pp/Agentur ProfiPress

Im Kleinen und vor Ort viel bewirken

Kaller Bürgermeister Hermann-Josef Esser appellierte am Volkstrauertag an das Mitgefühl der Menschen

Kall – Der Volkstrauertag wurde auch in Kall nicht nur im Gedenken an die Toten vergangener Kriege begangen, sondern auch als Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. Mit ihren Fahnenabordnungen hatten sich der Schützenverein Wahlen, die Freiwillige Feuerwehr aus Kall, Sistig und Wahlen, die Reservistenkameradschaft Dahlem sowie die Musikkapelle Urft, der Chor an der Basilika Steinfeld, Vertreter der Kirchen und der Gemeinde sowie viele Kirchgänger am Kloster Steinfeld eingefunden.

Im Anschluss an das Hochamt in der Basilika setzte sich der von Gemeindebrandinspektor Harald Heinen organisierte und von den Schützen angeführte stille Zug zum Soldatenfriedhof in Bewegung, untermalt von getragenen Klängen der Musikkapelle Urft. Am Ehrenmal erwarteten bereits Fackelträger der Feuerwehr die Abordnungen, die sich entlang der Soldatengräber zur Feierstunde aufstellten.

Für seine Ansprache hatte der Kaller Bürgermeister Hermann-Josef Esser ein selten besetztes Thema gewählt: Er stellte die Zivil- und Hungertoten des Ersten Weltkrieges in Verbindung mit der aktuellen Situation. Anders als vor 100 Jahren, als Millionen Menschen unmittelbar in kriegerischen Auseinandersetzungen starben, haben sich Verhältnisse, so Esser, heute umgekehrt: „Die weitaus größere Zahl von Opfern ist den Folgen der Konflikte anzulasten.“ Mangel- und Unterernährung, fehlende Gesundheitsversorgung, unzureichende hygienische Verhältnisse und nicht zuletzt Vertreibung und Flucht führen zum Tod.

„Da die internationale Politik offensichtlich überfordert ist mit der Lösung der Konflikte, können wir uns nur fragen, was wir im Kleinen und vor Ort tun können, um die Folgen von Krieg und Vertreibung für die betroffenen Menschen zu lindern“, wünschte sich Esser einen humanen Umgang mit den Flüchtlingen. Er lobte die beispielhafte Arbeit Kaller Bürger, die den geflohenen Menschen helfen würden und ihnen eine Perspektive eröffneten. Sie dauerhaft in die Gesellschaft zu integrieren, müsse das Ziel sein.

Esser appellierte an die Teilnehmer der Feierstunde, großzügig zu sein, wenn Hilfsorganisationen in der nahenden Weihnachtszeit um Spenden bitten würden. „Das ist es, was wir im Kleinen, aber weltweit beitragen können.“

Bevor Kameraden der Feuerwehr den Kranz niederlegten, sprach Pater Paul Cyrys das Gebet. Zum feierlichen Rahmen der Gedenkstunde trugen der Chor an der Basilika und die Musiker aus Urft bei.

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Im jahrhundertealten Kloster Steinfeld findet am 9. und 10. Dezember ein Weihnachtsmarkt statt. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Erster Weihnachtsmarkt im Kloster Steinfeld

Reichhaltiges Angebot von selbst gemachter Ware am zweiten Adventswochenende, Samstag und Sonntag, 9. und 10. Dezember, jeweils ab 12 Uhr im Kreuzgang

Kall-Steinfeld – Auch in einem jahrhundertealten Klostergebäude können noch Premieren gefeiert werden. So findet am zweiten Adventswochenende im Kloster Steinfeld erstmals ein Weihnachtsmarkt statt, bei dem mehr als 30 Aussteller im historischen Ambiente des Klosters ihre Waren feilbieten. Geöffnet ist der Weihnachtsmarkt für die Besucher am Samstag, 9. Dezember, von 12 bis 20 Uhr, und am Sonntag, 10. Dezember, von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Angebot ist breit gefächert und besteht hauptsächlich aus selbst gemachten Gegenständen. Dazu gehören Handwerkliches, Genähtes, Gestricktes, Keramik, Bücher, Kerzen, handgemachte Seifen, Nützliches, Schönes, Kreatives, Liköre, Kunst und vieles mehr. Auf „kommerzielle“ Ware wird deshalb verzichtet, einige Stände verkaufen die Erzeugnisse für karitative Zwecke.

Weil der Weihnachtsmarkt im Kreuzgang des Klosters stattfindet, ist er vom Wetter unabhängig. Für das leibliche Wohl sorgt das Team der Klosterküche. Das musikalische Rahmenprogramm wird von Schülern des Hermann-Josef-Kolleg und vom Musikverein Urft gestaltet. Die Besucher haben zudem die Möglichkeit, vor der Klosterpforte frisch geschlagene Weihnachtsbäume zu kaufen. Der Winzer-Glühwein kommt vom Weingut Steinfelder Hof aus Kröv.

pp/Agentur ProfiPress


Lesung für Kinder in der Gemeindebücherei Kall

Die Schwertfegerbande - Der Weihnachtskrimi zum Miträtseln

 

Die cleveren Kinderdetektive aus der Eifel ermitteln wieder!

Es ist kurz vor Heiligabend und die Vorfreude auf das Fest steigt. Doch Heimkind Tina ist in Sorge. Wer hat die Reifen des Kleinbusses zerstochen, mit dem die Kinder aus dem Haus Lichtblick zur Schule gebracht werden?Kurz darauf wird das schöne Fachwerkhaus auch noch wüst mit Farbe beschmiert. Steckt der fünfzehnjährige Justin hinter diesen Taten? Die Schwertfegerbande übernimmt den Fall. Aber das passt dem trotteligen Dorfpolizisten Ballkopp überhaupt nicht. Einen Tag vor Heiligabend verschwinden plötzlich die Weihnachtsgeschenke für die Heimkinder. Die Detektive sind schockiert. Werden sie den Täter noch rechtzeitig finden?

 

Die Autorin:

Ulrike Schelhove lebt mit ihrer Familie in Kall. Sie schreibt seit mehreren

Jahren Eifelkrimis für Kinder und Erwachsene. 

 

 

Veranstaltung:

Mittwoch, 13.12.2017, 14.30 Uhr,

in der Gemeindebücherei Kall, Auelstr. 47, 53925 Kall, 02441/779552

 

Eintritt frei!

 

Wir würden uns sehr freuen, möglichst viele Kinder zu dieser vorweihnachtlichen Veranstaltung begrüßen zu können!

 

 

 

 

 

Die Gemeindebücherei Kall bleibt während der Weihnachtsferien, d.h. vom 25.12.2017 bis 04.01.2018 geschlossen! Wir wünschen unseren Kunden/Innen ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2018!


Viele Hände, schnelles Ende: Sistiger Bürger entrümpelten in einer konzertierten Aktion die alte Schule. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die alte Schule entrümpelt

Sistiger packten kräftig mit an – Das alte Haus soll künftig multifunktional genutzt werden – Nach drei Jahren Wartezeit geht es endlich vorwärts – Vermöhlen: „Der neue Bürgermeister hat Bewegung in die Sache gebracht“ – Jeden Monat „Schwadetreff“

Kall-Sistig – Sie sind ein lockerer Zusammenschluss von engagierten Sistiger Bürgern, die in einer sogenannten Bürgerwerkstatt verschiedene Dorf-Projekte erarbeiten und die sich jeden zweiten Donnerstag im Monat zum „Schwadetreffen“ in der Gaststätte Hubertushof versammeln. „Wir sind kein Verein, bei uns ist jeder willkommen“, berichten der stellvertretende Bürgermeister und Ortsvorsteher Karl Vermöhlen und sein Ratskollege Ekkehard Fiebrich. Sowohl jüngere als auch ältere Sistiger engagierten sich in der Bürgerwerkstatt, um Themen des Ortes zu diskutieren und zu realisieren.

Jüngstes Projekt, das sich allerdings schon seit drei Jahren in der Planung befindet, ist der Umbau der alten leer stehenden Schule neben der Sistiger Kirche. In dem denkmalgeschützten Haus aus dem frühen 19. Jahrhundert war die erste Sistiger Schule nach Einführung der Schulpflicht untergebracht, wie Ortsvorsteher Karl Vermöhlen weiß. Zuletzt diente das im Eigentum der Gemeinde stehende Gebäude im Obergeschoss als Unterkunft für Asyl suchende Flüchtlinge und im Erdgeschoss als Jugendtreff. Wegen eines schweren Wasserschadens musste der Jugendtreff 2014 im Erdgeschoss des Gebäudes geschlossen werden. Das Obergeschoss diente noch bis September dieses Jahres als Unterkunft für Asylbewerber.

Schon vor drei Jahren war in der Bürgerwerkstatt die Idee gereift, das Haus in Eigenregie für eine multifunktionelle Nutzung für das ganze Dorf umzubauen. Viele junger Sistiger Bürger, „die Verantwortung mit übernehmen wollen“ (Vermöhlen) wirkten an der Konzeption und den Überlegungen für eine zukünftige Nutzung der alten Schule mit. Von der Gemeinde wurde ein objektgebundener Zuschuss von 75.000 Euro zugesagt, weil Arbeiten wie zum Beispiel die Erneuerung der Heizung oder der Elektro-Installation von Fachfirmen übernommen werden müssen. Dabei soll die Erneuerung der Heizungsanlage Priorität haben. Karl Vermöhlen: „Viele Arbeiten werden wir Sistiger in Eigenleistungen erledigen.“

Bei der Erstellung eines Nutzungskonzeptes wurde die Bürgerwerkstatt vom Quartiers-Management des Kreises Euskirchen, mit Friederike Büttner und ihrer Nachfolgerin Lisa Rodermann, unterstützt. Sie sind begeistert von dem bürgerlichen Engagement, das die Sistiger bezüglich einer sinnvollen Nutzung des alten Schulgebäudes unter Beweis stellten. Nach dem Umbau des Gebäudes, das aus Brandschutzgründen zunächst nur im Erd- und eingeschränkt im Obergeschoss genutzt werden darf, soll die Sistiger Jugend im Erdgeschoss wieder einen Jugendtreff bekommen. Außerdem, so Karl Vermöhlen, soll ein Multifunktionsbüro, das von diversen Organisationen genutzt werden könne, eingerichtet werden. Hier denkt die Bürgerwerkstatt an eine Nutzung durch die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt oder durch Kindergarten und Schule. Auch die VR-Bank Nordeifel habe Interesse angemeldet.

Das Nettersheimer Naturschutzzentrum werde im Obergeschoss eine Ausstellung über das Naturschutzgebiet „Sistig-Krekeler Heide“ einrichten. Deshalb plane man das Umbauprojekt unter dem Arbeitstitel „Arnika-Haus“. Karl Vermöhlen: „Es soll ein Ort der Begegnung für alle Sistiger werden.“

Die Realisierung der Pläne geriet allerdings in den letzten Monaten „aus organisatorischen Gründen“ (Vermöhlen) ins Stocken. Das wurde vor allem von jungen Sistigern bedauert. Entsprechend groß war die Beteiligung der jungen Erwachsenen beim Schwadetreffen am 12. Oktober, an dem auch der neue Bürgermeister der Gemeinde Kall, Hermann Josef Esser, teilnahm. Der hatte mit Daniel Hecker und Lothar Schatten zwei neue Verwaltungsbedienstete mitgebracht, die sich künftig mit dem Thema „Arnika-Haus“ befassen werden. Auch Esser selbst sagte seine Mitarbeit bei dem Projekt zu. Er regte an, die alte Schule erst einmal zu entrümpeln. Dafür werde die Gemeinde einen Anhänger für die Entsorgung des Sperrmülls bereitstellen.

„Sofort kam Bewegung in die Sache“, freuten sich Karl Vermöhlen und Ekkehard Fiebrich. Man sei der Gemeinde dankbar, dass sie sofort die Vorbereitungen für das Ausräumen der Schule in Angriff genommen habe. Das Sprichwort „Neue Besen kehren gut“ habe sich in diesem Fall als realistisch erweisen.

Am letzten Oktoberfreitag stellte der Bauhof der Gemeinde den großen Anhänger neben der alten Schule ab. Über Facebook und Plakate in den örtlichen Geschäften hatten Karl Vermöhlen und Ekkehard Fiebrich die Sistiger für Samstag unter dem Motto „Viele Hände machen schnell ein Ende“ zur Teilnahme an der großen Entrümpelungs-Aktion aufgerufen. Samstagsmorgens herrschte dann an der zukünftigen Baustelle ein emsiges Treiben.

Innerhalb weniger Stunden waren sowohl das Erd- als auch das Obergeschoss ausgeräumt und der Sperrmüll-Anhänger mit Möbeln und sonstigen Einrichtungsgegenständen gefüllt. Jetzt hoffen vor allem die jungen Sistiger, dass es endlich mit der Realsierung des Dorfprojektes „Arnika-Haus“ weitergeht.

Beim jüngsten „Schwadetreffen“ stellte die örtliche Ansprechpartnerin für das Projekt „DorfBioTop“, Jennifer Thelen, neue Aktionen vor. Mehrere Sistiger erklärten sich spontan bereit, zum kommenden Frühjahr Nisthilfen für Schwalben an ihren Häusern anbringen zu lassen.

pp/Agentur ProfiPress


Einen Scheck über ein Preisgeld von 500 Euro nahm Ortsvorsteher Hans Reiff (Mitte) aus Scheven in Empfang. Das Dorf zählt zu den 13 schönsten im Kreis Euskirchen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Sistig und Scheven geehrt

Kreis-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ – Die Kriterien haben sich gravierend geändert – Soziale Aspekte sind heute wichtiger als schmucke Blumenbeete – Billig, Bürvenich, Floisdorf und Frohngau im Landeswettbewerb – 20.000 Euro Preisgeld

Kreis Euskirchen/Kall – Zu einer „schönen Bescherung” hatte Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen, am ersten November-Samstag in die Kaller Bürgerhalle eingeladen – und viele kamen. Mit der Bescherung meinte der Landrat die Siegerehrung des Kreis-Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, an der 60 Ortschaften aus dem Kreis Euskirchen teilgenommen hatten. Die Ehrung der Siegerdörfer, darunter auch Sistig und Scheven, fand im Rahmen der Herbsttagung des Kreisverbandes der Gartenbau- und Verschönerungsvereine statt. Die musikalische Gestaltung hatte das Gemeinschaftsorchester der Musikvereine aus Ripsdorf und Schmidtheim übernommen.

Landrat Rosenke, auch Mitglied im Vorstand des Landesverbandes Gartenbau NRW, wies darauf hin, dass es in den Dörfern im Kreisverband ein großes und ein breit getragenes ehrenamtliches Engagement gebe. Dieses Engagement in den Gartenbau- und Verschönerungsvereinen sei „Gold wert“. Die Vereine seien im Kreis Euskirchen immer noch die Motoren für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Längst habe ihr Beispiel im Kreis Euskirchen Schule gemacht, denn auch in Dörfern ohne die klassischen Verschönerungsvereine seien die Bemühungen und Erfolge um die Zukunftsfähigkeit sichtbar. Rosenke: „Auch deshalb schätze ich Ihre Arbeit im besonderen Maße.“

Der Landrat richtete seinen Appell auch an die Politik und die Verwaltungen als Vertreter oder Dienstleister für die Bürgerschaft. „Für sie ist es verpflichtend, das ehrenamtliche Engagement unserer Vereine mit Wort und Tat zu unterstützen“, so Rosenke.

Der Buchautor und Journalist Manfred Lang, der als Moderator bei der Herbsttagung agierte, erinnerte an die Anfänge des Wettbewerbs, der einst den Titel „Unser Dorf soll schöner werden“ trug. Damals sei der Wettbewerb ein „Blümchen-Wettbewerb“ gewesen, bei dem eher Wert auf die schöne Gestaltung von Gärten und Blumenschmuck gelegt wurde. Heute, wo der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ heiße, gehe es mehr um soziale Aspekte, die von den Bewertungskommissionen in den Blick genommen würden. Seit 2007 werde der Wettbewerb nach anderen Kriterien durchgeführt. Der Lebensraum Dorf, das Gemeinschaftsleben im Dorf, die Reaktionen auf demografische Veränderungen, die Nachbarschaftshilfe, kulturelle und ökologische Aspekte seien heute bei der Bewertung wichtige Kriterien. Lang: „Tolle Blumenkästen und schöne Rabatte allein können nicht verhindern, dass Dörfer zu Schlafstätten werden.“ Man müsse den Lebensraum Dorf bewusst gestalten.

Landrat Günter Rosenke blickte zurück: Als der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ vor 56 Jahren ins Leben gerufen wurde, habe es den Kreis Euskirchen in der heutigen Gestalt noch nicht gegeben. Auch nach mehr als fünf Jahrzehnten erfreue sich der Wettbewerb noch immer großer Beliebtheit. In diesem Jahr hätten mit 60 Dörfern im Kreis Euskirchen zwar weniger teilgenommen als beim letzten Mal im Jahr 2014. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt sei das aber immer noch eine stolze Zahl. Erfreulich sei die Tatsache, dass dieses Mal neben den „alten Hasen“ auch einige „Frischlinge“ dabei waren, die erstmals am Wettbewerb teilgenommen hätten.

Die Jury habe viele neue Ideen und Impulse in den Dörfern feststellen können. Das beweise, dass es in den Dörfern und Vereinen ein reges Engagement, und im Kreis Euskirchen eine stetige Weiterentwicklung gebe. „Sie wissen ja: Wer stehen bleibt, steht im Weg“, zitierte Rosenke seinen bekannten Spruch.

Bürgerschaftliches Engagement sei heute das zentrale Element des Wettbewerbs. Viele positive Beispiele habe die Kommission, die an zehn Tagen von morgens bis abends im Kreis Euskirchen „op jück“ gewesen sei, feststellen können. Erstmals sei in diesem Jahr auch ein Vertreter der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen „als sinnvolle Verstärkung“ mit von der Partie gewesen.

Für die Bürger- und für die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen nahm Vize-Landrat Markus Ramers an der anschließenden Siegerehrung teil, bei der die Stiftungen Preisgelder in Höhe von 20.000 Euro an die Dörfer vergaben, die am Kreis-Wettbewerb teilgenommen hatten.

Von den 60 Wettbewerbs-Dörfern hatte die Bewertungskommission 13 für die Endrunde um die Teilnahme am Landeswettbewerb nominiert. Vier von ihnen werden nun nächstes Jahr auf Landesebene mitmischen. Das sind Euskirchen-Billig und Zülpich-Bürvenich, die punktgleich den ersten Platz belegten und ein Preisgeld von jeweils 900 Euro bekamen. Punktgleich waren auch die beiden dritten Plätze, die mit jeweils 800 Euro belohnt wurden: Nettersheim-Frohngau und Mechernich-Floisdorf.

Mit je 500 Euro Preisgeld wurden die anderen neun Orte bedacht. Platz fünf bis 13 belegten (in alphabetischer Reihenfolge der Kommunen) Houverath (Bad Münstereifel), Ripsdorf (Blankenheim), Scheven und Sistig (Kall), Nettersheim und Zingsheim (Nettersheim), Dreiborn (Schleiden) sowie Enzen und Schwerfen (Zülpich).

Sonderpreise bekamen Sieberath, Wittscheid, Nemmenich, Eiserfey, Harperscheid und Eicks. In diesen Dörfern waren der Kommission besonders lobenswerte Eigenschaften oder Details aufgefallen. Einen Gutschein als Sonderpreis über ja 25 Euro übereichte der Landrat den Kindern Finn (6) und Paula (9) aus Freilingen. Sie hatten beim Besuch der Jury den Rundgang durch das Dorf moderiert und damit Pluspunkte gesammelt.

Den vier Top-Dörfern Billig, Bürvenich, Frohngau und Floisdorf werde der Landrat die Daumen drücken, dass sie sich vielleicht für den Bundeswettbewerb qualifizieren könnten.

Seinen besonderen Dank richtete Rosenke an die Mitglieder der Bewertungs-Kommission. Franz Unterstetter, ehemaliger Geschäftsbereichsleiter beim Kreis Euskirchen, ist seit 2008 Vorsitzender dieser Kommission, der in diesem Jahr die Jurymitglieder Rudi Dick, Doris Felser, Dieter Evertz, Heinrich Büsch, Hans-Josef Nolden und dessen Vertreter Johannes Mertens angehörten. Franz Unterstetter gab den Dank in Form eines Blumenstraußes weiter an Heike Schmitz von der Kreisverwaltung, die die Bereisungspläne, den Einsatz der Busse und viele andere Vorbereitungen gemanagt habe.

Nach der Siegerehrung plauderte Moderator Manfred Lang mit Dr. Waldemar Gruber von der Landwirtschaftskammer NRW sowie mit den Jurymitgliedern in einer kurzen Talkrunde über die wichtigsten Aspekte des Wettbewerbes, über Highlights oder mögliche Verbesserungen in den Dörfern. Dabei sprach Franz Unterstetter von viel sozialem Engagement und einem großen Erfindungsreichtum in den Dörfern. Man habe viele schöne Überraschungen erlebt. Dr. Waldemar Gruber rief die Verschönerungsvereine dazu auf, den Nachwuchs zu aktivieren. „Sie müssen die Jugend mitnehmen“, sagte Gruber.

Im Verlauf der Veranstaltung referierte der Geschäftsführer des Landesverbandes Gartenbau NRW, Hubert Mersch, über „Gestaltungsideen für Gärten“. Gartenkultur sei eine anspruchsvolle Sache. Mersch kritisierte die Verdrängung von Grün um die Häuser: „Eine Ladung Kies macht keinen Garten.“ Kies und Steine seien kein Mittel gegen den Unkraut-Wuchs. „In fünf Jahren werdet ihr von morgens bis abends über die Kiesflächen kriechen, um das Unkraut wegzumachen“, so Mersch. Das komme nämlich nicht von unten sondern von oben.

pp/Agentur ProfiPress


Stellten das Büro von Mutabor Eifel in Kall vor: Bereichsleiterin Alexandra Mekic (v.l.), die beiden Geschäftsführer Matthias Holland und Jürgen Sellge sowie die Bereichsleiterin Inklusion, Corinna Schmitz. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ein neues Zuhause für Kinder

Das Unternehmen Mutabor vermittelt im Auftrag der Jugendämter Kinder in Pflegefamilien – Büro in Kall eröffnet

Kall – „Ich werde verwandelt werden“ – das ist die Übersetzung des lateinischen Wortes Begriffs Mutabor. Diesen Leitspruch hat sich auch das gleichnamige Unternehmen auf die Fahne geschrieben. Es vermittelt Kinder und Jugendliche, deren leibliche Eltern aus welchen Gründen auch immer nicht für sie sorgen können, an Pflegefamilien, die sich um die Kinder kümmern.

Das jüngste Büro der 2003 in Eitorf (Rhein-Sieg-Kreis) gegründeten Gesellschaft wurde nun in Kall eröffnet. „Wir haben einen Standort entlang der Bahnstrecke zwischen Köln und Trier gesucht“, verkündet Matthias Holland, einer der beiden Geschäftsführer und gleichzeitig pädagogischer Leiter. Kall habe sich als passend erwiesen, auch dank der Unterstützung von Markus Auel, Teamleiter bei der Gemeinde Kall, der Mutabor auf das freie Büro gegenüber dem Bahnhof hinwies.

Geleitet wird das Büro von Mutabor Eifel von Alexandra Mekic, die auch ausschlaggebend für die Ausdehnung von Mutabor in die Eifel war. „Ich habe lange in Bonn gelebt und in Eitorf gearbeitet, wohne aber mittlerweile in Simmerath“, erklärt sie. „Als Frau Mekic uns mitteilte, dass sie in die Eifel zieht, haben wir gesagt, dann ziehen wir mit dahin“, erzählt Jürgen Sellge, Geschäftsführer und Gründer von Mutabor.

Eine von Alexandra Mekics Aufgaben besteht darin, geeignete Pflegefamilien zu finden, die Kinder dauerhaft aufnehmen wollen – stellenweise sogar von der Geburt an bis die Kinder volljährig sind, vereinzelt auch bis 21 Jahre. „Ein Pflegekind hat einmal gesagt, es sei »begleitet ausgewildert« worden“, erzählt Mekic lachend. Diese Familien werden per Annonce, Infoabenden oder Akquirierungsveranstaltungen gesucht. Mutabor prüft dann, ob die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen stimmen, also ob die Anwärter als Pflegefamilie geeignet sind. Wichtig ist etwa, dass die Kinder ein eigenes Zimmer von mindestens zwölf Quadratmetern haben und die Familien die Aufwandsentschädigung, die sie für die Betreuung erhalten, nicht als Haupteinnahmequelle haben, sondern finanziell unabhängig davon sind.

Mutabor handelt im Auftrag der Jugendämter, die für den Ursprungswohnort des Kindes zuständig sind. Gründe, warum ein Kind nicht bei seinen leiblichen Eltern aufwachsen soll, gibt es viele. Die Eltern sind drogen- oder alkoholsüchtig, geistig behindert, haben psychische Erkrankungen oder es liegt sexueller Missbrauch vor. Auch Verwahrlosung der Kinder ist ein Problem. „Wir haben auch Eltern, die in einem Heim aufgewachsen sind, und einfach nicht wissen, wie Familie funktioniert“, erklärt Matthias Holland. Gesucht werden auch Pflegefamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlingskinder.

Nach wie vor Kontakt zu leiblichen Eltern

Es gibt auch Fälle, in denen Kinder nur kurzfristig in sogenannten Bereitschaftspflegefamilien unterkommen, etwa bei Erkrankungen der Eltern, die sich aber wieder bessern können. „Alles zwischen vier Tagen und anderthalb Jahren ist uns in diesem Bereich schon vorgekommen“, berichtet Mekic.

Wichtig ist Mutabor, dass die leiblichen Eltern nach wie vor Kontakt zu ihren Kindern haben dürfen. Auch dafür ist das Kaller Büro da. Denn die „richtige Mama“ und die (leibliche) „Bauchmama“, wie ein Kind seine beiden Mütter einmal genannt hat, sollen nicht im Haus der Pflegefamilie aufeinandertreffen, sondern auf neutralem Boden bei Mutabor.

Der Bedarf nach Pflegefamilien ist groß. „Sobald wir eine Familie gefunden haben, kommen sofort zwei bis 20 Anfragen von den Jugendämtern“, weiß Matthias Holland. Jürgen Sellge ergänzt: „Es gibt beispielsweise beim Jugendamt im Rhein-Sieg-Kreis eine Unterdeckung von 96,5 Prozent. Das heißt, dass die Jugendämter noch einmal so viele Kinder, wie sie bereits vermittelt haben, vermitteln könnten.“ Diese Kinder werden dann sprichwörtlich in Inobhutstellen „geparkt“ – stellenweise 1,5 bis zwei Jahre. „Das ist eine Katastrophe“, findet Sellge.

Mutabor vermittelt aber nicht nur Kinder in Pflegefamilien, sondern auch in Wohngruppen, etwa im Bereich Traumapädagogik oder Intensivbetreuung von Jungen. Außerdem ist das Unternehmen im Bereich Inklusion tätig, Integrationshelfer begleiten Kinder mit Förderbedarf in Bildungseinrichtungen, also Schulen und Kindergärten. Als Konkurrenz für bereits bestehende Einrichtungen in Kall, etwa die St.-Nikolaus-Schule oder das Hermann-Josef-Haus in Urft, sieht man sich nicht. „Vielmehr suchen wir die Kooperation“, beschreibt es Matthias Holland.

Zunächst wird Alexandra Mekic alleine im Büro in Kall arbeiten. „Ein Mitarbeiter betreut im Schnitt zehn Kinder. Deshalb wollen wir natürlich sehr gerne mehr Angestellte im Kaller Büro haben“, meint Jürgen Sellge.

pp/Agentur ProfiPress


Das nächste Begegnungscafé findet am Freitag, 17. November, von 9.30 bis 11.30 Uhr statt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 17. November, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet am Freitag, 17. November, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2, statt. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Diesmal wird auch der sechsköpfige Schülerrat der St.-Nikolaus-Schule mit Schulleiterin Andrea Luxenburger-Schlösser und einer weiteren Lehrkraft anwesend sein. „Das war schon seit Längerem geplant“, berichtet die Kaller Integrationsbeauftragte Alice Gempfer von der Flüchtlingshilfe Kall. Die Nikolausschule sei außerdem ein Kooperationspartner im Haus der Begegnung. „Der Schülerrat hat sich neu gegründet und arbeitet an Themen, die sich mit demokratischem Handeln beschäftigen“, erklärt Andrea Luxenburger-Schlösser und ergänzt: „Ein Besuch im Begegnungscafé wird sicherlich zu Diskussionen im Schülerrat Anlass geben.“

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und sich die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe vernetzen können.

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall gibt es unter www.fluechlingshilfe-kall.de.

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Der stellvertretende Bürgermeister Karl Vermöhlen (l.) nahm die Ernennung von Bürgermeister Hermann-Josef Esser vor. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Esser ruft Agenda „Kall 2030“ aus

Hermann-Josef Esser wurde in der Ratssitzung als Bürgermeister der Gemeinde Kall vereidigt – Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg angestrebt

Kall – Die Arbeit hat er schon vor einem Monat aufgenommen. Doch jetzt ist es amtlich: Hermann-Josef Esser ist offiziell Bürgermeister der Gemeinde Kall. Zu Beginn der Ratssitzung wurde der 53-Jährige, einen Tag nach seinem Geburtstag, vereidigt.

„Ich habe die Wahl mit Respekt und Demut angenommen und mich mit sehr viel Vorfreude auf die anstehenden Aufgaben und Perspektiven in der Gemeinde Kall an die Arbeit gemacht“, sprach Esser nach seiner Ernennung. Der CDU-Politiker wiederholte die Aussage vom Wahltag, dass er auch Bürgermeister der Wähler seines Konkurrenten Rolf Schneider (FDP) sowie der Nichtwähler sein wolle. Überhaupt strebt Esser eine vertrauensvolle Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg an.

Als erste Amtshandlung rief Hermann-Josef Esser in seiner kurzen Ansprache an die Ratsmitglieder und die Gäste, darunter auch seine Lebensgefährtin Elke Fink und deren Eltern Rita und Hans Henz sowie sein Vater Franz, die Agenda „Kall 2030“ aus, denn es gibt Themen, die brauchen einen langen Atem“, so der frisch vereidigte Bürgermeister.

Als Beispiele nannte er die kundenorientierte Umstrukturierung der Verwaltung, die Entwicklung von Tourismuskonzepten, die Weiterentwicklungen von Handel und Gewerbe sowie der Verkehrsinfrastruktur, gute Angebote für Familien inklusive der Verbesserung des Status quo in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Unterstützung und Fortführung der guten Arbeit für und mit Flüchtlingen, die Erarbeitung von Demografiekonzepten sowie eine Bürgerbeteiligung an vielen Prozessen. Bei allen genannten Themen will er dauerhaft am Ball bleiben, denn „ein Bürgermeister sollte nicht nur zu Beginn seiner Amtszeit Strategien aufzählen“.

Interesse bei jungen Leuten wecken

Durch hohe Transparenz will es Hermann-Josef Esser außerdem schaffen, junge Leute für die Politik zu interessieren. Der neue Bürgermeister ist Realist und weiß: „Das Bild von Politikern ist draußen oft schlecht.“

Einen ersten Eindruck davon, dass Esser auch alte Strukturen aufbricht, erleben die Politiker und die Verwaltungsmitarbeiter. Denn Esser hat den Sitzungsplan überarbeiten lassen. Sitzung sollen von nun an der besseren Planbarkeit wegen immer dienstags stattfinden und erst um 18 Uhr beginnen – damit auch Berufstätige sich politisch engagieren können. Außerdem verwies er darauf, dass Mitarbeiter, die für Fachfragen zu Verfügung stehen müssen, nicht mehr während der Sitzungen im Ratssaal anwesend sein sollen. „Die Kollegen haben so viel zu tun, da ist es mir lieber, sie befinden sich während der Sitzungen in ihren Büros und machen ihre Arbeit. Wenn wir Fachfragen haben, können wir sie kurz dazurufen.“

Die Vereidigung sollte eigentlich Essers Parteifreund und Vizebürgermeister Uwe Schubinski vornehmen. Weil dieser erkrankt war, vertrat ihn Karl Vermöhlen, ebenfalls Stellvertreter des Bürgermeisters. Besonders der SPD-Fraktionsvorsitzende Erhard Sohn freute sich, dass Esser „ausgerechnet von einem Sozi“ vereidigt wurde. Sohn überreichte Esser eine Flasche Wein, die er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin trinken soll. Denn die gemeinsame Freizeit werde nun weniger. „Es wird nun abends öfter einmal länger werden“, kündigte Sohn an.

Dem schloss sich Dr. Manfred Wolter (FDP) an, der aber bereits verkündete: „Ich kann nach einem langen Abend gerne bezeugen, dass Sie hier waren.“ Grußworte richteten auch CDU-Fraktionschef Toni Mießeler und Grünen-Fraktionschef Ekkehard Fiebrich an Esser. „Mir ist jetzt schon positiv aufgefallen, dass sie eine besondere Wertschätzung ihren Mitarbeitern gegenüber aufbringen und sie in einigen Sitzungen Tagesordnungspunkte vorgezogen haben, damit die Mitarbeiter nach Hause zu ihren Kindern können“, lobte Fiebrich das neue Gemeindeoberhaupt.

Esser selbst übernahm nach seiner Vereidigung auch offiziell den Vorsitz der Ratssitzung und löste Karl Vermöhlen ab. Zuvor hatte er der Ratssitzung sowie dem vorangegangenen Haupt- und Finanzausschuss als Gast in vorderster Reihe beigewohnt.

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Mit seinen 95 Thesen hat Martin Luther die Entwicklung Europas wie kein zweiter geprägt. Um ihn geht es in einem Vortrag am Sonntag, 3. Dezember, 17 Uhr, im Kloster Steinfeld. Foto: Veranstalter/pp/Agentur ProfiPress

Auf den Spuren von Martin Luther

Der Reisejournalist Jürgen Schütte spricht am Sonntag, 3. Dezember, 17 Uhr, im Kloster Steinfeld über den 500. Jahrestag der Reformation

Kall-Steinfeld – Der Reisejournalist Jürgen Schütte begibt sich am Sonntag, 3. Dezember, um 17 Uhr in der Schülerkapelle des Kloster Steinfeld auf die Spurensuche in das späte Mittelalter, in die Zeit der Reformation. In der live kommentierten Reportage, einem auf eine Großleinwand projizierten Multivisionsvortrag, wandelt er auf den Spuren von Martin Luther. Hierbei besucht er das Elternhaus und folgt den Stätten seines Wirkens.

Die Kindheit Martin Luthers wird von der Angst vor Satan und Tod beherrscht. Zu dieser Zeit hieß er noch Martin Luder. Nach seinem Eintritt in ein Kloster der Augustinermönche änderte er seinen Namen in Martin Luther, abgeleitet vom griechischen Wort Eleuterios, das sinngemäß „der Freie“ bedeutet.

Die Freiheit des Denkens befähigte ihn wohl im besonderen Maße, sich gegen die Auswüchse der katholischen Kirche aufzulehnen. Vor allem der Ablasshandel war für ihn unvereinbar mit seinen Vorstellungen zu Glaube und Gott. „Mit Geld kann man sich nicht von den Sünden freikaufen, nur Gott allein hat die Kraft der Vergebung“, so seine unverrückbare Überzeugung.

Seine 95 Thesen an der Eingangspforte der Wittenberger Kirche lösten eine Welle aus, die wie kein zweites Ereignis dieser Epoche die Entwicklung Europas prägte. Reproduktionen alter Gemälde aus der Zeit Luthers und kurze Filmsequenzen, in denen der achtjährige Sohn des Referenten wichtige Ereignisse aus Luthers Leben nachstellt, bebildern den Vortrag in einem lebendigen Stil. Die spirituelle Atmosphäre des Klosters Steinfeld bildet eine kongeniale Kulisse für einen Vortrag, der in der Multivisionsszene in dieser Form unverwechselbar ist.

Karten kosten 15 Euro. Sie sind im Vorverkauf im Klosterladen erhältlich oder an der Abendkasse.

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Der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier erwartet zur vierten Meisterschaft ein volles Starterfeld. Wer mitmachen will, sollte sich rechtzeitig anmelden. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Schockerturnier um „Luischen-Cup“

Die Würfelartisten können ihre Startplätze durch rechtzeitige Anmeldungen sichern – Die vierte Kaller Meisterschaft findet am 1. Dezember im Saal Gier statt – Auch der Nikolaus kommt

Kall – Im Saal Gier in Kall tanzen am 1. Dezember wieder die Würfel über die Spieltische. Der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier veranstaltet an diesem Freitag ab 19 Uhr die dritte Schocker-Meisterschaft um den Großen Preis der Gaststätte Gier und den Wanderpokal „Luischen Cup“. Auch bei der vierten Auflage der Meisterschaft, die diesmal als Nikolaus-Turnier mit Bescherung stattfindet, rechnet der Kaller Kneipen-Verein mit einem großen Starterfeld.

Spielleiter sind traditionell der Vorsitzende des Vereins, Uwe Schubinski, sowie Schriftführer Reiner Züll. Erfolgten bei den bisherigen Turnieren drei Durchgänge mit jeweils 15 Spielen, so werden wegen des Besuchs des Nikolauses drei Durchgänge mit nur jeweils zwölf Spielen angesetzt. Nach jedem Durchgang wird die Besetzung der Tische neu ausgelost.

Etwa drei Stunden lang werden die Würfelartisten im „Schockertempel“ bei Giers um „Schock aus“, „Straße“ oder „Drei Deutsche“ (General) kämpfen. Den Bestplatzierten winken Siegerpokale und Überraschungs-Preise. Zum dritten Mal geht es am 1. Dezember um den „Luischen-Cup“, der an die einstige Kultwirtin Luise Gier erinnert. Titelverteidiger ist der Vollemer Uwe Reifferscheidt. In der Damenwertung wird Nadja Sauerbier aus Kall-Anstois versuchen, ihren Titel zu verteidigen.

Die Zahl der Mitspieler wird wieder auf 48 begrenzt. Für die Teilnahme wird deshalb um eine rechtzeitige Voranmeldung gebeten. Interessenten können sich in der Gaststätte Gier in die Teilnehmerlisten einschreiben oder sich während der Öffnungszeiten der Gaststätte unter der Rufnummer 02441/4225 anmelden.

www.gaststaette-gier.de

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Kalls einstiger Kämmerer Ernst Schneiders (sitzend), hatte die drei Paare Margareta und Hans-Peter Dederichs (v.l.), Hildegard und Karl Backes sowie Marianne und Peter Wawer am 21. August 1967 getraut. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Drei Goldhochzeiten an einem Tag

Die Eheleute Dederichs, Wawer und Backes sowie der damalige Standesbeamte Ernst Schneiders erinnern sich – Jubeltag war bereits am 21. August

Kall – Die Stimmung ist ausgelassen: Bei einem Gläschen Sekt erzählen sich die sieben Herrschaften im Wohnzimmer von Margareta und Hans-Peter Dederichs in Kall eine Anekdote nach der anderen. Von Standesbeamten etwa, die damals bei Vermählungen vom Brautpaar ein Fläschchen in Ehren erhalten haben und diese dann im Büro vor den Kollegen verstecken mussten. Oder vom Mann, der mal eben in seiner Mittagspause seiner Frau das Jawort gegeben hat und anschließend mit den Worten „Bis heute Abend, Schatz“ wieder zur Arbeit gefahren ist.

Die sieben Menschen eint ein Datum: Am 21. August 1967 saßen sie alle im Standesamt im Kaller Rathaus. Sechs von ihnen paarweise vor dem Schreibtisch, hinter dem der siebte, Ernst Schneiders, Platz genommen hatte, um die Eheleute Dederichs, Marianne und Peter Wawer sowie Hildegard und Karl Backes zu vermählen.

Jüngst feierten die drei Paare also goldene Hochzeit. Zu allen erschien Kalls Ortsvorsteher Guido Keutgen, für den diese Dreifach-Goldhochzeit auch eine Premiere darstellte – und der besonders über die Tatsache überrascht war, dass sich der damalige Standesbeamte auch noch bester Gesundheit erfreute.

Dabei hat Ernst Schneiders diese Tätigkeit nur aushilfsweise ausgeführt. Eigentlich kümmerte er sich als Kämmerer im Rathaus um die Finanzen der Gemeinde und vertrat den Gemeindedirektor bei dessen Abwesenheit. „Aber ich brauchte auch mal ein wenig Abwechslung von den Zahlen“, erzählte ein gut gelaunter Schneiders nun beim Pressetermin im Haus der Dederichs. Der 86-Jährige, der 46 Jahre bei der Gemeinde Kall seinen Dienst verrichtet hat, vertrat deshalb den eigentlichen Standesbeamten Chrysantus Müller.

An diesem Montag im August 1967 waren es zunächst Margareta (heute 73) und Hans-Peter Dederichs (74), die vermählt wurden. Die beiden kannten sich zwar schon vorher, „gefunkt“, wie man es so schön nennt, hat es aber am Maifeiertag desselben Jahres. Schon im Juni wurde Verlobung gefeiert, zwei Monate später die Hochzeit. „Mein Hochzeitskleid habe ich zwei Wochen vor der kirchlichen Trauung in Euskirchen gekauft“, erinnert sich Margareta Dederichs. Ihr Mann, gebürtig aus Baden bei Wien, war einst der jüngste Metzgermeister des Kreises Schleiden, später hat er 30 Jahre lang die „Ihr Platz“-Filiale in Euskirchen geleitet.

Lokführer und Fahrgast

Das zweite Paar war Marianne (72) und Peter Wawer (77). Die beiden kannten sich zunächst nur vom Sehen, denn sie fuhr immer mit der „Flitsch“, die von Lokführer Peter Wawer gesteuert wurde. Freunde lockten ihn am 21. Februar in die Frittenbude von Anneliese Strunk, damit er seine zukünftige Frau kennenlernen konnte. Exakt ein halbes Jahr später waren die beiden verheiratet.

Ganz so eilig wie die beiden anderen Paare hatten es Hildegard und Karl Backes nicht. Sie hatten sich bereits an Weiberfastnacht 1965 kennengelernt, seit der Verabredung an Karnevalssonntag waren die beiden zusammen. Zweieinhalb Jahre später heirateten sie. Weil Hildegard mit 18 Jahren noch nicht volljährig war (damals war man das erst mit 21 Jahren), benötigte sie eine Genehmigung, um den drei Jahre älteren Karl, der Autoschlosser gelernt hat und später viele Jahre bei der KEV arbeitete, zu ehelichen.

Doch nicht nur den Hochzeitstag haben die drei Paare gemein, sondern auch die Anzahl der Nachkommen. „Wir haben ein Kind, alles Mädchen“, scherzt Peter Wawer, das gilt auch für die Eheleute Dederichs und Backes. Die Wawers sind auch Großeltern, sie haben eine elfjährige Enkelin. Tochter Kerstin ist übrigens bei den Kaller Jecken bekannt – sie ist als Kerstin I. noch amtierende Karnevalsprinzessin.

Nach dem Geheimnis gefragt, wie man fünf Jahrzehnte glücklich verheiratet bleibt, zitiert Peter Wawer feixend seinen Schwiegervater: „Wenn du das tust, was deine Frau will, klappt das.“ Marianne Wawer erklärt es dann ernst: „Man muss sich immer aussprechen.“ Dem stimmten auch die Eheleute Dederichs und Backes sowie Junggeselle Ernst Schneiders zu – und erzählten dann wieder ein paar lustige Anekdoten aus der Vergangenheit.

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Am Sonntag, 26. November, 10 Uhr, beginnt der Weihnachtsbasar der Sinne im Golbacher Bürgerhaus. Foto: Bürgerverein Golbach/pp/Agentur ProfiPress

Weihnachtsbasar der Sinne

Veranstaltung am Sonntag, 26. November, 10 Uhr, im Bürgerhaus Golbach – „Sing mit!“ mit dem Kapellenchor – Wintersuppe als Stärkung zu Mittag

Kall-Golbach – Sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen – darum geht es beim „Weihnachtsbasar der Sinne“, den der Bürgerverein Golbach am Sonntag, 26. November, ab 10 Uhr im geschmückten Spiegelsaal des Bürgerhauses veranstaltet. Dieser Weihnachtsbasar der besonderen Art findet zum zehnten Mal statt.

Mit allen Sinnen sollen die Besucher die ebenso wohltuende wie inspirierende Atmosphäre inmitten der liebevoll gestalteten Verkaufsstände spüren. Der Bürgerverein konnte dieses Jahr auch neue Aussteller gewinnen.

Mitten im Geschehen befindet sich auch das Basar-Café, in dem die Besucher den Trubel im Spiegelsaal beobachten können. Dort wird ab 12 Uhr eine leckere Wintersuppe angeboten. Natürlich gibt es auch Kaffee und Kuchen und für die Kinder Kakao.

Damit sollen auch die Stimmen geölt werden, die ab 16 Uhr benötigt werden. Der Kapellenchor Golbach präsentiert unter dem Titel „Sing mit!“ bekannte Advents- und Weihnachtslieder und lädt die Besucher zum Mitsingen ein.

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Die Musikkapelle Kall bringt am Samstag, 2. Dezember, 19.30 Uhr, in der Bürgerhalle bekannte Stücke aus Film und Musical zu Gehör. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Hollywood meets Broadway

Die Musikkapelle Kall tritt am Samstag, 2. Dezember, 19.30 Uhr, in der Bürgerhalle auf – Schirmherr ist die Gemeinde Kall

Kall – „Hollywood meets Broadway“ lautet der Titel des Konzerts der Musikkapelle Kall am Samstag, 2. Dezember, 19.30 Uhr, in der Bürgerhalle Kall. Nomen est omen: Die Musikkapelle präsentiert diesmal ausschließlich Stücke aus Filmen und Musicals.

Dirigent Peter Blum hat ein interessantes Programm zusammengestellt, das die Musiker um ihren Vorsitzenden Stefan Reinders seit Wochen einüben. Den letzten Feinschliff holen sie sich im November bei ihrem traditionellen Probenwochenende in Gerolstein. Am Konzertabend werden die Gäste John Williams‘ Musik der „Star Wars“-Saga und die unvergessenen Melodien Martin Böttchers aus den „Winnetou“-Filmen ebenso hören wie Klänge aus einem der berühmtesten Disney-Filme, dem „König der Löwen“.

Einige Jahrzehnte zurück geht es mit der Musik zur 1930 uraufgeführten Operette „Im weißen Rößl“ sowie dem Colonel-Bogey-March, der durch den Filmklassiker „Die Brücke am Kwai“ im Jahr 1957 bekannt wurde.

Zudem freuen sich die Musiker über Gäste auf der Bühne. Beim „König der Löwen“ wird das Orchester von der interkulturellen Trommel-Band „Kalimba“ unterstützt. Der Gruppe aus Kall gehören geflüchtete Menschen ebenso an wie Kaller. Leiter des Ensembles ist Reiner Klein, der die Musikschule Kalimba in Prüm betreibt. Ein weiterer Gast hat bereits bei früheren Konzerten der Musikkapelle mitgewirkt: Die aus Kall stammende Sängerin Eva Becker, die viel Erfahrung auf Bühnen im In- und Ausland gesammelt hat, singt „What a Feeling“ aus dem Film „Flashdance“.

Der Eintritt zum Konzert ist frei(willig), die Musiker freuen sich über eine Spende. Einlass in die Bürgerhalle (Auelstraße 49) ist ab 19 Uhr. Das Konzert steht unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Kall.

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Miteinander und Füreinander beim Patchworken: Irene Gerstenkorn (v.l.), Angelika Günter, Lia Zimmermann und Jutta Schumacher. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Quilte aus Kall und Französisch für alle

Das Netzwerk an Urft und Olef ist seit fünf Jahren in der Gemeinde aktiv – Miteinander und Füreinander im Vordergrund – Koordinatorin ist Corinne Rasky

Kall – Ich für mich, ich mit anderen für mich, ich mit anderen für andere, andere mit anderen für mich: Das sind die vier Grundsätze des Netzwerks an Urft und Olef. Vor sechseinhalb Jahren hat sich das Netzwerk gegründet, seit fünf Jahren ist es auch in Kall aktiv. Dabei wurde das Angebot in der Gemeinde immer mehr ausgebaut.

Ein perfektes Beispiel dafür, ist die Patchworkgruppe. Jeden ersten und dritten Montag treffen sich die Damen um 14.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Kall. „Seit zwei Jahren treffen wir uns alle sechs Wochen an einem Tag statt eines Montags ganztags in Schleiden, also von 11.30 bis 17 Uhr“, berichtet Jutta Schumacher, eine der Patchworkerinnen. Denn dann bekommen die Damen nicht nur mehr geschafft. Sie essen auch zusammen Mittag.

Spaß und Geselligkeit sind nämlich wichtige Säulen für das Netzwerk an Urft und Olef, dessen Konzept perfekt umgesetzt ist: Die Frauen tun etwas für sich – und das mit Gleichgesinnten, sie tun aber auch etwas für andere, denn die entstandenen Quilts und Steppdecken sind nicht nur für den Eigenbedarf und hängen an Wänden oder liegen auf Sofas, sondern werden verschenkt oder verkauft. So wirkt die Gruppe am zweiten Adventswochenende beim Weihnachtsmarkt in Schleiden mit, wo die selbst erstellten Produkte zum Angebot stehen.

Einen kurzen historischen Abriss über das Patchworken liefern die vier Damen, die an diesem Tag anwesend sind, gleich mit. Früher wurden Flicken und Stoffreste zusammengeschneidert zu Decken und ähnlichem. Heute ist das aber professionalisiert. Designer entwerfen Muster, diese Vorlagen werden in Zeitungen und Büchern abgedruckt. Den Stoff kann man selbstverständlich heute kaufen, niemand muss mehr auf kaputte Hemden und Hosen hoffen.

Französisch für Anfänger und Fortgeschrittene

Die Französisch-Gruppe ist ein weiterer Treffpunkt in Kall. Jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr trifft sie sich. Geleitet wird sie von Madame Annie Reisch und Bernd Kirfel. Sie ist Französin und stammt aus der Auvergné, er war mit einer Französin verheiratet. Die Gruppe ist ein wenig aufgeteilt: Von 9 bis 10 Uhr treffen sich die Anfänger. „Da kann jeder einfach vorbeikommen“, erzählt Kirfel. Anschließend treffen sich die Fortgeschrittenen zum Gespräch. Denn ein klassischer Unterricht wird nicht angeboten. Das will das Netzwerk an Urft und Olef auch gar nicht, denn eine Konkurrenz zu offiziellen Bildungsangeboten wie der Volkshochschule stellt es nicht dar.

Stattdessen stehen das Miteinander und das Füreinander im Vordergrund. 600 Menschen aus der Eifel und sogar aus Belgien sind im Netzwerk miteinander verbunden, rund 1000 Angebote finden das ganze Jahr über statt – und das politisch frei, religiös ungebunden und ohne Vereinsbeiträge oder Zwang. „Wir haben die Erfahrung gemacht: Je weniger man gebunden ist, desto bindungsstärker ist man“, berichtet Corinne Rasky, die das Netzwerk an Urft und Olef koordiniert.

Das bedeutet aber auch, dass das Netzwerk auf Spendengelder angewiesen ist. Unterstützt wird es vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen, der Stiftung EvA Gemünd, der evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal sowie von privaten Spendern.

Schnittstelle für die GenoEifel

Das Netzwerk ist auch eine wichtige Schnittstelle für die gemeinnützige GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft, deren Koordinatorin Corinne Rasky ebenfalls ist. „Die GenoEifel ist in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung des Netzwerks. Bei dieser Hilfe-Helfer-Plattform geht es um die gegenseitige Unterstützung im Alltag, um die Verbesserung der Qualität des Lebens im Alter und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Also um die vierte Stufe des Netzwerk-Konzepts: Wenn ich mal nicht mehr kann, tun andere für mich“, erzählt Rasky.

In der GenoEifel eG hilft man sich über die Generationen hinweg mit Fahrdiensten, kleinen Handreichungen im Haushalt, Hausmeistertätigkeiten, Hundesitting, dem Einsatz als Leih-Oma und vielem mehr. Die Helfer erhalten für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung. Viele Netzwerk-Teilnehmer sorgen heute schon vor, indem sie der Generationengenossenschaft beitreten und sich die Hilfen fürs Alter sichern. „Innerhalb des Netzwerks, aber auch darüber hinaus ist das Interesse an der GenoEifel eG dementsprechend groß“, erzählt Rasky.

In Kall gibt es übrigens noch viel mehr Angebote des Netzwerks an Urft und Olef, etwa die Gruppe „Starke Dialoge“, die sich literarischen Zwiegesprächen widmet und sie vorträgt. Dann finden gemeinsame Philharmonie- und Museumsbesuche statt, eine musikalische Gesprächsrunde zu klassischer Musik, eine Italienisch-Lerngruppe oder die Hunderunde, bei der die Teilnehmer mitsamt ihrer Vierbeiner an einer Wanderung mit anschließender Einkehr mitmachen. In Sistig sind durch die Kooperation mit den Bürgerwerkstätten des Quartiersmanagements des Kreises Euskirchen eine offene Singrunde, zwei Wandergruppen und eine Handarbeitsgruppe entstanden.

Das Netzwerk-Konzept, also das Miteinander von Gleichgesinnten, entstand bereits in den 80er-Jahren in den Städten. Erst nach und nach schwappte es auf das Land über. Wer mitmachen möchte, wird gebeten, sich bei Koordinatorin Corinne Rasky zu melden (0160/90952718 und geschützte E-Mail-Adresse als Grafik), das Netzwerks-Büro (Dreiborner Straße 10-12 in Gemünd) ist mittwochs von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

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Funktionäre der Kreisjägerschaft bringen zwischen Eiserfey und Dottel Wildreflektoren an einem Leitpfosten an, ganz rechts Rudi Mießeler, der Vorsitzende. Foto: Kreisjägerschaft/pp/Agentur ProfiPress

Vorsicht Wildunfälle!

Kreisjägerschaft warnt auch Kaller Autofahrer und mahnt zu erhöhter Aufmerksamkeit in den Morgen- und Abendstunden

 

Kall – „Ein Großteil der Wildunfälle passiert in den frühen Morgen- oder den Abendstunden, denn in der Dämmerung sind Reh, Wildschwein & Co besonders aktiv“, schreibt Reinhold Wannasek, der Pressesprecher der auch in der Gemeinde Kall vertretenen und aktiven Kreisjägerschaft. Vor allem Bereiche zwischen Waldgebieten und Feldern seien Unfallschwerpunkte.

 

„Ein Reh von 20 Kilo hat bei einer Geschwindigkeit des Fahrzeugs von 100 km/h ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne. Das kann lebensgefährlich sein, “ warnt Rudi Mießeler aus der Nachbarstadt Mechernich, der Vorsitzende der Jäger in Eifel und Börde.

 

Besondere Gefahrenbereiche seien durch Warnschilder „Achtung Wildwechsel“ gekennzeichnet. Wannasek: „Fuß vom Gas und besonders konzentriert fahren!“ Die Kreisjägerschaft habe an bekannten Wildwechseln blaue Warnreflektoren an Leitpfosten angebracht. Das Scheinwerferlicht der Autos werde in Richtung Wild reflektiert. Das soll abschreckend wirken – die Tiere warten ab oder brechen im günstigsten Fall den Wechsel über die Straße ab.

 

Treffe man als Autofahrer dennoch auf wechselndes Wild, solle man bremsen und das Lenkrad festhalten. Ruckartiges Ausweichen könne gefährlich sein, so Wannasek: „Es besteht die Gefahr, die Kontrolle zu verlieren.“ Sollte es zur Kollision kommen, sollte die Unfallstelle gesichert und die Polizei verständigt werden. Laut neuem Landesjagdgesetz droht sonst ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Weitere Informationen unter www.ljv-nrw.de

 

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Bei der Vorstellung der Bücher hörten Eltern und Kinder andächtig zu. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

1000 Euro für Kinderbücherei

Verein „Allianz für die Jugend“ machte es möglich – Freude in der Kita „St. Nikolaus – Das Miteinander von Kindern und Eltern wird gefördert – Keine Konkurrenz zur Gemeinde-Bibliothek

Kall – Es war ein großer Tag, dem die Kinder in der inklusiven Kindertagesstätte St. Nikolaus in Kall lange entgegengefiebert hatten. Im Beisein des Elternrates konnte jetzt im Kindergarten im Schatten der Pfarrkirche eine Kinderbücherei in Betrieb genommen werden. Dass die Kita, die unter der Trägerschaft der Caritas Lebenswelten steht, nun eine eigene Bücherei hat, ist dem gemeinnützigen Verein „Allianz für die Jugend e.V.“ zu verdanken, der in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen tätig ist.

1000 Euro hatte der Kaller Allianz-Generalvertreter Raphael Tümmler für die Anschaffung der Grundausstattung der Kita-Bücherei lockermachen können. Dabei war die Tatsache, dass seine Tochter die Kita St. Nikolaus besucht, nicht der einzige Grund, sich für die Förderung der Bücherei-Einrichtung starkzumachen. Die Allianz verstehe sich auch als regionaler Partner für direkte und effiziente Hilfe, so Tümmler.

Getragen wird die „Allianz für die Jugend“ durch Spenden der Allianz-Versicherung, deren Vertretungen sowie Mitarbeitern. Die können auch regionale Förderprojekte vorschlagen, denn sie sind schließlich diejenigen, die vor Ort erfahren, in welchen Einrichtungen Hilfe nötig ist und wo Projekte unterstützt werden können.

Bis vor zwei Jahren wurden ausschließlich sozial benachteiligte Jugendliche von dem gemeinnützigen Verein gefördert. Danach erweiterte er seine Zielgruppen und fördert nun auch Projekte für Kinder. Nach Rücksprache mit der Kita-Leiterin Heidi Zander reichte Raphael Tümmler deshalb im Sommer den Förderantrag für die Einrichtung der Bücherei ein. Schon bald kam aus Hamburg die Zusage, das Projekt „Kinderbücherei“ mit 1000 Euro zu fördern.

Über die Kaller Buchhandlung Pavlik habe man für das Geld eine größere Menge Bilderbücher erwerben können, berichtete Kita-Leiterin Heidi Zander bei der Eröffnung der Kinderbücherei, die keinesfalls als Konkurrenz für die Gemeindebücherei zu verstehen sei. In der inklusiven Kita würden auch Kinder mit Fluchterfahrungen oder Handicaps betreut, die kaum Zugang zu einer normalen Bücherei suchten. In der Kita könnten sich Kinder die Bücher mit nach Hause nehmen, die sie morgens in der Gruppe vorgelesen bekommen hätten.

Heidi Zander: „Wir fördern damit auch das Miteinander von Kindern und Eltern, die den Kindern aus den Bilderbüchern vorlesen.“ Der Elternrat sei von der Idee der Kinderbücherei begeistert gewesen. Und auch bei den Kindern sei die Freude groß gewesen. Beim Kauf der Bücher, die zwei Schränke füllen, habe man sich an den Altersgruppen und Bedürfnissen der Kinder orientiert, berichtete Heidi Zander.

Zum Start der Bücherei hatten sich die Kinder in der neu gestalteten Turnhalle der versammelt. Dort stellten Kita-Leiterin Heidi Zander und die Erzieherinnen Melanie Franke und Daniela Nelles die große Palette der Kinderbilderbücher vor. Vor Ort konnte sich auch Allianz-Vertreter Raphael Tümmler davon überzeugen, dass das Geld für die Einrichtung der Bibliothek und die Anschaffung der Kinderbücher gut angelegt worden ist.

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Die Chorgemeinschaft Allegro Vivace mit dem Sinfonischen Landesorchester NRW beim Festkonzert zum Eifeler Musikfest 2015 in der Basilika Steinfeld. Foto: Petra Grebe/pp/Agentur ProfiPress

Deutschland-Premiere in Steinfeld

Erstaufführung von Franz von Suppés Requiem-Oratorium am 5. November, 16 Uhr, in der Basilika – Allegro Vivace und Neue Philharmonie Westfalen als Mitwirkende

Kall-Steinfeld – Mehr als 150 Jahre war Franz von Suppés romantisches Requiem-Oratorium, ein Juwel der geistlichen Chormusik, verschollen. Am Sonntag, 5. November, ab 16 Uhr, werden die Chorgemeinschaft Allegro Vivace aus Bad Münstereifel, vier Solisten sowie das 42-köpfige Sinfonieorchester der Neuen Philharmonie Westfalen das Werk in der Basilika des Klosters Steinfeld aus der Versenkung heben.

Franz von Suppé (1819-1895) gilt als Vater der deutschen Operette und ist Komponist flotter Märsche und Walzer. Schon in jungen Jahren hat er zahlreiche kirchenmusikalische Werke geschrieben, darunter drei große Orchester-Messen. Das Requiem-Oratorium von 1855 mit dem Titel „Das Gericht der Toten“ stellt den Höhepunkt seines kirchenmusikalischen Schaffens dar.

In dramatischen Rezitativen und Chören wird das Szenario des Weltengerichts effektvoll in Musik gesetzt, in trostvollen Arien werden die „letzten Dinge“ besungen. Als Meditationsmusik über den Tod und das Jüngste Gericht spiegelt es die tief religiöse Intention des Komponisten wider: Suppé geht es mehr um die Hoffnung auf Auferstehung und Erlösung als um die ewige Verdammnis. Damit kommt er dem heutigen theologischen Verständnis erstaunlich nahe, welches das Wiedersehen in einer besseren Welt in den Mittelpunkt des Totengedenkens stellt.

Aufgeführt wird das Requiem-Oratorium für Soli, Chor und Orcehster in der deutschen Fassung von 1855, der Text stammt von Otto Prechtler. Als Solisten wirken Barbara Felicitas Marin (Sopran), Silke Hartstang (Alt), Michael Kurz (Tenor) sowie Timm de Jong (Bass) mit. Die Leitung hat Paul F. Irmen inne.

Karten kosten im Vorverkauf 22 Euro, an der Abendkasse 24 Euro. Schüler und Azubis bezahlen zwölf Euro, Kinder bis zwölf Jahren genießen freien Eintritt. Karten gibt es telefonisch unter 02253/545180 sowie per E-Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik. Vorverkaufsstellen sind die Buchhandlungen Mütters und Die Leserei in Bad Münstereifel sowie der Klosterladen in Steinfeld.

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Riesiges Interesse am Crosslaufen

Im Hermann-Josef-Haus in Urft fanden die fünften inklusiven Kreismeisterschaften der Schulen im Querfeldeinlaufen statt

Kall-Urft – Auf dem Gelände des Hermann-Josef-Hauses in Urft fanden jüngst die fünften inklusiven Kreismeisterschaften der Schulen im Querfeldeinlaufen statt. Eingeladen waren alle weiterführenden Schulen aus dem Kreis. Fast 150 Mädchen und Jungen fanden sich schließlich in Urft ein – viermal mehr, als im vergangenen Jahr. Das große Interesse stellte die Organisatoren vor einige Herausforderungen, denn eine solch große Läuferschar musste betreut und versorgt werden. Letztlich funktionierte aber alles reibungslos.

Die Rahmenbedingungen für den Crosslauf waren gut. Es war trocken, die Temperaturen waren mit etwas mehr als zehn Grad geradezu ideal zum Laufen. Der Strecken-Untergrund war zum Teil wetterbedingt feucht und daher vor allem auf den Wiesenabschnitten weich. Läufer, die mit Spikes angetreten waren, hatten deshalb insbesondere in den Kurven einen kleinen Vorteil gegenüber den „Turnschuhläufern“. Auf der anspruchsvollen Laufstrecke wurden die Kreismeister in neun Alterswertungen in zum Teil aufregenden Rennen ermittelt. Die abwechslungsreiche, mit einem kleinen Anstieg und einer Sandpassage versehene rund 700 Meter lange Rundstrecke verlangte den Jungen und Mädchen alles ab. Je nach Altersklasse musste die Strecke ein- bis viermal absolviert werden. Alle Schüler gaben ihr Bestes, einige stießen sichtlich an ihre Grenzen, da sie die schwere Strecke unterschätzten oder zu schnell anliefen.

Der inklusive Gedanke wurde bei diesen Crossläufen durch das positive gemeinsame Kräftemessen unter Wettkampfbedingungen umgesetzt. Speziell beim Querfeldeinlaufen kämpfen die Jugendlichen nicht nur gegen die konkurrierenden Läufer, sondern auch gegen ihren „inneren Schweinehund“. Geschieht das in einem fairen und ausgeglichenen Wettkampf, ist das für das Selbstbewusstsein und Miteinander der Schüler verschiedener Schulformen von großer Bedeutung. Die Unterschiede nach Schulformen existierten ohnehin nur auf dem Papier.

Dank der großzügigen Unterstützung des Spitzenleichtathletikvereins TV Wattenscheid 01, dem neuen Kooperationspartner der Schule im Hermann-Josef-Haus, durften sich die jeweils ersten Drei in jeder Altersklasse über tolle Sachpreise freuen. Die Siegerehrung wurde von Michaela Pursian, Schulrätin für Förderschulen und Vorsitzende für den Schulsport im Kreis Euskirchen, vorgenommen.

Teilgenommen haben neben den Gastgebern Schüler aus Euskirchen (Gesamtschule, Emil-Fischer-Gymnasium, Marienschule), der Realschule Blankenheim, der Gemeinschaftshauptschule Zülpich, des Hermann-Josef Kollegs aus Steinfeld, der Sankt-Nikolaus-Schule aus Kall sowie eine Schülerin des Clara-Fey-Gymnasiums aus Schleiden.

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Anlässlich des Erntedankfestes in Rupperath nahmen Kathi und Willi Greuel den Scheck über 725 Euro entgegen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Open-Air-Oldienacht geplant

Die Hilfsgruppe Eifel will neue Wege gehen – Familienfest findet im Juni wieder in Urft statt – Mit dem Kreis Euskirchen wurden Lösungen für Parkplatz-Probleme gesucht – Autoscheiben für die Kinderkrebshilfe gewaschen – Spende von der Gewerkschaft

Kall/Roggendorf – Bei den letzten beiden Zusammenkünften der Mitglieder der Kaller Hilfsgruppe Eifel zog deren Vorsitzender Willi Greuel eine positive Spendenbilanz. In den ersten neun Monaten des Jahres seien rund 204.000 Euro auf die Konten des Förderkreises geflossen. Die Ausgaben in diesem Zeitraum seien mit rund 200.000 fast gleich hoch gewesen.

Weitere Großveranstaltungen, deren Erlöse an die Hilfsgruppe gehen, stünden bevor, sodass der Verein allen Verpflichtungen nachkommen könne. Auch die Mitglieder der Hilfsgruppe selbst seien Finanzierungs-Garanten. Sie hätten für dieses Jahr 15.716 Euro an Mitgliedsbeiträgen bezahlt.

Wie Willi Greuel berichtete, sei das Oktoberfest des Schmalzler-Fanclubs aus Lorbach zugunsten der Hilfsgruppe ein toller Erfolg gewesen. Man müsse den Organisatoren mehr als dankbar sein. Im nächsten Jahr finde das Oktoberfest zum zehnten Mal statt. Auch das Familienfest bei der Firma Brucker in Kall sei von vielen Menschen besucht worden.

Greuel kündigte an, dass das Familienfest, das in diesem Jahr erstmals auf dem Gelände des Jugendgästehauses Dalbenden stattgefunden hat, im nächsten Jahr am Sonntag, 24. Juni, wiederholt werde. Es sei geplant, zwei Tage zuvor, am Freitag, 22. Juni, eine Open-Air-Oldienacht zu veranstalten. Mit dem Kreis Euskirchen habe man bereits eine Lösung wegen der Bereitstellung von Parkmöglichkeiten gefunden.

Der Vorsitzende berichtete von einem großen Sommerfest, dass die Kommerner Firma Glasmacher & Söhne in diesem Jahr für die Hilfsgruppe veranstaltet habe. Letztes Jahr sei der Erlös an die Kommerner Flutopfer-Hilfe gegangen. Den ganzen Tag über habe auf dem Firmengelände ein buntes Unterhaltungsprogramm stattgefunden. Zahlreiche andere Firmen hätten sich als Sponsor betätigt. Die Glasmacher-Belegschaft hatte ihr ganzes Trinkgeld in Höhe von 200 Euro ebenfalls in den Spendentopf gesteckt.

Einen Erlös von 3125 Euro überreichte Firmenchef Manfred Glasmacher an Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel. Im nächsten Jahr, so Glasmacher, feiere die Firma mit dem sechsten Sommerfest ihr 40-jähriges Bestehen. Auch dieser Erlös soll dann der Hilfsgruppe zufließen. 2000 Euro bekam die Hilfsgruppe von der Kommerner Autovermietung Weber, die ein Wohnzimmerkonzert von Brings ersteigert hatte. Den Erlös des Konzertes spendete Willi Weber nun der Hilfsgruppe. Die Sparda-Bank Euskirchen übergab der Hilfsgruppe 2500 Euro, von der VR-Bank Nordeifel habe die Hilfsgruppe 1000 Euro bekommen.

Den Mitgliedern der Hilfsgruppe berichtete Willi Greuel von weiteren Spenden: Eine Geldstrafe in Höhe von 2000 musste ein Mann an die Hilfsgruppe überwiesen, das Bonner Landgericht hatte ihn dazu verdonnert. Das Konzert der Beatles Forever Band zugunsten der Hilfsgruppe auf dem Dach des Kaufhofs in Euskirchen, so Greuel, habe einen Erlös von 2355 Euro erbracht. Die Bundeswehr Mechernich habe dem Verein 500 Euro zukommen lassen.

Mehrere Geburtstagskinder hätten anlässlich ihrer privaten Feiern auf Geschenke verzichtet und dafür um Spenden für die Kinderkrebshilfe gebeten. Diese Geburtstags- oder Jubiläumsspenden hätten mit mehreren Tausend Euro zu Buche geschlagen. 750 Euro spendete die Mechernicher Firma Mcchip-dkr GmbH & Co. KG, die anlässlich ihres Sommerfestes eine Tombola zugunsten der Hilfsgruppe Eifel veranstaltet hatte. Der Kulturkreis Strempt überwies 590 Euro auf das Hilfsgruppen-Konto. 550 Euro spendete Daniel Aigner vom Euskirchener Sportgeschäft „Runners Point“.  

Der Club der Köche Nordeifel und die VSR-Sektion hatten 460 Euro überwiesen, die bei einer Aktion anlässlich der Lehrlingslossprechung in Vettweiß-Disternich zusammen gekommen waren. Und auch das Wirtschaftsgymnasium des Berufskollegs Kall überwies der Hilfsgruppe einen Spendenbetrag von 260 Euro. Die Vorschuldrachen der Kita Bergweiler bei Wittlich überwiesen 150 Euro, den gleichen Betrag spendete die Katholische Frauengemeinschaft aus Bad Münstereifel. Auch eine Gruppe Kevelaer-Wallfahrer ließ der Kaller Kinderkrebshilfe 100 Euro zukommen. Nachdem sich der Jugendclub Wahlen aufgelöst hat, spendeten die Jugendlichen das restliche Clubvermögen von 661 Euro an die Hilfsgruppe.

Eine Spende von 950 Euro bekam die Hilfsgruppe von der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg-Kreis. Die Gewerkschaft hatte im Januar und Februar eine bundesweite Beschäftigungsbefragung durchgeführt und für jeden ausgefüllten Fragebogen einen Euro für soziale Projekte in den jeweiligen Regionen gespendet. Der Ortsvorstand der Gewerkschaft entschied sich, das Geld an die Hilfsgruppe Eifel zu spenden.

Über eine spezielle wie auch traditionelle Spendenaktion von Jugendlichen aus Rupperath berichtete Willi Greuel. Jungen und Mädchen der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) St. Peter hätten auch in diesem Jahr in Bad Münstereifel eine Auto-Waschaktion veranstaltet. Dabei wurden die Scheiben der Fahrzeuge auf dem Rewe-Parkplatz und an der angrenzenden Tankstelle Ferber von den Jugendlichen geputzt. Die zwölf „Aktivisten“ und deren Leiter baten die Fahrer, unter dem Motto „Kleine Spende klare Sicht“ um eine Spende für die Hilfsgruppe Eifel. Greuel: „Die KJG führt diese Aktion jährlich durch, wobei sie kräftig von der Crew der Tankstelle Ferber unterstützt wird.“ 725 Euro Spenden seien dabei zusammengekommen. Beim Erntedankfest Anfang Oktober in Rupperath habe er das Geld von den Jugendlichen im Beisein von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian offiziell überreicht bekommen, berichtete Greuel.

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DJ Sebastian legt bei der ersten Kaller Schlagernacht im Saal Gier auf. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Oktoberfest folgt Schlagernacht

DJ Sebastian legt am Freitag, 27. Oktober, ab 20 Uhr in Saal Gier auf – Vorsitzender Schubinski: „Kaller haben gezeigt, dass Jung und Alt zusammen feiern können“ –Eintritt frei

Kall – Nachdem das erste Kaller Oktoberfest am zweiten Oktober-Samstag im Saal Gier in Kall ein toller Erfolg war, legt der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier mit einer weiteren Premiere nach. Am Freitag, 27. Oktober, ab 20 Uhr startet im Gasthaus Gier die erste Kaller Schlagernacht mit DJ Sebastian.

„Das Oktoberfest hat gezeigt, dass in Kall Alt und Jung Spaß daran haben, gemeinsam zu feiern“, freut sich der Vorsitzende des Kaller Kneipen-Vereins, Uwe Schubinski. Deshalb sei man bei der Programm-Gestaltung bestrebt, Veranstaltungen anzubieten, an denen sowohl die ältere als auch die jüngere Generation Gefallen finde.

Um bei der Schlagernacht am 27. Oktober dem Musikgeschmack aller Besucher gerecht zu werden, können Jung und Alt ihre Wünsche äußern. Egal ob 60er- oder 70er-Jahre, ob Musik aus den letzten zwei Jahrzehnten oder aus der aktuellen Schlagerszene, DJ Sebastian hat alle Hits auf Lager.

Der Eintritt zur Schlagernacht in Kall ist frei. Wie alle Gewinne aus dem seit zwei Jahren vom Verein getragenen Wirtschaftsbetrieb wird auch der Erlös der ersten Kaller Schlagernacht für den Erhalt des denkmalgeschützten Hauses verwendet.

Weitere Veranstaltungen im Saal Gier sind die Eröffnung der Karnevals-Session mit Entertainer Julian Heldt am Samstag, 11. November, die vierte Kaller Schockermeisterschaft am Freitag, 1. Dezember, und der erste Weihnachtsmarkt am Sonntag, 10. Dezember.

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Die einzelnen Ortschaften der Gemeinde Kall sind sehr unterschiedlich strukturiert und bieten daher auch individuelles Entwicklungspotenzial. Foto: Felix Lang/pp/Agentur ProfiPress

Konzepte gegen den Leerstand

Arbeitsgruppe widmet sich seit Anfang des Jahres der Bekämpfung leerer Gebäude – Fachvortrag von Andreas Homburg, Wirtschaftsförderer aus Hiddenhausen

Kall – Was können wir gegen den Leerstand in den Ortschaften tun? Zwar ist die Situation aktuell nicht prekär. Aber durch den demografischen Wandel und der damit einhergehenden Überalterung der Bevölkerung sowie der Tatsache, dass Familien, bedingt durch die Änderungen in der Arbeitswelt, oft nicht über mehrere Generationen hinweg in einem Ort leben, gilt es, in manchen Dörfern genauer hinzuschauen. „Man muss sich fragen: Wo leben Senioren allein, wo leben die Kinder?“, stellt Grünen-Fraktionschef Ekkehard Fiebrich die richtungsweisenden Fragen und ergänzt für seinen Wohnort Sistig: „Da könnten in ein paar Jahren zahlreiche Häuser leer stehen.“

Damit so etwas nicht passiert, wurde im Jahr 2016 die Arbeitsgruppe (AG) Leerstand ins Leben gerufen, die sich aus jeweils zwei Mitgliedern aus jeder der vier Ratsfraktionen zusammensetzt, zur Leiterin der Arbeitsgruppe wurde Petra Mey berufen. In einem ersten Schritt ließ die Gemeinde die Leerstände in den Ortsteilen durch die Ortsvorsteher ermitteln. Anfang 2017 tagte die AG erstmals. Ihr Ziel kann man kurz und knapp mit „Leerstand beheben“ beschreiben. Im Idealfall erfolgt sogar eine Belebung der Orte.

Stand Mitte 2016 gab es im gesamten Kaller Gemeindegebiet 72 Leerstände. 18 allein in Kall (was aber einer Leerstandsquote von nur 1,26 Prozent entspricht), jeweils einen in Anstois, Benenberg, Gillenberg und Rüth. Relativ gesehen gibt es in Dottel den meisten Leerstand (6,12 Prozent/vier Häuser), in Sötenich den geringsten (0,76 Prozent/zwei Häuser).

In Sachen Wohnraummanagement muss die AG Leerstand das Rad aber nicht neu erfinden. Stattdessen haben die Verantwortlichen über den Tellerrand geblickt und nach bereits erfolgreichen Projekten Ausschau gehalten. Fündig geworden sind sie in Hiddenhausen, einer Gemeinde im ostwestfälischen Kreis Herford. Deren Wirtschaftsförderer und Amtsleiter Gemeindeentwicklung, Andreas Homburg, gab bei der jüngsten Sitzung der AG Leerstand Einblicke in das 2007 gestartete und mehrfach prämierte Konzept „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser“.

Wie auch in Kall erfolgte in Hiddenhausen zunächst eine Bestandsanalyse: Wie viele Leerstände haben wir, wo droht Leerstand? Wichtig auch: Die Gemeinde beschloss, keine Neubaugebiete mehr auszuweisen, sondern Altbauten (per Hiddenhausener Definition älter als 25 Jahre) zu veräußern. „Diese Altbaugebiete sind oft näher an der Infrastruktur, haben charmante Gärten und bieten eine gewachsene Nachbarschaft“, zählt Homburg die Vorteile auf. Dabei trat Hiddenhausen nicht selbst als Vermittler auf, sondern arbeitet eng mit Immobilienmaklern zusammen.

Finanzielle Anreize schaffen

Doch die Gemeinde bot Kaufinteressenten auch finanzielle Anreize in Form von kommunalen Förderungen. Wer ein Altbau-Gutachten in Auftrag gab, erhielt dafür einen Grundbetrag von 600 Euro sowie 300 Euro pro vorhandenem Kind, maximal aber 1500 Euro. Beim Erwerb eines Altbaus gab es über einen Zeitraum von sechs Jahren die gleiche Maximalsumme – und zwar pro Jahr. Insgesamt 45 Gutachten und 455 Käufe wurden so in den vergangenen zehn Jahren gefördert, 846 Erwachsene und 515 Kinder leben in den veräußerten Altbauten.

Seit 2010 zählt die Gemeinde mehr Zuzüge als Fortgänge. Das geht natürlich auch ins Geld: Betrugen die ausgezahlten Fördermittel im ersten Jahr noch 20.000 Euro, stieg die Summe zunächst jährlich um 30.000 Euro an und liegt nach einem großen Sprung seit 2014 konstant bei 270.000 Euro jährlich. Etwa drei Viertel dieser Summe kommt durch Schlüsselzuweisungen aber wieder rein. „Für Hiddenhausen hatte das Projekt gleich drei Vorteile: Die jungen Leute kaufen Altbauten, der Immobilienwert blieb stabil und die Gemeinde blieb jung“, formuliert es Homburg.

Durch die Bank erhielt Homburgs Vortrag Zustimmung. „Das ist der richtige Ansatz, wir werden vieles als Grundlage mitnehmen“, meinte Ekkehard Fiebrich. Erhard Sohn (SPD) sah „gute Denkansätze“, fordert von der Verwaltung aber noch mehr statistische Daten zu den einzelnen Orten. Sein Parteifreund Emmanuel Kunz missfällt an dem Konzept allerdings die kategorische Absage an Neubaugebiete. Ihm stimmte Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser (CDU), der an der Sitzung der AG Leerstand teilnahm, zu: „Der gute Mix macht’s.“

Klar ist den Kaller Politikern aber auch, dass eine Umsetzung mit Kosten verbunden ist. „Die Gemeinde Hiddenhausen ist offensichtlich mutiger, wenn sie so viel Geld in die Hand nimmt“, meinte Bernd Klinkhammer (FDP). Für Ekkehard Fiebrich sollte die Erarbeitung des Konzepts im Vordergrund stehen, nicht die finanzielle Frage. Und das Gemeindeoberhaupt Esser ist sich sicher: „Wir werden zuerst einmal Geld in die Hand nehmen müssen.“

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Eine Spende von 8000 Euro überbrachte Weltrekordler Michael Schlögel (Mitte) als Erlös aus der Aktion „Stark für Kinder“. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Spenden für Hilfsgruppe sprudelten

Bei der Gewerbeschau nahm Willi Greuel mehrere dicke Schecks entgegen – Rad-Rennsportler legten sich für die Kinderkrebshilfe ins Zeug – 1111,11 Euro vom zukünftigen Bürgermeister

Kall – Beim Familiensonntag anlässlich der Kaller Gewerbeschau auf dem Festplatz bei Möbel Brucker nahm Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel am Nachmittag zwei dicke Spendenschecks entgegen. Mit Aktionen wie „Stark für Kinder“ oder „1 für 1000“ hatten sich Sportler für die Kaller Hilfsgruppe ins Zeug gelegt und dabei annähernd 20.000 Euro erzielt. Bereits am Tag zuvor hatte der zukünftige Kaller Bürgermeister Hermann Josef Esser einen Spendenscheck an Greuel übergeben.

Weltrekordler Michael Schlögel, der kürzlich knapp gescheitert war, innerhalb seiner Aktion „Stark für Kinder“ seinen eigenen Weltrekord im Schrägbankdrücken zu brechen, überreichte einen Scheck über 8.000 Euro. Schon im Vorfeld des Wettbewerbs hatte Schlögel Armbänder verkauft und mehrere Sponsoren als Unterstützter gewinnen können. Zur Scheckübergabe wurde Schlögel von seinem Trainer Axel Preusse und einer Gruppe Kinder begleitet.  

Wenn auch der neuerliche Weltrekordversuch gescheitert ist, wird Michael Schlögel nicht aufgeben. Für das nächste Jahr plant er eine noch spektakulärere Aktion, bei der er 24 Stunden lang Gewichte auf der Schrägbank drücken will. Als möglicher Veranstaltungsort hat der Athlet aus Euskirchen das Möbelhaus Brucker in Kall ins Auge gefasst. Erste Vorgespräche sollen schon bald stattfinden.

Spektakulär war auch die Aktion „1 für 1000“, welche die Radsportgemeinschaft „Ledschends“ (Rad-/Motorsport-Legenden) während des 24-Stunden-Radrennens „Rad am Ring“ am Nürburgring für die Hilfsgruppe gestartet hatte. Den Reinerlös von 11.185,14 Euro überbrachte der Gründer der Radsportgruppe, Sascha Poth aus Engelgau. 

Wie Poth berichtete, habe sich die Gruppe mit einigen Radsportlern aus dem Kreis Euskirchen (unter anderem Dominic Aigner) 2013 zusammengefunden, um mit Höchstleistungen Spenden für wohltätige Zwecke einzunehmen. Bei den bisherigen 24-Stunden-Rennen am Nürburgring habe man in den vier Jahren rund 60 Fahrer aus Deutschland, Österreich, Neuseeland und Hawaii am Start gehabt, die bisher immer sehr erfolgreich abgeschnitten haben, viele Siege und Podiumsplätze erzielten. Dabei wurde von der Non-Profit-Gruppe ein Gesamtvolumen von rund 70.000 Euro erwirtschaftet – diesmal zugunsten der Hilfsgruppe. Das Team sei von einigen Sponsoren wie zum Beispiel der Firmen Mini-Autohaus Rolf Horn aus Euskirchen und Trivago großzügig unterstützt worden. Unterstützung für die gute Sache sei immer willkommen und wer helfen möchte, könne sich per Mail (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) bei den Radsportlern melden.

Dass die Truppe um Sascha Poth so erfolgreich ist, verwundert nicht, wenn man weiß, dass bei den „Ledschends“ auch Radrenn-Profis wie die Tour-de-France-Teilnehmer Christian Knees, Paul Voß oder der mehrfache deutsche Mountainbike-Meister Karl Platt in die Pedale treten. 

Schon am Vorabend beim Kölschen Liederabend hatte Willi Greuel einen Spendenscheck vom zukünftigen Kaller Bürgermeister Hermann Josef Esser bekommen. Der hatte während seiner Bewerbertour „Auf ein Wort…“ an zehn Versammlungsorten Spendendosen für die Hilfsgruppe aufgestellt und mehr als 1000 Euro gesammelt. Anlässlich des karnevalistischen Abends in Kall stockte er die Summe auf den närrischen Betrag von 1111,11 Euro auf.

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Mit der Überreichung des 12.000-Euro-Schecks an den Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel fiel im Kaller Rewe-Center der Startschuss zur großen Weihnachtstombola. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Wieder tolle Preise zu gewinnen

Mit der Übergabe eines Spendenschecks fiel der Startschuss zur Weihnachtstombola im Rewe-Center – Nach 20 Jahren schon mehr als 200.000 Euro für die Kinderkrebshilfe erzielt

Kall – Seit mehreren Jahren ist es guter Brauch, dass zur Kaller Herbstschau im Rewe-Center an der Bahnhofstraße der Startschuss zur großen Weihnachts-Tombola zugunsten der Hilfsgruppe Eifel fällt. Auch in diesem Jahr wurde der Losverkauf mit der Übergabe des Spendenschecks mit dem Erlös des vergangenen Jahres offiziell eröffnet, obwohl die ersten Lose schon unters Volk gebracht waren.

12.000 Euro stand auf dem großen Scheck, der Willi Greuel, der Vorsitzende der Kaller Kinderkrebshilfe, von den Mitarbeitern des Rewe-Centers überreicht bekam. Das von Marktmanager Rudi Hannes geleitete Rewe-Kaufhaus zählt zu den ältesten und treuesten Unterstützern der Hilfsgruppe.

Durch die bisherigen Tombola-Aktionen, die inzwischen eine mehr als 20-jährige Tradition haben, flossen über 200.000 Euro auf das Konto der Kinderkrebshilfe. Bis zur Gewinnziehung vor dem Nikolausfest haben Kunden des Marktes die Gelegenheit, mit dem Einsatz eines Euros einen der vielen tollen Preise zu gewinnen. Die Tombola wird auch von Kaller Gewerbetreibenden unterstützt, die Preise zur Verfügung stellten. Hauptpreis ist ein Möbelgutschein der Firma Brucker im Wert von 1000 Euro.  

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Norbert Scheuer las am Mittwochabend im Rahmen der „Lit.Eifel 2017“ in der Eifel-Film-Bühne Hillesheim aus seinem jüngsten Roman „Am Grund des Universums“. Foto: Sarah Winter/pp/Agentur ProfiPress

Brillanter Erzähler

Lit.Eifel-Lesung im Hillesheimer Kulturkino: Bekannter Kaller Schriftsteller Norbert Scheuer öffnete eine neue Schublade seines schriftstellerischen Handwerkskastens – Roman „Am Grund des Universums“ vorgestellt mit Musik des Duos Susanne Riemer/Wilhelm Geschwind und mit Mundartrezitation von Manni Lang

Kall/Hillesheim – Norbert Scheuers neuen brillant erzählten Roman „Am Grund des Universums“ stellte die Lit.Eifel 2017 am Mittwochabend im passenden Ambiente der Eifel-Film-Bühne Hillesheim vor. Eine Besucherin schwärmte nachher: „Es war tatsächlich wie im Kino. Scheuer las und man hatte die Bilder, die er mit seiner Sprache malte, lebhaft vor Augen.“

Am Gelingen des atmosphärisch wunderschönen Abends hatte das Duo Susanne Riemer/Wilhelm Geschwind (Brühl/Kall) mit seinen Eigenkompositionen – zum Teil Vertonungen von Scheuers Gedichten – lebhaften Anteil. Der auch für die Gemeinde Kall jlournalistisch tätige Moderator Manfred Lang, der den Abend als Programmbeiratsmitglied für die Lit.Eifel 2017 eröffnete, erwies sich als hervorragender Rezitator der Eifeler Mundartpassagen in Scheuers Roman und als gut aufgelegter Interviewpartner.

Er verglich den mehrfach mit renommierten Literaturpreisen ausgezeichneten Autor aus Kall-Keldenich mit dem amerikanischen Literaturnobelpreisträger William Faulkner. Dessen berühmter Satz „Das Vergangene ist nie tot – es ist nicht einmal vergangen . . .“ sei wie eine Kurzcharakteristik von Scheuers neuem Roman.

 

Beziehungsgeflecht zieht

sich durch mehrere Romane

 

Der schreibe nicht ein Buch nach dem anderen, sondern stelle Beziehungsgeflechte her, die sich in Echtzeit durch die bislang letzten 20 Jahre und schriftstellerisch durch Scheuers jüngste Romane „Überm Rauschen“, „Peehs Liebe“, „Die Sprache der Vögel“ und jetzt „Am Grund des Universums“ ziehen, hieß es in der Gesprächsrunde im Hillesheimer Kulturkino mit rund 30 erkennbar stark interessierten und auch faszinierten Besuchern.

Wenn der eher stille zurückhaltende Scheuer las, war es, als hielten die Leute den Atem an. Höhepunkt der Lit.Eifel-Dichterlesung war seine von Susanne Riemer und Wilhelm Geschwind improvisatorisch musikalisch untermalte Aufzählung jener Gegenstände, die auf dem Grund des abgelassenen Stausees gefunden werden und die sich wie Mosaiksteine zu einem Bild verflossener Ereignisse, Menschen und Mythen formen.

Im neuen Roman geht es um Träume und Legenden und ebenso um die Realität des Kaller Supermarktcafés wie der philosophischen Erkenntnis, dass sich die Wahrheit dieser Welt nicht unbedingt in der unendlichen Weite des Alls, sondern ganz nah, in uns selbst, in Kall, auf dem Grund eines abgelassenen Eifelstausees finden lässt.

Eine Talsperre soll saniert werden, der Tourismus in Kall und Umgebung angekurbelt, was beides misslingt. Das ist die offenkundige Rahmenhandlung. Um sie herum ranken sich viele andere Lebenslinien und Geschichten: eine zentrale, zwei romantische und mehrere erotische Liebesgeschichten, die Erzählung vom legendären Lohngeldraub im Bleibergwerk, dem Betrug zweier potenzieller Baulöwen und Spekulanten, einem unterirdisch vermuteten Silberschatz, einer Reise mit dem Faltboot über den Atlantik oder in einem selbstgebauten Raumschiff ans Ende des Universums.

 

„Grauköpfe“ tun nichts

und wissen alles (besser)

 

Der vielfach ausgezeichnete und diesmal mit „Am Grund des Universums“ für den renommierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis nominierte Romancier aus Keldenich schaltet mit erzählerischer Leichtigkeit zwischen allen Akteuren, Wirrungen und Irrungen, auch von der ganz konkreten in die Phantasie- und Traumwelt.

Umschaltebene zwischen den einzelnen Kapiteln ist jeweils die Cafeteria am Kaller Supermarkt, in der der Schriftsteller auch im richtigen Leben öfter anzutreffen ist und wo er sich offensichtlich Inspiration und Tipps aus dem so genannten richtigen Leben raus hört und anguckt.

Scheuers Informanten sind Männer seines Alters und älter, die als „Grauköpfe“ im Roman ständig präsent sind, allerdings selbst kaum agieren, scheinbar nicht mehr am richtigen Leben teilnehmen, aber über alles und jedes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Bescheid zu wissen glauben. Sie geben gleichsam Zwischengas, wenn Scheuer zwischen den jeweils nur wenige Seiten langen Kapiteln der literarischen Erzählebenen umschaltet.

 „Scheuer schreibt diesmal mit dem ungeheuren Tempo großer Erzähler, seine Sprache und seine Akteure sind ständig in Bewegung, auch wenn scheinbar »nichts« passiert in der Rahmenhandlung“, so der Moderator. Norbert Scheuer komme aus der Lyrik, sei beim Roman hängen geblieben, allerdings mit einer sehr lyrischen Denk- und Ausdruckswelt, habe er bis jetzt gedacht, nun öffne der „Eifel-Faulkner“ eine neue Schublade in seinem schriftstellerischen Werkzeugschrank.

 

Unsentimental, ohne Klischees,

so wie im richtigen Leben

 

Das sei keine „hingetupfte Prosa“, wie ein Kritiker schrieb, sondern nicht knallhart und nicht weichgespült erzählte Wirklichkeit des wirklichen Lebens, frei von jeglichen Sentimentalitäten und Klischees des so genannten Landlebens. Lang: „Norbert Scheuer schreibt, wie et öss…“ Was immer und überall auf der Welt passiert, sei auch in Kall passiert.

Offen gab Norbert Scheuer dem Publikum Einblick in seine Denk- und Schaffensweise, die Absichtslosigkeit seiner gleichwohl auf vielen Ebenen parallel fließenden Erzählstränge und seine weitgehende Nichtbeteiligung an Interpretationsversuchen. So wie der Autor verschiedenes und sehr unterschiedliches in den Roman einfließen lasse, lese der Leser sehr individuell seine Sichtweisen heraus. Ein in beiden Richtungen stattfindender kreativer Prozess.

Norbert Scheuer beschreibt es so: „Es wäre schwer, einen Roman als Konzept vorzulegen, es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, die man verfolgen könnte. Da baut sich ein Stück auf dem anderen auf und verzahnt sich, das lässt sich nicht konstruieren. Dass am Ende etwas rauskommt, was rund und stimmig ist, ist das Glück des Schreibenden, vielleicht vergleichbar mit Musik oder Gedichten.“ Somit gestattet sich Scheuer in dieser Zeit eine „Phase des hemmungslosen «Drauflos Schreibens»“, um zum Ende hin den Inhalt von 1000 Seiten auf überschaubare und verkäufliche 250 Seiten zu bringen.

Lang nannte Scheuers neuen Roman ein Plädoyer für das Unvollkommene und Unvollendete. Er habe sich in Scheuers Roman und seinen zum Teil ja aus den vorangegangenen Büchern Bekannten gut aufgehoben und geborgen gefühlt. Ein Zeichen, dass der Autor auch auf der emotionalen Ebene ein sehr realistisches Bild von dem entworfen habe, was dem Wort „Heimat“ nahekomme. Scheuers neuer Roman sei ein „spannender Versuch, die Entzauberung der Welt rückgängig zu machen.“

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Im Rahmen der Interkulturellen Woche im Kreis Euskirchen hatten die Kaller zu einer interreligiösen Andacht in die Pfarrkirche St. Nikolaus eingeladen. Es sprachen der katholische Pfarrer Hans-Joachim Hellwig (v.l.), Scheikh Hassan Dyck von der Osmanischen Herberge in Sötenich, der evangelische Pfarrer Christoph Ude. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Schulter an Schulter für den Frieden

Interreligiöse Andacht in Kall im Rahmen der Interkulturellen Woche im Kreis Euskirchen

Kall – Schulter an Schulter sitzen Menschen unterschiedlicher Religionen in den Kirchenbänken. „Die Interreligiöse Andacht, zu der wir uns versammelt haben, steht unter dem Leitwort Frieden, Shalom, Salam, Pax, Peace“, sagte der katholische Pfarrer Hans-Joachim Hellwig. Dann setzt indianische Flötenmusik ein.

Es ist „Interkulturelle Woche“ im Kreis Euskirchen – und Kall beteiligt sich auf Einladung der Flüchtlingshilfe gleich mit mehreren Konfessionen. In der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus sprechen neben Pfarrer Hellwig auch der evangelische Pfarrer Christoph Ude, Scheikh Hassan Dyck von der Osmanischen Herberge in Sötenich sowie Esther Lorrig von der Freien Christengemeinde Kall.

Wie kann man Frieden auf der Welt schaffen? Wie kann jeder seinen Teil dazu beitragen? Das waren die großen Fragen des Abends. „Wir haben uns als interreligiöse Gebetsgemeinschaft versammelt, um das Bewusstsein für Frieden zu vertiefen, um uns abzuwenden von allem, was dem Frieden schadet, und um uns zu öffnen für alles was dem Frieden dient“, so Pfarrer Hellwig. Er brachte das „Gebet der Vereinten Nationen“ ein. Das handelt davon, die Erde zu einem Planeten zu machen, auf dem die Menschen „nicht von Kriegen gepeinigt, nicht von Hunger und Furcht gequält und nicht zerrissen werden in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung“. Leicht – so Hellwig – sei das aber nicht.

Doch die Sehnsucht des Menschen, in Frieden leben zu können, sei groß, so der katholische Geistliche. „Frieden ist mehr als nur das Schweigen der Waffen“, so Hellwig. Frieden gebe es nur, wenn die Menschen ins Lot kommen – im Verhältnis zur Natur, zu den Nächsten, zu sich selber und nicht zuletzt zu Gott. Frieden sei Grundlage für eine gerechte und gute Zukunft. Jeder müsse Verantwortung übernehmen – ungeachtet seiner Kultur und Konfession.

Eine flammende Rede hielt auch Scheikh Hassan Dyck von der Osmanischen Herberge in Sötenich. Viel habe die Welt schon über den Frieden gesprochen, sagte er: „Aber was man geschaffen hat, ist Unfrieden. Es blüht der Krieg, es blüht der Hass, es blüht der Neid, es blüht die Ich-Sucht, es blüht der Geiz, es blüht die Angst“, rief er in das Rund der Kirche. Er fragte: „Wo fängt der Frieden an?

Barack Obama habe als US-Präsident den Friedensnobelpreis überreicht bekommen, gleichzeitig habe es aber noch nie so viele Kriege wie in dessen Amtszeit gegeben, stellte Hassan Dyck fest. Ob Muslime, Christen oder Juden: „Noch nie waren sie so weit voneinander entfernt wie heute“, so Dyck. Frieden fange letztlich bei jedem einzelnen, im Innern, im Herzen an. Ungeachtet der Hautfarbe, Religion oder Nationalität. „Wir sind alle Menschen“, so Scheikh Hassan Dyck.

Aus der Bergpredigt des Matthäus-Evangeliums zitierte der evangelische Pfarrer Christoph Ude. „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder sein“, sagte er. Friede erfordere ein Einmischen, dort wo Unfriede herrscht. Brücken müssten gerade da gebaut werden, wo wir fremd sind, oder bei denen, die uns irritieren oder Angst machen. Sich zu öffnen, sich infrage zu stellen oder gar auf Neues einzulassen, sei nicht immer einfach. „Aber Begegnungen verändern beide Seiten“, so Ude. Trotzdem müsste nun nicht alles gleich werden. Eine (Glaubens-)Vielfalt zu erhalten sei wertvoll und bereichernd.

Demut sei leider unpopulär geworden, so der evangelische Geistliche. „Demut, das heißt, bei aller Überzeugung für die eigene Glaubensrichtung, auch die eigenen Grenzen der Erkenntnis wahrzunehmen.“ Wer der „wahre“ Gott ist, was Mann und Frau zu glauben haben, dürfe niemand vorgeben. „Fundamentalisten sind auf dem Holzweg, wenn sie meinen, mit Gewalt und Terror ihre Überzeugung durchsetzen zu können und müssen“, so Ude weiter. Meist gehe es dabei ja auch gar nicht mehr um Glaubensfragen, sondern um Macht.

Esther Lorrig machte deutlich: „Frieden wollen fast alle haben, aber er kommt nicht immer freiwillig.“ Die innere Harmonie des Menschen sei bedeutsam. Jesus gebe inneren Frieden und damit die wichtige Ruhe der Seele. „Ich kann vor Gott treten, ohne dass zwischen uns etwas steht. Ich kann mich auf Gott verlassen.“ Wer das spüre, könne viel zum Frieden beitragen.

Melodiös und meditativ spinnt sich zwischendurch die Musik ein und strömt Ruhe aus. Scheikh Hassan Dyck, der in den 1960er-Jahren in Berlin Musik studiert hatte, spielte bei einigen Stücken das Harmonium. Begleitet wurde er mit einem Bendir, einer Rahmentrommel.

Später wartete im benachbarten Pfarrheim ein buntes interkulturelles Büffet auf die Gäste. Jeder hatte seine Lieblingsspeisen aus seiner Heimat mitgebracht. An den Tischen wurde miteinander und konfessionsübergreifend geplaudert. Die Speisen hatte Miguelina Draht koordiniert. Das Team vom Begegnungscafé hatte den Raum geschmückt und war für die Gäste am Buffet unermüdlich im Einsatz.

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Kinder können beim Oktoberfest bei Möbel Brucker Lebkuchenherzen selbst mit süßem Zuckerguss verzieren. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Oktoberfest mit Wettmelken

Gauditag im Möbelhaus Brucker in Kall – Die Kinder können am Samstag, 7. Oktober, bunte Lebkuchenherzen gestalten

Kall – Kaum sind die Töne des spektakulären fünfstündigen Kölschen Liederabends am Vorabend der Gewerbeschau verklungen, da kündigt sich bei Möbel Brucker in Kall bereits die nächste Veranstaltung an. „O‘zapft is“ heißt es am Samstag, 7. Oktober, von 12 bis 17 Uhr, wenn im Möbelhaus, das in diesem Jahr auf sein 65-jähriges Bestehen zurückblicken kann, erstmals ein kleines Oktoberfest steigt.  

Mit dem Fest in Blau und Weiß setzt das Traditionsunternehmen die Veranstaltungsreihe anlässlich des Firmenjubiläums fort. Zum Gauditag wird sich der Eingangsbereich des Haupthauses in den traditionellen bayerischen Farben präsentieren. Für die großen Festbesucher gibt es Weißbier, für die kleinen gibt es alkoholfreie Getränke. Für das leibliche Wohl der Möbelhaus-Besucher wird mit Brezeln, Weißwurst, Brötchen und Leberkäse reichlich gesorgt sein.

Ein Stand mit Süßigkeiten wird ebenso vertreten sein wie ein Stand mit diversen Churros-Snacks. Auch die bekannte Monschauer Senfmühle wird mit speziellen Produkten präsent sein.

Für Kinder findet im Foyer des Haupthauses eine Lebkuchen-Aktion statt, bei der sie nach Herzenslust Rohlinge von Lebkuchenherzen mit Zuckerguss verzieren und dabei ihr künstlerisches Talent unter Beweis stellen können. Zudem steht eine künstliche Kuh parat, an der für die Kids Wettmelken angesagt ist. Für jeden Teilnehmer gibt es natürlich eine kleine weiß-blaue Überraschung.

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Die Ahrhüttener Musikanten mit Dirgent Stefan Wassong sorgen am Samstag, 14. Oktober, im Saal Gier in Kall für Oktoberfest-Stimmung. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Erstes Oktoberfest bei Gier

In Kall sorgen die Ahrhüttener Musikanten am Samstag, 14. Oktober, ab 19 Uhr für Gaudi-Musik – Knusprige Haxen, Leberkäse und Bier aus Bayern – Hoffen auf viele Dirndl-Kleider und Lederhosen  

Kall – Der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier setzt seine Saal-Veranstaltungsreihe mit einem großen Oktoberfest am Samstag, 14. Oktober, ab 19 Uhr fort. Dabei hätte der Verein fast auf den Tag genau den Geburtstag des Münchener Oktoberfestes getroffen, das drei Tage später, am Dienstag, 17. Oktober, seinen 207. Geburtstag feiert.

Am 14. Oktober soll bei Giers kräftig auf die Pauke gehauen werden. Für die entsprechende Oktoberfest-Musik sorgen die Ahrhüttener Musikanten. Das Musikensemble von der Oberahr wurde 1971 unter dem ehemaligen Namen Musikverein Ahrhütte gegründet. Der Verein besteht zurzeit aus 19 Personen. Die Leitung hat Dirigent Stefan Wassong aus Uedelhoven.

Beim Oktoberfest in Kall werden die Musikanten Klänge der Egerländer, der Oberkrainer und auch der Kastelruther Spatzen zum Besten geben. Außerdem stehen Stimmungs- und Tanzmusik sowie Darbietungen des Gesangs-Duos Heike & Guido auf dem Programm.

Auch für das leibliche Wohl ist reichlich gesorgt. Kneipen-Caterer Ludwig Werle wird mit seinem Team knusprige Haxen, Weißwurst und Brezeln als bayerische Spezialitäten servieren. Der Durst kann mit Oktoberfestbier gelöscht werden.

Der Eintritt wird mit den traditionellen fünf Euro wieder moderat gehalten. Der Verein hofft darauf, dass die Besucher zahlreich in Dirndl und Lederhosen zum Oktoberfest kommen, damit sie zumindest outfitmäßig mit den großen Vorbildern in München mithalten können.

Die Gründung des großen Münchener Volksfestes, so ergaben Recherchen des Kneipenvereins-Vorstandes, soll angeblich bei einem Pferderennen, das anlässlich der Hochzeit zwischen dem Kronprinzen und Prinzessin Theresa stattfand, erfolgt sein. Das Fest sollte damals der öffentlichen Huldigung des Brautpaares dienen. „Heiraten muss aber deshalb in Kall keiner“, versichert Uwe Schubinski, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier, „bei uns ist jeder willkommen.“

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Die Eifel-Gäng setzt zum Überfall an: Mundart-Experte Manfred Lang (M.), Liedermacher Günter Hochgürtel (r.) und Krimiautor Ralf Kramp. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress

Eifel-Gäng im Bürgerhaus Golbach

Die berühmt-berüchtigte Eifel-Gäng schlägt wieder zu. Und zwar am Samstag, 7. Oktober, im Bürgerhaus in Golbach. Mit krimineller Energie planen die „Gängster“ gezielte Anschläge auf die Lachmuskulatur der Besucher.

Die gefürchtete „Eifel-Gäng“ – das sind Krimiautor und Verleger Ralf Kramp mit der Schrotflinte im Anschlag, Wibbelstetz-Sänger und Eifel-Troubadour Günter Hochgürtel als Eifeler Mafioso mit Trenchcoat und Schlapphut sowie Autor, Agenturinhaber und Diakon Manfred „Manni“ Lang mit Mistgabel im Pastorenhabit.

Unter dem Motto „Einer liest, einer singt und einer trägt vor“ ist das Trio in der Region unterwegs: Ralf Kramp lässt die Zuhörer mit makabren Geschichten tief in seine schwarze Seele blicken, Günter Hochgürtel sorgt für musikalische Stimmung und Manni Lang haut dem Fass auf „Platt“ den Boden aus. So spielen sich die drei Eifeler Urgesteine gegenseitig auf sehr vergnügliche Art und Weise die Bälle zu und gehen mit vereinten Kräften zum Angriff auf die Lachmuskeln über.

Karten zum Preis von 14 Euro (16 Euro an der Abendkasse) gibt es bei Bert Reißdörfer vom Bürgerverein Golbach unter den Rufnummern 02441/770015 und 0160/90631837 sowie per E-Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

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Zur Eröffnung der Kaller Gewerbeschau hatte sich politische Prominenz in der Brucker-Arena eingefunden, wo gleichzeitig das Familienfest startete. Foto Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Knubbelvolle Herbstschau

Mehr als 30.000 Besucher waren zur alljährlichen Gewerbeschau in Kall gekommen – Praktische Hilfe und holländische Spezialitäten

Kall – Es brummte bei der Kaller Herbstschau auch in diesem Jahr. Deutlich mehr als die 30.000 Besucher des Vorjahres waren ins Gewerbegebiet gekommen. Veranstalter Klinkhammer-Events aus Euskirchen hatte das Motto „Noch größer“ vorgegeben, und so war die Herbstschau der Gewerbebetriebe am Siemensring noch einmal „gewachsen“. Ein Kleintiermarkt, Anbieter von Frischblumen, Poffertjes, Käse bis hin zu den unvermeidlichen Fritjes waren aus den Niederlanden angereist – kurz: Das Gewusel den Siemensring hinauf und hinunter bis hin zu den Nordeifel-Werkständen war dicht.

Strahlendes Herbstwetter tat ein Übriges dazu, da waren sich alle Aussteller einig. Schnell war etwa der Feuerlöschgeräteübungsstand des Löschzugs Kall mit Unterstützung der Löschgruppen aus Wahlen und Sistig dicht umlagert. Mira Wollenweber aus Wahlen versuchte sich an der Handpumpe: „Ich habe das noch nie ausprobiert!“ Also griff sie zum – zwecks Übung nur mit Wasser statt Löschschaum – gefüllten Gerät, knappe drei Meter vor ihr hatte die Feuerwehr ein kleines Feuerchen im Metallzylinder entfacht.

„Die Meisten haben das noch nie geübt – bis der Ernstfall eintritt“, erzählte Thomas Golüke, Löschzugführer in Kall. Viele Menschen wissen auch nicht, wie mit einem Feuerlöscher umzugehen ist. „Die Bedienungsanleitung sollte man sich vorher durchgelesen haben, und auch die Haltbarkeit des Löschmittels muss alle zwei Jahre von einem Fachbetrieb überprüft werden“, mahnte Golüke.

Solche Probleme hatte Jayden Backes aus Erftstadt nicht. Wie im vergangenen Jahr war er mit seinen Eltern zur Herbstschau gekommen. Das klare Ziel war der Kleintiermarkt im oberen Teil des Siemensrings. Zuvor zog Jayden bei Anna Heiler und Josefine Schmitz vom Tierheim Kall Lose für die Tombola. Solch kleine Dreingaben hatten viele Aussteller entlang des Siemensrings für die Besucher dabei. Ergänzt wurde das Angebot durch einen verkaufsoffenen Sonntag, bei dem Warenhäuser Sommerware zum Schnäppchenpreis feilboten. Da kostete ein Sonnenschirm glatt weniger als die Hälfte.

Andrang an den Info-Ständen

Doris Ley, Verwaltungsleiterin des evangelischen Alten- und Pflegeheims in Gemünd, war an ihrem Info-Stand vom Andrang überrascht: „Sogar die Jüngeren fragen nach, was es etwa mit den staatlichen Unterstützungsleistungen für die häusliche Altenpflege auf sich hat oder sie wollen wissen, wie Betreutes Wohnen funktioniert.“

Wenige Meter weiter war Nicole Zopes aus Zülpich freudig überrascht: „Mein Sohn hat einen Ausbildungsplatz in Bonn. Jetzt braucht er ein Azubi-Monats-Ticket. Ich habe in Euskirchen am Bahnhof nachgefragt. Kostet das wirklich 180 Euro im Monat?“ Bruno Thielen, Leiter des Serviceteams Linksrheinisch der RVK, stutzte: „Aber nein! 58,40 Euro sind das nur!“ Die Differenz sei einem im Sommer gestarteten Angebot für Auszubildende zu verdanken. Für Nicole Zopes hatte sich in diesem Moment der Besuch der Kaller Herbstschau schon gelohnt.

Bunt im wahrsten Sinne war es entlang der ganzen Gewerbeflaniermeile, besonders aber auf dem Areal der Aussteller aus den Niederlanden, die sich unter dem Namen „Holland on Tour“ zusammengeschlossen hatten und in der Region nicht unbekannt sind. Holländische Spezialitäten wurden zu Aktionspreisen wie auf dem Hamburger Fischmarkt unter die Käufer gebracht.

Veranstalter Dieter Klinkhammer aus Euskirchen war am Ende zufrieden: „Die 30.000 vom vergangenen Jahr haben wir locker überschritten, es war knubbelvoll“, so sein Fazit. Aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern kommt dabei das Gros der Herbstschau-Gäste. In diesem Jahr hatte der Familientag zum 65-jährigen Bestehen von Möbel Brucker noch einige Hundert Besucher zusätzlich ins Gewerbegebiet gelockt.

Um das alles organisatorisch bewältigen zu können, war Klinkhammer noch in der Nacht rund um den Siemensring unterwegs gewesen und hatte die Parkplatzhinweisschilder montiert. Die Nachtschicht hatte sich offenkundig gelohnt. Und 2018? „Größer können wir nicht mehr werden, dafür fehlen schon die Parkplätze. Wir haben die Grenzen erreicht“, so Klinkhammer.

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„Richtig cool“ fanden es die drei Freunde, einmal bei einer „echten“ Wahl mitzumachen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Sensationelle Wahlbeteiligung im HJK

Steinfelder Gymnasiasten übten bei der Juniorwahl für die Demokratie

Kall-Steinfeld – Wie ist es eigentlich, wenn man wählen gehen darf? Junge Schülerinnen und Schüler des Hermann-Josef-Kolleg durften das hautnah erfahren. Die Aula wurde zum Wahllokal bei der „Juniorwahl“.

Bei der Juniorwahl, einem bundesweiten Projekt, geht es um das Einüben und Erleben von Demokratie. Es ist das größte Schulprojekt zur politischen Bildung in Deutschland. Schüler sollen an Prozesse der demokratischen Willensbildung herangeführt werden.

„Wir machen zum ersten Mal mit“, sagt Initiator Jan Sitz. Der Referendar der Schule unterrichtet die Fächer Sozialwissenschaften und Sport.

Der große Tag war von den Schülern mit Spannung erwartet worden. Die Wahlurne stand fachgerecht versiegelt und verplombt bereit. Alles sollte mit rechten Dingen zugehen – wie im wirklichen Wahlleben. Die Schüler zeigten ihre Wahlbenachrichtigung und den Schülerausweis und bekamen im Gegenzug ihren ersten eigenen Stimmzettel. Und ab ging es in die Wahlkabine, um ein Kreuzchen bei den Kandidaten und den Parteien zu machen.

Die Schüler wurden von ihren Lehrern gut auf ihre erste geheime Wahl vorbereitet. „Im Unterricht wurde die Funktion der Wahlen, die Bedeutung von Erst- und Zweitstimme wie auch die Aufgaben des Bundestages erläutert“, so Sitz.

Mit großem Interesse hatten sie auch die Kandidaten im Kreis Euskirchen unter die Lupe genommen. Das Programm der Parteien wurde eingehend studiert. Der Referendar freut sich über das große Engagement der jungen Demokraten: „Sie waren sehr motiviert bei der Sache.“

Nun stand endlich die Wahl an. Es ging geordnet zu, jeder wusste, was zu tun war. Viele Kilometer machte an diesem Tag Jonah Hübner. Er flitzte zwischen den einzelnen Stationen hin und her, behielt den Überblick und trug eine verantwortungsvolle Aufgabe. Der Dreizehnjährige war schließlich als Leiter für die Wahl am „HJK“ verantwortlich.

Mit seinem „Wahlvorstand“ hatte er tatkräftige Unterstützung. Der Job mache viel Spaß, sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Aber ein bisschen stressig ist es schon, wenn man auf alle Leute aufpassen muss.“ Doch den Stress ließ er sich nicht anmerken. Cool beantwortete er Fragen der Wähler und hatte ein Auge darauf, dass die Stimmen vernünftig ausgezählt wurden. Schließlich lag ein Riesenberg an Wahlzetteln vor den Wahlhelfern.

Zur Simulation der Wahl angemeldet hatten sich die Klassen 8 und 9 sowie die Q2. 227 Schüler waren wahlberechtigt, 216 gaben ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung lag bei sensationellen 95 Prozent. Da kann die „echte“ Bundestagswahl nur von träumen. Die Ergebnisse wurden im Anschluss an die Wahl direkt ausgezählt, unterlagen jedoch da noch der Geheimhaltung.

Erst am Wahlsonntag wurden die Ergebnisse der deutschlandweiten Juniorwahl, parallel zu den ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl, um 18 Uhr auf der Internetseite der Juniorwahl veröffentlicht.

In Steinfeld stand Detlef Seif für den Kreis Euskirchen an der Spitze der (jungen) Wählergunst, der sich 46% der Erststimmen sichern konnte. Auch bei den Zweitstimmen lag die CDU deutlich vorne und konnte sich mit einem Zweitstimmenanteil von 46% als Stärkste Kraft durchsetzen.

Die AfD (4% der Zweitstimmen) schnitt verglichen mit der Bundestagswahl bei den Gymnasiasten allerdings nicht so gut ab, dafür lagen die Grünen mit 20% hoch im Kurs.

Die Wahl in Steinfeld lief glatt. In die Wahlniederschrift notierte Jonah: „Keine besonderen Vorkommnisse.“

Insgesamt nahmen eine Million Jugendliche an bundesweit über 3487 Schulen an der Juniorwahl teil – eine Rekordteilnahme, sagen die Veranstalter. Schirmherr ist Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert. Seit 1999 gibt es das Projekt. Mehr Informationen unter. http://www.juniorwahl.de/bundestagswahl-2017.html

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Hermann-Josef Olligschläger, der sich seit seiner Messdienerzeit in der Dotteler Pfarrgemeinde engagiert, vor Maria Lucia, im Hintergrund St. Antonius. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Glockendreiklang in f, as und b

Dottel feiert am 7. Oktober den 50. Jahrestag der Kirchenglockenweihe – Beiermann Achim Bursch wird Maria Lucia, St. Anna und St. Antonius traditionell zum Klingen bringen – Herbstabend im Anschluss

Kall-Dottel – Das, was Achim Bursch betreibt, hat im wahrsten Sinne des Wortes Hand und Fuß. Denn der Bornheimer ist ein Beiermann. Mit der Kraft seiner Arme und Hände bringt er Kirchenglocken zum Klingen – und wenn die Hände wegen der Anzahl der Kirchenglocken nicht ausreichen, verwendet er auch die Füße.

Das wird am Samstag, 7. Oktober, der Fall sein. In Dottel wird ab 19 Uhr der 50. Jahrestag der beiden Glocken St. Anna und St. Antonius gefeiert. Am 1. Oktober 1967 waren sie von Dechant Theodor Tholen im Beisein von Pfarrer Hubert Lückenbach geweiht worden und vervollständigten den Dreiklang mit der aus dem Jahre 1748 stammenden Glocke „Maria Lucia“.

f, as und b – das sind die drei Töne, in denen geläutet wird. „Daraus ergibt sich ein klangliches Motiv. Die Glocken können das Te Deum anstimmen“, berichtet Achim Bursch, der zwar in Dottel alle drei Glocken zum Klingen bringen wird, aber dabei auf das Te Deum verzichten wird, denn „das Beiern ist rein rhythmisch.“

Damit spricht der Bornheimer Glockenkundler einen der vier von ihm definierten Aspekte des Beierns an: den musikalischen. Beiern sei ein rhythmisches Glockenmusizieren, das wesentlich vom melodischen Glockenmusizieren, dem Glockenspiel, zu unterscheiden sei. Weitere Aspekte sind technischer (es werden nicht die Glocken bewegt, sondern nur die Klöppel), kultureller (Beiern sei ein durch keine Maschine ersetzbares Kunsthandwerk und damit ein denk- und denkmalwürdiges immaterielles Kulturerbe) und religiöser (ein lebhafter, glockenmusikalischer Ausdruck besonderer Freude an der Auferstehung Christi) Natur.

„Im Rheinland kommt oft noch ein fünfter Aspekt hinzu: der sprachliche. Oft sind die Glocken im Dialekt beschriftet und deshalb ist das ein Denkmal für die rheinische Sprache“, so Bursch. Wichtig ist dem Beiermann eines: Alle Aspekte dürfen nicht getrennt werden. „Wenn man einen rausnimmt, tut man dem Beiern Gewalt an“, formuliert es Bursch.

Verhüttet in den Weltkriegen

Gewalt wurde in den beiden Weltkriegen auch den Dotteler Glocken angetan. Ausgerechnet in der Metallhütte in Kall wurden zwei der drei alten Glocken in St. Antonius zu Kriegszwecken verhüttet, nur die mittlere, Maria Lucia, mit rund 500 Kilogramm Gewicht und aufgeprägten Vögeln und Blumenranken, blieb hängen. 1967, nach rund 25 Jahren Einsamkeit, kamen Anna und Antonius hinzu und füllten die leeren Plätze aus.

Zur Weihe am 1. Oktober 1967 schrieb die „Kölnische Rundschau“: „Zahlreiche Gläubige aus Dottel, Scheven und Wallenthal hatten sich vor dem Gotteshaus eingefunden. Die Blaskapelle von Bleibuir war, wie bei allen kirchlichen Anlässen, wiederum zugegen.“ Die Glocken waren vor dem Kirchenportal an einem mit Tannengrün und Blumen geschmückten Gebälk aufgehängt worden. Nach der Taufe wurde jede Glocke an vier Stellen mit heiligem Öl gesalbt, der Musikverein spielte „Ein Haus voll Glorie schauet“ dazu.

Jetzt, 50 Jahre später, stehen die Glocken erneut im Mittelpunkt. Seit seiner Jugend beiert Achim Bursch. Die Kunst hat er wie es die Tradition will von seinem Vater gelernt. Die hiesige Region kennt er gut, schließlich hat er auch schon in St. Martin in Eicks gebeiert. Mit Kirchenglocken kennt er sich also aus und kann mit Fug und Recht behaupten: Keine Kirchenglocke ist wie jede andere, jede ist ein Unikat und ein nicht austauschbares Kunstwerk.“ 60 Minuten lang wird Bursch beiern – natürlich mit Pausen, denn das Beiern ist anstrengend. Es besteht sogar die Möglichkeit, die schmalen Treppen zum Glockenturm hochzusteigen und Bursch bei seinem kunstvollen Handwerk zuzusehen.

Herbstabend zum Abschluss

An das Glockenjubiläum schließt sich ein vom Bürgerverein ausgerichteter Herbstabend in der alten Schule an. Dabei dreht sich alles um die Dotteler Kartoffel. Wie die Vereinsvorsitzende mitteilt, werden Eifeler Gerichte kredenzt. Gleichzeitig können sich die Besucher eine Ausstellung der Dotteler Geschichte ansehen.

Der Herbstabend ersetzt für den Oktober den Dotteler Treff, bei dem sich monatlich an einem Sonntagmittag ab 11 Uhr die Dotteler zum gemütlichen Beisammensein treffen. Der nächste Treff findet deshalb am 19. November statt.

Darüber hinaus findet am Freitag, 22. September, 18 Uhr, ein Verzällnachmittag statt. Dabei wird sowohl auf die Geschichte der Dotteler Kirchenglocken eingegangen als auch auf den im kommenden Jahr anstehenden 50. Jahrestag der Schulschließung.

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Norbert Scheuer (l.) und Manfred Lang präsentieren am Mittwoch, 4. Oktober Scheuers jüngsten Roman „Am Grund des Universums“ in Hillesheim. Foto: Sarah Winter/pp/Agentur ProfiPress

Kall als literarische Metropole: „Am Grund des Universums“

Lit.Eifel-Lesung mit Norbert Scheuer, Manfred Lang und Gitarrist Wilhelm Geschwind

 

Hillesheim – Ein Stausee soll vergrößert und ein Ferienpark errichtet werden: Vor diesem Hintergrund erzählt Norbert Scheuer seinen neuen Roman „Am Grund des Universums“, dessen Kristallisationspunkt die Cafeteria eines Supermarktes in Kall ist.

Im Wechsel mit dem Mundart-Experten Manfred Lang, der die Mundart-Passagen vortragen wird, liest Scheuer im Rahmen der Lit.Eifel am Mittwoch, 4. Oktober, um 19.30 Uhr in der „Eifel Film Bühne“, Aachener Str. 15, 54576 Hillesheim aus dem Buch. Der Gitarrist Wilhelm Geschwind gestaltet die Lesung musikalisch.

Es geht um die erste Liebe zwischen Nina und Paul, den Liebesverrat von Sophia und Eugen und eine späte, glückverheißende Leidenschaft zwischen Herrn Vallentin und Isabell. Daneben begegnet den Lesern in dramatisch-poetischen Episoden die Wirkkraft menschlicher Schwächen und enttäuschter Hoffnungen. Die „Grauköpfe“, eine Gruppe alter Männer, versuchen von ihrem Stammplatz in der Cafeteria aus hinter all die Geheimnisse im „Urftland“ zu kommen.

„Wenn es einen Roman gibt, der in diesem Jahr schmerzlich auf der Longlist des Deutschen Buchpreises fehlt, dann ist es ‚Am Grund des Universums‘“, findet Rezensent Christoph Schröder vom „Deutschlandfunk“. Immerhin sei Scheuer für den renommierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis nominiert. In seinem Nachwort dankt der Autor den alten Männern im Supermarktcafé von Kall für ihre Gesellschaft und ihre Erzählungen. Schröder weiter: „Das Urftland ist auch dank ihnen als literarischer Schauplatz fest in der Landkarte verankert.“

Norbert Scheuer, geboren 1951, arbeitet als Systemprogrammierer bei der Telekom. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und veröffentlichte zuletzt die Romane „Peehs Liebe“ (2012) und „Die Sprache der Vögel“ (2015), der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Sein Roman „Überm Rauschen“ (2009) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und war 2010 „Buch für die Stadt“ in Köln und der Region. Er lebt in der Eifel.

Der Eintritt zur Lesung kostet zwölf, ermäßigt sechs Euro. Alle Lit.Eifel-Termine und Vorverkaufsstellen gibt es im Internet unter www.lit-eifel.de.

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Stellten das Programm der beiden Weihnachtskonzerte der Bundeswehr-Bigband vor. Von links: Landrat und Schirmherr Günter Rosenke, Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel, Sängerin Pe Werner, Band-Tourmanager Johannes Langendorf, Hilfsgruppen-Vertreter Paul Schneider und Marius Linden von der KSK Euskirchen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Weihnachtskonzerte für die Hilfsgruppe

Die Bigband der Bundeswehr spielt am 30. November und 1. Dezember in Vogelsang – Pe Werner als Sänderin dabei – Kartenvorverkauf startet am 25. September

Kall/Vogelsang – Es soll das Konzertereignis des Jahres werden und kaum ein Musikfreund zweifelt daran, dass das tatsächlich so sein wird. Die Bigband der Bundeswehr gastiert am Donnerstag, 30. November, und am Freitag, 1. Dezember, zugunsten der Hilfsgruppe Eifel im Kulturkino in Vogelsang. „Swinging Christmas“ heißt das Programm, das Bandleader Oberstleutnant Timor Oliver Chadik mit seinen Bundeswehrmusikern präsentiert. Dabei bekommt die Bigband recht prominente Unterstützung von der Songschreiberin und Sängerin Pe Werner („Kribbeln im Bauch“) aus Köln.

Mit dem Doppelkonzert für die Hilfsgruppe Eifel, die in diesem Jahr auf das 25-jährige Bestehen zurückblicken kann, betritt die Bundeswehr-Bigband Neuland. „46 Jahre nach unserer Gründung erleben wir in Vogelsang gleich zwei Premieren“, berichtete der Tour-Manager Hauptmann Johannes M. Langendorf bei einer Pressekonferenz im Euskirchener Ameron-Parkhotel. Zum ersten Mal gebe die Bigband zwei Konzerte hintereinander am gleichen Ort. Und erstmals seit seinem Bestehen spiele das Ensemble ein Weihnachtskonzert.

Mit einem veränderten Arrangement und einem neuen Programm versuche die Bigband immer wieder etwas Spezielles zu bieten. „Das kann man aber nur mit einem Partner machen, bei dem man weiß, wo man dran ist“, so Hauptmann Langendorf. Mit der Hilfsgruppe Eifel habe man einen erfahrenen und zuverlässigen Partner gefunden.

Landrat Günter Rosenke zeigte sich froh darüber, dass ihm wieder die Schirmherrschaft über das diesmal zweitägige Konzertereignis übertragen wurde. Er bezeichnete die Hilfsgruppe als Aushängeschild für die Region.

Deshalb sei er der Bigband dankbar, dass sie nach einem furiosen Konzert im Jahr 2015 erneut in Vogelsang für die Kaller Kinderkrebshilfe spiele. Rosenke war überzeugt, dass Hilfsgruppe und Bigband an beiden Tagen ein volles Haus haben werden. Rosenke: „Die Besucher erwartet gute Musik für einen guten Zweck.“ Es könne keinen besseren Werbeträger für den Landkreis geben, als die in Euskirchen stationierte Bigband.

Es sei für die Hilfsgruppe eine große Ehre, dass Doppelkonzert der Bigband organisieren zu können, sagte deren Vorsitzenderr Willi Greuel. Nachdem das Konzert vor zwei Jahren innerhalb weniger Tage ausverkauft gewesen sei und viele Kartenwünsche nicht mehr erfüllt werden konnten, habe er bei Tour-Manager Johannes Langendorf nachgefragt, ob zwei Konzerte möglich seien. Die Zusage sei prompt erfolgt.

Dass es dann auch noch eine Weihnachtskonzert-Premiere mit einem eigens für die Hilfsgruppe zusammengestellten Programm werde, wisse man sehr zu schätzen. Besonders glücklich sei man darüber, so Greuel, dass die renommierte Sängerin Pe Werner bei den Konzerten mit von der Partie sei.

Werner, in Musikkreisen als Allroundtalent geschätzt, berichtete, dass sie schon zweimal mit der Bigband bei Open-Air-Konzerten zusammengearbeitet habe. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, so die 57-Jährige. Mit der Bigband auftreten zu können, sei ein Geschenk.

Werner kündigte an, bei „Swinging Christmas“ von ihr komponierte Stücke aus ihrer Weihnachts-CD ins Programm einzubauen. „Die Weihnachtsgans“ sowie „Fasten im Advent“ seien Themen, und auch leisere Töne über Menschen, die Weihnachten allein zu Hause sitzen, würden zu hören sein. Die Bigband und sie würden in Vogelsang mit „großem Besteck“ an Licht- und Tontechnik anrücken, kündigte die mit unzähligen Preisen dekorierte Pe Werner an.

Pe Werner gab sich bei der Pressekonferenz recht redselig und locker. Die Frage, ob sie vor ihren Auftritten noch immer ein Kribbeln im Bauch habe, beantwortet sie im Spaß mit „Ein Kribbeln verspüre ich, wenn ich zum Zahnarzt muss.“ Und dann fügte sie im Ernst an: „Natürlich habe ich vor jedem Konzert Lampenfieber. Das gehört einfach dazu.“

Das Doppelkonzert für die Hilfsgruppe sei das letzte Konzert für dieses Jahr in Deutschland, so Manager Johannes M. Langendorf. Vorher stünden noch Auftritte in Seoul und Moskau an. Nach Vogelsanfolgt das letzte Konzert des Jahres in Malaysia, wo Teile des für Vogelsang geschaffenen Weihnachts-Arrangements dargeboten werden.

Langendorf versprach, dass bei den Konzerten in Vogelsang für jeden etwas dabei sein werde. Mit den Sängerinnen Susan Albers und Jemma Endersby sowie dem Sänger Marco Matias verfüge die Bigband seit diesem Jahr über drei Spitzen-Solisten. „Alles wird neu sein“, so Langendorf.

Schon jetzt lägen viele Kartenwünsche vor, berichtete Willi Greuel. Eintrittskarten zum Vorverkaufspreis von 25 Euro können am Sonntag, 24. September, beim großen Familienfest anlässlich der Kaller Gewerbeschau in der Brucker-Open-Air-Arena erworben werden. Der offizielle Vorverkauf startet am Montag, 25. September.

Vorverkaufsstellen sind Bücher Schwinning in Mechernich, Lotto-Toto Winter in Kommern, SVE und der Wochenspiegel in Euskirchen, Foto Hanf in Hellenthal, Postagentur Herr in Schleiden, Buchhandlung Wachter in Kall, Besucherzentrum in Vogelsang, Bäckerei Milz in Marmagen, Rewe-Center in Zülpich, Rewe-Center in Kall, Der Buchladen in Simmerath, Monschau-Touristik in Monschau und im Internet sowie Ticket Regional. Infos unter der Hotline 02444-915790.

www.kinderkrebshilfe-eifel.de

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Die Lehrer Nils Balbach und Lisa Saliba besuchten jetzt mit ihrer Klasse das Schulamt des Kreises, wo die Bilder der Schüler ausgestellt werden. Foto: W. Andres / Kreisverwaltung

„Echte Freundschaft“ im Kreishaus

Schüler der St.-Nikolaus-Schule Kall präsentieren ihre Werke im Schulamt

 

 

„Was macht echte Freundschaft aus?“ Diese Frage und die Möglichkeiten ihrer künstlerischen Umsetzung standen im Mittelpunkt des Kunstunterrichts der Oberstufe an der St.-Nikolaus-Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung) in Kall. Als Vorbild dienten die Werke des Pop Art-Künstlers Keith Haring, dessen plakativ gestaltete Flächen und klare Linien von den Schülern in kreativer Weise umgesetzt wurden.

 

Die beeindruckenden Arbeiten der Jugendlichen sind auch dem Schulamt des Kreises Euskirchen nicht verborgen geblieben. „Die tollen Kunstwerke verdienen es, einer breiten Öffentlichkeit präsentiert zu werden“, so Cornelia Fathmann, die Leiterin des Schulamtes. Mit ihrer Idee lief sie bei den Schülern offene Türen ein. Mittlerweile hängen mehrere großformatige Bilder im Schulamt des Kreishauses, wo sie sowohl bei Mitarbeitern wie auch bei Besuchern auf positive Resonanz stoßen.

 

Davon machten sich die Schüler jetzt selbst ein Bild, als sie mit Schulleiterin Andrea Luxenburger-Schlösser und ihren Lehrern Nils Balbach und Lisa Saliba ins Kreishaus kamen. „Das sind klasse Kunstwerke, eine tolle Deko für uns hier“, freute sich Birgit Wonneberger-Wrede, die zuständige Geschäftsbereichsleiterin bei einem kleinen Empfang. „In Zukunft wollen wir regelmäßig Schulen anbieten, Arbeiten aus ihren Kunstkursen bei uns auszustellen.“


Das nächste Begegnungscafé findet am Freitag, 15. September, von 9.30 bis 11.30 Uhr statt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 15. September, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet am Freitag, 15. September, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2, statt. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und sich die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe vernetzen können.

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall gibt es unter www.fluechlingshilfe-kall.de.

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Annemarie Wall leitet seit wenigen Tagen die Gemeinschaftsgrundschule in Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Von Istanbul nach Kall

Annemarie Wall ist neue Grundschulleiterin in Kall – Die 55-Jährige wohnt in Blankenheim – Zuvor Schulleiterin der Grundschule Blankenheim und der deutschen Grundschule in Istanbul

Kall – Annemarie Wall aus Blankenheim ist Pädagogin mit Leib und Seele. Und das wichtigste an diesem Beruf sind die Schüler. „Die Kinder sind das Faszinierendste an meinem Beruf“, erzählt sie am Ende ihres ersten Schultages als neue Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Kall. Sie folgt auf Anne Dobring, die 15 Jahre die Leitung innehatte.

Geboren wurde Annemarie Wall vor 55 Jahren in Kaiserslautern, studiert hat sie in Landau und Hildesheim. „Ich bin die Frau eines Soldaten und deshalb öfter umgezogen“, erzählt sie. Ihr Referendariat absolvierte sie aus diesem Grund in der Nähe von Kassel. Anschließend ging es für die junge Familie – die ersten beiden von insgesamt vier Kindern wurden im und direkt nach dem Studium geboren, das dritte nach der Referendars-Zeit – für vier Jahre nach Belgrad.

„Das war genau in der Zeit zwischen dem Bosnien- und dem Kosovo-Krieg“, erzählt Wall. Die Beamtin war in der Zeit beurlaubt und kümmerte sich um die drei Kinder, das vierte kam in Belgrad zur Welt. Gleichzeitig half die Lehrerin an einer deutschen Schule aus und gab an einer weiteren Schule Deutschunterricht.

1998 zog die Familie nach Blankenheim. Nach der Versetzung aus Hessen war Annemarie Wall zunächst parallel in Hellenthal und Reifferscheid beschäftigt, danach parallel in Reifferscheid und Schleiden.

2000 wechselte sie an die Grundschule Blankenheim. Dort wurde sie 2004 Konrektorin, 2007 übernahm sie die Schulleitung. Doch sie und ihr Mann träumten weiterhin von einer erneuten Zeit im Ausland. Als dieser in Pension ging und drei der vier Kinder nicht mehr im Haushalt lebten, bewarb sie sich auf eine vom Bundesverwaltungsamt ausgeschriebene Stelle als Leiterin der Botschaftsschule in Istanbul – und wurde genommen.

Insgesamt sechs Jahre war sie in der türkischen Millionenmetropole beschäftigt. Die Privatschule richtete sich an deutschsprachige Kinder, die temporär in Istanbul lebten, etwa von Beschäftigten deutscher Firmen wie BASF oder Siemens, von Lehrern im Auslandsdienst, von Diplomaten am Konsulat oder von Prominenten wie dem deutsch-türkischen Fußballtrainer Tayfun Korkut, der 2012 und 2013 Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft war. Auch die Ehefrau von Lukas Podolski, der von 2015 bis 2017 bei Galatasaray Istanbul Fußball spielte, stellte sich vor, weil sie sich um einen Grundschulplatz für den gemeinsamen Sohn interessierte.

Zurück in der bekannten Umgebung

In diesem Sommer ging es für Annemarie Wall und ihren Ehemann, wieder zurück nach Blankenheim. „Ich habe geschaut, welche Stelle im Kreis frei ist, denn ich wollte gerne wieder hierhin zurück. Ich kenne hier viele Menschen, das Schulamt, bin zurück in meiner bekannten Umgebung und kann bereits bestehende Netzwerke nutzen“, erzählt sie.

Was ihr wichtig war: Neben ihrer Leitungsfunktion, die den Großteil ihrer Arbeit ausmacht, wollte sie weiter unterrichten, zumindest ein bisschen. Deutsch, evangelische Religion und textiles Gestalten sind ihre Fächer, darüber hinaus hat sie eine Zusatzausbildung Englisch. Zwölf Stunden Unterricht gibt sie pro Woche.

An diesem ersten Schultag nach den Sommerferien kamen die Grundschüler um 8.10 Uhr in der Aula zum Singen und zur Begrüßung zusammen. Dabei stellte sie sich auch den Schülern der Klassen 2 bis 4 vor. Die Erstklässler wurden einen Tag später eingeschult. Insgesamt 254 Kinder sind an der Grundschule in Kall angemeldet – etwa 100 mehr als in Blankenheim und Istanbul – zusätzlich sind 40 Erwachsene dort tätig, die Offene Ganztagsschule (Ogata) und die Nicht-Pädagogen eingerechnet.

Doch was sind die Schwerpunkte von Annemarie Walls Arbeit? Das fasst sie kurz mit den Begriffen „Bedürfnis, Notwendigkeit, Interessen“ zusammen. „Was brauchen die Kinder, Eltern, Lehrer und auch der Ort?“, ist eine Frage, die sie sich unter den genannten Gesichtspunkten stellt. Deshalb will sie bereits bestehende Projekte, etwa die Schule ohne Rassismus und die Weltreligionswoche, beibehalten. „Ich muss als Schulleiterin das Interesse aller im Blick behalten und natürlich auch Kompromisse eingehen.“

Abschalten kann Annemarie Wall bei der Arbeit in ihrem Bauerngarten, bei einem Spaziergang mit dem Hund oder beim Streicheln ihres Katers. Außerdem reist sie gerne und interessiert sich für Sprachen. „Türkisch würde ich gerne weiterlernen“, sagt Kalls neue Grundschulleiterin.

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Imposant auf der Eifelhöhe liegt das Salvatorianerkloster Steinfeld mit Eifelbasilika, Gästehaus und Hermann-Josef-Kolleg. Das Kloster ist auch Ort bedeutender kultureller Veranstaltungen, unter anderem der Kammermusikreihe „KlangRaum Steinfeld“. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Reise durch die Jahreszeiten

Werke von Krenek und Vivaldi, dazu Verse Friedrich Hölderlins mit Soloviolinistin Judith Stapf und Kammerorchester und Kammerchor unter der Leitung von Wolfgang Klein-Richter – Beginn Sonntag, 10. September, um 18 Uhr

Kall-Steinfeld – Einmal mehr plant die Stiftung Kloster Steinfeld die Entführung ihrer Gäste im Rahmen einer poetisch-musikalischen Reise für Solovioline, Kammerorchester und Kammerchor durch die vier Jahreszeiten mit Werken von A. Vivaldi und E. Krenek. Dazu werden Texte Hölderlins rezitiert.

Die musikalische Leitung des traumhaften Abends hat Wolfgang Klein-Richter. Konzertort ist am Sonntag, 10. September, um 18 Uhr das Salvatorianerkloster Steinfeld. Der „Klangraum“, die Schülerkapelle im ersten Obergeschoss, ist ausgeschildert. Nach ihr hat die Stiftung ihre Konzertreihe benannt. geschützte E-Mail-Adresse als Grafik Erwachsene zahlen 20, Studenten/Schüler 10 Euro Eintritt.

Die Solovioline spielt Judith Stapf, dazu Kammerorchester und Kammerchor unter der Leitung von Wolfgang Klein-Richter. Gespielt werden Ernst Kreneks (1900 - 1991) Jahreszeiten (The Seasons op. 35 von 1925) und Antonio Vivaldis (1678 - 1741) vier Jahreszeiten (La Primavera, L’Estate, L’Autunno und L’Inverno).

Für 2018 plant die Stiftung Kloster Steinfeld in ihrer Reihe „Klangraum Steinfeld“ am 21. April um 19 Uhr ein Konzert mit Werken von Ludwig Thuille, am 16. Juni um 19 Uhr einen Abend für Solovioline und am 23. September um 18 Uhr ein Gastspiel mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart.

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Packten beim Spatenstich für das Haus der Begegnung kräftig mit an: Dirk Thoß (v.l.), Bettine Scheer, Marcus Auel, Michael Heller, Guido Keutgen, Alice Gempfer, Werner Herbrand, Sabine Züll, Hans Reiff und Ekkehard Fiebrich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Der erste von vielen Spatenstichen

„Haus der Begegnung“ muss Ende 2018 fertig werden – Interesse bei den schon rund zwei Dutzend Partnern ist riesig – Gemeindebücherei soll hochgestuft werden

Kall – Michael Heller, allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters, freute sich: „Endlich geht es mit den Baumaßnahmen los.“ Der heute erfolgte Spatenstich für das „Haus der Begegnung“ ist der Auftakt einer ganzen Reihe von Großprojekten, die die Gemeinde Kall in den kommenden vier Jahren im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts nachhaltig und positiv verändern werden. Ortsvorsteher Guido Keutgen ist jetzt schon begeistert: „Das ist der erste Meilenstein. Bisher wurde in Kall nur abgerissen, jetzt wird das erste Gebäude gebaut.“

Das „Haus der Begegnung“ baut auf die drei Säulen Kultur, Bildung und Integration. Auf 640 Quadratmetern, verteilt auf zwei Etagen, soll es zahlreichen Partnern einen Platz bieten. Zudem ist zwischen Rathaus und Haus der Begegnung der sogenannte „Hof der Begegnung“ geplant, der in das Integrierte Handlungskonzept eingebunden wird. Über einen behindertengerechten Aufzug werden Haus der Begegnung und Rathaus miteinander verbunden. Eine spätere Aufstockung des Neubaus um eine Etage ist möglich und statisch eingeplant. „Es wird ein modernes, zeitloses Gebäude mit einer hellen Fassade und einem dunklen Fensterprofil“, erklärte Architektin Bettina Scheer vom Kaller Planungsbüro PE Becker.

Seit Monaten befinden sich die Planer in enger Abstimmung. So treffen sich der Werner Herbrand als Projektbeauftragter des Bauherrn, also der Gemeinde Kall, und Bauleiter Dirk Thoß von PE Becker regelmäßig, um sich über die aktuellen Entwicklungen und Planungen in den verschiedenen Gewerken auszutauschen. Zur Projektgruppe „Haus der Begegnung“ gehören außerdem Fabian Schwarz von der Energie Nordeifel („ene“) und Architektin Scheer sowie der Allgemeine Vertreter Michael Heller und die Kaller Integrationsbeauftragte Alice Gempfer.

„Der Brandschutz war sehr aufwendig“, nennt Herbrand ein Beispiel. Hier war Feuerwehrchef und Ordnungsamtsmitarbeiter Harald Heinen in die Planungen und Durchführung involviert. Auch mit der Energie Nordeifel (Ene), die mit der Elektroinstallationsplanung beauftragt wurde stehen Herbrand und Thoß in ständigem Kontakt und ständiger Abstimmung.

Knapp 1,5 Millionen Euro kostet der Bau, 70 Prozent dieser Summe stammen aus dem „Sonderprogramm Hilfen im Städtebau zur Integration von Flüchtlingen“ des Landes, die Kommune muss etwa 500.000 Euro zahlen. Bis Ende 2018 müssen die Arbeiten auf dem Gelände, auf dem bis vor einigen Wochen das Gemeindedirektorenhaus stand, abgeschlossen sein.

Für die Raumnutzung verantwortlich ist Alice Gempfer. Bei ihr laufen alle Fäden der bisher rund zwei Dutzend Partner zusammen. Fest zugewiesene Räumlichkeiten haben die Gemeindebücherei, die das gesamte Obergeschoss einnimmt und ihre Größe im Gegensatz zum jetzigen Standort im Schulzentrum beinahe verdoppelt, sowie die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft, die ein Büro für zwei Mitarbeiter im Erdgeschoss beziehen wird. Die Bücherei soll im neuen Rahmen zur Bibliothek der ersten Stufe „befördert“ werden, ein entsprechender Antrag bei der Bezirksregierung Düsseldorf ist gestellt.

Büchereileiterin Sabine Züll hofft auf eine Fertigstellung des Gebäudes schon im November. „Am 30. November 2018 feiert die Bücherei 30-jähriges Bestehen.“ Bislang ist aber die Eröffnung für Januar 2019 geplant. „Mal sehen, ob wir den Bürgern aber nicht ein schönes Weihnachtsgeschenk 2018 machen können“, formulierte es Heller. Derzeit reduziert die Bücherei ihren Medienbestand drastisch. Bücher, die aussortiert werden, werden an die Nikolausschule, die Kindergärten oder für nur 50 Cent an Kunden der Bibliothek verkauft.

Die anderen Partner nutzen für ihre Angebote ein gemeinsames Beratungsbüro sowie Schulungsraum oder den abtrennbaren 140 Quadratmeter großen Begegnungsraum im Erdgeschoss. Im Jahr 2018 muss Gempfer mit der konkreten Planung und Raumvergabe beginnen, damit die Partner entsprechende Angebote in ihre Jahresplanung 2019 aufnehmen können.

Weil mit dem Abriss des Gemeindedirektorenhauses auch die stark sanierungsbedürftigen Garagen, die von der Verwaltung genutzt wurden, entfernt wurden, wird eine Dreifach-Garage errichtet. Die Gemeinde nutzt dies auch als Chance, den Fuhrpark auf Elektromobilität auszurichten. „Wir werden dort eine Ladestation errichten, an der nicht nur E-Mobile sondern auch E-Bikes aufgeladen werden können“, berichtet Michael Heller. Der bereits genehmigte Förderantrag wurde deshalb sogar leicht geändert.

Geplant ist in Zukunft außerdem die Gestaltung eines Logos sowie die Einrichtung einer Internetpräsenz für das Haus der Begegnung. „Auf der Internetseite wollen wir die Bevölkerung immer auf dem neusten Stand halten“, erklärt Alice Gempfer, „später sollen dort natürlich unter anderem die Angebote beworben werden.

„Auch die Parkmöglichkeiten rund um das Haus der Begegnung und das Rathaus werden wir neu planen. Das ist Teil des Parkraumkonzepts für den Kernort“, berichtet Michael Heller. Klar ist: Dem heutigen Spatenstich zum „Haus der Begegnung“ werden im Rahmen der Ortskernsanierung eine ganze Reihe weiterer Spatenstiche folgen. „Als nächstes steht der Spatenstich zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes an“, sagte Heller. Dieser wird nach derzeitigem Stand im kommenden Frühjahr erfolgen.

pp/Agentur ProfiPress

 

Fakten „Haus der Begegnung“:

Fläche: 640 Quadratmeter auf zwei Etagen

Baubeginn: September 2017

Fertigstellung: geplant Ende 2018

Investitionssumme: knapp 1,5 Millionen Euro

Eigenanteil der Gemeinde: etwa 500.000 Euro

Zweck: Kultur, Bildung und Integration

Förderung der Betreuung/Integration: 125.000 €

 

Diese Partner haben bereits zugesagt:

Gemeindebücherei, Familienzentrum, Generationengenossenschaft GenoEifel eG, Netzwerk an Urft und Olef (55plus), Stiftung evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, St.-Nikolaus-Schule, Berufskolleg Eifel, Dekra, Euro-Schule, Caritasverband für die Region Eifel, Deutsches Rotes Kreuz, Jugendmigrationsdienst, Flüchtlingshilfe, Flüchtlingsseelsorge des Bistums Aachen, Kreis-Volkshochschule, Kommunales Bildungs- und Integrationszentrum (Kobiz), Musikschulzweckverband Schleiden, Internationale Kunstfabrik, Freie Künstler Kall, Katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal, Energieteam, Rentenberatung, Bundeswehrberatung, Wirkstatt Kall


Auch für Kinder wird wieder eine Menge geboten, unter anderem ein Kindertrödelmarkt auf der Bahnhofstraße. Spaß, wie im letzten Jahr auf dem Karussell, ist garantiert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Herbstschau wird noch größer

Wieder mehr als 30.000 Besucher werden erwartet – Uwe Schubinski und Stephan Kohl eröffnen Herbstschau am Sonntag, 24. September, um 11 Uhr bei Möbel Brucker – Großer Markt auf der Bahnhofstraße

Kall – Auch in diesem Jahr erwarten die Gemeinde Kall sowie die Organisatoren Dieter Klinkhammer und Rolf Gelhausen wieder mehr als 30.000 Besucher zur Kaller Herbstschau. Das Gewerbefest am Siemensring sowie der Markt auf der Bahnhofstraße finden am Tag der Bundestags- und Kaller Bürgermeisterwahl, also am Sonntag, 24. September, von 11 bis 18 Uhr statt. Begleitet wird das Treiben von einem verkaufsoffenen Sonntag, die Kaller Geschäfte haben von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Im Kaller Gewerbegebiet werden wieder viele Dutzend Aussteller Markt- und Infostände, Autohäuser, Verköstigungsstände, Kunsthandwerker und mehr ihr Produkte anpreisen und anbieten. Die Gewerbemeile ist diesmal sogar 200 Meter länger als im vergangenen Jahr. „Bisher war auf dem Siemensring in Höhe von TEAM-Industriebedarf Schluss, jetzt geht die Herbstschau bis zu den Nordeifelwerkstätten“, erzählte Dieter Klinkhammer, der für die Herbstschau verantwortlich ist.

Auf den zusätzlichen 200 Metern werden sich hauptsächlich zwei Märkte ansiedeln. Zum einen auf über 100 Metern der Hollandmarkt „Holland on Tour“. Niederländische Händler bringen Produkte wie Fisch, Käse, Holzklumpen, Poffertjes, Pommes Frites, holländisches Brot und Lakritz und Bonbons mit. Weitere 70 Meter nimmt der Kleintiermarkt Kommern ein, der Kleintiere von Hühnern und Gänsen bis hin zu Kaninchen zum Verkauf anbietet.

Eröffnet wird die Gewerbeschau um 11 Uhr auf der Bühne bei Möbel Brucker. Weil Kall derzeit keinen Bürgermeister hat und der neue an dem Tag gewählt wird, übernimmt voraussichtlich der stellvertretende Bürgermeister Uwe Schubinski die Eröffnung der Herbstschau – und zwar gemeinsam mit Stephan Kohl, dem Vorsitzenden des Kaller Gewerbevereins.

Jubiläum von Brucker und Hilfsgruppe integriert

Fest integriert in die große Schau, die mittlerweile Jahrmarktcharakter hat, ist das 65-jährige Bestehen des Möbelhauses Brucker sowie das 25-jährige Bestehen der Hilfsgruppe Eifel. Bereits am Vorabend der Herbstschau, also am Samstag, 23. September, findet auf der Bühne am Brucker-Lagerverkauf ein „Kölscher Abend“ statt. Von 18 bis 22.30 Uhr treten Colör, Klüngelköpp, Björn Heuser und die Linus-Show auf. „Der Siemensring ist deshalb an dem Abend von der Hüttenstraße bis zum Deutschen Roten Kreuz gesperrt“, berichtet Sigrun Hochscheid, Ordnungsamtsleiterin der Gemeinde Kall. Fortgesetzt werden die Bruckerfeierlichkeiten während der Gewerbeschau am Sonntag, 24. September, von 11 bis 17 Uhr mit einer Open-Air-Arena. Die Erlöse aus dem Familienfest kommen der Kaller Kinderkrebshilfe zugute.

Auch auf der Bahnhofstraße und dem Rathausvorplatz wird einiges an Trubel sein. Die GM-Märkte von Rolf Gelhausen errichten dort einen Markt mit Kunsthandwerk, Antiquitäten und Trödel. Bis zu 40 Händler haben schon zugesagt. Weitere Händler bieten Artikel für den täglichen Bedarf an. Der Kaller Künstler Stephan Schick zeigt mehrere seiner Bilder.

Ortsansässige Vereine dürfen sich auf der Bahnhofstraße ebenfalls präsentieren und vorstellen. Neben Kirmesbuden und einem Kindertrödelmarkt gibt es kulinarische Angebote von Hähnchen und Haxen über Wein bis Federweißer. Von 15 bis 18 Uhr tritt die Country-Sängerin Eva East auf dem Bahnhofsvorplatz auf.

Während der Herbstschau sind einige Straßen in Kall gesperrt. So ist der Siemensring vom Kreisverkehr Hüttenstraße bis zu den Nordeifelwerkstätten gesperrt sowie die Tanzbergstraße, die letztes Jahr noch offen war, bis zum Wäldchen. Die Firmen rund um die Nordeifelwerkstätten bieten Besuchern kostenlose Parkmöglichkeiten an. Auch die Bahnhofstraße ist vom VR-Bank-Nordeifel-Kreisel bis zum Rewe-Kreisel gesperrt. Zwischen den beiden Standorten in der Bahnhofstraße und dem Gewerbegebiet pendeln Shuttle-Busse.

pp/Agentur ProfiPress


Bei Ihnen sind die Kaller Wähler in besten Händen: Michaela Kratz (v.r.), Irene Emons und Azubi Nicolas Pütz. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Viel Arbeit mit der Doppelwahl

Kall wählt am 24. September einen neuen Bundestag und einen neuen Bürgermeister – Vorbereitungen laufen seit einem halben Jahr – 130 Wahlhelfer in insgesamt 19 Wahllokalen und zwei Briefwahlvorständen

Kall – Zum Wahllokal gehen, Kreuzchen auf Stimmzettel machen, die Stimmzettel in die richtige Urne werfen und auf das Wahlergebnis warten: Der Aufwand für den Wähler ist im Allgemeinen sehr gering. Anders sieht es für die Menschen aus, die hinter den Kulissen tätig sind – von den Mitarbeitern in den Wahlbüros der Verwaltungen bis hin zu den Wahlhelfern.

In Kall wird am Sonntag, 24. September, nicht nur ein neuer Bundestag gewählt. Für die Bürger der Gemeinde deutlich wichtiger ist die Bürgermeisterwahl. Der Wahlausschuss der Gemeinde hat jüngst die beiden Kandidaten, den Diplom-Kaufmann Hermann-Josef Esser (CDU) aus Kall und den Geschäftsführer Rolf Schneider (FDP) aus Golbach, für die Wahl zugelassen.

Irene Emons, Michaela Kratz und der Auszubildende Nicolas Pütz sind von Verwaltungsseite für die Doppelwahl verantwortlich. Die Vorbereitungen haben schon vor sechs Monaten begonnen. Der Wahlausschuss musste gebildet, die Wahlbezirke festgelegt werden, außerdem durften Bürgermeisterkandidaten ihren Hut in den Ring werfen. Auch die Stimmzettel müssen entworfen werden – wie man nach den Wahlpannen aus Köln weiß, gibt es beim „Design“ bestimmte Vorgaben.

Weil es für Bundestags- und Bürgermeisterwahl unterschiedliche Voraussetzungen gibt, mussten gleich zwei Wählerverzeichnisse erstellt werden. Denn den Bürgermeister dürfen auch schon 16- und 17-Jährige Kaller sowie Unionsbürger wählen. Für die Bundestagswahl gilt nach wie vor die Volljährigkeit und deutsche Staatsbürgerschaft als Voraussetzung. Außerdem haben beide Wahlen unterschiedliche Stichtage für die Erstellung der Wählerverzeichnisse. Bei der Bürgermeisterwahl ist es der 35. Tag (20. August), bei der Bundestagswahl ist es der 42. Tag vor der Wahl (13. August). Das ist wichtig bei Geburtstagen und Ummeldungen. „Aus diesem Grund müssen wir alles die Wählerverzeichnisse doppelt pflegen“, berichtet Irene Emons.

Um es den Bürgern bei der Wahl möglichst einfach zu machen, unterscheiden sich sowohl die beiden Wahlurnen als auch die beiden Stimmzettel farblich voneinander.

Bis zur Wahl hat das Wahlteam auch mit den Briefwählern viel zu tun. Ab sofort ist das Wahlbüro geöffnet, Irene Emons und Michaela Kratz sind dann innerhalb der Öffnungszeiten (montags bis freitags jeweils von 8 bis 12.30 Uhr und zusätzlich donnerstags von 14 bis 18 Uhr) für alle Fragen zur Wahl und für die Ausstellung von Briefwahlunterlagen erreichbar. „Da kommt man in der Regel erst nachmittags dazu, die eingegangenen Anträge abzuarbeiten“, weiß Emons aus Erfahrung. Die Briefwahlunterlagen können auch online unter www.kall.de beantragt werden. Bis Freitag, 22. September, 18 Uhr, ist eine Antragstellung möglich.

Arbeit auch am Wochenende

Auch am Wahlsamstag sind Irene Emons und Michaela Kratz noch im Einsatz, denn das Wahlbüro ist von 8 bis 12 Uhr geöffnet. In Krankheitsfällen können an diesem Tag auch noch Briefwahlunterlagen ausgestellt werden. Außerdem werden die Wählerverzeichnisse abgeschlossen und Kisten mit allen Unterlagen für die Wahlvorstände gepackt, die Wolfgang Kruff dann an die Wahlvorsteher liefert.

Bis zum Wahlsonntag um 15 Uhr bleiben die Briefwahlurnen, die sich im Rathaus befinden, verschlossen. Zwischen 15 und 18 Uhr findet eine erste Vorprüfung durch die beiden Briefwahlvorstände statt, etwa ob die Wahlscheine unterschrieben und gültig sind. Geöffnet und ausgezählt werden die Umschläge mit dem Stimmzettel natürlich erst nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr.

Dann zählen auch die 114 freiwilligen Wahlhelfer in den 19 Wahllokalen die Stimmen aus den aufgestellten Urnen aus. Sobald ein Ergebnis feststeht, erfolgt die Meldung ans Rathaus. Vier Mitarbeiter werden dort die sogenannte Schnellmeldung entgegennehmen und online an die Kommunale Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur in Frechen übermitteln. Auf diese Daten greifen der Kreis und die Kommunen schon seit vielen Jahren bei Wahlen zurück, um sie etwa in den Ratssälen oder den Internetseiten abzubilden.

Zunächst müssen übrigens die Stimmen zur Bundestagswahl in den Wahllokalen ausgezählt werden, erst danach die Stimmzettel der Bürgermeisterwahl. „Wir gehen daher davon aus, dass der neue Bürgermeister nicht vor 20 Uhr feststehen wird“, erklärt Michael Heller, der nach dem Ausscheiden von Bürgermeister Herbert Radermacher als dessen Vertreter derzeit erster Mann im Kaller Rathaus und für die Bürgermeisterwahl der Wahlleiter ist.

Doch auch nach der Wahl ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse und Stimmzettel beider Wahlen in den einzelnen Wahllokalen werden in versiegelten Umschlägen ins Kaller Rathaus gebracht. Auch wird je Wahl eine Niederschrift gefertigt. Die Niederschriften für die Bundestagswahl werden übrigens am Montag nach der Wahl ins Kreishaus gebracht.

Am Dienstag nach der Wahl tagt der Gemeindewahlausschuss, um das amtliche Bürgermeisterwahlergebnis zu bestätigen. Erst dann haben Hermann-Josef Esser und Rolf Schneider endgültige Gewissheit, wer von ihnen Bürgermeister ist. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt das Ergebnis als vorläufig. Das Kreis-Ergebnis der Bundestagswahl wird im Kreiswahlausschuss am 28. September bestätigt.

pp/Agentur ProfiPress


„Am Samstag geht es gegen den 1. FC: Ein klares 4:1!“ lautete der Tipp der 41 zum Gruppenbild versammelten Mitglieder des Borussia-Mönchengladbach-Fanclubs „Treue Nordeifel“ in Wallenthal. Foto: Stefan Lieser/RGG/KR/KStA/pp/Agentur ProfiPress

Borussen-Fanzentrale in Kall

„Fanclub Treue Nordeifel“ feierte in der „Hennes-Weisweiler-Allee“ im Gartenhäuschen der Familie Stoff in Wallenthal fünfjähriges Jubiläum – Hennes Weisweiler aus Lechenich wäre als Mitglied nicht aufgenommen worden - „Sperrzone verläuft 30 Kilometer um Köln – 41 Fans schwelgten in Erinnerungen an große Siege und tolle Reisen zu Auswärtsspielen im europäischen Ausland

Kall-Wallenthal – Die Eifel ist vielleicht nicht der Mittelpunkt der Welt, aber doch das Herz der kerneuropäischen Zentralprovinz. Und um die herum gibt es eine Menge prominenter Fußballklubs, denen man sich als Eifeler Fan anschließen könnte. Theoretisch jedenfalls . . .

Von Kall aus gesehen sind es 356 Kilometer Luftlinie bis zum Stadion des FC Saint Germain Paris, 234 Kilometer bis Ajax Amsterdam, 70 Kilometer bis zu Standard Lüttich, 51 bis zum 1. FC Köln und 70 bis zum neuen Nordparkstadion von Borussia Mönchengladbach.

Letzterem Verein halten eine Reihe Eifeler die Stange, 41 davon, die dem „Fanclub Treue Nordeifel“ angehören, trafen sich jetzt in Wallenthal zum fünfjährigen Gründungsjubiläum. Der Reporter Stefan Lieser war für die Rheinische Redaktionsgemeinschaft und die Medien der Gemeinde Kall mit von der Partie.

Er schreibt: „An der Fanzentrale in Wallenthal ist Schwarz-Grün-Weiß geflaggt, die »Raute« ist allgegenwärtig. Nicht die der Kanzlerin, sondern das Logo und die Vereinsfarben von Borussia Mönchengladbach sind gemeint. Stolz weht die Meter lange Clubfahne am Grundstück der Familie Stoff im Wind. Ungewohnt ist das ja schon im vermeintlichen FC-Köln-Stammland, in dem es mehr und mehr Einbrüche durch BVB-, Schalke- und vor allem Bayern-Fans geben soll.“

Die 41 „Fohlen“-Anhänger, Treueste der Treuen, sind aus Aachen, Neuss, Bad Münstereifel, Kommern, Scheven, Wallenthal – und selbstredend Mönchengladbach – angereist. Die Mitglieder im vor fünf Jahren gegründeten „Fanclub Treue Nordeifel“ sind unbeirrt: „Wenn nicht wir – wer sonst?“

Fast alle der zwischen Anfang 20 und über 60Jährigen sind Dauerkartenbesitzer für die Heimspiele im „Borussenpark“. Doch es geht auch aus der Eifel zu Auswärtsspielen, zum Beispiel, um Patrick Hermann, den Lieblingsspieler Maria Stoffs, zu unterstützen. Dabei steuern die „Treuen“ bisweilen nicht nur bundesdeutsche Stadien, sondern auch das europäische Ausland an.

 

In Liverpool erklang die Hymne

extra für die Fans aus der Eifel

 

In Barcelona, Rom, Sevilla, Manchester, Glasgow waren die „Treuen“ schon dabei, so Maria Stoff, die Kassiererin im Vorstand des Fanclubs, der 24 Euro Jahresbeitrag erhebt. Wer im Umkreis von 30 Kilometern um Köln herum lebt, hat übrigens schlechte Karten, als Mitglied aufgenommen zu werden.

„Das Geilste war eine Fahrt im Party-Bus mit Theke und Musik zum Spiel der Borussia auf Schalke“, erzählte Maria Stoff, Jahrgang 1968, dem Reporter. Die gebürtige Bescheiderin (Stadt Mechernich) ist seit ihrer Schulzeit Fan der Schwarz-Grün-Weißen. Warum, weiß sie selbst nicht mehr so genau.

Für Heinz „Charlie“ Blank, den „Presidente“ des Clubs, war „Liverpool das Highlight“, wo an der Anfield Road beim Premium-League-Spiel überraschend für die angereisten Eifeler Fans die „Gladbach-Hymne“ gespielt wurde. Ein Liverpooler Fanclub, der mit den Eifelern befreundet ist, hatte das arrangiert.

Ihr Fünfjähriges feierte die „Treue Nordeifel“ mit Obergärigem aus Köln in der Hand im und am Gartenhäuschen der Familie Stoff in Wallenthal. Im Innern hängen Fanschals der gegnerischen Vereine an den Wänden, mit Ausnahme des geächteten Clubs vom Rhein, den mit 4:0 beim Derby 2010 geschlagen zu haben, die „Treuen“ noch immer stolz sind. Das 2:1 der Geißböcke bei den Fohlen in der zurückliegenden Saison war kein Thema beim Jubiläum.

Über der Tür zum „Allerheiligsten“ Gartenhäuschen hängt ein Straßenschild: „Hennes–Weisweiler-Allee“. Der legendäre Trainer, gebürtiger Erftstädter ohne Aufnahmechance im Nordeifel-Fanclub, kam einst von Köln nach Gladbach und schuf dort die legendäre „Fohlen-Elf“.

Stefan Lieser schreibt abschließend: „Dass die Borussia sogar einmal aus der 1. in die 2. Liga abgestiegen ist, haben die 41 beim Gruppenbild zum Fanclubjubiläum verdrängt. Alles eine Frage der Einstellung! Maria Stoffs Enkeltochter hat jedenfalls einen »Borussia-Schnuller« im Mund. Nachwuchssorgen plagen den Club nicht . . .“

pp/Agentur ProfiPress


Die fünf jungen Künstler wurden von Sabine Heines (hintere Reihe von links) und Maf Räderscheidt unterstützt, Boris Brandhoff machte sich ein Bild von der Projektarbeit. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Cajóns gebaut und verschönert

Beim jüngsten Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall drehte sich alles um neue Kistentrommeln für das internationale Musikprojekt Kalimba – Zusammenarbeit mit dem DRK-Projekt „You Are Welcome“

Kall – Freude beim internationalen Musikprojekt Kalimba. Denn in Kürze hat jeder der jungen Nachwuchsmusiker eine eigene Cajón. Beim jüngsten Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall haben Projektleiter und Musiklehrer Reiner Klein und die Musiker die zwölfte Kistentrommel zusammengebaut. Diese wurde, wie auch die Cajóns Nummer neun bis elf, anschließend von Kindern im Rahmen des Integrationsprojekts „You Are Welcome“ des Deutschen Roten Kreuzes verschönert.

„Das Rotkreuz-Projekt ist eine Super-Bereicherung für das Begegnungscafé. Es ist toll, zu sehen, was daraus entsteht“, sagte Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall. Wieder waren Dutzende Menschen gekommen, um sich bei belegten Brötchen und einer Tasse Kaffee zu unterhalten.

„Wenn Maf Räderscheidt ihre Arbeit abgeschlossen hat, hat jedes Mitglied des Musikprojekts eine eigene Cajón“, erzählte Reiner Klein, während er die zwölfte Cajóns fertigstellte. Die Trommeln, die äußerlich aus Sperrholz bestehen, wurden erst geleimt, dann geschraubt. Im Innern befinden sich ein Resonanzteppich mit einer Schnarrsaite.

Anschließend wurde das optisch triste Instrument an Maf Räderscheidt und Sabine Heines vom „You Are Welcome“-Projekt übergeben. Alina, Sama, Walid, Jumna und Mayssam waren fünf der Kinder, die ihrer Kreativität vor den Augen der Besucher des Begegnungscafés freien Lauf lassen und sich auf den fünf sichtbaren Seiten der Cajóns künstlerisch austoben durften. Sie malten unter anderem eine Katze, Herzen und Blätterranken. Zum Abschluss nimmt die Künstlerin Maf Räderscheidt die Kistentrommeln mit nach Hause, wo sie abgeschliffen werden.

„Ich bin begeistert von der Arbeit von Maf und Sabine“, lobte Boris Brandhoff, Verfahrensberater im Bereich Soziales und Migration beim Roten Kreuz im Kreis Euskirchen. Gleichzeitig lobte er aber auch die Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde Kall. „Das Projekt ist hier auch deshalb so interessant, weil in Kall so viel geleistet wird.“

War Maf Räderscheidt auf künstlerischer und ausführender Seite des Projekts bislang Einzelkämpferin (gleichwohl zieht Barbara Fischer von der Integrationsagentur des DRK die Fäden hinter den Kulissen), hat das DRK ihr im März Sabine Heines an ihre Seite gestellt. „Das ist eine ideale Kombination“, attestiert Boris Brandhoff. Räderscheidt sei die „hochkreative Künstlerin“, Heines die „bodenständige, zupackende Organisatorin“.

Projekte, die „You Are Welcome“ umsetzt, sind unter anderem ein Skulpturen-Kunstprojekt in der Zentralen Unterkunftseinrichtung in Vogelsang, das Fluchthaus in Vogelsang sowie das Musikprojekt in Kall. Außerdem geben Maf Räderscheidt und Sabine Heines, die beim DRK schon seit Langem in der Familien- und Erwachsenenberatung tätig ist, lebensnahe Integrationskurse, etwa unter dem Titel „Wie tickt Deutschland?“

pp/Agentur ProfiPress


Rolly Brings und Sohn Benjamin gastieren am Samstag, 16. September, mit ihrem Programm „Vater & Sohn op Kölsch“ im Saal Gier in Kall. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Lesung mit Musik im Saal Gier

„Vater & Sohn op Kölsch – Rolly und Benjamin Brings gastieren am Samstag, 16. September, in Kall – Besucher sollen mitsingen

Kall – „Vater & Sohn op Kölsch – Lesung mit Musik in d’r Kneip“ lautet der Titel eines Unterhaltungsabends am Samstag, 16. September, ab 20 Uhr im Saal Gier in Kall. Rolly Brings, Kölner Musiker und Texter, wird den Abend in Kall zusammen mit seinem Sohn Benjamin gestalten. Der 74-jährige Liedermacher wurde durch sein Eintreten gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung bekannt und dafür vor zehn Jahren mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet.

Rolly Brings, der Lehrer an der Gesamtschule in Weilerswist war, ist der Vater von Peter und Stephan Brings, die zusammen in der Band Brings spielen, und von Benjamin Brings, der sich ebenfalls einen Namen als Musiker gemacht hat. Vater Rolly und der jüngste Familienspross Benjamin werden im Saal Gier aus ihren zahlreichen Werken „op kölsch“ vorlesen und musizieren. Damit die Besucher mitsingen und mitlesen können, bekommt jeder ein Textheft, das im Eintrittspreis von zehn Euro enthalten ist. „Es wird ein unterhaltsamer Abend“, freut sich der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier, Uwe Schubinski.

Karten zum Abend mit Rolly und Benjamin Brings gibt es ab sofort im Vorverkauf während der Öffnungszeiten in der Gaststätte Gier (Tel. 02441/4225) in Kall.

pp/Agentur ProfiPress

Das „Wir sind eifelgrün“-Zertifikat der Ene weist die Gemeinde Kall als Bezieherin von „echtem“ Ökostrom aus: (v.l.) Daniel Hecker, Markus Böhm und Michael Heller. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Kall setzt auf Ökostrom

Gemeinde hat ihre Stromversorgung komplett

auf „Ene eifelgrün“ umgestellt

Kall – Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. „Echten Grünstrom der Energie Nordeifel GmbH & Co. KG (ene) aus regenerativen Erzeugungsanlagen in der Region bezieht bereits seit dem 01. Januar 2017 die Gemeinde Kall. „Auf Basis unseres Klimaschutzkonzeptes und den damit verbundenen Zielen, aber auch auf Anregung der Politik haben wir unsere Stromversorgung komplett auf grünen Strom umgestellt“, berichtete Michael Heller, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, bei einem Pressetermin mit ene-Geschäftsführer Markus Böhm und Daniel Hecker, dem Klimaschutz-Beauftragten der Gemeinde Kall.

„ene eifelgrün“ stammt ausschließlich aus regenerativen Erzeugungsanlagen in der Eifel. Die Herkunft des Stromes wird über Regionalnachweise nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG 2017) dokumentiert.

Damit seien die Gemeinde Kall und die ene wieder einen Schritt weiter auf dem gemeinsam eingeschlagenen Weg zur klimafreundlichen Kommune, betonte Heller. Bereits 2014 wurden diese Anstrengungen mit dem „European Energy Award“ (EEA) in Silber belohnt, den die Gemeinde Kall als erste Kommune im Kreis Euskirchen erhielt. „Das nächste Ziel ist Gold“, so Heller.

Bei der Umsetzung ihrer Energieleitlinie nach einem strukturierten Plan helfe die Ene der Kommune mit dem nötigen Knowhow, sagte Böhm. Einen beachtlichen Erfolg bei der CO2-Verminderung als Hauptthema hat die Gemeinde Kall bereits erzielt: Seit 2011 verringerte sich der Stromverbrauch für die insgesamt 32 kommunalen Gebäude und für die Straßenbeleuchtung um 100.000 Kilowattstunden. „Das ist eine erhebliche Einsparung“, so Heller. Insgesamt belaufe sich der kommunale Stromverbrauch auf eine halbe Million Kilowattstunden.

Wie Klimaschutzmanager Daniel Hecker berichtete, läuft derzeit ein interkommunaler Förderantrag für aus Bundesmitteln finanzierte E-Fahrzeuge, den Kall federführend auch für Dahlem und Schleiden im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit auf die Schiene gesetzt hat.

Darüber hinaus gibt es bereits eine Reihe weitere Projekte wie die Klimaschutzmaßnahmen für Kindertageseinrichtungen und Schulen, das E-Mobil der Gemeinde, die Ökostrom-Tankstelle, die energiesparende Straßenbeleuchtung und die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Rathauses.

Seit das aus Fachleuten, Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern bestehende „Energie-Team“ 2011 ins Leben gerufen wurde, hat dieses ehrenamtlich tätige Gremium in bereits mehr als 50 Treffen an den Klimaschutzaktivitäten der Gemeinde gearbeitet. „Wichtig ist ein durchdachter Plan. In Kall werden alle Maßnahmen bewusst gesteuert“, lobt Markus Böhm die Umsetzung der Energieleitlinie in konkrete Projekte.

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Er würde es sofort wieder machen: Reiner Breiden spendete Stammzellen für eine 68-jährige Leukämie-Patientin. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Happy-End nach zwölf Jahren

Reiner Breiden spendete Stammzellen für eine 68-jährige Leukämie-Patientin – Typisierung war bereits 2005

 

Kall/Bad Münstereifel – „Ich würde es sofort wieder machen“, berichtet der 46-jährige Reiner Breiden aus Bad Münstereifel, der als Einrichtungsberater im Kaller Möbelhauses Brucker beschäftigt ist. Erst wenige Tage ist es her, dass der Familienvater durch eine Stammzellenspende in der Kölner Mediapark-Klinik das Leben einer noch ihm unbekannten 68-jährigen, an Leukämie erkrankten Frau gerettet hat.

Bei der schwierigen Suche der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) nach einem geeigneten Stammzellen-Spender hatte sich Reiner Breiden als die viel zitierte „Nadel im Heuhaufen“ entpuppt. Dabei lagen zwischen seiner Typisierung am 19. Juni 2005 und der jetzt erfolgten Stammzellenspende am 19. Juli – auf den Tag genau – zwölf Jahre und ein Monat.

Im Juni 2005 war Reiner Breiden dem Bluttest-Aufruf der Hilfsgruppe Eifel gefolgt, die damals in Flamersheim zusammen mit der DKMS eine große Typisierungsaktion gestartet hatte, um einen Stammzellenspender für den zweijährigen Jan Luca zu finden. 4.521 Menschen unterzogen sich an diesem Sonntag in der Flamersheimer Schule einem Bluttest. So auch Reiner Breiden, der zu dieser Zeit noch in Flamersheim wohnte.

In der Folgezeit wurde der Vater von zwei Kindern drei Mal von der DKMS angeschrieben, dass er eventuell für einen kranken Menschen als Stammzellenspender infrage komme. Doch zu wenige Gewebemerkmale stimmten mit denen der jeweiligen Zielpatienten überein. Denn für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale von Patient und Spender nahezu 100-prozentig übereinstimmen.

Und genau das macht die Suche nach einem geeigneten Spender so schwierig: Mehr als 8.500 dieser Merkmale können in Abermillionen unterschiedlichen Kombinationen auftreten.

Im vergangenen Dezember bekam Reiner Breiden erneut Post von der DKMS, die ihn bat, sich einem weiteren Bluttest zu unterziehen, weil er eventuell als Spender infrage komme. Zwei Monate später bat ihn die DKMS zu einer Feintypisierung.

Die Feintypisierung führte zu einem positiven Ergebnis. Am 16. Juni erkundigte sich die DKMS telefonisch, ob er für eine Spende zur Verfügung stehe. Breiden sagte zu. Danach ging dann alles recht zügig. Am 27. Juni erfolgte eine Voruntersuchung Breidens in der Kölner Mediapark-Klinik, um letzte gesundheitliche Kriterien, die eine Spende verhindert hätten, auszuschließen.

Breiden war topfit, und somit wurde die periphere Stammzellen-Entnahme, bei der die Stammzellen aus dem Blutkreislauf entnommen werden, auf den 19. Juli festgelegt. Um die Anzahl der Stammzellen in seinem Blut zu erhöhen, musste er sich fünf Tage lang selbst Spritzen mit einem Wachstumshormon verabreichen.

Für die Dauer der Stammzellen-Entnahme stellte ihn Firmenchef Andreas Brucker sofort frei. Die periphere Entnahme der Blutzellen erfolgte dann an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Der Familienvater erfuhr in Köln lediglich, dass es sich bei dem Empfänger der lebensrettenden Stammzellen um eine 68-jährige Frau aus Deutschland handelt. Schon wenige Tage später stand Breiden wieder an seinem Arbeitsplatz.

Kennenlernen darf Reiner Breiden die Stammzellen-Empfängerin, so sehen es die deutschen Richtlinien vor, frühestens in zwei Jahren. In der Zwischenzeit können beide allerdings über die DKMS anonym Kontakt aufnehmen und Briefe oder Geschenke austauschen. Nach der zweijährigen Kontaktsperre könne sich dann Spender und Patientin direkt schreiben oder sich persönlich treffen.

Rainer Breiden hofft nun, dass die 68-jährige Empfängerin wieder gesund wird. Es sei schön, Menschen helfen zu können; egal aus welchem Land sie kommen oder welcher Religion sie angehören, so Reiner Breiden: „Das Erlebnis, etwas Gutes getan zu haben, erzeugt ganz viele Glückshormone.“

pp/Agentur ProfiPress

 


Wieder einmal waren rund 200 Menschen ins Kaller Pfarrheim zum Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall gekommen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Michael Heller (r.), allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, würdigte die Initiatoren des Begegnungscafés, Dorothea Muysers und Hartmut Kieven. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Neue Nachbarn werden alte Freunde

Das Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall feierte zweijähriges Bestehen – Zahlreiche internationale Speisen mitgebracht – Großes Lob von Bürgermeister-Vertreter Heller

Kall – Michael Heller brachte es auf den Punkt: „Was hier in zwei Jahren passiert ist, ist ein ganz großer Erfolg.“ Was Kalls allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters zu diesem Lob bewogen hat, war im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus nicht schwer zu erahnen. Man musste sich nur umschauen und konnte erkennen: Das Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall ist zu einem Ort geworden, der Menschen verbindet - und nach zwei Jahren darf man auch mit Fug und Recht behaupten: Aus den „neuen Nachbarn“ sind „alte Freunde“ geworden.

Und diese hatten – organisiert von Miguelina Draht – diesmal auch zum großen Teil das Buffet gestellt, das wieder einmal rund 200 Menschen satt machte. Es gab Falafel mit Hummus, kleine Fladenbrote, die mit Satar (einer Gewürzmischung), Käse oder einer scharfen Paprika-Tomaten-Mischung belegt waren, Fol (aus Tomate, Zitrone, Öl und Knoblauch), Eintopf und Fatair (mit Käse gefüllte Blätterteig-Schiffchen). Wer eher Süßes mag, für den war etwa Kuchen mit Nüssen etwas. „In Syrien frühstücken wir aber gerne herzhaft“, verrät Ahmad Almohamad, der in Kall lebt.

Michael Heller würdigte in seiner Ansprache die ursprünglichen Initiatoren Dorothea Muysers und Hartmut Kieven. Heller dankte auch Pfarrer Hajo Hellwig dafür, dass die Kirche das Pfarrheim zur Verfügung stellt. „Blickt man in die Gesichter der Kinder, dann sieht man, was hier in den letzten zwei Jahren zustande gekommen ist. Sie haben Türen geöffnet“, lobte Heller. „Wir sind stolz auf euch und unsere neuen Nachbarn“, ergriff dann auch Dorothea Muysers das Wort. Mit dem Begegnungscafé sei ein Podium für den Austausch geschaffen worden. Weiter dankte Heller Wegbegleitern wie dem KoBiz des Kreises Euskirchen und den Wohlfahrtsverbänden, hier insbesondere dem Caritasverband für die Region Eifel e.V.

 

Die Kaller Integrationsbeauftragte Alice Gempfer wandte sich an alle Gäste, alteingesessene und neue Kaller, Geflüchtete aus dem Nachbarkommunen, Flüchtlingshelfer und viele weitere Wegbegleiter: „Ohne euren und Ihren Mut, unsere Angebote wahrzunehmen, gäbe es kein Begegnungscafé.“ Gemeinsam mit Miguelina Draht verteilte sie 24 Rosen an Besucher, darunter auch Kalls ehemaliger Bürgermeister Herbert Radermacher. Jede Rose symbolisiert eines der vergangenen 24 Begegnungscafés.

Untermalt war die Veranstaltung vom internationalen Kaller Musikprojekt Kalimba um den Musikpädagogen Reiner Klein. „Sie sind eine wichtige Begleitung der Begegnungscafés und man möchte gerne, dass sie immer weiter trommeln“, erzählte Heller. Die jungen Mitstreiter des Musikprojekts, das seit Kurzem vom Land NRW gefördert wird, zeigten eindrucksvoll, was sie bislang gelernt haben. Es waren rhythmisch durchaus anspruchsvolle Stücke, die sie mit Bravour meisterten. Viel Applaus erhielt auch der Auftritt von Mädchen, die am Ferienangebot des Bistums Aachen in Kall teilnahmen. „Wir hatten sowieso ein Tanzangebot vor und haben dann gefragt, ob die Mädchen nicht beim Begegnungscafé auftreten wollen“, erzählte Helmut Woelk, Jugendbeauftragter des Bistums Aachen in der Eifel.

Und dann war da ja noch das Helfer-Team, dem Heller dankte:Waltraud Tümmler, Marianne Berners, Maria Schmitz, Gertrud Schütten, Waltraud Forner, Annemie Söns und Helga Weckmann. Schon früh morgens wuseln sie durch die Küche, bereiten alles vor und kommen selbst nicht dazu, einen Happen zu essen. Das war diesmal anders. Die Damen haben tatsächlich Platz genommen, eine Tasse Kaffee getrunken und etwas gegessen. Doch schon nach kurzer Zeit sah man die fleißigen Bienen wieder im Küchenbereich arbeiten. „Wir können eben nicht anders“, sagte Waltraud Tümmler dazu.

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Die Grünkolonne Scheven freut sich sehr über die Anschaffung des Anhängers, der den Männern die Arbeit erleichtert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Heinzelmännchen von Scheven

Seit drei Jahren putzt die Grünkolonne das Dorf heraus – Neuer Anhänger als Arbeitserleichterung – Zehn Männer zwischen 56 und 80 Jahre leisten 400 bis 500 Arbeitsstunden pro Jahr

Kall-Scheven – Was einmal als ein monatliches Treffen im Sommer geplant war, um Scheven ein wenig aufzuhübschen, ist mittlerweile zu einem Treffen zweimal im Monat und zwar das ganze Jahr über geworden – und dann auch noch länger, denn statt ursprünglich geplanter drei Stunden dauert ein Termin nun vier Stunden. Den nötigen Fleiß kann man der „Grünkolonne Scheven“ also nicht absprechen – im Gegenteil. „400 bis 500 Arbeitsstunden kommen da jedes Jahr zusammen“, ist sich Schevens Ortsvorsteher Hans Reiff sicher.

Besonders jetzt, im Sommer, wo alles sprießt und wächst, gibt es für die zehn Mitglieder der Grünkolonne einiges zu tun. Neben Arbeiten am Pfarrheim, am Dorfsaal und auf dem Friedhof pflegen sie etwa die Hälfte der 33 Beete in Scheven und setzen die 50 Bänke in Scheven, Wallenthal und Dottel instand. „Da ist nie was dran gemacht worden, deshalb haben wir diese Aktion Bänke begonnen“, berichtet Reiff.

Vor rund fünf Jahren hatte Hermann Josef Cremer vom Heidehof die Idee. „Die Idee lag dann in der Schublade. Als ich Ortsvorsteher wurde, haben wir sie wieder ausgegraben“, so Reiff weiter. Im Herbst 2014 gründete sich die Grünkolonne dann offiziell. Seitdem haben sie schon einige große Projekte abgeschlossen.

Das Schevener Wäldchen in Richtung Kalenberg wurde aufgehübscht. Dabei wurden unter anderem Altholz und umgekippte Bäume entfernt. Das Hahnebömsche, eine jahrhundertealte Eiche, wurde freigestellt. Es war mittlerweile von weiteren Eichen umgeben. Als Ersatz wurden Ginsterbüsche gepflanzt. Auch der Parkplatz unterhalb des Bahnhofs wurde instandgesetzt, an der Klus wurde ein Platz gepflastert. „Das ist ein beliebter Platz für Radfahrer, und zwar nicht nur aus Scheven, deshalb soll da eine Bankgarnitur aufgestellt werden“, erzählt Reiff.

Seit Kurzem haben die zehn ehrenamtlichen Dorfverschönerer auch zweirädrige Unterstützung. Dank einer 1000-Euro-Spende der Drogeriemarktkette „dm“ – Scheven hatte an einer Bürgerbeteiligungsaktion teilgenommen – konnte ein Anhänger angeschafft werden. Weiteres Geld dafür stammt aus einem Dorffest sowie Spenden. Damit wurde auch Werkzeug erworben, darunter auch ein Sitzrasenmäher, ein normaler Rasenmäher, ein Freischneider und eine Kettensäge.

„Bislang hatten wir das Werkzeug an mehreren Stellen untergebracht und ich war die ersten anderthalb Stunden nur damit beschäftigt, es abzuholen und dahin zu bringen, wo wir es brauchen“, erzählt Reiff. Das gehört nun aber der Vergangenheit an, denn das meiste Werkzeug findet auf dem Anhänger seinen Platz.

Zur Grünkolonne gehören Kalle Klinkhammer (mit 56 Nesthäkchen und der einzige, der noch berufstätig ist, Karl-Wilhelm Schneider, Raimund Vossen, Hennes Jubelius, Peter Schildgen, Rolf Preuss, Helmut Hoffmann, Engelbert Hahn, Hans Reiff sowie mit 80 als Ältester Hermann Josef Cremer. Auch der Pensionär Arnold Bergheim unterstützt die Grünkolonne immer wieder.

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Präsentierten im Fitness-Studio FitGym24 in Euskirchen den Weltrekordversuch. Von links: Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel, Studioinhaber Ralf Jammertzheim, Weltrekordler Michael Schlögel und dessen Trainer Axel Preusse. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Weltrekord für die Hilfsgruppe

Einsatz für krebskranke Kinder – Der 41-jährige Athlet Michael Schlögel will am 2. September im Studio „FitGym24“ in Euskirchen ein Gewicht von 33,6 Kilo mehr als 1288 Mal drücken – Vorher Besuch in der Kinderkrebsklinik in Bonn – Sponsoren willkommen

Kall/Euskirchen – Er ist zwar nur 1,65 Meter groß, aber er hat ein ganz besonders großes Herz für kranke Kinder. Und für diese will der 41-jährige Einzelhandelskaufmann und Fitnesstrainer Michael Schlögel aus Euskirchen seine ganze Kraft aufwenden. Im Euskirchener Fitness-Studio „FitGym24“ startet Schlögel am Samstag, 2. September, unter dem Motto „Stark für Kinder“ einen Weltrekordversuch zugunsten der Hilfsgruppe Eifel.

An diesem Tag will Schlögel im FitGym24 von 12 bis 13 Uhr seinen eigenen Weltrekord im einstündigen Schrägbankdrücken brechen. Das bedeutet, dass er auf der Schrägbank liegend innerhalb von 60 Minuten eine 33,6 Kilo schwere Hantelstange mehr als 1288 Mal hochdrücken muss. Es gilt also beim Rekordversuch ein gedrücktes Gesamtgewicht von 43.276,8 Kilogramm zu überbieten. Erst im April dieses Jahres hatte der 41-Jährige aus Augsburg stammende Athlet diesen Weltrekord, den er nun am 2. September zugunsten krebskranker Kinder „knacken“ will, aufgestellt.

Bei einer Pressekonferenz in Euskirchen stellte Michael Schlögel die Organisation und den Ablauf des Weltrekordversuches vor. Wie Ralf Jammertzheim, Inhaber des Fitness-Studios, berichtete, wird es an diesem Samstag ein großes Rahmenprogramm rund um das FitGym24 geben. „Alle Erlöse gehen an die Hilfsgruppe“, kündigte Jammertzheim an. Deshalb hoffe man auf viele Besucher.

Wie Michael Schlögel mitteilte, würden als Hinweis auf die Aktion „Stark für Kinder“ Armbänder zum Preis von zwei Euro verkauft. Tausend sind schon weg, Tausend sind aber noch da“, ließ Schlöger verlauten. Die Herstellung der Armbänder sowie der Werbeflyer seien von der Familie Aigner gesponsert worden. Die betreibt in Euskirchen das Sportgeschäft „Runners Point“ und hat schon mehrere Aktionen zugunsten der Hilfsgruppe Eifel veranstaltet.

Michael Schlögel hat viel mit sportlichen Menschen zu tun. Er arbeitet bei „Runners Point“ als Einzelhandelskaufmann und bekam auch von dort den Tipp, den Weltrekordversuch zugunsten der Kaller Hilfsgruppe zu veranstalten. Als Sponsor konnte Schlögel auch die Kommerner Firma Glasmacher gewinnen. Sie spendet für jedes Durchdrücken der Hantel 20 Cent. Schlögel: „Weitere Sponsoren sind willkommen, damit so viel Geld wie möglich für kranke Kinder zusammenkommt.“

Bei der Aktion solle es hauptsächlich um die Hilfe für krebskranke Kinder gehen; er sei nur der Akteur beim Weltrekordversuch, erklärte Michael Schlögel. Es sei wichtig, die Menschen für die Unterstützung der Kinderkrebshilfe zu sensibilisieren. In Kürze werde er deshalb auch die Kinderkrebsstation der Bonner Uni-Klinik besuchen. „Mir ist es wichtig, selbst einen Eindruck vor Ort zu bekommen“, so der 41-jährige Junggeselle.  

Derzeit trainiert Schlögel, der nach Feierabend und in seiner Freizeit als Fitnesstrainer im FitGym24 tätig ist, fast täglich zwei bis drei Stunden mit seinem Trainer Axel Preusse für den Weltrekord. Über 44.000 Kilo habe er schon geschafft. „Aber jedes Ergebnis ist auch von der Tagesform abhängig“, weiß Trainer Preusse. Wichtig seien an erster Stelle Kondition und Kraft sowie das Einhalten des Rhythmus. In der Woche vor dem Wettbewerb werde er allerdings sein Trainingspensum zurückfahren, berichtet Michael Schlögel, um nicht ausgepowert in den Wettbewerb zu gehen.

Der Weltrekordversuch wird von Beobachtern der internationalen Organisation „The Book of Alternative Records“ durch Videoaufnahmen überwacht. Die Beobachter überzeugen sich auch davon, ob Maße und Gewichte der Hanteln stimmen und ob Schlögel die Gewichte in die maximale Höhe drückt. „Schummeln ist also nicht drin“, beschreibt Studioinhaber Ralf Jammertzheim die Seriosität des Wettbewerbs.

Hilfsgruppenvorsitzender Willi Greuel freut sich schon auf die spektakuläre Aktion: „Wir sind glücklich darüber. Sowas haben wir in den 25 Jahren unseres Bestehens noch nicht erlebt.“ Das Geld könne die Hilfsgruppe gut brauchen, denn bezüglich der Unterstützung der Bonner Kinderkrebsklinik ständen große Herausforderungen an.

Die Klinik, so Greuel, werde von der Konrad-Adenauer-Allee auf den Venusberg verlegt. Damit verbunden sei auch die Verlegung des Elternhauses von der Joachimstraße in Bonn auf den Venusberg. Bisher seien Klinik und Elternhaus mit über 930.000 Euro unterstützt worden. „Da wollen wir jetzt im Rahmen der Umzüge noch ein Schüppchen drauflegen“, kündige Willi Greuel an.

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Neben den Mitgliedern des Chores waren auch Musiker des Orchesters und Freunde als Gäste zu dem gemütlichen Miteinander gekommen. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Stabwechsel nach 45 Jahren

Hans-Peter Göttgens als Leiter des Kirchenchor Steinfeld verabschiedet – Neuer Leiter Mathias Staut eingeführt – Mehr als 50 Gäste im Probenraum

Kall Steinfeld – Es war mehr als nur der Abschied eines Chorleiters. Eine Ära ist in Steinfeld zu Ende gegangen, als Hans-Peter Göttgens beim Hermann-Josef-Fest den Dirigentenstab des Kirchenchores an der Basilika in Steinfeld nach 45 Jahren aus der Hand gab. Bei einer Feier mit den Mitgliedern des Chores, zu denen sich auch Musiker aus dem Orchester und Gäste einfanden, stellte Göttgens seinen Nachfolger vor. Für die Gestaltung des Abends sorgten die Mitglieder des Chores, die mit selbsteinstudierten Sketchen für viele Lacher und gute Laune sorgten.

„Ich habe viel Parallelen entdeckt“, sagte Göttgens mit einem Blick auf Mathias Staut, der ab 1. August die Leitung des Chores übernehmen wird. Genau wie er habe Staut bereits als Jugendlicher, ähnlich wie Göttgens, Messen an der Orgel begleitet. Staut lebt seit elf Jahren im Rheinland und ist zurzeit in Düsseldorf am Comenius-Gymnasium als Musiklehrer tätig.

„Ich habe eine Leidenschaft für Kirchenmusik“, bekannte der 33-Jährige lächelnd. In Köln legte der gebürtige Saarländer das A-Diplom für Kirchenmusiker ab, bevor er ein Studium auf Lehramt für Gymnasien draufsattelte. Im Kölner Dom konnte er, da er Orgel im Hauptfach gehabt habe, auch die Mittagsgebete begleiten.

„Meinen Master habe ich in Trossingen gemacht“, berichtete er. Dabei habe er besonders seine Fähigkeiten in der Chorleitung vertieft. An der Düsseldorfer Schule baue er derzeit einen Chorzweig aus, berichtete er.

Als er die Stellenausschreibung des Steinfelder Chores gesehen habe, habe er erst einmal Feldforschung betrieben. „Ich bin in Steinfeld gewesen, habe eine Messe besucht und das Klosterbier probiert“, erzählte er verschmitzt. Dabei stellte er fest, wie intensiv in der Eifel die Kirchenmusik betrieben werden. „Die Region ist besonders und die Steinfelder Messen sind besonders“, befand er.

Die Probe geprobt

Kurz nach Ostern lernte er bei einer „Probeprobe“ den Chor kennen. „Das hat gepasst“, erinnerte sich der sympathische Saarländer an diese Gelegenheit. Stefan Hönig, Vorsitzender des Kirchenchores, erging es ähnlich. Stauts Art, an die Musik heranzugehen, habe den Chor überzeugt, sagte er.  „Wir brauchen Schwung, und das hat er dem Chor vermittelt“, so Hönig.

Von dem allgemeinen Mitgliederschwund der Vereine in der Eifel ist auch der Steinfelder Chor nicht verschont geblieben. 35 Mitglieder sind derzeit aktiv. Göttgens hat es immer verstanden, neue Menschen an das Gesangsensemble heranzuführen, und auch Staut sieht das als zentrale Aufgabe an. Eine Facebookseite ist bereits eingerichtet, um über die Aktivitäten des Chores zu informieren. Eine Chance sieht Staut in der Attraktivität des Steinfelder Chores. „Viele Mitglieder kommen von außerhalb“, hat er bereits erfahren. Mit besonderen Aufführungen will er weiter für den Chor werben. Unterstützung erhofft er sich von seinen Studienkollegen, die vor allem im Rheinland beruflich aktiv sind. „Ich hoffe, durch Projektarbeit und Mitsingkonzerte Menschen Gelegenheit zum Reinschnuppern zu geben und sie dabei für den Chor begeistern zu können“, erzählte er.

„Ich bin froh, dass wir so einen wertvollen Menschen gefunden haben“, sagte Pastor Wieslaw Kaczor, der sich als Gast eingefunden hatte. Staut bringe viel frische Energie mit sich.

Bei der Zusammenkunft wurden auch Ehrungen für langjährige Mitglieder ausgesprochen. Josef Mölder wurde für zehn Jahre Mitgliedschaft im Chor geehrt. Johannes Biada ist seit 25 Jahren Mitglied. Für 40 Jahre wurden Adolf und Barbara Milfeit mit der Ehrennadel in Gold des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes (ACV) ausgezeichnet. Die ACV-Verdienstnadel wurde Hans-Peter Göttgens verliehen.

Der Chor verabschiedete sich außerdem von den Mitgliedern Helga Bischof nach 16 Jahren, Hermann Rese nach zwölf Jahren sowie von Angelika Gehrke und Peter Steinbusch, beide nach 45 Jahren.

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Der Autoscooter wird auch in diesem Jahr wieder Dreh- und Angelpunkt bei den Jugendlichen auf der Kaller Kirmes darstellen. Archivfoto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Von Auto-Scooter bis Schießwagen

Kaller Kirmes vom 26. bis 28. August – Parallel Kram- und Trödelmarkt in der Bürgerhalle – Kirmesball samstags in der Gaststätte Gier – Maigeloog gräbt Knochen aus

Kall – Am letzten Augustwochenende – und damit in diesem Jahr am Ende der Schulferien – wird in Kall wieder Kirmes gefeiert. Von Samstag, 26., bis Montag, 28. August, haben die zahlreichen Buden am Kirmesplatz in der Auelstraße geöffnet.

Die Kirmes beginnt traditionell mit dem Ausgraben des Kirmesknochens durch das Maigeloog am Kirmessamstag um 17.30 Uhr am evangelischen Altenheim im Vogtpesch. Anschließend marschiert das Maigeloog, musikalisch unterstützt von der Musikkapelle Kall, zum Kirmesplatz. Dort wird Ortsvorsteher Guido Keutgen die Kirmes offiziell mit dem Fassanstich eröffnen.

Der Kirmesball findet um 20 Uhr in der Gaststätte Gier statt. Die Band „De Schlingele“ lädt die Besucher mit Livemusik zum Tanzen ein.

Auf dem Kirmesplatz werden die Jahrmarkts-Beschicker vier Fahrgeschäfte aufstellen: den Auto-Scooter, die Raupenbahn, das Karussell „Schatzinsel“ sowie den Safari-Jet. Auch bei den „Magic Games“, am Schießwagen, am Ping-Pong-Wagen und der Pfeilwurfbude wird eine Menge Kurzweil geboten.

Der Getränkefachhandel Schmitz und der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier sorgen mit ihren beiden Getränkeständen auf dem Kirmesplatz dafür, den Durst der Besucher zu löschen. Für den Hunger haben zwei Imbissbuden, von denen eine auch Reibekuchen anbietet, ein Eiswagen sowie ein Verkaufswagen mit Mandel- und Süßwaren allerlei Leckereien im Angebot.

Parallel zur Kirmes findet an allen drei Kirmestagen ein Kram- und Trödelmarkt in der und rund um die Bürgerhalle statt. Die Toiletten in der Bürgerhalle sind während der Kirmes für die Besucher geöffnet.

Während der Kirmes muss die Auelstraße zum Teil gesperrt werden. Die Sperrung reicht von der Hauptschule bis zur Bürgerhalle. Wegen der Schulferien entsteht keine Beeinträchtigung des Schulbusverkehrs.

pp/Agentur ProfiPress


Der Jugendbus legt in den Ferien einen extralangen Stopp auf dem Parkplatz der Kaller Kirche ein. Archivfoto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Kinder und Jugendliche „besetzen“ Parkplatz

Ferienangebot des Bistums Aachen vor der Kaller Kirche – In der ersten Ferienwoche macht der Jugendbus der Linie Zwo täglich von 10 bis 17 Uhr Halt

Kall – Die Jugendarbeit in der Eifel des Bistums Aachen bietet in der ersten Sommerferienwoche in Kall ein Angebot für Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 14 Jahre an. Von Montag, 17. Juli, bis Freitag, 21. Juli, werden Kinder und Jugendlichen den Parkplatz an der Kirche St. Nikolaus „besetzen“, wie Helmut Woelk, Jugendbeauftragter des Bistums Aachen, es scherzhaft nennt.

Täglich von 10 bis 17 Uhr steht der Jugendbus der „Linie Zwo“ als Anlaufstelle bereit. Der Parkplatz wird zum „Spielraum“, angeboten werden zahlreiche Aktionen: Spielen, tanzen, malen, Graffiti, Karaoke, Geocaching und natürlich das alltägliche Zubereiten des Mittagessens.

Die Kinder und Jugendliche sollen aktiv ihren Lebensraum in dieser Woche gestalten – ohne Leistungsdruck und ohne durch von Erwachsenen definierte Zielvorgaben. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln des „Diözesanen Migrationsfonds“ des Bistums Aachen, einer Spende der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen sowie Teilnehmerbeiträgen.

pp/Agentur ProfiPress


Stolz präsentieren sich die neuen Fachkräfte im Gastgewerbe mit ihren Prüfungszeugnissen der IHK Aachen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Prüfungsstress ist nun vorbei

Feierliche Lossprechung der frisch gebackenen Fachkräfte des Gastgewerbes – Den Lehrkräften des Berufskollegs Eifel mit Blumen und Präsenten gedankt – IHK übergab die Zeugnisse

Kreis Euskirchen/Disternich – Es herrschte Partystimmung in der voll besetzten Bürgerhalle in Disternich, wo die Eifeler Sektion des Verbandes der Servierkräfte, Restaurant- und Hotelfachmeister (VSR) und der Club der Köche (CdK) Nordeifel-Euskirchen-Düren für ihren Berufsnachwuchs aus den Kreisen Euskirchen und Düren eine große Lossprechungsfeier organisiert hatten. Nach drei harten Lehrjahren und der jetzt bestandenen Gesellenprüfung hätten die neuen Fachkräfte allen Grund, ihren Erfolg zu feiern, waren sich der VSR-Vorsitzende Hans Josef Rick und der CdK-Vorsitzende Markus Schmitz einig: „Der Prüfungsstress ist nun vergessen“.

Doch bevor der Berufsnachwuchs des Eifeler Gastgewerbes das Buffet stürmen und das Tanzbein schwingen konnte, stand zuerst die Übergabe der Zeugnisse durch die Industrie- und Handelskammer Aachen auf dem Programm. Referatsleiter Michael Arth, bei der IHK für Aus- und Weiterbildung zuständig, richtete vor der Übergabe der Zeugnisse seinen Dank an die Arbeitgeber, an die Berufskollegs Eifel in Kall und Nelly Pütz in Düren sowie an die Eltern, die während der Ausbildung und der harten Prüfung ihrer Kinder mitgelitten hätten.

Wie hoch die Ansprüche sind, die im Gastgewerbe an den Berufsnachwuchs gestellt werden, spiegelten die Prüfungsergebnisse wider. Bei der Winterprüfung 2016/17 und der jüngsten Sommerprüfung hatten sich insgesamt 71 junge Männer und Frauen in den Sparten Beiköche/Fachpraktiker Küche, Fachkräfte im Gastgewerbe, Hotelfachleute, Köche und Restaurantfachleute den schweren Prüfungsaufgaben gestellt. 17 der 71 Absolventen hatten die Prüfung nicht bestanden.

Die Prüfungsbesten wurden mit Präsenten der Kreissparkasse Düren beschenkt. Bestnoten erreichten Restaurantfachfrau Margit Mossakowski (ETEM Bildungsstätte Bad Münstereifel), die Hotelfachfrauen Caroline Sophia Hasenberg (Hotel Klostermühle Heimbach) und Saskia Küppers (Landhotel Kallbach Hürtgenwald), die Köchinnen Isabell Bartmus (Restaurant Schloss Schleiden), Kathrin Drehsen (Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung) und Anne Heck (Eifelhöhenklink Marmagen) sowie die Köche Can Dean Gleisberg (Kurhaus Betriebsgesellschaft Bad Münstereifel) und Tomasz Maruszcyk (Ameron Parkhotel Euskirchen).

Der Leiter des Berufskollegs Eifel, Jochen Roebers, und einige Pädagogen nutzten die Lossprechungsfeier in Disternich dazu, den erfolgreichen Prüfungsabsolventen des Berufskollegs Eifel, die Abschlusszeugnisse der Schule zu überreichen. Zwei von ihnen, die Hotelfachkräfte Daniel Michatz und Christian Blanco (Beide Ameron Parkhotel Euskirchen), hätten das Angebot der Schule angenommen, eine Zusatzqualifikation „Tourismus und Veranstaltungen“ zu erwerben.

Aufgrund des demografischen Wandels und der vermehrten Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften habe das Berufskolleg Eifel gemeinsam mit dem Kreis Euskirchen vor zwei Jahren entschieden, diese zwei Jahre dauernde Zusatzqualifikation im Bereich Tourismus und Veranstaltungen anzubieten. Zu den regulären Unterrichtszeiten, so Roebers, fallen für diese Qualifikation wöchentlich zwei zusätzliche Unterrichtsstunden an. Der Schulleiter dankte den Ausbildungsbetrieben, die ihren Azubis diese zwei zusätzlichen Wochenstunden in der Schule ermöglichten.

Mit Blumen und Präsenten bedankten sich die frischgebackenen Fachkräfte des Kaller Berufskollegs bei Jochen Roebers und den Pädagogen Claudia Weckmann-Schindler, Jessica Darmer, Andreas Strauch und Wilfried Hamacher.

Zum Ende des offiziellen Teils der Lossprechung vollzog der Club der Köche Nordeifel noch eine besondere Ehrung. CdK-Vorsitzender Markus Schmitz überreichte Küchenmeister Karl-Heinz Kruff von der Kermeterschänke in Wolfgarten eine Ehrenurkunde für dessen 40-jährige Mitgliedschaft im Köcheclub Nordeifel. Den hatte Kruff damals mitgegründet.

CdK und VSR, die seit vielen Jahren die Hilfsgruppe Eifel unterstützen, nutzten die Lossprechungsfeier für eine Hutsammlung zugunsten der Kaller Kinderkrebshilfe, die über 500 Euro erbrachte. Für die großzügige Unterstützung bedankte sich Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel und erinnerte an die Spargelschälaktion, die CdK und VSR im Mai im Möbelhaus Brucker in Kall für die Hilfsgruppe gestartet hatten.

pp/Agentur ProfiPress


Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung Lebenshilfe überreichten einen Scheck über rund 67.000 Euro. Damit soll die Inneneinrichtung mitfinanziert werden. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

4,2-Millionen-Bau in Kall eingeweiht

Lebenshilfe nimmt neues Zentrum an der Kaller Hindenburgstraße in Betrieb – Wohnraum, Betreuungs- und Beratungszentrum sowie Veranstaltungsort auch für Vereine und Institutionen – Das Ziel heißt Integration Behinderter

Kall – Das neue Zentrum der „Lebenshilfe“ in Kall ist fertig. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren und Investitionen in Höhe von 4,2 Millionen Euro wurde es im Beisein 50 geladener Gästen aus Kreis- und Kaller Gemeindepokalpolitik eingeweiht. Bereits im April waren seine Bewohner, 21 Menschen mit Behinderungen, dort eingezogen.

Mit der Eröffnung des neuen Gebäudes verfügt die Lebenshilfe, Kreisvereinigung Euskirchen, nun in Kall über fünf verschiedene Einrichtungen. „Wir haben in diesem Jahr ein kleines Jubiläum – vor 25 Jahren eröffnete die Lebenshilfe in Kall ihr erstes Wohnhaus“, erklärte Geschäftsführer Bernd Milz während der Feier.

Die Lebenshilfe fühle sich gut integriert in Kall. Um den zukünftigen gesetzlichen Bestimmungen entsprechen zu können, seien in der Wohnstätte an der Zinnstraße Schlafplätze in Doppelzimmern abgebaut worden. Diese Bewohner wohnten nun in der neuen Einrichtung an der Hindenburgstraße in Einzelzimmern.

Der Journalist Stephan Everling schreibt in den in Kall erscheinenden Kölner Tageszeitungen: „In dem Haus gibt es zwölf Plätze in der Wohnstätte und acht Appartements für ambulant betreutes Wohnen, eines davon als Paarwohnung.“

 

So eigenständig wie möglich

 

„Wir haben ein System geschaffen, das es möglich macht, sich von der Komplettbetreuung bis zur Eigenständigkeit zu entwickeln“, freute sich Bernd Milz in seiner Ansprache bei der Einweihung. Im Bedarfsfall sei es aber auch möglich, die entgegengesetzte Richtung zu gehen und die Betreuung zu intensivieren.

Ein Element in dem flexiblen Spektrum an Betreuungsmöglichkeiten sei das ambulant betreute Wohnen. Dabei haben die Bewohner eigene Bezugsbetreuer, von denen sie vier bis fünf Stunden pro Woche mit dem Ziel der völligen Eigenständigkeit unterstützt werden. Außer den Bewohnern im Haus leben noch 18 weitere Menschen in externen Mietwohnungen unter Mithilfe des ambulanten betreuten Wohnens.

Leiterin des Fachdienstes ist Simone Meznarak. „Wir haben jetzt neu einen Frühdienst installiert, der die Menschen ab 6 Uhr morgens unterstützt mit Motivationshilfen und der Beseitigung kleiner Wehwehchen, Arztbesuchen und Ähnlichem“, erläuterte sie dem Journalisten Stephan Everling.

Im neuen Zentrum findet sich auch ein Freizeit-, Bildungs- und Begegnungszentrum. „Wir wollen den Raum auch Vereinen und Organisationen zur Verfügung stellen“, kündigte Bernd Milz den geladenen Gästen an, darunter auch Vertreter von Rat und Verwaltung der Gemeinde Kall und der bisherige Bürgermeister Herbert Radermacher, in dessen Ägide der 4,2-Millionen-Euro-Bau an der Hindenburgstraße in Angriff genommen und fertiggestellt worden war.

Im neuen Lebenshilfe-Zentrum sollen pro Jahr 160 Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Institutionen angeboten werden, so Stephan Everling im „Kölner Stadt-Anzeiger“ und in der „Kölnischen Rundschau“. Darüber hinaus haben im Gebäude auch die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung im Kreis Euskirchen und der Fachdienst „New Job“ der Nordeifelwerkstätten eine neue Wirkungsstätte gefunden.

 

Scheck von der Stiftung Lebenshilfe

 

„Nur mit Wohnraum ist es nicht getan“, sagte Landrat Günter Rosenke in seinem Grußwort. Viele Bausteine seien dazu notwendig, die rund 6000 Menschen mit schweren Behinderungen im Kreis Euskirchen zu integrieren. Das neue Kaller Haus werde den besonderen Bedürfnissen der Bewohner gerecht.

Wolfgang Gläser, Vorsitzender der Lebenshilfe Euskirchen, dankte den vielen Institutionen und Spendern, die eine Finanzierung ohne öffentliche Finanzmittel möglich gemacht hatten. Neben einer Spende von 360.000 Euro von der Aktion Mensch hat die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW 180.200 Euro zu den Baukosten beigesteuert. Um die Inneneinrichtung zu finanzieren, überreichten Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung Lebenshilfe einen Scheck über rund 67.000 Euro.

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Ein „schlechtes“ Zeugnis ist kein Grund zur Verzweiflung. Hilfe gibt es auch für Kaller Schüler Hilfe am Kummertelefon des Kreises unter (0 22 51 / 81 068-0). Foto: Anne Garti/pixelio/pp

Keine Angst vorm Zeugnis

Auch Sitzenbleiben ist keine Katastrophe - Zeugnistelefon der Schulberatungsstelle hilft in allen Lebenslagen und bei Fragen

Kall – Auch Zeugnisschreiber und Notengeber können sich in der Einschätzung von Menschen irren. Das haben sie schon oft unter Beweis gestellt. Deshalb sollten sich Schülerinnen und Schüler auch nicht allzu viele Sorgen machen, wenn es am Freitag, 14. Juli, zum Schuljahresende in Nordrhein-Westfalen Jahreszeugnisse gibt.

Die Schulberatungsstelle (Schulpsychologischer Dienst) des Kreises hat eigens ein Zeugnistelefon eingerichtet (0 22 51 / 81 068-0), an das sich Schülerinnen und Schüler und Eltern bei Fragen, Sorgen oder Problemen rund um das Thema Zeugnis wenden können.

Am Apparat sind erfahrene Schulpsychologen/-innen, die sich an die Schweigepflicht halten und alle Telefonate vertraulich behandeln. Kreispressereferent Wolfgang Andres: „Die Schulberatungsstelle ist darüber hinaus das ganze Jahr über für Fragen rund um das Thema Schule erreichbar.“

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Die deutsche Sprinthoffnung Maurice Huke (stehend, 3.v.l.) trainierte mit Schülern des Hermann-Josef-Hauses in Urft. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Sprint-Training mit dem Profi

Maurice Huke von der TV Wattenscheid 01 war an der Schule des Hermann-Josef-Hauses in Urft zu Gast

Kall-Urft – Der deutsche Nachwuchssprinter Maurice Huke von der TV Wattenscheid 01 war kürzlich in der Förderschule im Hermann-Josef-Haus in Urft zu Gast. Es war nicht der erste Besuch eines Top-Athleten im Haus: Auch der ehemalige Europameister über 10.000 Meter, Jan Fitschen, ebenfalls aus Wattenscheid, konnte schon in Urft begrüßt werden.

Maurice Huke gilt als einer der hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchssprinter. Einen Workshop hat der 24-Jährige aber auch noch nicht gestaltet. Den 13 Jungen, größtenteils aus der Lauf- und Kletter-AG, erzählte der vierfache deutsche Meister aus seinem Leben als Sprinter und beantwortete viele Fragen.

Nach einem Theorieteil, zu dessen Abschluss Huke Videos vom Sprinttraining zeigte: Dazu gehören Lauf- und Kraftübungen mit Gummibändern und Koordinationsübungen, spezielle Sprintübungen und auch Ausdauerläufe oder spezielle Übungen aus dem Startblock heraus. Besonders beeindruckend war das Video, auf dem zu sehen war, wie Deutschlands Sprinthoffnung aus der Hocke auf einen 1,50 Meter hohen Kasten sprang.

Dass er gut und weit springen kann, demonstrierte Huke auch im praktischen Teil. Mit nur zehn Sprüngen überbrückte er fast die gesamte Länge des Sportplatzes. Beim Treppenspringen schaffte er locker aus dem Stand sechs Stufen – bemerkenswert, dass ein Schüler des Hermann-Josef-Hauses ihm mit fünf Stufen erstaunlich nahekam. Mit großer Begeisterung machten die Schüler Hukes Sprint- und Sprungübungen nach.

Wie das Hermann-Josef-Haus mitteilte, sei es ein sehr erfolgreicher und eindrucksvoller Sprintworkshop bei bestem Laufwetter gewesen. Mit seiner sympathischen Art habe Huke die sportbegeisterten Urfter Jungs direkt für sich gewinnen können. „Der Besuch war so nachhaltig, dass einige der Jungen am Nachmittag fleißig das Gelernte weiter übten und hierzu mit Stolz die von Maurice verteilten Hosen und Trikots trugen“, berichtete Michael Giefer vom Hermann-Josef-Haus.

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Neun Schüler des Hermann-Josef-Hauses besuchten Ende Juni Frankreich. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Französische Kultur begeisterte

Neun Jugendliche des Hermann-Josef-Hauses in Urft reisten nach Frankreich – Domizil in Saint-Rémy-la-Varenne an der Loire – Schloss aus James-Bond-Film besucht

Kall-Urft – „Vive la France“ hieß es kürzlich für neun Jugendliche des Hermann-Josef-Hauses in Urft. Denn Ende Juni fuhren sie nach einjähriger Vorbereitung für knapp eine Woche nach Frankreich. Das Deutsch-Französische Jugendwerk unterstützte die Reise.

„Wir wollen die französische Kultur lebensnah erkunden“ – das war das Credo der neun jungen Leute. Die erste Etappe führte nach Chantilly, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Paris. Dort besuchte die Reisegruppe das Schloss, das unter anderem aus dem letzten James-Bond-Film mit Roger Moore, „Im Angesicht des Todes“, bekannt ist.

Von dort aus ging es nach Saint-Rémy-la-Varenne im Département Maine-et-Loire, wo sich das Domizil der Kaller Schüler befand. Von den französischen Austauschpartnern wurde die Eifeler Delegation herzlich empfangen, zum Abschluss des Tages gab es einen Spaziergang entlang der Loire.

Am darauf folgenden Tag ging es ans Meer, genauer: in den Badeort Pornic. Außerdem wurde ein Restaurant besucht, in dem es Galettes gibt, dabei handelt es sich um herzhafte Buchenweizen-Pfannkuchen.

Der Fußball stand wiederum einen Tag später im Vordergrund. Die Kaller Schüler spielten gegen eine Auswahl des ortsansässigen FC Louet Juignéen. Abends wurde gemeinsam gegrillt – auf franko-alemannische Art.

Nach Brissac ging es am letzten Tag der Reise. Dort besuchte die Delegation den Markt, abends gab es ein gemeinsames Essen. Bei der Heimfahrt zeigten sich die Eifeler begeistert von der französischen Kultur und allen war klar: Es wird bestimmt ein Wiedersehen geben.

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Zur Stärkung der touristischen Betriebe bieten die Nordeifel Tourismus GmbH und die Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen Beratungstage an. Foto: Petra Bork/Pixelio/pp/Agentur ProfiPress

Beratung für touristische Betriebe

Gemeinsames Angebot von Nordeifel Tourismus GmbH und der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen

Kall/Kreis Euskirchen – Der Tourismus hat für den Kreis Euskirchen eine hohe regionalwirtschaftliche Bedeutung mit einem jährlichen Jahresbruttoumsatz in Höhe von 263 Millionen Euro. Die Entwicklung der Übernachtungszahlen ist seit Jahren positiv. Gäste aus einem Umkreis von 200 km besuchen verstärkt die Erlebnisregion Nordeifel mit dem Nationalpark Eifel, um dort ihren (Kurz-)Urlaub zu verbringen.

Zahlreiche Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen oder bleiben in der Branche erhalten. Die Nordeifel Tourismus GmbH und die Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen stärken Hand in Hand die Wirtschaftsbranche Tourismus und bieten bis zum Jahresende noch drei Beratungstage für touristische Betriebe an, nämlich dienstags, 5. September, 24. Oktober und 12. Dezember, jeweils von 9 bis 16 Uhr, in der Geschäftsstelle der Nordeifel Tourismus GmbH (linker Seitenflügel des Bahnhofsgebäudes in Kall), Bahnhofstr. 13, 53925 Kall, Tel. 0 24 41/99 457-0, E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik  .

Die Zielgruppen für die Beratungstage sind:

  • Haus- und Wohnungseigentümer/-innen, die in Zukunft überlegen, Wohnraum an Gäste zu vermieten
  • Hotel-, Restaurant- und Pensionsinhaber/-innen, die ihren Betrieb an einen Nachfolger übergeben möchten
  • Existenzgründer/-innen, die ein Hotel, eine Pension oder ein Restaurant übernehmen möchten
  • Bestehende Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe, die Beratungsbedarf hinsichtlich Vermarktung, Qualitätsmanagement und Weiterbildung etc. haben

Interessierte werden um vorherige Anmeldung für die zirka einstündige Einzelberatung bei der Nordeifel Tourismus GmbH an einem der Beratungstage gebeten.

Weitere Informationen liefert ein Flyer, der kostenlos bei der Nordeifel Tourismus GmbH, dem Kreis Euskirchen, in allen Rathäusern im Kreisgebiet sowie auf www.nordeifel-tourismus.de erhältlich ist.

pp/Agentur ProfiPress


Im Kloster St. Maria in Esthal in der Pfalz schauten auch die Schwestern vom Göttlichen Erlöser beim Ukulelenbaukursus zu. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Ukulelenbau im Kloster Steinfeld

Der Gitarrenbauer Dirk Jungbluth aus dem Ruhrgebiet bietet vom 11. bis 18. März 2018 den Kursus an – Teilnehmerzahl streng limitiert – Unterbringung im Gästehaus

Kall-Steinfeld – Marilyn Monroe hat sie in „Manche mögen’s heiß“ gespielt, Stefan Raab hat mit ihr seine gefürchteten Raabigramme begleitet: Die Rede ist von der Ukulele. Wer schon immer die kleine exotische Schwester der Gitarre besitzen wollte, für den bietet der Gitarrenbauer Dirk Jungbluth aus Mülheim eine besondere Gelegenheit.

Im März 2018 wird er im Salvatorianerkloster Steinfeld einen Ukulelenbaukursus anbieten. Vom 11. bis 18. März kann jeder der Teilnehmer ein wertvolles Instrument selbst herstellen. Auswählen dürfen die Ukulelenbauer aus drei Holzarten für den Korpus und ob sie eine Sopran-, Konzert- oder Tenor-Ukulele entstehen lassen wollen. „Die vorbereiteten Hölzer bringe ich selbstverständlich mit“, erzählte Dirk Jungbluth. Nach dem Kursus nimmt er die fertigen Instrumente mit, um sie zu lackieren, anschließend erhalten die fünf Laien ihre Ukulelen.

Die Teilnehmerzahl ist auf fünf Personen begrenzt. Deshalb sollten sich Interessenten jetzt schon bei Dirk Jungbluth per E-Mail anmelden geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, denn es sind bereits einige der raten Plätze vergeben. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.die-saite.de.

Der Kurs kostet 480 Euro. Hinzu kommen 74 Euro täglich für die Vollpension-Unterbringung im Gästehaus des Klosters.

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Das Team um Büchereileiterin Sabine Züll (2.v.r.) freut sich über den Beschluss des Rates, dass die Bücherei aufgewertet werden soll. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Aufwertung der Bücherei beschlossen

Konzept für Bibliothek der ersten Stufe erarbeitet – Halbe Stelle für diplomierte Kraft – Fördermittel vom Land als Ziel

Kall – Die Gemeindebücherei in Kall soll eine Bibliothek der ersten Stufe werden. Das hat der Gemeinderat kürzlich entschieden. Damit einher geht die Einstellung einer Diplom-Bibliothekarin, die die Arbeit als Halbtagskraft ausübt. Auch am Konzept ändert sich etwas: Qualität statt Quantität ist das Credo, deshalb wird der Medienbestand insgesamt verkleinert und zusätzlich auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten. Die Gemeinde will damit die Attraktivität der Bücherei, die derzeit im Hauptschulgebäude untergebracht ist, steigern. Spätestens Ende 2018 soll die Bücherei dann in das Haus der Begegnung in den Ortskern umziehen.

Ein weiterer wichtiger Grund: Eine Bibliothek der ersten Stufe erhält Fördermittel vom Land Nordrhein-Westfalen. „Es wird für uns immer schwieriger, Sponsoren zu finden. Daher sind wir auf Fördermittel angewiesen“, berichtete Büchereileiterin Sabine Züll. Derzeit ist eine Förderung nicht möglich, denn um Fördermittel zu erlangen, müssen bestimmte Richtlinien erfüllt werden, die von der Bezirksregierung Düsseldorf festgelegt werden. In ständiger Abstimmung mit der Behörde hat Sabine Züll ein Konzept erarbeitet, um diese Richtlinien zu erfüllen. „Dadurch wären wir auf Dauer förderfähig, für die Bücherei ist das ein Quantensprung“, ist Züll überzeugt.

Eine bewilligte Förderung gilt für zehn Jahre. „Das ist für uns ein Bestandsschutz“, so Züll. Außerdem erlaubt es einige Neuerungen – von der Einbeziehung neuer Medien in die tägliche Arbeit bis hin zu Mitarbeiterfortbildungen. Und auch die Aufstockung des Personals um die halbe Stelle für eine Diplom-Bibliothekarin oder einen Diplom-Bibliothekar biete neue Möglichkeiten. „Dadurch sind wir wesentlich vielseitiger aufgestellt.“

Sabine Züll blickt nach dem Ratsbeschluss optimistisch in die Zukunft. So verspricht sie sich natürlich einen Schub für die Bücherei durch den Umzug vom derzeitigen Standort an der Hauptschule direkt an den Bahnhof: „Wir erhalten moderne Räumlichkeiten und können zukunftsorientiert arbeiten.“ Außerdem hofft sie auf einen positiven Effekt durch eine Vernetzung mit den anderen Nutzern im Haus der Begegnung.

Doch bis es so weit ist, ist noch viel zu tun für das Team, das zu einem Großteil aus engagierten ehrenamtlichen Kräften besteht. „Wir müssen unseren Bestand verkleinern“, erzählt sie. Das betrifft hauptsächlich den Sachbuchbereich. „Die Menschen schauen doch meist im Internet nach, wenn sie etwas wissen wollen.“ In der Bücherei sollen künftig Beratung, Schulung, Hilfe bei Recherche oder Kursangebote stärker zum Tragen kommen. Auch sind erst 12.500 der rund 17.000 Medien digital erfasst. Ist die Förderung bewilligt, müssen Sicherheitsetiketten in jedem Medium angebracht werden.

Und dann muss Sabine Züll auch noch aus dem Grobkonzept, das sie bisher auch für den Förderantrag erstellt hat, ein Feinkonzept formen. Aber klar ist: Der Anfang für die Aufwertung der Kaller Gemeindebücherei ist gemacht.

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78 Steinfelder Abiturienten freuten sich über ihr Reifezeugnis. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Steinfelder Abiturienten feierten in der Bürgerhalle

Das Abiturmotto lautet „KlostABIer – ein Abi in Ähren“

 

Kall-Steinfed – 78 Steinfelder Abiturienten nahmen stolz unter anhaltendem Applaus ihrer Eltern, Geschwister, Lehrer und Freunde ihre Reifezeugnisse in Empfang.

Eingeleitet wurde die Abiturfeier, wie es der Steinfelder Tradition entspricht, mit einem feierlichen Gottesdienst in der Basilika. In der Festpredigt ließ Pater Heinrich Mühlbauer gleichnishaft den Film „Club der toten Dichter“ Revue passieren, um den Englischlehrer John Keating, der seine Schüler mit unkonventionellen Methoden zur Befreiung ihrer Gefühle, zur Individualität und letztlich zur Selbsterkenntnis erzieht, mit dem Provokateur und Unruhestifter Jesus Christus zu vergleichen.

Anknüpfend an das Abiturmotto „Ein Abi in Ähren“ widmete sich Heinrich Latz, Schulleiter des Hermann-Josef-Kollegs, in seiner Festansprache dem Begriff der Ehre, den er mit einem Fontanezitat für die Abiturienten auf folgenden Nenner brachte: „Das flücht'ge Lob, des Tages Ruhm magst du dem Eitlen gönnen; das aber sei dein Heiligtum: Vor dir bestehen können.“

Für die Abiturienten fassten Eva Nagelschmidt und Leonie Trösch ihre Reifezeit in Steinfeld zusammen. Auch die beiden Tutoren der Jahrgangsstufe, Burkhard Ohlerth und Michael Schmitz, ließen noch einmal die Bilder ihres persönlichen Fotoalbums der vergangenen drei Jahre lebendig werden. Besonders lobten sie das große soziale Engagement ihrer Schüler.

Für den musikalischen Rahmen der Feier sorgten der Steinfelder Projektchor, Valentin Hochgürtel und Rosa Hermes, David Andermahr und die Stufenband „Alles Anders“.

Über Preise als bester Mathematiker und Physiker des Jahrgangs durfte sich Christian Reintges freuen. Den Preis der Chemie erhielt Sarah Hönig. Als bester Philosoph wurde Moritz Hübner ausgezeichnet. Den Pater-Jordan-Preis für ihr außerordentliches Engagement für ihre Stufe und die Schule erhielten Patrick Kremer und Michael Thelen. Als Beste unter den Besten mit einem Schnitt von 1,0 wurden Christian Reintges und Sarah Hönig gewürdigt.

Die morgendliche Feier klang aus mit einem Imbiss im Kreuzgang des Klosters und am Abend mit dem Abiturball in der Kaller Bürgerhalle.

pp/Agentur ProfiPress

 


Schulleiter Heinrich Latz begrüßt eine Gruppe des weltberühmten Thomanerchores aus Leipzig in der Aula des Hermann-Josef-Kollegs. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Thomanerchor zu Gast in Steinfeld

Junge Sänger begeisterten mit höchster Präzision und Musikalität

 

Kall-Steinfeld – Mitglieder des Thomanerchores aus Leipzig haben zwei Wochen mit ihren Geschwistern und Freunden im Kloster Steinfeld verbracht. Der Thomanerchor ist ein weltberühmter Knabenchor mit einer mehr als 800-jährigen Tradition. Kurzfristig hatte sich die Gruppe bereit erklärt, eine Abendmesse in der Basilika Steinfeld mitzugestalten. Im Anschluss gaben sie ein begeisterndes Konzert, in dem sie ihr hervorragendes Können unter Beweis stellten.

Auch in der Aula des HJK gastierten die zirka 30 Jungen des Chores, wo sie einige anspruchsvolle Lieder sangen. Es gelang ihnen auch, mit den anwesenden Schülern in der vollbesetzten Aula einen Kanon zu singen. Am Dirigentenpult stand derweil ein Fünfzehnjähriger, der alles unter Kontrolle hatte.

Unter anderem brachten sie mit höchster Präzision und Musikalität die Motette „Jubilate Deo“ von Orlando di Lasso zu Gehör, danach eine Komposition von J.S. Bach. Mit einem wunderschönen Lied von R. Schumann verabschiedete sich die Gruppe von Steinfeld.

„Es war ein tolles Erlebnis, den jungen Künstlern zuzuhören. Das kurze Konzert hat mit Sicherheit auf unsere Schüler positiv gewirkt, denn danach meldeten sich spontan zwei Schülerinnen beim unseren Projektchor an“, berichtet Musiklehrer Dr. Siegmund Pchalek.

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Der Musikpädagoge Reiner Klein (rotes T-Shirt) musizierte immer wieder mit Flüchtlingen, mittlerweile ist daraus ein vom Land gefördertes Musikprojekt entstanden. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Begegnungscafé feiert Geburtstag

Seit zwei Jahren ist das Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall ein beliebter Treffpunkt von neuen und alten Kaller Bürgern im Pfarrheim – Nächste Ausgabe am Freitag, 21. Juli, 9.30 Uhr

Kall – Wenn am Freitag, 21. Juli, ab 9.30 Uhr, das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall im Pfarrheim St. Nikolaus stattfindet, ist das ein Grund zu feiern. Denn das von Dorothea Muysers und Hartmut Kieven ins Leben gerufene Begegnungscafé hat „Geburtstag“. Seit zwei Jahren ist es an jedem dritten Freitag im Monat eine echte Bereicherung für das Gemeindeleben.

„Damals sind so viele Menschen in unser Land gekommen. Da haben wir uns gefragt, wie wir alte und neue Nachbarn auf alltäglicher Basis miteinander verbinden können“, berichtet Muysers. Schnell war klar: Auch wenn die Essgewohnheiten sich auf der ganzen Welt unterscheiden, auf ein ordentliches Frühstück können sich alle einigen.

Verstärkung boten die Damen aus dem Pfarrgemeinderat St. Nikolaus um Waltraud Tümmler an. Die hatten bereits im Jahr 2014 erfolgreich ein Café für Flüchtlinge organisiert, das regen Zuspruch fand. „Die Flüchtlingshilfe brauchte Unterstützung und meine Devise lautet: Das, was ich tun kann, tue ich sehr gerne.“ Flugs hatte Waltraud Tümmler weitere Mitstreiterinnen aktiviert. Und so packten Marianne Berners, Maria Schmitz, Gertrud Schütten, Annemie Söns und Helga Weckmann fleißig mit an – das Team ist auch heute noch die tragende Säule des Begegnungscafés. Seit rund einem Jahr helfen auch Flüchtlingsfrauen mit, etwa Rania Osman und Leyla Ali.

Pfarrer Hans Joachim Hellwig stellte das Pfarrheim für das erste Begegnungscafé, das am 23. Juli 2015 stattfand, zur Verfügung. Die Bäckerei Milz stiftet jedes Mal 250 Brötchen, viele Monate war auch Rewe einer der Sponsoren. Zur ersten Auflage des Begegnungscafés kamen mehr als 200 Leute aus 26 Nationen ins Pfarrheim – darunter natürlich auch viele Einheimische, die die neuen Mitbürger kennenlernen wollten. „Das Begegnungscafé ist zu einem echten Treffpunkt geworden“, berichtet die Kaller Integrationsbeauftragte Alice Gempfer, die heute für die Koordination zuständig ist. Ob Landtagsabgeordnete oder Lokalpolitiker, Künstler, Pfarrer aller Konfessionen, Vertreter von Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden oder Senioren: Sie alle statteten dem Begegnungscafé ihren Besuch ab. Immer wieder beliebt sind die Sessions mit Musikpädagoge Reiner Klein beim Begegnungscafé. Daraus hat sich mittlerweile unter dem Namen Kalimba ein internationales Musikprojekt in Kall entwickelt, das seit Kurzem sogar vom Land NRW gefördert wird.

Die Organisation der „Geburtstagsausgabe“ des Begegnungscafés unterstützt Miguelina Draht. Sie hat zahlreiche „neue Nachbarn“ angesprochen und sie für den Tag um kalte Frühstücksleckereien aus ihrem Heimatland gebeten. Denn die Flüchtlinge selbst sollen diesmal das Begegnungscafé verstärkt mitorganisieren. „Sie haben mittlerweile die Kontakte, sie sprechen unsere Sprache, sie sind jetzt so weit“, findet Dorothea Muysers.

Tatsächlich sollen sich die bisherigen Helferinnen um Waltraud Tümmler auch zurücklehnen können und einmal in Ruhe frühstücken. Bisher haben sie schon donnerstags das Pfarrheim hergerichtet, freitags waren sie schon ganz früh auf den Beinen und haben zu Hause gefrühstückt, weil sie während des Cafés nicht dazu kamen. „Am 21. Juli dürfen sie sich einfach mal bedienen lassen“, sagt Miguelina Draht. Die stets emsige Golbacherin Tümmler ist sich aber jetzt schon sicher: „Ich glaube nicht, dass ich einfach ruhig sitzen bleiben kann, ohne zu helfen.“

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Vier Stunden lang tanzten im Saal Gier die Schocker-Würfel über die Spieltische. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Der Sieger räumte kräftig ab

Uwe Reifferscheidt gewann die dritte Schockermeisterschaft in Kall – „Luisjen Cup“ ging in die Stadt Mechernich – Der Deutsche Eishockeybund stiftete Maskottchen und die VR-Bank Nordeifel die Siegerpokale – „Schlusslicht“ ging an Ehefrau des Turnierleiters

Kall – Bis auf den letzten Platz besetzt waren die zehn Spieltische, an denen Schockerfreunde aus dem ganzen Kreis Euskirchen im Saal der Gaststätte Gier in Kall knapp vier Stunden lang um Preise und Pokale kämpften. Bei der dritten Kaller Würfel-Meisterschaft ging es zum zweiten Mal um den „Luisjen Cup“, der an die Kultwirtin und frühere Gaststätten-Besitzerin Luise Gier erinnert.

Der Cup ging diesmal in die Stadt Mechernich, denn der neue Schockermeister Uwe Reifferscheidt wohnt in Vollem. Reifferscheidt hatte die höchste Punktzahl erreicht und auch die meisten Schock-Aus erzielt und damit das Turnier souverän gewonnen. Der siegreiche Tontechniker des Kölner WDR hatte Hände zu wenig, um die Siegerpokale und die dazugehörigen Preise zu tragen. Schwiegermutter Helene Kronenberg musste mit anpacken.

Zur dritten Meisterschaft konnten der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier, Uwe Schubinski, und Turnierleiter Reiner Züll Teilnehmer aus der Gemeinde Kall, aus der Stadt Mechernich, der Stadt Zülpich, aus Rommelsheim, aus Udenbreth und sogar einen Schocker aus Belgien begrüßen. In drei Durchgängen mit je 15 Partien ließen die Spieler die Würfel über die Tische tanzen, um möglichst viele Punkte und Schock-Aus-Würfe zu erreichen.

Wird das beliebte und überall bekannte Würfelspiel „Schocken“ in den Eifeler Kneipen meistens nach unterschiedlichen Regeln gespielt, so gilt bei der Kaller Meisterschaft ein bestimmtes und einheitliches Turnier-Reglement.  „Bei allem Eifer, der Spaß soll dabei im Mittelpunkt stehen“, so Uwe Schubinski.

Der Tisch mit den Siegerpreisen war diesmal besonders reich gedeckt, weil der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier im Deutschen Eishockey-Bund (DEB) einen besonders großzügigen Sponsor gefunden hatte. Der DEB hatte dem Verein für das Turnier eine große Anzahl der WM-Maskottchen „Asterix und Obelix“ zur Verfügung gestellt. Somit konnte die Turnierleitung die besten Schocker bis zu Platz 20 mit Preisen auszeichnen. Die Siegerpokale für die drei ersten Plätze hatte diesmal die VR-Bank Nordeifel gestiftet.

Bei der Siegerehrung, die erst nach Mitternacht erfolgte, hatten Vereinsvorsitzender Uwe Schubinski, Turnierleiter Reiner Züll und Bernd Jaschke von der VR-Bank Nordeifel alle Hände voll zu tun, um Pokale und Preise an die Sieger zu überreichen. Neben dem von Enkel Andreas Gier gestifteten „Luisjen Cup“ bekam Turniersieger Uwe Reifferscheidt, der 165 Punkte erzielt hatte, den Siegerpokal der VR-Bank und auch den Wanderpokal des Schock-Aus-Königs. 22 Mal hatte der Spieler aus Vollem drei Einsen (Schock aus) erzielt.

Zweiter der Meisterschaft wurde der Kaller Mitspieler Berthold Jansen mit 158 Punkten und 18 Schock-Aus vor dem Zülpicher Marvin Stüsser, der ebenfalls 158 Punkte erzielte, aber nur 17 Volltreffer erreichte. Erfolgreichste Frau und Gewinnerin des Wanderpokals für die beste Dame war Nadja Sauerbier aus Kall-Anstois. Sie hatte am Ende 144 Punkte und 13 Mal Schock aus erreicht.

Für den glücklosesten Mitspieler des Turniers denkt sich Spielleiter Reiner Züll mit einer Ehefrau stets eine besondere kreative Überraschung aus. Diesmal hatte sich Ehefrau Angelika mit der Gestaltung der „roten Laterne“ besonders viel Mühe gegeben. Sie hatte geklebt, gebohrt und geschraubt und eine goldene Ananas, eine dicke rote Kerze und einen kleinen Vogel, der eine Bauchlandung macht, als Ensemble auf ein Holztablett platziert und als Geschenk verpackt.

Dafür lief es für sie beim Turnier nicht so gut. Nach drei Durchgängen hatte sie nur 107 Punkte und zwölf Schock aus erreicht und damit den letzten Platz belegt. Somit musste die Turnierleitung ihr bei der Siegerehrung das tolle Schlusslicht-Präsent übereichen, das sie selbst kreiert hatte. Bei der vierten Meisterschaft, die für Freitag, 1. Dezember, als Nikolaus-Turnier mit einigen Überraschungen geplant ist, soll das schöne Präsent dann einen anderen Besitzer finden.

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Die Violinistin Judith Stapf aus Rheinbach hat ein Kammermusikensemble aus Studenten der Barenboim-Said-Akademie zusammengestellt, das in Steinfeld auftritt. Foto: Markus Bollen/pp/Agentur ProfiPress

„Sommernachtsmusik“ im Kloster Steinfeld

Zweites Konzert in der Reihe „KlangRaum Steinfeld“ – Kammermusikensemble der Barenboim-Said-Akademie Berlin zu Gast in der Klosterbibliothek

Kall-Steinfeld – Sommernachtsmusik steht am Samstag, 15. Juli, 19 Uhr, im Kloster Steinfeld auf dem Programm. Zur zweiten Veranstaltung der Kammermusikreihe „KlangRaum Steinfeld“ begrüßt die Stiftung Kloster Steinfeld ein Kammermusikensemble aus Studierenden der renommierten Barenboim-Said-Akademie aus Berlin in der Klosterbibliothek. Die Musikstudenten werden unter anderem Werke von Maurice Ravel, Georg Friedrich Händel, Johan Halvorsen und Pjotr Iljitsch Tschaikowski interpretieren.

Für das Programm zeichnet sich die Barenboim-Said-Studentin Judith Stapf aus Rheinbach mit ihrer Mutter Silke und Vater Wolfgang Klein-Richter, beides renommierte Lehrer und Dozenten, verantwortlich. Den Auftakt in der Konzertreihe, die sich in ihrem ersten Jahr den Jahreszeiten widmet, gestalteten Judith Stapf und Pianist Yuhao Guo Ende April zum Thema Frühlingserwachen. Am 10. September, zum Ende der ersten Saison, werden die Zuschauer auf die Reise durch Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ mitgenommen.

Karten für die Konzerte in der Klosterbibliothek gibt es per Telefon unter 02225/12240, per E-Mail (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) und im Kloster an der Pforte und im Café. Erwachsene zahlen 20 Euro, Studenten und Schüler zehn Euro.

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Diese drei Damen besuchen das Frauencafé und verbringen dort ihre Zeit mit Stricken. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bei Problemen hilft der Sheriff

Alles neu in der Zentralen Flüchtlingsunterkunft nach dem Betreiberwechsel Anfang April – Derzeit leben 175 Menschen aus 22 Nationen in der Unterbringungseinrichtung – Gute Zusammenarbeit mit Gemeinde Kall

Kall – Auf den ersten Blick fällt nichts auf, was sich in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge an der Messerschmittstraße in Kall geändert hat. Selbst die vom syrischen Künstler Kaniwar Avrone gemalten Bilder sind alle noch an den Wänden und verschönern die verwinkelten Gänge in dem einst von Glas Funke genutzten Industriegebäude.

Doch beim genauen Hinsehen fallen dann doch Änderungen auf. Das betrifft zu großen Teilen die Menschen innerhalb der ZUE. Denn wegen eines Betreiberwechsels wurden nicht nur die Mitarbeiter ausgetauscht (auch wenn einige Angestellte des alten Betreibers vom neuen übernommen wurden). Bis Ende März mussten auch alle Bewohner die Einrichtung verlassen – das ist bei einem Betreiberwechsel so üblich.

„Das Gebäude war komplett leer, als wir es übernommen haben“, berichtet Betreuungsleiter Alf Skolik vom Essener Betreiber European Homecare, der am bisherigen Konzept festhalten wird. Interieur ist mittlerweile wieder ausreichend vorhanden, von Büromöbeln über Betten und Schränke in den für 300 Menschen ausgelegten Wohnboxen bis hin zu neuen Möbeln in der nun freundlicher gestalteten Mensa, die sich zwischen den beiden Wohnhallen befindet. Und auch Bewohner hat die ZUE wieder: 175 an der Zahl, darunter 68 Kinder und Jugendliche. 22 Nationen sind vertreten, die meisten aus dem Iran, Irak, Afghanistan, Nigeria, Syrien, Somalia, Eritrea und auch Russland.

Skolik selbst und ein Großteil der insgesamt 35 Mitarbeiter in den Bereichen Betreuung, Küche, Hausmeister, Reinigung, Sanitätsdienst, Kinderbetreuung und Verwaltung haben vorher in Kerpen gearbeitet. Dort hatte es wie in Kall einen Betreiberwechsel gegeben. Die Kaller Einrichtung wird vom Land finanziert, die Bezirksregierung Köln ist für sie zuständig, Einrichtungsleiter Ralf Caron sitzt zwei Zimmer neben Alf Skoliks Büro. „Mindestens zweimal pro Woche tauschen wir uns aus“, erzählt Skolik.

Beschäftigung und Fürsorgepflicht

Was auffällt: European Homecare gibt den Flüchtlingen einerseits genug Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. So werden DVD-Abende veranstaltet und Kickerturniere, es gibt eine Theater-AG und es wurden Fahrten nach Köln, etwa zu Musicals und sogar zum DFB-Pokalfinale der Frauen, organsiert. Auch autogenes Training, Bastel-, Mal- und Schwimmkurse werden angeboten. „Ich würde gerne noch einen Spielplatz auf dem Hof errichten“, berichtet Alf Skolik.

Andererseits wissen die Mitarbeiter von European Homecare aber auch um ihre Fürsorgepflicht für die Bewohner. Einer Mitarbeiterin war es ein Herzensanliegen, ein Frauencafé anzubieten. Darin wird nicht nur geschwätzt, gestrickt und sogar getanzt. Darin geht es auch um Dinge wie Körperpflege und Verhütung. Hin und wieder sind auch Mitarbeiter von Frauenberatungsstellen zu Gast.

Ein Sozialarbeiter nimmt besonders Neuankömmlinge sprichwörtlich an die Hand, zeigt ihnen, wie sie in die Kaller Ortsmitte kommen oder ins Gewerbegebiet, ohne den Verkehr und sich selbst zu gefährden, denn es war in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass Flüchtlinge über die stark befahrende Landesstraße spaziert waren. „Wir zeigen ihnen einmal Kall, wo der Bahnhof ist und wie sie ein Ticket ziehen können“, sagt Skolik.

Von montags bis freitags wird eine Kinderbetreuung im einrichtungseigenen Kindergarten angeboten. Zwei Mitarbeiter bieten außerdem Deutschkurse für Kinder und Erwachsene an. „Dafür gibt es sogar ein Zertifikat. Das ist zwar nicht offiziell, aber man hat dennoch etwas in der Hand“, beschreibt es Skolik.

Einige der Bewohner sind wegen schrecklicher Dinge vor und während der Flucht traumatisiert. Diesen vermittelt der Sanitätsdienst Termine bei einer psychologischen Praxis oder bei einem Psychiater. Zweimal die Woche steht ein Arzt zur Verfügung. Und wenn es mal Probleme gibt, fragen die Flüchtlinge einfach den „Sheriff“. Damit ist Mohammad Sheriff gemeint, ein Betreuer, der am Infopunkt den Bewohnern mit Rat und Tat zur Seite steht.

European Homecare setzt auch auf eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kall. Es gibt runde Tische, auch bei der von Skolik angestoßenen Spielplatzplanung konnten Gemeindevertreter helfen. Deshalb kommt er zu dem Schluss: „Wir sind hier total gut aufgenommen worden und fühlen uns sehr wohl.“

pp/Agentur ProfiPress


Die Band-AG der St.-Nikolaus-Schule Kall musizierte gemeinsam mit den Bläck Fööss. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Affrocke mit den Bläck Fööss

Drei Bandmitglieder der beliebten Kölner Mundartgruppe musizierten mit der Band der St.-Nikolaus-Schule in Kall – Lehrer Jochen Fink hatte den Kontakt über den neuen Fööss-Sänger Mirko Bäumer hergestellt – Schüler bei Turnhallen-Konzert außer Rand und Band

Kall – Die Turnhalle der St.-Nikolaus-Schule hat sich kürzlich in einen Konzertsaal verwandelt – und zugejubelt wurde niemand geringerem als den Bläck Fööss. Zumindest ein Teil der beliebten Kölner Mundartgruppe, deren Songs schon lange Klassikerstatus erreicht haben, ist in die Kaller Schule gekommen: Gitarrist Bömmel Lückerath, Bassist Hartmut Priess und Sänger Mirko Bäumer.

Doch die Drei-Siebtel-Bläck-Fööss standen selbstverständlich nicht alleine vor den Schülern. Sie ließen sich von der Schulband verstärken, der auch die Lehrer Rita Kober-Theilken, Jochen Fink und Karten Liebl angehören. Als Frontsänger taten sich die Schüler Laura und Benedikt hervor. Für die hatte Bömmel Lückerath wirklich viel Lob übrig: „An »Zesammestonn« haben sich schon viele Sänger probiert, das ist nicht einfach, aber wie die Laura das gesungen hat, war schon toll.“

Seit 15 Jahren besuchen die Bläck Fööss immer wieder Schulen, hauptsächlich in Köln, und musizieren gemeinsam. Lückerath, Priess und Bäumers Vorgänger Kafi Biermann wurden für dieses Engagement sogar schon ausgezeichnet. Natürlich soll das Spaß machen, aber es gibt noch einen dringlichen Grund. „Wir möchten dazu beitragen, dass die kölsche Mundart erhalten bleibt“, erklärt Bömmel Lückerath. Auch für Hartmut Priess ist die Arbeit mit den Schülern aller Schulformen eine Selbstverständlichkeit und für die Schüler eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag.

Den Kontakt zu den „Fööss“ hatte Lehrer Jochen Fink hergestellt. Schon seit einem Vierteljahrhundert musiziert der Schlagzeuger gemeinsam mit Mirko Bäumer, der erst seit Anfang des Jahres Sänger der Bläck Fööss ist – unter anderem bei der Band Trademark, die einen hohen Bekanntheitsgrad in Asien besitzt und bei der der Sohn von Wolfgang Petry sang, aber auch bei der Coverband The Queen Kings, die schon so manches Konzert in der Eifel gegeben hat.

„Ursprünglich wollten wir zum Mitsingkonzert der Bläck Fööss für Schulen in die Kölner Philharmonie, aber als auswärtige Schule hat man da keine Chance“, erzählt Fink. Als sein früherer Mitstreiter Mirko Bäumer aber die Nachfolge von Kafi Biermann antrat, sprach Fink den Sänger einfach an – und die Sache war geritzt.

Höhepunkt für die Band-AG

Die Mitglieder der AG „Die Band“ hatten sich natürlich auf den Auftritt des Bläck-Fööss-Trios vorbereitet. Aber vor dem Konzert in der Turnhalle – laut Fink der bisherige Höhepunkt in der Geschichte der 2009 gegründeten AG – nahmen sich die Kölner noch die Zeit für eine gemeinsame Probe und merkten schnell: In der St.-Nikolaus-Schule in Kall ist die Musik etwas ganz Besonderes. „In der Band mitzuwirken ist supermotivierend, außerdem haben die Schüler eine Möglichkeit, sich zu präsentieren“, erklärt Fink.

Das taten aber nicht nur die Bandmitglieder: Beim Lied „Pirate“, das eigentlich von der Gruppe Kasalla ist, das die Schulband aber auch einstudiert hatte, trat einer der Schüler, Daniel, vor das Publikum und tanzte. „Daniel, willst du noch mal?“, fragte Bömmel Lückerath. Daniel wollte – und so wiederholten die Profi- und Schulmusiker den Refrain noch einmal, wieder tänzerisch begleitet von einem überglücklichen Daniel.

Auf ruhige Stücke aus ihrem riesigen Repertoire verzichteten die Fööss – mit einer Ausnahme. „Wir haben gehört, dass es hier eine Lehrerin gibt, die Kathrin heißt und auf keinen Fall das folgende Lied hören wollte, was für uns natürlich ein Ansporn ist, es genau deswegen zu spielen“, sagte Mirko Bäumer scherzend in Richtung der stellvertretenden Schulleiterin Kathrin Kuhls und stimmte das Lied von der „Katrin“ an, die sich allerdings ohne „h“ in der Mitte schreibt. Schüler und Lehrer schunkelten dabei alle mit.

Ansonsten wurde „affjerock“, wie Bömmel Lückerath es ausdrückte. „En d’r Kayjass Nummer Null“, „Unsere Stammbaum“ und ganz besonders „Achterbahn“ rissen die Schüler und Lehrer alle mit. „Es war ein sehr schöner Tag mit euch in Kall in der Eifel“, bedankte sich Lückerath und bat um Sonderapplaus für „die tolle Schulband“.

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Bestsellerautorin Kerstin Gier kommt nach Steinfeld zur Lit.Eifel. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Kerstin Gier: Vorverkauf gestartet

Erfolgsautorin präsentiert bei der Lit.Eifel ihr neues Buch „Wolkenschloss“

Kall-Steinfeld – Der Kartenvorverkauf für die Lit.Eifel-Lesung mit Kerstin Gier hat begonnen. Termin ist zwar erst der Sonntag, 19. November, um 19.30 Uhr, im Hermann-Josef-Kolleg in Kall-Steinfeld. Doch die Verantwortlichen empfehlen, sich rechtzeitig um Tickets zu kümmern, weil das Interesse an der Veranstaltung mit der Bestsellerautorin erwartungsgemäß groß sein dürfte.

Präsentieren wird Gier ihr dann noch druckfrisches Buch „Wolkenschloss“, an dem sie aktuell arbeitet. Ein bisschen mystisch, ein bisschen Krimi, aber trotzdem kuschelig: So kündigt die Erfolgsautorin ihren neuen Roman an. Das „Wolkenschloss“ liegt hoch oben in den Schweizer Bergen, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Ein magischer Ort für eine Heldin, die ein bisschen zu neugierig ist und das Abenteuer ihres Lebens erlebt.

Der Eintritt zur Lesung kostet zwölf, ermäßigt sechs Euro. Alle Lit.Eifel-Termine und Vorverkaufsstellen gibt es im Internet unter www.lit-eifel.de.

pp/Agentur ProfiPress


Anlässlich seines 80. Geburtstages hatte Oskar Hörnchen (rechts) aus Eichen auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für die Hilfsgruppe Eifel gebeten. Jetzt übergab er Willi Greuel den stolzen Betrag von 1230 Euro. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Eine Spende von 500 Euro konnte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel von Carmen Karwanska und Dennis Bubenzer entgegennehmen. Das Geld war bei der Erdbeer-, Waffel- und Spargelschäl-Aktion im Möbelhaus Brucker zusammengekommen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Spenden statt Geschenke

Die Hilfsgruppe Eifel wurde von zwei Geburtstagskindern überrascht – Auch die Firmen Brucker und Trivago spendeten Aktions-Erlöse – Familienfest in Urft soll wiederholt werden Kall/Roggendorf – „Dieses schöne Fest schreit nach Wiederholung“, bilanzierte der Vorsitzende der Hilfsgruppe Eifel, Willi Greuel, das Ergebnis des großen Familienfestes, das die Hilfsgruppe anlässlich des 25-jährigen Bestehens zusammen mit dem Jugendgästehaus „Haus Dalbenden“ in Urft gefeiert hatte, das in diesem Jahr auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Auch wenn das Fest am Nachmittag wegen heftiger Regengüsse vorzeitig beendet werden musste, sei es dennoch ein Erfolg gewesen. Beim jüngsten Monatstreffen der Kaller Kinderkrebshilfe sprach Greuel von einer tollen und entspannten Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Trägerverein des Jugendgästehauses. Das erste Familienfest auf der riesigen Festwiese sei eine gelungene Premiere gewesen. Es würden weitere gemeinsame Fest folgen. Die Hilfsgruppe werde sich bemühen bis zum nächsten Jahr das Parkplatzproblem zu lösen. Im Verlauf der Versammlung im Restaurant Zagreb in Roggendorf überraschte der 80-jährige Oskar Hörnchen aus Ingersberg-Eichen die Mitglieder der Hilfsgruppe. Er überbrachte einen Briefumschlag mit 1230 Euro. Hörnchen hatte an dem Tag, als die Hilfsgruppe das Familienfest in Urft veranstaltete, in Eichen seinen 80. Geburtstag gefeiert. Er wollte keine Geschenke haben und hatte stattdessen um Spenden für die Hilfsgruppe gebeten. Gleiches hatte auch der Vussemer Matthias Vogelsberg getan, der im Mai seinen runden Geburtstag gefeiert und der Hilfsgruppe 1500 Euro überwiesen hatte. 500 Euro bekam die Hilfsgruppe vom Kaller Möbelhaus Brucker. Es war der Erlös der Erdbeer- und Spargelaktion, bei der Eifeler Köche im Möbelhaus Spargel geschält hatten. Ebenfalls 500 Euro waren von einem Verein aus Aachen an die Hilfsgruppe überwiesen worden. Diese Zahlung war allerdings innerhalb eines Strafverfahrens auf Geheiß der Staatsanwaltschaft angeordnet worden. Überrascht wurde die Hilfsgruppe auch von einer Spende der Trivago GmbH aus Düsseldorf. Das Hotelbuchungsportal spendet jedes Jahr ein Prozent seines Jahresgewinnes an Wohltätigkeitsorganisationen. Zwischen April und Mai können Mitarbeiter in einem Team Projekte vorstellen, die sie gern unterstützen möchten. Jeder Einzelne im Team kann anschließend entscheiden, an welche Organisation sein Anteil von einem Prozent gespendet werden soll. Die Hilfsgruppe hatte bei der Trivago GmbH offensichtlich einen guten Fürsprecher: 8630,14 Euro wurden jetzt auf das Konto der Hilfsgruppe überwiesen. pp/Agentur ProfiPress