Nachrichten aus der Gemeinde Kall 2014

Zum Friedenskonzert hatten die beiden „Höhner“-Musiker Hannes Schöner und Jens Streifling eine hochkarätige Band aus Freunden, allesamt Vollblutmusiker, mit nach Steinfeld gebracht. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Wenn nicht hier, wo dann… v. Dezember 2014

Frieden, Freude, Freunde in Steinfeld: Konzert mit den „Höhner“-Musikern Hannes Schöner und Jens Streifling sowie Freunden in der voll besetzten Aula des Hermann-Josef-Kollegs – Projektchor des Salvatorianer-Gymnasiums begeisterte Profis und Publikum

Nordeifel/Kall-Steinfeld – „Wenn nicht hier, wo dann?“ sangen die „Höhner“-Musiker Hannes Schöner und Jens Streifling in der voll besetzten Aula des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs (HJK). Mit Ihnen sang ein restlos begeistertes Publikum, das es schon seit einer Weile nicht mehr auf den Plätzen gehalten hatte. Damit griffen sie auch das auf, was im Vorfeld des Friedenskonzertes unter dem Motto: „Frieden – Peace – Shalom – Salam“ immer wieder zu hören war: „Wenn es einen Ort gibt, an den ein solches Konzert perfekt passt, dann ist es das Kloster Steinfeld.

Zu einem Höhepunkt des Friedenskonzerts, zu dem Schöner und Streifling eine hochkarätige Band aus Freunden, allesamt Vollblutmusiker, mit nach Steinfeld gebracht hatten, machten nicht zuletzt die knapp 400 Gäste selbst einen ganz besonderen Moment. Plötzlich erhoben sich alle Leute im Saal, auch sich fremde Menschen fassten sich an, hakten sich ein, schunkelten und sangen gemeinsam mit: Der Projektchor des Hermann-Josef-Kollegs unter der Leitung des HJK-Lehrers Dr. Siegmund Pchalek interpretierte gemeinsam mit den Profimusikern Leonard Cohens „Hallelujah“. Ein Gänsehaut-Moment, der mit frenetischem Applaus und Jubelrufen endete.

Spätestens da war es dann mit allen Sinnen spürbar, was Hannes Schöner zuvor in Worte gefasst hatte: „In einer Zeit, in der Pazifismus schon beinahe ein Schimpfwort ist und vermeintlich zivilisierte Politiker nach Waffen rufen, gilt es, die Friedensfahne hochzuhalten.“ Musikalisch hielten er, Jens Streifling sowie Wolf Simon (Drums, Percussion), Gero Körner (Keyboard, Piano), Lidia Dobezhynets (Geige), Hermann Heuser (Akustikgitarre) sowie Matthias Keul (Pedal Steel Guitar, Bouzouki und Akkordeon) die Fahne gemeinsam hoch mit zahlreichen Künstlern, die aus der Friedensbewegung nicht wegzudenken sind. Aufs feinste interpretiert wurden etwa John Lennon, Bob Dylan und Joan Baez, aber auch deutsche Künstler und Bands wie Stefan Stoppok, Reinhard Mey, City und Keimzeit.

Die beiden letztgenannten, so berichtete Jens Streifling, sind Musiker, die ihn mit seiner früheren Heimat, der ehemaligen DDR, verbinden. „Ich bin vor über 25 Jahren nach Westdeutschland gekommen – damals stand die Mauer noch“, berichtete Jens Streifling und erinnerte sich an das Gefühl, sich von Freunden und Verwandten zu verabschieden ohne zu wissen, ob es ein Wiedersehen gibt. Musikalisch bewies er einmal mehr die unglaubliche Bandbreite seines Könnens: Ob an der Gitarre, der Mandoline, dem Saxofon, der Klarinette oder der Mundharmonika – Streifling begeisterte. Gesanglich unter anderem mit dem Stück „Am Fenster“ von City. Ein ganz besonderer Moment wohl auch für Lidia Dobezhynets, die an der Geige alles gab, verzauberte und anschließend mit minutenlangem Applaus belohn wurde.

Auch Höhner-Bassist Hannes Schöner bewies Vielseitigkeit, mit der er auch die teils sehr unterschiedlichen Stücke interpretierte. Ganz tief etwa auf einmal die Tonlage bei Bob Dylans „Don’t think twice“. Nicht zuletzt drückte Schöner dem Abend mit seinen Anmoderationen seinen ganz eigenen – ruhigen – Stempel auf. „Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg“, zitierte er etwa Mahatma Gandhi. Immer wieder rückte er auch seine kongenialen Musikerkollegen ins Licht, wie etwa Matthias Keul, als er mit der Steel Guitar dem Stück „Knockin‘ on heaven’s door“ die charakteristischen Akkorde verlieh.

Die musikalische Friedensbotschaft bekräftigten seitens des Klosters auch Pater Lambertus, Geschäftsführer der „Werke der Salvatorianer“, der Vorsitzende der Stiftung Kloster Steinfeld, Helmut Lanio, sowie für das Salvatorianer-Gymnasium Schulleiter Heinrich Latz, sein Stellvertreter Willi Frauenrath und der Vorsitzende des Ehemaligenvereins „Catena“, Martin Reinicke, mit ihrer Anwesenheit. Sie alle bestätigten, was das restlos begeisterte Publikum mit tosendem Beifall und Zugabe-Rufen ausdrückte: Klasse Musiker und ein wunderbarer HJK-Projektchor an einem ganz besonderen Ort, dazu ein tolles Publikum – eine Friedensbotschaft wie sie gelungener nicht sein könnte.

pp/Agentur ProfiPress


Schule für alle kommt v. Dezember 2014

Die Gesamtschule Mechernich-Kall ist von der Bezirksregierung Köln genehmigt worden –  Zwei Züge am Standort Kall, vier bis fünf in Mechernich – 100 (Mechernich) beziehungsweise 50 Anmeldungen (Kall) sind erforderlich – Tag der offenen Tür an beiden Standorten am Samstag, 17. Januar 2015, von 9.30 bis 13 Uhr – Schule des längeren gemeinsamen Lernens bis zum Abitur – Moderne Ausstattung mit Whiteboards und Tablets

 

Mechernich/Kall - „Bei uns findet jeder seine persönliche Nische, in der er besonders stark ist, sich entwickeln kann und gezielt gefördert wird“:  Schulleiterin Dagmar Wertenbruch ist überzeugt, dass sie mit der Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule noch mehr Schülern die Chance für eine optimale Entwicklung geben kann. Die Gesamtschule Mechernich-Kall wird damit „eine Schule der Chancen, eine Schule der Vielfalt – eine Schule für alle“.

 

Heute ist die Weiterentwicklung der Sekundarschule Mechernich-Kall zur Gesamtschule von der Bezirksregierung in Köln vorab per Telefax genehmigt worden. Damit kann die Gesamtschule Mechernich-Kall in Kall zweizügig bei mindestens 50 Anmeldungen und in Mechernich vier- bis fünfzügig bei mindestens 100 Anmeldungen pro Jahrgang starten.

 

Die Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Herbert Radermacher zeigten sich ebenso froh über die Genehmigung der „Schule für alle“ in den beiden zentral in der Kreismitte und an der Bahnstrecke Köln-Trier-Saarbrücken verkehrsgünstig gelegenen Nachbarkommunen wie die zuständigen Fachbereichsleiter Michael Heller (Kall) und Holger Schmitz (Mechernich).

 

Abitur nach 13 Jahren

 

 

An beiden Standorten hatte die Sekundarschule nach den Sommerferien gerade ihr zweites Schuljahr begonnen. Während dort alle Abschlüsse der Sekundarstufe I (also Hauptschulabschlüsse sowie die Fachoberschulreife mit oder ohne Qualifikation) erworben werden konnten, kann die Gesamtschule die Laufbahn der Schüler je nach Eignung und Förderung über eine eigene Oberstufe bis zum Abitur nach 13 Schuljahren führen.

 

Die Initiative zur Umwandlung in eine Gesamtschule ging von den Eltern aus, die in Gesprächen und im Rahmen des Anmeldeverfahrens vielfach den Wunsch geäußert hatten, dass die Schule ihr Kind bis zum Abitur begleitet.

 

Nach Elternbefragung, Beratungen in den Räten der Stadt Mechernich und der Gemeinde Kall sowie Gesprächen mit der Landesregierung waren sich Schulleiterin Dagmar Wertenbruch und die Fachbereichsleiter Holger Schmitz und Michael Heller einig: „Die Gesamtschule kommt.“

 

Tag der offenen Tür 17. Januar

 

 

Nach dem die Elternbefragung in Kall gezeigt hat, dass auch dort „ein großes Interesse an einer Gesamtschule auch an diesem Standort besteht“, liefen an beiden Standorten die Vorbereitungen auf die Gesamtschule bereits an. Von den Eltern der Dritt- und Viertklässler, die sich an der Befragung beteiligten, gab rund die Hälfte ein deutliches Ja zu der neuen Schulform.

 

Eltern, die jetzt für ihre Kinder eine weiterführende Schule suchen, können sich am „Tag der offenen Tür“ vom Angebot der Gesamtschule Mechernich-Kall als „Schule für alle“ überzeugen. Am Samstag, 17. Januar 2015, ist die Schule an beiden Standorten von 9.30 bis 13 Uhr für Schüler und Eltern in Mechernich (Nyonsplatz) und Kall (Auelstraße 47) geöffnet.

 

Anmeldung ab 30. Januar 2015

 

 

Sofort mit Ausgabe der Halbjahreszeugnisse startet am Freitag, 30. Januar 2015, das vorgezogene Anmeldeverfahren für die Gesamtschule. Nach Terminvereinbarung können Eltern bis einschließlich Freitag, 6. Februar 2015, das vorgezogene Verfahren nutzen, um im Falle einer Ablehnung aufgrund zu großer Nachfrage nicht in Zeitdruck zu geraten.

 

Weitere Informationen und Termine sind auf der Homepage www.sekundarschule-mechernich-kall.de sowie telefonisch in Mechernich (0 24 43-3 10 11 30) und in Kall (0 24 41-9 94 04 70) erhältlich.

 

Die Gesamtschule zeichnet sich als Schule des längeren gemeinsamen Lernens aus. Der Unterricht in den Klassen 5 und 6 erfolgt im Klassenverband, in die Klassen 6 bis 9 gehen die Schüler jeweils ohne Versetzung über. Je nach Stärke belegen sie einzelne Fächer in Grund- oder Erweiterungskursen, zwischen denen sie je nach Leistung aber auch wechseln können.

 

Schon in der sechsten Klasse setzen die Schüler mit ihrem Wahlpflichtfach einen eigenen Schwerpunkt, so können zwischen den Fächern Arbeitslehre (Technik/Wirtschaft), Naturwissenschaften, Französisch oder Darstellen und Gestalten ihr Neigungsfach belegen.

 

Individuelles Lerntempo

 

 

Förderung und Forderung der Schüler im individuellen Lerntempo erfolgt unter anderem durch häufige Doppelbesetzung in den Hauptfächern und Arbeitsmaterialien auf verschiedenen Niveaustufen. Für eine „Schule der Vielfalt“ ist das Lehrerkollegium von Beginn an dabei, eine Reihe von Schwerpunkten zu entwickeln.

 

Im Austausch mit Frankreich und Polen möchte die Gesamtschule in die Gruppe der Euregioschulen und Europaschulen aufgenommen werden. Um MINT-Schule zu werden, wird schon jetzt in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gefördert. In der „gesunden Schule“ wird jede Woche ein gesundes Frühstück mit Obst, Gemüse und gesunden Broten angeboten.

 

Vorreiter ist man jetzt schon mit einer umfassenden modernen Ausstattung und im Lehrerraumprinzip. Die Schüler erwartet in jeder Unterrichtsstunde u. a. eine vorbereitete Lernumgebung und ein individuell gestalteter Raum. Jeder Unterrichtsraum verfügt über einen Computer, dessen Bildschirm mittels Beamer auf ein Whiteboard projiziert werden kann.

 

Die Whiteboards ersetzen die Tafeln, denn während auf der weißen Oberfläche Dateien und Dokumente abgebildet werden, können sie gleichzeitig mit speziellen Stiften beschriftet werden. Für den Unterricht stehen so Texte, Anschauungsmaterialien, Filmsequenzen und Arbeitsaufträge per Mausklick bereit.

 

Whiteboards und Tablets

 

 

Zur Ausstattung gehört außerdem ein Satz von insgesamt 30 Tablets. Die kleinen, tragbaren Computer werden im Unterricht sowohl zur Recherche als auch als Werkzeug eingesetzt – als „mobiler digitaler Klassenraum“.

 

Im Naturwissenschafts-Unterricht bei Andreas Jablonka nutzen die Schüler der fünften Klasse etwa das Internet, um die Blätter, die sie zuvor auf dem Schulhof gesammelt hatten, zu bestimmen. Dreieckige oder runde Form, gezackte oder glatte Blattränder – welches Blatt gehört zu Ahorn, Eiche oder Linde?

 

Über eine Chatsitzung schickt der Lehrer einen Link für den nächsten Arbeitsauftrag. Während er vorne den Ablauf erklärt, bleiben die Bildschirme der Schüler gesperrt. „Der Vorteil ist, dass die Kinder total heiß darauf sind“, schmunzelt Andreas Jablonka. Nachdem erst einmal geklärt ist, dass keine Videos, sondern nur Texte benutzt werden dürfen, um einen Steckbrief des liebsten Waldtieres zu erstellen, kehrt langsam Ruhe in die Klasse ein.

 

„Die Arbeit mit den Tablets ist super, um den Schülern eine gewisse Medienkompetenz zu vermitteln. So lernen sie, wann es sinnvoll ist, das Internet zu nutzen oder wann man besser ein Buch aufschlagen sollte“, so der Lehrer. Wichtig ist auch der Umgang mit Quellen, um zu überprüfen, was richtig ist und wo sich vielleicht Fehler eingeschlichen haben könnten. Auch die Fülle an Informationen, die im Internet zu finden ist, müsse ganz anders gefiltert werden, als das Arbeitsmaterial in einem Schulbuch. „So lernen die Schüler, die wichtigen Informationen herauszuholen“, so Jablonka.

 

Die Fünftklässler können sich jedenfalls für die eigenständige Recherche an ihrem Tablet begeistern. „Das macht mehr Spaß“, vergleicht Schüler Dean die Internetrecherche mit der Arbeit im Schulbuch. Zusammen mit Mitschülerin Xhylijeta, mit der er sich ein Tablet teilt, hat er sich die Fledermaus als Lieblingstier ausgesucht und ist schon längst in die Details des Steckbriefes vertieft. Beide Schüler kennen den Umgang mit dem Tablet schon aus anderen Unterrichtsfächern. „In Religion haben wir etwas über Kinderrechte gelernt und in Technik hatten wir das Thema Papierherstellung“, erklärt die elfjährige Xhylijeta.

 

Mobiler Klassenraum

 

 

Der „mobile Klassenraum“ ist zwar noch sehr vorbereitungsintensiv, ermöglicht den Lehrern dafür aber viel Kontrolle über die Arbeit der Schüler. Vom zentralen Computer auf dem Lehrerpult kann der Bildschirm jedes einzelnen Tablets eingesehen werden, während außerdem die Möglichkeit besteht, nur ganz bestimmte Seiten zugänglich zu machen.

 

Andreas Jablonka schätzt vor allem die vielseitigen Visualisierungsmöglichkeiten in der Arbeit mit den Tablet. Über spezielle Animationen können die Kinder sich zum Beispiel mit dem Aufbau des menschlichen Bewegungsapparates auseinandersetzen, Ansichten drehen oder einzelne Schichten abnehmen, ein Skelett selbst zusammenbauen oder die Funktion der verschiedenen Gelenke prüfen. „In Zukunft wird der Vorteil vor allem in den Apps liegen, die genau auf die Unterrichtseinheiten abgestimmt sind“, glaubt Jablonka.

 

pp/Agentur ProfiPress

 


Ziehen in Sachen Klimaschutz an einem Strang (v.r.): Kämmerer Micheal Heller, ene-Geschäftsführer Markus Böhm, EEA-Berater Reiner Tippkötter, EEA-Auditorin Ramona Schalek, Bürgermeister Herbert Rademacher, Energieberater Tobias Feld, der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz und der stellvertretende Fachbereichsleiter Alois Poth. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Ausgezeichneter Klimaschutz in Kall v. Dezember 2014

Gemeinde Kall erhält als erste Kommune im Kreis Euskirchen „European Energy Award“ – Qualitätssiegel  für Klimaschutz - Maßnahmenkatalog abgearbeitet – Langfristiges Engagement wird gewürdigt

Kall – Die Gemeinde Kall soll als erste Kommune im Kreis Euskirchen mit dem „European Energy Award“ (EEA) in Silber ausgezeichnet werden. Damit gehören die Kaller zu den rund 25 Prozent der deutschen Kommunen, die als europaweites Vorbild für eine nachhaltige Energiepolitik und somit die Energiewende gelten. „Wir nehmen seit 2012 am Prozess zur Zertifizierung teil“, berichtet der Kaller Energieberater Tobias Feld. Jetzt, „heute fand die Prüfung durch Ramona Schalek, EEA-Auditorin beim TÜV Rheinland für Energieeffizienz, und Reiner Tippkötter, zertifizierter EEA-Berater, statt. 

Der EEA wurde Ende der 90er Jahre in Zusammenarbeit mit Kommunen, Schweizer und Österreichischen Partnern sowie mit Unterstützung der Europäischen Union und Nordrhein-Westfalen entwickelt. Mit ihm wurde ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz geschaffen, das lokale Potenziale erkennt und nutzt und die Akteure vor Ort einbindet. Ramona Schalek: „Sowohl die Anstrengungen als auch die Erfolge einer Kommune lassen sich damit neutral messen und vergleichen.“

Aus einem Katalog mit 100 Maßnahmen hatte der EEA-Berater Reiner Tippkötter gemeinsam mit der Kaller Verwaltung ein passgenaues Maßnahmenprogramm aus den Bereichen „Entwicklungsplanung und Raumordnung“, „Kommunale Gebäude und Anlagen“, „Versorgung und Entsorgung“, „Mobilität“, „Interne Organisation“ sowie „Kommunikation und Kooperation“ für die Gemeinde zusammengestellt. Jetzt wurde geprüft, in wieweit diese Maßnahmen umgesetzt wurden, dementsprechend wurden Punkte vergeben. Ab mindestens 50 Prozent der Maximalpunktzahl wird der silberne EEA verliehen, ab mindestens 75 Prozent gibt es Gold.

 

Die Prüfer bescheinigten der Gemeinde Kall, dass sie den Maßnahmenkatalog in den vergangenen zwei Jahren in vielen Teilen umgesetzt haben. Honoriert wurde dies mit der Empfehlung zum  European Energy Award, den NRW-Umweltminister Johannes Remmel als „ein europaweit anerkanntes Zertifikat und Programm für die kommunalen Klimaschutzaktivitäten“ definiert. Im Rahmen einer zentralen Veranstaltung erhält die Kommune im kommenden Jahr das Zertifikat und  ein Ortseingangsschild, dass Kall als „European- Energy-Award-Kommune“ ausweist. Die Erfahrung anderer Kommunen habe zudem gezeigt, so Tobias Feld, dass dieses anerkannte Zertifikat durchaus auch als Türöffner dienen könne, wenn es darum geht, künftig Landes-, Bundes- oder EU-Fördermittel nach Kall zu holen.

„Dank der Initiative unseres Energieberaters Tobias Feld, und später dem Mittun Aller, konnten wir so unsere Aktivitäten verstetigen und in nur zwei Jahren einen großen Schritt in Richtung klimafreundliche Kommune machen“, so Bürgermeister Herbert Radermacher. Nicht zu vergessen sei dabei auch die ehrenamtliche Arbeit des Kaller „Energieteams“, die hervorragend mit dem EEA-Prozess korrespondiere. Das Energieteam ist eine offene Gruppe von Bürgern, die ehrenamtlich daran arbeitet, die in der Energieleitlinie der Gemeinde Kall zusammengefassten Projekte umzusetzen.

„In Kall wurde eine Plattform geschaffen, den Klimaschutz ganzheitlich zu betrachten“, lobte Ramona Schalek vom TÜV Rheinland, „und zwar in enger Zusammenarbeit der Ehrenamtler, der Verwaltung, des Energieversorgers, der Wirtschaft sowie anderen Einrichtungen vor Ort.“ Das sei für eine so kleine Kommune wie Kall außergewöhnlich, betonte auch EEA-Berater Tippkötter.

Die Energieleitlinie war der Grundstein der Kaller in Sachen langfristig geplanter Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Sie wurde 2010 in Zusammenarbeit mit der energie nordeifel (ene) entwickelt. Neben einer ersten Bestandsaufnahme enthält die Energieleitlinie konkrete Maßnahmen und Vorgaben. Eines der erklärten Ziele: Die Senkung der CO2-Emission um insgesamt 20 Prozent von 2009 bis 2020. Für die ene erläuterte Geschäftsführer Markus Böhm: „Das besondere hier in Kall ist, dass der Klimaschutz - nicht zuletzt auch im Rahmen des EEA-Prozesses - zielgerichtet und strukturiert angegangen wird.“ Die Punkte aus dem Maßnahmenkatalog, so Böhm, würden systematisch abgearbeitet.

Als nächster Schritt wurde 2012 auf der Basis dieser Leitlinie und in Kooperation mit dem Kreis Euskirchen ein umfassendes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Es besteht im Wesentlichen aus zwei wichtigen Bausteinen: Zum einen der CO2-Bilanz, die nun erstmals auch dokumentiert, was genau 20 Prozent CO2-Einsparung für Kall bedeutet. Zum anderen bietet das Konzept einen Maßnahmenkatalog, etwa im Hinblick auf regenerative Energien, die Energieberatung von Wohneigentümern, die Mobilität, die Straßenbeleuchtung und den jährlichen Energiebericht. Auch die Teilnahme am European Energy Award ist eine der im Klimaschutzkonzept vereinbarten Maßnahmen.

Denn, so erklärt Tobias Feld: „Das Klimaschutzkonzept ist wichtig. Aber es ist abgeschlossen.“ Der EEA mit seiner begleitenden Beratung hingegen sei auf die Zukunft ausgerichtet und langfristig angelegt. Das entspricht den Bestrebungen der Kaller Verwaltung, wie auch Bürgermeister Herbert Radermacher betont: „Der heutige Tag ist ein großer Erfolg, auf dem wir uns aber nicht ausruhen werden.“ Vielmehr gelte es jetzt weiter an der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen zu arbeiten. „Unser nächstes Ziel ist der European Energy Award in Gold“, so Herbert Radermacher.

pp/Agentur ProfiPress

 

 

Hintergrundinfo:

Der European Energy Award (EEA) steht europaweit für ausgezeichneten Klimaschutz – und einen für jede Kommune maßgeschneiderten Weg dorthin. Mittlerweile nehmen mehr als 1.200 Kommunen in zwölf Ländern am EEA teil, mehr als 640 Kommunen wurden ausgezeichnet. Umweltminister Remmel: „Die teilnehmenden nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden beweisen, dass die Umsetzung der Energiewende in unserem Bundesland pulsiert.“

Der EEA ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz, das lokale Potenziale erkennt und nutzt. Dabei werden die Akteure vor Ort eingebunden. Sowohl die Anstrengungen als auch die Erfolge einer Kommune lassen sich damit neutral messen und vergleichen. Infos: www.european-energy-award.de


Knapp 30 Kaller Unternehmer waren der Einladung zum Frühstück im Rathaus gefolgt. Sie zeigten sich dankbar für die ausführlichen Informationen, die sie aus erster Hand bekamen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Unternehmer an einem Tisch v. Dezember 2014

Planungsbüro PE Becker lud zum Unternehmerfrühstück im Kaller Ratssaal – Infos zu anstehenden Baumaßnahmen aus erster Hand 

 

 

Kall – „Eine sehr informative Veranstaltung.“ So urteilten etwa 30 Kaller Unternehmer und Gewerbetreibende am Ende eines Unternehmer-Frühstücks, zu dem das Planungsbüro PE Becker GmbH für den 2. Dezember ins Kaller Rathaus eingeladen hatte. Aus erster Hand erhielten die Betriebsinhaber von leitenden Ingenieuren des Planungsbüros und von Bürgermeister Herbert Radermacher Informationen über wichtige Baumaßnahmen, die in naher Zukunft in Kall anstehen.

 

Seit zwei Jahren finden diese Unternehmer-Frühstücke in Kall statt, jedes Mal richtet ein anderer Sponsor das Treffen aus. Wie auch Bürgermeister Herbert Radermacher, freute sich PE-Geschäftsführer Bernd Becker über die große Resonanz, die seine Einladung bei den Kaller Unternehmern gefunden hatte. Diplom Ingenieur Becker hatte seine Prokuristen, Ingenieure und Abteilungsleiter Rochus Mey (Städtebau und Bauleitplanung), Andreas Göttgens (Tiefbau) und Norbert Wasch (Hoch- und Ingenieurbau) mitgebracht, die die Projekt vorstellten und den Unternehmern Rede und Antwort standen.

 

Themen des Unternehmer-Frühstücks waren die Planungen für den Bereich des neuen Gewerbegebietes Kall III, der Ausbau der Kölner Straße sowie die Neugestaltung der Kaller Ortsmitte. Das Gewerbegebiet III befinde sich in der Planungsphase berichtete Diplom-Geograf Rochus Mey. Das Gebiet umfasse eine Größe von zwölf Hektar, wovon neun Hektar zu vermarkten seien. Etwa 23 Grundstücke verschiedener Größen könnten angeboten werden. Großflächigen Einzelhandel soll es dort nicht geben, auch wird eine industrielle Nutzung wegen der Nähe zu Wohngebieten nur beschränkt möglich sein.

 

Über den Ausbau der Kölner Straße informierte Diplom-Ingenieur Andreas Göttgens. Die Straße sei in einem derart maroden Zustand, dass der Baulastträger Straßen NRW einen kompletten Neuaufbau der Straße als erforderlich sieht. Die Submission habe stattgefunden und der Auftrag an die bauausführende Firma sei vergeben. Göttgens: „Wir werden nach dem Jahreswechsel mit dem Ausbau beginnen.“

 

Vor dem eigentlichen Straßenbau sei in einigen Bereichen eine Sanierung des Kanals erforderlich, der teilweise zu gering dimensioniert oder marode ist. Auch hätten Untersuchungen ergeben, dass mehrere Grundstücksanschlüsse schadhaft und sanierungsbedürftig seien. Für die Arbeiten gab Göttgens, so wie die Witterung mitspiele, eine Bauzeit von zwölf bis 14 Monaten an. In dieser Zeit sei eine Vollsperrung der Straße erforderlich. Denn, so PE-Geschäftsführer: „Es geht leider nicht ohne Vollsperrung; der Landesbetrieb NRW lässt da keine Kompromisse zu.“ Wie er weiter berichtete, werde aber gewährleistet, dass Gewerbebetriebe in der Kölner Straße stets erreichbar seien.

 

Ein großes Thema werde die Neugestaltung der Kaller Ortsmitte zu einem zentralen Versorgungsbereich werden. Nur dort soll zukünftig in Kall noch weiterer Einzelhandel ansiedeln können. Anhand einer Grafik zeigte Bernd Becker auf, dass sich dieser Bereich im Kernort auf die Aachener Straße, die Bahnhofstraße und die Hindenburgstraße beschränkt. Vorgesehen ist auch eine Erweiterung in Richtung Hallenbad, wo die Ausweitung der Wohnbebauung im Bereich des Neubaugebietes angestrebt wird, indem das ehemalige Milzgelände überplant werde. Wie Bürgermeister Herbert Radermacher berichtete, sei die Gemeinde teilweise im Besitz der ehemaligen Milz-Hallen. Auch das an der Urft gegenüberliegende Gelände des ehemaligen Sägewerkes habe die Gemeinde inzwischen erworben. Diese Fläche könne als Gewerbegebiet  genutzt werden.

 

Bezüglich der Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs in Richtung Hallenbad sei eine Anbindung direkt von der Urftbrücke möglich, die schadhaft ist und erneuert werden muss. Im Zuge dieses Neubaus, so Becker, sei auch ein Neubau des jetzigen Kreisverkehrs am Rewe vorgesehen. Becker: „Übernächsten Jahres könnte es dort losgehen“.

pp/Agentur ProfiPress


Im Jahr 2013 hat es in Kall erneut weniger Einbrüche in private Haushalte gegeben. Die Verantwortlichen sind sich sicher, dass dies insbesondere auch den Präventionsmaßnahmen zu verdanken ist. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Weniger Einbrüche in Kall v. Dezember 2014

Einbruchstatistik in Kall erneut zurückgegangen – Niedrigste Quote im Kreis Euskirchen – Gemeinsame Kontrollgänge von Polizei und Ordnungsamt

Kall – „Kall ist eine sichere Gemeinde“, stellt der Erste Beigeordnete und Leiter des Ordnungsamts Uwe Schmitz fest. In der Tat belegt die Einbruchstatistik für das vergangene Jahr, dass in Kall erneut weniger in private Häuser oder Wohnungen eingebrochen wurde. Ganze fünf Einbrüche registrierte die Kripo 2013, das waren deutlich weniger als im Vorjahr, als neun Einbrüche angezeigt wurden.

Der Blick noch weiter zurück zeigt, wie Kall kontinuierlich sicherer geworden ist: „Im Jahr 2009 gab es noch 16 Einbrüche im Gemeindegebiet“, so Uwe Schmitz, „das bedeutet, dass die Zahl um über zwei Drittel zurückgegangen ist. Eine positive Entwicklung, die durchaus nicht dem allgemeinen Trend im Kreis Euskirchen entspricht, wie Schmitz berichtet. „Kall ist die Gemeinde im Kreis mit der geringsten Einbruchquote.“ Kreisweit, ergänzt er, sind die Einbrüche in Privathaushalte von 373 im Jahr 2009 auf 525 im Jahr 2013 gestiegen.

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Fachbereichsleiter Alois Poth und Willi Krause, dem zuständigen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, zog Schmitz jetzt anlässlich der positiven Entwicklung Bilanz. „Unser Konzept ist aufgegangen“, so Schmitz. Seit einigen Jahren führt das Kaller Ordnungsamt regelmäßig, an den unterschiedlichsten Wochentagen und zu allen Uhrzeiten Kontrollgänge durch. Beteiligt sind daran - neben der Polizei - Alois Poth, Willi Krause und Harald Heinen. Jeweils in Teams von mindestens zwei Mann kontrollieren sie neuralgische Punkte in Kall selbst sowie in den Außenorten und zeigen so Präsenz. Alois Poth: „Regelmäßig sind wir beispielsweise am Kaller Bahnhof, suchen die Schulen, Kindergärten und Spielplätze im Gemeindegebiet auf oder auch etwa Treffpunkte wie den Grillplatz „Auf dem Fels“.

Im Rahmen dieser Rundgänge werden auch die nach einem Ratsbeschluss im Sommer 2013 eingerichteten Alkoholverbotszonen im Gemeindegebiet kontrolliert. Die betroffenen Bereiche wurden mit Schildern ausgewiesen. „Deutlich verbessert hat sich etwa die Situation an der Kaller Kirche“, berichtet Uwe Schmitz. In der Vergangenheit hatten sich Kirchgänger häufig über Unrat und Flaschen beschwert, die dort sonntagsmorgens herumlagen.

Willi Krause ergänzt, dass die regelmäßigen Informationsveranstaltungen zum Einbruchschutz, die die Kaller Verwaltung immer zu Beginn der „dunklen“ Jahreszeit, also im Herbst, in Kooperation mit der Kripo Euskirchen anbietet, sicher auch ihren Teil zu den gesunkenen Einbruchzahlen beigetragen haben. Die erste fand bereits 1999 statt, und zwar in Keldenich. Neben Tipps zum Einbruchschutz gehe dabei auch immer der Appell an die Zuhörer, als Nachbarn wachsam zu sein und bei Auffälligkeiten die Polizei zu informieren, berichtet Krause.

pp/Agentur ProfiPress


Wahlen-FW-1: Volker Brandhoff (r.) wurde von Detlev Köpp mit der goldenen Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Runder Geburtstag der Jugendfeuerwehr v. Dezember 2014

Mit großem Festkommers feierte Wahlener Jugendfeuerwehr ihr 40-jähriges Bestehen - Schirmherr und Bürgermeister Herbert Radermacher hob Bedeutung der Jugendarbeit hervor - Ehrung für Volker Brandhoff

 

Kall-Wahlen - Ohne den Nachwuchs geht es nicht - auch bei der Feuerwehr. In der Gemeinde Kall blickt die Jugendfeuerwehr aus Wahlen auf eine 40-jährige Geschichte zurück. Viele der ehemaligen Jugendfeuerwehrangehörigen sind heute gestandene Einsatzkräfte. Grund genug, den „runden Geburtstag“ mit einem großen Festkommers zu feiern.

In den vergangenen 40 Jahren hat die Jugendfeuerwehr Wahlen insgesamt 121 jungen Menschen eine sinnvolle Aufgabe und Freizeitbeschäftigung geboten. Bis heute sind 45 ehemalige Jugendfeuerwehrmitglieder in den Einsatzabteilungen der Gemeindefeuerwehr Kall aktiv. Diese Erfolgsgeschichte ist dem Engagement zahlreicher Jugendwarte und Betreuer zu verdanken. Als Zeichen der Anerkennung überreichte Jugendwartin Kerstin Brandhoff ihren Vorgängern Josef Klinkhammer, Manfred Frontzek, Werner Pönsgen, Jürgen Rütt, Guido Wiesen, Guido Klinkhammer und Andreas Lang das neue Polo-Shirt der Wahlener Jugendfeuerwehr.

Zurzeit besteht die Jugendfeuerwehr Wahlen aus sechs weiblichen und zehn männlichen Jugendfeuerwehrmitgliedern. Mit Kerstin Brandhoff, Julia Lang, Pierre Schmitz, Volker Brandhoff und Marco Schmidt kümmern sich zurzeit fünf Jugendfeuerwehrwarte und Betreuer um den Feuerwehrnachwuchs. Auszeichnungen gab es auch für die Wahlener Feuerwehrjunioren. Dana Leyendecker, Fabian Hasanaj, Nico Schäfer, Niklas Schmitz und Leon Wilden erhielten die Jugendflamme der Stufe I, während Vanessa Cienciala, Niklas Hilger, Marius Schumacher und Andreas Lang mit dem Rettungsschwimmabzeichen in Bronze der DLRG Wasserwacht ausgezeichnet wurden.

Kalls Bürgermeister und Schirmherr Herbert Radermacher unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der Jugendarbeit, insbesondere für den Fortbestand der Einsatzabteilungen der Löschgruppen. Rund 120 Jugendliche seien in den vergangenen vier Jahrzehnten in den Jugendfeuerwehren der Gemeinde Kall ausgebildet worden. „Ein gelungener Erfolg“, so Radermacher.

Kalls Gemeindebrandinspektor Harald Heinen überbrachte die Grüße der rund 4.500 Mitglieder des Kreisfeuerwehrverbandes Euskirchen. Der Wahlener Löschgruppenführer Manfred Frontzek dankte unter anderem dem langjährigen Jugendwart Josef Klinkhammer sowie dem ehemaligen Löschgruppenführer Hermann Schröder für deren Engagement.

Kreisjugendfeuerwehrwart Volker Brandhoff, der sich selbst viele Jahre um die Geschicke der Jugendfeuerwehr seines Heimatortes Wahlen gekümmert hatte, wurde von Detlev Köpp mit der goldenen Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Julia Lang wurde zur stellvertretenden Jugendwartin bestellt.

Gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren Kall und Sistig konnte sich die Wahlener Jugendfeuerwehr auch überregional einen Namen machen, wie Jugendwartin Kerstin Brandhoff berichtete. Mit dem Projekt „Krummer Rücken - keine Chance“ gewannen die Wahlener den zweiten Platz beim Sicherheitspreis der Unfallkasse NRW.

pp/Agentur ProfiPress


Spendenübergabe der Provinzial Rheinland Versicherungen an die Kal-ler Feuerwehr: Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher, André Kalt-wasser, Vertriebsleiter der Provinzial Rheinland, Winfried Stratmann von der Provinzial-Geschäftsstelle in Kall, Uwe Schmitz, Erster Beigeordneter der Gemeinde Kall, und Harald Heinen, Leiter der Gemeindefeuerwehr Kall (von links). Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Sammelstücke schützen Trinkwasser v. Dezember 2014

Feuerwehr Kall erhält Zuschuss von Provinzial Rheinland – Geld für Anschaffung von Sammelstücken mit Rückschlagklappen – Feuerwehrchef während Spendenübergabe zum Einsatz gerufen

Kall - Wie wichtig die uneingeschränkte Einsatzfähigkeit der Feuerwehr ist, demonstrierte Harald Heinen, Leiter der Gemeindefeuerwehr Kall, ganz unfreiwillig bei einer Spendenübergabe durch die Provinzial. Als der Feuerwehrchef gerade davon berichten wollte, wie sich die Feuerwehr an neue Technologien anpassen müsse, schrillte plötzlich der Einsatzpiepser an seinem Hosenbund und der Blaurock musste sich unversehens in den Einsatz verabschieden.

Mit Zuschüssen für die Ausrüstung zur Brandbekämpfung unterstützen die Provinzial Rheinland Versicherungen bereits seit Jahrzehnten die bei ihr versicherten Städte und Gemeinden bei der Ausrüstung der Feuerwehr. Der Obolus in Höhe von 2.500 Euro wurde in diesem Jahr für die Anschaffung von Sammelstücken mit Rückschlagklappen verwendet.

Das Sammelstück ist eine Armatur, mit der das Wasser aus verschiedenen Zuleitungen zusammengeführt wird. Mit den Rückschlagklappen wird nun verhindert, dass Wasser wieder zurückfließen kann. Im Falle eines technischen Fehlers hätte es ohne diese Klappen in der Vergangenheit zu Verkeimungen oder sogar einer Kontamination des Trinkwassers durch die Feuerwehr kommen können. Allein eines der Sammelstücke schlägt mit Kosten von rund 600 Euro zu Buche – die Gemeindefeuerwehr in Kall benötigt sechs dieser neuen Armaturen.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass wir jedes Jahr eine solche Geste erfahren“, lobte Bürgermeister Herbert Radermacher die Provinzial als „Haus- und Hofversicherer“ der Gemeinde. Feuerwehrchef Harald Heinen fügt hinzu: „Wenn wir den jetzigen Standard gehalten bekommen, sind wir in der Gemeinde gut aufgestellt.“

Bei Rat und Verwaltung stoße die Feuerwehr immer auf ein offenes Ohr, so Heinen. Für die Finanzierung erhalten die Gemeinden grundsätzlich pauschalierte Beträge, die ihnen mehr Freiheiten garantieren sollten. In ländlichen Gemeinden wie Kall ist allerdings der Einwohner-Schlüssel, an dem sich die Pauschalen ausrichten, geringer als der Flächenschlüssel, sodass die Feuerwehr trotz vergleichsweise geringer finanzieller Mittel ein großes Gebiet abdecken muss.

„Im Gegensatz zu anderen Versicherungen wollen wir nicht aus der Fläche rausgehen“, erklärte André Kaltwasser, Vertriebsleiter der Provinzial Rheinland. Winfried Stratmann von der Provinzial-Geschäftsstelle in Kall fügte hinzu: „Wir versuchen, die Feuerwehr an allen Stellen zu unterstützen.“ Mit den Zuschüssen der Provinzial zur Brandbekämpfung konnten deshalb immer notwendige Ausrüstungsgegenstände angeschafft werden. Geht es in diesem Jahr um die Sicherheit des Trinkwassers, so wurde die Spende im vergangenen Jahr zum Beispiel in neue Schutzbekleidung investiert.

pp/Agentur ProfiPress


Die Zukunft von Kloster Steinfeld wurde jetzt vertraglich geregelt. Luftbild: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Zukunft des Klosters vertraglich geregelt v. Dezember 2014

Hohe Investitionen für 160 bis 180 Gästebetten – Wochentags Firmenseminare und Präsentationen, am Wochenende geistliche Kurse und kreative Freizeitangebote

 

Steinfeld – Die Zukunft des Salvatorianerklosters Steinfeld ist vertraglich geregelt, seine Zukunft gesichert, die 20 „zivilen“ Beschäftigten werden übernommen, Investitionen zur Schaffung von bis zu 180 Gästebetten stehen unmittelbar bevor.

Das war Tenor einer Pressekonferenz, die Pater Hubert Veeser, der Provinzial der deutschen Salvatorianer, Pater Lambertus Schildt, der Prokurator der Salvatorianer und der aus Wachendorf bei Mechernich stammende Ingenieur und Geschäftsmann Wolfgang Scheidtweiler heute gaben.

Familie Scheidtweiler und die gemeinnützige GmbH „Werke der Salvatorianer“ haben zur Übernahme der weitläufigen Klosteranlage – ausgenommen Basilika, Hermann-Josef-Kolleg und Klostergut - eine neue Firma gegründet, die „Kloster Steinfeld Verwaltungs GmbH & Co. KG“.

Grundlage des Erbpachtvertrages war und bleibt es, dass die Salvatorianer als Mitgesellschafter beteiligt sind und im Kloster Steinfeld bleiben. Gleichberechtigte Geschäftsführer sind Wolfgang Scheidtweiler und Pater Lambertus Schildt, die das Kloster gemeinsam führen werden.

Bereits ab 15. Januar soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Das leer stehende Internat wird komplett saniert, dort entstehen zunächst 60 komfortable Einzel- und Doppelzimmer mit Vier-Sterne-Standard“, sagte Scheidtweiler. Das Gebäude wird mit einem Aufzug ausgestattet und barrierefrei umgebaut.

Das Konzept des in der Beherbergungsbranche sehr erfolgreichen Geschäftsmannes und Brauereibetreibers Wolfgang Scheidtweiler sieht Firmenpräsentationen und Seminare unter der Woche und geistliche Kurse und kreative Freizeitangebote an den Wochenenden vor. Die Geschäftsführer Wolfgang Scheidtweiler und Pater Lambertus Schildt sind zuversichtlich, dass die Auslastung zumal an den Wochentagen sehr stark sein wird. „Das Potential als Tagungsort für große Firmen aus den umliegenden Ballungsräumen ist groß, hinzu kommt der sich rasant entwickelnde Eifel-Tourismus“, sagte Wolfgang Scheidtweiler, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea sehr erfolgreich insgesamt acht Hotels verantwortlich führt, darunter das Parkhotel in Pforzheim mit mehr als 200 Zimmern.

In einem zweiten Schritt soll das bestehende Gästehaus der Salvatorianer mit zurzeit 45 Betten um- und ausgebaut sowie zeitgemäßen Standards angepasst werden. Hier wird es auch preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten für junge Leute mit kleinerem Budget geben. Insgesamt strebt die „Kloster Steinfeld Verwaltungs GmbH“ 160 bis 180 Gästebetten in Einzel- und Doppelzimmern an. Dabei ist es Wolfgang Scheidtweiler wichtig, das Kloster als geistliches und geistiges Zentrum zu erhalten. „Steinfeld ist nicht wegzudenken, es ist das Synonym für die Eifel. Ein gefaktes Kloster à la Disneyland wäre nicht in Frage gekommen“, betonte der studierte Bierbrauer, der dem Kloster seit Kindheitstagen eng verbunden ist. Der Geist, den jeder spüre, der das fast 900 Jahre alte Kloster betrete, soll erhalten bleiben.

Alle 20 Mitarbeiter der „Werke der Salvatorianer gGmbH“ im Kloster Steinfeld können von der neuen Gesellschaft übernommen werden. Ihnen wurde das Konzept am heutigen Donnerstag in einer Belegschaftsversammlung vorgestellt. Die Lehrer und Mitarbeiter des Hermann-Josef-Kollegs bleiben, wie die Schule selbst, Beschäftigte, bzw. in der Trägerschaft der „Werke der Salvatorianer gGmbH“.

„Herr Scheidtweiler bringt unheimlich viel Knowhow und Erfahrung mit. Er genießt unser vollstes Vertrauen“, sagte Pater Hubert Veeser SDS, der Provinzial der Salvatorianer. Prokurator Pater Lambertus Schildt ergänzte, man sei froh, mit der Familie Scheidtweiler einen starken Partner an der Seite zu haben. „Alleine hätten wir das nicht meistern können.“

Sowohl Pater Hubert Veeser SDS, der Provinzial der Salvatorianer, als auch Diplom-Ingenieur Wolfgang Scheidtweiler betonen, dass der Erhalt und die schrittweise Sanierung des Eifelklosters Steinfeld im Vordergrund stehen. Gewinne sollen in die Erhaltung der Klosteranlage re-investiert werden.

Für die Patres bedeutet die Existenzsicherung des fast 900 Jahre alten Klosters, dass sie sich in Zukunft wieder auf ihre originäre Aufgabe konzentrieren können. „Wenn die Mitbrüder nun nicht mehr mit dauerhaft mit den finanziellen Sorgen beschäftigt sind, können sie sich wieder vorrangig auf ihre pastorale Aufgabe besinnen und als Seelsorger tätig sein“, so Pater Hubert Veeser SDS.

pp/Agentur ProfiPress


Die Kaller "Löstige Bröder" wollen zu ihrem 111-jährigen Bestehen eine soziale Einrichtung unterstützen und spendeten deshalb der Jugendeinrichtung "Schüler" einen Betrag von 888 Euro. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Prinz stiftet einen neuen Kicker v. Dezember 2014

Der Karnevalsverein „Löstige Bröder“ feiert Jubiläum und unterstützt den Jugendtreff „Schüler“ mit einer Spende von 888 Euro – Der Kartenvorverkauf für die große Jubiläums-Kostümsitzung hat begonnen

 

Kall - Solche Besucher würde Sozialarbeiter Michael Schulenburg, der Leiter des Kaller Jugendtreffs „Schüler“, gern öfter in seinen Räumen in  der alten Kaller Schule an der Hindenburgstraße begrüßen. Am Mittwochabend waren es der Vorstand des Karnevalsvereins „Löstige Bröder“ sowie das Prinzenpaar Hans II. und Gabi I. (Lambert) und die Jugendprinzessin Lara II. (Blatt), die einen Spendenscheck über 888 Euro mitgebracht hatten. „Wir feiern in der Session unser 111-jähriges Bestehen und wollen auch andere mitfeiern lassen“, sagte Narren-Chef Werner Keutgen bei der Übergabe der Spende an Einrichtungsleiter Michael Schulenburg.

Vor der Scheckübergabe hatte Ortsvorsteher Guido Keutgen sich bei den Karnevalisten für die Unterstützung der Kaller Jugendeinrichtung bedenkt. Die Mittel der Gemeinde für derartige Zwecke seien beschränkt und deshalb hoffe er, dass das Beispiel des Karnevalsvereins Schule mache.

Die „Löstige Bröder“ hatten im Vorfeld des Jubiläumsabends mit Prinzenproklamation am 15. November beschlossen, drei Euro von jeder Eintrittskarte an die Jugendeinrichtung zu spenden. Am Ende war der  Betrag von 888 Euro zusammengekommen.

Bevor Michael Schulenburg den Karnevalisten die Einrichtung zeigte, berichtete er, dass der Jugendtreff derzeit täglich von 20 bis 30 Jugendlichen aufgesucht werde. Im Sommer seien es mehr. Die Spende komme gerade rechtzeitig, denn der Kicker sei recht marode. Auch für die Anschaffung von Mobiliar und für die Schaffung weiterer Unterhaltungsangebote solle das Geld  verwendet werden.

Das Problem mit dem maroden Fußball-Kicker lösten Prinz Hans und Prinzessin Gabi Lambert direkt vor Ort. Das Prinzenpaar versprach, schon in den nächsten Tagen einen intakten Kicker in die Einrichtung zu bringen.

Löstige-Bröder-Vorsitzender Werner Keutgen lud die Jugendlichen ein, sich an den Aktivitäten des Vereins, zum Beispiel in einer der sieben Garden, zu beteiligen.

Die nächste Veranstaltung des Vereins ist die Jubiläumskostümsitzung am Samstag, 17. Januar, für die es noch Restkarten bei Tabak Groß auf der Gemünder Straße gibt.

pp/Agentur ProfiPress


Rund 25 Zuhörer waren zum Vortrag der Kolpingsfamilie ins Pfarrheim neben der Kirche St. Nikolaus in Kall gekommen. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Besorgt, aber nicht resigniert v. Dezember 2014

Pfarrer Hans-Josef Hellwig sprach vor der Kaller Kolpingsfamilie über die Zukunft der GdG Kall – Heiliger Hermann-Josef Steinfeld – Ein Bericht der KirchenZeitung Aachen für die Region Eifel:

Kall - Einen sorgenvollen Blick in die Zukunft warf die Kolpingsfamilie Kall bei ihrem jüngsten Vortragsabend. Rund 25 Zuhörer waren in das Pfarrheim neben der Kirche St. Nikolaus gekommen, um sich von Pfarrer Hans-Joachim Hellwig über die Planungen in der GDG Kall – Heiliger Hermann-Josef Steinfeld informieren zu lassen. Knapp eine Stunde referierte Hellwig über die vielen Probleme, die durch Priestermangel und den Rückgang des Gottesdienstbesuches auf die Kirchengemeinden zukommen.

Die Zahlen, die Hellwig von seinem Besuch in Aachen mitgebracht hatten, wirkten erschreckend. Die Zahl von 543 Priestern, die im Jahr 1997 auf dem Gebiet des Bistums Aachen tätig waren, hatte sich bis 2012 auf 270 halbiert. In drei Jahren, im Jahr 2017 werden noch 175 Pfarrer tätig sein, und für das Jahre 2022 ist mit 106 Priestern zu rechnen. „Wenn im Jahr zwei Priesterweihen sind, dann sind wir zufrieden“, meinte Hellwig.

Die Verwaltung des Bistums habe vor allem auf dem Land versucht, dem Priestermangel mit der Bündelung von Gemeinden zu begegnen und verschiedene Gemeinden in den sogenannten Gemeinschaften der Gemeinden (GDG) zusammenzufassen. Doch dies hat auch zur Folge, dass die noch zur Verfügung stehenden Priester kaum ausreichen, um die Gottesdienste noch alle leisten zu können. „Sonntagvormittags um halb zehn ist es so: Wer stehen kann, steht an einem Altar“, schilderte Hellwig die Situation anschaulich.

Auch wenn die Solidarität zwischen den Geistlichen gerade im Eifeler Raum sehr hoch sei, sei es zu dieser Zeit unmöglich, einen Ersatz zu bekommen. „Dann müssen auch Wortgottesdienste gehalten werden“, stellte Hellwig in Aussicht.

Verbindliche Aussagen wollte der Kaller Pfarrer, der für fünf Gemeinden verantwortlich ist, noch nicht machen. „Ich zeige Tendenzen auf“, sagte er vor der Kolpingsfamilie. Wert lege er  allerdings auf verlässliche Gottesdienstzeiten, da werde er immer wieder drauf hingewiesen. „Ich will keine Kirche schließen“, betonte er. Wenn Menschen beten wollten, dann sollten sie auch einen Platz bekommen.

Offenheit signalisierte Hellwig, wenn Kinder die gute musikalische Ausbildung, die sie von der Kantorin Holle Goertz bekommen würde, nicht sonntags in Kall präsentieren würden, sondern damit in ihre Heimatgemeinden gehen würden. Er deutete auch an, dass Kirche ihren Fokus verändern müsse. Schließlich sei auffällig, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher im Jahr 2013 auf 90 000 zurückgegangen sei, aber die Heiligtumsfahrt in Aachen mehr Leute als zuvor angesprochen habe. Ähnliches habe sich auch bei besonderen Ereignissen wie dem 1. Mai in Keldenich oder dem St. Georgsritt in Kallmuth gezeigt.

„Wir müssen Schwerpunkte setzen“, meinte Hellwig. Doch sich in sein Schicksal ergeben, mochte Hellwig auch nicht. Seine Augen begannen zu leuchten, als er den Plan schilderte, die Kirche zum Adventsgottesdienst einmal violett zu beleuchten.

Bei der anschließenden Aussprache bedankte sich Dr. Hans Unland, Vorsitzender der Kaller Kolpingsfamilie, bei Pfarrer Hellwig für die Ausführungen. Er regte dabei an, dass auch Zusammenkünfte wie Andachten attraktiv gestaltet und deshalb von einer Orgelbegleitung untermalt sein sollten. Hellwig versprach trotz einiger organisatorischer Bedenken, diese Idee aus der Versammlung mitzunehmen.


„Super dankbar“ für die Spende von TON-Fabrik Geschäftsführer Arnold Tilz (2. von rechts) aus der „Oldie-Disco-Nacht“: Pia Benz, Anita Heiter und Willi Greuel von der Hilfsgruppe Eifel (von links). Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Oldie-Disco-Nacht für den guten Zweck v. Dezember 2014

Spende der TON-Fabrik in Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat für Kaller Hilfsgruppe Eifel – Teil der Eintrittsgelder von Ü 40-Party fließt in Typisierungsaktion „Lara“ – Warm-up für Mechernicher OldieNacht im März 2015

Kall/Mechernich-Firmenich - „Wir haben unser Ziel erreicht.“ Arnold Tilz, Geschäftsführer der TON-Fabrik in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat war doppelt froh über den Erfolg seiner ersten Ü 40-Party. Denn die große Resonanz brachte nicht nur einen tollen Abend bei der „Oldie-Disco-Nacht“, sondern auch eine große Spende für die Hilfsgruppe Eifel aus Kall. Der Scheck über 3.000 Euro soll in die Finanzierung der Typisierungsaktion für die kleine Lara fließen.

Unter der Überschrift „Oldie-Disco-Nacht“ war Ende November die neue Party-Reihe für ein „sehr erwachsenes Publikum“ an den Start gegangen, so Arnold Tilz. Tanzbare Musik der 1970er und 1980er Jahre, Schlager, Foxtrott und vor allem der Auftritt der britischen Kultband „The Rubettes featuring Bill Hurd“ hatten insgesamt 1.250 Gäste in die TON-Fabrik gelockt. Bei jedem von ihnen wurde ein Teil der Eintrittsgelder für die Spende beiseitegelegt. Bis in die späte Nacht wurde gefeiert – „das war das Warm-up für die Mechernicher OldieNacht im kommenden März“, so Willi Greuel, Vorsitzender der Hilfsgruppe Eifel.

Die Kaller Hilfsgruppe, die sich für tumor- und leukämiekranke Kinder einsetzt, hatte im November eine Typisierungsaktion für die fünfjährige Lara aus Erftstadt-Lechenich veranstaltet. Zu der Aktion in der Hellenthaler Grenzlandhalle waren 760 Menschen gekommen – „je mehr Personen wir in die Knochenmark Spenderdatei reinbringen, desto mehr steigen die Chancen auf der ganzen Welt“, erklärte Willi Greuel.

Die Kosten für eine Typisierung belaufen sich auf 50 Euro, die die Hilfsgruppe Eifel stets zusichert. Mit 760 potentiellen Spendern bei der Hellenthaler Typisierungsaktion belaufen sich die Kosten somit auf insgesamt 38.000 Euro. Über die Spende der TON-Fabrik zeigten sich die Vertreter der Hilfsgruppe Willi Greuel, Pia Benz und Anita Heiter deshalb „super dankbar“.

Mit den bisherigen Typisierungsaktionen im Kreis Euskirchen konnten bereits 297 Spender gefunden werden, die Menschen in 34 Ländern helfen konnten. „Und wenn es nur einer gewesen wäre, hätte es sich schon gelohnt“, so Greuel. Auch für die kleine Lara wurde inzwischen ein Spender gefunden.

Arnold Tilz will auch mit der Mechernicher OldieNacht am Samstag, 14. März 2015, wieder die Hilfsgruppe Eifel unterstützen, denn die Benefizveranstaltung soll einmal mehr in den Räumen der TON-Fabrik stattfinden. „Wir haben hier schließlich hautnah miteinander zu tun und ich weiß genau, dass die Gelder bei der Hilfsgruppe Eifel gut ankommen“, so Tilz.

pp/Agentur ProfiPress


Auf den Fluren informierten zahlreiche Infotafeln über die Aktivitäten des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs, wie hier über die Schulpartnerschaft nach Frankreich. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Im Zentrum stehen die Schüler v. Dezember 2014

Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg lud zum „Tag der offenen Tür“ ein - Schulleiter Heinrich Latz und der Salvatorianer-Generalobere Pater Milton Zonta sprachen zu Kindern und Eltern - Enge Verbundenheit zwischen Gymnasium und Kloster

 

Kall-Steinfeld - An welche Schule soll ich mein Kind schicken? Das fragen sich viele Eltern, deren Kinder sich bald für eine weiterführende Schule entscheiden müssen. Auch in diesem Jahr zeigte sich das Steinfelder Salvatorianer-Gymnasium Hermann-Josef-Kolleg (HJK) von seiner besten Seite. Zum „Tag der offenen Tür“ waren viele interessierte Eltern und Grundschüler eingeladen, einmal hineinzuschnuppern in die vielen Facetten des Gymnasiums, das sich als Ort des Lernens, des Miteinanders und des Glaubens versteht. Weit über 100 Besucher folgten der Einladung.

 

Den ganzen Vormittag über konnten neugierige Eltern zusammen mit ihren Kindern das Gebäude hinter den Klostermauern kennenlernen. Lehrer boten Führungen mit vielen Infos zur Schule und zum Schulleben an. Die einzelnen Fachschaften öffneten ihre Türen und gaben einen Einblick in Arbeitsweisen und Unterrichtsinhalte.

 

Vor dem Erdkunderaum gab es eine Musikdarbietung des schuleigenen Bläser-Orchesters, in einem Treppenhaus trat die Theater AG der Schule auf. Im neuen pädagogischen Zentrum bot der Förderverein der Schule Kinderbetreuung an. Die kleineren Besucher hatten außerdem die Möglichkeit, am Sportangebot in der Turnhalle teilzunehmen, eine Geisterbahn zu besuchen, die Hamster der Hamster-AG kennen zu lernen oder in der Chemie Seifen-Nikoläuse herzustellen.

 

In der bis auf den letzten Sitzplatz besetzten Aula erklärte HJK-Schulleiter Heinrich Latz den Kindern und Eltern, dass sich die Schule stets weiterentwickelt, um für angehende Abiturienten noch attraktiver zu werden. Latz hob insbesondere die mannigfaltigen Veränderungen im „IT-Bereich“ der Schule hervor. „In den letzten Jahren haben wir die Naturwissenschaften gestärkt. Alle Räume sind komplett renoviert worden. Neue und zeitgemäße Gerätschaften stehen für einen modernen Unterricht bereit“, sagte Latz. Er kündigte an, dass die Schulleitung auf eine Totalvernetzung des Gymnasiums in den nächsten Jahren setzt. „Mit modernen technischen Hilfsmitteln werden die Unterrichtsabläufe noch effizienter“, erklärte Latz. So konnten etwa schon hochmoderne digitale Tafeln für die Klassenräume angeschafft werden.

 

Latz betonte: „Trotz aller Technik stehen die Schüler im Mittelpunkt unserer Arbeit. Sie sind uns hier am wichtigsten.“ Durch die Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Gesellschaft, ihrer Kultur und dem christlichen Glauben, will das HJK seinen Schülern helfen, ihren Platz im Leben zu finden. „Wertschätzung gegenüber Menschen, Dingen und der Umwelt auf der Grundlage des christlichen Glaubens prägt unser Miteinander am Hermann-Josef-Kolleg“, so Latz.

 

Zu den Kindern und Eltern sprach auch der Brasilianer Milton Zonta. Er ist der Generalobere des weltweit 1250 Mitglieder zählenden Salvatorianer-Ordens. „Die Wertevermittlung auf Basis des christlichen Glaubens ist uns weltweit ein wichtiges Anliegen“, so Pater Milton.

 

Der Schule ist die enge Verbundenheit und Zusammenarbeit mit dem Kloster sehr wichtig. „Die klösterliche Atmosphäre macht das Besondere unserer Schule aus“, sagte Schulleiter Latz. Um diese besondere Atmosphäre zu erfahren lud er alle Besucher des „Tags der offenen Tür“ zum gemeinsamen Mittagessen ins Refektorium ein, wo auch Schüler und Ordensleute mittags gemeinsam essen.

 

pp/Agentur ProfiPress


Bester Stimmung war das Publikum, darunter auch Bürgermeister Herbert Radermacher nebst Gattin Edith (rechts). Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Wenn der Bürgermeister mit dem Prinz… v. Dezember 2014

Jubiläumkonzert der Musikkapelle Kall – 60 Jahre Vereinsgeschichte Revue passieren lassen – Bürgermeister Herbert Radermacher gemeinsam mit Prinz Hans II (Lambert)

 

Kall – Auf 60 Jahre Vereinsgeschichte blickte die Musikkapelle Kall jetzt im Rahmen ihres Jahreskonzerts in der Kaller Bürgerhalle zurück. Ein besonderes Highlight für die rund 250 Gäste war dabei nicht zuletzt auch ein Überraschungsauftritt von Bürgermeister Herbert Radermacher gemeinsam mit dem Kaller Prinzen Hanns II. (Lambert). Der Journalist Stefan Lieser schreibt dazu in der Kölnischen Rundschau: „Zu »Horst und Erich«, der »Amboss-Polka«, zu der der langjährige Vorsitzende Horst Klinkhammer und der langjährige Kassierer Erich Hein einst den Amboss spielten, betraten Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher und Karnevalsprinz Hans Lambert die Bühne - und machten es den Altvorderen nach. Natürlich war spätestens da die Stimmung bestens.“

 

Die Kaller Musikkapelle hat heute rund 40 aktive Musiker. „Doch es war nur eine Hand voll Kaller Musiker, die 1954 beim Männergesangverein anfragte, ob man mit der Gründung einer eigenen Vereinigung einverstanden sei“, berichtet Stefan Lieser. Dies und mehr ist auch in einer Chronik nachzulesen, die anlässlich des Jubiläums erstellt wurde, die „Knackpunkte“ wurden beim Jubiläumskonzert präsentiert, zudem waren Auszüge mit Dokumenten und Presseberichten als kleine Ausstellung zu sehen.

 

Auch das musikalische Programm stand ganz im Zeichen des runden Vereinsgeburtstags. Die Kölnische Rundschau berichtet: „Auf der Bühne hatte die Kapelle den gesamten ersten Programmteil der Historie gewidmet. »Rolli« etwa, der »Pionier Walzer«, erinnerte an Rolf »Rolli« Klinkhammer, das letzte noch lebende Gründungsmitglied.“ An die Anfänge habe auch das Stück „Bei uns in Kall“ erinnert: „Klaus Griwenka am Akkordeon ahmte den legendären Kurt Aschke in der damaligen Vereinsgaststätte Gier nach“, so Lieser.

 

pp/Agentur ProfiPress

 


„Das wird ein Renner“, glaubt Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher bei der Vorstellung der Chronik „Kall im Spiegel der Geschichte“ zu-sammen mit dem Beigeordneten der Gemeinde, Uwe Schmitz, Autor Hubert Büth und Professor Dr. Wolfgang Schumacher von der NRW-Stiftung (von rechts). Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Kall im Spiegel der Geschichte v. Dezember 2014

Text- und Bildchronik von Hubert Büth veröffentlicht – 1200 Bilder auf mehr als 600 Seiten in 27 thematischen Kapiteln – Entwicklung des Ortes und der Gesellschaft zwischen früher und heute

Kall - „Die Chronik soll für jeden erschwinglich bleiben, der sich mit der Geschichte von Kall auseinandersetzt.“ Hubert Büth, ehemaliger Gemeindedirektor in Dahlem, hat dreizehn Jahre lang Zeit und Arbeit in die Erstellung einer Chronik seiner Heimatgemeinde Kall investiert. Mit seinem ehrenamtlichen Einsatz und finanzieller Unterstützung durch die NRW-Stiftung ist die mehr als 600 Seiten starke Chronik nun in einer Auflage von 750 Exemplaren erschienen. „Das wird ein Renner“, glaubt Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher.

 

„Kall im Spiegel der Geschichte – Eine Text- und Bildchronik“ lautet der Titel des Buches, das von Bildern mit ausführlichen erläuternden Texten dominiert wird. Schwerpunkte hat Hubert Büth unter anderem in der Eisenindustrie, in der Entwicklung der für Kall so wichtigen Bahn- und Postanbindung, in den Zeiten der Weimarer Republik und der beiden Weltkriege sowie des folgenden Wiederaufbaus gesetzt.

 

Angefangen hatte das Großprojekt mit der privaten Sammlung des Autors, der sich schon lange für Fotografien und alte Ansichten Kalls interessiert. Immer mehr Bilder kamen so zusammen und nach ersten Vorträgen forderten ihn die Kaller auf: „Schriev dat doch ens op.“

 

Das war allerdings schneller gesagt als getan, denn die Sammlung, die inzwischen rund 4.500 Bilder umfasst, war anfangs noch völlig unstrukturiert. Bei der thematischen Unterteilung entstanden dann 27 Kapitel, die sich mit der Entwicklung des Ortes und der Gesellschaft zwischen früher und heute auseinandersetzen. Ebenfalls aufgenommen wurden typische Bräuche in Kall wie das Klappern vor Ostern, die Kaller Kirmes und der Maibrauch. „Neben den schriftlichen Quellen bieten Bilder eine besonders wirksame Grundlage für die Dokumentation geschichtlicher, geographische und soziokultureller Entwicklungen in einem Ort“, so Hubert Büth in seinem Vorwort.

 

Immer, wenn er Bilder von Privatleuten bekam, ließ er sich natürlich auch etwas zu den dargestellten Situationen erzählen. Mit 20 Zeitzeugen führte er sogar Interviews vor laufender Kamera, um die Erinnerungen an vergangene Zeiten festzuhalten. „Dazu braucht es schon eine gewisse Bekanntheit und ein großes Maß an Vertrauen“, berichtet der Autor.

 

Seine Gesprächspartner erzählten ihm Geschichten aus ihrem Leben und auch vieles aus der dramatischen Zeit des Dritten Reiches. Deshalb wurde das Projekt auch von der NRW-Stiftung gefördert, denn „das ist eine substanzielle Dokumentation und nicht nur Verzällche“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Schumacher, stellvertretender Präsident im Vorstand der Stiftung. „Das ist wirklich ein tolles Werk.“

 

In der Schaffensphase fühlte sich Hubert Büth so manches Mal als Detektiv – etwa, wenn es darum ging, die Namen der Schüler zu recherchieren, die auf den verschiedenen Klassenfotos der 1930er und 1940er Jahre abgebildet sind. „Das war wirklich eine Sisyphusarbeit“, lächelt der Autor.

 

Dreizehn Jahre Arbeit konnten den 74-Jährigen nicht abschrecken, hatten ihm doch Freunde und Bekannte immer wieder gesagt: „Wenn du nicht mehr da bist, dann weiß das doch keiner mehr.“ So ließ er sich für die Chronik von einem Satz leiten: „Zukunft braucht Erinnerung – Wer seine Geschichte nicht kennt, der kann seine Gegenwart und Zukunft nicht gestalten.“

 

„Kall im Spiegel der Geschichte“ (ISBN 978-3-944976-13-6) ist zum Preis von 28 Euro beim Autor selbst und in der Buchhandlung Pavlik, Bahnhofstraße 7 in Kall, erhältlich.

pp/Agentur ProfiPress


Mit Begeisterung schnappten sich die Kinder ihre Lesestart-Sets mit je-weils einem Bilderbuch und einer mehrsprachigen Informationsbroschüre für die Eltern. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Heldengeschichten zum Vorlesen v. Dezember 2014

Bürgermeister Radermacher las zur Aktion „Lesestart“ im Familienzentrum Kall – Spaß und Freude an Büchern wecken – Nur sechs von zehn Eltern lesen ihren Kindern vor

Kall - Bei Familie Hund geht es rund. Alle sind damit beschäftigt, das Abendessen vorzubereiten. Also bleibt nur der kleine Pitzi, um eine Flasche Apfelsaft zu holen – aus dem Keller. „Apfelsaft holen“ heißt das Buch, das Bürgermeister Herbert Radermacher den Dreijährigen im Kindergarten und Familienzentrum in der Kaller Hüttenstraße vorlesen durfte. Die Vorlesestunde ist Teil der Aktion „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“. Das Programm zur Sprach- und Leseförderung soll bei den Kindern den Spaß am Lesen und bei den Eltern das Interesse am Vorlesen wecken.

Rund um Bürgermeister Herbert Radermacher und Büchereileiterin Sabine Züll hatten sich knapp 20 Kinder um das bunte Sofa versammelt und lauschten gespannt der Heldengeschichte um den kleinen Pitzi. Kinderängste rund um den dunkel-gruseligen Keller werden in dem Bilderbuch aufgegriffen und weckten sofort das Interesse der Kinder.

Das mulmige Gefühl kannten sie scheinbar gut, erzählten doch viele von ihnen stolz, dass sie auch schon einmal „ganz alleine“ im Keller waren. Unheimliche Geräusche und Dunkle-Ecken-Gespenster jagen dem mutigen Helden Pitzi einen Schrecken ein, doch die Kinder entdeckten auf den Bilderbuchseiten noch viele andere gruselige Dinge, zum Beispiel einen gespenstischen „Schrank mit Augen“.

Zum Abschluss der Vorlesestunde bekamen alle Kinder eine Tüte der Aktion „Lesestart“, die neben dem besagten Buch auch eine mehrsprachige Informationsbroschüre für Eltern mit Tipps zum Vorlesen enthält. Damit sollen bei den Kindern möglichst früh Spaß und Freude an Büchern geweckt werden, denn „in Deutschland gibt es ganz viele Kinder, die nicht richtig Lesen lernen“, erzählt Sabine Züll von der Gemeindebücherei Kall.

„Es lesen immer weniger Eltern vor“, bestätigt auch Kindergartenleiterin Gaby Müller. Tatsächlich ergab die wissenschaftliche Begleitung der Aktion „Lesestart“, dass vier von zehn Eltern keine Bücher mit ihren Kindern lesen. Auch deshalb wird inzwischen viel im Kindergarten „Grünschnabel“ gelesen. Für die Adventszeit ist geplant, jede Woche eine Weihnachtsgeschichte vorzulesen.

Die Vorlesestunde im Familienzentrum entspricht der zweiten Stufe der Aktion Lesestart, die sich an Kindergartenkinder richtet. In der ersten Stufe sollen Babys und Kleinkinder über ein Lesestart-Set bei den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt erreicht werden, während die dritte Stufe sich an Schulkinder richtet.

Deutschlandweit nehmen 4500 Bibliotheken an dem Projekt teil, die jeweils die Hälfte aller den Altersgruppen entsprechenden Kinder mit den Lesestart-Sets versorgen sollen. Finanziert wird das ganze vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, während die Durchführung von der Stiftung Lesen übernommen wird.

In Kall hat Sabine Züll inzwischen fast alle der 150 Bücher-Sets verteilt. „Unsere Bücherei ist sehr bemüht, eine Vorreiterrolle zu übernehmen“, erzählt Bürgermeister Radermacher. Die Büchereileiterin weiß: „Je früher man anfängt, desto größer ist der Langzeiteffekt. Lesen ist wichtig für die kindliche Entwicklung, denn es fördert die Neugier und die Fantasie.“

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Ein symbolisches Band quer über die Ortsdurchfahrt Rinnen durchschnitten Bernd Becker vom Planungsbüro PE Becker, Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher, Norbert Backes von der Firma „Backes Bau und Transporte“ sowie Andreas Groß vom Landesbetrieb Straßen.NRW (7. bis 9. von links). Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Den Zeitplan unterschritten v. Dezember 2014

Durchgangsstraße Rinnen vom Landesbetrieb Straßen.NRW offiziell abgenommen – Gesamtkosten inkl. Nebenstraßen in Höhe von 3.300.000 Euro – Aktuell wird bis voraussichtlich Mitte 2015 Michaelstraße ausgebaut

 

Kall-Rinnen – Die Rinnener Ortsdurchfahrt wurde heute vom Landesbetrieb Straßen.NRW offiziell abgenommen. „Damit haben wir den Zeitplan sogar unterschritten“, freute sich Bürgermeister Herbert Radermacher kurz bevor er gemeinsam mit Andreas Groß vom Landesbetrieb, dem Geschäftsführer des beauftragten Planungsbüros PE Becker, Bernd Becker, sowie Norbert Backes, einer der Geschäftsführer der Firma „Backes Bau und Transporte“ das symbolische Band durchtrennte. Und tatsächlich: Obwohl in der Planung vorgesehen war, dass die die Kanal- und Straßenbauarbeiten an der Sötenicher Straße (L 203, Ortsdurchgangsstraße) sowie den angrenzenden Stichstraßen Im Siefen, Hellenberg und Kreuzgasse von Juni bis Dezember dauern sollten, rollt der Verkehr bereits seit rund vier Wochen wieder durch die Kaller Ortschaft. 

 

Ein großes Kompliment machten alle Beteiligten den Anliegern, die trotz zeitweiliger Vollsperrung und Umleitungen viel Verständnis gezeigt hatten. „In diesem Sinne freue ich mich auch besonders, dass durch die Verschlankung der Fahrbahn am Ortseingang und Ortsausgang eine Geschwindigkeitsreduzierung im Ortskern erreicht werden konnte“, so Bernd Becker. In der Vergangenheit hatten sich Anwohner häufiger über deutlich zu schnelle Fahrer und das damit verbundene Unfallrisiko insbesondere für Kinder beschwert.

 

Norbert Backes‘ Dank galt auch der Kaller Verwaltung sowie dem Planungsbüro: „Mit beiden läuft die Zusammenarbeit immer hervorragend.“ Wichtige Punkte, ergänzte er, habe man immer rasch und unbürokratisch klären können. Bürgermeister Radermacher brachte es schließlich auf den Punkt: „Für die Rinnener Ortsdurchfahrt wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein guter Weg gefunden.“

 

Gleiches gilt auch für die Nebenstraßen Im Siefen und Hellenberg, die bereits fertiggestellt sind, in Kürze folgt die Holzgasse. „Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3.300.000 Euro“, berichtete Roland Huppertz. Der Techniker im Kaller Tiefbauamt, dem der Bürgermeister sein Lob für den reibungslosen Ablauf der Baumaßnahme aussprach, fasste weiter zusammen: „1.900.000 Euro der Gesamtsumme entfallen auf die Kanalisation. Die Kosten wurden im öffentlichen Bereich zu 80 Prozent und auf den Grundstücken zu 50 Prozent vom Land NRW gefördert.“ Weitere 950.000 Euro, so Huppertz, seien in den Ausbau der Ortsdurchfahrt sowie in die Sanierung der Fahrbahndecke außerhalb des Ortes in Richtung Sistig geflossen. Diese Summe wurde komplett vom Landesbetrieb als Eigentümer der L 203 übernommen. Schließlich flossen 450.000 Euro, die je zur Hälfte von der Gemeinde Kall und den Anliegern getragen wurden, in die Nebenlagen.

 

Ebenfalls durch die Firma Backes wird nun seit Mitte November die Michaelstraße saniert. Die Baumaßnahme wurde mit rund 1.500.000 Euro veranschlagt, wovon 900.000 Euro in den Kanalbau und 600.000 Euro in den Straßenbau inklusive Beleuchtung fließen sollen. Die Arbeiten sollen Mitte 2015 abgeschlossen werden.

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Als Zeichen gemeinsamer Trauer aber auch der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft wurden die 170 EuropaKreuze einen Nachmittag lang auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag aufgestellt. Foto: Manos Meisen/pp/Agentur ProfiPress

EuropaKreuze vor dem Reichstag v. Dezember 2014

EuropaKreuze auf Reisen bis nach Polen und Berlin – Installationen vor dem Reichstag und der Neuen Wache – Weitere Ausstellungen für 2015 geplant

Berlin/Kall-Steinfeld - Ein Holzkreuz in den Farben der Europafahne, wo Gelb und Blau zum Grün der Hoffnung werden, während Sand und Steine den beschwerlichen Weg der Hoffnung markieren. Gekrönt von Stacheldraht, Symbol für die Schützengräben des Ersten Weltkriegs wie auch für den Tod Jesu Christi und die damit verbundene Auferstehung. Als eines von 170 Holzkreuzen gehörte das Kreuz von Michael Thelen und seinen Schulkameraden am Hermann-Josef-Kolleg der Salvatorianer in Steinfeld zu den Installationen, die anlässlich des Volkstrauertags auch in Berlin zu sehen waren.

Die bunt bemalten EuropaKreuze, die symbolisch für die rund 17 Millionen Opfer des Ersten Weltkrieges stehen, sind Teil eines europäischen Kulturprojektes, unterstützt von Schirmherrin und NRW-Europaministerin Dr. Angelica Schwall-Düren. Sie waren zusammen von den Jugendlichen des Hermann-Josef-Hauses in Urft und den Schülern des Hermann-Josef-Kollegs in Steinfeld geschaffen worden.

Nach den ersten zwölf Stationen in Belgien und Frankreich führte der zweite EuropaKreuzWeg die Jugendlichen und ihre Kreuze nun nach Polen und Berlin. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir mit ein paar Kreuzen so viele Menschen erreichen können“, erzählt Michael Thelen.

In Polen wurden die Kreuze unter anderem in der internationalen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau/Krysowa bei Breslau gezeigt, sowie in der Warschauer Galerie des Künstlerverbandes ZPAP zur Finissage der Ausstellung „Europa Polen: Bilder“. Von dort aus wurden sie nach Berlin transportiert, wo die Kreuze auf dem „Platz der Republik“ vor dem Reichstag installiert wurden.

Über vier Tage reisten neun der beteiligten Jugendlichen mit Kurator Guy Féaux de la Croix, Mitinitiator Prof. Dr. Jonas Andermahr, Schulleiter Heinrich Latz und seinem Stellvertreter Willi Frauenrath nach Berlin, um dort an den Ausstellungen sowie an der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Bundestag teilzunehmen.

Nach einem Gespräch mit Staatssekretärin Hella Dunger-Loeper nahm die Gruppe an der Ausstellungseröffnung in der Berliner Herz-Jesu-Kirche teil, in der die EuropaKreuze als Zeichen gemeinsamer Trauer aber auch der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft vorstellte. Im Anschluss wurden die bunten Kreuze vor der Zentralen Gedenkstätte, der Neuen Wache in Berlin Mitte, installiert. „Es war unglaublich, wie viele Leute dort angehalten haben, um Bilder zu machen oder die Bedeutung der Kreuze zu erfragen“, erzählt Schülerin Johanna Toussaint.

Bei der Gedenkveranstaltung im Bundestag, ausgerichtet durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, sprach der ehemalige israelische Botschafter Avi Primor von einer Bewusstseinsveränderung in Deutschland. Heute seien die Deutschen in Sachen Erinnerung und Gewissenserforschung weltweit vorbildlich. „Wo haben Sie jemals weltweit eine Nation gesehen, die Denkmäler baut, um sich an die eigene Schande, an das eigene Verbrechen zu erinnern und um die Erinnerung an die eigene nationale Schande zu verewigen?“

Der evangelische Theologe Nikolaus Schneider betonte, dass das Projekt alle Konfessionen angehe. So hat beispielsweise Johanna Toussaint ihr Kreuz mit schwarzen und roten Flammen gestaltet, die in einen blauen, weißen und schließlich gelben Himmel münden, der bis in das Reich Gottes reicht. Was am Boden als Stacheldraht beginnt, wird nach oben hin zum Stamm einer Rose mit weißen Blüten.

„Jeder von uns hatte schon etwas vom Ersten Weltkrieg gehört, aber jetzt haben wir ihm ein Gesicht gegeben“, erzählt Johanna Toussaint. Nicht nur geschichtliche Texte, sondern auch die Erfahrungen und Leiden einzelner Personen, die im Unterricht behandelt wurden, machten die Geschehnisse für die Jugendlichen authentisch. „Da die meisten Autoren den Krieg selbst miterlebt haben, kann man sich vorstellen, dass das alles wirklich passiert ist“, so Schülerin Liline Meisen.

Dokumentiert wurden die Installationen von dem Fotografen Manos Meisen. Schon im Frühjahr steht wieder eine Ausstellung an, wenn in Oberhausen verschiedene Projekte zum Ersten Weltkrieg präsentiert werden. Liline Meisen ist froh, dass die EuropaKreuze und ihre Bedeutung so viel Aufmerksamkeit bekommen: „Das denkt man gar nicht, aber eine kleine Schule kann viel erreichen.“

pp/Agentur ProfiPress


Über insgesamt 6.000 Euro vom Kiwanis Hilfsfonds Nordeifel können sich sieben Jugendeinrichtungen in der Nordeifel freuen. Im Urfter Her-mann-Josef-Haus fand die Scheckübergabe statt. Foto: Alice Gemp-fer/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Pfadfinder teilen Spende v. Dezember 2014

Kaller Pfadfinder und Jugendraum sowie Hermann-Josef-Haus in Urft  freuen sich über Spende - Kiwanis Club Nordeifel verteilt  Zuwendungen über 6.000 Euro an insgesamt sieben Jugendeinrichtungen im Südkreis

Kall-Urft - Den Einsatz für die jungen Menschen vor Ort in der Eifel pflegt der Kiwanis Hilfsfonds Nordeifel inzwischen seit 14 Jahren. Die Kiwaner weltweit haben sich vor allem die Förderung der Entwicklung von Jugendlichen, Kindern und deren Umfeld zur Aufgabe gemacht. „Für uns hier in der Nordeifel bedeutet das, dass wir insbesondere antreten, um etwas für junge Menschen aus der Region zu tun“, so Hajo Heinen, der Präsident des Kiwans Hilfsfonds Nordeifel.

Dass die Kiwaner ihren Worten auch Taten folgen lassen, zeigte sich jetzt einmal mehr bei einer Scheckübergabe im Urfter Hermann-Josef-Haus. Über insgesamt 6.000 Euro durften sich dabei sieben Jugendeinrichtungen in der Nordeifel, drei von ihnen aus dem Kaller Gemeindegebiet, freuen.

Zuwendungen in Höhe von je 1.000 Euro erhielten das Hermann-Josef-Haus in Urft, die Kleine Offene Tür „Jo4you“ in Mechernich (Anja Lehmann und Gunnar Simon), die Kleine Offene Tür „Point“ in Hellenthal (Helmut Woelk), die Teiloffene Tür in Schleiden  (Pfarrer Philipp Cuck) und das Kolosseum in Gemünd. Ebenfalls bedacht wurden die Kaller Pfadfinder Sankt Georg, die von sich aus nicht die volle Fördersumme von Kiwanis in Anspruch nahmen. Einen Teilbetrag erhielt daher der Jugendraum Kall (Pfarrer Hans Joachim Hellweg).

Aus Mechernich waren Anja Lehmann und Gunnar Simon von der Kleinen Offene Tür „Jo4you“ nach Urft gekommen: „Wir können die Spende gut für die nächste »Kinderstadt Mecki« gebrauchen“, freute sich Lehmann. Das Sommerferienprojekt, bei dem Kinder spielerisch lernen „wie Erwachsene“ zu leben, war 2014 ein so großer Erfolg, dass es wiederholt werden soll.

Für die Urfter Jugendhilfeeinrichtung Hermann-Josef-Haus berichtete Rainer Zimmermann, wofür die 1000 Euro verwendet werden sollen: „Die Spende fließt in unsere Arbeitsprojekte.“ In diesen werden die Jugendlichen bereits sehr früh an das Arbeitsleben herangeführt. Sie haben die Möglichkeit, spezielle Qualifikationen wie einen Gabelstapler- oder einen Kettensägenführerschein zu erwerben, und somit ihre Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu erhöhen.

Die Kaller Pfadfinder möchten mit ihrem Spendenanteil Kindern aus sozial schwachen Familien die Teilnahme am Sommerlager ermöglichen. Für die Kaller Pfarrjugend (Jugendraum Kall) bedankte sich die Kirchenmusikerin Holle Goertz für die Unterstützung, die dem Jugendchor zugutekommen soll, der unter anderem jedes Jahr ein Kindermusical aufführt.

„Im vergangenen Jahr“, so Hajo Heinen, „haben wir rund 20.000 Euro für Kinder und Jugendliche aus der Region ausgegeben.“ Eingenommen wurde das Geld auf unterschiedliche Weise, wie der Präsident Hajo Heinen berichtete. Zum einen fließe der Erlös ehrenamtlich organisierter Veranstaltungen wie des Verpflegungsstands bei der „Kaller Herbstschau“ komplett in den guten Zweck. Auch erreichten die Kiwaner regelmäßig Einzel- und andere Spenden etwa anlässlich von runden Geburtstagen.

Kiwanis wurde 1915 in Detroit (USA) gegründet, wobei der Name auf die Sprache der Ureinwohner zurück geht und nach Darstellung des Vereins so viel bedeutet wie „Wir handeln gern, wir finden Freude daran.“ Weltweit gibt es mehr als 600.000 Kiwanier in fast 100 Ländern. Deutschlandweit sind rund 3300 Mitglieder in rund 145 Kiwanis-Clubs organisiert.

pp/Agentur ProfiPress


Bei der Kinderlesung zum bundesweiten Vorlesetag konnten die Kinder in der Gemeindebücherei Kall die Abenteuer von „Shabbaz“ im Drachenland miterleben. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Vorlesetag im Drachenland v. November 2014

Bundesweiter Vorlesetag auch in der Gemeindebücherei Kall – Kinderbuchautorin Jana Engels las aus ihrem neuen Buch „Shabbaz“ – Aktion soll deutschlandweit zum Vorlesen animieren

Kall - Spitze Ohren und ein Kugelbauch – das ist Shabbaz, der Kobold. Von seinen spannenden Erlebnissen erzählt Jana Engels neuestes Kinderbuch „Shabbaz – Abenteuer im Drachenland“. Ihre Premierenlesung hielt sie vor einem Dutzend Kinder in der Gemeindebücherei Kall. Anlass der Kinderlesung war der bundesweite Vorlesetag am 21. November, bei dem in ganz Deutschland Bücherfreunde und Prominente aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen.

Seit mehreren Jahren ist der Vorlesetag ein fester Termin im Kalender der Kaller Autorin. Sie unterstützt diesen Tag, an dem manche Kinder zum ersten Mal mit bekannten Buchklassikern in Berührung kommen. „Viele Kinder wissen zum Beispiel gar nicht, wer Astrid Lindgren oder Erich Kästner sind.“

Auch Bibliotheksleiterin Sabine Züll bestätigt, dass Eltern ihren Kindern immer seltener vorlesen. „Es ist so wichtig, dem entgegenzuwirken. Deshalb soll der Vorlesetag dazu animieren, mehr vorzulesen.“ Die Gemeindebücherei Kall hat inzwischen ein enges Netzwerk unter anderem mit der angrenzenden Grundschule geknüpft.

So werden regelmäßige Besuche in der Bibliothek und auch Kinderlesungen gerne von der Offenen Ganztagsschule angenommen. „Anfangs waren unsere Vorlesestunden mit den Kindern sehr unruhig, aber inzwischen werden sie immer ruhiger. Sie hören jetzt intensiver zu, und das Interesse an den Geschichten wird größer“, erzählt Sabine Züll.

Auch Jana Engels ist schon lange keine Unbekannte mehr in der Kaller Bücherei. Seitdem sie 2010 ihr erstes Kinderbuch veröffentlichte, ist sie sozusagen Stammgast in der gemütlichen Atmosphäre zwischen den Bücherregalen. Hier liest sie regelmäßig vor und bringt dazu auch gerne ihre eigenen Kinder mit.

Ihr neuestes Kinderbuch „Shabbaz – Abenteuer im Drachenland“ mit Illustrationen von Svenja Gillessen ist im September erschienen. Es handelt von dem frechen Kobold Shabbaz, der durch ein Unwetter von seiner Mutter getrennt wird. Auf der langen Heimreise lernt er einen kleinen Bären kennen und schlittert geradewegs in ein Abenteuer. Denn natürlich wollen die beiden Freunde helfen, als der böse Zauberer Urul die Drachendame Merelda entführt. Hilfe bekommen sie von dem Wunschflumm, einem Zauberwesen, das jedem einen Wunsch gewährt, wenn er nur das Rätsel des Flumms löst.

Anregungen für ihre fantasievollen Geschichten findet Jana Engels in ihrem familiären Umfeld. Ihr erstes Kinderbuch schrieb sie zunächst, um ihre Kinder beim Lesenlernen zu unterstützen. Seitdem beschäftigte sich die vierfache Mutter wieder häufiger mit dem Schreiben und bietet ab Freitag, 12. Dezember, auch zum wiederholten Mal eine Schreibwerkstatt in der Gemeindebücherei Kall an.

Kinder und Jugendliche zwischen zehn und vierzehn Jahren können dort Geschichten schreiben und sogar illustrieren. Höhepunkt der über elf Wochen gehenden Schreibwerkstatt wird ein Ausflug in das Kriminalhaus in Hillesheim sein, wo Krimiautor und Verleger Ralf Kramp den Weg der fertigen Geschichte bis zur Veröffentlichung erklärt.

Die Schreibwerkstatt startet am Freitag, 12. Dezember und findet von da an immer freitags, von 16 bis 17.30 Uhr statt. Anmeldungen nimmt die Gemeindebücherei Kall unter Tel. 0 24 41/77 95 52 oder per Email an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik entgegen.

pp/Agentur ProfiPress


Sie haben die Neukonzeption des Kaller Gemeindearchivs eng begleitet und erfassen alle Daten mit einem speziellen Computerprogramm: Silke Kleinsimon (v.r.), Adrian Kniel und Angelika Käs. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Neues Konzept fürs Gemeindearchiv v. November 2014

In Zusammenarbeit mit Landschaftsverband Rheinland wurde Archiv der Gemeinde Kall neu konzipiert – Verbesserte Möglichkeiten für Bürger und örtliche Geschichtsforschung – Mitarbeiter geschult

 

Kall – Das Kaller Gemeindearchiv wurde in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) neu konzipiert und optimiert. „Wir freuen uns, dass das Archiv nun dem einzelnen Bürger wie auch der örtlichen Geschichtsforschung noch bessere Möglichkeiten bietet“, so Bürgermeister Herbert Radermacher.

 

Wichtigste Neuerung: Seit Juli kann im Kaller Archiv auch elektronisch recherchiert werden. Das bedeutet nicht zuletzt, dass Anfragen nun deutlich schneller bearbeitet werden können. Die Gemeinde kann ihren Bürgern nun einen umfassenden Geschichtsservice bieten, zugleich kann die Verwaltung selbst zügiger auf benötigte Akten zugreifen. Um dies zu realisieren, wurde mit finanzieller Unterstützung des LVR eine spezielle Software angeschafft. Georg Bermüller, ein sich im Ruhestand befindender IT-Spezialist des LVR, hatte es ehrenamtlich übernommen, das System umzustellen und die Daten zu überführen.

 

Aufbereitet wurden in den vergangenen 18 Monaten insbesondere drei Bereiche. Zum einen historische Dokumente der Gemeinde Kall vor der kommunalen Neugliederung im Jahr 1969, die rund 2400 Akten umfassen. Die älteste vorliegende Quelle ist ein Protokollbuch der Gemeindeverwaltung aus dem Jahr 1850. Der zweite Bereich betrifft die rund 1600 Akten zählenden historischen Daten nach 1969. Darunter sind auch zahlreiche historische Fotos, die derzeit noch erfasst werden. Schließlich betrifft der dritte Bereich das Verwaltungsarchiv mit über 2100 Akten.

 

Möglich wurde dies im Rahmen einer intensiven Beratung und Betreuung durch die zuständige LVR-Fachdienststelle, die Archivberatungs- und Fortbildungszentrale. Über 21 Monate lang hatte Angelika Neugebauer vom LVR an der Neukonzeption gearbeitet und die zuständigen Mitarbeiterinnen der Kaller Verwaltung, Silke Kleinsimon und Angelika Käs, in die Fachaufgaben eingewiesen. Der LVR-Fachdienst ist in Pulheim ansässig und berät 179 Kommunen in archivarischen Fragen.

 

Seit Jahresbeginn haben Kleinsimon und Käs noch Verstärkung erhalten: Adrian Kniel unterstützt nun – anfangs als Praktikant und nun im Rahmen einer von den Nordeifelwerkstätten vermittelten Maßnahme - das Kaller Gemeindearchiv. Alle drei Mitarbeiter/innen sind wahre Archivfans. Silke Kleinsimon: „Mir gefällt besonders, dass man hier im Archiv ganz nebenbei so viel lernt – nicht nur über die Verwaltung selbst, sondern auch über das historische Zeitgeschehen in Kall.“ Angelika Käs geht es ähnlich: „Als Kaller Urgestein und nach 42 Jahren hier in der Verwaltung habe ich vieles, was hier im Archiv erfasst ist, noch selbst miterlebt und gesehen“, berichtet sie. Daher kann sie auch oft weiterhelfen, wenn es darum geht, ein Ereignis einzuordnen oder ein Gebäude zu identifizieren. Adrian Kniel gefällt es besonders, die Daten einzugeben. „Ich arbeite sehr gerne am PC“, sagt er.

 

Das Archiv der Gemeinde Kall ist öffentlich, Besuche sind nach Terminabsprache jederzeit möglich. Mit der Neukonzeption wurden auch die technischen Voraussetzungen geschaffen, eine Übersicht über alle Daten über das Archivportal www.archive.nrw.de auch im Internet zugänglich zu machen.

pp/Agentur ProfiPress

Die Archivmitarbeiter/innen Adrian Knie, Angelika Käs und Silke Kleinsi-mon (1., 2. und 4. von links) mit Dr. Hans-Werner Langbrandtner und Angelika Neugebauer (3. und 5. von links) vom LVR sowie dem Fachbereichsleiter Michael Heller. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Zwei Gesamtschulen im Südkreis v. November 2014

Die Bürgermeister der Kommunen Blankenheim, Kall, Mechernich und Nettersheim beschließen friedliche Koexistenz und Kooperation ihrer Gesamtschulen sowie gemeinsame Schulentwicklungsplanung – Zweckverband soll Widerspruch zurückziehen – Positive Beeinflussung der Schülerströme durch sich ergänzende Fächerkombinationen und „außerschulische Lernorte“ wie Mechernicher Museen, Nettersheimer Naturschutzzentrum und ein geplanter „Schulbauernhof“

Kall/Mechernich/Nettersheim/Blankenheim – Vier Kommunen mit zwei Gesamtschulen in friedlicher Koexistenz, die sich gegenseitig helfen und unterstützen, und das in der Eifel. Das klingt nach einer Geschichte aus Tausend und einer Nacht, ist aber seit heute greifbar nahe Realität in den Kreis Euskirchener Nachbarkommunen Blankenheim, Kall, Mechernich und Nettersheim.

Nach einer gemeinsamen Sitzung im Kaller Rathaus gaben die Bürgermeister Herbert Radermacher, Dr. Hans-Peter Schick, Wilfried Pracht und Rolf Hartmann heute Nachmittag eine Presseerklärung ab, in der sie ihre künftige Zusammenarbeit und gemeinsame Schulentwicklungsplanung bekanntgaben.

Ziel ist es, beide Gesamtschulen, die bereits bestehende der Gemeinden Blankenheim und Nettersheim, und die in Gründung befindliche neue Gesamtschule Mechernich/Kall miteinander zu vernetzen und auf Sicht mit überlebensfähigen Schülerzahlen zu versorgen.

Die Bürgermeister Hartmann und Pracht wollen der Schulzweckverbandsversammlung kommenden Montag vorschlagen, den vorsorglich eingelegten Widerspruch gegen die Gesamtschule Mechernich/Kall zurückzuziehen.

Vorgespräche beim RP in Köln

Stattdessen wollen sie die Kommunalpolitiker dann auf den neuen regionalen Konsens einschwören, den die vier Bürgermeister nach Vorgesprächen beim Kölner Regierungspräsidenten heute in Kall gefunden haben.

Sie beschlossen den regionalen Konsens in Schulfragen und wollen die Schülerzahlen und demografischen Veränderungen der nächsten Jahre gemeinsam nicht nur im Auge behalten, sondern da, wo es möglich ist, auch Schülerströme positiv beeinflussen, um  beide Gesamtschulen langfristig auf sichere Füße zu stellen.

Absprachen und Zusammenarbeit sollen sich nicht auf eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung beschränken. Auch an eine Kooperation der künftigen Oberstufen in Nettersheim und Mechernich ist gedacht. Seltene Fächer oder Fächerkombinationen sollen gemeinsam und wechselseitig für das gesamte Gesamtschul-Einzugsgebiet angeboten werden.

Außerdem denkt man an die Einbindung sogenannter „außerschulischer Lernorte“ in das gemeinsame Gesamtschul-Programm. Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick nannte das Naturschutzzentrum Nettersheim sowie Bergbau- und Freilichtmuseum Mechernich als Beispiele, der Nettersheimer Verwaltungschef Wilfried Pracht einen Schulbauernhof, wie ihn die Gemeinde im Grünen einrichten könnte.

Positive Signale an die Eltern

Der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher, Gastgeber des historischen Schulbündnisses vier Eifeler Kommunen mit künftig zwei Gesamtschulen an vier Schulstandorten, zeigte sich zuversichtlich, dass sich die neue Einigkeit in Schulfragen positiv auf die Anmeldezahlen für die Sekundarschule Kall/Mechernich beziehungsweise die künftige Gesamtschule am Standort Kall auswirken wird.

Auch Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann geht davon aus, dass sich beide Gesamtschulen zusätzlich durch Rückkehrer von den Gymnasien in Klasse 7 mittelfristig mit stabilen Schülerzahlen konsolidieren. Aufgrund der von der Stadt Mechernich erstellten Schulentwicklungsplanung, die auch von der Bezirksregierung so akzeptiert wird, geht man am Standort Mechernich von einer Vier- bis Fünfzügigkeit mit der Sekundarstufe 1 und 2 (Oberstufe) und am Standort Kall von einer Zweizügigkeit aus.

Die Gesamtschule Blankenheim-Nettersheim soll vierzügig bleiben, wobei hier aufgrund der horizontalen Gliederung die Unter- und Mittelstufe in Blankenheim und die Oberstufe in Nettersheim eingerichtet wird.

Bürgermeister Wilfried Pracht sagte: „Es gibt im Südkreis Bedarf für eine zweite Gesamtschule. Und wir müssen neidlos akzeptieren, dass das dem klaren Elternwillen entspricht!“ Die Bürgermeister sind sich einig, dass beide Gesamtschulen Bestand haben und sicher, dass die in Kall ausstehende Elternbefragung zu dem gewünschten und auch erwarteten Ergebnis führt und die friedliche Koexistenz und Kooperation beider Eifeler Gesamtschulen vom RP genehmigt wird.

Erst ab 2020 rechnen die Bürgermeister Schick und Radermacher im Südkreis mit demografisch bedingten signifikanten Rückgängen der Schülerzahlen.

pp/Agentur ProfiPress

 

 


Bürgermeister Herbert Radermacher inthronisierte die neuen Kaller Narrenherrscher. Der Rathaus-Chef hatte die Schirmherrschaft über das Jubiläum übernommen. Foto. Miru/pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeister glänzte in der Bütt v. November 2014

„Löstige Bröder“ feiern ihr 111-jähriges Bestehen – Gelungener Auftakt mit Ehrungen und der Proklamation des Prinzenpaares Hans II. und Gabi I. ( Lambert) – Lara Blatt ist Jugendprinzessin

 

Kall - So hat man den Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher im Kaller Karneval noch nicht erlebt. Beim Jubiläumsabend anlässlich des 111-jährigen Bestehens des Karnevalsvereins „Löstige Bröder“ gab das Gemeindeoberhaupt in der Bürgerhalle ein gelungenes Debüt als Büttenredner. Mit einem Regenschirm Schirm in den rot-weißen Vereinsfarben des Jubiläumsvereins ausstaffiert, brillierte Radermacher mit einer Rede, in der er die mehr als elf Jahrzehnte lange Geschichte der Karnevalisten Revue humorvoll passieren ließ.

Knapp 400 Festgäste stellten fest, dass der Bürgermeister, der die Schirmherrschaft über das Jubiläum der „Löstige Bröder“ übernommen hatte, sichtlich selbst großen Spaß in seiner Rolle als Büttenredner hatte: „Sie haben es geschafft, den Bürgermeister in die Bütt zu bekommen“, rief er anschließend den Karnevalisten zu. Radermacher dankte dem Verein aber auch für die Unterstützung der Jugendeinrichtung „Schüler“, der die Löstigen Bröder drei Euro je Eintrittskarte zukommen lassen.

Es war ein Sessionsauftakt nach Maß, den die Kaller in der Bürgerhalle erlebten. Im Mittelpunkt des fünfstündigen Programms standen die Proklamationen der Tollitäten.

Mit den Kallbachmückchen, den Kallbachmücken, der Showtanzgarde, der Prinzengarde und den Rotröcken gestalteten zahlreiche vereinseigene Kräfte den Geburtstagsabend mit. Die Musikkapelle Kall spielte während des offiziellen Teils auf. Heribert Kaptain, der Präsident des Regionalverbandes Düren(RVD), erschien in Begleitung seines Stellvertreters Norbert Niebes und überreichte dem Vorsitzenden Werner Keutgen zum Jubiläum eine Urkunde des RVD. Kaptain bezeichnete den 111. Geburtstag als ein Ereignis, das ihm Karneval selten sei. Kall sei eine Karnevalshochburg, in der die Menschen dem närrischen Brauchtum treu geblieben seien.

Mit dem Intermezzo-Theater mit Johnnie Wegmann und Stefan Kupp präsentierte Moderator Ralph Drehsen ein Künstler-Duo, das das Geschehen der vergangenen 111 Jahre auf eine ganz besondere Art zurückspulte. In monatelanger Arbeit hatte Musiker-Urgestein Johnnie Wegmann eine musikalische Betrachtung der 111-jährigen Geschichte geschrieben. Da konnten selbst zwei Stromausfälle - verursacht durch einen Kabelschaden am Kühlwagen vor der Halle - das Intermezzo-Theater nicht aus der Fassung bringen:  „Wir schreiben das Jahr 1945 - es gibt wieder Strom“, setzt Johnnie Wegmann seinen historischen Vortrag nach der zweiten Unterbrechung schlagfertig fort.

Danach hatten Präsident Werner Keutgen und dessen Stellvertreterin Trixi Haseleu auf der Bühne alle Hände voll zu tun: Es galt eine große Anzahl treuer Karnevalisten zu ehren, die dem Verein seit mehr als 44, 33 oder 22 Jahren angehören.

Den Ehrungen folgten die Proklamationen der Jugendprinzessin Lara II. (Blatt) und des Prinzenpaares Prinz Hans II. (Lambert) und Gabi I. im Funkenregen von fast vierhundert Wunderkerzen. Nach dem Einmarsch des großen Prinzenpaares musste so mancher im Saal erkennen, dass er auch diesmal wieder mit seinem Tipp, wer wohl Prinz in Kall werde, falsch gelegen hatte.

Jugendprinzessin Lara II. besucht die achte Klasse der Gesamtschule in Weilerswist. Sie tanzt seit 2007 in den Garden des Vereins und derzeit bei den Kallbachmückchen, denn ihre Hobbys sind tanzen, malen und Musik hören. Schon seit Jahren hatte sie den Wunsch Prinzessin zu werden und hat dafür sogar ihr Kommuniongeld gespart. Lara führt seit Jahren auch durch die Kindersitzung der Löstige Bröder. Sie möchte einmal Kinderkrankenschwester werden und später vielleicht in einem Kindergarten mit behinderten Kindern arbeiten.

Prinz Hans II. wohnt seit 30 Jahren in Kall und ist seit 28 Jahren selbständiger Elektromeister. Er ist seit Mai 1993 Mitglied der „Löstige Bröder“. Er ist auch in anderen Vereinen tätig und Vorsitzender des Kaller Sportclubs. Prinzessin Gabi I. ist Versicherungskauffrau. Für sie geht der lang gehegter Wunsch in Erfüllung, einmal Karnevalsprinzessin in Kall zu sein. Das Prinzenpaar ist seit 21 Jahren verheiratet. Tochter Denise ist ebenfalls dem Karneval sehr zugetan.

Mit einem, von den Kallern mit Spannung erwarteten Vortrag brachten die Rotröcke des Vereins mit dem Pianisten Stefan Kupp das 64 Jahre alte Kaller Karnevalslied „Mir sen die löstije Bröder vun Kall“ wieder auf die Bühne. In der Session 1949/50 hatte der damalige Kappenfreund Mathias Reul die Vereins-Hymne geschaffen, die jedoch im Verlauf der Jahrzehnte in Vergessenheit geriet und inzwischen als völlig unbekannt galt. Den Kallern gefiel das Lied, so dass die „Chorknaben“ des Vereins es zweimal vortragen mussten.

Die Auftritte des Herrenballetts „Barbie Girls“ aus Effelsberg und des belgischen Büttenredners Werner Heck („Et Hühldöppe“) waren weitere karnevalistische Glanzpunkte, bevor die Showfanfaren aus Ripsdorf mit Musikzug und Showtanzgruppe ein musikalisches und tänzerischen Feuerwerk abbrannten.

Das offizielle Programm beendete die Showtanzgruppe der „Löstige Bröder“, die das Publikum im Saal mit akrobatischen Tänzen und Flugeinlagen begeisterte. Einen glanzvollen Schlusspunkt des Abends setzte die Band „Déjà Vue“, die kurz vor Mitternacht zu den Instrumenten griff, damit die Gäste noch einige Stunden das Tanzbein schwingen konnten.

pp/Agentur ProfiPress

 


500 begeisterte Menschen, manche mit Tränen in den Augen, spendeten am Sonntagabend nach einem furiosen Konzert im Gemünder Kurhaus dem Limburgs Fanfare Orkest unter der Leitung von Juri Briat stehend Applaus. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Standing Ovations im Kursaal v. November 2014

Furioses Gemeinschaftskonzert der Rheinischen Bläserphilharmonie und des Limburgs Fanfare Orkest zugunsten der Kaller Hilfsgruppe für tumor- und leukämiekranke Kinder im Gemünder Kurhaus – 500 Menschen waren begeistert und berührt zugleich

 

Kall/Gemünd – 500 begeisterte Menschen, manche mit Tränen in den Augen, spendeten am Sonntagabend nach einem furiosen Konzert im Gemünder Kurhaus stehend Applaus. Gegeben wurde es von zwei mit ambitionierten Nicht-Berufsmusikern besetzten Regionalensembles, den Besten der Besten in ihrer Instrumentierung.

„Das war nicht nur Bundesliga“, korrigierte Paul Schneider von der Hilfsgruppe Eifel den Lückerather Manni Lang als Moderator des Abends: „Das war weltmeisterlich!“  Dieses Kompliment galt nicht nur den am Ende mit Ovationen verabschiedeten 46 niederländischen und belgischen Musiker des „Limburgs Fanfare Orkest“ unter der Leitung des Profidirigenten und Musikpädagogen Juri Briat.

Schneiders Einstufung galt auch der Rheinischen Bläserphilharmonie unter der professionellen norwegischen Spitzendirigentin Inge Anda. Die 57 Musiker aus der Köln-Bonner Bucht, Eifel, Ruhrgebiet, Aachen und dem Koblenzer Raum sind wie die Limburger ein regionales Projektorchester. Die Musiker spielen normalerweise in anderen Musikvereinen, Brassbands, Orchestern und Formationen – kommen aber als Spitzenleute ihrer Zunft mehrmals jährlich zu sehr ambitionierten Proben und Auftritten zusammen.

Glehner „Mike“ Bartsch

knüpfte die Kontakte

Dass beide Ensembles erstmals zu einem Gemeinschaftskonzert antraten und dazu noch ohne Gage für die Hilfsgruppe Eifel spielten, war zwei Musikern zu verdanken. Zum einen dem Posaunisten und Berufsmusiker Michael „Mike“ Bartsch aus Glehn, der bereits eigene andere Projekte für die Hilfsgruppe Eifel veranstaltet hat.

Bartsch stellte für Willi Greuel, den Kopf der Kaller Hilfegruppe, die Verbindung zur Rheinischen Bläserphilharmonie her. Und der in Königswinter lebende Niederländer Rob Baltus, ein Kollege aus der Rheinischen Bläserphilharmonie, hatte die sich als grandios entpuppende Idee, auch das Limburgs Fanfare Orkest für eine Konzertteilnahme zu gewinnen, bei dem er selbst als Solist am Principal Euphonium musiziert.

Willi Greuel eröffnete

großen Konzertabend

Der große Konzertabend wurde von Willi Greuel eröffnet. Er dankte den Ensembles, aber auch dem Publikum und den Eifelern überhaupt, dass sie die Hilfsgruppe und ihre Schutzbefohlenen so nachhaltig und treu unterstützen. Insbesondere bilanzierte Greuel die aktuelle und bereits vollzogene Typisierungsaktionen der Kaller Hilfsgruppe, bei denen sich bis heute 22.000 Eifeler als potenzielle Knochenmarkspender und Lebensretter typisieren ließen. Fast 800 haben tatsächlich bereits gespendet und möglicherweise anderen Menschen in 36 Ländern dieser Erde das Leben gerettet, so Greuel: Auch drei Niederländer waren unter den Empfängern . . .

Das Konzert stand unter dem Motto „Klangbilder“. Den furiosen Auftakt bildete ein Stück des amerikanischen Filmmusikkomponisten Rossano Gallante unter dem Titel „Raise oft he Son“ (Auferstehung des Sohnes). So heißt auch die erste CD der erst 2011 gegründeten Rheinischen Bläserphilharmonie, die die Konzertbesucher im Gemünder Kurhaus auch während der Pause käuflich erwerben konnten.

Es folgte „Imagasy“ von Thiemo Kraas, einem jungen Komponisten (*1984)  aus NRW, der als Schlagzeuger unter anderem in Ensembles wie der „Radiophilharmonie Hilversum“, der „Kammerphilharmonie Hamburg“ und der „Deutschen Bläserphilharmonie“ sowie im internationalen Projekt für Sinfonisches Blasorchester, „World of Winds“, spielte und spielt.

Blumen für Dirigenten von

Georg Schmitz und Claudia Esch

Hauptwerk des ersten Konzertteils mit der Rheinischen Bläserphilharminie war dann der Zyklus „Entornos“ (Gegenden) des spanischen Komponisten Amando Balanquer Ponsoda (1935 – 2005). Vor der Pause brillierten die rheinischen Spitzenmusiker unter norwegischem Dirigat dann noch mit einem Marsch von James Ord Hume.

Nach einer Zugabe gab es donnernden Applaus für die rheinischen Instrumentalisten, und Blumen aus den Händen des Hilfsgruppenmitarbeiters Georg Schmitz für Irene Anda, die als Dirigentin nicht nur die Rheinische Bläserphilharmonie leitet, sondern auch andere  europäische Orchester. Mit dem Sinfonischen Jugendblasorchester Madlamark wurde sie 2005  norwegischer Meister. Im selben Jahr  gewann Anda den Goldenen Dirigentenstab beim Norwegischen Dirigentensymposium.

Seit 2009 gibt Irene Anda auch selbst Dirigierkurse für den norwegischen Musikverband. In Deutschland ist sie unter anderem beim Symphonieorchester Stadtbergen verpflichtet und als Assistentin des 1. Kapellmeisters Rune Bergmann am Theater Augsburg. In den Niederlanden gastierte sie 2011 als Dirigentin bei der Royal Military Band „Johan Willem Friso“. 2013 übernahm Irene Anda als erste Frau die Leitung der European Youth Brass Band.

Moderator Manni Lang

lockerte mit Eifel-Ankedoten auf

Im zweiten Konzertteil brillierte das Limburgs Fanfare Orkest (LFO). Dieses Orchester, gegründet im Jahre 2001, ist eines der wichtigsten Fanfarenorchester der niederländischen Provinz Limburg und gehört zur Spitze der niederländischen Blasmusik.

Das „LFO“ veranstaltet jährlich vier interessante Musikprojekte, besteht aus Musikern der niederländischen und belgischen Provinzen Limburg, die sehr oft  Mitglieder von lokalen Blasorchestern, Brass Bands und Fanfarenorchestern sind. Allesamt Musiker auf qualitativ hohem Niveau.

„Bringt man sie zusammen, sucht interessante Podien und ein  herausforderndes  Repertoire und engagiert Spitzensolisten, so entsteht eine Art  »Bundesliga« für Musiker“, so Moderator Manfred Lang, der das internationale Repertoire beider Orchester mit einigen Anekdoten aus der Eifel auflockerte.

Er sagte, das Limburgs Fanfare Orkest zähle seit vielen Jahren zu den herausragenden Orchestern dieser Art in Europa. Wie die Rheinische Bläserphilharminie bestehe die Instrumentierung dieses Orchester ausschließlich aus Blasinstrumenten und Schlagwerk, jedoch ohne Klarinetten, Flöten, Fagotte und Oboen, deren Klangfarben bei den in Benelux beliebten und weit verbreiteten Fanfare-Orchestern andere Blechblasinstrumente wie Hörner, Flügelhörner, Kornette und Euphonien übernehmen. In Deutschland noch völlig unbekannt, so Lang, gebe es in Benelux 1000 Fanfaren-Orchester dieser Art.

Das Limburgs Fanfare Orchester unter Juri Briat spielte in Gemünd vor allem amerikanische Filmmusik, unter anderem „Hymn of the Highland“ von Philip Sparke, einem gebürtigen Londoner, Jahrgang 1951, Komponist, Trompeter und Musikverleger, der zu den ganz großen Komponisten für moderne Blasmusik gehört und mit dem als Dirigent die Limburger 2012  auch ein gemeinsames Projekt hatten.

Spark hat mit seinen Werken (Slipstream, Skyrider und Orient Express dreimal hintereinander für die BBC den Kompositionswettbewerb der European Broadcasting Union (EBU) gewonnen.

Es folgten „The Green Hill“ des Belgiers Bert Appermont mit Rob Baltus als Solist, „Adventure on Earth“ aus dem Film „E.T.“ von John Williams und „Symphonic Highlights from Frozen“, ebenfalls eine Filmmusik und zwar aus dem Walt-Disney-Streifen „Die Eiskönigin“.

Regimentskindermarsch

als zweite Zugabe

Als Zugabe spielte das Limburgs Fanfare Orkest nochmals den bombastischen dritten Satz aus Philipp Sparkes „Hymn of the Highland“ und den Regimentskindermarsch des Tschechen Julius Fucik. Dann bedankte sich Claudia Esch von der Hilfsgruppe Eifel mit einem Blumenstrauß bei Juri Briat, während das 500köpfige Auditorium stehend Applaus spendete.

Juri Briat, Jahrgang 1969, ist seit 2006 Dirigent des „LFO“ als Nachfolger von Rob van der Zee. Sehr jung fing er sein Musikstudium  am städtischen Konservatorium Mechelen und der städtischen Musikakademie Lier an. Die Trompete wurde sein  Hauptinstrument.

Bereits mit 23 Jahren hatte er mehrere Diplome (Trompete, Kammermusik  und Musikpädagogik) in der Tasche.  Dann studierte Briat am Brabants Conservatorium in Tilburg (NL) und erhielt dort mit 27 das  „Fachdiplom  für Lehr- und Konzertmusiker“.

Briat arbeitet als Musikpädagoge an der Akademie für Musik, Wort und Tanz in Beveren (B) und wird regelmäßig als Gastdirigent engagiert. Er ist unter anderem Ehrendirigent der Festival Brass Band, des  Vlaams Fanfare Orkest und von zahlreichen anderen Orchestern in Belgien.

pp/Agentur ProfiPress


Der Sänger und Musiker Johannes Mager (r.) und der Mundart-Artist Manni Lang treten am Freitag gemeinsam in Scheven in Aktion. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

„Ach, war datt fröher schön . . .“ v. November 2014

Freitag, 21. November, 19.30 Uhr: Johannes Mager und Manni Lang plaudern, spielen und singen im Schevener Dorfsaal

Kall-Scheven - Beide sind Journalisten, beide haben Bühnentalent, beide kommen aus dem rheinischen Karneval und beide treten zusammen mit einem Kleinkunstprogramm auf. Die Rede ist von Johannes Mager aus Euskirchen und Manni Lang aus Lückerath. Das Duo feierte im Frühjahr in der Reihe „Kultur om Dörp“ in der Alten Schule von Bleibuir mit seinem Programm vor ausverkauftem Haus eine aufsehenerregende Premiere. „Staubtrockener Humor und pralle Eifel-Wibbeligkeit“, urteilte die Presse.

Sogleich griff die Dorfgemeinschaft Scheven in der Person von Hans Reiff zu und verpflichtete den eher ruhigen Mager und den quirligen Lang für die neue Karnevalssession nach Scheven. Der Auftritt ist für Freitagabend, 21. November, ab 19.30 Uhr geplant, Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro, Karten gibt es unter 02441 - 1542

Der Abend im Schevener Dorfgemeinschaftshaus steht frei nach Willi Ostermann unter dem Slogan „Ach, watt war datt fröher schön . . .“ Und zwar nicht nur in Colonia, sondern auch in Eifel und Börde – und darüber hinaus.

Für die Richtigkeit dieser rheinischen Grundsatzthese treten Mager und Lang an diesem Abend den Beweis an mit Gedichten und Geschichten, Liedern und Balladen. Dabei bedienen sie sich eigener Werke, aber auch bekannter rheinischer Gassenhauer, beispielsweise eben auch aus der Feder von Willi Ostermann oder von Johannes Magers Großvater Willi Müßeler.

pp/Agentur ProfiPress

 


Dankbar nahmen die Kinder die Spenden in Empfang. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Eine neue Stoffbiene für Maria v. November 2014

Kaller Sozialkaufhaus „wirkstatt“ sammelte gebrauchte Spielsachen für Flüchtlingskinder aus Roggendorfer Elisabethhütte - Spenden in der Siedlung verteilt - Kinder freuten sich riesig - Weitere Spenden gewünscht

 

Kall/Mechernich-Roggendorf - Die vierjährige Maria hielt eine neue Stoffbiene fest, der fünfjährige Glorian freute sich über ein Malbuch. Es waren Momente, in denen die insgesamt zehn Kinder, die derzeit in der  Roggendorfer Elisabethhütte leben, mögliche Strapazen ihrer Flucht und alles, was sie davor erlebt haben mögen, vergaßen und sich einfach nur freuten. Der Grund war eine Spendenaktion, die das „Gemeinnützige Kaufhaus wirkstatt“ aus Kall und die Stadt Mechernich gemeinsam auf die Beine gestellt hatten.

Annemarie Pickartz, Leiterin der Kaller „wirkstatt“ und Guido Derichs von der Stadt Mechernich, öffneten ihren Kofferraum. Zutage kamen, in Kisten verpackt, Spielzeug, viele bunte Kinderbücher, Stofftiere, Malbücher, Brettspiele und vieles mehr. Pickartz hatte noch nicht alle Spenden-Kisten auf den Boden gestellt, da stöberten die Flüchtlingskinder schon nach neuen Spielsachen. „Das ist ein bisschen wie Weihnachten“, flüsterte die kleine vierjährige Maria. Sie kommt aus Albanien. Die vier Familien aus Russland, Albanien, Bosnien und dem Kosovo freuten sich über die Spenden. „Wir nehmen sie dankend an. Eine tolle Aktion“, bedankte sich Mutter Sadika Secic.

Seit einem Jahr lebt sie mit ihrer Familie in der Siedlung zwischen Roggendorf und Mechernich. Sie ist in Bosnien geboren. Die Hintergründe, warum die Menschen, die dort leben, ihr Land verließen, sind so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Die Verständigung untereinander ist wegen der unterschiedlichen Sprachen schwierig. Die „Sprache des Spielens“ aber, das zeigte sich einmal mehr bei der Spendenübergabe, ist international.

Wie Guido Derichs erklärte, leben in den sechs Unterkünften zurzeit um die 70 Flüchtlinge. Die meisten Kinder gehen zur Schule. Weil aber am Nötigsten für den Unterricht fehlt, brachte Annemarie Pickartz auch gut erhaltene Schulranzen mit und verteilte sie an die Kinder. „Haben Sie auch einen für Jungs?“, fragte der fünfjährige Glorian. Er hatte Glück. Pickartz hatte noch einen Ranzen mit Spiderman-Motiven und konnte den Jungen zufrieden stellen.

Guido Derichs von der Stadt Mechernich und die Leiterin der Kaller „wirkstatt“, Annemarie Pickartz, waren sich einig: „Das ist eine tolle Aktion. Die Freude in den Gesichtern der Kinder ist etwas, das uns dazu motiviert, weiter zu machen“, sagten beide. Pickartz ergänzte:  „Kinder brauchen es, zu spielen. Das ist wichtig für ihre Entwicklung - egal, woher sie kommen.“ Seit Sommer beschäftige sich der Verein wirkstatt e.V. intensiv mit dem Thema „Flüchtlinge im Kreis Euskirchen“, berichtete Pickartz. Er unterstützt die Kommunen mit der Bereitstellung einer kostengünstigen Erstausstattung bei der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften und beteiligt sich am „Kommunalen Integrationszentrum“ im Kreis Euskirchen.

Mit der Aktion, Spielsachen an Flüchtlingsfamilien abzugeben, will der Verein wirkstatt auch auf die Problematik aufmerksam machen, dass die Kinder nach ihrer Flucht in ihrer Unterkunft meist über keinerlei Spielsachen verfügen. Sie kommen in der Regel mit dem Nötigsten in ein fremdes Land und sind auf Hilfe angewiesen. „Wir rufen dazu auf, Spielsachen im Gemeinnützigen Kaufhaus in Kall abzugeben, die wir dann an die Flüchtlingsfamilien weitergeben“, so Pickartz.

Betrieben wird das Sozialkaufhaus vom Verein „Wirkstatt" zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe. Der Verein wurde im September 2011 gegründet. Schwerpunkte der Arbeit sind das Gemeinnütziges Kaufhaus in Kall mit Kleidung, Hausrat und Möbel für bedürftige Personen, Dienstleistungen wie Möbeltransporte, Unterstützung bei Umzügen für bedürftige Personen und/oder Senioren, Erwerbslosenberatung, Vorbereitung von jungen Eltern auf eine Teilzeitberufsausbildung. Auch die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen mit dem Ziel der Stabilisierung - etwa im Gemeinnützigen Kaufhaus, in der Landschaftspflege, bei der „Tafel" oder im Tierschutzverein gehören dazu.

Nach einem Umbau im Sommer stehen dem Kaufhaus in der Kaller Aachener Straße gegenüber dem Arbeitsamt in einem ehemaligen Ladenlokal nun rund 300 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Das Kaufhaus wird von etwa 120 Bedarfsgemeinschaften genutzt und lebt von Spenden.

pp/Agentur ProfiPress


Nicht nur auf dem Soldatenfriedhof in Kall-Steinfeld wird am Volkstrauertag der Kriegstoten gedacht, auch in Kall selbst finden ab 18 Uhr Gedenkfeiern statt, zunächst in der Pfarrkirche St. Nikolaus, dann am Ehrenmal. Foto: Gemeindearchiv Kall/pp/Agentur ProfiPress

Gegen Gewalt und Radikalismus v. November 2014

Feierlichkeiten zum Volkstrauertag in Kall am Sonntag, 16. November, ab 18 Uhr – Aufruf an junge Leute, ein Zeichen für Demokratie und die Wahrung der Menschenrechte zu setzen – Gemeinsames Gedenken in einer Heiligen Messe und am Ehrenmal

Kall - Die Schrecken der Kriege sind schon so lange her, soll man da überhaupt noch den Volkstrauertag begehen? Die provokative Frage ist angesichts der Vorgänge an den Grenzen und mitten in Europa verstummt. Ein neuer Kalter Krieg ist nicht weit weg, die Auswirkungen von Gewalt und Flüchtlingselend sind wieder vor der eigenen Haustür spürbar.

Der Volkstrauertag am Sonntag, 16. November, soll in Kall deshalb dazu genutzt werden, um ein Zeichen zu setzen gegen Gewalt und Radikalismus in jeder Form sowie gegen die Missachtung der Menschenwürde, schreibt Ortsvoirsteher Guido Keutgen. Gleichzeitig gelte der stille Feiertag dem Dank für fast sieben Jahrzehnte Frieden in unserem Land.

Zu den Feierlichkeiten sind die Kaller Bürger am Sonntag, 16. November, um 18 Uhr eingeladen – und zwar zunächst zur Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Von dort geht es gemeinsam zum Ehrenmal, um der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft zu gedenken.

Neben Pfarrer Hajo Hellwig beteiligen sich auch der Freiwillige Feuerwehr, die Musikkapelle Kall sowie mehrere andere Vereinen mit Ihren Fahnen, Bannern und Standarten.

Ortsvorsteher Guido Keutgen lädt vor allem die jungen Menschen in Kall ein, am Volkstrauertag teilzunehmen: „Zeigt auch Ihr, dass in unseren Gemeinschaften ein friedvolles Miteinander einen hohen Wert hat und Ihr Euch Gedanken darüber macht, dass Demokratie und Wahrung der Menschenrechte nicht überall selbstverständlich sind.“

pp/Agentur ProfiPress


Das Rennen war knapp: Mit 90 Punkten lag Nettersheim nur knapp vor Dreiborn, das 88 Punkte kassierte, sowie vor Floisdorf (87 Punkte) und Bürvenich (86 Punkte). Aber auch auf den weiteren acht Rängen bewiesen die Dörfer ein fast gleich hohes Niveau: So hatte Sistig, für das Karl Vermöhlen (Mitte) Urkunde, Blumen und Preisgeld entgegennahm, auch noch stattliche 81 Punkte. Foto: Josef Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Sistig unter den ersten Zehn v. November 2014

Siegerehrung des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ im Freilichtmuseum – Nettersheim, Dreiborn, Floisdorf und Bürvenich qualifizierten sich für den NRW-Landeswettbewerb – Karl Vermöhlen konnte Auszeichnung für Sistig entgegennehmen, das mit 81 Punkten nur neun Punkte weniger bekam als Wettbewerbssieger Nettersheim - Landrat Günter Rosenke grüßte 250 Tagungsteilnehmer „bis zum nächsten Mal in drei Jahren“

Kall/Kommern – Das Freilichtmuseum Kommern war Schauplatz der Siegerehrung im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. 71 Ortschaften im Kreis Euskirchen haben sich 2014 beteiligt – 20 mehr als zuletzt 2011. 250 Abgesandte dieser Dörfer wurden im vollbesetzten Pingsdorfer Tanzsaal von Landrat Günter Rosenke, dem Vorsitzenden der Kreisvereinigung der Gartenbau- und Verschönerungsvereine, begrüßt.

Unter den neun Erstplatzierten befand sich auch Sistig (Gemeinde Kall), das mit 81 Punkten der Bewertungskommission nur neun Punkte weniger holte als Wettbewerbssieger Nettersheim. Karl Vermöhlen nahm die Auszeichnung für Sistig entgegen, das auch wegen seines wirtschaftlichen und sozialen Engagements (Dorfladen, Vereine) unter die ersten Zehn gekommen ist.

Das Rennen war knapp: Mit 90 Punkten lag Nettersheim nur knapp vor Dreiborn, das 88 Punkte kassierte, sowie vor Floisdorf (87 Punkte) und Bürvenich (86 Punkte). Aber auch auf den weiteren acht Rängen bewiesen die Dörfer ein fast gleich hohes Niveau wie die vier Erstplatzierten: Freilingen (85), Frohngau (84), Ripsdorf (83), Sistig und Marmagen (81), Nemmenich und Sieberath (78) sowie Sinzenich (77).

Bewertet wird im alle drei Jahre stattfindenden Dörferwettbewerb längst nicht mehr nur die Optik. Öffentliches und privates Grün und Blumenschmuck im Verein mit dem naturgegebenen ökologischen Umfeld machen heute nur mehr einen Teil der Bewertungskriterien aus.

 

Kurzweiliger Talk der Bewertungskommission

Die von dem früheren Kreisdezernenten Franz Unterstetter geführte Kommission begutachtete von Mai bis Juli bei der Besichtigung und Beurteilung der 71 teilnehmenden Dörfer auch das soziale und kulturelle Leben, wirtschaftliche und Vereinsinitiativen, Baugestaltung und Zusammenhalt.

Unterstetter, Doris Felser, die Vorsitzende der 750 Mitglieder zählenden Landfrauenvereinigung im Kreis Euskirchen, Ex-Kreisjugendamts- und Sozialamtschef Rudi Dick und Heinrich Büsch vom Vorstand der Gartenbauvereine im Kreis Euskirchen gaben in einer kurzweiligen Talkrunde mit dem Journalisten Manfred Lang Einblick in die Arbeit der Bewertungskommission.

Und unter dem allgemeinen Applaus der 250 Tagungsteilnehmer grüßten sie den fünften aus ihrer Bewertungsrunde, Ex-Kreisbauhofchef Dieter Evertz, der wegen eines Krankenhausaufenthaltes nicht dabei sein konnte.

Musikalisch eingerahmt wurden Talkrunde und Siegerehrung von den Musikvereinen Ripsdorf und Schmidtheim, die sich zu einer Spielgemeinschaft unter dem Dirigat von Benedikt Elz zusammengetan haben.

Besonders geehrt wurde Peter Bädorf, der der Bewertungskommission seit der Begründung des Vorgänger-Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ im Jahre 1961 angehört hatte. Seit 1975 wurde eine Statistik geführt, aus der hervorgeht, dass immer zwischen 50 und knapp 120 Dörfer im Kreis Euskirchen teilgenommen haben. 50 wie zuletzt 2011 waren der bisherige Tiefpunkt.

Man sprach persönlich an, warb um Teilnahme und auch gemeinschaftliche Bewerbung mehrerer Dörfer. Offensichtlich erfolgreich, denn mit 71 waren es diesmal 20 mehr als 2011, darunter auch Neulinge unter den Teilnehmern, insbesondere aus dem Münstereifeler Höhengebiet.

 

Leerstands-Management und Klimaschutz

 

Bevor Landrat Günter Rosenke in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenbau- und Verschönerungsvereine die siegreichen zwölf Dörfer auszeichnete, bat er die Geldgeber auf die Bühne:  Hartmut Cremer vom Vorstand der Kreissparkasse Euskirchen sowie die Kreistagspolitiker Markus Ramers (SPD) und Josef Reidt (CDU) in ihrer Eigenschaft als Kuratoriumsvorsitzende von Stiftungen der Kreissparkasse Euskirchen.

15.000 Euro hat die Sparkasse auch in diesem Jahr zur Verfügung gestellt, um auch einen materiellen Anreiz für die Teilnahme bei „Unser Dorf hat Zukunft“ zu geben. Die zwölf Erstplatzierten bekommen je 300 Euro, Freilingen zusätzlich einen Sonderpreis von hundert Euro für die besonders originelle Präsentation. Aber auch die übrigen der 71 Dörfer wurden belohnt. Mit je 200 Dörfer für die Einzelteilnahme und je 175 Euro pro Dorf bei Gemeinschaftsbewerbungen.

Nettersheim hatte die Kommission vor allem mit seiner vorbildlichen Dorfentwicklung überzeugt. So wurden das Bahnhofsumfeld und der Dorfplatz umgestaltet, ein Leerstands-Management für den Ort entwickelt und ein Klimaschutzkonzept entworfen. Ebenfalls überzeugten die Alten- und Jugendbetreuung und die Vielzahl an Veranstaltungen, die in Nettersheim stattfinden.

Zu den Teilnehmern des Wettbewerbes sagte Landrat Günter Rosenke zum Abschluss: „Ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen.“ Das nächste Mal wird der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017 ausgetragen.

pp/Agentur ProfiPress

Landrat Günter Rosenke (ganz links), der seit 20 Jahren den Vorsitz des Kreisverbands der Gartenbau- und Verschönerungsvereine inne hat, ehrte die vier erstplatzierten Dörfer, dann stellten er und die Sponsoren sich mit den Delegationen dieser Dörfer zum Gruppenfoto auf. die Delegationen Rechts neben Rosenke Hartmut Cremer von der Kreissparkasse, rechts außen Josef Reidt, der Kuratoriumsvorsitzende der Kultur- und Sportstiftung, Dritter von rechts Markus Ramers von der Bürgerstiftung der Kreissparkasse. Foto: Josef Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Noch bis Ende der Woche ist die L 203 in der Ortsdurchfahrt Sistig (Schleidener Straße) gesperrt, die Umleitung für Anlieger erfolgt über die Blankenheimer Straße. Ab Montag, 3. November, ist die L105 von der Ortsdurchfahrt Broich bis Golbach für voraussichtlich zwei Wochen halbeseitig gesperrt. Luftbild: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Sperrungen in Broich, Golbach und Sistig v. November 2014

Sanierungsarbeiten: Sistiger Ortsdurchfahrt noch bis Ende der Woche gesperrt – Ab Montag, 3. November, L 105 von Ortdurchfahrt Broich bis Golbach für voraussichtlich zwei Wochen gesperrt

Kall-Sistig – Noch bis Ende der Woche ist die Landstraße 203 in der Ortsdurchfahrt Sistig (Schleidener Straße) gesperrt. Wie der Landesbetrieb Straßen.NRW mitteilt, erfolgt dort im Zuge von Sanierungsarbeiten der Einbau der Asphaltdeckschicht. Der Anliegerverkehr wird für diese Zeit über die Blankenheimer Straße umgeleitet.

 

Ab Montag, 3. November, beginnen Sanierungsarbeiten auf der Landstraße 105 von der Ortsdurchfahrt Broich bis Golbach. Die Arbeiten dauern voraussichtlich zwei Wochen lang. In der Zeit wird die Straße halbseitig gesperrt, der Verkehr wird über eine Baustellenampel geregelt.

pp/Agentur ProfiPress


Haben erfolgreich das Steuer des Kaller Vereinskartells übernommen:

Vereinskartell nimmt Fahrt auf v. November 2014

Ein Jahr nach Wiederbelebung

neue Satzung beschlossen – Vereine verzichten auf Zuschüsse, um finanziellen Grundstock aufzubauen -  Veranstaltungstermine bekannt gegeben

 

Kall - Auf einem guten Weg ist das Vereinskartell, das nach seiner Wiederbelebung durch den Kaller Ortsvorsteher Guido Keutgen Fahrt aufgenommen hat. Nachdem Ende August die Kirmes erfolgreich wiederbelebt worden war, wurde jetzt bei einer Mitgliederversammlung im  Hotel Hüttenhof einstimmig eine neue Satzung beschlossen. Im Juni vergangenen Jahres hatte sich das Kartell nach seiner Auflösung vor drei Jahren auf Initiative von Guido Keutgen neu gegründet, wobei sich auch Bürgermeister Herbert Radermacher als engagierter  „Geburtshelfer“ betätigt hatte. Inzwischen  haben 31 Vereine ihre Mitarbeit im Kartell signalisiert.

 

Ortsvorsteher Guido Keutgen ist Vorsitzender des Kartells, Stefan Kohl sein Stellvertreter. Als Geschäftsführer und Hüter der Finanzen agiert Arndt Schenk. Die Veranstaltung der Kaller Kirmes mit neuem Konzept war die erste Aktion, die nach der Neugeburt erfolgreich über die Bühne ging. Nachdem die Satzung bei zwei Sitzungen diskutiert und vom Vorstand überarbeitet worden war, wurde sie jetzt von der Mitgliederversammlung beschlossen.

 

Zweck und Ziele des Kartells sind laut Satzung die Förderung des öffentlichen, des kulturellen und des Vereinslebens im Zentralort Kall, verbunden  mit der Pflege des heimatlichen Brauchtums und der örtlichen Gemeinschaft. Das Kartell vertritt zudem die Interessen seiner Vereine gegenüber der Gemeinde, es erfasst und veröffentlicht Vereinstermine und unterstützt die Jugendarbeit.

 

Eine weitere in der Satzung festgeschriebene Aufgabe des Kartells soll die Erarbeitung eines Vorschlags sein, wie die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Vereinszuschüsse im Bezirk des Kaller Ortsvorstehers verteilt werden sollen. Die Verteilung der gemeindlichen Zuschüsse obliegt jeweils den Ortsvorstehern, die sich mit den im Bezirk wohnenden Ratsvertretern abstimmen. Bezüglich der Zuschüsse, die im Kaller Bezirk rund 3000 Euro ausmachen, hatten sich die Vereine schon vor zwei Monaten in einer  Sitzung des Kartells einstimmig für den Vorschlag ausgesprochen, auf ihre Zuschüsse zu verzichten. Das Geld soll stattdessen als Grundstock in die Kasse des wiederbelebten Vereinskartells fließen. Auch künftig sollen auf Antrag schwerpunktmäßig Vereine unterstützt werden, die aus bestimmten Gründen oder Anlässen um eine Finanzspritze durch das Kartell bitten. Mit Einverständnis der Politik wird nun so verfahren.

 

Wie Kartell-Chef Guido Keutgen berichtete, sei eine Broschüre in Planung, in der alle Kaller Vereine vorgestellt werden. Für die Gestaltung und Pflege einer Homepage würden noch fachkundige

Mitglieder gesucht. Keutgen erinnerte die Vereine auch daran, ihre Veranstaltungen rechtzeitig bei der Gemeinde anzumelden, damit sie rechtzeitig im Veranstaltungskalender auf der Homepage veröffentlicht werden könnten. Eindringlich bat der Vorsitzende darum, dass sich möglichst viele Vereine am Sonntagabend, 16. November, an der Feier zum Volkstrauertag am Ehrenmal an der Gemünder Straße beteiligen. Außerdem, so Keutgen, werde ein Verein gesucht, der in diesem Jahr die Kriegsgräbersammlung in Kall übernehme.

 

Von den einigen Vereinsvertretern wurde auf bevorstehende Veranstaltungen hingewiesen:  Am Samstag, 15. November, um 19 Uhr finde in der Bürgerhalle in Kall ein großer Jubiläumsabend mit Prinzenproklamation anlässlich des 111-jährigen Bestehens des KV „Löstige Bröder“ statt. Von jeder Eintrittskarte (8 Euro) spende der Verein drei Euro an die Jugendeinrichtung „Schüler“, berichtete KV-Vorsitzender Werner Keutgen.

 

Die Musikkapelle Kall veranstaltet am Samstag, 6. Dezember, um 20 Uhr in der Bürgerhalle ein großes Weihnachtskonzert. Einen Tag später, am Sonntag, 7. Dezember, feierte die Pfarrgemeinde Kall ihr Nikolausfest. Nach einem Gottesdienst um 19 Uhr in der Pfarrkirche wird im Pfarrheim gefeiert.

pp/Agentur ProfiPress


Die Chorknaben der Rotröcke lassen das vergessene, über 60 Jahre alte Lied „Mir sen die löstige Bröder von Kall“ beim Jubiläumsabend am 15. November wieder auferstehen. Die Sänger (v.l.): Friedhelm Zander, Harald Thelen, Herbert Aschke, Pianist Stefan Kupp, Dirk Metz, Wolfgang Herr, Berthold Jansen, Werner Keutgen, Udo Schmidt und Reiner Züll. Auf dem Foto fehlen Ralph Drehsen und Peter Berbuir. Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Dat hamme fröher off jesonge“ v. November 2014

Die Rotröcke der „Löstige Bröder“ lassen ein über 60 Jahre

 altes Kaller Lied wieder auferstehen – „Premiere“ bei der Jubiläumsfeier am Samstag, 15. November - Jeden Dienstag wird  in Küche und Esszimmer von Stefan Kupp geprobt

 

Kall - Es war früher quasi die Vereinshymne der „Löstige Bröder“, die aber  im Verlauf von mehr als sechs Jahrzehnten in Vergessenheit geraten ist: Das Lied „Mir sen die Löstige Bröder von Kall“ ist schon so alt, dass die heute Generation es noch nie gehört hat - und es somit auch nicht kennt. Selbst ältere Kaller können sich kaum noch das alte Karnevalslied erinnern. Willi Hermanns, mit 82 Jahren das älteste Mitglied der „Löstige Bröder“, weiß noch um die die Hymne und erinnert sich: „Dat hamme fröher off jesonge“.  

 

Offensichtlich ist Hermanns der einzige Insider, der das Lied noch kennt, das einst von dem Karnevalisten Mathias Reul getextet und komponiert wurde. Das wollen die Rotröcke des Vereins, die sich jetzt extra für die Wiederauferstehung des Liedes als „Chorknaben“ zusammengefunden haben, zukünftig ändern. Sie werden das Lied beim Jubiläumsabend anlässlich des 111-jährigen Bestehens des Vereins am Samstag, 15. November, wieder auf die Bühne bringen.

 

Recherchen ergaben, dass der damalige Kappenfreund Matthias Reul das Lied vermutlich in der Session 1949/50 geschaffen hat. Mit den Jahren geriet es  jedoch in Vergessenheit. Erst 2003, als der Journalist und Vereinschronist Reiner Züll die Geschichte der Löstige Bröder im Vorfeld der 100-Jahrfeier im Jahr 2004 aufarbeitete, fielen ihm Originaltext und Noten des Liedes in die Hände. In ihm reifte das Bestreben, Reuls Löstige-Bröder-Song wieder bekannt zu machen. In dem Musiker Peter Züll aus Vollem fand Reiner Züll einen Fachmann, der anhand  der Noten am Computer eine Musikkonserve produzierte.

 

Um das Lied beim 100-Jährigen wieder auf die Bühne zu bringen reichte allerdings die Zeit nicht mehr, so dass die Konserve zu den Akten kam.

Es dauerte dann weitere zehn Jahre, ehe die Rotröcke des Vereins „Nägel mit Köpfen“ machten, um die Hymne der „Löstige Bröder“ endlich wieder auferstehen zu lassen. Mit Stefan Kupp, dem Pianisten des Intermezzo-Theaters von Johnnie Wegmann, fanden die Chorknaben der Rotröcke einen Musiker, der das Lied mit ihnen einstudiert.

 

Schon seit Juli belagern die Rotröcke jeden Dienstagabend im Haus von Stefan Kupp Küche und Esszimmer, die als  wöchentlicher Probenort herhalten, damit die alte Vereinshymne  jetzt zum 111. Geburtstag endlich eine musikalische Wiedergeburt feiern kann.  „Den Kallern wird das neue alte Lied bestimmt gefallen“, ist sich Herbert Aschke, der Chef der Rotröcke, ganz sicher.

pp/Agentur ProfiPress

 


Regierungsdirektorin Annegret Frankewitsch (links) stellte im Kaller Rathaus das Projekt „FeuerwEHRensache“ vor. Bürgermeister Herbert Radermacher (hinten rechts) begrüßte die Initiative. Bild: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Pilotfeuerwehr“ für Kall v. November 2014

Projekt „FeuerwEHRensache“:  Ehrenamt und Leistungsfähigkeit sollen gesteigert werden – Kaller Wehr ist eine von sechs „Pilotfeuerwehren“ in NRW -

Altersgrenze soll aufgehoben werden - Ministerium dankt Kaller Verwaltung

 

Kall - Die Gemeindefeuerwehr Kall wird eine von bisher sechs Pilot-Feuerwehren aus Nordrhein-Westfalen, die an einem Projekt des NRW-Innenministeriums in Zusammenarbeit mit dem Verband der Feuerwehren (VdF) in NRW teilnehmen. „FeuerwEHRensache“ lautet das Projekt, das jetzt in der Kaller Verwaltung vorgestellt wurde. Es soll das Ehrenamt in den Feuerwehren fördern sowie  dem Mitgliederschwund entgegenwirken. Innenminister Ralf Jäger hat in diesem Zusammenhang gemeinsam mit dem VdF eine Projektgruppe eingesetzt, die im Juli vergangenen Jahres ihre Arbeit aufgenommen und drei Arbeitskreise installiert hat.

 

Für das Pilotprojekt wurde beim Ministerium für Inneres und Kommunales (MIK) eine eigene Geschäftsstelle eingerichtet.  Die zuständige Geschäftsstellenleiterin und Regierungsdirektorin Annegret Frankewitsch lobte jetzt im Kaller Rathaus die Bereitschaft der Verwaltung und von Wehrleiter Harald Heinen, sich am Projekt zu beteiligen. Nicht immer nähmen sich die Bürgermeister Zeit, um sich den doch so wichtigen Feuerwehr-Themen zu widmen. Bürgermeister Herbert Radermacher: „Als Herr Heinen mir vorschlug, dass wir uns an der Kampagne beteiligen, habe ich sofort zugestimmt.“ Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erhoffe man sich im Zuge des Pilotprojekts neue Chancen zur Stärkung der Gemeindewehr, so Radermacher. Daher sei es erforderlich, stimmte Frankewitsch ihm zu, insbesondere auch die freiwilligen Wehren zukunftssicherer aufzustellen und das Ehrenamt zu stärken.

 

Wie Annegret Frankewitsch berichtete, sind bisher die freiwilligen Feuerwehren Warendorf, Mettmann, Kall, Ratingen, Medenbach und Neuss in das Pilotprojekt eingebunden. Die Feuerwehr aus Euskirchen habe als siebte freiwillige Wehr Interesse angemeldet.

 

Das Projekt „FeuerwEHRensache“ sieht bei den Pilotfeuerwehren  strukturelle Veränderungen vor. Für die Kaller Gemeindewehr bedeutet das Pilotprojekt unter anderem, dass die Ehrenabteilung, auch „Club der alten Säcke“ genannt, reaktiviert werden kann. Dier Unterstützung des Wehrleiters durch einen Verwaltungsexperten, die Betreuung der Kinder von Wehrangehörigen während des Einsatzes, die Installation eines von der Mannschaft gewählten Mannschafts-Sprechers sowie der Einsatz von Mentoren seien Ziele des Projektes. Erläuterte Frankewitsch. In drei Arbeitsgruppen würden derzeit Probleme aufgespürt und entsprechende Lösungsansätze gesucht, die in den Pilotfeuerwehren umgesetzt werden sollen. Frankewitsch. „Es gilt jetzt auszuloten, wie man neue Zielgruppen erschließen kann“. Dabei seien auch Integration  und Inklusion Themen, die man anpacken sollte. Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen oder Migranten seien in den Feuerwehren immer noch zu selten anzutreffen. Auch solle man sich mehr um Quereinsteiger bemühen.

 

Wichtige Themen in den Pilotfeuerwehren seien der Wegfall der bisherigen gesetzlichen Altersgrenzen sowie eine frühere Übernahme der Mitglieder aus den Jugendfeuerwehren.  Künftig soll es deshalb jedem Mitglied der Jugendfeuerwehr ermöglicht werden, mit 16 Jahren in die aktive Wehr zu wechseln. Ludger Schlinkmann, Mitglied einer Arbeitsgruppe sowie ehemaliger Wehrleiter der Stadt Arnsberg und jetziger Gemeindebrandinspektor (GBI) bei der Feuerwehr Heinsberg, nannte in Kall weitere Ziele des Pilotprojektes: Die bisherige gesetzliche Altersgrenze von 60 bzw. 63 Jahren sei ein großes Hindernis bei den Feuerwehren und koste viel Potenzial.  Deshalb falle die Altersgrenze in den Pilot-Feuerwehren weg. Mitglieder der Ehrenabteilung sollen wieder reaktiviert werden. „Wenn er noch fit ist, kann auch ein 80-Jähriger noch eine Straße absperren“, so Ludger Schlinkmann, der allerdings relativierte: „Natürlich wollen wir keine 80-jährigen Kreisbrandmeister.“

Auf dieser Basis sollen die Strukturen in der freiwilligen Feuerwehr der Zukunft flexibler werden. So soll es in den Pilotfeuerwehren bald vier Leistungsgruppen  geben. Der  Gruppe I sollen Mitglieder als „Basisfeuerwehr“ für leichte Aufgaben angehören. Der Gruppe II gehören Wehrleute an, die bei nicht zeitkritischen Einsätzen mit alarmiert werden. Zur Gruppe III gehören Einsatzkräfte, die zum Beispiel bei bedingt zeitkritischen Einsätzen die Herstellung Wasserversorgung bis zum Verteiler hin unterstützen können. In die Gruppe IV eingestuft werden besonders leistungsfähige Mitglieder, die für zeitkritische  Einsätze mit einem hohen Belastungspotenzial geeignet sind.

 

Regelmäßige Leistungsüberprüfungen sollen Klarheit verschaffen, für welche Gruppe die jeweiligen Löschgruppen-Mitglieder geeignet sind. Ludger Schlinkmann: „Kein Einsatzleiter schickt einen 140-Kilo-Mann die Leiter hoch.“ Wie Dr. Heinz Kleinöder, der Leiter der der Abteilung Kraftdiagnostik und Bewegungsforschung an der Deutschen Sporthochschule in Köln, beim Gespräch in Kall verlauten ließ, entwickelt er derzeit einen entsprechenden Leistungstest für die Pilotfeuerwehren.

 

Das Vorhaben der Projektgruppe, die Amtszeit der Wehrleiter auf maximal drei Mal fünf Jahre zu begrenzen, dürfte vermutlich auch auf Kritik stoßen. Aber, so stellte Annegret Frankewitsch fest: „Viele Führungskräfte kleben an ihren Ämtern.“ Laut Ludger Schlinkmann wünsche sich der Arbeitskreis aber auch Rückmeldung aus den Wehren: „Es kann ja sein, dass unsere guten Ideen von den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren gar nicht getragen werden.“

 

BGI Harald Heinen, Leiter der Gemeindefeuerwehr Kall, berichtete, dass man jetzt die neuen Möglichkeiten in die einzelnen Löschgruppen in Kall, Wahlen und Sistig hineintragen werde. „Wenn wir erreichen, dass gut 50 Prozent der Wehrleute mitziehen, haben wir schon was erreicht.“ Auch Bürgermeister Herbert Radermacher auf ein erfolgreiches Projekt. Offensichtlich sei nun auch bei der Landesregierung angekommen, „wo die Probleme bei den freiwilligen Feuerwehren  liegen“, so Radermacher. Weitere Informationen gibt es unter www.feuerwehrensache.NRW.de.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Bürgermeister Herbert Radermacher (2.v.r.) mit Mitgliedern der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Knapp 300 Lebensretter gefunden v. Oktober 2014

Die Hilfsgruppe Eifel besteht seit 23 Jahren - Patenschaft

über Kaller St. Nikolausschule -  Mit Ehrenamtspreis der

DKMS ausgezeichnet - Über 20.000 Menschen in die

weltweite Knochenmark-Spenderdatei gebracht

 

Kall – Als der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher im Herbst letzten Jahres vor seiner Wiederwahl auf die Plakatierung mit Wahlplakaten verzichtete, und stattdessen einen stattlichen Betrag an die Hilfsgruppe Eifel spendete, setzte er damit ganz bewusst ein Zeichen zur Unterstützung einer Organisation, die sich um kranke und behinderte Kinder sowie leukämiekranke Menschen kümmert.

 

Der in Kall gegründete und dort ansässige Verein „Hilfe für leukämie- und tumorerkrankte Kinder e.V - Hilfsgruppe Eifel“ besteht seit nunmehr 23 Jahren und hat heute 250 zahlende Mitglieder. Er wurde auf Initiative des heutigen Vorsitzenden Willi Greuel aus Lückerath und des Schatzmeisters Helmut Lanio aus Kall gegründet, um Kindern in Weißrussland, die infolge der Tschernobyl-Katastrophe an Krebs erkrankt waren, zu helfen. Viele Kinder aus Weißrussland wurden auf Kosten der Hilfsgruppe in der Bonner Uni-Klinik behandelt, über 1000 Kinder machten Urlaub in der Eifel. Nach zahlreichem Aktivtäten in Weißrussland selbst, in Rumänien, in Jugoslawien und in der Ukraine konzentriert sich die Arbeit der Hilfsgruppe seit einigen Jahren ausschließlich auf Projekte in Deutschland und vornehmlich in der Eifel.

In der Zeit des 23-jährigen Bestehens der Hilfsgruppe hat diese mit der DKMS neun Typisierungsaktionen für 15 leukämiekranke Menschen aus der Region organisiert und mit finanziert. Fast eine Millionen Euro hat die Hilfsgruppe für diese Aktionen aufgebracht. Eine zehnte Aktion in Zusammenarbeit mit der DKMS für einen 27-jährigen leukämiekranken Mann aus der Gemeinde Hellenthal befindet sich derzeit in der Vorbereitung.

 

Bei den bisherigen Typisierungsaktionen, die zwischen 1992 und 2013 stattfanden, haben sich über 21.000 Menschen eines freiwilligen Bluttests unterzogen, um eventuell für einen Menschen auf der Welt Knochenmark zu spenden. Aus diesen im Kreis Euskirchen typisierten Personen sind bisher über 285 Lebensretter hervorgegangen, die Knochenmark für leukämiekranke Patienten in 34 Ländern auf der ganzen Welt gespendet haben.

 

Ein weiteres großes Projekt ist die Finanzierung von zwei Ambulanzschwestern in der Bonner Uni-Klinik, mit der die Hilfsgruppe schon seit 1992 eng zusammen arbeitet. Die zusätzlichen Schwestern betreuen krebskranke Kinder aus der Eifel, die in der Bonner Uni-Klinik behandelt wurden. Um diesen bei der Nachsorge lange Wege nach Bonn zu ersparen, finanziert die Hilfsgruppe diese Schwestern, die die Kinder in der Geborgenheit ihres Elternhauses betreuen, jedes Jahr mit 65.000 Euro.

 

Die Hilfsgruppe hat nach dem Abzug der belgischen Truppen von Vogelsang auch die Patenschaften über die Nikolausschule in Kall sowie über drei integrative Kindergärten in Kall und Mechernich übernommen. In Bethlehem betreut die Hilfsorganisation noch immer die tumorkranke Rozana Mukarker, der nach einer ersten Operation vor 14 Jahren eine dauerhafte Hilfe versprochen wurde. Auch Kindern aus dem Irak und aus Ecuador hat die Hilfsgruppe Therapien in Deutschland ermöglicht.

Seit fast sieben Jahren finanziert der Kaller Hilfskreis zudem die durch Delphinlaute unterstützte Therapie behinderter Kinder an und im Wasser. Jedes Jahr investiert die Hilfsgruppe dafür rund 60.000 Euro. Derzeit betreut der Verein „Sonarium e.V.“ Eifeler 28 Kinder mit schweren geistigen, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen.

 

In den 23 Jahren ihres Bestehens hat die Hilfsgruppe Eifel annähernd fünf  Millionen Euro Spendengelder erhalten und für ihre Hilfsprojekte verwendet. Ebenfalls die REWE-Märkte in Kall, Zülpich und Mechernich. Der Kaller REWE-Markmanager Rudi Hannes hat in der Vergangenheit durch 19 große Tombolas einen sechsstelligen Euro-Betrag in die Spendenkasse der Hilfsgruppe gespült. Ein starker und zuverlässiger Partner ist auch die Steige-Gemeinschaft in Kommern, die der Vergangenheit viele Aktionen zugunsten der Hilfsgruppe organisiert hat. Auf eine Spendensumme von 50.000 Euro kann die Frauen-Bastelgruppe aus Hollerath verweisen, die seit 1994 Weihnachtsbasare für die Hilfsgruppe veranstaltet. Über 40.000 Euro hat die Hilfsgruppe vom Lorbacher Schmalzler-Fan-Club bekommen, der seit 2009 Oktoberfeste zugunsten der Hilfsgruppe veranstaltet. Die Arbeit der Hilfsgruppe wird zudem von unzähligen Vereinen und Gruppierungen unterstützt, die die eigentlichen tragenden Säulen des Kaller Hilfskreises sind. Seit 17 Jahren werden die weithin bekannten „Oldienächte“ zugunsten der Kinderkrebshilfe veranstaltet.

 

Im Juni 2010 konnte der Kaller Förderkreises eine Delegation unter der Leitung des Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel bei einem Kongress der Deutschen Leukämie- und Lymphon-Hilfe in Karlsruhe den mit 10.000 Euro dotierten Ehrenamtspreis der DKMS entgegen nehmen.

Diesen Preis widmete Willi Greuel der Eifeler Bevölkerung, die durch ihre Spendenbereitschaft die Arbeit der Hilfsgruppe erst möglich machen.

2012 wurde die Hilfsgruppe in Person des Vorsitzenden Willi Greuel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, im September 2014 folgte die Auszeichnung der bundesweiten Ehrenamts-Initiative „HelferHerzen“ der deutschen dm-Drogerie-Märkte.   

 

Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.kinderkrebshilfe-eifel.de.

 

pp/Agentur ProfiPress

Zum dritten Mal fand 2013/14 die Winterlaufserie von vier Sportvereinen zugunsten der Hilfsgruppe Eifel statt. Veranstalter und Sponsoren übergaben in der Kaller Bauzentrale Schumacher den Spendenscheck über 2900 Euro. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Für Religionsfreiheit“ rissen Schüler des Steinfelder Hermann-Josef Kollegs eine symbolische „Mauer“ ein. Schulleiter Heinrich Latz und Schwester Genevieve (links) sowie Lehrer Gerd Weimbs (rechts) halfen. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

HJK-ler reißen Mauern ein v. Oktober 2014

Schwester Genevieve Ram Lal aus Pakistan zu Besuch im Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg - Aktion „Mauern einreißen“ des Internationalen katholischen Missionswerks „missio“ im Bistum Aachen – Schüler interessiert und teils tief betroffen Kall-Steinfeld – Im Rahmen der Aktion „Mauern einreißen – Religionsfreiheit für alle“ des Internationalen katholischen Missionswerks „missio“ konnte das Steinfelder Salvatorianer-Gymnasium „Hermann-Josef-Kolleg“ jetzt einen ganz besonderen Gast begrüßen. Schwester Genevieve Ram Lal berichtete über die Situation in ihrem Heimatland Pakistan. Die Erziehungswissenschaftlerin und Sozialarbeiterin ist seit 2012 Nationaldirektorin der Katholischen Frauenorganisation mit sieben Regionalbüros in Pakistan. Neben dem friedlichen Miteinander der Religionen setzt sie sich in ihrem Heimatland insbesondere ein für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie das damit eng einhergehende Recht auf Bildung für alle – unabhängig von der sozialen Herkunft, der Religionszugehörigkeit oder dem Geschlecht. Bei den Steinfelder Schülern, für die sich die 58-jährige Ordensfrau der „Sisters of Charity of Jesus an Mary“ mehrere Stunden Zeit nahm, hinterließ sie einen tiefen Eindruck. „Alleine schon, dass sie als Ordensfrau hier nach Deutschland kommt, um über Religionsfreiheit und die Gleichberechtigung von Frauen zu sprechen, sagt vieles aus“, meinte etwa Nele Wagener aus der Jahrgangsstufe Q1. Schulleiter Heinrich Latz bestätigte: „Es ist ein ganz anderes Erlebnis, wenn jemand seine persönlichen Erfahrungen schildert, als etwa einen Bericht in den Nachrichten zu sehen.“ Alles ist plötzlich nah. Das zeigten auch die Reaktionen der Schüler, die bei einigen Berichten Schwester Genevieves teils mit den Tränen zu kämpfen hatten. Trotz der zahlreichen Beispiele, die dokumentieren, wie sehr Grundrechte wie Religionsfreiheit und Gleichberechtigung aktuell nicht nur in Pakistan mit Füßen getreten werden, glaubt Schwester Genevieve fest an den Fortschritt. Die Kraft dazu, berichtete die Ordensfrau am Rande der Veranstaltung, ziehe sie zum einen aus ihrem christlichen Glauben. Zum anderen aber auch aus dem Glauben an die Menschen selbst: „Es gibt einige Menschen in unserem Land, die Gräueltaten anrichten“, sagte sie, „aber die allermeisten sind gute Menschen. Sie möchten einfach friedlich miteinander leben und keinen Krieg. Sie möchten gemeinsam das Leben feiern.“ Für diese Vision lebt und arbeitet Schwester Genevieve, hält Vorträge, gibt Seminare, arbeitet mit Schulen. Aber sie geht noch weiter: Die Ordensfrau ist auch „unbequem“, sie erhebt die Stimme, auch wenn dies nicht „gewünscht“ ist. So etwa bei Protestmärschen: „…und wenn die Polizei die Demonstranten nicht bis zum Parlamentsgebäude durchlassen will, dann gehen wir notfalls in Sitzstreik und fordern laut unser Recht ein.“ Genau das ist es auch, was Heinrich Latz im Rahmen der Veranstaltung seinen Schülern mit auf den Weg gab: „Ich möchte euch bitten, eure Augen offen zu halten und immer wieder aufzustehen für die Gleichberechtigung aller Menschen, von Männern und Frauen sowie den Angehörigen aller Religionen.“ Latz berichtete auch von zwei Salvatorianer-Schulen in Indien, die das Hermann-Josef-Kolleg unterstützt: „Obwohl es eine christliche Schule ist, sind 98 Prozent der Schüler Hindus – es kann also funktionieren.“ Abschließend wurden am Hermann-Josef-Kolleg Intoleranz und Unterdrückung auch mit einer symbolischen Mauer „niedergerissen“. pp/Agentur ProfiPress

Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher überreichte Cilia und Andreas Gentz, die beiden Betreiber des neuen Cafés „Em Höhnerstall“ die Konzession. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Der Hühnerstall ist jetzt ein Café v. Oktober 2014

Keldenicher „Margaretenhof“ mit neuem Café „Em Höhnerstall“ - Zahlreiche Gäste bei der Eröffnung - Bürgermeister Herbert Radermacher und Wirtschaftsförderin Iris Poth gratulierten - Kuchen und Torten aus eigener Herstellung - Anbindung an Wanderwege

Kall-Keldenich - Nach Hühnern riecht da gar nichts mehr. Auf rund 250 Quadratmetern hat der „Margaretenhof“ in Keldenich ein neues Café eröffnet. „Em Höhnerstall“ haben es die beiden Inhaber, das Ehepaar Andreas und Cilia Gentz, genannt. Dort nämlich, wo sich heute das neue das Café befindet, waren bis Ende der 1960er Jahre um die 200 Legehennen untergebracht. Später gab Andreas Gentz’ Vater Franz-Josef die Hühnerhaltung auf und der Stall wurde zum Getreidelager umfunktioniert. Wer in ländlicher Atmosphäre vorzügliche, selbstgebackene Kuchen und Torten sowie herzhafte Speisen zu schätzen weiß, der ist im neuen Bauerncafé genau richtig.

 

Groß, hell und freundlich wirkt das Café, das auf dem Aussiedlerhof zwischen Keldenich und Zingsheim am Rande der Landstraße 206 entstanden ist. Bekannt ist der Hof auch durch „Bauerngolf“, der lustigen Abwandlung des regulären Golfspiels, die dort angeboten wird. Auf einem Zehnloch-Parcours, auf dem ab und zu auch die Kühe des Hofs weiden, können Familien, Vereine, Schulklassen oder Jedermann Golf spielen. Der Golfball ist ein Fußball. Und auch die Löcher auf dem Areal sind etwas größer als sonst. Darüber hinaus unterhält Familie Gentz, die sich mit ihren 40 Kühen auf Bio-Milch spezialisiert hat, auf ihrem Hof auch eine Ferienwohnung.

 

Die Idee, ein Bauernhofcafé zu bauen, entstand vor fünf Jahren. „Im Sommer 2009 haben wir den ersten Bauerngolfplatz in der Eifel eröffnet. Dort wurden unsere Gäste auch mit selbstgebackenem Kuchen meiner Frau Cilia verwöhnt“, berichtete Andreas Gentz bei der Café-Eröffnung. Seit sich das herumgesprochen hatte, ergänzte er, seien viele Gäste auch wegen des Kuchens zum Bauerngolfplatz gekommen. Schließlich sei die Idee zum Café entstanden. Mit Hilfe der damaligen Kaller Gemeindemitarbeiterin Anna Esser gelang es, die zuständigen Bausachbearbeiter des Kreises Euskirchen vom Projekt zu überzeugen. Nach zähen Verhandlungen mit den Banken, unterstützt durch einen Architekten sowie der Berater der Landwirtschaftkammer Rheinland, konnte Familie Gentz im November 2013 mit dem Bau bzw. Umbau beginnen.

 

Neben zahlreichen Freunden, Verwandten und Kollegen der Familie Gentz war auch Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher zu Eröffnung gekommen. Er überreichte dem Ehepaar die Konzession mit den Worten: „Ich gratuliere Ihnen zu diesem Entschluss und wünsche viel Erfolg.“ Er freue sich, dass die Gemeinde Kall nun über ihr erstes Bauerncafé verfügt. „Profitieren können davon auch unsere Gäste und Wanderer“, so Radermacher. Denn das neue Café liegt unweit der Römerstraße, die ins touristische Wanderwegenetz des Kreises Euskirchen integriert ist. Auch der Eifelsteig ist nur wenige hundert Meter entfernt. Beschilderungen sollen in den nächsten Wochen folgen und die Wanderer zum Café führen.

 

Iris Poth, Wirtschaftsförderin und Geschäftsführerin der Nordeifel Tourismus GmbH, bestätigte: „Das neue Café bereichert das touristische Angebot. Ich bin vom Ambiente ganz von den Socken - es ist wirklich gelungen.“ 48 Plätze bietet das Café, das barrierefrei gebaut und damit auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Landwirt Gentz erklärte, dass das Café auch von der EU gefördert wurde. Auch Feste aller Art oder Seminarveranstaltungen können in dem großen Raum des Cafés stattfinden.

 

Ob Gebäck mit Sahne oder ohne, ob mit Schokolade, Streuseln oder gar Flocken: Die Kuchen im Bauern-Café sind selbstgebacken und immer frisch. Sahnekuchen (2,80 Euro), Blechkuchen (2,40 Euro) und Obstkuchen (2,50 Euro) stehen zur Auswahl. Wer lieber etwas Herzhaftes braucht, für den bietet das Café beispielsweise das „Eifeler Schinkenbrot“ mit zwei Scheiben herzhaftem Graubrot, reichlich belegt mit rohem Eifeler Landschinken und saurer Gurke für 6,50 Euro. Käsebrot, Eierschnittchen, eine Wanderplatte und einen „strammen Max“ stehen auf der Speisekarte. Samstags und sonntags stehen ein kleines und großes Frühstücksbuffet bereit. Gulaschsuppe, Kartoffelsuppe oder „quer doersch de Jaade“: Das Suppenangebot wechselt immer wieder mal.

 

In den Sommermonaten (1. April bis 31. Oktober) ist das Café montags (14 bis 18.30 Uhr), mittwochs bis freitags (14 bis 18.30 Uhr) sowie samstags und sonntags (9.30 Uhr bis 18.30 Uhr) geöffnet. Dienstag ist Ruhetag. In den Wintermonaten (1. November bis 31. März) sind die Öffnungszeiten von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 9.30 bis 18 Uhr. Montag und Dienstag sind Ruhetage. Für Gruppen ab 15 Personen sind auch andere Zeiten möglich.

 

Weitere Informationen rund ums Café „Em Höhnerstall“ und „Bauerngolf“ gibt es auf der neu gestalteten Internetseite des Bauernhofes:

 

www.eifelfarm.de

pp/Agentur ProfiPress

Hell und freundlich ist das neue Café auf dem Margaretenhof bei Keldenich. Es wurde jetzt eröffnet. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Die Schulpflegschafts-Vorsitzende Birgit Born-Bentfeld (Mechernich) und Alexandra Mertens (l.), Elternvertreterin vom Standort Kall in der Schulkonferenz, machten gemeinsam mit Schulleiterin Dagmar Wertenbruch (m.) einen Vorstoß in den Rathäusern Kall und Mechernich zur Weiterentwicklung der Sekundarschule Mechernich-Kall zu einer Gesamtschule, die ihre Schüler wahlweise über die Klasse 10 hinaus bis zum Abitur führt. Die politischen Gremien in Kall und Mechernich haben dem jetzt zugestimmt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Aus „kleiner“ wird große Gesamtschule v. Oktober 2014

Sekundarschule Mechernich/Kall wird weiterentwickelt - Abitur nach 13 Jahren – Politische Gremien haben zugestimmt

Kall/Mechernich – Die Eltern selbst waren es, die die Weiterentwicklungspläne der Sekundarschule Mechernich-Kall angeregt haben. Die Schüler an der Sekundarschule Mechernich-Kall sollen  demnächst auch an der eigenen Schule Abitur machen können. Dem haben jetzt die politischen Gremien in Kall und Mechernich zugestimmt. Auch die Schulaufsicht des Regierungspräsidenten hat sich offen gezeigt.

 

Um die bereits eingeschulten Sekundarschüler in den Gesamtschulbetrieb integrieren zu können, muss nun die vereinbarte kooperative Schulform formell in eine teilintegrierte umgewandelt werden. Die Jahrgänge 5 bis 10 sollen in Kall, die Klassen 5 bis 13 in Mechernich unterrichtet werden.

 

Das Abitur nach 13 Jahren ist nach Klasse 10 ebenso möglich wie der Wechsel an ein anderes Gymnasium. Weder das Gymnasium am Turmhof in Mechernich, noch das Wirtschaftsgymnasium Kall und das Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld sollen beeinträchtigt werden.

 

Andere Schulstädte aus der Umgebung hatten sich gegen die Weiterentwicklung der Sekundarschule Kall/Mechernich zur Gesamtschule ausgesprochen, weil sie befürchten müssen, dass dann Schülerzuströme aus den Kommunen Mechernich und Kall ausbleiben. Die Schulträgerkommunen teilen diese Bedenken allerdings nicht – und haben sie mit detaillierten Begründungen auch zurückgewiesen.

 

„Die Gesamtschule  entspricht auch dem Wunsch vieler Eltern, die die Bildungswege ihrer Kinder gerne länger offen halten möchten", so Birgit Born-Bentfeld, die Schulpflegschaftsvorsitzende der Sekundarschule Mechernich-Kall, die den Verwaltungen Kall und Mechernich den  Weiterentwicklungsvorschlag gemeinsam mit Alexandra Mertens (Kall) und Schulleiterin Dagmar Wertenbruch vortrug.

 

Letztere sagte, der „klare Elternwille“, die Sekundarschule als Gesamtschule bis zum Abitur weiterzuentwickeln, sei nicht nur Wunsch des bisherigen Jahrgangs, sondern auch  bei der Mehrheit der  insgesamt knapp 150 Anmeldungsgespräche für das Schuljahr 2014/15 sowie  bei allen Ummeldungsgesprächen von Schülern anderer Schulformen an die Sekundarschule zum Ausdruck gekommen.

 

In Gesprächen und Versammlungen

drängen Eltern auf Abiturvariante

 

Die Sekundarschule habe vom Start weg eine sehr gute Entwicklung genommen, so die Schulleiterin. In den beiden ersten Jahren lagen die Anmeldezahlen über den Erwartungen. „Wenn die Schule zur Gesamtschule wird und alle Abschlüsse bietet, wird die Attraktivität nochmals gesteigert“, so Dagmar Wertenbruch.

 

Auch bei den Elternversammlungen an den Grundschulen werde sie nachdrücklich  von den Eltern gefragt, warum man die gemeinsame Schulform von Haupt- und Realschule nicht konsequent um die Variante erweitere, bis zum Abitur weiterzumachen.

 

Die „große Gesamtschule“ soll, wie jetzt schon die „kleine“, als Ganztagsschule mit intensiver Lehrer-Schüler-Bindung, längerem gemeinsamen Lernen, individueller Betreuung und Förderung auch am Nachmittag die bestmögliche Entwicklung jedes Kindes gewährleisten, so Wertenbruch.

 

„Wir erfüllen schon jetzt im Wahlpflichtbereich der Klassen 6 alle Bedingungen der Gesamtschule“, sagte die Schulleiterin, „da können die Sekundarschüler schon heute Französisch, Naturwissenschaften (Biologie, Chemie und Physik), Darstellen und Gestalten oder Arbeitslehre (Technik und Wirtschaft) als viertes Hauptfach wählen.“

 

Bürgermeister sprechen von einer

„zukunftsweisenden Lösung“

 

Das von den Eltern favorisierte  und nun vorgetragene Modell bezeichneten die Bürgermeister Herbert Radermacher und Dr. Hans-Peter Schick als für die Schulstädte Mechernich und Kall, aber auch das übrige Kreisgebiet gute und zukunftsweisende Lösung. Angesichts der übereinstimmend erwarteten Bevölkerungsentwicklung der nächsten Jahrzehnte betreiben Kall und Mechernich mit ihrer zentralen Lage und ihren hervorragenden Verkehrsverbindungen auch schulpolitische Vorsorge für das gesamte südliche und mittlere Kreisgebiet.

 

Für Kall erwartet man nun mehr Anmeldungen als bislang an der Sekundarschule. Statt nur bis zur Klasse 10 könnten die Gesamtschüler künftig auch bis zum Abitur an der gleichen Schule bleiben, ohne wechseln zu müssen. In Kall würden die Jahrgänge 5 bis 10 angeboten, in Mechernich durchgehend alle Klassen von der 5 bis zum Abiturjahrgang 13.

 

„Turbo-Abitur ist nicht für jedes

Kind der beste Weg“

 

Gemeinsame Oberstufenkurse mit dem Gymnasium am Turmhof in Mechernich seien nicht nur denkbar, sondern würden angestrebt, das städtische Mechernicher Gymnasium selbst bleibe in seiner Existenz unangetastet und führe seine Schüler wie bisher nach 12 Jahren zum Abitur, die Gesamtschule Mechernich-Kall nach 13 Jahren.

 

Bürgermeister Schick: „Das gibt Eltern und Schülern je nach Stärke und Veranlagung die Möglichkeit, sich für individuelle Schullaufbahnen zu entscheiden. Das Turbo-Abitur ist nicht für jedes Kind der beste Weg.“

 

Nach wie vor möglich bleiben Wechsel nach Klasse 10 ans Gymnasium am Turmhof, so Bürgermeister Schick. „Auch in der Gemeinde Kall könnten die Zehntklässler problemlos von der Gesamtschule ans Hermann-Josef-KollegSteinfeld, zum Wirtschaftsgymnasium in Kall oder an ein anderes Gymnasium wechseln“, erklärte Bürgermeister Radermacher. Die freie Schulwahl sei von der Weiterentwicklung völlig unangetastet.

 

pp/Agentur ProfiPress


Bei der Lit.Eifel-Veranstaltung im Kloster Steinfeld brachten Manfred Lang (von links), Katia Franke und Ralf Kramp dem Publikum das Leben und Werk Jakob Kneips näher. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Kneipscher Geist wehte durch Steinfeld v. Oktober 2014

Lit.Eifel-Veranstaltung „Vergesst Jakob Kneip nicht“ im Kloster Steinfeld - Katia Franke, Ralf Kramp und Manfred Lang widmeten sich Leben und Werk des in Nettersheim-Pesch beerdigten Schriftstellers – Biografische Einblicke, szenische Lesungen und persönliche Berührungspunkte

Eifel/ Kall-Steinfeld – „Vergesst Jakob Kneip nicht“ lautetet der Titel der jüngsten Lit.Eifel-Veranstaltung im Salvatorianerkloster Steinfeld bei Kall (Kreis Euskirchen). Und beinahe schien es, als habe der 1958 in Nettersheim-Pesch beerdigte Schriftsteller selbst diesen Apell gehört, als wehe ein Kneipscher Geist durch den Abend.

Gleich zu Beginn berichtete die aus Köln stammende und in der Eifel lebende WDR-4-Moderatorin Katia Franke von einer Wanderung am Vortag der Lesung, für die sie sich intensiv mit dem Leben und Werk des 1881 in einem Dorf im Hunsrück geborenen Jakob Kneip auseinandergesetzt hatte. Dabei, so Franke, sei sie von Steinfeld aus gehend, irgendwie „vom Weg abgekommen“, und fand sich schließlich im Kaller Eifeldorf Wahlen wieder, und zwar im „Hunsrückweg“. Als habe Kneip selbst ein wenig die Finger im Spiel gehabt. Auch kenne sie diese Sehnsucht, die der Schriftsteller immer nach dem Landleben hatte, und die ihn schließlich von Köln aus nach Pesch geführt hatte.

Perfekte Choreographie

Katia Franke hatte mit einer perfekten Choreografie den Rahmen für die Veranstaltung geschaffen. In dem so geschaffenen Raum glänzte nicht nur sie selbst als ebenso professionelle wie berührende Sprecherin und Rezitatorin. Optimal ergänzt wurde sie durch den Journalisten, Autor und Mundartexperten Manfred Lang sowie den Krimiautor, Karikaturisten  und Verleger Ralf Kramp. Beide sind in der Eifel keine unbeschriebenen Blätter. Nicht zuletzt als zwei Drittel der „Eifel-Gäng“ stehen sie für höchst vergnügliche Unterhaltung, meist der heiteren Art.

Umso beeindruckender, wie das Trio die häufig eher besinnlichen, teils bewegenden Passagen präsentierte. Immer wieder gelang es ihnen scheinbar mühelos, das Publikum mitzunehmen. Mitzunehmen nicht nur auf eine Reise zu den Stationen im Leben und Wirken des Jakob Kneip. Vielmehr entführten sie in – völlig verschiedene – Emotionen und Stimmungen. Dazu wurden die Texte, Gedichte und Romanauszüge des Autors nicht wirklich „rezitiert“, sondern mit Leben gefüllt.

Biografische Hintergründe wie auch Textpassagen aus dem Kneipschen Werk vermittelten Franke, Kramp und Lang den Zuhöreren großenteils mittels szenischer Lesungen, die meist im Dialog vorgetragen wurden. Entgegen kamen ihnen dabei die eindrücklichen, häufig sehr emotionalen Sprachbilder Jakob Kneips, anhand derer sie Landschaften, Menschen, Gefühle - und all das, was dazwischen, was dahinter verborgen liegen mag, in den realen Raum im Kloster Steinfeld holten.

Das Dorf Pesch entdeckt

Temporeich und temperamentvoll etwa eine Wirtshausszene, die Kneip in seiner Roman-Trilogie „Der Apostel“ über das Leben des Priesters Martin Krimkorn beschreibt, und in der Kramp den Erzähler gab, Franke und Lang schlüpften in die Rollen der zitierten Personen - bis hin zum angedeuteten Durcheinander der Stimmen. Leise und berührend dagegen die Geschichte, in der Kneip in der Stadt „Rheinkastel“ (gemeint ist Köln) eine verwandte Seele, eine junge Frau aus der ländlichen Heimat trifft, die in Not ist, und deren Vertrauen er gewinnt. Heiter wurde es etwa bei Auszügen aus Kneips Roman „Hampit der Jäger“ (1927) mit teils kuriosen Szenen, die prima auch ins „Eifel-Gäng“-Programm gepasst hätten.

Nicht fehlen durften auch zwei von Ralf Kramp vorgetragene Schauergedichte. Das, so Kramp, sei zum einen seiner Vorliebe fürs Metier geschuldet, zum anderen seiner ersten Begegnung mit Jakob Kneip: „Als ich gemeinsam mit Manni Lang die Erzählbände »Abendgrauen« herausbrachte, trug er auch das Gedicht »Die Totenmette« bei“, berichtete Kramp und nahm die Zuhörer mit in ein schauriges Szenario aus Kneips Feder.

Wie Jakob Kneip einst das Dorf Pesch bei seinem ersten Besuch, auf der Suche nach einem Haus, das zum Verkauf stand, entdeckte und erlebte, beschreibt er selbst, Katia Franke lieh ihm in Steinfeld ihre Stimme. Hier, wieder „im Dorf“ nimmt Jakob Kneip, der privat als „uriger, wortkarger und eher einsamer Kauz“ beschrieben wird, wieder am Dorfleben teil, „wie früher im Hunsrück“. Zum 70. Geburtstag widmen ihm die Dorfbewohner gar einen Berg, den sie nach Kneip benennen. „Hier will er auch sterben“, berichtete Franke und lässt den Autor selbst seinen Gedanken schildern. „Der Friedhof liegt sehr gesund“, so Kneip. Hier könne er sich vorstellen einmal zu liegen, „zwischen den Menschen“, den Alten und den Kindern, die unweit spielen. Von diesem Friedhof aus, sinniert Kneip, könne er auch nach seinem Tod noch so manches Mal im Geiste unter ihnen sein.

Eine Passage, die Guste Lingen im Publikum sehr beeindruckte: „Genau so ist es noch heute“, sagt sie, die ebenfalls Wahl-Pescherin ist, „Jakob Kneips Grab liegt tatsächlich so, wie er es vorausschauend beschrieben hat. Der Friedhof mitten im Dorf, in der Nähe Alte und Kinder.“ Überhaupt, so Guste Lingen, habe sie gerade erstaunliche Parallelen festgestellt: „Auch mich hat die Sehnsucht nach dem Land aus Köln nach Pesch geführt, auch ich bin Philologin.“ Jetzt wisse sie zudem, was es mit dem Jakob-Kneip-Weg auf sich habe, auf dem sie oft wandere, und warum auch ein Berg in ihrem Dorf so heißt.

Jakob Kneip starb am 2. Februar 1958 im Alter von 77 Jahren. Auf dem Weg zu einer Lesung war er in Mechernich in den falschen Zug gestiegen. Er wollte umsteigen, stieg aber auf der falschen Seite aus und geriet auf die Gleise, wo er von einem anderen Zug erfasst wurde.

Vielschichtiges Leben und Werk

Die Lit.Eifel-Lesung dokumentierte zum einen, wie facettenreich das Leben Jakob Kneips war. Ein Leben lang fühlte er sich seiner bäuerlichen, von tiefer Religiosität geprägten Herkunft verpflichtet. Mit einer „antipreußischen Gesinnung“ aufgewachsen, studierte er nach dem Abitur zunächst Theologie, später Philosophie und Philologie. Anfang des 19. Jahrhunderts begann seine schriftstellerische Tätigkeit, wenig später (1915) meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, wird aber bald in den Schuldienst entlassen. Katia Franke: „Kneip spürte den Krieg als elementaren Aufbruch des deutschen Volkes zu Gott, als heiligen Krieg…“

In den 1920er Jahren dann war er in der Friedensbewegung aktiv, quittierte den Schuldienst „da ich das Unheil des Nationalsozialismus heraufkommen sah“, so Kneip in einer Autobiografie. Allerdings; „Während der NS-Zeit gehörte er zu den angepassten Schriftstellern, hat sich in seinem Werke nie gegen die Obrigkeit aufgelehnt.“ Kam den Nazis Kneips Engagement zur Unterstützung des Ersten Weltkriegs und die bäuerlichen Erzählungen zunächst zupass, berichtete Katia Franke, so  habe seine zunehmend religiöse Dichtung mehr und mehr deren heidnischer Ausrichtung widersprochen. Jakob Kneip: „Bis 1941 hatte ich meine Wohnung in Köln. Als das Propagandaministerium im April 1941 der gesamten Presse und dem Rundfunk das Gedenken bzw. die Feier meines 60. Geburtstages verbot, wurde die Kontrolle über mich in Köln so verschärft, dass ich mich gezwungen sah, in einem entlegenen Eifeldorf Unterkunft zu suchen…“

Die Veranstaltung ließ zum anderen ahnen, wie vielschichtig das Werk Jakob Kneips ist. „Manches mag durchaus befremdlich wirken, wie etwa die Überhöhung des bäuerlichen Lebens und der Religion“, so Katia Franke. Aber: „Er macht das so konsequent, dass es Freude macht, ihn zu lesen.“

pp/Agentur ProfiPress

Anna Seckler von der Unternehmensgruppe Niederberger aus Kommern akquiriert lokale Unternehmen, die mit ihrer Werbung ein neuen Vereins- und Sozialauto für die Gemeinde Kall finanzieren sollen. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Neues Vereins- und Sozialmobil v. Oktober 2014

Unterstützung für Vereine und soziale Einrichtungen in Kall - Kostenlose Nutzung – Verleih-Station bei der Freien Tankstelle am Obi-Baumarkt - Sponsoren erhalten Gutscheine - Anschaffung Anfang 2015 geplant

Kall - Für Kall soll es bald ein Auto geben, das von Vereinen und sozialen Einrichtungen kostenlos genutzt werden kann. „Aufgrund der immer schwieriger werdenden Finanzierungsmöglichkeiten für Vereine und soziale Einrichtungen in der Gemeinde Kall haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir diese Institutionen unterstützen können“, erklärt Bernward Schmadalla, Geschäftsführer der Freien Tankstelle „Autotreff“ am Obi-Baumarkt in Kall.

Zusammen mit der Firma Regenbogen soll ein neues Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden, dass von allen Vereinen, Schulen, Kindergärten, kirchlichen und sozialen Einrichtungen sowie den Hilfsorganisationen von Feuerwehr und Rotem Kreuz kostenlos genutzt werden kann. Nur tanken muss man selbst. „Zum Bespiel dann, wenn es vielleicht zu einem Turnier geht oder für eine Fortbildung ein Auto gebraucht wird“, sagt Anna Seckler. Sie ist die regionale Projektleiterin des neuen Vereins- und Sozialautos für die Gemeinde Kall. Seit über 30 Jahren, so die Kommernerin Seckler, betreut die Firma Regenbogen schon soziale Projekte. „Regionales Engagement liegt uns am Herzen!“, heißt der Slogan. Bei dem Kaller Auto soll es sich um einen Siebensitzer der Automarke Ford handeln. „Ein Ford Transit Custom Kombi“, konkretisierte Seckler das Modell.

Finanziert werden soll der Kastenwagen durch die Vermarktung von Werbeflächen. „Wir verwalten, pflegen und leihen das Fahrzeug aus“, so Schmadalla weiter. Um die Vermarktung der Werbeflächen kümmert sich die Firma Regenbogen Werbedruck. „Unternehmer haben die Möglichkeit, durch eine attraktive Werbefläche zukünftig im ganzen Gebiet innovativ und kostengünstig in Erscheinung zu treten“, sagte Seckler, die die direkte Ansprechpartnerin für die Firmen ist.

Jeder Sponsor erhält zehn Gutscheine für eine jeweils 24-stündige kostenlose Berechtigung, das Fahrzeug auszuleihen. „Diese Gutscheine können die Unternehmen selbst nutzen, ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen und natürlich auch ihren guten Kunden überlassen, um so die Kundenbindung zu stärken“, sagten die Projektkoordinatoren.

Seckler geht davon aus, dass das mit Werbung versehene Auto Anfang 2015 angeschafft werden kann. „Ich spreche Firmen aus Kall, Mechernich und dem Großraum Euskirchen an“, so Werbefrau Seckler. Unternehmen, die sich beteiligen und damit die Anschaffung des neuen Vereins- und Sozialautos ermöglichen wollen, können sich direkt an Anna Seckler von der Unternehmensgruppe Niederberger aus Kommern per Telefon (01 76 / 20 27 98 63) oder Email (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) wenden.

pp/Agentur ProfiPress

 


„Eine Show, zwei Profis“ – unter diesem Motte gastieren Eddie Leo Schruff (r.) und Henning Wolter am Freitag, 19. Dezember, ab 20 Uhr in der Alten Abtei in Steinfeld. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Heartbeats“ in der Alten Abtei am 19.12.14

Eddie Leo Schruff und Henning Wolter präsentieren am Freiteg, 19. Dezember, in Steinfeld Pop-Evergreens

Kall-Steinfeld – „Eine Show, zwei Profis“ – unter diesem Motte gastiert das Duo „Heartbeats“ am Freitag, 19. Dezember, ab 20 Uhr in der Alten Abtei in Steinfeld.

 

Eddie Leo Schruff (Die Deutsche Stimme ZDF) und Henning Wolter (Studierter Pianist, Arnheim NL) gestalten den Abend  mit musikalischen Akzenten aus Pop-Evergreens wie „Your Song“ (Billy Joel), „What a wonderful world“ (Louis Armstrong) und Jazz-Klassikern wie „Lady is a tramp“ (Frank Sinatra) und „Mackie Messer“ (Bert Brecht).

 

„Das Programm wirkt durch die frische und moderne Interpretation a lá Michael Boublé oder Robbie Williams wie eine musikalische Reise durch die Zeit in einem stimmungsgeladenen Raum“, versprechen  die Veranstalter und ergänzen: „In der abwechslungsreichen Show ist auch Platz für kesse Moderationen und spontanen Austausch mit dem Publikum, das natürlich auch gerne mitsingen darf.“

 

Eddie Leo Schruff möchte das Publikum mit seinem ebenso gefühlvollen wie mitreißenden Gesang verzaubern, unterstützt wird er dabei durch die einfühlsame Begleitung und Piano-Soli von Henning Wolter. Die beiden bilden eine wunderbare Symbiose aus Rhythmus und Harmonie und sorgen mit dem einen oder anderen Augenzwinkern auch für den nötigen Humor. Beide Musiker konnten Ihr musikalisches Talent auch schon überregional und international (Tourneen in Frankreich, Niederlande, Skandinavien), sowie in TV und Radio (WDR, ZDF, ARD, HR, BR) unter Beweis stellen.

 

Der Eintritt zur Veranstaltung am Freitag, 19. Dezember, ab 20 Uhr in der Alten Abtei in Steinfeld kostet 10 Euro.

pp/Agentur ProfiPress

 


Die „Männer von Flake“ wollen bei der Helloween-Rocknacht in Kall einen Streifzug durch 40 Jahre Rockmusik auf die Bühne bringen. Foto: Bandfoto/pp/Agentur ProfiPress

Rock-Nacht der Hexen und Geister v. Oktober 2014

Die „Rookies“ und die „Männer von Flake“ musizieren

in der Kaller Bürgerhalle – Kartenvorverkauf läuft

 

 

Kall - Freunde der Rockmusik kommen am Freitagabend, 31. Oktober, ab 20.30 Uhr bei der Helloween-Rocknacht in der Kaller Bürgerhalle auf ihre Kosten.  Zwei Bands der Extraklasse wollen dort in der Nacht der Hexen und Geister handgemachte Rockmusik vom Feinsten präsentieren.

 

Die „Rookies“, Musiker einer ehemalige Schülerband, die vor Jahren bei der Lückerather Kinderkirmes als jüngste Rockband Deutschlands gefeiert wurde, sind heute gestandene Musiker, die ihre eigene Art  der Rockmusik zum besten geben. Die Band hat sich inzwischen in der Eifel einen Namen gemacht. Sie will dem Publikum bei der Helloween-Rocknacht so richtig einheizen, bevor die Männer von Flake als Top Act zu den Instrumenten greifen.

 

Die vier Rockmusiker sind weit über die Eifelgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Ihr Credo „It’s absolutly Live“, die professionelle Umsetzung der Songs und ihr grenzenloser Spaß an der Musik lassen stets schnell den Funken auf das Publikum überspringen. Die „Männ“ von Flake wollen in Kall einen Querschnitt der letzten 40 Jahre Rockgeschichte auf die Bühne bringen.

 

Einlass in die Bürgerhalle ist am Helloween-Abend um 20.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es in Kall im Rewe-Center, im Obi-Markt und in der Buchhandlung Pavlik, in Mechernich in der Buchhandlung Löllmann und in Bad Münstereifel in Mütters Buchhandlung am Markt, sowie im Internet (www.klinkhammer-events.de) und unter Tel.: (0 22 51) 63 697.


André (l.) und sein Bruder Sven Theisgen werden sich schwerpunktmäßig um die neue Tagespflegeeinrichtung in Kall kümmern. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Kalls erste Tagespflegeeinrichtung entsteht v. Oktober 2014

Früheres Ärztehaus in „Weiherbenden“ wird umgebaut und auch energetisch auf neuesten Stand gebracht - „Care“ und „Ad Vitam“-Zentrale bereits mit neuem Standort in Kall - Bürgermeister Radermacher erfreut: „Flexibles Angebot der Tagespflege spricht viele Menschen an.“

Kall - Menschen werden immer älter. Das ist inzwischen bekannt. Damit steigt auch der Pflegebedarf. Doch nicht immer können ältere Menschen durch Angehörige vollständig betreut werden. Hier greifen Pflegedienste ein und übernehmen inzwischen die komplette Rundumversorgung. In Kall gibt es daher die Zentrale des Pflegedienstes „Care“ mit der angegliederten Intensivpflege-Einrichtung „Ad Vitam“. Von der Hindenburgstraße aus werden mit den rund 130 Mitarbeitern Patienten bis in den Köln-Bonner, Düsseldorfer und Dürener Raum versorgt.

Die Pflegedienste werden vom Geschäftsführer-Ehepaar Mario und Martina Theisgen geführt. Sie hatten zuvor noch einen zweiten Sitz in Euskirchen, haben sich aber nun für Kall als idealen Standort entschieden. Sie haben das leer stehende Ärztehaus in den Weiherbenden gekauft und bauen es derzeit um. Das Gebäude, in dem früher der Kinderarzt Dr. Hans H. Schreiber und eine Arzt-Gemeinschaft um Dr. Karl Peter Schumacher ihre Praxisräume hatten, ist für den 50-jährigen Ad Vitam-Chef Theisgen ein idealer Standort: „Das Gebäude ist zentral gelegen. Viele Geschäfte sind fußläufig zu erreichen.“

Intensiv eingebunden werden sollen seine Söhne André und Sven, die mit in den Betrieb eingespannt sind. Das Gebäude wird derzeit komplett saniert. Auch energetisch soll es auf den neuesten Stand gebracht werden. Es entstehen vier alten- und behindertengerechte Wohnungen mit Balkon oder Terrasse in der Größe von rund 50 bis 75 Quadratmeter Wohnfläche. Im ersten Obergeschoss sollen Wohneinheiten für intensivpflegebedürftige Menschen gebaut werden. Ein Aufzug wird den Zutritt in die verschiedenen Etagen erleichtern. Im Erdgeschoss ist eine Tagespflegeeinrichtung für zwölf Personen geplant. „Es ist Kalls erste Tagespflegeeinrichtung überhaupt“, so Theisgen. Geplant ist, dass der neue Gebäudekomplex zum April nächsten Jahres fertig sein soll. Über Kosten wollte Theisgen lieber nicht sprechen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Summe im sechsstelligen Bereich befindet.

Die Idee für dieses Projekt entstand laut Theisgen aufgrund einer erhöhten Nachfrage. Denn: Die Pflege durch die eigene Familie sei nicht immer möglich. „Das liegt am veränderten Alltag der Angehörigen. Nicht jeder kann etwa seine Berufszeit kürzen, um die Eltern zu pflegen.“ Hier greife der Pflegedienst ein.

In der Tagespflegeeinrichtung sollen Menschen in der Regel von 8 Uhr bis 17 Uhr betreut werden. Ziel ist neben der Sicherstellung einer fachgerechten Betreuung und Pflege auch die individuelle Förderung alltagspraktischer und geistiger Fähigkeiten. Der Tagesablauf soll vom Fachpersonal organisiert und gemeinsam mit den Tagespflegegästen gestaltet werden. Wichtiges Element der Betreuung in der Tagespflegeeinrichtung: die gemeinsame Zeit, die mit anderen Menschen verbracht wird.

Wie Theisgen weiter erklärte, eignet sich Tagespflege besonders für solche Menschen, die nur tagsüber Pflege und Betreuung durch Dritte benötigen und ansonsten von ihren Angehörigen betreut und gepflegt werden können. Die Tagespflegegäste sollen wählen können, ob sie das Angebot nur an einem, an mehreren Tagen in der Woche oder an allen Wochentagen von Montag bis Freitag nutzen möchten. Die Gäste können von ihren Angehörigen in die Tagespflegeeinrichtung gebracht und dort wieder abgeholt werden. Laut Theisgen ist es aber auch geplant, einen eigenen Fahrdienst zu vermitteln. Die Betreuung in einer Tagespflege hat ihre Grenzen, wenn Menschen auf Dauer bettlägerig sind oder an schweren psychischen Störungen leiden.

Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher freut sich, dass eine Tagespflegeeinrichtung entsteht. Aufgrund von Berufstätigkeit, aber auch aus anderen Gründen, müsse die Betreuung von Angehörigen oftmals einem Pflegedienst oder einer Betreuungseinrichtung übergeben werden. „Diese haben inzwischen einen sehr hohen Stellenwert in unserer immer älter werdenden Gesellschaft und leisten unabkömmliche Arbeit“, so Radermacher.

„Ich begrüße dieses Projekt außerordentlich und freue mich, dass es hier in Kall realisiert wird.“ Umso mehr, als auch in Kall der demographische Wandel erkennbar sei. Herbert Radermacher: „Ich kann mir vorstellen, dass insbesondere das flexible Angebot der Tagespflege viele Menschen anspricht.“

pp/Agentur ProfiPress

Das frühere Ärztehaus in den „Weiherbenden“ wird derzeit umgebaut. Darin entsteht Kalls erste Tagespflegeeinrichtung. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Die Kallerin Jana Engels (M.) las zusammen mit dem Gladbecker Autor Harry Michael Liedtke (l.) Kurzgeschichten. Engels zeigt hier auf ein Foto von Kall, das Gemeindebücherei-Leiterin Sabine Züll in ihren Händen hält. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Was zum Lachen, was zum Nachdenken v. Oktober 2014

Kaller Autorin Jana Engels und Gladbecker Harry Michael Liedtke trugen Kurzgeschichten in Gemeindebücherei vor - Publikum zum Nachdenken und zum Lachen angeregt - Gemeindebücherei als Veranstaltungsort für Kulturverein „Leuchtfeder“ ins Auge gefasst

Kall - Was für ein illustrer Abend. Auch wenn in der Kaller Bücherei an der Hauptschule die meisten Stühle unbesetzt blieben, ließen sich die Zuhörer schnell in einen unterhaltsamen Autorentalk einbinden. Dafür sorgten die Kaller Schriftstellerin Jana Engels und der Gladbecker Gast-Autor Harry Michael Liedtke, die abwechselnd einige ihrer Kurzgeschichten vortrugen.

Tiefgreifend und kritisch behandelte Engels den teils sorglosen Umgang mit sozialen Netzwerken in ihrer Geschichte „Gefällt mir!“ und sorgte im Anschluss für einen kurzen Moment Stille. Danach trug Engels die Geschichte „Zankapfel“, in der es um einen Mord aus Neid geht und „Eiskalt erwischt“, in der der personifizierte Winter sich vor den Menschen in einer Wohnung versteckt, vor. Auch diese beiden Geschichten wirkten bei den Zuhörern nach und regten zum Nachdenken an.

Jana Engels wurde 1978 in Berlin geboren, wuchs dort und in Brandenburg auf. Seit 2002 lebt sie mit ihrem Mann und den mittlerweile vier Kindern in Kall. Engels ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kulturfördervereins „Leuchtfeder“, regelmäßiges Mitglied des Nettersheimer Künstlerstammtisches und leitet derzeit im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Eifel eine Schreibwerkstatt in der Gesamtschule Nettersheim-Blankenheim. Bisher erschienen von ihr  Kurzgeschichten, Gedichte, Kindergeschichten in eigenen Büchern sowie in Anthologien.

Liedtkes Western „Rider in the storm“ und auch die Krimigeschichte „Mutter Carnage und ihre Kinder“ aus der Anthologie „Mordsmütter“ konnte man als gelungenes Pendant ansehen. Sie sorgten für einen ausgewogenen Abend. Auch Liedtke schreibt mit Hingabe über die kleinen und großen Schwächen der Menschen. Liedtke stammt aus Bielefeld und lebt in Gladbeck. Im Hauptberuf arbeitet er als Industriekaufmann, nebenher betätigt er sich als Setzer, Drucker, Korrekturleser, Filmkritiker und „Sphäronaut“. Er ist außerdem Organisator von Lesungen und Kulturveranstaltungen, vor allem im Ruhrgebiet. Des Weiteren ist er Mitgründer und Vorsitzender des Kulturfördervereins „Leuchtfeder“. Im Juni 2009 erschien sein Erzählband „Begräbnis auf dem Mond“, der 2012 neu aufgelegt wurde. Sein Lebensmotto: „Namen sind was für Grabsteine. Und Buchrücken!“Mit seiner bestechenden Vortragsweise und einem ordentlichen Schuss Satire sorgte Liedtke für herzhafte Lacher im Publikum.

Es wurde nicht nur gelesen, sondern auch geklönt und philosophiert. Zur Sprache kamen unter anderem die Tätigkeit der Autoren Engels und Liedtke im Kulturförderverein „Leuchtfeder“. Die Organisation und Durchführung verschiedener Veranstaltungen mit all den Hindernissen und auch positiven Überraschungen wurden mit einigen witzigen Anekdoten unterlegt.

Auch die Kaller Gemeindebücherei wurde als künftiger Veranstaltungsort ins Auge gefasst. Natürlich wurde auch mehrfach auf das „Halloween Event“ im Kulturraum Kall verwiesen, das durch „Leuchtfeder e.V.“ ausgerichtet wird. Dort liest am Freitag, den 31. Oktober, um 20 Uhr, die Fantasy Star-Autorin Tanya Carpenter aus ihren Vampirgeschichten.

„Es war ein gelungener Abend in kleiner Runde, der sich schon bald einer Wiederholung erfreuen wird“, sagte Gemeindebücherei-Leiterin Sabine Züll.

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Schauspieler Andre Dietz (rechts) und seine Kollegin Kaja Schmidt-Tychsen gaben im Kaller Rewe-Center gemeinsam mit Mitarbeiter Patrick Dahmen den Startschuss zur 20. Verlosung zugunsten der Hilfsgruppe Eifel. Links im. Foto: Patrick Züll/pp/Agentur ProfiPress

20. Tombola für die Hilfsgruppe Eifel v. Oktober 2014

Serien-Schauspieler Andre Dietz gab anlässlich

 der Kaller Gewerbeschau im Rewe-Center in Kall den Startschuss – Am Nikolaustag werden Gewinner ermittelt

 

Kall - Die Kinder standen im Mittelpunkt und deshalb fanden Familien, die die Gewerbeschau im Kaller Ortskern besuchten, am Rewe-Center ein wahres Paradies vor. Marktmanager Rudi Hannes hatte auf einem Teil des Großparkplatzes vor dem Kaufhaus eine riesige Spiellandschaft aufbauen lassen. Da konnten Söhne versuchen, ihre Väter beim Tischkicker-Spiel zu schlagen, eine Fußball-Minigolfanlage erforderte indes von den Kindern viel Geschick. Eine Riesenrutsche, ein Angelspiel, eine Fußball-Hüpfburg, Fußballrodeo und Torwandschießen waren weitere Attraktionen. Ein Clown zauberte für die Kinder bunte Luftballonfiguren, während sich andere kunstvoll das Gesicht schminken ließen.

 

Kinder stehen auch im Mittelpunkt einer Benefiz-Aktion, die bis zum Nikolaustag  im Kaller Rewe-Center stattfindet. Dort fiel anlässlich der Gewerbeschau der offizielle Startschuss für die nunmehr 20. Tombola zugunsten der Hilfsgruppe Eifel.Dabei konnte Rudi Hannes erneut auf die Unterstützung eines guten Freundes setzen. Andre Dietz, Schauspieler und Darsteller des Ingo Zadek in der RTL-Serie „Alles was zählt“ war mit Kollegin Kaja Schmidt Tychsen, die in der Serie die Jenny Steinkamp verkörpert, nach Kall gekommen.

 

Andre Dietz ist ein großer Förderer der Hilfsgruppe Eifel. Er hat bereits über 50.000 Euro, die er bei diversen Fernseh- oder Kochshows gewonnen hat, an den Kaller Förderkreis gespendet. Auch Rudi Hannes kann durch zahlreiche Hilfsaktionen und die bisherigen 19 Tombolas auf eine stolze Spendenbilanz von rund 250.000 Euro für die Hilfsgruppe verweisen.

 

Die große Tombola wird auch von vielen Kaller Gewerbetreibenden unterstützt, die tolle Preise für die Tombola gestiftet haben, deren Hauptpreise ein Groß-Fernseher und ein Elektrofahrrad sind. In den nächsten Wochen werden Mitglieder der Hilfsgruppe zweitweise im Rewe-Center anwesend sein, um möglichst viele Lose an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Ziehung der Gewinner erfolgt am Nikolaussamstag, 6. Dezember, durch den Vorsitzenden der Hilfsgruppe Eifel, Willi Greuel.

 

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

 


Für den guten Zweck war der Kiwanis Club Nordeifel bei der Kaller Herbstschau vertreten. Unter anderem der Erlös ihres großen Verpflegungs-Stands soll sieben Jugendeinrichtungen im Kreis Euskirchen zugutekommen. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

6000 Euro für Jugendeinrichtungen v. Oktober 2014

Kiwanis Club Nordeifel mit großem Verpflegungsstand auf der Kaller Herbstschau – Insgesamt 6000 Euro für sieben Jugendeinrichtungen in Kall, Mechernich, Urft, Gemünd, Schleiden und Hellenthal – Kiwanis-Vorsitzender Hans-Josef „Hajo“ Heinen auch mit Band „Sleidanias“ am Start

 

Kreis Euskirchen/Kall - Herrliches Spätsommerwetter und ein umfassendes Angebot hatten mehr als 25.000 Menschen zur Kaller Herbstschau gelockt. Neben vielen gewerblichen Ausstellern präsentierte sich dort wie bereits in den Vorjahren auch die Hilfsorganisation „Kiwanis Club Nordeifel“. An einem großen Stand, der dem Verein vom Kaller Unternehmen Getränkehandlung Baum zur Verfügung gestellt wurde, warben die „Kiwanier“ um Spenden für ihre Projekte. Während auf einer Bühne Sportler des Aktivparks Kall stündlich eine Präsentation  ihres Fitnessprogramms aufführten, sorgten die vielen fleißigen Hände der Mitglieder von „Kiwanis“ dafür, dass kein Besucher mit leerem Magen über die Herbstschau gehen musste.

 

Auf den bereitgestellten Bänken genossen die Menschen den kleinen oder großen Imbiss in der Sonne. Der große Essensstand mit Kaffee, Kuchen, Herzhaftem und der Getränkewagen waren den ganzen Tag umlagert, so dass die Helfer in den blauen T-Shirts kaum eine ruhige Minute hatten. Doch die Arbeit taten sie gerne, da jedes verkaufte Glas, jeder Snack wieder einen kleinen Betrag bedeutete, mit dem die Eifeler Jugend unterstützt werden kann. „Wir sind seit vielen Jahren auf der Gewerbeschau, um Geld zu sammeln, mit dem wir helfen können“, sagte Hans-Josef Heinen, Vorsitzender der Nordeifeler Gruppe der weltweit tätigen Organisation.

 

Die Herbstschau in Kall bietet „Kiwanis“ stets die Möglichkeit, Geld für die gute Sache zu erwirtschaften. Sieben Jugendhilfeeinrichtungen erhalten Zuwendungen in Höhe von insgesamt 6000 Euro, mit denen ihre Arbeit unterstützt werden soll. So dürfen sich unter anderem die K.O.T. Offene Tür in Mechernich, die Kaller Pfadfinder Sankt Georg, das Jugendhaus „Kolosseum“ in Gemünd, Projekte in Schleiden und Hellenthal, sowie das Hermann-Josef-Haus in Urft über Zuwendungen freuen. „Wir stehen aber auch bei menschlichen Problemen bereit“, erklärte Heinen das Engagement. Jede der Einrichtungen hat im „Kiwanis-Club“ einen Paten, der federführend den Kontakt hält und stets als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Seit ungefähr zwölf Jahren unterstützt seine Organisation die Einrichtungen. Rund 3000 Euro Reingewinn bleiben erfahrungsgemäß nach der Herbstschau in der Kasse des Vereins. 

 

„Kiwanis“ wurde 1915 in Detroit, USA, gegründet. Das Wort kommt aus dem Indianischen und bedeutet nach Darstellung des Vereins, dass man Freude daran habe, aktiv zu sein. Weltweit gibt es mehr als 600.000 Kiwanier in fast 100 Ländern. In Deutschland haben sich rund 3300 Mitglieder in rund 145 Kiwanis-Clubs organisiert. Vor allem steht die Förderung der Entwicklung von Jugendlichen, Kindern und deren Umfeld im Zentrum der Hilfstätigkeit der Clubs.  

 

In Kall sorgte der Vorsitzende Kajo Heinen auch persönlich Für die richtige Wohlfühl-Atmosphäre auf dem Hof der Firma Getränke-Baum, der übrigens  unentgeltlich für den Guten Zweck zur Verfügung gestellt wurde. Mit dem Trio „Sleidanias“, das allerdings als Duo auftrat, steuerte Heinen Livemusik bei. Seinen Freund Willi Moritz hatte er dafür gewinnen können, dass dieser für die gute Sache unentgeltlich mit seiner Band „Strange Enough“ auftrat. Klassische Rocksongs aus den 70er und 80er Jahren gehören bei ihnen zum Programm, mit dem sie den Besuchern der Herbstschau den Gang über die Straßen des Gewerbegebietes versüßten.

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Der Kaller Hubert Büth (r.) erstelle eine Chronik über seinen Heimatort, die über 600 Seiten und 1200 Fotos beinhaltet. Bürgermeister Herbert Radermacher durfte bereits einen Blick hineinwerfen. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Als Kall noch Call hieß v. Oktober 2014

Der Kaller Hubert Büth arbeitet seit 13 Jahren an einer neuen Kaller Chronik - Über 600 Seiten und 1200 Bilder - Bürgermeister Radermacher: „Lesenswert!" - Veröffentlichung Ende des Jahres

Kall - Vom Bergbau-Ort hin zu einem modernen Industrie- und Gewerbestandort: Die wechselvolle und interessante Geschichte Kalls hat Hubert Büth in einer sehens- und lesenswerten Chronik „Kall im Spiegel der Geschichte" zusammengestellt. Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher konnte bereits die ersten Seiten in Augenschein nehmen. „Die Chronik lässt sich gut lesen und ist auch durch die vielen Bilder sehr interessant. Sie ist absolut lesenswert", so Radermacher. Es sei ein Glücksfall für Kall, so Radermacher, dass Hubert Büth das Text- und Bildmaterial für die Chronik in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen, sortiert und ausgewertet habe. Der Autor selbst dankt der Kaller Verwaltung: „Ich habe bei meinen Recherchen immer viel Unterstützung erfahren."

Der 74-Jährige Hubert Büth ist in Kall geboren und nach seiner Tätigkeit als Gemeindedirektor in Dahlem seit 1999 Pensionär. Seit 2001 arbeitet Büth an einer Chronik für Kall. „Das Interesse, Fotos und Ansichtskarten von Kall zu sammeln, war schon in meiner Jugendzeit da", erinnerte sich der Hobby-Historiker. Mehrmals hielt Büth im „Bürgerhof" für den Kaller Eifelverein und vor Kaller Senioren einen Bildervortrag mit historischen Aufnahmen von Kall. „Schreib das doch mal auf. Das weiß nachher doch keiner mehr", baten ihn anschließend Zuhörer und Bekannte.

Gesagt, getan. In seinen Händen hält Büth eine Chronik über Kall mit über 600 Seiten und 1200 Farb- und Schwarz/Weiß-Bildern, die von der frühen Geschichte Kalls bis heute erzählen. Viele Menschen vertrauten Büth ihre Bilder zum Digitalisieren an und gaben Erläuterungen zu Personen und Ereignissen ab, die Büth vielfach als Text zu den Bildern nutzen konnte. So ist ein umfangreiches Bildarchiv entstanden, das die Grundlage für die Chronik bildet.

„Wir leben in einer Zeit, in der das Interesse der Einwohner an ihrem Heimatort schwindet, weil sie sich vielfach nur noch für die visuelle Welt des Internets und des Fernsehens interessieren", sagt Büth. „Dennoch gibt es auch Menschen, die im Laufe ihres Lebens Interesse an ihrer Herkunft und der Geschichte ihres Heimatortes entwickeln."

Schwerpunkte der Chronik sind die Eisenindustrie in Kall, die Entwicklung der für Kall so wichtigen Bahn- und Postanbindung, die Zeit der Weimarer Republik, des Dritten Reichs, der beiden Weltkriege und des Wiederaufbaus des Ortes und der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg. „Der Bahnhof war Segen und Fluch, da er in den Kriegsjahren immer ein Angriffsziel der Bomberverbände der Alliierten war", sagte Büth. Fast 90 Prozent von Kall waren zum Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört.

Ferner finden auch die Veränderung bei Wirtschaftsbetrieben, der Niedergang von Betrieben und die Neuansiedlung von Firmen, die Kall geprägt haben, Raum. Eine bildliche Gegenüberstellung von früher und heute soll dem Betrachter die Veränderung und Entwicklung des Ortes vor Augen führen. Ebenfalls ist einigen Persönlichkeiten und besonderen Ereignissen in Kall je ein Kapitel gewidmet.

In unzähligen Stunden hat sich Büth in den vergangenen 13 Jahren den Themen gewidmet, die er mit vielen Bildern veranschaulicht. „Es gab schon einige Chroniken über Kall, aber wohl keine, die so viele Bilder enthält", so Büth. Mit den Bildern in den verschiedenen Kapiteln ist ein kleiner Querschnitt gegeben, der die Erinnerungen an die alte Zeit abrundet. 20 Motive stammen von Künstlern, die Kall in unterschiedlichen Zeiten gemalt haben.

In seinen Texten schreibt Büth den Ortsnamen „Kall" mit K. Das war nicht immer so. Durch Verfügung des Regierungspräsidenten in Aachen wurde die Schreibweise ab dem 1. Oktober 1929 von „Call" in „Kall" verbindlich vorgeschrieben.

Um die 20 Zeitzeugen interviewte Büth und zeichnete die Gespräch mit seiner Videokamera auf, stöberte bei der Suche nach Urkunden und alten Schriften im Kaller Gemeinde- und Pfarrarchiv sowie im Landesarchiv in Düsseldorf. Vom Medienzentrum des Kreises Euskirchen und den Lokalreportern der Tageszeitungen bekam Büth einige Bilder. „Ohne das detailreiche Tagebuch der letzten Kriegsmonate von Wilhelm Müller wären die Aufzeichnungen über den Zweiten Weltkrieg nicht so ausführlich möglich gewesen", so Büth. Ebenfalls waren ihm die Aufzeichnungen von Pfarrer Johannes Baltes in der Pfarrchronik sehr hilfreich.

„Zukunft braucht Erinnerung. Wer seine Geschichte nicht kennt, der kann seine Gegenwart und Zukunft nicht gestalten", meint Büth. Ende des Jahres soll die Chronik erscheinen und käuflich zu erwerben sein.

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Das im Krieg zerstörte Pfarrhaus. Repro: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress
Diese Ortsansicht aus dem Jahr 1953 dokumentiert den beginnenden Bau des Rathauses im noch deutlich weniger besiedelten Kall. Repro: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Auch Trödel-Fans kamen auf ihre Kosten und konnten das eine oder andere Schätzchen ergattern. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Herbstschau wieder Publikumsmagnet v. September 2014

Kaller Herbstschau war erneut voller Erfolg – Bis zu 30.000 Besucher tummelten sich im Gewerbegebiet und dem Ortskern – Gewerbliche Aussteller, Kunstmeile und Kinderattraktionen – Benefizaktionen der Hilfsgruppe Eifel und des Kiwanis Club Nordeifel

 

Kall - Strahlendes Spätsommerwetter und ein vielfältiges Angebot, das waren die Zutaten, die die Kaller Herbstschau auch in ihrer 29. Auflage zu einem Publikumsmagnet werden ließen. Bereits um 11 Uhr, als Bürgermeister Herbert Radermacher die Veranstaltung offiziell für eröffnet erklärte, waren die Straßen gut gefüllt, und am frühen Nachmittag war kaum noch ein Durchkommen zwischen den vielen Ständen. Zwischen 25.000 und 30.000 Menschen schätzte Organisator Dieter Klinkhammer, statteten der Veranstaltung in diesem Jahr einen Besuch ab.

 

Viel Lokalprominenz war am Stand der Hilfsorganisation Kiwanis-Club Nordeifel zusammengekommen, um den Startschuss für einen erfolgreichen Tag zu geben. Radermacher begrüßte mit besonderer Freude seine beiden Amtsvorgänger Hans Kaiser und Helmut Weiler, die sich mit dem amtierenden Bürgermeister auf dem Gelände der Getränkehandlung Baum eingefunden hatten.

 

Mehrere Mitglieder des Kaller Rates begleiteten die  Eröffnung der Herbstschau ebenso wie der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz. Mit Landrat Günter Rosenke sowie seinem Allgemeinen Vertreter Manfred Poth und dessen Frau Iris, der Chef-Wirtschaftsförderin des Kreises Euskirchen, hatten sich auch Vertreter der Kreisbehörden das persönliche Erscheinen nicht nehmen lassen. Auch Landtagsmitglied Klaus Voussem und die Euskirchener Stadtverordnete Sandra Eisermann fehlten nicht in der Riege der Gäste.

 

Rund 250 Aussteller hatte der Organisator Dieter Klinkhammer im Gewerbegebiet versammelt. Auf rund einem Kilometer reihte sich Stand an Stand. „Ich habe keinen freien Platz mehr“, freute sich Klinkhammer. Seit über zwanzig Jahren zeichnet er für die Mischung der Firmen verantwortlich, die sich den Kunden präsentierten. Ob Pfannen, neue Autos oder handgestrickte Socken, für jeden Geschmack gab es etwas. „Hier werden die Kinder genauso zufriedengestellt wie die Papas“, schwärmte Heike Hütten aus Rescheid, seit vielen Jahren eine treue Besucherin der Herbstschau. Ihre neunjährige Tochter Anna machte derweil eine Probefahrt auf dem „Fun-Scooter“ von Karl-Heinz Schmitz. Diese Gefährte haben nur zwei Räder und werden durch Gewichtsverlagerung gelenkt. Auch auf dem Parkplatz vor Apollo-Optik konnten Kinder in einem Quad-Parcours ihre Geschicklichkeit beweisen, während die großen Autofans ihr Interesse bei dem knappen Dutzend Autohändler befriedigen konnten, die über das Gelände verteilt waren.

 

„Das Wetter ist bestellt“, lachte Stephan Kohl, Vorsitzender des Gewerbevereins. Das nämlich schenkte den Eifelern einen unverhofften Spätsommertag, so dass die Gäste zu Tausenden nach Kall strömten. Mit einem Shuttle-Bus konnten sie zwischen den beiden Schwerpunkten hin- und herpendeln, die im Gewerbegebiet und dem Kaller Ortskern lagen.

 

Hier lockte die Kunst- und Kulturmeise, ein vielfältiger Flohmarkt und viel Livemusik die Gäste. „Wir haben den Schwerpunkt auf ein familienfreundliches Angebot gesetzt“, erläuterte Kohl das Konzept, mit dem in den Straßen rund um den Bahnhof gearbeitet worden war. Kinderattraktionen gab es sowohl vor dem Rewe als auch bei der Ene Nordeifel. Auf einer Livebühne sorgte die Band „Project Seven“ für Stimmung.

 

Mit einem großen Stand vor der Getränkehandlung Baum warb die Hilfsorganisation „Kiwanis Club Nordeifel“ um Spenden. Unterstützt von den Sportlern des Aktivparks Kall, die stündlich eine Präsentation  ihres Fitnessprogramms aufführten, sorgten die Mitglieder von „Kiwanis“ mit Speis und Trank dafür, dass sie die Eifeler Jugend unterstützen können. „Wir sind seit vielen Jahren auf der Gewerbeschau um Geld zu verdienen“, sagte Hans-Josef Heinen, Vorsitzender der Nordeifeler Gruppe der weltweit tätigen Organisation. Ein Schwerpunkt der Vereinstätigkeit der „Kiwanis“-Mitglieder liegt traditionell bei verschiedenen Jugendhilfeprojekten, die durch die Erlöse der Herbstschau unterstützt werden sollen. So dürfen sich die K.O.T. Offene Tür in Mechernich, das Jugendhaus „Kolosseum“ in Gemünd, Projekte in Schleiden und Hellenthal, sowie das Hermann-Josef-Haus in Urft über Zuwendungen freuen. „Wir stehen aber auch bei menschlichen Problemen bereit“, erklärte Heinen das Engagement. Seit bereits zwölf Jahren unterstützen die Kiwaner die Einrichtungen.

 

Für die richtige Wohlfühl-Atmosphäre auf dem Hof der Firma Getränke-Baum, der unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde, sorgte der Vorsitzende auch persönlich. Mit seinen „Sleidanias“ steuerte Heinen Livemusik bei. Seinen Freund Willi Moritz hatte er dafür gewinnen können, dass dieser mit seiner Band „Strange Enough“ auftrat. Klassische Rocksongs aus den 70er und 80er Jahren gehören bei ihnen zum Programm.

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Zigtausende Besucher werden am Sonntag, 28. September, von 11 bis 18 Uhr, zur 29. Kaller Herbstschau erwartet. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

29. Kaller Herbstschau lockt mit vielen Attraktionen v. September 2014

Geschäfte und Betriebe im Gewerbegebiet und im Ortskern sind geöffnet – Großes Rahmenprogramm mit vielen Highlights für Jung und Alt

Kall – Zigtausende Besucher wird es am Sonntag, 28. September wieder nach Kall ziehen, wenn dort zum 29. Mal die Kaller Herbstschau über die Bühne geht. Um 11 Uhr wird Bürgermeister Herbert Radermacher die beliebte Mammutschau auf dem Gelände der Firma Baum im Gewerbegebiet eröffnen.

Neben dem Besuch des Gewerbegebietes rund um den Siemensring, wo alle Geschäfte und Betriebe ihre Pforten von 11 bis 18 Uhr öffnen, lohnt sich auch ein Abstecher in den Ortskern. Auch dort gibt es ein abwechslungsreiches Rahmen- und Unterhaltungsprogramm mit vielen Highlights sowie eine von dem Künstler Stephan Schick organisierte kleine Kunstausstellung. Pendelbusse werden im Einsatz sein, um die Besucher vom Gewerbegebiet ins Zentrum und wieder zurückzufahren.

Gewerbegebiet

Auch für die 29. Herbstschau ist es dem bewährten Ausrichter Dieter Klinkhammer aus Euskirchen gelungen, wieder zahlreiche Attraktionen an Land zu ziehen.

So wird die Raiffeisen Waren-Zentrale Mechernich in Nähe des Obi-Baumarktes eine riesige Schneidanlage errichten, in der ganze Baumstämme zu Brennholz der Regionalmarke Eifel verarbeitet werden. In speziellen Behältern wird das Brennholz anschließend getrocknet.  Stephan Arnolds aus Nöthen, Chef vom Forst- und Brennholzservice Eifel, und Markus Dörr, Vertriebsleiter der RWZ Mechernich, kooperieren als Pioniere in diesem Bereich. Das Team hält sich an die Vorgaben und Qualitätskriterien, die im Rahmen des Leitprojekts HolzCluster.Eifel des Netzwerks Wald und Holz Eifel e.V. ausgearbeitet wurden. Danach muss das Holz aus Eifeler Wäldern stammen und ein Zertifikat für nachhaltige Forstwirtschaft wie PEFC oder FSC haben.

Traditionell nimmt die Kfz-Ausstellung einen großen Raum ein. „Ein knappes Dutzend Autohändler wird rund 80 Autos ausstellen“, kündigt Klinkhammer an. Auch die kleinen Vierrad-Fans erwartet eine Attraktion: Sie können auf bezinbetriebenen Kinderquads ihre Runden drehen.

Die Freiwillige Feuerwehr wird, wie jedes Jahr, ihre zünftige Erbsensuppe anbieten, an zahlreichen weiteren Imbiss- und Getränkeständen gibt es eine große Auswahl an kulinarischen Verlockungen. Zum Tauschen und Kaufen lädt eine Kinderbörse ein.

Ortskern

Zur vielbesuchten Shopping-Meile avanciert das Zentrum Kalls. Entlang der Bahnhofstraße werden unter der Regie des Hellenthalers Rolf Gelhausen professionelle Antik- und Trödelhändler ihre Stände aufschlagen und ihre qualitativ hochwertige Ware feilbieten. Udo Koch, Vorsitzender des Shotokan-Karate-Do-Vereins Kall, wird den noch jungen Verein mit einem speziell für diesen Anlass vorbereiteten Übungsprogramm vorstellen.

Auch die musikalische Unterhaltung kommt nicht zu kurz. Die Musikkapelle Kall bringt an der Eisdiele Blasmusik vom Feinsten zu Gehör, in der Bahnhofstraße sorgen ein Drehorgelspieler und ein Clown für Unterhaltung. Die therapeutische Jugendhilfeeinrichtung „Haus Waltrud“ wird auf dem Rathausvorplatz frische Waffeln backen und selbstgebackenen Kuchen und Kaffee anbieten. Dort informiert auch das Energieteam Kall, eine Gruppe Kaller Bürger, die sich für den Klimaschutz engagiert und anlässlich der Herbstschau über ihre  Projekte informiert. Am Stand des Energieteams werden auch Fragen zu Energiesparen, Gebäudesanierung und Fördermitteln beantwortet.

Am Rewe-Center dreht sich alles rund um den Fußball: Eine Fußballhüpfburg, Fanschminken, eine Fußball-Minigolfanlage, Fußballrodeo und ein Tischkicker lassen noch einmal Erinnerungen an die Weltmeisterschaft wach werden. Mit etwas Glück und Geschick sind beim Torwandschießen fünfmal je zwei Karten für eine Stadionführung mit „Meet & Greet“ von maximal zwei Spielern der ersten Mannschaft des 1. FC Köln zu gewinnen. Außerdem findet wieder eine Verlosung zugunsten der Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämieerkrankte Kinder statt. Dabei gibt es prominente Unterstützung: Die Schauspieler André Dietz und Kaja Schmidt-Tychsen, bekannt aus der Daily Soap „Alles was zählt“, werden für den guten Zweck ebenfalls Lose verkaufen und Autogramme schreiben.

Auf die ganz Kleinen warten eine Riesenrutsche, ein Luftballonclown, ein Angelspiel und Dosenwerfen.

Im Zeichen der Familien steht das Programm der Kreis-Energie-Versorgung in der Hindenburgstraße mit einem „Event-Iglu“ und zahlreichen Vergnügungen für Kinder wie Bastelecke, Kinderschminken, Luftballonknoter, Entenrennen, Torwandschießen, Hüpfburg und  Kletterleuchtturm. Gegen Hunger und Durst stehen ein Süßigkeitenwagen, eine Gulaschkanone und eine Cafeteria sowie ein Getränkewagen und eine Bar mit leckeren Cocktails für Groß und Klein bereit. Für musikalische Unterhaltung sorgen der Kinderliedermacher  Uwe Reetz, Die Band „Celebration Live“, der Musikverein Ahrhütte und die „Eifelperlen“.

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An Rettungshunden, wie die Labdrador-Hündin „Aika“, werden die praktischen Übungen wie das Anlegen eines Verbands gezeigt. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Was tun, wenn „Bello“ blutet? v. September 2014

Rotes Kreuz bietet wieder „Erste-Hilfe am Hund“-Kurs an – Übungen und viele wertvolle Tipps vom Kommerner Tierarzt Dr. Bert Hülsmann für den Fall des Falles – Schnelle Anmeldung erforderlich

 

 

Kreis Euskirchen/Kall – Wie stelle ich einen Erste-Hilfe-Kasten für meinen treuesten Begleiter zusammen? Wie gehe ich mit dem verletzten Hund um? Auf diese Fragen gibt es Antwort im Kursus „Erste Hilfe am Hund“ des Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen am Freitag, 10. Oktober, von 19 bis 22 Uhr in der Rotkreuz-Unterkunft, Siemensring 42, in Kall.

Tierarzt Dr. Bert Hülsmann vermittelt Erste Hilfe bei Verletzungen ebenso wie Untersuchungs- und Gewöhnungsübungen: Hochheben und Transport, Fixieren des Fanges, Ruhigstellen einer Gliedmaße, Fixieren des Hundes für bestimmte Untersuchungen, Untersuchung von Ohr und Auge, Verabreichung von Medikamenten, Temperaturmessung, Behandlung von Verletzungen der Haut, im Kopfbereich, an Auge, Ohr und Nase, Blutstillung, Wundreinigung und Desinfektion werden angesprochen.

Verbände und Wundschutz sind ebenso ein Thema wie Krämpfe und Anfälle, Magendrehung/ -überladung, Schock, Insektenstiche, Unterkühlung und Erfrierungen, Hitzschlag und Sonnenstich. Alle praktischen Themen werden an Hunden der Rotkreuz-Rettungshundestaffel Kall geübt.

Wie Franz Küpper, der Leiter der Rotkreuz-Rettungshundestaffel Kall mitteilt, ist eine frühzeitige Anmeldung für den Termin am 10. Oktober bereits jetzt ratsam und erforderlich und zwar unter Tel. 0 22 51-79 11 0. Es werden nämlich nur 20 Teilnehmer mitmachen können.

Küpper: „Der Hund ist des Menschen bester Freund. Hunde sind neugierig, suchen, spielen und reißen manchmal aus. Schnell passiert einmal ein Unfall mit einem Hund oder der Hund wird plötzlich schwer krank.“ Ob zu Hause oder im Urlaub, so Küpper, sei es dann wichtig, dass der Hundeführer einfache Maßnahmen kenne, mit denen er den verletzten Hund versorgen beziehungsweise für den Transport zum Tierarzt vorbereiten kann. Es wird eine Teilnehmergebühr von 30 Euro inklusive eines Erste-Hilfe-Hund-Notfallplan erhoben.

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Der Kaller Thomas Golüke (44) spendete 2009 Stammzellen für den Münchener Dr. Klaus Jacoby, der an einem seltenen Gendefekt litt und ohne Stammzellenspende nicht überlebt hätte. Jetzt trafen sich Golüke (links) und sein genetischer Zwilling (rechts, mit Lebensgefährtin Karin Piecha) erstmals in Kall. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Dem Lebensretter gedankt v. September 2014

Thomas Golüke aus Kall spendete Stammzellen für einen todkranken Mann aus München – Nach fünf Jahren fand  jetzt endlich das erste Zusammentreffen in der Eifel statt

 

 

Kall/München - Miteinander telefoniert oder sich auch Briefe geschrieben hatten der Kaller Thomas Golüke und der Münchener Dr. Klaus Jacoby schon seit längerer Zeit, doch ein persönliches Zusammentreffen kam erst jetzt, fünf Jahre nach dem lebensrettenden Ereignis zustande. Am Wochenende konnte der heute 67-jährige Physiker Dr. Klaus Jacoby  zum ersten Mal seinen genetischen Zwilling Thomas Golüke (44) in die Arme schließen. Der hatte 2009 Stammzellen für den damals todkranken Münchener gespendet und ihm damit das Leben gerettet.

Mit dem Zug waren Jacoby und seine Lebensgefährtin Karin Piecha in die Eifel gekommen, um endlich den Mann persönlich kennenzulernen, der seit der Stammzellenspende quasi Blutsbruder des Physikers ist. Die Drei verlebten ein gemeinsames Wochenende, in dessen Verlauf Thomas Golüke, der stellvertretender Löschzugführer bei der Feuerwehr in Kall ist, seinen Gästen auch das Gerätehaus und die Fahrzeuge zeigte.

Am Samstag verbrachte das Trio einige Stunden im Städtchen Monschau, von dem die Münchener hellauf begeistert waren. Als der begeisterte Eisenbahn-Fan Jacoby davon hörte, dass sonntags ein historischer Schienenbus von Kall ins Schleidener Tal fährt, war für ihn klar: „Einmal im Leben will ich mit der alten Flitsch fahren.“ Das tat er am Sonntagvormittag noch vor seiner Abreise nach Köln-Thielenbruch, wo er das Straßenbahn-Museum besuchte, um anschließend per Bahn wieder in Richtung München zu fahren.

Bei einem Blutspende-Termin in Kall hatte sich Thomas Golüke 1996  für die Spenderdatei der 1986 gegründeten Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung typisieren lassen. 13 Jahre dauerte es dann, ehe Thomas Golüke 2009 als Stammzellenspender für einen kranken Patienten in Frage kam. Als er die Nachricht erhielt, dass seine Stammzellen einem unbekannten Menschen das Leben retten könnte, war er sofort zur Spende bereit. Am 5. August spendete er bei der Stiftung in Birkenfeld das lebensrettende Knochenmark.

Auf Golükes Stammzellen wartete im Uni-Klinikum in München-Großhadern der damals 62-jährige Klaus Jacoby, der an der ganz seltenen Krankheit PNH (Paroxysmale Nocturnal Hämoglobinurie) litt. Unter einer Million Menschen kommt diese durch einen Gendefekt bedingte Krankheit etwa fünf Mal vor, bei Personen im  Alter von über 45 Jahren noch seltener.

Dabei war das Leben des gebürtigen Hamburgers, der seit nunmehr 37 Jahren in München lebt und zuletzt bei der Weltfima Fuijutsi  in der Datenverarbeitung beschäftigt war, ganz normal verlaufen. Bis er 2006 immer öfter schlapp oder müde war und in der Münchener Uni-Klinik die niederschmetternde Diagnose und der damit verbundenen beginnenden  Leukämie bekam. Klaus Jacoby: „Man eröffnet mir, dass ich mittelfristig nur mit einer Stammzellenspende überleben werde.“

Der Versuch einer Therapie mit einem neuen amerikanischen Medikament schlug fehl, es trat keine Besserung ein. Mit einer Stammzellenspende konnte sich der Physiker noch immer nicht abfinden. „Ich habe noch ein Jahr gewartet und dann die letzte Abfahrt gewählt, als nichts mehr ging“, berichtete Jacoby am Wochenende in Kall.

Die Angst, dass kein passender Spender für ihn gefunden werden könnte, verschwand schnell, als er in der Klinik in Großhadern mit seinen Patientenunterlagen zu einer Behandlung ging und unterwegs einen Blick in die Akte warf. Jacoby: „Da las ich dann von einem Deutschen und einem Engländer, die als Spender für mich infrage kamen.“

Der Deutsche war Thomas Golüke aus Kall, dessen Gewebemerkmale hundertprozentig mit denen von Klaus Jacoby übereinstimmten.

Einen Tag nach der Stammzellenentnahme bei Golüke wurde Jacoby in Großhadern erfolgreich transplantiert.

Neun Wochen lang verbrachte der 62-Jährige in der Klinik, ehe sein Immunsystem sich wieder stabilisiert hatte. Lebensgefährtin Karin Piecha achtete peinlichst darauf, dass nach der Entlassung alle Ratschläge der Ärzteschaft berücksichtigt wurden, denn jede kleinste Erkältung oder Infektion hätte das Leben des Mannes erneut gefährden können. Menschenansammlungen und Großveranstaltungen hätten sie lange Zeit vermieden, erst dieses Jahr, so Karin Piecha, seien sie wieder in ein Flugzeug gestiegen, um in den Urlaub nach Mallorca zu fliegen.

Während der gesetzlich vorgeschriebenen Sperrzeit von zwei Jahren wusste keiner der beiden, wer der andere war, sie konnten jedoch anonym Briefe austauschen. Nach einem Jahr hatte Thomas Golüke auf Anfrage erfahren, dass es sich bei seinem Stammzellen-Empfänger um einen Mann „aus dem Raum Bayern“ handele und es diesem gutgehe.

Erst, als im August 2011 die Sperrzeit nach zwei Jahren zu Ende war und auch beide an einem gegenseitigen Kennenlernen Interesse angemeldet hatten, bekamen Spender und Empfänger ein Gesicht. Nach weiteren drei Jahren gab es jetzt endlich das erste Zusammentreffen, bei dem sich Klaus Jacoby bei seinem Lebensretter persönlich bedanken konnte.

 

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Bürgermeister Herbert Radermacher (links) mit der 120-Liter-Bio-Tonne und Fachbereichsleiter Michael Heller mit einer 240-Liter-Restmülltonne. Zum Jahresende werden die alten Müllgefäße gegen neue Leihgefäße ausgetauscht. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Kosten für die Müllabfuhr sollen sinken v. September 2014

Neue Müllsatzung der Gemeinde Kall sorgt für mehr Gerechtigkeit im Portemonnaie der Bürger – Umstellung soll außerdem die Müllmenge verringern

 

Kall - Eine gute Nachricht für die Bürger der Gemeinde Kall: Sie haben ab Beginn des nächsten Jahres selbst Einfluss darauf, wie hoch ihre jährlichen Kosten für die Müllabfuhr werden. Die Gemeinde wird ab Januar das System der Abfallentsorgung zum Zweck der Müllvermeidung und einer größeren Gebührengerechtigkeit ändern.

Die großen Mengen Restmüll, die derzeit noch in Kall anfallen, sollen durch die Änderung der Satzung und die Umstellung auf ein Ident- bzw. Chipsystem  deutlich reduziert werden. Im Fachausschuss und im Gemeinderat wurde die neue Müll- und Gebührensatzung jetzt beraten, um die angestrebten Ziele zu erreichen.

Eine Arbeitsgruppe „Abfall“ hat sich schon vor Monaten mit der Unterstützung von Abfallexperten des Kreises, der RWTH Aachen, des Städte- und Gemeindebundes sowie des Abfuhr-Unternehmers Schönmackers mit der Optimierung der Müllentsorgung in der Gemeinde Kall befasst und Konzepte erarbeitet. Die Ergebnisse sind nun in die Änderung der Satzung eingeflossen, die zum 1. Januar 2015 in Kraft treten soll.

Durch die Möglichkeit, Restmüllgefäße auch in kleineren Dimensionen von 60 oder 80 Litern Inhalt nutzen zu können, bekommen die Bürger nicht nur einen weiteren Anreiz zur Müllvermeidung, sie können auch Gebühren einsparen.

Die Satzung sieht den Austausch der zum Teil sehr alten und schlechten Rest- und Biomüllbehälter durch die Gemeinde vor.  Die bisherige Personengebühr fällt künftig weg. Stattdessen erhebt die Gemeinde eine Behältergrundgebühr und eine Behältermengengebühr je Entleerung. Die Bereitstellung der Biotonne ist gebührenfrei, weil die Abfuhr in der Behältergrundgebühr der Restmülltonnen enthalten ist.

 

Die künftige jährliche Grundgebühr beträgt für den 60-Liter-Behälter (1 und 2 Pers.) 46,50 Euro, ein 80-Liter-Gefäß (3 Pers.) kostet 60 Euro, ein 120-Liter-Gefäß(4 und 5 Pers.) 86,50 Euro und ein 240-Liter-Gefäß (ab 6 Pers.) 167 Euro. Die Entleerungen der Tonnen werden künftig durch das Ident-System ermittelt und  nach Anzahl der tatsächlichen Entleerungen „spitz“ abgerechnet. Für den 60-Liter-Behälter werden 2,55 Euro je Leerung fällig, für 80 Liter 3,40 Euro, für 120 Liter 4,60 Euro und für 240 Liter 9,20 Euro.

 

Die Müllbehälter werden im 14-tägigen Rhythmus (26 Leerungen pro Jahr) abgefahren, wobei dem Bürger freigestellt ist, ob er seine Tonne zum Entleeren bereitstellt. Wird die Tonne weniger als 26 Mal geleert, bekommt der Nutzer die Gebühr gutgeschrieben. Berechnet werden aber mindestens 13 Leerungen.

„Unter dem Strich“, kalkuliert Kämmerer Michael Heller, „wird die Müllentsorgung für die Bürger der Gemeinde Kall erheblich billiger“. „Die Ersparnis kann damit zwischen 18 und 28 Prozent liegen“, so Heller weiter. Für ordnungsgemäßes Eigenkompostieren gewährt die Gemeinde einen jährlichen Gebührennachlass in Höhe von 12,50 Euro.

Trotzdem gilt der gebührenfreie Anschluss an die Biotonne auch für diese Eigenkompostierer. Das, so die Verwaltung, sei erforderlich, weil es auch Bio-Abfälle gebe, die nicht auf den Kompost gehören oder zum Kompostieren nicht oder nur sehr schlecht geeignet sind. Große Mengen Grünabfall können weiterhin zu den zweimal jährlich stattfindenden Grünabfuhrterminen oder auf der Deponie (AWZ) in Mechernich-Strempt entsorgt werden. Ast- und Strauchwerk wird dort sogar kostenlos angenommen. Außerdem können zusätzliche Biotonnen bereitgestellt werden, für die jährlich eine Gebühr von 25,50 Euro (120 Liter) bzw. 47,50 Euro (240 Liter) erhoben wird. 22 Euro beträgt die Gebühr, wenn man anstatt der kostenfreien 120 Liter Biotonne eine größere 240 Liter Biotonne haben möchte. Für Ausnahmefälle können wie bisher Restabfallsäcke, Biomüllsäcke und neuerdings auch Windelsäcke erworben werden.

Für das Austauschen eines Müllgefäßes erhebt die Gemeinde eine Gebühr von zehn Euro.

Bezüglich der gebührenbegünstigten Eigenkompostierung, für die ein neuer Antrag zu stellen ist, sieht die Verwaltung stichprobenartig Kontrollen vor. Dies betrifft auch die Restmüllgefäße. Außerdem erfolgt eine Kontrolle der Befüllung der Abfallgefäße durch Detektoren spezieller Müllfahrzeuge.

Bürgermeister Herbert Radermacher ist guter Dinge, dass die neue Satzung den Bürgern Vorteile bringt und die Mengen des Restmülls, deren Entsorgung teuer sei, weniger wird. In anderen Kommunen funktioniere dieses Systems bestens.

pp/Agentur ProfiPress


Nach der Installierung der Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Grundschule Sistig wirft diese seit zwei Jahren satte Gewinne ab. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Gemeinde Kall senkte ihren Energieverbrauch v. September 2014

Verwaltung tut viel für den Klimaschutz und spart so Kosten – Zirka 20 Prozent weniger Strom und Wärme verbraucht als 2006 - Sparmaßnahmen gleichen Preissteigerungen aus

 

Kall - Es ist ein 95 Seiten starkes Werk, das es in sich hat und das die die Mitglieder des Ausschusses für Liegenschaften, Forst und Umwelt dankbar und anerkennend zur Kenntnis nahmen. Zum dritten Mal seit 2011 legte der Energieberater der Gemeinde Kall, Tobias Feld, dem Ausschuss einen Energiebericht vor, dessen Fortschreibung die energetische Entwicklung und weitere Klimaschutz- und Energieziele in der Gemeinde aufzeigt.

Feld konnte in seiner Darstellung den Nachweis erbringen, das die Gemeinde Kall in den letzten Jahren - auch mit Hilfe des ehrenamtlichen Energieteams – große Fortschritte in der Verringerung des Energieverbrauchs und des damit verbundenen Co2-Ausstoßes gemacht hat. Der Bericht, so Tobias Feld, diene weiterhin dazu, noch vorhandene Schwachstellen bei der Heizenergie-, Strom- und Wasserbewirtschaftung zu erkennen.

Basis der im Bericht zusammengefassten Daten sind die von der Gemeinde monatlich aufgezeichneten Zählerstände und die Abrechnungen der Energieversorger. Dargestellt sind die jährlichen Verbrauchswerte für Heizenergie, Strom und Wasser in den einzelnen Liegenschaften und die Entwicklung der damit verbundenen Kosten ab dem Jahr 2005.

Mit Wohlwollen vernahmen die Ausschussmitglieder die Nachricht, dass im Berichtsjahr 2013 die Energieverbräuche im Vergleich zum Vorjahr in nahezu allen Bereichen weiter gesenkt, oder zumindest konstant gehalten werden konnten. Der Heizenergie-Verbrauch in den zwölf  gemeindlichen Liegenschaften ging innerhalb des Jahreszeitraumes um drei Prozent zurück. Der Stromverbrauch der Gebäude und der Straßenbeleuchtung ging insgesamt um über 12% zurück. Feld: „Dadurch wurde eine deutlichere Kostensteigerung infolge steigender Energiebezugspreise verhindert.“

Der Gemeinde ist es gelungen, den Energieverbrauch in den vergangenen Jahren deutlich zu verringern. Insgesamt, so weist der Energiebericht aus, lag der Verbrauch (Strom und Wärme) im Jahr 2013 um zirka 20 Prozent unter dem Verbrauch im Jahr 2006. Sowohl bei Strom als auch bei den Heizkosten seien Preissteigerungen zu erwarten, die nur durch Sanierungs- und Energiesparmaßnahmen ausgeglichen werden können. „Hier sollten vor allem die großen Verbraucher wie Hallenbad, Schulen und das Rathaus betrachtet werden“, so Tobias Feld. Auch die Straßenbeleuchtung sei weiter zu erneuern.

Bei gemeindlichen Gebäuden empfehle sich eine umfassende Sanierung. Das mögliche Sparpotenzial erläuterte Feld am Beispiel der alten Kaller Schule, die zwischen Juni 2011 und dem Frühjahr 2012 von Grund auf saniert worden sei. Die gesamte Gebäudehülle sei gedämmt worden, außerdem sei eine neue Heizungsanlage eingebaut worden. Heizenergie-Verbrauch zwischen den Jahre 2002 und 2010 konstant bei fast 200.000 kWh lag, sank er im ersten Jahr nach der Sanierung um fast 70 Prozent. 2013 lag er nur noch bei gut 20 Prozent des früheren Verbrauchs, berichtete Tobias Feld.

Bei hohem Stromverbrauch in der Grundschule und der Turnhalle in Sistig gelang der Gemeinde Kall 2011 mit der Installation der ersten gemeindeeigenen Photovoltaik-Anlage ein entscheidender Schritt in die Gegenrichtung. Bereits im ersten Halbjahr produzierte die Anlage 14.125 kWh sauberen Strom, was zu einer Kostenreduzierung von 3700 Euro führte.

Im Jahr 2013, als die Schule 18.717 kWh Strom (Kosten 5026,06 Euro) aus dem Netz bezog,  produzierte die PV-Anlage auf den Schuldächern 41.630 kWh Strom. Davon wurden 31.105 kWh ins Netz eingespeist, was eine Einnahme von 10.462 Euro bedeutete. Der Eigenverbrauch von 10.525 kWh bedeutete für die Gemeinde eine Ersparnis von 4164 Euro. Unterm Strich, so bilanziert Tobias Feld, bescherte die PV-Anlage der Gemeinde trotz eines Stromverbrauchs von 29.242 kWh noch einen Gewinn von 9600 Euro.

Der Energiebericht weist von allen 34 vom Fachbereich II verwalteten Liegenschaften die jährlichen Verbräuche, Steigerungen oder Senkungen der Kosten, die abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen und geplante Vorhaben zur energetischen Optimierung aus. Er zeigt Wege auf, durch bessere Dämmungen der Gebäude Heizkosten zu sparen.

Der Bereich Straßenbeleuchtung gehört auf der Kostenseite zu den wesentlichen Ausgaben der Gemeinde. Auch hier konnte Energieberater Tobias Feld wegen der 2008 begonnenen Umstellung der Straßenbeleuchtung auf umweltfreundliche Leuchtmittel und Halbnachtschaltung eine positive Bilanz zumindest auf der Verbrauchsseite vorstellen. Gegenüber dem Jahr 2006 sank der Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung in der gesamten Gemeinde von 621.031 kWh um 40 Prozent auf 372.475 kWh im Jahr 2013. Kosten in Höhe von 82.779 Euro seien angefallen.

Allerdings, so Feld, würden trotz sinkender Verbräuche die Gesamtkosten steigen, da die Einheitspreise für Strom in den letzten Jahren deutlich angestiegen seien. Ohne die Sanierungsmaßnahmen lägen die heutigen Kosten bei einem Gesamtverbrauch wie im Jahr 2006 beim Strompreis 2013 bei rund 130.000  Euro und damit um 66 Prozent höher.

Die Gemeinde Kall hat zur Reduzierung von Verbrauch und Kosten im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Umweltministeriums

im Jahr 2011 erstmals Fördergelder (40 Prozent der  Investitionskosten) für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung von konventioneller Technik auf LED bewilligt bekommen. Im Sommer 2012 konnten damit 80 Lampen in den Ortsteilen Steinfeld, Scheven, Sistig und Golbach umgerüstet werden. Insbesondere an der Entwicklung in der Hermann-Josef-Straße in Steinfeld ist das  Ergebnis deutlich zu erkennen: Der Stromverbrauch sank hier durch die Umrüstung um fast 60 Prozent.

Auch 2012 wurde wieder eine Förderung beantragt, die die Umrüstung von 50 Lampen in Kall ermöglichte. Die Förderquote wurde zwar auf 25 Prozent gesenkt, die Sanierung rechne sich aber nach wie vor in wenigen Jahren, so Tobias Feld.

Für den Folgeantrag 2013/2014 für die Umrüstung in Scheven und der Bahnhofstraße liege der Zuwendungsbescheid vor, die Umrüstung von 60 Lampen erfolge im Herbst dieses Jahres. Im Zuge der Ausbaumaßnahmen in Rinnen werden weitere 20, in der Pfarrer-Reinartz-Straße in Kall fünf und beim Ausbau der Kölner Straße 50 neue Straßenlampen mit LED-Leuchtkörpern installiert.

Mit einem großen Lob an Tobias Feld nahm der Rat das umfangreiche Zahlenwerk zur Kenntnis. Dem Bericht sei zu entnehmen, dass die Kommune auf dem richtigen Weg sei. Energieberater Feld informierte den Rat, dass es eine Prioritätenliste für Bau- und Sanierungsmaßnahmen gebe, die nach und nach abgearbeitet werde.

pp/Agentur ProfiPress

 

Die alte Schule in Kall ist ein Paradebeispiel für Energieeinsparungen, die durch eine grundlegende Sanierung erreicht worden sind. Die Kosten haben sich um 80 Prozent reduziert. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Stellten die digitale Ausleihe „Onleihe Erft“ vor: (v.l.) Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher, Büchereileiterin Sabine Züll, Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, Janine Andree und Sabine Eichhorn, Leiterinnen der Büchereien in Mechernich und Bad Münstereifel sowie Bad Münstereifels Bürgermeister Alexander Büttner. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Gemeindebücherei geht mit der Zeit v. September 2014

Digitale Ausleihe jetzt auch in den öffentlichen Bibliothek in Kall  möglich – E-Books, E-Audios, E-Videos, E-Papers, E-Magazines und E-Music ausleihen – mobil und rund um die Uhr

Mechernich/Kall – „Die Gemeinde Kall übernimmt gemeinsam mit den Städten Mechernich und Bad Münstereifel eine Vorreiterrolle in der Region in Sachen digitaler Ausleihe“, freute sich Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher. Bei einer gemeinsamen Präsentation in der kurstädtischen Stadtbücherei starteten die drei Kommunen ihre Beteiligung an der „Onleihe Erft“, einem seit einem Jahr bestehenden gemeinsamen Angebot der öffentlichen Bibliotheken in Bergheim, Brühl, Elsdorf, Euskirchen, Frechen und Pulheim. Einen „logischen Schritt im modernen Zeitalter“ nannte es Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich.

Dabei handelt es sich um ein digitales Portal für Bibliotheken, das ab sofort auch den Inhabern eines Bücherei-Ausweises für die Gemeindebücherei in Kall die bequeme Ausleihe vom heimischen PC aus ermöglicht – rund um die Uhr, unabhängig von Öffnungszeiten und ohne drohende Mahngebühren, denn nach 21 Tagen löscht das Programm das heruntergeladene Buch automatisch. Magazine kann man einen Tag lang lesen, Zeitungen nur eine Stunde.

Wie das funktioniert, führte Stephanie Eichhorn vor, Leiterin der Stadtbücherei Bad Münstereifel. Sie führte die anwesenden Vertreter der Kommunen und Büchereien, darunter auch die Kaller Bücherei-Leiterin Sabine Züll, durch die Internetseite der „Onleihe“ mit den notwendigen Programmen und Informationen, die nötig sind, um Bücher im PDF- oder ePub-Format herunterzuladen kann. „Es geht ganz einfach“, versicherte sie, lediglich die kostenfreie Installation des dafür notwendigen Adobe-Programms „Digital Editions“ benötige 15 Minuten. Genutzt werden kann das neue Angebot im Rahmen der Bücherei-Jahreskarte. Der Download erfolgt auf E-Book-Reader, Tablet, iPad, iPod und PC.

Derzeit liegt der Anteil von eBooks auf dem deutschsprachigen Buchmarkt bei vier Prozent. „Das ist noch eine Nische“, so Eichhorn, doch der Markt wachse rasant. Die Zuwachsraten belaufen sich auf 40 Prozent jährlich. Im Verbund der „Onleihe Erft“ sind zurzeit 6.500 Medien verfügbar. Beststeller werden bis zu 20-fach angeschafft, damit die Wartezeit nicht zu lang ist. Von der starken Nachfrage des Angebots in der Kreisstadt berichtete vor Ort Brunhilde Weber, Leiterin der Stadtbücherei in Euskirchen, die dem Verbund seit einem Jahr angehört. Daher könne es auch schon einmal zu längeren Wartezeiten auf gewünschte Bücher kommen.

Permanente Neuanschaffungen erweitern das Angebot ständig. Dafür stellt jede Bibliothek im Jahr mindestens 1.000 Euro zur Verfügung. „Die Büchereien sind eine freiwillige Ausgabe, die wir uns auch in finanziell schwierigen Zeit erlauben wollen“, betonten unisono Thomas Hambach für die Stadt Mechernich und Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher. Das gelte auch für die Verknüpfung des Bildungsauftrags mit den neuen Medien.   

Finanziell hat das Projekt einen Umfang von rund 90.000 Euro. Die Realisierung wurde durch die Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen möglich, das die Einführung der „Onleihe Erft“ mit 80 Prozent der Gesamtsumme unterstützt.

 „Der Mensch muss nicht mehr in die Bücherei kommen“, konstatierte  Stephanie Eichhorn, betonte aber sofort: „Das heißt aber nicht, dass es uns nicht mehr gibt.“ Denn vor Ort sind Sabine Züll und ihre Mitarbeiterinnen in Kall gerne bereit, jedem Interessierten zu den üblichen Öffnungszeiten das Verfahren zu erklären.

www.onleihe-erft.de

pp/Agentur ProfiPress


Die sieben Preisträger der Region Nordeifel/Euskirchen mit den Jurymitgliedern. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Helfer ausgezeichnet v. September 2014

Drogeriemarkt-Kette vergibt 1,1 Millionen Euro Preisgelder an Ehrenamtler aus Kall und Umgebung – Sieben Auszeichnungen für Eifeler Organisationen und Personen – Auch die Hilfsgruppe Eifel mit Sitz in Kall und Stammtisch in Vollem bekam Urkunde, Skulptur und 1000 Euro

 

Eifel/Weilerswist – Viele strahlende Gesichter waren jetzt vor der Filiale der dm-Drogeriemarkt-Kette in Weilerswist zu sehen: Sieben Ehrenamtler aus der Region Nordeifel und dem Raum Euskirchen wurden dort als regionale Preisträger der Initiative „HelferHerzen - Der dm-Preis für Engagement“ ausgezeichnet. Darunter auch die Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämiekranke Kinder mit Sitz im Raum Kall/Mechernich, das Café International in Monschau-Imbgenbroich und die Euskirchener Kaplan-Kellermann-Realschule.

  

Die Urkunden und Schecks über jeweils 1000 Euro überreichten der dm-Gebietsverantwortliche Torsten Wentland sowie die Bürgermeister Peter Schlösser (Weilerswist) und Margareta Ritter (Monschau). Die Initiative „HelferHerzen“ war im Frühjahr gemeinsam von dm, NABU, Kinderschutzbund und der Deutschen Unesco-Kommission mit über einer Million Euro Preisgeldern ausgestattet und bundesweit ausgelobt worden.

 

 9175 ehrenamtliche Tätige Menschen und Organisationen bewarben sich oder wurden von Dritten vorgeschlagen. Mehr als 700 Juroren tagten in den Sommermonaten in 148 regionalen Jurys und wählten aus den Vorschlägen deutschlandweit 1100 Personen und Organisationen aus, die jeweils mit einem Preisgeld von 1000 Euro bedacht wurden.

 

Für die Region Nordeifel und Euskirchen wurden 58 soziale und humanitäre Projekte nominiert. Eine Jury, der auch dm-Gebietsleiter Torsten Wentland, der Weilerswister Bürgermeister Peter Schlösser und die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter angehörten, hatte keine leichte Aufgabe, aus den Nennungen sieben Preisträger zu ermitteln. „Wir waren uns aber am Ende einig und sicher, die richtigen ausgewählt zu haben“, berichteten Peter Schlösser und Margareta Ritter vor der Preisverleihung übereinstimmend.

  

Torsten Wentland war begeistert über die Vielzahl der Teilnehmer und die Vielfältigkeit der Hilfsprojekte. „Deshalb freuen wir uns, mit unserer dm-Initiative die wichtige Arbeit von vielen ehrenamtlich Engagierten unterstützen zu können“, resümierte Wentland, der in der Region Nordeifel & Euskirchen für 27 dm-Filialen verantwortlich ist.

 

Preisträger aus dem Kreis Euskirchen waren die Hilfsgruppe Eifel, für die Vorsitzender Willi Greuel die Auszeichnung entgegennahm. Die Juroren hatten vor allem das weltweite Engagement der Hilfsgruppe bei der Suche nach Knochenmarkspendern gewürdigt. Inzwischen seien aus den neun Typisierungsaktionen der Hilfsgruppe mit der DKMS 181 Stammzellenspender gefunden worden, die leukämiekranken Menschen in 34 Ländern der Welt geholfen hätten, berichtete Willi Greuel.

 

Monika Cornelius aus Euskirchen wurde von „HelferHerzen“ ausgezeichnet  für ihre Betreuung von demenzkranken Menschen. Dritte Preisträgerin aus dem Kreis Euskirchen ist Hospizhelferin Sonja Conrads, die mit ehrenamtlichen Helfern todkranke Menschen in ihren letzten Stunden begleitet und ihnen letzte Wünsche erfüllt.

 

Für die Euskirchener Kaplan-Kellermann-Realschule nahm Bernd Wessel den Preis stellvertretend für die Lehrerin Anke Böttcher entgegen. Sie wurde ausgezeichnet für die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Soziales Engagement“, in der 16 Schüler der Realschule ehrenamtlich mitarbeiten.

  

Drei weitere Preise gingen in den Raum Monschau: Für ihre jahrzehntelange Arbeit im Heimatverein Mützenich konnte Paula Backes die Ehrung entgegen nehmen. Elfriede Conrads aus Kalterherberg setzt sich bei der dortigen Eifelvereinsortsgruppe für die Jugend und junge Familien ein. Sie gehört zudem zu der Arbeitsgruppe, die Holzmöbel herstellt und diese im Dorf und auf Wanderwegen aufstellt.

  

Wegen ihres großen Engagements im Café International in Imbgenbroich entschied sich die Jury auch für die Auszeichnung von Inge Theissen. Das Café ist Anlaufstelle für Flüchtlinge und Migranten.

  

Alle Preisträger bekamen eine Urkunde, eine von der Karlsruher Majolika-Künstlerin Hannelore Langhans gestaltete Skulptur sowie einen Scheck über 1000 Euro.

 

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Schulpflegschafts-Vorsitzende Birgit Born-Bentfeld (Mechernich) und Alexandra Mertens (l.), Elternvertreterin vom Standort Kall in der Schulkonferenz, Schulleiterin Dagmar Wertenbruch (m.) Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Wird aus „kleiner“ eine große Gesamtschule? v. September 2014

Eltern regen Weiterentwicklungspläne der Sekundarschule Mechernich-Kall an – Jahrgänge 5 bis 10 in Kall, 5 bis 13 in Mechernich – Abitur nach 13 Jahren ist nach Klasse 10 ebenso möglich wie Wechsel an ein anderes Gymnasium – Stadtrat Mechernich und Gemeinderat Kall haben das letzte Wort

 

Mechernich/Kall – Können die Schüler an der Sekundarschule Mechernich-Kall demnächst auch an der eigenen Schule Abitur machen? Die Eltern beider Schulstandorte haben gemeinsam mit Schulleiterin Dagmar Wertenbruch das Gespräch mit den Kommunalverwaltungen Kall und Mechernich  gesucht. Ziel: Die „kleine“ Gesamtschule, die die Sekundarschule bereits als Fusion von Real- und Hauptschulen darstelle, soll in eine große, also echte, sechszügige Gesamtschule bis zum Abitur weiterentwickelt werden.

 

„Die Gesamtschule  entspricht auch dem Wunsch vieler Eltern, die die Bildungswege ihrer Kinder gerne länger offen halten möchten", so Birgit Born-Bentfeld, die Schulpflegschaftsvorsitzende der Sekundarschule Mechernich-Kall, die den Verwaltungen Kall und Mechernich den  Weiterentwicklungsvorschlag gemeinsam mit Alexandra Mertens (Kall) und Schulleiterin Dagmar Wertenbruch vortrug.

 

Letztere sagte, der „klare Elternwille“, die Sekundarschule als Gesamtschule bis zum Abitur weiterzuentwickeln, sei nicht nur Wunsch des bisherigen Jahrgangs, sondern auch  bei der Mehrheit der  insgesamt knapp 150 Anmeldungsgespräche für das Schuljahr 2014/15 sowie  bei allen Ummeldungsgesprächen von Schülern anderer Schulformen an die Sekundarschule zum Ausdruck gekommen.

 

 

In Gesprächen und Versammlungen

drängen Eltern auf Abiturvariante

 

 

Die Sekundarschule habe vom Start weg eine sehr gute Entwicklung genommen, so die Schulleiterin. In den beiden ersten Jahren lagen die Anmeldezahlen über den Erwartungen. „Wenn die Schule zur Gesamtschule wird und alle Abschlüsse bietet, wird die Attraktivität nochmals gesteigert“, so Dagmar Wertenbruch.

 

Auch bei den Elternversammlungen an den Grundschulen werde sie nachdrücklich  von den Eltern gefragt, warum man die gemeinsame Schulform von Haupt- und Realschule nicht konsequent um die Variante erweitere, bis zum Abitur weiterzumachen.

 

Eine „große Gesamtschule“ solle, wie jetzt schon die „kleine“, als Ganztagsschule mit intensiver Lehrer-Schüler-Bindung, längerem gemeinsamen Lernen, individueller Betreuung und Förderung auch am Nachmittag die bestmögliche Entwicklung jedes Kindes gewährleisten, so Wertenbruch.

 

„Wir erfüllen schon jetzt im Wahlpflichtbereich der Klassen 6 alle Bedingungen der Gesamtschule“, sagte die Schulleiterin, „da können die Sekundarschüler schon heute Französisch, Naturwissenschaften (Biologie, Chemie und Physik), Darstellen und Gestalten oder Arbeitslehre (Technik und Wirtschaft) als viertes Hauptfach wählen.“

 

Das letzte Wort über die mögliche Weiterentwicklung der kleinen zur großen Gesamtschule Mechernich-Kall, die auch von Köln und Düsseldorf mitgetragen würde, haben nun die Ratspolitiker in Kall und Mechernich. Entsprechende Sondierungsgespräche mit der Schulaufsicht des Regierungspräsidenten und dem NRW-Bildungsministerium wurden bereits erfolgreich geführt, ein schriftlicher Bescheid liegt vor.

 

Eine Umwandlung der Sekundarschule zur Gesamtschule wäre demnach genehmigungsfähig, ohne dafür eigens eine neue Schule gründen zu müssen.

 

Der Stadtrat Mechernich beschäftigt sich erstmals am heutigen Dienstag, 26. August, mit der möglichen schulischen Weiterentwicklung, Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Gemeinderat Kall wird das Modell am Dienstag, 2. September, vorgestellt, ehe es zur weiteren Beratung in die Schulausschüsse geht.

 

 

Bürgermeister sprechen von einer

„zukunftsweisenden Lösung“

 

 

Das von den Eltern favorisierte  und nun vorgetragene Modell bezeichneten Bürgermeister Herbert Radermacher und Dr. Hans-Peter Schick heute bereits als „Verwaltungswillen“ und „konsensfähig in der Politik“. Für die Schulstädte Mechernich und Kall sei die gemeinsame große Gesamtschule eine gute und zukunftsweisende Lösung. Insbesondere für Kall erwartet man mehr Anmeldungen als bislang an der Sekundarschule.

 

Statt nur bis zur Klasse 10 könnten die Gesamtschüler künftig auch bis zum Abitur an der gleichen Schule bleiben, ohne wechseln zu müssen. In Kall würden die Jahrgänge 5 bis 10 angeboten, in Mechernich durchgehend alle Klassen von der 5 bis zum Abiturjahrgang 13.

 

 

„Turbo-Abitur ist nicht für jedes

Kind der beste Weg“

 

 

Gemeinsame Oberstufenkurse mit dem Gymnasium am Turmhof in Mechernich seien nicht nur denkbar, sondern würden angestrebt, das städtische Mechernicher Gymnasium selbst bleibe in seiner Existenz unangetastet und führe seine Schüler wie bisher nach 12 Jahren zum Abitur, die Gesamtschule Mechernich-Kall nach 13 Jahren. Bürgermeister Schick: „Das gibt Eltern und Schülern je nach Stärke und Veranlagung die Möglichkeit, sich für individuelle Schullaufbahnen zu entscheiden. Das Turbo-Abitur ist nicht für jedes Kind der beste Weg.“

 

Nach wie vor möglich bleiben Wechsel nach Klasse 10 ans Gymnasium am Turmhof, so Bürgermeister Schick. „Auch in der Gemeinde Kall könnten die Zehntklässler problemlos von der Gesamtschule ans Hermann-Josef-KollegSteinfeld, zum Wirtschaftsgymnasium in Kall oder an ein anderes Gymnasium wechseln“, erklärte Bürgermeister Radermacher. Die freie Schulwahl sei von der Weiterentwicklung völlig unangetastet.

pp/Agentur ProfiPress


Nachdem er 27 Jahre mit „Dieters Bierbude" bei der Kirmes präsent war, ließ Gastwirt Dieter Forner (grünes Hemd) es montags zu seinem Kirmesabschied noch einmal krachen. Entertainer Julian Heldt sorgte bis Mitternacht für Partystimmung. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Kirmes erlebte erfolgreiches Revival v. September 2014

Ortsvorsteher Guido Keutgen, die Gemeindeverwaltung und das Vereinskartell zogen mit dem Veranstalter-Ehepaar Dahmen ein positives Resümee – Nur das Wetter spielte nicht mit

 

 

Kall - Gelungen ist der Versuch, die Kirmes in Kall wieder ein Stück attraktiver zu gestalten. Veranstalter und Besucher zogen nach dem dreitägigen Fest ein positives Resümee. Nur das Wetter spielte nicht mit, denn Samstag und Sonntag regnete es zeitweise in Strömen. Doch auch dadurch ließen sich die Kaller die Kirmeslaune nicht vermiesen.

 

 

Die Veranstalter Brigitte und Paul Heinz Dahmen, Ortsvorsteher Guido Keutgen, die Gemeinde Kall und das Vereinskartell hatten beim Bestreben der Kirmeswiederbelebung an einem Strang gezogen und ein rundes Programm auf die Beine gestellt. So gab es am Samstag wieder einen Kirmesball in der Bürgerhalle, an allen drei Tagen fand ein Trödel- und Handwerkermarkt statt und auch an Fahrgeschäften für Groß und Klein mangelte es nicht. Neben dem Auto-Scooter und einigen Kinderkarussells gab es erstmals ein Kettenkarussell, auf dem die Kirmesbesucher durch die Lüfte fliegen konnten.

 

Auftakt des dreitägigen Volksfestes war das Ausgraben des Kirmesknochens am Evangelischen Altenwohnheim durch das Maigeloog. Vom Vogtpesch aus ging es unter Begleitung der Musikkapelle zur Kirmeseröffnung an der Bürgerhalle. Zahlreiche Eröffnungsgäste verfolgten das Anschlagen des ersten Kirmesbier-Fasses durch Ortsvorsteher Guido Keutgen. Der bedankte sich bei der Gemeinde Kall, dem Vereinskartell, dem Maigeloog und vor allem bei der Veranstalter-Familie Dahmen, die das Risiko eines Neuanfangs auf sich genommen habe.

 

Keutgen und Bürgermeister Herbert Radermacher, der wegen einer Hochzeitsfeier in der Familie nicht an der Eröffnung teilnehmen konnte, hatten je ein Fässchen Kölsch spendiert. Schnell hatten Festwirt Paul Heinz Dahmen und Ortsvorsteher Guido Keutgen das Freibier unter die Kirmesgäste gebracht.

 

Anschließend gab die Musikapelle Kall in der Bürgerhalle ein einstündiges Konzert, das leider nur wenige Gäste verfolgten. Um 20 Uhr begann dann der Kirmesball mit der Tanzband „Bounce-live“. Die siebenköpfige Band mit ihrer Frontfrau Steffi Schneider ist durch ihre Auftritte beim 24-Stunden-Rennen, beim Strongman Run, beim Truck-Grand-Prix und bei der DTM am Nürburgring weit über die Grenzen der Eifel hinweg bekannt. Etwa 450 Gäste füllten die Bürgerhalle.

 

Sonntags zogen dann viele Stände des Trödelmarktes in die Bürgerhalle um. Regen am Nachmittag hielt dann viele Kaller vom Besuch des Rummelplatzes ab.

 

Zum Kirmesausklang am Montagabend ließ es der Kaller Kultwirt Dieter Forner an seiner Bierbude mit den beiden Partyzelten noch mal so richtig krachen. Nachdem er 27 Jahre lang mit seiner Bierbude bei der Kirmes präsent war, war es in diesem Jahr das letzte Mal, weil er im Sommer nächsten Jahres Zapfhahn und Kochlöffel an den Nagel hängt und in den Ruhe stand geht.

 

Zum Kirmesabschied hatte Dieter Forner den Entertainer Julian Heldt ins Rennen geschickt. Der sorgte für bis Mitternacht für ausgelassene Partystimmung, ehe das Maigeloog zum Begraben des Kirmesknochens schritt.

 

pp/Agentur ProfiPress

Das Maigeloog grub den Kirmesknochen aus und brachte ihn unter Begleitung der Musikkapelle zur Bürgerhalle. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur Profipress
Erstmals konnten sich die Kaller Kirmesgäste auf einem Kettenkarussell vergnügen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur Profipress

Mit Hilfe einer Mannschutzbrause schützt sich dieser Feuerwehrmann bei der Übung vor eventuell austretenden giftigen Dämpfen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Gemeindefeuerwehr probt den Ernstfall v. August 2014

Kaller Gemeindefeuerwehr um Wehrführer Gemeindebrandinspektor Harald Heinen hat neues Übungssystem entwickelt – „Einsatz“ mit großen Fahrzeugen in unwegsamem Gelände - Ernstfall in verschiedenen Szenarien simuliert – Schulung zu alternativen Antriebsmitteln bei Fahrzeugen

 

 

Kall - Einen zwölfstündigen Übungstag absolvierten die  Mitglieder der Gemeindefeuerwehr Kall im Zuge einer Stationsausbildung im  Gemeindegebiet. An vier verschiedenen Orten in Sötenich, Wahlen und Kall mussten die in Gruppen aufgeteilten Übungsteilnehmer diverse Aufgaben bewältigen, mit denen sie im ehrenamtlichen Einsatzgeschehen jederzeit konfrontiert werden können. Die Stationsausbildung war der zweite Teil eines neuen Gesamtkonzeptes, das der Leiter der Gemeindefeuerwehr, Gemeindebrandinspektor (GBI) Harald Heinen, in diesem Jahr erstmals in Kall als Versuch gestartet hatte. Bisher hatte die Gemeindewehr jährlich einen zweitägigen Motmarsch, also eine Fahrt im geschlossenen Verband, mit dem primären Ziel der Kraftfahrer-Weiterbildung veranstaltet. Das war jedoch für die Wehr mit einem großen logistischen Aufwand und für die Gemeinde mit erheblichen Kraftstoffkosten für die bis zu zehn eingesetzten Feuerwehrfahrzeuge verbunden.

 

 

Um die Freizeit der Feuerwehrmitglieder am Wochenende weniger in Anspruch nehmen zu müssen und auch den Feuerwehr-Etat der Gemeinde stärker zu entlasten, entwarfen GBI Harald Heinen und dessen Stellvertreter GBI Andreas Lang gemeinsam mit den Löschzug- und -gruppenführern Frank Dreßen aus Kall, Franz Josef Becker aus Sistig und Manfred Frontzeck Wahlen das Konzept des zweiteiligen Motmarsch-Ersatzes.

 

 

Der erste Übungsteil, den die Gemeindewehr im Mai auf dem Truppenübungsplatz der Schavener Heide absolviert hatte, diente vorrangig den Inhabern der Fahrerlaubnis-Klassen C und CE, also der Fahrern der großen Einsatzfahrzeuge. Bevor die Einheiten sich vom Gerätehaus in Kall in Richtung Schavener Heide aufmachten, hatte Bürgermeister Herbert Radermacher ihnen noch ein zünftiges Fleischwurst-Frühstück kredenzt. Einen ganzen Samstag waren die Wehren danach im unwegsamen Gelände unterwegs gewesen, um die Tücken von tiefen Wasserstellen oder die Gefahren von matschigen Waldwegen mit tiefen Fahrspuren zu erkennen und zu bewältigen. Mit Gerätewagen und Feldkochherd war auch die Küchencrew des Löschzugs Kall in der Schavener Heide mit im Übungseinsatz. Vor Ort wurden Frühstück und Mittagessen zubereitet, so dass die Übungsteilnehmer in den Pausen am Waldrand gedeckte Tische vor fanden. Für die Abschlussrunde im Anschluss an die Reinigung der verschmutzten Fahrzeuge hatten die Löschzug-Köche dann am Abend im Gerätehaus den Grill in Stellung gebracht.

 

 

Für den zweiten Ausbildungsteil Ende August hatten die jeweiligen Löschgruppen Szenarien vorbereitet, die von den Übungsteilnehmern abgearbeitet werden mussten. In der ehemaligen Wahlener Schule galt es einen „Wohnungsbrand“ nach der „FWDV 3“ (Feuerwehr-Dienstvorschrift 3) abzuarbeiten. Es musste eine längere Versorgungsleitung zum Brandort verlegt werden, beim Innenangriff im Dachgeschoss des Gebäudes mussten die Wehrmitglieder unter Atemschutz arbeiten.

 

 

„Retten aus Tiefen“ lautete die Übungsaufgabe in Sötenich. Aus einem unterirdischen Betriebsraum mussten Personen aus über eine enge Wendeltreppe und durch einen Zugangsschacht gerettet werden. „Aufgrund eines tödliches Silounfalles im Januar dieses Jahres ergab sich für uns die Notwendigkeit das Retten aus Tiefen zu üben“, berichtete Wehr-Chef Harald Heinen. Das Abseilen der Retter in den Schacht erfolgte mit Hilfe eines über der Öffnung platzierten Dreibeines, die Rettung der verunglückten Person über die Wendeltreppe geschah mit Hilfe einer so genannten Schleifkorbtrage.

 

 

Auf dem Platz nahe dem Feuerwehrgerätehaus wurde ein ABC-Unfall dargestellt, bei dem es unter anderem um die Menschenrettung ging. Simuliert wurde ein Leck an einem großen Außentank. Einsatzauftrag waren die Feststellung, um welchen Stoff es sich handelt, die Menschenrettung und das Abdichten des Lecks. Bei all diesen Aufgaben arbeiteten die Übungsteilnehmer unter Atemschutz oder mit Vollschutzanzügen ausgerüstet.

 

 

Dem neuen Thema „alternative Antriebe“, dem sich die Feuerwehren bei ihren Einsätzen stellen müssen, widmete sich Wehrleiter Harald Heinen im Kaller Feuerwehrgerätehaus persönlich. Denn zu den herkömmlichen Antriebsarten wie Benzin und Diesel hat sich seit Jahren schon der Gasantrieb als „bivalenter Antrieb“ etabliert. Heinen: „Hier wird neben dem werkseitig verbauten Kraftstofftank zusätzlich ein Gastank im oder unter dem Fahrzeug verbaut.“ Eine untergeordnete Rolle im Bereich der Pkw spiele Wasserstoff, hier gebe es fast nur Werks-Versuchsfahrzeuge. Die Schwierigkeit für die Feuerwehr im Einsatzfall sei das Erkennen solcher Fahrzeuge und die damit zusätzlich vorhandenen Gefahren. Nach einer theoretischen Einweisung zeigte Heinen anhand von Fahrzeugen mit Gas- und Elektro-Antrieb die Merkmale auf, an denen diese zu erkennen sind.  Heinen: „Die Unterweisung soll die Feuerwehrangehörigen sensibilisieren, an Einsatzstellen nach Verkehrsunfällen mit allen Sinnen hören, sehen und riechen um eine Lagefeststellung durchzuführen.“

 

 

Zunehmend gebe es im hiesigen Bereich auch Elektrofahrzeuge mit „Hochvolt-Anlagen“, bei denen Spannungen bis 300 Volt möglich seien. An einem solchen „Hochvolt-Fahrzeug“ zeigte Heinen den Übungsteilnehmern die spannungsführenden Bauteile und die Lösungsmöglichkeiten bei der technischen Hilfe und der Brandbekämpfung auf. „Die spannungsführenden Leitungen im Elektroantrieb sind alle in Orange gekennzeichnet“, klärte Heinen auf.

pp/Agentur ProfiPress

Am Kaller Gerätehaus wurde an einem Gastank ein ABC-Unfall dargestellt. Laut Einsatzauftrag galt es festzustellen, um welchen austretenden Stoff es sich handelt, die Menschen zu retten und das Leck abzudichten. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Auf dem Truppenübungsplatz Schavener Heide absolvierte die Kaller Gemeindewehr eine ganztätige Aus- und Weiterbildung ihrer Einsatzfahrer. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Zwei Kilogramm für den Eigenverbrauch dürfen pro Tag pro Sammler in den Kaller Wäldern gesammelt werden. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Pilzsammler müssen sich an Regeln halten v. August 2014

Infolge der feucht-warmen Witterung hat Pilzsaison begonnen - Kaller Ordnungsamt: „Immer mehr Fälle von gewerblichen Sammlern“ – Bis zu zwei Kilo für privaten Gebrauch sind in Kall erlaubt – Regeln beachten

 

 

Kall - Die feucht-warme Witterung der letzten Wochen lässt schon jetzt die Pilze wachsen. Das lockt viele Sammler in den Wald. Allerdings sollte man einige Regeln beachten, um beim Ausflug nicht in Konflikt mit geltenden Gesetzen zu kommen: Für den eigenen Gebrauch ist es im Kaller Gemeindegebiet erlaubt, maximal zwei Kilogramm pro Person und pro Tag zu sammeln. Für jedes Kilo, das rechtswidrig zu viel gepflückt wurde,  ist eine Strafe in Höhe von 100 Euro fällig. Die Pilze sollten direkt über dem Boden abgeschnitten oder vollständig herausgedreht werden, ohne das Wurzelwerk und die Vegetation im Umkreis zu zerstören.

 

Zugenommen hat in dieser Pilz-Saison laut Alois Poth vom Kaller Ordnungsamt das unerlaubte gewerbsmäßige Sammeln. „Besonders im Bereich der Krekeler Heide wurden uns vermehrt Profi-Pilzsammler gemeldet. Die Fälle nehmen zu“, so Poth. Säckeweise werden die Pilze aus den Wäldern geplündert. Doch das ist verboten, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird durch eine Geldstrafe geahndet.

 

Auch nicht erlaubt ist das Sammeln in eingezäunten und gesperrten Flächen, Forstkulturen, Forstdickungen und Holzeinschlagsflächen. Das Sammeln in Naturschutzgebieten und im Nationalpark Eifel ist ebenso verboten. Auch untersagt ist das Sammeln mit einem Hund, wenn dieser abseits der Wege nicht angeleint ist.

 

Zum Schutz der Wildtiere darf man zudem nicht in frühen Morgenstunden oder in der Dämmerung sammeln. Denn gerade während der Herbstmonate überschneidet sich die Pilzsaison oftmals mit der Brunft des Rotwildes. Mit der Unruhe im Wald zieht sich das Wild in zum Beispiel aufgeforstete Bereiche zurück, die es dann frisst und damit zerstört. Es kommt zu Schälschäden. Letztendlich entsteht ein Schaden am gesamten Ökosystem. Damit das Wild während der Brunft möglichst ungestört bleibt, werden bestimmte Waldflächen einschließlich der Wege für einen befristeten Zeitraum gesperrt.

 

Tatsächlich werden die widerrechtlich gewerbsmäßig gesammelten Pilze für bis zu 60 Euro pro Kilogramm auf Märkten oder an Gastronomen weiterverkauft. „Die Eifel ist leider ein Eldorado für Profi-Pilzsammler geworden“, berichtet Horst-Karl Dengel, Leiter des Regionalforstamtes Hocheifel-Zülpicher Börde, mit Sitz in Nettersheim. Wie Volker John, Leiter der Schleidener Polizei, sagt, kommen die meisten gewerblichen Sammler aus dem Kölner Raum: „Die fahren mit Kleintransportern an.“ 40 Bußgeldverfahren wurden 2013 durch die Untere Landschaftsbehörde eingeleitet.

40 Prozent der Pilz-Arten stehen auf der roten Liste.

 

 „Der Gesetzgeber hat die Menge, die man für den privaten Gebrauch sammeln darf, nur schwammig formuliert“, sagte Kirsten Kröger von der Unteren Landschaftsbehörde. Deshalb gilt in der Gemeinde Kall seit 2003 die klare Regelung, dass zwei Kilogramm pro Tag pro Sammler für die heimische Küche erlaubt sind.

 

Neue Schilder, auf denen „Gesperrt“ steht, sollen Flächen und Wege kenntlich machen, die für einen befristeten Zeitraum für Waldbesucher tabu sind. Fachbereichsleiter Alois Poth: „Wir haben als Gemeinde grundsätzlich nichts gegen Pilz-Sammler, ganz im Gegenteil: Diese sind bei uns willkommen. Wir haben aber etwas dagegen, wenn sich dabei nicht an die Regeln gehalten wird.“

pp/Agentur ProfiPress


Angefeuert von den Mitschülern und Schulleiterin Dagmar Wertenbruch, maßen die Sekundarschüler aus Kall und Mechernich ihre Kräfte beim Tauziehen auf dem Bolzplatz in Kalenberg. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Schöner Ausklang der ersten Schulwoche v. August 2014

Die Sekundarschüler aus Mechernich und Kall wanderten aufeinander zu – Picknick, Spiel und Eis für alle auf dem Bolzplatz in Kalenberg

 

Mechernich/Kall – Einen solchen Ansturm erlebt der Bolzplatz in Kalenberg auch nicht alle Tage: Knapp 320 Schüler der Sekundarschule Mechernich-Kall hatten nach einer kleinen Wanderung noch genug Energie, um dort zu toben und zu spielen.

 

Wie schon im vergangenen Jahr, waren die Kinder mit ihren Lehrern von beiden Standorten jeweils sechs Kilometer aufeinander zu gewandert und hatten sich in der Mitte auf dem Kalenberger Bolzplatz getroffen. Allerdings waren es diesmal durch die neuen Fünfer-Klassen doppelt so viele Schüler und Lehrer. Zum Abschluss gab es ein Picknick, viele Spiele und zur Belohnung Eis für alle Kinder. 

 

„Damit bereiten wir der ersten kurzen Schulwoche einen schönen Ausklang“, erklärte Dagmar Wertenbruch, Leiterin der Sekundarschule Mechernich, die Aktion. Diese erfüllt aber auch noch einen anderen Zweck: Gemäß der Devise „Wir sind eine Schule“ sollen die Kinder beider Standorte sich besser kennenlernen oder bestehende Freundschaften vertiefen können.

 

Gegen Mittag holten Busse die Schüler ab und brachten sie zurück in die Schule, wo sie nach der sechsten Stunde ins Wochenende entlassen wurden.

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Freuen sich auf die Kaller Kirmes(von links): Birgit Fink, die zuständige Mitarbeiterin in der Verwaltung, Fachbereichsleiter Alois Poth, Veranstalterin Brigitte Dahmen, der Schatzmeister des Bürgervereins Gottfried Schnitzler und Guido Keutgen, der Kaller Ortsvorsteher und Vorsitzende des Vereinskartells. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Überraschung für ersten 50 Gäste v. August 2014

Kaller Kirmes von Samstag, 30. August, bis Montag, 1. September: Verlosung am Samstagabend – Weinprobe für zehn Personen beim Kaller Unternehmen „Baum“ lockt als Preis – Ersten 50 Gäste beim Kirmesball erhalten Wertmarken und Freilos  – Antik- und Handwerkermarkt an allen drei Tagen

 

 

Kall - „Ich habe vor 50 Jahren auf der Kaller Kirmes ein Fahrrad gewonnen!“ So lautete die spontane Reaktion von Mathilde Dahmen, als ihre Schwiegertochter Brigitte Dahmen ihr von der Verlosung erzählte, die für Kirmessamstag, 30. August, geplant ist. „Es war mir gar nicht bewusst, dass wir mit der Kirmesverlosung eine alte Kaller Tradition wieder aufleben lassen“, berichtet Brigitte Dahmen, „aber das freut mich natürlich.“ So, wie es die Kaller Verwaltung freut, dass Brigitte Dahmen sich bereit erklärt hat, die Kirmes mit einer Abendveranstaltung in der Bürgerhalle -  der „Hött“ - wiederzubeleben: „Wir begrüßen das sehr - zumal Frau Dahmen damit ja auch ein finanzielles Risiko eingeht“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Alois Poth. 

 

 

Die Kaller Kirmes findet in diesem Jahr von Samstag, 30. August, bis Montag, 1. September, statt. Damit möglichst vielen die Teilnahme möglich ist, hat das Kaller „Maigeloog“ diesmal erst für 17.30 Uhr am Kirmessamstag zum Herausholen des Kirmesknochens eingeladen. Es findet statt mit Unterstützung der Musikkapelle Kall, und zwar vor dem Evangelischen Altenheim im Vogtpesch. „Von dort aus ziehen wir dann zur Bürgerhalle, wo der Ortsvorsteher und Vereinskartellvorsitzende Guido Keutgen das erste Kirmesfass anschlagen und eine Runde Freibier ausgeben“, berichtet Brigitte Dahmen.

 

 

Für einen fließenden Übergang zum Kirmesball sorgt die Kaller Musikkapelle, die anschließend bis zum Beginn der Veranstaltung um 20 Uhr auf der Bühne der „Hött“ weiterspielt. Überhaupt lohnt es sich für die Gäste, möglichst früh zu erscheinen: „Die ersten 50 Besucher erhalten jeweils zehn Wertmarken im Wert von insgesamt fünf Euro und ein Los für unsere große Kirmesverlosung“,  verrät die Organisatorin. Wer das nicht ganz geschafft hat, kann sich zudem bei einer Getränkebestellung ab 15 Euro über ein Los freuen. Mitmachen lohnt sich, denn zu gewinnen gibt es eine Weinprobe beim Kaller Unternehmen „Baum“ für zehn Personen im Wert von 250 Euro. Brigitte Dahmen hat den Preis nicht von ungefähr ausgewählt: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wunderbar die Baum-Weinproben sind“, sagt sie. Die Verlosung soll kurz vor Mitternacht erfolgen.

 

 

Ab 20 Uhr spielt dann die Coverband „Bounce“ zum eigentlichen Kirmesball auf – zu dem ausdrücklich alle Altersgruppen eingeladen sind, wie die Veranstalterin erklärt: „Wir haben vereinbart, dass die Musik anfangs auch ältere Kaller anspricht“, sagt Brigitte Dahmen. Zudem seien in der Bürgerhalle neben Stehtischen auch Sitzplätze und Bewirtung am Tisch eingeplant. Der Ausschank erfolgt an der regulären Theke unter anderem mit frischem Fassbier, zusätzlich verbreitet eine Cocktail-Bar mit „Lounge“ und entsprechenden Mixgetränken Karibik-Feeling. Der Eintritt zum Kirmesball beträgt 8 Euro.

 

 

An allen drei Kirmestagen wird neben den Buden, Ständen und Fahrgeschäften wie dem „Barockflieger“ zudem ein Antik- und Handwerkermarkt geboten, und zwar am Samstag rund um die Bürgerhalle sowie sonntags und montags in und vor der „Hött“.

 

 

Informationen gibt es auch im Internet unter www.rock-in-kall.de .

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Die Kolpingsfamilie Kall hat zu Maria Himmelfahrt 300 Kräutersträußchen gebunden. Der Erlös fließt in ein Hilfsprojekt in Südindien. Foto: Fred Müller/pp/Agentur ProfiPress

Hilfe für „Unberührbaren“ v. August 2014

Kolpingsfamilie Kall hat 300 Kräutersträußchen gebunden - Weihe in der Messe und Verkauf zugunsten eines Hilfsprojektes in Südindien

 

 

Kall - Wie in den vergangenen Jahren hat die Kolpingsfamilie Kall auch in diesem Jahr Kräutersträuße gebunden und diese nach den heiligen Messen in Golbach, in Kall sowie in Wollseifen anlässlich des Rochusfestes gegen eine Spende für ihr Hilfsprojekt in Südindien abgegeben. 


Dort unterstützt die Kolpingsfamilie Kall Menschen aus der Kaste der so genannten „Unberührbaren“, also der untersten Bevölkerungsschicht Indiens, im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe durch Kleinstkredite (Microkredite) etwa zur schulischen und beruflichen Ausbildung oder Gründung einer Kleinunternehmung.

 

 

Neunzehn Helfer hatten insgesamt 34 Arten von Kräutern gesammelt und am Tag zuvor zu 300 Kräutersträußen gebunden. Die beiden Organisatorinnen Elfriede Hövel und Waltraud Tümmler verwendeten unter anderem Karde (Wurzel und Blätter wirken harn, schweißtreibend und verdauungsfördernd),  Odermennig (kann bei Entzündungen aller Art verwandt werden), Heil-Ziest (kommt in der Natur nur auf mageren

Böden vor, wirkt fiebersenkend und schleimlösend) und Alant (Küchenkraut, Bitterstoffe der Wurzel wirken auf die Verdauungsorgane).    

Manche Familien hängen die duftenden Kräutersträuße in der Küche zum Trocknen auf und verbrennen sie im Folgejahr in der Natur.

So schließt sich der Kreis. Die Kräuterweihe findet seit dem 13. Jahrhundert am Fest Maria Himmelfahrt statt und war in den früheren Jahrhunderten ein Symbol, den Segen und die Fürsprache der Gottesmutter für Menschen, Tiere, Pflanzen, Haus und Hof zu erbitten. Die Kräuter sollen uns heute auch an die Schönheit und Bewahrung der Schöpfung erinnern.


Weitere Informationen zur Kolpingsfamilie Kall gibt es auch im Internet unter "
www.kolpingfamilie-kall.de".

 

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Nach der Krönung entstand im Festzelt das offizielle Majestätenfoto der Wahlener St. Rochus-Schützenbruderschaft. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Königsvogel war harte Nuss v. August 2014

Wahlener St.-Rochus-Schützen feierten drei Tage lang – Dieter Krahe gewinnt den Bruderkampf und ist neuer Schützenkönig – Stefan Beutler entschied spannendes Duell der Jungschützen für sich 

 

 

Kall-Wahlen -  Der Jungschützenmeister der Wahlener St. Rochus-Schützenbruderschaft, Dieter Krahe, ist neuer Schützenkönig von Wahlen. Er gewann den spannenden Wettkampf gegen seinen im wahrsten Sinne des Wortes „Schützen“-Bruder Lothar, der in diesem Jahr zum Schützenfest einen besonders stabilen Königsvogel gezimmert hatte. Jungschützenprinz wurde Stefan Beutler.

 

 

„Es war ein tolles Fest“ resümierte der Vorsitzende der Bruderschaft Joachim Hees beim Krönungsball der Schützen im Festzelt. Zwar war zuvor der traditionelle Umzug der neuen Majestäten zum Schützenplatz sprichwörtlich ins Wasser gefallen, weil es in Strömen goss. Die heftigen Regengüsse am Abend, die einen schwachen Besuch des Krönungsballes zur Folge hatten, waren allerdings der einzige Wermutstropfen beim dreitägigen Fest.

 

 

Mit einem Schützenball, bei dem die Partyband „Top Gun“ zum Tanz aufspielte, hatte das Fest am Samstagabend im Festzelt begonnen. Sonntagsmorgens feierten die Schützen im Festzelt einen Gottesdienst mit Präses Pater Wieslaw Kaczor. Nach einer kurzen Gedenkfeier am Ehrenmal begann ein Frühschoppen, in dessen Verlauf die Gastvereine empfangen wurden. Am anschließenden Festzug, der bei strahlendem Sonnenschein durch den Ort zog,  nahmen alle Bruderschaften des  Schützenbezirks Schleiden sowie befreundete Schützen aus Zülpich-Füssenich und Köln-Godorf teil. Dem Festzug schlossen sich diverse Wettbewerbe auf den Schießständen an.

 

 

Mit einem Morgen-Gottesdienst im Schützenhaus und einen anschließenden gemeinsamen Frühstück begann montags das das Programm. Für eine Überraschung sorgten die Wahlener Stehtischmusikanten, die im Schützenhaus spontan zum Frühschoppen aufspielten.  Am Nachmittag wurde mit Spannung das Prinzen- und Königsschießen erwartet. Für das Schülerprinzenschießen fand sich in diesem Jahr kein Bewerber, so dass die Kette von Vorjahres-Schülerprinz Sebastian Esser nicht weitergegeben werden konnte ein Jahr lang besitzerlos bleibt.

 

 

Umso spannender und lange gestaltete sich der Wettbewerb der Jungschützen, zu dem Jana Krahe, Stefan Beutler und Meike Krahe angetreten waren. Alle drei pumpten den Holzvogel mit Geschossen aus dem Kleinkalibergewehr mit Blei voll. Erst mit dem 193.Schuss  fiel der Vogel von der Stange, nachdem ihm Stefan Beutler den letzten Volltreffer verpasst hatte. Mit seiner Prinzessin Jessica Preußer wird Stefan ein Jahr lang die Wahlener Jungschützen repräsentieren.

 

 

Beim Königsschießen am Abend gab es die Neuauflage eines Bruder-Duells vor zehn Jahren. Jungschützenmeister Dieter Krahe  und Kommandant Lothar Krahe hatten 2004 um die Königswürde geschossen, wobei Dieter das Duell damals gewonnen hatte und Bruder Lothar dann aber ein Jahr später Schützenkönig wurde.

 

Um es vorwegzunehmen: Und auch in diesem Jahr kam es nicht anders.

 

Krahe und Krahe waren die einzigen Bewerber, die am Montag zum Königsschießen antraten. Den mächtigen, über sechs Kilogramm schweren und 60 Zentimeter langen Königsvogel hatte Lothar Krahe, der für die Herstellung der Vögel bei der Bruderschaft zuständig ist,  aus Fichtenholz gezimmert. Er sollte sich später an seinem Werk selbst die Zähne ausbeißen, denn der Vogel erwies sich als besonders stabil und zäh.

 

 

Sowohl Dieter als auch Lothar erlaubten sich beim Wettkampf keinen einzigen Fehlschuss, so dass der Mega-Flattermann viel Blei schlucken musste. Doch der Vogel zeigte sich über eine Stunde lang unbeeindruckt von den 16-Millimeter-Brennecke-Geschossen, die die Krahe-Brüder aus der Donnerbüchse auf ihn abfeuerten. Schießmeister Andreas Wittig („Jeder Schuss kostet 1,30 Euro“)  bangte schon, zu wenig Munition zu haben, denn er hatte „nur“ 120 Patronen mit zum Schießstand gebracht. Es war schließlich der 93. Schuss, mit dem Dieter Krahe dem Vogel den Garaus machte und  Schießmeister Wittig aufatmen ließ.

 

 

Infolge der einsetzenden Regengüssen verzichtete die Bruderschaft auf den obligatorischen mit Musik begleiteten Marsch zum Festzelt. Der Saaleinmarsch erfolgte vom Vorplatz des Zeltes aus, wobei die Stehtischmusikanten den Einmarsch intonierten. Bevor Präses Pater Wieslaw Kaczor die alten Majestäten verabschiedete und die neuen Würdenträger krönte, bedankte er sich bei den Mitgliedern der Bruderschaft für ihre rege Teilnahme am kirchlichen Geschehen.

 

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Mit gezielten Schlägen wird Herbert Radermacher (links) sicher auch in diesem Jahr wieder das erste Fass Kirmesbier anschlagen, während Ortsvorsteher Guido Keutgen ihm assistiert. Archivfoto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Kirmes wieder mit Ball in der „Hött“ v. Juli 2014

Buntes Markttreiben in der Auelstraße und rund um die Bürgerhalle von Samstag, 30. August, bis Montag, 1. September – Musikveranstaltung am Samstagabend in der „Hött“ – Trödel- und Handwerkermarkt

 

Kall - Nach jahrelanger Pause soll es in Kall in diesem Jahr wieder eine Kirmes mit Kirmesball am Samstagabend in der Bürgerhalle, der „Hött“  geben. Zu verdanken ist das insbesondere dem Engagement des Kaller Ortsvorstehers und Vereinskartellvorsitzenden Guido Keutgen. Stattfinden soll die Kaller Kirmes von Samstag, 30. August, bis Montag, 1. September, in der Auelstraße und rund um die Bürgerhalle.

 

 „Nach diversen Gesprächen konnte ein »Mutiger« gefunden werden, der bereit ist, das Risiko für die diesjährige Kirmes einzugehen“, teilte Ortsvorsteher Guido Keutgen jetzt mit. Es ist die Kaller Familie Dahmen, die schon in der Vergangenheit gut besuchte Musik-Events für junge Leute in der Bürgerhalle veranstaltet hat, und die jetzt die Kirmes mit der Tanzveranstaltung wiederbeleben will.  Außerdem findet  ein Antik-, Kunst- und Handwerkertrödelmarkt statt.

 

Ortsvorsteher Guido Keutgen ist froh, dass ein Neuanfang möglich wurde: „Nach mehreren Gesprächen mit den Veranstaltern, der Gemeinde, der Musikkapelle, dem Bürgerverein und dem Maigeloog kann auf der diesjährigen Kirmes ein buntes Programm angeboten werden“, so Keutgen, der jetzt darauf hofft, dass  die Kaller Bevölkerung dieses neue Angebot auch annimmt.

 

Das Programm beginnt am Samstag, 30. August, um 17.30 Uhr, mit dem Ausgraben des Kirmesknochens durch das Maigeloog mit Unterstützung der Musikkapelle Kall vor dem Evangelischen Altenheim im Vogtpesch. Mit dem Kirmesknochen und der Musikkapelle geht dann ein Umzug zum Fassanstich in der Bürgerhalle in der Auelstraße. Zusammen mit Ortsvorsteher Guido Keutgen wird Bürgermeister Herbert Radermacher die Kirmes mit dem Anschlagen des ersten Fasses offiziell eröffnen und „Freibier für alle“ zapfen. Dem Fassanstich folgt ein kleines Konzert der Musikkapelle Kall. Vor der Bürgerhalle gibt es parallel einen kleinen „Nachttrödel“.

 

Der Kirmesball (Eintritt 8 Euro) mit der Tanzband „Bounce-live“ beginnt dann um 20 Uhr in der Bürgerhalle mit frischem Fassbier. Die Veranstalter hoffen, dass auch die Kaller Vereine den Kirmesball mit viel Werbung im Vorfeld und ihrer Präsenz am Abend selbst unterstützen.

 

Sonntags und montags findet neben dem Kirmesgeschehen an der Auelstraße in und um die Bürgerhalle herum der  Antik-, Trödel-  und Handwerkermarkt statt. 

 

Wie Guido Keutgen berichtet, ist es der Gemeinde gelungen, als Ersatz für die Raupenbahn, die ihren Betrieb einstellen musste, ein großes Kettenkarussell nach Kall zu holen. Zudem, so der Ortsvorsteher, werde die barrierefreie Toilettenanlage der Bürgerhalle an allen Tagen für die Kirmesbesucher zur Verfügung stehen.

 

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Mit dem Kirmesknochen zieht das Maigeloog dem Kirmesumzug zur Bürgerhalle voran. Archivfoto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Was wäre ein Zeltlager ohne Lagerfeuer? Richtig, es wäre kein Zeltlager. Das Holz hatten Eltern gespendet und mitgebracht. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Toller Abschluss eines besonderen Schuljahres v. Juli 2014

Kurze Nächte, Lagerfeuer und viel Spaß: Die Sekundarschüler aus Kall und Mechernich erlebten ein ereignisreiches Zeltlager an der Steinbachtalsperre

 

Mechernich/Kall – Ein besonderes Schuljahr sollte auch einen besonderen Abschluss haben, sagten sich die Verantwortlichen der vor einem Jahr an den Start gegangenen Sekundarschule Mechernich-Kall und krönten die auf dem Sportplatz in Kall ausgetragenen Bundesjugendspiele an den letzten Schultagen mit Sport- und Bewegungstagen und einem Fußballturnier bei einem Zeltlager auf dem Zeltplatz der Bildungsstätte Steinbachtalsperre.

Bestens organisiert von den Lehrern unter der Gesamtleitung von Stefanie Klapper, verbrachten knapp 170 Kinder und zwölf Lehrer unvergessliche Tage bei strahlendem Sonnenschein mit Schnitzeljagd, Fußball, Spielen und Grillen auf dem weitläufigen Gelände. Für jede Klasse hatten freiwillige Helfer aus den Reihen des Roten Kreuzes und des Gartenbau- und Verschönerungsvereins Kommern jeweils ein großes Jungen- und ein Mädchenzelt aufgebaut.

Für einen Ausflug ins Waldfreibad Steinbachtalsperre wurden eigens sieben Bademeister zur Aufsicht gestellt, damit die ganze Schule schwimmen gehen konnte. Für ein großes Lagerfeuer am Abend hatten Eltern Holz gespendet und mitgebracht, ein Caterer aus Kall, der auch den Standort Kall mit dem Schulessen versorgt, lieferte zum Abendessen mit Gulaschsuppe und Kartoffel-Lauch-Suppe die wohlverdiente Stärkung.

„Alles perfekt zu organisieren war eine große Herausforderung. Es war aber ein ganz besonderes Erlebnis für alle“, resümierte Schulleiterin Dagmar Wertenbuch, „die hervorragende Stimmung, glückliche Kinder und zufriedene Lehrer waren der Lohn für alle Mühen.“

„Das Highlight war die Nacht. Wir mussten um 22 Uhr ins Bett, durften bis 23 Uhr reden, danach haben wir den Ball im Zelt immer von einer Seite auf die andere geschossen. Um fünf Uhr waren alle wieder wach“, erinnert sich Lukas begeistert an eine kurze Nacht. „Mein Highlight war, als ich am ersten Morgen aufwachte, auf mein Handy guckte und sah: Es war 4:22 Uhr!“, ergänzt Techniklehrerin Sheryl Bauchwitz mit einem Schmunzeln. „In der ersten Nacht haben wir es aber etwas übertrieben“, gesteht Stefan. Was die Ausdauer am nächsten Tag aber kaum beeinträchtigt hat, wie Mathematiklehrer Martin Nieder schildert: „Es war eindrucksvoll, anstrengend, leicht sonnenverbrannt, bewegungsintensiv, faszinierend, und es wurde am zweiten Abend um 22 Uhr noch immer Fußball gespielt!“

Für Leo war auch die gute Verpflegung von Bedeutung: „Das Frühstück war perfekt organisiert, es gab vier Körbe mit Brötchen, und jeder konnte sich wünschen, was er mag.“ Wie Marie und Christopher gefiel es vielen Schülern besonders, dass sie ihre Mitschüler vom jeweiligen anderen Standort kennengelernt haben. Und zum Abschluss sprach Lars allen aus der Seele, als er sagte: „Ich würde so gerne noch einen Tag länger bleiben.“

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Fast vollzählig beteiligten sich die Kinder der Sekundarschule Mechernich-Kall am Zeltlager zum Schuljahresende, nur drei Schüler fehlten krankheitsbedingt. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

1 und 2: Simone Artar und Stephan Schumacher kündigen prominenten Besuch aus der Pferde-Szene an: Bernd Hackl, bekannt aus der VOX-Serie „Die Pferdeprofis“, kommt im August nach Kall. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

TV- Pferdeprofi kommt nach Kall v. Juli 2014

TV-„Pferdeflüsterer“ Bernd Hackl gibt im August Kurse im Island-Pferdehof „Von den Lausbuben“ – Reitschule „Riders Way Out“ der Golbacherin Simone Artar wechselte zur Wallenthaler Höhe

Kall-Wallenthaler Höhe – Interessant nicht nur für Kaller Pferdefreunde: Der aus der TV-Serie „Die Pferdeprofis“ (VOX) bekannte „Pferdeflüsterer“ Bernd Hackl kommt im August auf die Wallenthaler Höhe, um auf Stephan Schumachers Isländer-Pferdehof „Von den Lausbuben“ Kurse anzubieten. Hackl beeindruckt sein Publikum immer wieder durch seinen besonders einfühlsamen Umgang mit Pferden.

Organisiert werden die Kurse von der Reitlehrerin Simone Artar aus Golbach, die mit ihrer Freizeit- und Western-Reitschule „Riders Way Out“ jüngst vom Frohnrather Meisenhof auf den Schumacher-Pferdehof umgezogen ist. Stephan Schumacher: „Uns ist nicht bekannt, dass Bernd Hackl zuvor schon einmal in der Eifel war.“ Das ganze Team freue sich auf die Premiere: „Ein absolutes Highlight.“ Bundesweit verfolgen immer mehr Reiter sowie auch interessierte Laien die Trainingseinheiten des Western-Trainers mit der Extra-Portion „Horsemanship“ – also der ganz besonderen Beziehung zu Pferden.

Wer Interesse hat, an einem der Kurse teilzunehmen, sollte sich möglichst schnell anmelden, empfiehlt Simone Artar: „Es sind nur noch wenige Plätze für Teilnehmer frei.“ Vom 7. bis zum 8. August wird ein Zwei-Tages-Kurs mit dem Schwerpunkt Bodenarbeit angeboten. Geeignet für Anfänger, Jungpferde an der Hand, aber auch für Problem-Pferde. Vom 9. bis zum 10. August findet ein weiterer Zwei-Tages-Kurs mit den Schwerpunkten Reiten und Bodenarbeit statt, für Fortgeschrittene und Anfänger, die aber schon selbstständig reiten können.

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Insgesamt 16 Kinder und Jugendliche nahmen in Kall begeistert am heute endenden Graffiti-Workshop „Kall wird bunt“ teil. Foto: vogelsang ip/Roman Hövel/pp/Agentur ProfiPress

In Kall wird‘s bunt v. Juli 2014

Jugendkulturprojekt „respect 4 all“: Jugendliche entwickeln für Kall Graffiti-Botschaften auf Werbeplakaten – In Vogelsang mit Respekt und Zivilcourage auseinandergesetzt -

 

Kall/ Vogelsang -  Insgesamt 16 Kinder und Jugendliche nahmen in Kall begeistert am heute endenden Graffiti-Workshop „Kall wird bunt“ teil. Trotz der regnerischen und kühlen Wetterbedingungen, sprühten die Kinder und Jugendlichen vor Kreativität und Ehrgeiz.

Am ersten Tag besuchte die Gruppe das Gelände von Vogelsang. In einem Projekttag setzten sich die Kinder mit den Themen Respekt und Zivilcourage auseinander. Die Idee für das Projekt hatte der Leiter der Kaller Jugendeinrichtung „Schülercafe“, Michael Schulenburg, der den andauernden Graffiti-Schmierereien rund um den Bahnhof in Kall, etwas entgegen setzen wollte. Fündig wurde er in 3 mal 4 Meter großen Werbeplakaten, auf die die Botschaft zum Thema Respekt und Zivilcourage platziert werden sollte. Die Kinder und Jugendlichen lernten in dem Graffiti-Workshop unterschiedliche Spraytechniken und Gestaltungsmethoden kennen, vor allem stand die deutliche Botschaft der Kinder und Jugendliche für einen respektvollen Umgang miteinander im Vordergrund.

Am Samstag, den 19. Juli 2014, gibt es eine weitere Möglichkeit zum Graffiti-Künstler zu werden. Dieses Mal wird der Bauzaun an der Baustelle „Forum Vogelsang“ unter dem Motto „One World“ besprüht. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist noch möglich unter Email: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik oder Telefon: 024 44/ 915 79 11.

Das gesamte Programm „respect 4 all“ ist im Internet unter www.vogelsang-ip.de/respect4all.htm abrufbar und steht als Flyer zum Download zur Verfügung. Ansprechpartnerin und Kulturrucksack-Beauftragte ist Iris Vasic-Engels unter Telefon 024 44/ 915 79-281 oder geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

 Weitere Informationen zum Kulturrucksack Nordrhein-Westfalen: http://www.kulturrucksack.nrw.de/.

 

 

Kurzbeschreibung
„respect“ 4 all ist eine Kulturinitiative des Kreises Euskirchen für zehn-  bis 14-jährige Kinder und Jugendliche und wird bis einschließlich 2015 gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Kulturrucksack Nordrhein Westfalen“. Die Kulturangebote finden an verschiedenen Orten des Kreises statt. vogelsang ip, der „Internationale Platz“ im Nationalpark Eifel, ist ebenfalls Veranstaltungsort und liefert das Motto „respect 4 all“.

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Künstler Stephan Schick vor seiner Collage „Amerika". In dieser Collage sind zahlreiche politische Anspielungen versteckt. Foto: Nadine Vogelsberg/pp/Agentur ProfiPress

Altbekanntes neu dargestellt v. Juli 2014

Der Kaller Künstler Stephan Schick stellt in der Mechernicher Galerie im Rathaus einen Querschnitt seines 30-jährigen Schaffens aus

 

Mechernich/Kall - „Naturalistisch, expressionistisch, ganz konkret und abstrahiert. Grafisch, gelernt, handwerklich gut gemacht, experimentell, und mitunter ein klein wenig abgedreht“, beschrieb Redakteur Manfred Lang die Arbeiten des in Mechernich geborenen und in Kall lebenden Künstlers Stephan Schick in seiner Laudatio anlässlich der Ausstellungseröffnung. Diese fand am Freitagabend in der Galerie im Rathaus Mechernich statt und zeigt einen Querschnitt aus 30 Jahren Malerei und Grafik von Stephan Schick. Seit 1984 besitzt der Diplom-Designer ein Atelier in Kall und stellt auch seine Werke immer wieder in der Eifel aus.

Zum Auftakt der Ausstellung hielt Mechernichs stellvertretender Bürgermeister Peter Wassong eine Einführung, da Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, ein Cousin des Künstlers, selbst nicht anwesend sein konnte. Im Rahmen dieser Einführung freute Wassong sich über die anwesenden Kunstinteressierten, die trotz des zeitgleich stattfindenden WM-Viertelfinalspiels der deutschen Fußballnationalmannschaft ihren Weg nach Mechernich gefunden hatten. Bei der Planung der Ausstellung hatte man nicht wissen können, dass die Termine sich überschneiden würden, doch Wassong nahm dies mit Humor und gab sogar den Zwischenstand zu Beginn seiner Rede durch. In seiner  Rede wies er darauf hin, dass diese Ausstellung Schicks kleine Werke in den Mittelpunkt stelle.

In der Tat war Kurator Fritz Kruse bei der Durchsicht der Werke Schicks auf Miniaturdarstellungen verschiedener Orts- und Städteansichten gestoßen, die dieser einst im Auftrag eines Verlags gefertigt hatte. Doch durch die geringe Größe, fand Kruse, würde die Wirkung dieser Gemälde geschmälert. Schick zeichnete sie daher vergrößert noch einmal und wandte dabei eine Mischtechnik aus Aquarell und Buntstiften an. Ganz wie Kruse vorausgesagt hatte, wurde so jedes der Gemälde zu einem Blickfang. Neben diesen Ortsansichten wurden jedoch auch Ölgemälde und Skizzen gezeigt sowie einige Collagen neueren Datums, davon eine mit dem Titel „Amerika“. Sie spielt auf den NSA-Abhörskandal an: Im Gefieder des Weißkopfseeadlers, Wappenvogel der USA, befinden sich Kameras und Mikrophone.

Abgesehen von den Miniaturen waren die ausgestellten Bilder keine Auftragswerke und zeigen Motive, die Schick auf seinen Reisen nach Südfrankreich, Italien, die Türkei, Ägypten, Marokko und Israel gesehen hat.

Die Werke Schicks sind dabei jedoch nicht immer wirklichkeitsgetreue Darstellungen des Abgebildeten. Laudator Manfred Lang nannte Schick einen „Idealisten“, der die Dinge abbilde „wie sie sein sollten“. Es sei bemerkenswert, so Lang weiter, dass Schick zwar oft bekannte Bildmotive darstelle, es dabei jedoch immer schaffe, dies auf eine noch nicht gesehene Art und Weise zu tun. Darüber hinaus merke man den Bildern an, dass Schick seiner Heimat, der Eifel, sehr zugetan sei.

 

Der Künstler dankte den Besuchern dafür, dass sie die Kunst über den Fußball gestellt hatten. Die aktuelle Ausstellung in der Galerie im Rathaus Mechernich ist für Besucher während der regulären Rathausöffnungszeiten geöffnet: montags bis freitags, von 8.30 bis 12.30 Uhr und zusätzlich donnerstags und freitags, von 14 bis 18 Uhr.

pp/Agentur ProfiPress


Vereinsvorsitzende Veronika Neumann (r.) und Annemarie Pickartz, die Leiterin des Kaller Gemeinnütigen Kaufhauses, präsentieren zusammen mit Mitarbeitern die neu gestalteten Verkaufsräume. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Sozial-Kaufhaus umgebaut v. Juli 2014

Hilfe für bedürftige Menschen - Umbau: Mehr Platz für Kleidung, Kinderausstattung und Spielsachen - Gemeinnütziges Kaufhaus wird vom Verein „Wirkstatt“ betrieben - Neues Angebot gegen Energiearmut - Noch eine „Bufdi“-Stelle frei

Kall - Für viele Menschen reicht das Geld an allen Ecken und Enden nicht. Im Kaller Sozial-Kaufhaus „Wirkstatt“ in der Aachener Straße 52, gleich gegenüber vom Arbeitsamt, können hilfsbedürftige Menschen für kleines Geld Bekleidung, Möbel, Haushaltswaren und -geräte und vieles mehr einkaufen. Betrieben wird der Laden vom Verein „Wirkstatt“ zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe. Der Verein wurde im September 2011 gegründet.

Schwerpunkte der Arbeit sind das Gemeinnütziges Kaufhaus in Kall mit Kleidung, Hausrat und Möbel für bedürftige Personen, Dienstleistungen wie Möbeltransporte, Unterstützung bei Umzügen für bedürftige Personen und/oder Senioren, Erwerbslosenberatung, Vorbereitung von jungen Eltern auf eine Teilzeitberufsausbildung- Auch die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen mit dem Ziel der Stabilisierung - etwa im Gemeinnützigen Kaufhaus, in der Landschaftspflege, bei der „Tafel“ oder im Tierschutzverein gehören dazu. Nach dem Umbau stehen dem Kaufhaus in einem ehemaligen Ladenlokal nun circa 300 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Das Kaufhaus wird von circa 120 Bedarfsgemeinschaften genutzt.

Der Laden lebt von Spenden. Um das Kaufhaus mit täglichen Öffnungszeiten, Abhol- und Auslieferungsfahrten für Möbel betreiben zu können, engagieren sich drei Personen (in Teilzeit) und drei Ehrenamtler, hinzu kommen in diesem Jahr vier Teilnehmer einer Beschäftigungsmaßnahme. Neu hinzukommen zwei Plätze im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi), wovon eine Stelle noch unbesetzt ist und für Bewerber offen steht.

„Bei den bislang durchgeführten Umbaumaßnahmen haben wir uns danach gerichtet, in welchen Bereichen offensichtlich der meiste Bedarf bei unseren Kunden ist“, sagte „Wirkstatt“-Vereinsvorsitzende Veronika Neumann. Kleidung und Kinderausstattung sowie Spielsachen kamen verstärkt hinzu. „Außerdem ist es unsere Intention, unseren Kunden eine möglichst angenehme Kaufatmosphäre zu bieten“, ergänzte Laden-Leiterin Annemarie Pickartz. Mit Erfolg: Nach Auskunft der Kunden ist dies mit den Umbaumaßnahmen gelungen. Der Umbau trägt zu einer offenen Atmosphäre bei.

In der Abteilung Möbel gibt es seit Anfang Juli ein neues Angebot: „Aktiv gegen Energiearmut“. Gespendete Kühlschränke werden auf ihren Stromverbrauch überprüft. Bei zu hohem Stromverbrauch  werden die „Energiefresser“ ausgemustert, so dass Käufer nicht mehr in eine Energiefalle geraten. Außerdem werden pro Monat zwei neue, energiesparsame Kühlschränke (A++) im Vorrat sein. „Wirkstatt-Kunden leisten beim Abschluss eines Kaufvertrages eine Anzahlung und vereinbaren einen Ratenkauf“, so Vorsitzende Neumann. „Da die Kunden nur über ein geringes Monatsbudget verfügen, suchen wir noch Personen, die bereit sind, pro Kühlschrank einen Finanzierungsbetrag zu übernehmen“, rief Leiterin Pickartz auf.

pp/Agentur ProfiPress


Bei der Vertragsunterzeichnung im Kaller Rathaus (v.r.): Der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz, Johannes Pinn von der Energiegenossenschaft „eegon“, der Kaller Energieberater Tobias Feld sowie Klaus Friedrich und Klaus Pütz von der NEN GmbH. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Für Umwelt und bürgerschaftliches Engagement v. Juli 2014

Gemeinde Kall weitet Bürgerbeteiligung an Solaranlagen aus – Vertragsunterzeichnung für Flächen auf der Kaller Grundschule sowie dem Keldenicher Kindergarten – Strompreis für Kommune auf 20 Jahre festgeschrieben – Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

 

Kall – Bereits vor einigen Jahren hat Kall in Sachen Photovoltaik und Bürgerbeteiligung innovative Wege eingeschlagen und damit eine Vorreiterrolle auch über die Region hinaus eingenommen.

 

Die Idee geht zurück auf eine Anregung des Kaller „Energieteams“, in dem sich Bürger ehrenamtlich engagieren, um gemeinsam mit der Verwaltung die Energieleitlinie für Kall umzusetzen. „Wir überlassen regional ansässigen Energieunternehmen geeignete Dachflächen“, erläutert Tobias Feld, der Energieberater der Gemeinde und Koordinator des Energieteams. Auf diesen Flächen wird Solarenergie produziert, mit der zunächst der Energiebedarf der kommunalen Gebäude selbst gedeckt wird – der Rest wird gewinnbringend ins Netz eingespeist.

 

Davon profitieren beide Seiten: Die beiden beteiligten Energieanbieter, nämlich die „Neue Energie Nordeifel GmbH“ (ENE) mit Sitz in Schleiden und die in Wiesbaum (Landkreis Vulkaneifel) ansässige „Eifel Energiegenossenschaft“ (eegon) dürfen die Dachflächen der Kaller Grundschule sowie des Keldenicher Kindergartens pachtfrei nutzen, dafür  verkaufen sie den Strom an die Kommune zu einem auf 20 Jahre festgelegten Preis. „Das wird sich für die Gemeinde über die Jahre deutlich auszahlen“, so Tobias Feld.

 

Das Besondere dabei: Die „eegon“ und die „NEN“ bieten Bürgern die Möglichkeit, sich mit Anteilen ab 500 Euro zu beteiligen und so selbst Produzenten von Solarstrom zu werden – aus der Region für die Region. „Wir freuen uns, dass wir so auch speziell für Kaller Bürger  Anreize schaffen können, sich im Bereich regenerative Energien zu engagieren“, so der Erste Beigeordnete Uwe Schmitz im Rahmen einer Vertragsunterzeichnung.  Ein wichtiger Aspekt sei zudem, dass es sich um ein örtliches Projekt handelt, dessen Wertschöpfung ebenfalls in der Region bleibe. „Und natürlich die Tatsache, dass wir den Ökostrom für kommunale Gebäude nutzen und so Kalls CO2-Bilanz positiv beeinflussen können“, so Schmitz.

 

Im Kaller Rathaus unterzeichneten Klaus Friedrich und Klaus Pütz von der „NEN“ für die Nutzung des Kindergartendachs und Johannes Pinn aus dem Vorstand der „eegon“ für die Dachfläche auf der Grundschule Kall. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit“, so Klaus Friedrichs und erklärt: „Für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind wir immer auf der Suche nach neuen Dachflächen, die wir nutzen können.“ Für die „eegon“ betonte Johannes Pinn: „Unser erklärtes Ziel ist es, dass Gewinne aus regenerativen Energien einer möglichst breiten Bürgerschaft aus der Region zugutekommen.“ Die Eifel Energiegenossenschaft ist grenzübergreifend in der nordrhein-westfälischen wie rheinland-pfälzischen Eifel aktiv.  „Wir hoffen“, so Uwe Schmitz abschließend, „dass wir als Kommune mit unserem Engagement noch mehr Menschen für das Thema regenerative Energien sensibilisieren können.“

 

Auf Dachflächen der Gemeinde Kall wurden mittlerweile zehn Photovoltaik-Anlagen installiert. Sie verfügen insgesamt über eine Leistung von über einem halben Megawatt (rund 560 kW) und produzieren an die 500.000 Kilowattstunden pro Jahr. Zur Einordnung: Damit könnten weit über 1000 Haushalte versorgt werden. Zudem werden über 300 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr eingespart.

 

Anteile an Solarprojekten sind bei der Eifel Energiegenossenschaft ab 500 Euro und bei der Neue Energie Nordeifel GmbH ab 1000 Euro zu haben. Die - da ertragsabhängig natürlich nicht garantierte - Rendite betrug in den vergangenen Jahren bei beiden rund vier Prozent.

 

Interessierte können sich direkt an die eegon, Tel. 06593/ 9123 oder Mobil 0170/ 288 57 15, www.eegon.de  sowie an die NEN, Tel. 02444/ 91 11 75 oder Tel. 02441/ 77 65 56, www.wnv-info.de wenden.

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Feierten das „Einjährige“ des genossenschaftlichen Dorf-Ladens in Sistig (v.l.): Resi Lachnitt, Sandro Hammermüller, Kalls Beigeordneter Uwe Schmitz, Angela Schmitz und Achim Schmitz. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Sistiger Dorfladen feiert Einjähriges v. Juli 2014

Kaller Ortschaft geht neue Wege: Dorfladen „Frische Genossenschaft Sistig e.G.“ ist Erfolgskonzept – Ortsvorsteher Karl Vermöhlen: „Der Laden läuft!“ – „Geburtstagsfeier“ mit regionalen Produkten und buntem Programm

 

Kall-Sistig - In vielen Orten gibt es längst keinen Laden mehr für die Einkäufe des täglichen Bedarfs. Dieses Schicksal hätte auch Sistig gedroht, als der kleine ortsansässige Supermarkt geschlossen wurde. Doch die Sistiger nahmen ihr Schicksal in die Hand und sind jetzt schon  seit einem Jahr mit ihrem Dorfladen Selbstversorger. „Das Lädchen läuft!“, freute sich Ortsvorsteher Karl Vermöhlen.

 

Nach Schließung des ansässigen Geschäftes hätten die 782 Sistiger für jede Tüte Milch und jede Briefmarke weit fahren müssen. Der Schlüssel zum Erfolg und zur Umsetzung: Die Sistiger gründeten die „Frische Genossenschaft Sistig e.G.“. Über 140 Unterstützer zeichneten im vergangenen Jahr Genossenschaftsanteile, angefangen hatte es mit 21. Es ist eine Genossenschaft entstanden, die sich als organisierte Dorfgemeinschaft versteht. Es gehe schließlich um die Zukunft des Ortes – da trage jeder Verantwortung, so Vermöhlen.

 

Seit Anfang Juni führen Resi Lachnitt und Sandro Hammermüller die Frische Genossenschaft an. Den Aufsichtsrat bilden Angela Fischer (Vorsitzende), Albert Schneider (Stellvertreter), Norbert Betz, Thomas Klein, Uwe Walter, Markus Zimmermann, Astrid Hamacher, Michael Pütz und Achim Schmitz.

 

Den „1. Geburtstag“ feierten die Sistiger mit einem kleinen Fest. An der Brottheke gab es zwei Sorten Lade-Brot und an der Wursttheke wurde Lade-Wurst von der Sistiger Metzgerei Schneider verkauft. „Einkaufen, wo wir zu Hause sind“, lautet in Sistig das Motto. Das „Sistiger Lade-Bier“ wurde ausgeschenkt, das die Gemünder Brauerei eigens für die Frische Genossenschaft Sistig abfüllt. Dazu gab es Leberkäs’. Zusätzlich konnten Weine, der Honig eines heimischen Imkers und „fair gehandelte Milch“ probiert werden.

 

Draußen, in einem Hof links neben dem Dorf-Lädchen, bot der Sistiger Lothar Gerhards Steingarten- und Bauerngartenpflanzen an. „Wir haben uns mit ein paar Leuten zusammengetan und eine kleine Pflanzenbörse organisiert“, berichtete er. Vom Sistiger Lyriker Theo Breuer Gedichtbände lagen zum Verkauf aus. Passend zur Fußballweltmeisterschaft konnte man sich auch an einer Torwand versuchen. Für Kinder boten Barbara Gerhards und Mareike Wirtz ein Bastelprogramm an. Smilla, Juliana, Marie, Samuel, Finn und Inga bauten Serviettenringe, Stiftaufsetzer und Schmetterlinge.

 

„Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten sind wir mit der Entwicklung heute durchaus zufrieden“, meinte auch Aufsichtsratsvorsitzende Angela Fischer. Sie begrüßte mit Kurt Schulz auch einen der Vorbesitzer des Sistiger Lädchens, der heute Vermieter der 170 Quadratmeter Verkaufsfläche ist. „Im Schnitt kommen 130 Kunden pro Tag“, bilanzierte Resi Lachnitt von der Sistiger Frische Genossenschaft positiv.

 

Kalls Erster Beigeordneter Uwe Schmitz war voll des Lobes: „Das Engagement hier in Sistig ist beachtlich.“ Acht Halbtagskräfte, zwei Schüler und über 30 Ehrenamtler halten „ihr Lädchen“ am Laufen. „In dieser Form der einzige Dorfladen in der Gemeinde Kall“, ergänzte Beigeordneter Schmitz und erinnerte daran, dass die Sistiger finanzielle Unterstützung aus einem Leader-Projekt erhielten.

 

„Insbesondere Bioprodukte und unser frisches Obst, das wir von einem Großhändler beziehen, sind sehr gefragt“, sagte Sandro Hammermüller vom Vorstand der Frische Genossenschaft, in der Kunden und Genossen mitbestimmen können. So wurde beispielsweise das Sortiment wurde erweitert. „Wir folgen damit den Anregungen unserer Kunden, die oft auch Genossenschaftsmitglieder und damit Mitunternehmer sind“, sagte Vermöhlen. Mittlerweile gebe es deutlich mehr frisches Obst und Gemüse in guter Qualität – und inzwischen auch Kinderspielzeug. „Natürlich bleibt dabei unser übriges breites Waren- und Getränkeangebot unverändert erhalten“, versprach der Sistiger Ortsvorsteher.

 

Das Sistiger Dorflädchen bietet auch eine ganze Reihe von Dienstleistungen an. Darunter gibt es einen Lieferservice von Getränken und Lebensmitteln, Einkaufsgutscheine, Präsentkörbe für jeden Anlass, eine Postagentur, eine Reinigungsannahme, die Möglichkeit, Prepaid-Handys aufzuladen, Geschenkkarten und einen Kopier- und Faxservice. In einem kleinen Bistrobereich steht eine Bücherkiste bereit. Bezahlen können Kunden mit Bargeld oder ihrer EC-Karte    

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Werke des Kaller Künstlers Stephan Schick sind ab Freitag, 4. Juli, in der Ausstellung „Stephan Schick 1984 – 2014“ in der „Galerie im Rathaus“ in Mechernich zu sehen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Schick zeigt neue Perspektiven v. Juli 2014

Werkschau mit Bildern des in Kall lebenden und wirkenden Künstlers Stephan Schick (56) wird am Freitag, 4. Juli, in der „Galerie im Rathaus“ in Mechernich eröffnet – Europäische Stadtansichten, Reiseerinnerungen und bodenständige Eifelbilder

 

Kall/ Mechernich - Dem Wirken des Kaller Diplom-Grafik-Designers und Kunstmalers Stephan Schick ist die nächste Ausstellung in der Mechernicher „Galerie im Rathaus“ gewidmet. Der 1957 geborene Künstler stellt ab Freitag, 4. Juli, 30 Werke aus seiner bisher 30jährigen Schaffensphase seit der Ateliergründung 1984 in Kall aus.

 

Schick gelingt es auch bei „Klassikern“ unter den Eifelmotiven, dem Betrachter andere Sichtweisen zu erschließen, wie man sie bereits von den alten Meistern Fritz von Wille und Curtius Schulten zu kennen glaubt. In der „Galerie im Rathaus“ zeigt Stephan Schick solche Blicke unter anderem auf Reifferscheidt und Kronenburg. Zu sehen sind auch blühende Rapsfelder mit einem dräuenden Wolkenhimmel darüber, die Stephan Schick fast dreidimensional impressionistisch in Öl gepinselt und gespachtelt hat. Schick zeigt in der Schaffensschau Mut zur Entwicklung, zur Wandlung und zum Experiment. Es werden Exempel unterschiedlicher Stile und Techniken statuiert.

 

Die Reisebilder Stephan Schicks bilden neben Europäischen Stadtansichten und Eifelbildern einen dritten Schwerpunkt in der Ausstellung. Schick hat zum Beispiel Kuba auf den Spuren Hemingways bereist, wunderbare Impressionen in Israel und Ägypten gesammelt, südländisches Licht und mediterrane Farben in der Türkei, Marokko und Italien studiert. Schick: „Eine ganz neue Welt, die ich in erdigen Eifelfarben nicht wiedergeben konnte.“

 

Zum Teil experimentierte der Kaller Künstler dabei auch mit völlig anderen Stilen oder er setzte sich in assoziativen Kollagen mit politischen und gesellschaftlichen Besonderheiten auseinander. Seine USA-Kollage auf dem Stares-and-Stripes-Banner ist von einem kaum sichtbaren NSA-Adler im Hintergrund überspannt, aus dessen Gefieder tausende Kameraaugen auf Amerika und den Rest der Welt gerichtet sind. Auf der Kuba-Kollage zollt der Kaller Künstler nicht nur Rum, Seglern und schönen Frauen Tribut, sondern auch dem kubanischen Revolutionär Che Guevara. Stephan Schicks Bilder sind variationsreich wie sehr ästhetisch und ansprechend.

 

Stephan Schick ist in erster Linie künstlerischer Grafik-Designer. Seine Brötchen verdient der Architektensohn vorrangig mit Auftragsarbeiten von Privatleuten und Galerien. Dabei werden ihm oft mit dem Motiv auch Technik und Stil in Auftrag gegeben. Außerdem arbeitet er im Rahmen des NRW-Förderprojektes „Kultur und Schule“. Die 30 Werke der Ausstellung sind hingegen alle Stephan Schicks selbstinspirierter, seiner „freien Malerei“ entnommen. Sie zeigen einen Querschnitt durch das Werk und die Entwicklung des Künstlers auch in technischer und stilistischer Sicht.

 

Die Vernissage zur Ausstellung „Stephan Schick 1984 – 2014“ mit Bildern des Kaller Künstlers findet statt am Freitag, 4. Juli, um 18.30 Uhr im Mechernicher Rathaus. Die Begrüßung übernehmen Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und der Ausstellungskurator Franz Kruse, die Einführung in die Ausstellung hält der Redakteur Manfred Lang. Anschließend ist die Werkschau bis Ende September während der normalen Rathaus-Öffnungszeiten (montags bis freitags 8.30 - 12.30 Uhr, donnerstags und freitags zusätzlich 14 - 18 Uhr) in Mechernich zu sehen.

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Der neue Gemeinderat und die Spitze der Kaller Verwaltung stellten sich nach der konstituierenden Ratssitzung erstmals den Pressefotografen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Rat: Abschied und Neuanfang v. Juni 2014

Neue Ratsmitglieder wurden in der konstituierenden Sitzung vereidigt – Bürgermeister Herbert Radermacher dankt ausscheidenden Politikern – Ortsvorsteher stehen fest

 

Kall – „Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich – jetzt sind Sie ganz offiziell Ratsfrauen und Ratsherren.“ Mit diesen Worten beglückwünschte der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher in der konstituierenden Ratssitzung die 28 neuen Gemeindeverordneten. Unter ihnen sind auch 13 neue Mandatsträger, die im Rahmen der Sitzung vereidigt wurden. Gleichzeitig galt sein Dank den 13  ausgeschiedenen Kommunalpolitikern, die nun nicht mehr im Rat vertreten sind.

 

Allen voran der langjährige Alterspräsident Josef Mendel (SPD), der 25 Jahren im Kaller Rat aktiv war. Der Keldenicher, der im November 90 Jahre alt wird, war zudem von 1994 bis 2014 Ortsvorsteher in „seiner“ Kaller Ortschaft. „Dat wor en lange Zick“, kommentierte Mendel, der zugleich versicherte, er stehe bei Bedarf weiter zur Verfügung. „Dass Sie immer wieder so eindeutig bestätigt wurden, kommt nicht von ungefähr“, würdigte Herbert Radermacher Josef Mendels Wirken und ergänzte: „Sie haben in ihrem Ort vieles bewegt.“ Für die SPD-Fraktion bedankte sich Erhard Sohn mit einem Präsentkorb beim Parteikollegen Josef Mendel.

 

Auch Siegfried Schäfer (FDP), der von 1999 an Ortvorsteher in Scheven war, trat nach 25 Jahren aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl an. Mit 65 Jahren, habe er immer gesagt, sei Schluss, so Schäfer. Der Kaller Unternehmer, der sich in Scheven immer ganz besonders für den Erhalt und die Pflege des Dorfsaals eingesetzt hatte, bedankte sich bei seinen Ratskollegen: „Es war immer eine faire Zusammenarbeit, die mir Freude gemacht hat.“ Auch wenn er sich natürlich manchmal, so räumte Siegfried Schäfer schmunzelnd ein, auch ein bisschen geärgert habe, lautete sein Fazit: „Es war eine herrliche Zeit.“

 

Nach 20 Jahren schied der CDU-Politiker  Andreas Heinen aus. Auch sein Parteikollege Edgar Jungen, Ratsmitglied von 1991 bis 1994 sowie 1999-2014, ist nicht mehr vertreten. Nach zehn Jahren Ratstätigkeit in der Gemeinde Kall scheiden aus: Dr. Gerlinde Linne von Berg (FDP), Anthony Goebel (CDU, drei Jahre Ortsvorsteher in Kall) und Hans-Peter Pütz (CDU). Von 2009 bis 2014 gehörten Johannes Kania (CDU, fünf Jahre Ortsvorsteher in Golbach), Ralf Klöckner (früher FDP, fünf Jahre Ortsvorsteher in Wahlen), Hans-Dieter Schäfer (FDP, bleibt Ortsvorsteher in Krekel) und Lothar Maevis  (FDP, bleibt Ortsvorsteher in Rinnen) dem Kaller Rat an. Paul Görgen wurde nach drei Jahren Ratstätigkeit verabschiedet und Dieter Zausch nach einem Jahr (beide SPD). „Ein jeder von Ihnen“, dankte der Bürgermeister den ausscheidenden Kommunalpolitiken, „hat sich um die Bürger verdient gemacht.“ Sie alle erhielten ein kleines Präsent.

 

Die CDU hat im neuen Rat nun zwölf Sitze (plus zwei) inne. Als CDU-Ratsvertreter verpflichtet wurden Adolf Matthias Binger (Steinfeld), Willi Frauenrath (Kall), Guido Keutgen (Kall), Stefan Kupp (Kall), Petra Mey-Wirtz (Kall), Toni Mießeler (Sötenich), Peter Schmitz (Rinnen), Uwe Schubinski (Kall), Stephanie Sistig (Scheven), Bert Spilles (Kall), Ute Stolz (Kall) und Guido Wiesen (Wahlen). Für die Sozialdemokraten wurden sieben Ratsmitglieder vereidigt:  Kurt Marco Bormann (Keldenich), Emmanuel Kunz (Golbach), Norbert Schiffer (Kall), Erhard Sohn (Scheven), Karl Vermöhlen (Sistig), Ludwig Werle (Sötenich) und Daniela Züll (Scheven). Die FDP ist vertreten durch Jörg Döhler (Sötenich), Franz Albert Groß (Kall), Bernd Klinkhammer (Dottel), Hans Reiff (Scheven) und Dr. Manfred Wolter (Kall). Für die Bündnis 90/Die Grünen wurden Marion Engels (Golbach), Ekkehard Fiebrich (Sistig) und Elvira Scheuer (Keldenich) verpflichtet, für DIE LINKE Karl-Heinz Fiedlers (Sistig).

 

Die Fraktionsvorsitze der einzelnen Ratsgruppierungen haben inne: der Sötenicher Toni Mießeler (CDU), der Schevener Erhard Sohn (SPD), der Sistiger Ekkehard Fiebrich (Bündnis 90/Die Grünen) und der Kaller Dr. Manfred Wolter (FDP). Karl-Heinz Fiedlers ist der einzige Vertreter von „DIE LINKE“ im Gemeinderat und genießt keinen Fraktionsstatus. Zu stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden wurden bestimmt: Bert Spilles für die CDU, Karl Vermöhlen und Norbert Schiffer für die SPD, Jörg Döhler für die FDP und Elvira Scheuer für Bündnis 90/DIE GRÜNEN.

 

Fraktionsgeschäftsführer sind Willi Frauenrath (CDU) und Ekkehard Fiebrich (Bündnis 90/DIE GRÜNEN). In der SPD- und der FDP-Fraktion wird die Geschäftsführung über die Fraktionsvorsitzenden abgedeckt.

 

Bürgermeister Herbert Radermacher sprach abschließend allen neuen Ratsmitgliedern seinen Respekt für ihr ehrenamtliches politisches Engagement aus: „Die Ratsarbeit wird immer umfangreicher und nicht leichter, vielen Dank, dass Sie alle ihre Freizeit investieren.“

 

Mit Uwe Schubinski (CDU) und Karl Vermöhlen (SPD) stehen nun auch die Kalle Vizebürgermeister an der Seite von Herbert Radermacher fest.

 

Schließlich beschloss der Rat auch die Ortsvorsteher für die neue Legislaturperiode. Für Kall einigte der Rat sich auf Guido Keutgen, für Sötenich auf Toni Mießeler, für Steinfeld und Urft auf Frank Vellen, für Wahlen auf Guido Wiesen, für Golbach auf Emmanuel Kunz, für Keldenich auf Kurt Marco Bormann, für Sistig auf Karl Vermöhlen, für Krekel auf Hans-Dieter Schäfer, für Rinnen auf Lothar Maevis und für Scheven auf Hans Reiff.

 

Nach der konstituierenden Ratssitzung gab es im Kaller Rathaus traditionsgemäß Kölsch und die Gelegenheit zum „informellen“ Austausch.

 

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Zu den beiden Stellvertretern von Bürgermeister Herbert Radermacher (Mitte) wurden Uwe Schubinski (CDU, links) und Karl Vermöhlen (SPD) gewählt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Nicht alle ausgeschiedenen Ratsmitglieder kamen zur Verabschiedung während der konstituierenden Ratssitzung zu Beginn der neuen Legislaturperiode 2014 – 2020. Persönlich für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken konnte sich Bürgermeister Herbert Radermacher bei (von links) Dieter Zausch, Josef Mendel, Edgar Jungen, Lothar Maevis, Siegfried Schäfer, Andreas Heinen, Hans-Peter Pütz, Johannes Kania, Hans-Dieter Schäfer und Paul Görgen (von links). Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Im Rahmen der konstituierenden Sitzung wurden die neuen Ratsmitglieder vereidigt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Der Keldenicher Josef Mendel, der im November 90 Jahre alt wird, war langjähriger Alterspräsident. Jetzt wurde er nach 25 Jahren Ratszugehörigkeit verabschiedet. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

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Rolf Künstlicher, hier an dem Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in Kall gegenüber der VR-Bank Nordeifel eG, kam zur Vorstellung der Broschüre eigens aus Schweden. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Zurück zu den Kaller Wurzeln v. Juni 2014

Neue Broschüre zu jüdischen Familien, die einmal in Kall gelebt haben – Rolf Künstlicher reiste auf Einladung der HJK-Schülerin Annika Schmitz eigens aus Schweden an – Kaller Journalist Bernd Kehren stellte vor über zehn Jahren ersten Kontakt zur Familie her

 

Kall – Eine neue Broschüre der Kaller Stolperstein-Gruppe macht jetzt das Leben der jüdischen Familien, die einst in Kall gelebt haben, wieder ein bisschen „lebendig“. Vorgestellt wurde die Publikation zum Schicksal der Familien jetzt im Kaller Kulturraum, musikalisch begleite Rolly Brings die Veranstaltung.

 

Eigens aus Schweden angereist war Rolf Künstlicher. Der Stockholmer berichtete ebenso offen wie bewegend über das Schicksal seiner Familie. Seine Mutter Esther Nolting hatte Kall auf der Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime verlassen.

 

Rolf Künstlicher kontaktiert hatte Annika Schmitz, eine Schülerin des Steinfelder Salvatorianer-Gymnasiums Hermann Josef Kolleg, das an den Recherchen zur jüdischen Geschichte in Kall beteiligt war. Er erinnerte sich an den Moment: „Ich war überrascht und stark berührt.“ Die Schülerin habe nach Informationen über seine Familie gefragt. „Es war, als wäre die Familie wiedergeboren“, so der Stockholmer. Auch die Arbeit der Kaller Stolperstein-Gruppe habe ihm sehr imponiert. „Durch diese Arbeit habe ich die Familie meiner Mutter und meiner Verwandtschaft zu sehen bekommen.“ Künstlicher konnte so erahnen, wie das jüdische Leben in Kall vor dem Krieg war. „Die Trauerarbeit, die hier in Kall und in Deutschland ausgeführt wird, ist einmalig in Europa“, meinte Rolf Künstlicher.

 

Ein großer Teil von Rolf Künstlichers Verwandtschaft lebte in Kall. Seine Großmutter Hedwig Nolting wurde im Konzentrationslager ermordet. Getötet wurden auch seine Tanten Ella und Ruth sowie sein Onkel Norbert. Seine Mutter überlebte den Holocaust. Mit 14 Jahren verließ sie ihr Elternhaus. Durch eine jüdische Jugendbewegung kam sie mit 15 Jahren auf einen Bauernhof in Dänemark. Als die Nationalsozialisten 1943 in Dänemark mit der sogenannten „Judenaktion“ begannen, gelang ihr mithilfe der dänischen Widerstandsbewegung die Flucht nach Schweden.

 

Hier lernte sie ihren späteren Mann, den aus Frankfurt stammenden Juden Erich Künstlicher kennen. Esther Künstlicher kam nach dem Krieg mehrmals nach Kall und wurde im Oktober 2001 vom damaligen Bürgermeister Hans Kaiser im Kaller Rathaus empfangen. Ebenfalls besuchte sie das Grab ihres Großvaters Nathan Nathan auf dem jüdischen Friedhof in Kall. Erstmals zustande gekommen war der Kontakt aufgrund der damaligen Recherchen des Kaller Journalisten Bernd Kehren, der die Familien in Schweden ausfindig gemacht hatte.

 

„Meine Mutter hatte in Schweden ein gutes Leben“, sagte Rolf Künstlicher. Die Wurzeln seiner Mutter in Kall seien auch seine eigenen Wurzeln. „Die Erfahrungen und Erlebnisse haben ihr Leben geprägt und beeinflusst, ohne dass sie gewusst hat wie“, so Künstlicher im Kaller Kulturraum und ergänzte: „Was für sie nicht erkennbar war, wurde für mich unbegreiflich und hat eben deshalb tiefe Spuren in mir hinterlassen.“

 

Die Familie Nathan-Nolting gibt es heute in Kall nicht mehr. Rolf Künstlicher: „Das sind Fakten, die wir akzeptieren müssen, und über die wir trauern können.“ Die Arbeit der Kaller Stolperstein-Gruppe helfe, damit umzugehen.

pp/Agentur ProfiPress


Nach der Wahl zum „neuen Miteinander“ v. Mai 2014

Appell von Bürgermeister Herbert Radermacher an die neuen Gemeinderatsfraktionen – CDU holte zwei Mandate mehr als 2009 und kam auf zwölf Sitze, SPD bleibt konstant bei sieben Sitzen, die FDP verliert drei und bekommt fünf Mandate, die Grünen haben auch künftig drei Stimmen im Rat, die Linke eine

 

Kall - Mit einigen Überraschungen endete die Gemeinderatswahl in Kall. Die CDU errang 41,4 Prozent der abgegebenen Stimmen, exakt vier Prozent mehr als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Die SPD kam auf 24,6 Prozent, ebenfalls ein Zugewinn gegenüber 2009 um ein halbes Prozent. Die FDP verlor 11,1 Prozent gegenüber ihrem Rekordergebnis von 2009 (29,4 %), erreichte 18,3 Prozent und holte mit Hans Reiff im Wahlbezirk Scheven/Dottel/Wallenthal überraschend ein Direktmandat.

 

Die Grünen verteidigten ihr Ergebnis von 2009 (9,1 Prozent) und kamen auf 8,6 Prozent, Erstmals im Kaller Rat vertreten sein wird Die Linke, die auf 3,7 Prozent kam. Die CDU kam im 28köpfigen Kaller Gemeinderat auf zwölf Mandate, die SPD auf sieben, die FDP holte fünf Ratssitze und die Bündnis 90/Die Grünen drei.

 

Für die CDU zogen direkt Guido Keutgen, Ute Stolz, Uwe Schubinski, Stefan Kupp, Bert Spilles, Willi Frauenrath, Toni Mießeler, Peter Schmitz, Adolf Binger und Guido Wiesen sowie Petra Mey-Wirtz und Stephanie Sistig über die Reserveliste in den Rat ein. Die SPD wird von Emmanuel Kunz, Karl Vermöhlen und Kurt Bormann (Direktmandate) sowie Erhard Sohn, Daniela Züll, Norbert Schiffer und Karl Werle (Reserveliste) vertreten.

 

Die FDP wird von dem Direktmandatgewinner Hans Reiff sowie Dr. Manfred Wolter, Jörg Döhler, Franz Albert Groß und Bernd Klinkhammer vertreten, die über die Reserveliste einziehen. Elvira Scheuer, Ekkehard Fiebrich und Marion Engels stimmen im Rat für Bündnis 90/Die Grünen, Karl-Heinz Fiedlers für die Linkspartei.

 

Im Zentralort Kall gewann die CDU alle Direktmandate. Die SPD konnte ihre bisherigen sieben Sitze halten, während die FDP durch erhebliche Stimmenverluste Mandate verlor und nur noch mit fünf statt bisher acht Mandatsträgern vertreten ist. Die Grünen konnten ihre drei Mandate ebenfalls verteidigen, erstmals sind die Linken mit einem Sitz im neuen Rat vertreten.

 

„Bei der CDU herrschte im Rathaus, wo die Ergebnisse einliefen, den ganzen Abend über Hochstimmung, konnte sie doch ihre Ergebnisse in vielen Bezirken steigern“, schreibt der Kaller Redakteur Reiner Züll in seinem Bericht für die Agentur ProfiPress: „Für eine Überraschung sorgte der 22-jährige Emanuel Kunz, der im Wahlbezirk Golbach ein Direktmandat für die SPD holte.“

 

Im Wahlbezirk 12 Wahlen/Steinfelderheistert/Gillenberg unterlag der parteilose Einzelbewerber Ralf Klöckner dem CDU-Kandidaten Guido Wiesen knapp. Als Senkrechtstarter bei der CDU entpuppte sich Willi Frauenrath, der erstmals ins Rennen ging und mit einem Stimmenteil von 56,97 Prozent nicht nur das beste Ergebnis für die Union holte, sondern damit auch das Direktmandat im bisher von der SPD dominierten Wahlbezirk Kall VI gewann.

 

80 Zuschauer verfolgten Wahlverlauf im Rathaus

 

Im Sitzungssaal des Rathauses hatten sich gut 80 Zuschauer eingefunden, um den Einlauf der Wahlergebnisse aus den einzelnen Bezirken zu verfolgen. Kämmerer Michael Heller moderierte den Abend, mit Hilfe von zwei Beamern konnten die Zuschauer auf zwei Leinwänden verfolgen, wie die Wähler der Gemeinde Kall ihre Stimmen für die Europawahl, die Wahl des Kreistages und die des neuen Gemeinderates abgegeben hatten.

 

Zehn Mal gab es Applaus aus den Reigen der CDU-Anhänger, dreimal beim Anhang der SPD und einmal bei der Verkündung des Direktmandates von Hans Reiff bei der FDP. Es dauerte lange, ehe die Schnellmeldungen aus den letzten beiden Wahlbezirken, Sötenich und Wahlen, im Rathaus eingingen. Bis dahin hatte vor allem Guido Wiesen von der CDU zittern müssen, der in Wahlen gegen den Einzelbewerber Ralf Klöckner angetreten war. Der Jubel war groß, als das Ergebnis als letzte Meldung einlief und Wiesen als Gewinner feststand.

 

Im neuen Rat, der am 24. Juni zur konstituierenden Sitzung zusammenkommt, werden veränderte Mehrheiten herrschen. Die CDU gewann zwei Mandate hinzu, die FDP verlor drei Sitze. Erstmals dabei ist Die Linke mit Karl Heinz Fiedlers. Die absolute Mehrheit der Listengemeinschaft von SPD und FDP, die bisher im 28-köpfigen Rat über 15 Mandate verfügte, ist damit mathematisch nicht mehr vorhanden. Reiner Züll schreibt: „Die Grünen könnten in Zukunft womöglich das Zünglein an der Waage sein.“

 

Ute Stolz vertritt Gemeinde Kall auch künftig im Kreistag

 

Noch während der Präsentation der Wahlergebnisse bedankte sich Bürgermeister Herbert Radermacher beim Rathauspersonal und allen Wahlhelfern für ihren Einsatz am Wahlsonntag. Den bis dahin direkt Gewählten gratulierte Radermacher: „Es werden neue Gesichter und auch alte im Rat vertreten sein. Ich denke, es wird und es muss wieder in der Kaller Politik ein Miteinander werden, damit Kall wieder führend wird“.

 

Das Direktmandat im Euskirchener Kreistag für die Gemeinde Kall errang einmal mehr Ute Stolz (CDU). Sie errang 42,9 Prozent der Wählerstimmen – nach 39,3 Prozent bei der Kreistagswahl 2009.

 pp/Agentur ProfiPress

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Die Verwaltungschefs, Bürgermeister Herbert Radermacher (rechts) und Erster Beigeordneter Uwe Schmitz, verfolgen gespannt die Präsentation der nach und nach aus den Stimmbezirken eintreffenden Wahlergebnisse. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress