Nachrichten 1. Halbj. 2018


Stiegen dem Haus der Begegnung aufs Dach: Bürgermeister Hermann-Josef Esser (v.r.), Markus Auel, Bettina Scheer und Lothar Schatten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Wenn die Bauarbeiten am Haus der Begegnung weiterhin so planmäßig verlaufen, kann das Gebäude im Herbst eingeweiht werden. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Haus der Begegnung ist jetzt dicht

Das 1,5-Millionen-Projekt hinter dem Rathaus mach erkennbare Fortschritte – Die erste Abdeckschickt ist auf dem Dach aufgetragen – Einweihung im Herbst 2018 vermutlich

Kall – Bürgermeister Hermann-Josef Esser ist zuversichtlich: Wenn die Bauarbeiten am Haus der Begegnung in Kall weiter so planmäßig voranschreiten wie bisher, kann im Herbst Eröffnung gefeiert werden. Anfang Februar lagen die Beteiligten sowohl was die Zeit als auch das Budget angehen voll im Soll.

„T&T Bau aus Mechernich hat versprochen, dass Ende 2017 der Rohbau steht und Anfang 2018 alles zu ist. Das hat geklappt“, meinte Lothar Schatten, bei der Gemeinde zuständig für Hochbauarbeiten. Dafür habe das Unternehmen immer wieder auch samstags gearbeitet. „Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr“, sagte Esser

Die erste Abdichtungslage auf dem Dach ist aufgebracht. „Ab jetzt ist das Gebäude von oben dicht“, erzählte Schatten zwei Tage vor Rohbauabnahme durch den Kreis beim Besichtigungstermin, an dem neben Schatten und dem Bürgermeister auch Teamleiter und Wirtschaftsförderer Markus Auel von der Gemeinde sowie Bettina Scheer vom Planungsbüro PE Becker teilnahmen.

Derzeit wird das Gebäude an den Seiten geschlossen: Die Fenster mitsamt Verglasung werden eingebaut. Mit dem eigentlichen Ausbau wird erst Mitte/Ende Februar weitergemacht. Durch die anhaltenden Regenschauer der letzten Wochen sind einige Wände noch feucht. Auch mit dem Ausbau der Elektrotechnik, von Heizung und Sanitär wird demnächst begonnen.

Eine erste Belastungsprobe für die Dichtigkeit der Decke boten die Schneefälle am Wochenende vor dem Besichtigungstermin. Auf der ersten Abdeckungsschicht sind Schnee und Eis unter dem Einfluss der Sonnenstrahlen getaut. Wasser steht auf dem Dach. Doch Sorgen muss man sich nicht machen: Die Decke lässt keine Feuchtigkeit durch.

Ansonsten war die Witterung bislang kein großes Problem. „Beim Rohbau hatten wir nur sehr wenig Ausfalltage. Der Frost hat uns auch noch keinen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählte Lothar Schatten.

Auch der Schacht für den Fahrstuhl, der das Haus der Begegnung mit dem Rathaus verbindet, wodurch letzteres barrierefrei zugänglich wird, steht. Das wird vermutlich im April der Fall sein, dann sollen die Fahrstuhlarbeiten weitergehen. „Mitten in der Innenausbauphase“, weiß Schatten.

1,5 Millionen Euro kostet die Errichtung des Hauses der Begegnung. 70 Prozent der Summe werden gefördert, etwa 500.000 Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen. 640 Quadratmeter Fläche stehen auf zwei Etagen zur Verfügung. Größter Mieter wird die Gemeindebücherei, die quasi das komplette Obergeschoss einnimmt.

Zentraler Punkt im Erdgeschoss ist der gerade am Nachmittag lichtdurchflutete Gemeinschaftsraum, der über eine Trennwand auch verkleinert werden kann. Zwei Büros befinden sich im Erdgeschoss. In einem wird die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft dauerhaft unterkommen. Das andere steht den zahlreichen Partnern im Wechsel zur Verfügung. Das Interesse, die Räume zu nutzen, ist nach wie vor sehr groß, erzählt Bürgermeister Esser. Etwa zwei Dutzend Partner hat die Gemeinde bereits gefunden.

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Eifeltroubadour Günter Hochgürtel spielt am Freitag, 16. März, ab 20 Uhr im Saal „Op de Kier“ auf Einladung der Dorfgemeinschaft Scheven. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Troubadour „op de Kier“

Günter Hochgürtel gastiert im Rahmen seiner Frühjahrstournee am 16.März bei der Dorfgemeinschaft Scheven – Karten im Vorverkauf bei Hans Reiff unter (02441) 15 42

 

Kall-Scheven – Eifeltroubadour Günter Hochgürtel („Wibbelstetz“, „Eifel-Gäng“) gibt am Freitag, 16. März, um 20 Uhr ein Sologastspiel in der Kneipe „Op de Kier“ in Scheven. Das Konzert ist Teil von Hochgürtels Frühlingstournee, auf der er seine neue CD „Und doch muss ich weiterzieh’n“ vorstellt.

Veranstalter ist die Dorfgemeinschaft Scheven. Sie sorgt auch für Snacks und Getränke. Karten gibt es im Vorverkauf bei Hans Reiff unter Telefon (0 24 41) 15 42. Hochgürtel will eine Mischung aus Eigenkompositionen in Eifeler Mundart und Hochdeutsch vortragen, aber auch englischsprachige Songs und französische Chansons.

www.guenter-hochguertel.de

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Als Clown ging Werner Hensch im Keldenicher Zoch mit. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress/pp/Agentur ProfiPress
Führte den Sistiger Zug an: Der Spielmannszug aus Wahlen mit seinem „Küshannes“ Manfred Frontzek. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Das Sötenicher Dreigestirn mit Prinz Marc I. (Geyer), Bauer Christoph I. (Kunzen) und Jungfrau Diethilde I. (Dieter Hammes) jubelte den Jecken am Straßenrand zu. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Ein närrischer Großkampftag

Drei Karnevalszüge am Rosenmontag – In Sistig, Sötenich und Keldenich lachte die Sonne mit den Jecken – Ballermann und Bierkönig waren beliebte Themen – „Queen Kathi“ in Keldenich

Gemeinde Kall – Der Rosenmontag war auch in diesem Jahr ein närrischer Großkampftag in der Gemeinde Kall. In Sistig, Sötenich und Keldenich gingen bunte Rosenmontagszüge, die Hunderte Jecken an den Straßenrändern begeisterten. Im Gegensatz zum Sonntag hielt Petrus die Himmelsschleusen geschlossen, zeitweise lachte sogar die Sonne den Jecken zu.

In Sistig präsentierte der Zugleiter Andreas Becker der KG „Kinderkarneval Sistig“ einen Zoch mit über 150 Teilnehmern. Rund ein Drittel davon stellte der Jugendclub Sistig, der den Motorsport in der Eifel glossierte und mit 55 „Rennfahrern“ an den Start ging. Die Spitze des Zuges bildete der Spielmannszug aus Wahlen mit seinem „Küshannes“ Manfred Frontzek. Den Spielleuten folgte der Gesellschaftswagen der KG „Jecke Krohe von Wahle“. Als kunterbunter Zoo mit vielen Tieren kam die Fußgruppe aus der Schergasse daher, während das Männerballett des Vereins sich das Spielerparadies Las Vegas als närrisches Thema ausgesucht hatte.

Mit einem großen Wagen war auch die befreundete Gesellschaft aus Dahlem zum Sistiger Umzug gekommen. Den Abschluss des kleinen aber feinen Rosenmontagszuges bildete der rote Prunkwagen, von dem das Prinzenpaar Nadja I. und Gerd I. (Schumann) den Jecken am Straßenrand zujubelte.

In Sötenich hatte sich die KG „Süetenicher Schlipse“ in Sachen Rosenmontagszug etwas ganz Neues einfallen lassen. Den Zoch, der in diesem Jahr unter dem Motto „Fabelwesen, Zauberkraft – Schlipse feiern fabelhaft“ durch die Straßen zog, wurde erstmals lautstark und professionell von Andre Metternich kommentiert. Dabei wurde Metternich vom Musikverein Sötenich unterstützt, der diesmal nicht im Zug mitmarschierte, sondern vor der Metzgerei Hammes aufspielte.

Den Zug und die Aufstellung organisiert hatte Zugleiter Torsten Trenz. Weil der aber mit den Musikern zum Zug aufspielte, hatte Markus Künnike den Zugleiter-Job übernommen. Die Spitze des Zuges bildete der Wagen des Elferrates um Präsident Kalle Hensch.

Weil die Sötenicher „Schlipse“ samstags in Vussem am Zug teilnehmen, waren die Vussemer Karnevalisten mit ihrem Damen-Dreigestirn zum Umzug nach Sötenich gekommen. Im Zug dabei waren American Footballer aus Rinnen, die Traumtänzer als Bergwanderer, die Prinzengarde als Einhörner, die Fußballler auf Malle-Tour und die Elferratsfrauen als Grinsekatzen.

Am Zug-Ende fuhren die beiden Tollitätenwagen mit dem Kinderprinzenpaar Leon I. (Ebmeier) und Katja I. (Döhler) und dem Dreigestirn mit Prinz Marc I. (Geyer), Bauer Christoph I. (Kunzen) und Jungfrau Diethilde I. (Dieter Hammes). Die Tollitäten ließen einen wahren Kamellen-Regen auf die Jecken hinab.

In Keldenich wurde der Rosenmontagszug wieder von der Dorfgemeinschaft veranstaltet, wobei Christian Wirtz als Zugleiter alle Fäden in der Hand hielt. Auch in Keldenich waren die Insel Mallorca, der Ballermann und der Bierkönig ein großes Thema im Zug. Man sah Micky-Mäuse und Tanzbärchies, auch die Comic-Figuren Asterix und Obelix zogen durch die Straßen. Eine Gruppe Dalmatiner bezeichnete sich selbst als „Keldenicher Streuner“.

Auch die beliebte Keldenicher Kultwirtin Kathi von der gleichnamigen Gaststätte „Bei Kathi“ war ein Thema im Zug. Ein weißes Schiff namens „Queen Kathi“ wurde von einer munteren Gruppe Matrosen durch den Ort begleitet. Eine andere Gruppe mit Konfettikanonen behauptete von sich: „Wir machen die Session bunter“. Doch nicht nur das. Die Gruppe wünschte sich, Kathi noch lange als Wirtin in Keldenich zu haben und machte das mit der Wagenaufschrift deutlich: „Su lang bei Kathi de Leechter brenne, schmieße me noch Konfetti un Kamelle“.

Die Schevener „Jecke vom Hahnebömsche“ waren mit mehreren Wagen und dem Kinderprinzenpaar Julina Marie I. (Strotkötter) und Luisa Marie I. (Pütz) eine große Verstärkung des Keldenicher Zochs. Zum Schluss des Zuges fuhren die Kaller „Löstige Bröder“ mit dem Wagen des Kinderprinzenpaares Robin I. (Sträußl) und Hanna I. (Goebel) sowie dem großen Tollitätenwagen der Prinzessin Claudia I. (Blum), die massenweise Süßigkeiten in die Menge schleuderte.

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Schweren Herzens, wie man klar erkennen kann, ergab sich Bürgermeister Esser und schwenkte nach dem dritten Kanonenschuss die weiße Fahne. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Weiße Fahne nach drei Schuss

Bürgermeister Hermann-Josef Esser und Musketier Maxi Brucker lieferten sich ein witziges Wortgefecht – Esser ließ Brucker von Rathausmitarbeiterinnen entführen – Am Ende hatte er aber keine Chance

Kall – Und dann war Maxi Brucker, der Standartenträger der Musketiere, weg. Bezirzt und entführt von den Sirenen im Kaller Rathaus. Doch als die Musketiere den elendigen Hilferuf ihres Kameraden vernahmen, stürmten sie los und drangen über das Treppenhaus zum Entführten vor, den sie befreiten.

Mit dem Mut der jungen Jecken hatte Bürgermeister Hermann-Josef Esser nicht gerechnet. Was zunächst nach einem cleveren Schachzug aussah – denn Maxi Brucker war beim Sturm auf das Rathaus auch als Wortführer der Angreifer auserkoren, den es deshalb mundtot zu machen galt –, bedeutete schlussendlich den Anfang vom Ende des Esser’schen Regimes.

Noch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, weil er überrumpelt worden war, forderte Brucker den „Blangemer Roothuusräuber“ auf, sich zu ergeben. Notfalls würde die Prinzengarde das Rathaus mit der Kanone in Schutt und Asche legen.

Doch Esser parlierte geschickt. Ein neues Rathaus käme ihm sehr gelegen, deshalb sei der angedrohte Angriff sehr willkommen. „Darüber hinaus freuen sich die weiblichen Mitarbeiter auch auf eine neue Einbauküche“, spielte Esser auf die Tatsache an, dass Maxi Brucker Filius der Inhaber von Möbel Brucker ist.

Doch Brucker setzte dem Wortgeplänkel ein Ende. Wenn der Kuchen spreche, hätte der Streusel gefälligst ruhig zu sein, warf er dem Bürgermeister entgegen. Dem Kanonier gab der Musketier die Anweisung zum Feuern. Und nach drei Schüssen schwenkte Esser dann auch die weiße Fahne und ließ sich in Ketten gelegt von der Prinzengarde abführen. Das Rathaus übergab er bis Aschermittwoch an die Jecken aus Kall.

Die waren zahlreich erschienen. Abordnungen der Karnevalsvereine samt Tollitäten unterstützten den Angriff der Prinzengarde. Selbst ein um den krank gewordenen Bauer dezimiertes Dreigestirn der St.-Nikolaus-Schule war spontan hinzugestoßen.

Bei Minustemperaturen im Schatten des Rathauses tanzten auch die Kallbachmücken und die Möhnen der „Löstigen Bröder“. „Hättet ihr das Haus der Begegnung nicht hier vorne hinbauen können? Dann stünden wir hier in der Sonne“, meinte Thomas Becker, Vorsitzender des Kinderkarnevals Sistig.

Dass an Weibertag das vermeintlich schwache Geschlecht das Sagen hat, merkte Kalls Kinderprinz Robin I. (Sträußl) während seiner Begrüßung der Jecken. Er wurde von Kinderprinzessin Hanna I. (Goebel) und Prinzessin Claudia I. (Blum) zum Schweigen gebracht: Schließlich sei Weibertag, und an dem wollen es die beiden Mädels „richtig krachen lassen“.

Nach dem Rathaussturm lud Bürgermeister Esser die Karnevalisten zum Umtrunk in den Ratssaal. Während die „Löstige Bröder“ anschließend noch die Nikolausschule besuchten, ging es für das über die tollen Tage entthronte Gemeindeoberhaupt und zahlreiche andere Jecken zur Karnevalsparty im Saal Gier.

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Die schwedische Sängerin Pia Fridhill und ihr Trio musizieren am Samstag, 24. Februar, 20 Uhr, beim ersten Kneipenkonzert im Bürgerhaus Golbach. Foto: Manfred Pollert/pp/Agentur ProfiPress

Pia Fridhill in Golbach

Erstes Kneipenkonzert des Bürgervereins am Samstag, 24. Februar, 20 Uhr – Jetzt ermäßigt Tickets im Vorverkauf sichern

Kall-Golbach – Der Bürgerverein Golbach präsentiert am Samstag, 24. Februar, 20 Uhr, einen musikalischen Leckerbissen. Für sein erstes Kneipenkonzert im Bürgerhaus hat der Verein die aus Schweden stammende und in Deutschland lebende Sängerin Pia Fridhill gewinnen können.

Musikalische Spielfreude, Humor und Wärme bietet die in Deutschland lebende schwedische Sängerin zusammen mit Ihrer Band. Soul, Funk, Jazz, Rock und Pop verschmelzen zu einem einzigartigen akustischen Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt. Fridhill ist auch in der Kneipe des Bürgerhauses ganz nah am Publikum.

Doch Fridhill kommt nicht allein: Sehr persönlich und äußerst sympathisch betört, verzaubert und begeistert die schwedische Sängerin gemeinsam mit Gitarrist Jens Hoffmann und Cellistin Johanna Stein die Zuhörer mit allerfeinsten groovenden Songs.  

Karten gibt es im Vorverkauf für elf Euro unter den Rufnummern 02441/770015 oder 0160/90631837 sowie per E-Mail unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik. An der Abendkasse kosten die Tickets 13 Euro. Einlass ins Bürgerhaus ist an dem Abend um 19 Uhr.

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Prinzessin Claudia I. mit ihrem „Zukünftigen“ Ron Chytry im Kaller Zoch. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Dem Unwetter folgte Kamellen-Regen

Bürgermeister Hermann-Josef Esser ging als furchterregender Steinzeitmensch im Kaller Zoch mit – 31 Wagen, Fußgruppen und Musikzüge – Wilde Hühner, Astronauten und Baller-Frauen Kall – Bevor sich der große Kaller Zoch in Bewegung setzte, setzte Regen und Graupel ein, doch das tat der Stimmung bei der Aufstellung an der Gemünder Straße keinen Abbruch. Die Tollitäten wurden flugs in Regencapes eingepackt, die sie aber während des Zuges schon wieder ausziehen konnten. Den Regengüssen am Zuganfang folgte ein zweistündiger Kamelle-Regen, der ganz nach dem Geschmack der Jecken entlang des Zugweges war. Mit prall gefüllten Taschen voller Süßigkeiten gingen viele Zaungäste nach dem Zug nach Hause. Mit 31 Wagen, Fußgruppen und Musikzügen präsentierte der Karnevalsverein Löstige Bröder einen Umzug, der sich sehen lassen konnte. Dabei wurden sie nicht nur von Vereinen aus Außenorten der Gemeinde Kall unterstützt. Auch aus Olef und Oberhausen nahmen Jecken am Kaller Zoch teil. Für den guten Ton sorgten die Musikkapellen aus Kall und Keldenich sowie der Spielmannszug aus Wahlen. Traditionsgemäß knubbelten sich die Menschenmassen in der Aachener Straße und der Bahnhofstraße in Höhe des Rathauses. Wer allerdings am Rathaus Ausschau nach dem Kaller Bürgermeister Hermann-Josef Esser hielt, tat dies vergebens. Jedoch hatte sich Esser keinesfalls am Karnevalssonntag aus dem Staub gemacht. Im Gegenteil: Der Bürgermeister nahm aktiv am Zuggeschehen teil und war in einer Gruppe furchterregender Steinzeitmenschen zu finden, die einen großen Hordenkessel mitschleppten, in dem ein kleiner Knirps „abgekocht“ wurde. Die Steinzeitmenschen, die vom Kaller Ortsvorsteher Stefan Kupp angeführt wurden, waren vom Baugebiet „Auf dem Fels“ in den Ort eingefallen. Zugleiter Kalle Haseleu war bei der über 500 Meter langen Zugaufstellung wieder mit dem Fahrrad unterwegs, um die 31 Gruppen und die drei Musikapellen vor dem Start zu sortieren. Knapp 700 aktive Zugteilnehmer hatten sich bei Haseleu für den großen Narrenzug angemeldet, der von Polizei, der Feuerwehr und dem DRK abgesichert wurde. Zwischenfälle gab es dank der professionellen Organisation keine. Dem Zug voran ging die Musikkapelle aus Kall, der die Schevener KG „Die Jecke vom Hahnebömsche“ mit gleich vier Wagen folgte. Aus Olef hatte ein großes Piratenschiff den Weg nach Kall gefunden, während der Sistiger Jugendclub sich mit einer Gruppe Rennfahrer präsentierte. Aus Keldenich waren Asterix und Obelix sowie 101 Dalmatiner nach Kall gekommen. Nicht aus dem Kaller Zug wegzudenken ist die Lebenshilfe, die mit zahlreichen Schlümpfen Zug mitzog. Krümelmonster und eine große Affenbande kamen aus Kall, eine Gruppe American Footballer sowie Astronauten mit einem Space-Shuttle aus Rinnen. Massenweise bunte Ostereier verteilten die „Jäcken Hühner“ aus Scheven, die ein Riesenhuhn mit nach Kall gebracht hatten. Die KG „Jecke Krohe von Wahle“ machte mit einem großen Wagen auf sich aufmerksam. Gruppen aus Golbach präsentierten einen kunterbunten Zoo, Piraten und Ninja Turtles. Mit dabei auch wieder der Straßbüscher Eier- und Hühnerclub (EHC), der eine große Gruppe Igel entsandt hatte. „Scheiß auf Barock, in Kall wird gerockt“, lautete die Botschaft der Luftgitarristen, die der Kaller Ex-Prinz Hans Lambert (2015) um sich versammelt hatte. Den Schluss des Zuges läuteten die Pink Ladies, die Kallbachmücken und die Gefolge der Tollitäten ein. Hoch aus einer großen Narrenkappe grüßte das Kinderprinzenpaar Robin I. (Sträußl) und Hanna I. (Goebel) herab. Dem Wagen der Prinzessin Claudia I. (Blum) zog eine Gruppe Baller-Frauen voran, die an die Liebe der Prinzessin zu Malle, dem Ballermann und dem Bierkönig erinnerten. Prinzessin Claudia thronte mit ihrem „Zukünftigen“ Ron Chytry auf dem großen Prinzenwagen und leistete Schwerstarbeit beim Kamellenwerfen. pp/Agentur ProfiPress

„Janz oder jarnett“

Karnevalsmesse mit Pater Josef aus Kloster Steinfeld in St. Nikolaus in Kall: Beim Einzugslied „Wenn de Kirchejlock schlät, dann stohn me all parat“ sangen alle mit – Das Motto „Jetzt oder nie, ganz oder gar nicht“ gilt auch für den Glauben – Orden am Altar verliehen

 

Kall - Seit vielen Jahren ist es in Kall guter Brauch, dass der Karnevalsverein „Löstige Bröder“ für den Karnevalssamstag zum Gottesdienst in die Pfarrkirche St. Nikolaus einlädt. So hieß es auch in diesem Jahr „Un wenn de Kirchejlock schläät, dann ston me all parat, un mir trecke durch de Kirch und jeder hät jesaht: Kall Alaaf, Alaaf, Kall Alaaf!“

 

Dieses vom Trömmelche-Song der Räuber abgewandelte Karnevalslied singen die Besucher der Karnevalsmesse traditionell beim Einmarsch der Tollitäten in die Pfarrkirche St. Nikolaus. „Jo am Samstachovend jeht das Jlöckcke loss, und dann weed de Mess jemaht, mit dem bonte Tross; De Oma met dem Hötche, der Opa met dem Steck, denn die hillije Mess, dat es für se et jrößte Jlöck“, heißt es danach in der zweiten Strophe.

 

Begleitet wird das närrische Einzugslied seit mehreren Jahren von dem Organisten und jetzigem Ortsvorsteher von Kall, Stefan Kupp, der auch die Karnevalsgottesdienste mit Renate Schüttler und Elisabeth Keutgen vorbereitet.

 

„Wenn schon, denn schon“

 

Pater Josef vom Kloster Steinfeld zelebriert die Karnevalsmesse der „Löstige Bröder“ seit drei Jahren. In seiner Predigt dankte er der Prinzessin Claudia I. (Blum) für die Wahl ihres Mottos „Jetzt oder nie, ganz oder gar nicht“. Diese Worte träfen auch auf den christlichen Glauben und die Zugehörigkeit zur Kirche zu. Pater Josef: „Nur ein wenig geht nicht, wenn schon, denn schon“.

Beim Gottesdienst wirkten auch die Tollitäten und die Lektorinnen des Vereins, Elisabeth Keutgen und Renate Schüttler, mit. Der Gottesdienst war auch diesmal den verstorbenen Mitgliedern des Karnevalsvereins gewidmet.

 

Am Ende bedankten sich Löstige-Bröder-Chef Harald Thelen und Prinzessin Claudia bei Organist Stefan Kupp und Pater Josef mit einem Sessions-Orden, worauf die Kirchenbesucher ein lautstarkes „Kall Alaaf“ ausriefen. Der Gottesdienst endete traditionell mit dem Höhner-Hit „Echte Fründe stohn zesamme“, wobei alle kräftig mit klatschten.

 

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Aktion der GenoEifel bei Möbel Brucker

Am Samstag, 17. Februar, verkauft die Generationengenossenschaft Waffeln für den guten Zweck – Ehrenamtsbörse hat festen Sendeplatz bei Radio700

Kall – Die GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft lädt für Samstag, 17. Februar, 11 bis 16 Uhr, zu Möbel Brucker in Kall ein. Im Eingangsbereich des Haupthauses werden die Landfrauen aus dem Kreisverband Euskirchen belgische Waffeln mit Kirschen und Sahne backen. Der gesamte Erlös geht an den Hilfsfonds der GenoEifel.

Mit dem Hilfsfonds werden Menschen unterstützt, die sich eine Mitgliedschaft in der GenoEifel eG nicht leisten können. Durch die Spende bekommen sie Zugang zum Hilfe-Helfer-Netzwerk, dessen Aktive sich wie früher im Drei-Generationen-Haushalt im Alltag mit kleinen Handreichungen gegenseitig unterstützen.

Die Generationengenossenschaft hat außerdem seit Kurzem einen festen Sendeplatz bei Radio700. Der im ostbelgischen Büllingen beheimatete Sender präsentiert jeden Dienstag um 11.10 Uhr in der Sendung „Rendezvous“ die Ehrenamtsbörse der GenoEifel.

Zum einen werden dort Hilfegesuche veröffentlicht. „Zuletzt hatten wir eine Frau, die regelmäßig von Dreiborn nach Simmerath muss und eine Mitfahrgelegenheit sucht, weil die Busverbindung gestrichen wurde“, berichtete GenoEifel-Koordinatorin Corinne Rasky. Natürlich werden aber auch Hilfsangebote vorgestellt.

„Radio700 interessiert sich seit unserer Gründung für die GenoEifel und würde gerne die Ehrenamtsbörse im Programm fest etablieren“, erzählt Rasky weiter. Empfangbar ist der ostbelgische Sender Radio700 über die UKW-Frequenz 90,1 MHz und als Livestream über das Internet, anwählbar unter www.radio700.de.

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Seit fünf Jahren ist Karlheinz Haseleu Zugleiter bei den „Löstige Bröder“. Der Zug am Sonntag, 11. Februar, ab 14 Uhr, ist sein sechster in verantwortlicher Position. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Zuerst Papierkram, dann Kamelle

Seit fünf Jahren ist Karlheinz Haseleu Zugleiter der „Löstige Bröder“ in Kall – Tulpensonntagszug startet am 11. Februar um 14 Uhr – Ein Blick hinter die Kulissen der Vorbereitungen

Kall – Kamelle kaufen, bunt kostümieren und Spaß haben. So ungefähr stellen sich Laien die Teilnahme an einem Karnevalszug vor. Wenn alles gut organisiert ist, ist man auch gar nicht weit weg von der Wahrheit, obwohl natürlich die privaten Wagenbauer schon einige Wochen vor dem Termin fleißig sind.

Doch hinter den Kulissen gibt es einiges zu tun. Seit fünf Jahren ist Karlheinz Haseleu Zugleiter der KG „Löstige Bröder“ in Kall, derzeit organisiert er seinen sechsten Zug, der sich am Sonntag, 11. Februar, um 14 Uhr zum dritten Mal in Folge ab der Gemünder Straße in Bewegung setzt. Mit dem Jahreswechsel beginnt für ihn der Papierkram. „Ich versende einen Neujahrsgruß an die Gruppen und frage gleichzeitig auch, ob sie wieder mitgehen“, berichtet der Karnevalsprinz von 2011.

Beinahe gleichzeitig muss er in diesem Jahr wegen der kurzen Session auch den Antrag an den Kreis Euskirchen stellen. „Das muss spätestens einen Monat vor dem Zugtermin erledigt sein“, erzählt Haseleu. Der Kreis formuliert eine Anordnung mit Auflagen und Bedingungen, die der Zugleiter und die beteiligten Helfer umzusetzen haben.

So müssen während des Zuges bestimmte Straßen gesperrt werden, damit sich der närrische Lindwurm und der normale Verkehr nicht in die Quere kommen. Die Sperrungen werden sogar in „Echtzeit“ vorgenommen oder aufgehoben. Passiert der Zug eine bestimmte Stelle, werden andere Zufahrtsstraßen von den vier Zugbegleitern gesperrt oder freigegeben. Nur so ist ein reibungsloses Miteinander zwischen Frohsinn und dem Straßenverkehr gewährleistet. Auch Schilder, die im Weg sind, werden abmontiert, stellenweise von Haseleu persönlich.

Es gibt aber noch weitere Bedingungen, die die teilnehmenden Karnevalisten beherzigen sollten. So gibt es in Kall ein generelles Konfetti-Verbot. Besonders die vor ein paar Jahren aufgekommene Plastikvariante ist für den Bauhof der Gemeinde, der nach dem Zug für das Großreinemachen verantwortlich ist, ein echtes Ärgernis, weil es mit der Kehrmaschine nicht aufgenommen werden kann. Generell soll Müll vermieden werden und nicht mehr, wie noch vor Jahren üblich, einfach aus dem Wagen in den Straßengraben geworfen werden. Grundsätzlich gilt für die Teilnehmer sogar ein Alkoholverbot.

Und natürlich müssen alle, die mit Fahrzeugen Personen befördern, ein Tüv-Gutachten vorlegen, das im Schnitt 50 bis 100 Euro kostet. Wichtig ist auch, dass Haseleu eine Bestätigung der Kfz-Haftpflichtversicherung für den Versicherungsschutz am Karnevalsumzug vorliegt, die von der Versicherung ausgestellt wird. Zusätzlich müssen die Vereine Wagenengel beschaffen. Sechs Stück sollten es für die großen Wagen sein – und die haben alle Hände voll zu tun: „Die Kamelle sammelnden Leute krabbeln mittlerweile sogar unter die Wagen“, hat Haseleu einen besorgniserregenden Trend beobachtet.

Echte Teamarbeit

Wichtig ist Karlheinz Haseleu, dass er kein Einzelkämpfer ist, sondern das Gelingen des Zuges echte Teamarbeit sei. „Unser Webmaster Ingo Keller beispielsweise aktualisiert jedes Jahr die Formulare, die sich die Vereine dann downloaden können“, berichtet Haseleu. Bei Haussammlungen in Kall, Golbach, Straßbüsch und Anstois sammeln Vereinsmitglieder Geld zur Finanzierung des Zuges. Auch Wurfmaterial für jede Gruppe wird davon beschafft.

Dieses Wurfmaterial, bestellt wurden sieben Paletten, die insgesamt ein Gesamtgewicht von rund vier Tonnen haben, muss noch portioniert und verteilt werden. Eine Woche vor dem Kaller Tulpensonntagszug werden auch die beiden Prinzenwagen aufgehübscht. „Es dauert alleine einen Tag, die zu beladen“, weiß Haseleu, der für den Tag des Zuges auf Kaiserwetter hofft.

Für ihn selbst beginnt der Karnevalssonntag um 8 Uhr. Dann stellt er mit seinem Sohn Felix die Fähnchen für die Zugaufstellung auf, nachdem er die Startplätze vermessen hat, und verteilt das Material für die Verkehrssicherung an die Sperrpunkte. Zum dritten Mal in Folge startet der Zug auf der Gemünder Straße. „Das wurde damals wegen der Umbaumaßnahme auf der Kölner Straße eingeführt, doch für uns hat das Vorteile: Die Gemünder Straße ist waagerechter und geschützter, der Zugweg etwas kürzer als die bisherigen drei Kilometer, sodass wir auch noch im Hellen zur After-Zoch-Party in der Bürgerhalle ankommen“, meint Haseleu.

Die Zugaufstellung hat er akribisch zusammengestellt. Bei rund 30 Gruppen, die auch dieses Jahr wieder erwartet werden, ist das nicht immer so einfach. „Ich sortiere ein wenig nach Ortschaften, muss aber auch beachten, dass Wagen mit lauter Musik nicht direkt vor einer Musikkapelle fahren“, erzählt der Zugleiter. Ab 13 Uhr treffen die Teilnehmer ein. Dann erhalten sie auch einen Stempel, den Haseleus Schwiegertochter Paulina und sein Vorgänger Franz-Josef Heinen verteilen, und der bei der anschließenden Party im Bürgerhaus den Eintritt ersetzt.

Auch wenn es für den Verein und alle Helfer eine „Wahnsinnsarbeit“ ist, ist Haseleu überzeugt, dass es allen Teilnehmern Spaß macht, etwas auf die Beine zu stellen. Und er glaubt fest daran, dass auch dieses Jahr wieder alles reibungslos funktioniert, denn „wir haben hier eine sehr gute Mannschaft beisammen“.

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Eine Spende in Höhe von 547 Euro aus dem Erlös des Weihnachtsbaum-Verkaufs überreichte Christoph Geschwind (rechts) an Peter Berbuir von der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll /p/Agentur ProfiPress

547 Euro durch Baumverkauf

Spontane Aktion von „Blumen Geschwind“ in Kall kurz vor Weihnachten für die Hilfsgruppe Eifel – Große Akzeptanz bei der Kundschaft gefunden – Jetzt das Spendengeld überreicht

Kall – Auf eine recht große Resonanz gestoßen war der Weihnachtsbaum-Verkauf des Kaller Blumengeschäftes Christoph Geschwind zugunsten der Hilfsgruppe Eifel im Dezember. Obwohl die Aktion nur gut eine Woche auf dem Vorplatz des Kaller Rewe-Centers lief, konnte Christoph Geschwind jetzt einen Reinerlös von 547 Euro an Peter Berbuir von der Hilfsgruppe Eifel übergeben.

In den Wochen vor Weihnachten hatte Geschwind auch im Foyer im Kaller Rewe-Center Lose für die große Weihnachts-Tombola verkauft. Nachdem die Tombola beendet war und die Gewinner gezogen waren, kam ihm die spontane Idee, selbst eine Aktion für die Hilfsgruppe zu starten. In Belgien orderte er Weihnachtsbäume, die er innerhalb weniger Tage zugunsten der Hilfsgruppe verkaufte.

Bei der Übergabe sprach Geschwind von einer großen Akzeptanz der Kundschaft für die Aktion zugunsten der Hilfsgruppe. „Wir werden im nächsten Jahr den Baumverkauf wieder für die Hilfsgruppe starten“, versicherte der Blumenfachmann. Habe man im Dezember die Aktion spontan angesetzt, so werde man sie vor dem diesjährigen Weihnachtsfest professioneller vorbereiten und mehr Bäume ordern, um den Erlös für die Kaller Kinderkrebshilfe noch zu steigern. Dann werde auch sein belgischer Baumlieferant mitmachen. Der habe ihm versprochen, einige Bäume kostenfrei zu liefern.

Geschwind war bei Übergabe froh, dennoch den Betrag von 547 Euro übergeben zu können. Hilfsgruppen-Mitglied Peter Berbuir berichtete, dass man das Geld für die Mitfinanzierung eines neuen Elternhauses an der Bonner Uniklinik verwenden werde. In diesem Haus können Eltern wohnen, deren krebskranke Kinder in der Uni-Klinik behandelt würden.

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Als Zeichen der Trauer, aber auch der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft wurden die 170 Europa-Kreuze einen Nachmittag lang auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag aufgestellt. Foto: Manos Meisen/pp/Agentur ProfiPress

Europa-Kreuze: Internationales Projekt geht zu Ende

Jugendbegegnung von polnischen, belgischen, französischen und deutschen Schülern in Steinfeld – Buchvorstellung, Symposium und Ausstellung zum Abschluss vom 14. bis 18. März

Kall-Steinfeld – Im Sommer 2014 jährte sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Das Hermann-Josef-Kolleg im Salvatorianerkloster Steinfeld nahm dies zum Anlass, mit einem europäischen Kulturprojekt der Opfer zu gedenken: 170 weiße Holzkreuze, die den Soldatengrabkreuzen nachempfunden und in der Schreinerei des Urfter Hermann-Josef-Hauses hergestellt wurden, wurden von den Steinfelder Schülern und weiteren Unterstützern in den Europafarben bemalt oder auf andere Weise gestaltet, um in der Karwoche vor vier Jahren auf Reisen zu gehen.

Station machten sie seitdem an Kriegsplätzen der ehemaligen Westfront in Belgien und Frankreich, wo die Kreuze als Installation aufgestellt wurden. In Polen wurden die Kreuze unter anderem in der internationalen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau/Krysowa bei Breslau gezeigt sowie in der Warschauer Galerie des Künstlerverbandes ZPAP zur Finissage der Ausstellung „Europa Polen: Bilder“. Von dort aus wurden sie nach Berlin transportiert. Hier wurden die bunten Kreuze auf dem „Platz der Republik“ vor dem Reichstag und vor der Zentralen Gedenkstätte, der Neuen Wache in Berlin Mitte, installiert. Allerorts erfuhr das Projekt große Aufmerksamkeit und ein enormes Medienecho.

Jetzt wollen die beiden Schulen, das Hermann-Josef-Kolleg Steinfeld und das Hermann-Josef-Haus in Urft, anlässlich des 100-jährigen Endes des 1. Weltkrieges das Projekt Europakreuze mit einer internationalen Jugendbegegnung, einem Symposium, einer Ausstellung in Steinfeld und einer Buchpräsentation abschließen. Vier Jahre lang hat es Menschen zusammengebracht mit der Intension, Frieden in Europa zu stiften.

Geplant ist eine Jugendbegegnung von polnischen, belgischen, französischen und deutschen Schülern in der Woche vom 12. bis 18. März im Kloster Steinfeld. Dabei sollen auch weitere Kreuze entstehen.

In einer Projektwoche wird mit den Schülern der europäischen Nachbarländer und in Zusammenarbeit mit dem renommierten Historiker Prof. Dr. Gerd Krumeich der 1. Weltkrieg mit seiner besonderen Bedeutung in der Eifel im Unterricht bearbeitet. Die Ergebnisse dieser Projektwoche werden am Freitag, 16. März bei einem von den Schülern gestalteten Symposium dargestellt. Professor Krumeich wird auch das Symposium begleiten.

Im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung wird am Mittwoch, 14. März ein Jugendgottesdienst im Herrmann-Josef-Haus in Urft unter der Leitung des Jugendseelsorgers Hardy Harwinkels zum Thema „Gedenken – Frieden gestalten in Europa“ gefeiert, anschließend kommen die ausländischen Gastschüler, die Gymnasiasten und Förderschüler zum Pizza-Essen zusammen.

Die 200 von den Schülern kreierten Holzkreuze werden im Kreuzgang des Klosters ausgestellt. Hier ist auch eine Dokumentation von der Reise der Kreuze an markante Stellen der ehemaligen West- und Ostfront zu sehen. Die Vernissage findet ebenfalls am Freitag, 16. März, um 18 Uhr, statt.

Im Rahmen der Vernissage wird das Buch zur Aktion präsentiert (Verlag Schnell und Steiner, Erscheinungstag voraussichtlich 8. März, Titel: „EuropaKreuze, Ein europäisches Kunstprojekt zum Gedenken an die Opfer des ersten Weltkrieges“). Herausgegeben wird dieses Buch von Univ.-Prof. Dr. Albert Gerhards von der theologischen Fakultät der Universität Bonn und Prof. Dr. Jonas Andermahr von der Universität Köln.

Abschluss der internationalen Jugendbegegnung ist am Sonntag, 18. März. An diesem Passionssonntag wird der Theologe, Priester und Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Albert Gerhards in der Basilika Steinfeld den Gottesdienst Messe zelebrieren. Zuvor werden die 200 Europakreuze in der Basilika installiert.

Vor vier Jahren hatten die Jungs des Hermann-Josef-Hauses in Urft mit dem im Haus beschäftigten Maler- und Lackierermeister Thorsten Schmidt sämtliche Kreuze produziert, zusammengeschraubt und weiß lackiert. Künstlerisch gestaltet wurden sie von den Neunt- und Zehntklässlern des HJK nach Vorbild des renommierten Düsseldorfer Künstlers Bernd Schwarzer, der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Seine Werke, die weltweit in Museen zu sehen sind, sind häufig geprägt vom Symbol des Kreuzes.

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Der neue Schulleiter Thomas Frauenkron (Mitte) mit seinem nun verabschiedeten Vorgänger Heinrich Latz (rechts) und Pater Lambertus Schildt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Ereignisreiche Woche im HJK

Neuer Schulleiter Thomas Frauenkron ins Amt eingeführt – Heinrich Latz in den Ruhestand verabschiedet

Steinfeld – Für das Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg war es eine ereignisreiche Woche. Der geplante Wechsel an der Spitze der traditionsreichen Schule ist vollzogen. Heinrich Latz wurde in den Ruhestand verabschiedet und sein Nachfolger Thomas Frauenkron ins Amt eingeführt.

„Wir haben heute einen besonderen Tag“, freute sich Pater Lambertus Schildt von den Salvatorianern während der Amtseinführung in der Aula der Schule. Für einen guten Start überreichte er dem neuen Direktor der Schule ein Körbchen mit Vitaminen, Tee und warme Socken.

Rund 700 Augenpaare von Schülern, Lehrern und Mitarbeitern blickten erwartungsvoll, als der neue „Chef“ auf die Bühne kam. Frauenkron zeigte sich beeindruckt angesichts der versammelten Schulgemeinschaft: „Ich muss gestehen, ich bin jetzt völlig überwältigt von dem, was ich hier sehe.“ Er sei dankbar und stolz, Schulleiter in Steinfeld sein zu dürfen. „Das ist eine große Ehre und Auszeichnung.“

Willi Frauenrath, Mitglied im Kaller Gemeinderat, bleibt weiterhin Vize-Direktor. „Ich freue mich schon sehr darauf, mit dir zusammen die Schule zu leiten“, so der neue Schulleiter. Frauenrath ist für ihn kein Unbekannter, seit 1988 unterrichtet der Lehrer bereits am „HJK“.

Denn der neue Schulleiter, der 1981 in Simmerath geboren wurde, kam seinerzeit schon als Schüler an das „HJK“. „Steinfeld war für mich schon immer etwas Besonderes“, erinnert er sich gerne an die Anfänge. Seit sieben Jahren unterrichtet er die Fächer Mathematik und Geschichte am Steinfelder Gymnasium. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wohnt er in Giescheid.

Der Abschied vom bisherigen Schulleiter Heinrich Latz wurde wenige Tage zuvor mit einem Gottesdienst in der Basilika und anschließendem Festakt in der Aula begangen. Bewegende, herzliche und wertschätzende Worte fielen im kurzweiligen Reigen der Reden. „Niemals geht man so ganz“, sangen die Lehrer auf der Bühne im Chor für Latz, der fast 40 Jahre am Steinfelder Gymnasium unterrichtete.

Seit 2009 leitete Latz die Einrichtung. Er habe die Schule vom einst unruhigen Fahrwasser „in einen sicheren Hafen“ geführt und die Weichen für die Zukunft gestellt, lobte der Moderator des Festaktes, Heiner Schmidt.

„Eine Ära geht zu Ende“, stellte Pater Lambertus Schildt im Namen des Schulträgers fest. Dass die Schule heute gut dastehe, habe man dem 65-Jährigen maßgeblich zu verdanken. Er habe die Einführung von iPads und damit die Digitalisierung der Einrichtung vorangetrieben, ebenso den Umbau des neuen Lehrerzimmers, die Sanierungen des Sportplatzes und der naturwissenschaftlichen Räume. Die Salvatorianer seien dankbar für sein Wirken, so Lambertus Schildt und wünschten: „Vergelt’s Gott!“

Auch Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser würdigte Latz: „Ihnen ist der Spagat gelungen, dieses Gymnasium, eingebettet in das Wertegerüst der Salvatorianer, hineinzuführen in die moderne, digitale Zeit.“

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Der Theaterverein „Einigkeit“ Rinnen bringt am 24. Februar die Komödie „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ auf die Bühne. Schon seit November wird fleißig geprobt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Jubel, Trubel, Heiterkeit

Der Theaterverein „Einigkeit“ Rinnen bringt eine recht turbulente Komödie auf die Bühne – In der Schönheitsklinik geht es drunter und drüber – Premiere am 24. Februar – Danach Tournee-Start

Rinnen – Recht turbulent geht es zu im Bürgerhaus in Rinnen, wenn der Theaterverein „Einigkeit“ dort am Samstag, 24. Februar, um 20 Uhr die Komödie „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ von Winnie Abel aufführt. Schon seit November vergangenen Jahres proben die Laienschauspieler wöchentlich für das Stück in drei Akten. Seit zwei Wochen wird zweimal wöchentlich geprobt.

Das Stück spielt in der Schönheitsklinik Schwanensee, in die sich der Heiratsschwindler Moritz Engel geflüchtet hat, um sich „unkenntlich“ machen zu lassen. Denn nachdem er die Tochter eines reichen Imbissketten-Besitzers ausgenommen hat, wird er von Auftragskillern gejagt.

In der Klinik halten sich reiche Patienten auf, wie zum Beispiel ein exzentrischer Künstler, eine fettleibige Lottomillionärin und eine Männer verschlingende Adlige. Durch diese prominenten Patienten erhofft der skrupellose Schönheits-Chirurg Roland Meister, seine Karriere beschleunigen zu können.

Es kommt zu turbulenten Szenen, als sich der Heiratsschwindler an die Lottomillionärin heranmacht und ein ehemaliges Opfer des Ganoven in der Klinik aufgenommen wird. Als der Chirurg die Nasen-OP des exzentrischen Künstlers verpfuscht, gerät der schöne Schein der prachtvollen Klinik ins Zwielicht.

Die Besucher erwartet in Rinnen eine kriminalistische Komödie mit jeder Menge Wortwitz, Situationskomik und lustigen Charakteren. Akteure auf der Bühne sind Elisabeth Servaty, Andreas Bellgardt, Richard Cremer, Christa Hilger, Heike Huber, Axel Chmielecki, Lydia Rosenbaum, Astrid Koder und Felicitas Huber. Als Souffleuse agiert Elke Knoblich, Regie führt Lydia Rosenbaum.

Nach der Premiere von „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ am Samstag, 24. Februar, im Bürgerhaus wird das Stück am Sonntag, 25. Februar, um 16 Uhr an gleicher Stelle wiederholt. An diesem Tag gibt es ab 14.30 Uhr Kaffee und Kuchen.

Im März geht der Theaterverein „Einigkeit“ mit dem Stück auf Tournee. Aufführungen sind am Freitag, 2. März, in der Eifelhöhenklinik in Marmagen, am Samstag, 3. März, im Bürgerhaus in Kallmuth, am Samstag, 10. März, im Bürgerhaus in Krekel und am Samstag, 17. März, in Haspe im Ruhrgebiet.

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Das offizielle Bild: Bürgermeister Hermann-Josef Esser posiert mit allen Tollitäten aus dem Kaller Gemeindegebiet. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Prinzengardist wird Prinzgemahl

Faustdicke Überraschung beim Prinzenempfang der Gemeinde Kall – Premiere für den Gastgeber, Bürgermeister Hermann-Josef Esser – Fünf Stunden Programm in der Bürgerhalle

Kall – Eines darf man in diesem Jahr mit Fug und Recht behaupten: An Überraschungen mangelt es dem Kaller Karneval nicht. Schon die Kostümsitzung war dominiert von der plötzlichen Verwandlung von Claudia Blum in Prinzessin Claudia I., von der nur wenige Eingeweihte wussten. Selbst Ron Chytry, der Lebensgefährte der Tollität, wurde eiskalt erwischt.

Eine Woche später, beim Prinzenempfang der Gemeinde Kall, war nun der Prinzengardist derjenige, der mit einer faustdicken Überraschung aufwartete. Und wieder war offenkundig „Löstige Bröder“-Chef Harald Thelen eingeweiht in das Geheimnis.

Ähnlich wie schon eine Woche vorher Bürgermeister Hermann-Josef Esser, ging Ron Chytry vor Claudia I. auf die Knie. Doch während Esser der Prinzessin ihre Insignien überreichte, holte Chytry eine Ringdose heraus und stellte seiner Claudia die Frage aller Fragen: „Seit sieben Jahren feiern wir zusammen Karneval. Willst du mich heiraten?“

Die Antwort ging im tosenden Jubel in der Kaller Bürgerhalle, die regelrecht Kopf stand, zwar etwas unter. Da sich Claudia I. aber den Verlobungsring an den Finger steckte und auch ein langer Kuss folgte, dürfte es jedem klar sein: Der Prinzengardist Ron Chytry wird bald zum Prinzgemahl.

Die Verlobung war selbstverständlich das emotionale Highlight des ersten Prinzenempfangs unter der Ägide von Hermann-Josef Esser. Doch auch ohne wäre es ein großartiges Stelldichein der Karnevalisten aus dem Gemeindegebiet gewesen.

Aus Termingründen und altersbedingt überließen die Hausherren, die „Löstige Bröder“ aus Kall, dem Kinderkarnevalsverein Sistig und der Tanzgruppe Wahlen den Vortritt. Die Sistiger hatten am Nachmittag noch Kindersitzung im Ort, wie der Vorsitzende Thomas Becker erklärte. Und auch am Abend vorher war es spät geworden. „Aber im Karneval muss man auch mal sagen: 4 Uhr im Bett, 7 Uhr aufstehen, Kaffee und dann geht es weiter“, meinte Becker.

Die Sistiger Garden zeigten allerdings keine Ermüdungserscheinungen: Ob „Kleine Fünkchen“, das Tanzmariechen Mara Vellen oder das neue Kinder-Synchrontanzpaar Smilla und Simone – sie alle beeindruckten das Publikum in der vollbesetzten Bürgerhalle, sodass es am Ende des Auftritts der Garden die erste Rakete steigen ließ.

Nicht minder beeindruckend waren die Darbietungen der Tanzgruppe Wahlen. Besonders der zweieinhalbjährigen Tilda flogen die Herzen der Jecken zu. Selbst beim Tanz mit den anderen Bambini zeigte sie sich sehr talentiert.

Eine Belastungsprobe für die Bühnenstatik folgte im Anschluss: Mit rund 100 Leuten betraten die „Löstige Bröder“ die Bretter, die die Welt bedeuten, allen voran die von Maxi Brucker angeführten Musketiere. Es folgten alle Garden, die unglaublich impulsive und kraftvolle Tänze zeigten. Im Anschluss wirbelten noch die Showtanzgruppe sowie das Männerballett „Federwölkchen“ über die Bühne.

Es folgten im Laufe des Programms auch noch „Die jecke Krohe von Wahle“, die „Jecke vom Hahnebömsche“ aus Scheven sowie die „Suetenicher Schlipse“.

Etwa fünf Stunden dauerte der Prinzenempfang der Gemeinde. In Kürze startet dann der Straßenkarneval. Mal sehen, welche Überraschung Prinzessin Claudia I. für den Tulpensonntagszug auf Lager hat.

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Toni Mießeler (l.) hat nach 28 Jahren sein Ratsmandat niedergelegt. Bürgermeister Hermann-Josef Esser und die Gemeindeangestellte Michaela Kratz gratulierten zum Abschied. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Treu im Leben und in der Politik

Nach 28 Jahren als Mitglied des Kaller Gemeinderates hat CDU-Fraktionschef sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt – Nachfolger wird der Steinfelder Frank Vellen

Kall – Es war ein ungewohnter Anblick während der ersten Ratssitzung des Jahres 2018 in Kall. Bert Spilles saß in Reihen der CDU auf dem Platz, auf dem in den letzten Jahren Toni Mießeler gesessen hatte, also ganz vorne, in unmittelbarer Nähe zum Bürgermeister. Stattdessen hatte sich Mießeler auf einem Stuhl in der Gästereihe niedergelassen und gab zu, das sei schon „komisch“.

Damit dürfte Mießeler nicht nur die ungewohnte Position gemeint haben, sondern insgesamt die Tatsache, dass er nicht mehr an vorderster Front mitentscheiden darf. Denn nach 28 Jahren hat der Sötenicher aus gesundheitlichen Gründen sein Ratsmandat niedergelegt. Während der Ratssitzung wurde er feierlich verabschiedet.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser stellte in seiner Laudatio auf seinen Parteifreund dessen Treue in den Mittelpunkt. Das gelte nicht nur für die Politik, sondern auch im Beruf, im Privat- und im Vereinsleben. Viele Jahre sei Mießeler, der sein ganzes Arbeitsleben bei der Post zubrachte, Sitzungspräsident der „Schlipse“ gewesen, er verstärke bis heute habe den Männergesangverein Sötenich als Bass, außerdem sei er eine der treibenden Kräfte bei der Neugründung des Musikvereins Sötenich gewesen.

„Treue hast du auch in der Kaller Politik bewiesen: Seit 1989 bist du Mitglied im Rat. Das war damals noch eine ganz andere Welt, auch kommunal mit der Doppelspitze“, erinnert sich Esser. Mießeler sei darüber hinaus Ortsvorsteher von Sötenich gewesen – eine Position, die er auch noch weiter ausüben wird. Bürgermeister Esser sprach Toni Mießeler seinen Dank für dessen langjähriges politisches und konstruktives Engagement für die Gemeinde Kall aus.

„Ein Mensch, der weiß, wovon er spricht“

1999 übernahm Mießeler den Fraktionsvorsitz der Christdemokraten, zehn Jahre später lernten Esser, damals Fraktionschef der CDU Blankenheim, Mießeler kennen, „als einen Menschen, der seine Argumente stets ruhig vorgetragen hat, und der weiß, wovon er spricht“. Mießeler sei außerdem in der Lage gewesen, eine „kreisweite Brille“ aufzusetzen, wenn es darum ging, die Region nach vorne zu bringen. Als jüngerer Mensch müsse man sehr viel Demut zeigen, angesichts der Tatsache, mit welcher Kontinuität Mießeler der Gemeinde Kall gedient habe.

Der Laudatio des Bürgermeisters schlossen sich auch die Fraktionschefs an. Vom „Gelben“ gab es einen „Roten“: Dr. Manfred Wolter überreichte Mießeler einen Rotwein und erinnerte daran, dass man doch hin und wieder miteinander gefochten habe. Auch SPD-Fraktionschef Erhard Sohn erinnerte sich an so manche Diskussion und so manchen Streit mit dem politischen Gegner. „Falls ich Ihnen jemals persönlich wehgetan haben sollte, bitte ich Sie hiermit um Verzeihung“, sagte Sohn.

Grünen-Chef Ekkehard Fiebrich warf einen Blick in die Vergangenheit. „Damals waren wir mit einem Vertreter im Rat. Und ich kann mich nicht erinnern, länger als zehn Minuten mit Toni Mießeler gesprochen zu haben.“ Die Konservativen seien damals für einen Grünen nicht tragbar gewesen. „Doch das hat sich geändert“, gelang Fiebrich der Schwenk in die Gegenwart. „Ich bin Toni Mießeler auf der menschlichen Ebene begegnet“ – was dann zur schwarz-grünen Listengemeinschaft führte.

Auch für Mießeler war die Zusammenarbeit mit den Grünen etwas Bleibendes, wie er zugibt, besonders die Demonstration gegen die Atomkraftwerke in Tihange und Doel. Und auch an die Arbeit im Rat habe er, trotz einiger Kämpfe, sehr schöne Erinnerungen. „Es ging immer um die Sache, wir konnten uns immer in die Augen sehen“, befand das scheidende Ratsmitglied.

Auf Mießeler folgt Frank Vellen, Ortsvorsteher von Urft und Steinfeld. „Sie sind ein relativ junges Gesicht und damit jemand, der noch jahrzehntelang im Rat tätig sein kann“, meinte Esser im Hinblick auf seinen Vorgänger Mießeler scherzhaft, fügte dann aber voller Ernst an: „Es ist aller Ehren wert, sich für die Gemeinde im Rat zu engagieren.“

Verabschiedet wurde in der Ratssitzung außerdem Guido Keutgen als Ortsvorsteher von Kall. Seit 2012 hatte er dieses Amt inne, das er Ende 2017 aus beruflichen Gründen niederlegen musste. „Ich habe das fünf Jahre lang sehr gerne gemacht, auch wenn es nicht immer einfach war und es manchmal geknirscht hat“, sagte Keutgen.

Außerdem übergab Bürgermeister Hermann-Josef Esser die Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme von Scheven am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ an Ortsvorsteher Hans Reiff. Scheven war mit anderen Ortschaften, darunter Sistig, auf Kreisebene auf Platz fünf gelandet.

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Rechts die beiden neuen Elektro-Fahrzeuge der Gemeinden Dahlem und Kall, links die beiden schon bestehenden E-Autos von Schleiden und Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Offene Herzen für Elektro-Autos

Die Gemeinden Kall und Dahlem sowie die Stadt Schleiden haben sich für ein Projekt zusammengeschlossen – Fördermittel von fast 25.000 Euro vom Bund erhalten

Kall/Schleiden/Dahlem – Die ersten 5000 Kilometer ist Dahlems Bürgermeister Jan Lembach seit September mit dem Renault Zoe schon gefahren. Und sein Fazit über das Elektro-Auto fällt äußerst positiv aus. „Der Wagen fährt sich gut, ist zügig, leise und komfortabel, die Fahrten waren alle problemlos und bis auf eine Ausnahme konnte ich ihn für all meine Termine nutzen“, erzählt er. Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser schließt sich an und ergänzt: „Das Auto ist auch durchaus autobahntauglich.“

Die beiden Gemeinden Kall und Dahlem sowie die Stadt Schleiden haben sich für ein interkommunales Projekt in Sachen E-Mobilität zusammengetan, das von Kalls Klimaschutzmanager Daniel Hecker betreut wird. „Das Projekt fand bei den Kollegen aus Schleiden und Dahlem offene Ohren und offene Herzen“, sagte Kalls Kämmerer Michael Heller bei einem Pressetermin im Kaller Rathaus. Heller weiter: “Die Gemeinde Kall hat die Federführung übernommen, weil wir mit unserem Klimaschutzmanager und als Europäische Energie-und Klimaschutzkommune die Fördervoraussetzungen erfüllen.“

Während Kall und Dahlem bereits die neuen Fahrzeuge erhalten haben (jeweils einen Renault Zoe), wartet Schleiden noch auf die Elektrovariante des VW Golf. 50 Prozent der Listenpreis-Mehrkosten im Gegensatz zur vergleichbaren Kraftstoff-Variante werden vom Bund gefördert. Außerdem werden 50 Prozent der Anschaffungskosten von Ladestationen aus öffentlichen Mitteln bezahlt. Von letzterem macht die Gemeinde Kall regen Gebrauch. Zwei sogenannte Wallboxen sowie eine Ladestation für E-Bikes befinden sich nun in den Garagen am Rathaus. Während Kall 11.700 Euro bewilligt wurden, erhalten Dahlem und Schleiden Fördermittel von jeweils rund 6350 Euro.

Die Bürgermeister der drei Kommunen sind sich sicher, dass sie damit einen wertvollen Beitrag für die Umwelt leisten. „Wir bezeichnen uns als Hauptstadt des Nationalparks. Diese Monstranz wollen wir nicht nur vor uns tragen, wir wollen das auch umsetzen“, erklärte Schleidens Stadtoberhaupt Udo Meister. In Klimaschutz- und Entwicklungskonzept sowie das städtische Leitbild passt die Anschaffung des Autos deshalb perfekt hinein. „Wir erzeugen mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Rathaus 1,5-mal mehr Strom, als wir benötigen“, erklärt Andreas Glodowski, Leiter der Stabsstelle Stadtentwicklung in Schleiden.

In Kall ist das Rathaus autark. Der durch die Photovoltaik-Anlage erzeugte Strom versorgt zunächst das Gebäude und die Ladestationen. Die dann noch überschüssige Energie wird ins Stromnetz der Ene eingespeist. „Der Strom geht vom Himmel direkt ins Auto“, beschreibt es Kämmerer Michael Heller vereinfacht. Außerdem sparen wir unter Berücksichtigung der Förderung jährlich ca. 1.500 € bis 2.000 €, je nach Kilometerleistung.

Der Kaller Klimaschutzmanager Daniel Hecker ergänzt: Das Auto erzeugt während der Fahrt keine CO2-Emissionen. Deshalb amortisiere sich die höhere Umweltbelastung für die Erzeugung der Batterie nach zwei Jahren. „Bei dem Renault Zoe haben wir eine CO2-Ersparnis von drei Tonnen pro Jahr“, rechnet Hecker vor. Selbst der fünf Jahre alte Renault Kangoo, ebenfalls ein Elektrofahrzeug, spare bereits 1,5 Tonnen CO2 im Jahr. Zum Vergleich: Ein Diesel schleudert pro Jahr etwa drei Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Luft.

Während bei dem Kangoo, den sich die Stadt Schleiden ebenfalls angeschafft hatte, im Sommer nach maximal 160 Kilometern die Batterie leer war und im Winter nach maximal 80 Kilometern, halten die modernen Fahrzeuge deutlich länger. Theoretisch ist bei 400 Kilometern Schluss. Jan Lembach weiß aus Erfahrung: „Praktisch muss man nach 300 Kilometern den Wagen aufladen, den großen Unterschied zwischen Sommer und Winter gibt es nicht mehr.“

Die Bürger sollen nicht nur vom Beitrag für die Umwelt und die kaum vorhandene Laustärke profitieren. Kalls Klimaschutzmanager Daniel Hecker teilt Menschen, die sich für E-Autos interessieren, auch gerne seine Erfahrungen mit. Er ist bei der Gemeinde Kall unter 02441/888-41 erreichbar. Wichtig auch: Nicht nur Kommunen erhalten Fördermittel bei der Anschaffung von Elektro-Fahrzeugen. Das Bafa (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gewährt Privatleuten eine Förderung von 4000 Euro für die Anschaffung eines entsprechenden Autos.

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Seit 45 Jahren besteht der Chor der Basilika Steinfeld. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Basilika-Chor besteht seit 45 Jahren

Chorgründungsfest mit Ehrungen, Jahresrückblick und Vorschau auf 2018 – Chor leistete vorher Beitrag zur feierlichen Gestaltung der Abendmesse

Kall-Steinfeld – Ein aufregendes 45. Jahr liegt hinter den Sängerinnen und Sängern des Basilikachores Steinfeld, denn verbunden sein wird 2017 mit dem Wechsel des Dirigenten. Nach vielen Jahren gab Hans Peter Göttgens aus Altersgründen den Stab mit dem Eifeler Musikfest ab. Die Nachfolgersuche gestaltete sich Anfang des Jahres zunächst als schwierig, wie der Chorvorsitzende Stefan Hönig jüngst beim 46. Gründungsfest in seiner Jahresrückschau berichtete.

Doch mit dem Düsseldorfer Mathias Staut wurde ein junger Mann gefunden, dem es innerhalb kurzer Zeit gelang, den Chor für sich einzunehmen und ihm neuen Schwung zu geben, so Hönig. „Sein Debüt bei der Adventsvesper war ebenso gelungen wie die Auftritte in den Weihnachtstagen“, meinte Hönig. Hans Peter Göttgens blieb dem Chor weiter sehr verbunden, unter anderem übernahm er, wenn es erforderlich war, die Begleitung auf der Orgel.

Der Chor hatte jüngst zum 46. Chorgründungsfest geladen. Doch vor der Kür stand noch die Pflicht. Der Chor leistete seinen Beitrag zur feierlichen Gestaltung der Abendmesse in der Steinfelder Basilika und sang eine kleine Messe in C von Bruckner, zwei Chorsätze von Mathias Staut und als Schlussgesang „Tollite hostias“ aus dem Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns.

Anschließend ging es zur weltlichen Feier in den Hermann-Josef-Saal des Klosters, wo die Mitglieder des Chors ein reichhaltiges Buffet vorbereitet hatten. Es gab auch ein Programm: Nach einer Corrente von Johann Sebastian Bach, gespielt von Anne Hönig auf der Blockflöte, und Ehrungen für verdiente Mitglieder von Chor und Orchester gab es aus den Reihen des Chores noch amüsante Vorträge, Lieder oder Sketche, bis der Abend dann in gemütlicher Runde ausklang.

Für das Jahr 2018 hat sich der Chor viel vorgenommen. So wird zu Ostern die Krönungsmesse erklingen. Für das Hermann-Josef-Fest und das Eifeler Musikfest wird die sogenannte „Nelsonmesse“ von Haydn neu einstudiert. Bei der Adventsvesper wird der Chor unter anderem das Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns aufführen. Die Vorbereitungen für diese Projekte laufen schon auf Hochtouren. Sängerinnen und Sänger, die dabei – auch nur projektweise – mitwirken wollen, sind immer willkommen. Kontakt über E-Mail (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) oder telefonisch (02441/6970).

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Kniete vor der Prinzessin nieder: Bürgermeister Esser bei der Schlüsselübergabe. Foto Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Du bist der Knaller“

Prinzessin Claudia I. (Blum) proklamiert - Überraschung bei der Sitzung der „Löstige Bröder“ – Stimmungskanone des Vereins rettete die Premiere des Bürgermeisters – Esser ging in die Knie

Kall – Da war selbst Bürgermeister Hermann-Josef Esser „platt“, als er bei der Kostümsitzung des Karnevalsvereins „Löstige Bröder“ plötzlich doch noch zu der Ehre kam, eine Karnevalsprinzessin proklamieren zu können. Bis wenige Tage vor der Sitzung hatten die Löstige Bröder nämlich vergeblich Ausschau nach einer Tollität gehalten und sich bereits damit abgefunden, in der diesjährigen Session nur ein Kinderprinzenpaar vorweisen zu können.

Hatten Sitzungspräsident Patrick Züll und Bürgermeister Hermann-Josef Esser zu Beginn der Sitzung noch bedauert, dass der Verein in diesem Jahr keine große Tollität gefunden habe, brach drei Stunden später frenetischer Jubel aus, als Vereins-Chef Harald Thelen nach der Verabschiedung der Vorjahresprinzessin Kerstin Walber-Wawer doch noch eine Nachfolgerin aus dem Hut zauberte. Dabei hatte Kerstin I. unter Tränen bedauert, dass sie das goldene Zepter keiner neuen Tollität übergeben könne.

Eine Übergabe fand dann aber doch statt: Zur Überraschung der Sitzungsbesucher und der Ex-Prinzessin marschierte die Prinzengarde plötzlich mit Claudia Blum ein, die kurz zuvor beim Auftritt der Sahneschnittchen noch mit der ahnungslosen Kerstin Walber-Wawer auf der Bühne gestanden hatte.

Die 31-jährige Vollblutkarnevalistin hatte kurzfristig beschlossen, das Tollitäten-Problem auf ihre Art zu lösen und sich den lang gehegten Jugendtraum erfüllt, einmal Karnevalsprinzessin zu sein. Obwohl in nur acht Tagen die Orden beschafft und das Prinzessinnen-Gewand geändert werden mussten, wussten nur Narrenchef Harald Thelen und ganz wenige Insider von der bevorstehenden Proklamation von Prinzessin Claudia I.

„Du bist der Knaller“ rief die scheidende Tollität ihrer Nachfolgerin zu, ehe sie das Zepter freudestrahlend übergab. Und auch Bürgermeister Hermann-Josef Esser fiel ein Stein vom Herzen, weil er nun doch die Premiere einer Schlüsselübergabe erleben durfte. „Du hast mich gerettet“, sprach er zur Überraschungs-Prinzessin und kniete vor Claudia nieder, um ihr den Schlüssel der Gemeindekasse zu überreichen. Nachdem sie den Schlüssel in Empfang genommen hatte, verkündete die Prinzessin ihr Motto: „Jetzt oder nie, ganz oder gar nicht.“ Diese Einstellung habe sie auch bewogen, sich jetzt den Kindheitstraum, einmal Karnevalsprinzessin zu werden, zu erfüllen.

Total „happy“ war auch der Löstige-Bröder-Chef: „Etwas Besseres konnte uns nicht passieren. Wir werden bis Aschermittwoch sehr viel Spaß mit Claudia bekommen“, freute sich Harald Thelen. Erste Kostproben bekam das Publikum, als Claudia schon beim Saaleinmarsch Vollgas gab und sich später beim Auftritt der Kölner Gruppe „Echte Fründe“ unter die Musiker mischte.

Prinzessin Claudia ist im Verein, dem sie seit 2012 angehört, als Stimmungskanone bekannt. Das erklärt auch, weshalb sie mehrmals im Jahr auf die Insel Mallorca reist, um dort Sonne, Strand und Palmen – und auch die Feten im Bierkönig – zu genießen.

Elferrat im Beethoven-Look

Sitzungspräsident Patrick Züll präsentierte in der vollbesetzten Bürgerhalle ein fast sechsstündiges Programm. Getreu dem Motto „Mozart-Kugeln, Classic-Rock, Perücken, Rokoko wieder top“ agierte der Elferrat im Beethoven-Look vor einem tollen Bühnenbild.

Das Programm eröffnete das Solomariechen Sarah Laux von der Gemünder Karnevalsgesellschaft „Rot Weiß“. Danach plauderte der Redner Reiner Roos über seine Erlebnisse als Polizist. Roos: „Nach fünf Bier in der Stadt bist Du betrunken, nach fünf Bier in der Eifel bist Du der Fahrer.“

Ein erster Höhepunkt war eine spektakuläre Schwarzlicht-Show der vereinseigenen „Sahneschnittchen“, bei denen auch Claudia Blum seit fünf Jahren mittanzt. „Frau Kühne“ aus der Domstadt nahm die Männer aufs Korn. Als Nachwuchsband für den Rheinischen Karneval empfahl sich die Musikgruppe „Zack“ aus Düren.

Das Herrenballett „Federwölkchen“ enterte die Bühne als Nonnen verkleidet. Doch schnell entpuppten sich die Nonnen als quirlige Tanzgruppe des KV „Löstige Bröder“. Nicht aus den Kaller Sitzungen wegzudenken sind die Kallbachmücken, die älteste Damentanzgarde im Altkreis Schleiden, die nach der Proklamation der Prinzessin die Bühne erzittern ließ.

Als Prinzessin Claudia und Bürgermeister Hermann-Josef Esser die Kinderprinzenpaare Julina Marie I. (Strotkötter) und Luisa Marie I. (Pütz) aus Scheven sowie Robin I. (Sträußl) und Hanna I. (Goebel) aus Kall zur Ordensverleihung empfingen, bot die Bühne ein buntes Bild.

Eng wurde es auf dem närrischen Podium, als das Tanzcorps Rot-Weiß aus Bechen aufmarschierte. Das Sötenicher Herrenballett „Traumtänzer“ parodierte weit nach Mitternacht die Freuden und Leiden des Wintersports. Den tänzerischen Schlusspunkt der langen Sitzungsnacht setzte die vereinseigene Showtanzgruppe „Pink Ladies“, ehe die Musiker der Band „Echte Fründe“ die Bühne eroberten. Es ging auf 2 Uhr zu, als die Band die Instrumente nach der letzten Zugabe einpackte.

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Der Großbüllesheimer Pastor Peter Berg zelebrierte in Scheven in gewohnt humorvoller Weise die traditionelle Mundartmesse. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Op Platt“ gebetet und gesungen

Mundartmesse in Scheven sorgte für volles Gotteshaus

Kall-Scheven – Wenn Küsterin Agnes Hoffmann den Altarraum liebevoll in Blau und Weiß, den Vereinsfarben der KG „Die Jecke vom Hahnebömsche“, geschmückt hat und der Großbüllesheimer Pastor Peter Berg mit seinen Messdienern, den Kinderprinzessinnen Luisa Marie I. (Pütz) und Julina Marie I. (Strotkötter) sowie dem gesamten Aufgebot der KG Scheven von Elferrat und Tanzgarden bis hin zum Standartenträger feierlich einzieht, dann ist es in der Schevener Kirche St. Apollinaris und St. Agatha so voll wie sonst Weihnachten.

Anlass für den großen Andrang der fröhlich gestimmten Gläubigen war die traditionelle Mundartmesse, mit der man in Scheven seit einem Vierteljahrhundert Kirche und Karneval verbindet. „Die Besucher beten und singen in der Sprache der Eifel, die tief aus dem Herzen kommt und besonders unter die Haut geht“, sagt Maria Mattes, die diese Messe seit mehreren Jahren konzipiert und organisiert.

„Pänz sin e Jeschenk Jottes“ lautete das Motto. Pastor Berg, der seit über 37 Jahren Gottesdienste in Mundart zelebriert, gestaltete seine Predigt in Reimform ebenso humorvoll wie tiefgründig. In der „Mess op Platt“ gehört auch der ein oder andere Witz dazu. Trotzdem achtet der karnevalsverbundene Geistliche genauestens darauf, dass alle Texte der Liturgie entsprechen.

Vom Schuldbekenntnis „Loss mer os Schold zojevve“ bis zum Schlussgebet „De Här soll mött üch sin“ sind alle Lieder und Gebete in Mundart übersetzt worden. Als Lektor agiert seit vielen Jahren Joachim Cremer.

Die Musik stand – abgesehen von der Predigt – ohne Zweifel im Vordergrund. Traditionelle Kirchenlieder wie „Ein Haus voll Glorie schauet“ oder die berühmte „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven wurden in Mundart umgetextet. Der Kirchenchor Dottel-Scheven-Wallenthal unter der Leitung von Werner Harzheim begleitete neben Organist Christoph Schneider die Gläubigen beim Gesang oder trug Lieder wie das „Vater unser“ und „Nit alle Engel hann Flüjel“ mehrstimmig vor. Abgeänderte bekannte Lieder oder Karnevalshits sorgten zusätzlich für einen schönen Rahmen, so auch das von den Bläsern aus Kall gespielte Lied „Stääne“ zur Kommunion.

Mit dem Schlusslied „Du bess de Här vüer dämm mir all he stonn“, dessen Strophen von den beiden Prinzessinnen solistisch gesungen wurden, beendeten die Gläubigen den Gottesdienst. Zum Schluss sorgten die Bläser sowie Christoph Schneider mit dem berühmten „High Cathedral“ für einen feierlichen Auszug, bevor es für alle Besucher zum gemütlichen Umtrunk „Op de Kier“ ging.

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Die Neuen in der Verwaltung (v.l.): Lothar Schatten, Auszubildende Esther-Marie Backes, Lisa-Maria Feininger, Daniel Hecker, Günter Margraff und Paul Neufeld. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Gemeinde als beliebter Arbeitgeber

In den vergangenen Monaten haben im Kaller Rathaus fünf neue Mitarbeiter ihre Arbeit begonnen – Derzeit vier Auszubildende

Kall – Es fällt auf: Im Kaller Rathaus gibt es viele neue Gesichter. Allein in den letzten Monaten haben fünf neue Kollegen in der Verwaltung ihren Dienst angetreten. Das sind umgerechnet etwa zehn Prozent der 51 Bediensteten. Hinzu kommen noch vier Auszubildende. „Es ist erfreulich, dass wir so viele Neueinstellungen und Auszubildende haben“, meint Roswitha Klinkhammer, Vorsitzende des Personalrates, und ergänzt: „Wir vom Personalrat befürworten natürlich, dass verstärkt auf Nachwuchskräfte gesetzt wird.“

Besonders die Situation bei den Auszubildenden hat sich in den letzten Jahren immens gewandelt. Mittlerweile sind zwei Azubis pro Jahr üblich. Vor einiger Zeit lag die Zahl noch bei einem Auszubildenden alle zwei Jahre. Damit reagiert die Gemeinde auch auf ausscheidende Mitarbeiter, denn derzeit gehen die ersten aus der Generation Baby-Boom in den Ruhestand. Es gilt, für einen ausreichenden Nachwuchs an Fachkräften zu sorgen bzw. diese auszubilden – eine Situation, die viele Arbeitgeber kennen , nicht nur die Gemeinde Kall.

Doch wer sind die neuen Gesichter in der Gemeinde Kall? Wir stellen sie kurz vor.

Seit Mai ist Daniel Hecker in den Bereichen Energie und Klimaschutz tätig. Er ist Mitorganisator der Energiemesse „Enerkom 2018“, die am 22. April in Gemünd stattfindet. Außerdem arbeitet er derzeit daran, den Energy Award in Gold in die Gemeinde zu holen. Er hat sich auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED auf seine Fahnen geschrieben, was zuletzt in Kall, Dottel, Keldenich und Wallenthal  erfolgt ist.

Seit September ist Lothar Schatten bei der Gemeinde Kall beschäftigt. Er ist Mitarbeiter im Bereich Hochbau und Gebäudemanagement, wo derzeit das Haus der Begegnung das größte Projekt darstellt.

Paul Neufeld verstärkt seit Oktober die Bereiche Asyl und Integration, in denen er sich um das Unterkunftsmanagement und die Flüchtlingshilfe kümmert. Geflüchtete werden von ihm bei ihrer Integration unterstützt,  z.B. in Form von Vermittlung zu Behörden, in Sprachkurse oder andere Maßnahmen. Auch Günter Margraff ist seit Oktober Bediensteter in Kall. Er ist im Bereich Tiefbau beschäftigt. Zu seinem Aufgabengebiet gehören Entwässerungsangelegenheiten, Kanalanschlüsse, Straßenbeleuchtung, Straßenreinigung und –unterhaltung, Winterdienst sowie Unterhaltung von Sportanlagen.

Ganz neu dabei ist seit Anfang des Jahres IT-Sachbearbeiterin Lisa-Maria Feininger, die derzeit noch eingearbeitet wird. Sie wird sich zunächst der Umsetzung von IT-Projekten widmen, etwa dem Formularserver, mit dem die Gemeinde den Bürgern in Zukunft eine umfangreiche Auswahl an Formularen online zur Verfügung stellt. Formulare können damit online abgerufen und eingereicht werden, auch Online-Zahlungen sind möglich. Feininger soll sich auch um die Umstellung der Telefonanlage auf VoIP in der Verwaltung sowie die grafische Neugestaltung der Homepage kümmern.

Drei der vier Auszubildenden, Nina Pützer und Nicolas Pütz (beide zweites Ausbildungsjahr) sowie Frederik Walber (drittes Jahr) wohnen in Kall. Esther-Marie Backes, die sich im ersten Ausbildungsjahr befindet, pendelt täglich aus Rheinland-Pfalz nach Kall. Die Azubis durchlaufen verschiedene Bereiche in der Verwaltung, lernen etwa das Ordnungsamt, die Gemeindekasse und das Bauamt kennen. Dadurch erhalten sie umfangreiche Einblicke in die Arbeit innerhalb der Verwaltung. Auch die Verwaltungsspitze begleitet die Azubis aktiv. Personalchef Michael Heller führt regelmäßig Gespräche mit den vier Auszubildenden. Der theoretische Unterricht in der Schule und die Praxis in der Verwaltung sollen bestmöglich aufeinander abgestimmt sein.

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Sie sind für die Kinder im Jugendtreff Schülercafé da: Einrichtungsleiter Michael Schulenburg und Ina Kaufhold. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Chillen und zu sich selbst finden

Seit fast 20 Jahren existiert der Jugendtreff Schülercafé der Gemeinde Kall – Jetzt ist die Einrichtung auch im Internet zu finden

Kall – Wer nur den Namen hört und dann bestimmte Assoziationen hat, der ist auf dem Holzweg. Denn wie ein richtiges Café sieht das Kaller Schülercafé nicht aus, auch wenn es Sitzgelegenheiten gibt – und Kaffee, Tee und Wasser für die Gäste sogar kostenlos sind.

Beim Schülercafé handelt es sich um einen offenen Jugendtreff. Dieser wurde 1998 gegründet und feiert somit in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Zunächst war das Schülercafé in den Räumen der Hauptschule untergebracht. Seit 2014 befindet es sich in den Räumlichkeiten der Alten Schule in der Aachener Straße. Leiter der Einrichtung ist der Sozialpädagoge Michael Schulenburg. Unterstützt wird er stundenweise von Ina Kaufhold, die manchmal ihren Terriermischling Snoopy mitbringt, der zum heimlichen Maskottchen des Schülercafés geworden ist.

Langeweile dürfte bei den Sechs- bis 18-Jährigen nicht aufkommen, die das Schülercafé besuchen. Denn Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, gibt es genug. Im Hauptraum steht ein Schrank voller Gesellschaftsspiele sowie Computer und die aktuelle Generation von Spielekonsolen. „Natürlich nur mit jugendfreien Spielen und nach 30 Minuten ist Schluss“, berichtet Schulenburg. Auch gebastelt werden kann im Schülercafé. Ich Nachbarzimmer stehen ein Kickertisch, eine Tischtennisplatte, ein Air-Hockey-Tisch sowie ein Billardtisch.

Auch eine Couch steht im Nebenraum, direkt in der Nähe der Stereoanlage. „Das ist wichtig, denn viele Jugendliche wollen einfach nur chillen und ihre Musik hören“, weiß Schulenburg. Die kommt natürlich nicht wie früher von CD, sondern vom USB-Stick.

Im Schnitt besuchen täglich 25 Kinder und Jugendliche die Einrichtung, die montags bis mittwochs von 15 bis 19 Uhr, donnerstags von 15 bis 21 Uhr und freitags von 14 bis 20 Uhr geöffnet hat. Die Klientel ist bunt gemischt was Schulform, Geschlecht, Alter und Herkunft angeht.

Michael Schulenburg erklärt das Konzept der Einrichtung so: „Das Schülercafé ist ein Rückzugsort, hier sollen die Kinder auf andere Gedanken und zu sich selbst kommen.“ Natürlich wenden sich manche Jugendliche auch schon mal mit dem ein oder anderen Problem an ihn. Denn Schulenburg sieht sich als erwachsener Freund der Besucher.

Und es gibt auch besondere Angebote. Montags von 16 bis 18 Uhr findet ein Sportprogramm in der Turnhalle des Berufskollegs Eifel statt. Und auch in den Ferien ist die Hälfte der Zeit immer „Programm“ mit Ausflügen. „Kürzlich zur Weihnachtszeit backten und bastelten wir natürlich“, berichtet der Pädagoge.

Seit Kurzem ist das Schülercafé auch im Internet zu finden. Die Gemeinde Kall hat die Webseite erstellen lassen. „Darauf finden sich aktuelle Dinge, die wichtigsten Informationen und auch Fotos“, berichtet Schulenburg. Die URL lautet: www.jugendtreff-kall.de.

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Ein buntes Bild boten Motto und Bühne bei der Kindersitzung in Kall. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Volles Haus und tolles Programm

Kindersitzung des KV „Löstige Bröder“ mit der Proklamation des Prinzenpaares Robin I. und Hanna I. – Der neue Ortsvorsteher Stefan Kupp bestand närrische Feuertaufe – „Maxi Beethoven“ als Co-Moderator – Die flotten „Pink Ladies“ rockten die Bühne

Kall – Über ein volles Haus bei der Kindersitzung des KV „Löstige Bröder“ konnte sich Vorsitzender Harald Thelen freuen. Wegen der Kürze der Session, die bereits am 13. Februar zu Ende geht, hatten die Kinder den Vortritt vor der großen Sitzung am 20. Januar bekommen. Höhepunkt der Sitzung war die Proklamation der Kindertollitäten Prinz Robin I. (Sträußl) und Prinzessin Hanna I. (Goebel) durch den neuen Ortsvorsteher Stefan Kupp.

Die Organisatorin der Kindersitzung, Rebekka Kautz, hatte für den närrischen Nachwuchs ein buntes Programm zusammengestellt, das zu einem großen Teil von den Nachwuchsgarden der Löstige Bröder bestritten wurde. „Hier zeigt sich die tolle Jugendarbeit, die im Karnevalsverein geleistet wird“, lobte Ortsvorsteher Stefan Kupp das Engagement der Trainer und Betreuer der Kinder und Jugendlichen.

Die Sitzung begann mit dem Einzug des Kinderelferrates, des Sitzungspräsidenten Leander Lutsch und des Vorsitzenden Harald Thelen, der zunächst auf das tolle Bühnenbild verwies und den fleißigen Bühnenmalern dankte. Dann verabschiedete Thelen das Vorjahresprinzenpaar Leon I. (Blatt) und Lena I. (Ruthenbeck).

Von sieben Musketieren, der kleinen Prinzengarde der Löstige Bröder und den „Lustigen Mücken“ begleitet, zog dann das neue Prinzenpaar Robin I. und Hanna I. in die vollbesetzte Bürgerhalle ein. Von Ortsvorsteher Stefan Kupp bekamen sie den Schlüssel der Gemeinde überreicht.

Für Robin und Hanna erfüllte sich damit der große Traum, einmal Kinderprinzenpaar in Kall zu sein. Dabei kommt den kleinen Tollitäten bis Aschermittwoch sogar eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe zu, denn in Ermangelung eines großen Prinzenpaares müssen sie die Kaller Jecken in dieser Session allein regieren.

Doch nach ihrem ersten Auftritt bei der Proklamation in der fast vollbesetzten Bürgerhalle wurde deutlich, dass die beiden Regenten damit keine Probleme bekommen. Beide sind nämlich karnevalistisch vorbelastet: Robin und Hanna sind Enkelkinder von Monika und Wolfgang Goebel, der über 20 Jahre lang Schatzmeister bei den Löstigen Brödern war.

Robin und Hanna sind Vetter und Cousine und beide leidenschaftliche Pfadfinder. Schon als dreijährige Pänz tanzten sie in den Garden des Vereins mit, Hanna ist heute noch mit Begeisterung bei den Kallbachmückchen dabei. Musik und Klavierspielen zählen zu ihren Hobbys. Prinz Robin begeistert sich inzwischen als Audi-Fan mehr für den Motorsport. Er freut sich immer dann, wenn er hin und wieder bei Rennen der DTM in die Boxengasse darf und seinen Audi-Piloten ganz nahe sein kann.

Nach dem Tanz der Lustigen Mücken (trainiert von Caroline Thelen, Stefanie und Nastja Rosenbaum) erwiesen auch die von Ina Teuber-Künnecke und Anne Müller betreuten Mini-Mücken dem neuen Prinzenpaar die Ehre.

Dann gab Vereinschef Harald Thelen einen bevorstehenden Wechsel der Sitzungspräsidentschaft an: Moderator Leander Lutsch, der langsam dem Kindesalter entwachse, gebe das Amt ab. Thelen präsentierte auch gleich Lutschs Nachfolger. Es ist der elfjährige Maxi Brucker, der 2016 als Kinderprinz für Furore gesorgt hatte. Getreu dem diesjährigen Motto „Mozart-Kugeln, Classic Rock, Perücken, Rokoko wieder top“ erschien Maxi im Beethoven-Look auf der Bühne, um seinen Job als Co-Moderator anzutreten. Im nächsten Jahr wird er die Kindersitzung allein leiten.

Sein Debüt gab bei der Sitzung das Tanzpaar Silas Mertens und Luisa Großer, das von Simone Meznarak trainiert wird. Es folgten die Kallbachmückchen mit ihrer Trainerin Maike Wilkens. Von der Musikkapelle auf die Bühne begleitet wurden zehn kleine Künstler der inklusiven Kita St. Nikolaus. Mit ihnen hatte das Team um Kita-Leiterin Heidi Zander ein Singspiel über die gefräßige Raupe „Nimmersatt“ einstudiert.

Es folgten die Höppemückchen (trainiert von Anna Lena Schwarz und Annika Zöll) und das von Lorena Miehl und Lara Born betreute Synchron-Tanzpaar Eva Hilger und Merle Schumacher. Eine Gruppe Kaller Kinder, betreut von Sandra Mertens, und die Wirbelmücken (trainiert von Simone Meznarak und Sabrina Friedrichs) läuteten das letzte Drittel der Sitzung ein.

Bevor Kinderliedersänger Uwe Reetz das Finale gestaltete, ging es beim Showtanz der „Pink Ladies“ recht turbulent zu. Beim tempohaften Tanz wirbelten die langen Haare der Tänzerinnen umher. Dabei wurde sichtbar, dass die Trainerinnen Lorena Miehl, Elena Friedrichs und Denis Schiesberg ganze Arbeit geleistet hatten.

Als Uwe Reetz schließlich die Bühne erklomm wurde es dort recht eng, denn alle Kinder wollten ihrem Idol möglichst nahe sein. Doch Reetz blieb nicht nur auf der Bühne. Traditionell führte er auch wieder die große Polonäse der Pänz durch die Bürgerhalle an.

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Sie sind für die Kinder im Jugendtreff Schülercafé da: Einrichtungsleiter Michael Schulenburg und Ina Kaufhold. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress